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Full text of "Berlinische Musikalische Zeitung 1793-94"

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BERLINISCHE 



MUSIKALISCHE ZEITUNG. 



HISTORISCHEN UND KMTISCHEN INHALTS. 



MIT FUNFZIG MUSIK8TUCKEN VQN VERSCIIIEDENEN MEISTERN. 



HERAUSGEGEBEN 



'VOW 

C AT^STl S.'P AZIEh,'.. 

Hoclifttrfll. Wiedifchem Hofratli und orde'ntlichem Mitgliede der Cliurrcaiuzifcheu 

Akademie der Wiffeufchaften. 

«j 






IK '^TT BERLIN, 

im Verlage der neuen Mufikhandliing, 1794. 



BERLINIS.GHE 

MUSIKAL'ISCHE ZEITUNG. 

ERSTES. STUCK. 



Den $ten Februar 1793. 



Carneval zu Berlin, 

Wenn Apoll der Olympier den geraufch- 
vollen Mars nicht in der Nahc hat, To 
lafst er fich in feinem fills en Gefange nieht 
ftciren. — Die rauhe Mufik aus. den Mu9keten 
und Kanonen unfrer Mitbriider am Rhein 
dringt nicht zn uns her, und alfo haben hier 
die Mufen unterdefs ihr freies Spiel haben 
korinen, wenn denn ja die Mufen an unfern 
Kunftfpielen Jmmer Theil haben mmTen. Es 
wird- das Vgohl fmr To erne »fag tin de parler 
feyn urid weiter nichts, wie fo vieles aridere. 
Denn wir wiffen recht gut , dafs der Regenbo- 
gen in der Oper Aenea, auf dem die anne 
zagende Iris fich von einem Burger -Statiften 
letter* 1iefa y deflen Ijiblunarifche Beine hinter 
der ' PFblkey die er neben fich /lertrug, wie auf 
SuBfcription herauskamen , beim Burger Tifch- 
ler beftellt war. Auch batten die Mufen gewifs 
juanches Inftrumenfc ^fee£fert ..geftimmjf 1 keine 
Cabalen erregt etc. etc. 

Viermal ift die Oper Aenca e Turno, von 
dem, Kiinigl. Hofpoeten Filiftri dc Caramon- 
lani, die aufser dem, was elarin hit ausgeftri- 
ch?n werden miiffen, ganzer vier Stunden 
fpielt, und eben fo viehnal die Oper Protefu 
lao vom Abbate Sartor aufgefiihrt worden. 
Die mufikal. Kompofitiotj, der erften ift vom 
Churmainz. Kapellmeifter Hrn. Mighini, einem 
im, Ganzen mit Recht gefchatzten Komponi- 
ften; und der zweiten, von dem Churfachfi- 
fchen Kapellmeifter Hrn. JSfaumann, Was die 
Mufik der Oper Aehea betrift, fo foil ein un- 
mafsgebliches Urtheil daruber auf eine andere 
;2eit verfpart bleiben, da fie' doch wohl ri'och 
etnmal vor $?» Majeftat dem Konige gegeben 
-werden diirfte. Und iiber die andere Oper 
geht es iibeihaupt nicht wohl an, dafs der Red. 



feine einzelne Meinung offentlich iiufsere. Das 
I'ublikum hat ja beide Kompofitionen des er- 
ften Acts von Hrn. Capellm. RricharcU und 
Hrn. Nuwnann gehort, und kann alio felbft 
nach Kenntnifs, oder Gefchmack oder — Vor- 
urtheil beftiminen, wie es will. Die ruufikali- 
fchen Verdienfte des Hrn. N. und der Charak- 
ter feiner Mufik find ja iiberdem allenthal- 
ben bekannt genug. 

Um etwas ganz Neues zu gebip, wird das 
Ballo ink abgedruckt, das dw Ankunft des 
Merkur aus den Wolken ankiindigt. Es mufs 
leicht und lebhaft gefpielt werden, urid jeder 
Satz hebt in der untern Octave und ganz leife 
an, und wiederholt fich dann in der obern, 
wie fie abgedruckt ift, mit Starke unci Nachdruck. 

Signora Marchetti Fantozxi. 

Mehr noch unter dem erften Geburtsna- 
men bekannt, fang im diesjahrigen Bevl. Car- 
neval als prima JDouna. Der Umfang ihrer 
Stimme ift eben nicht grofs; die Tiefe ift et- 
was rauh und dnmpf, und die Hohe fo, dafs 
fie an das dreigcftrichne C fo eben nur im Vor- 
beigehen anftreift. Indeffen hat fie ihre fonft 
voile Stimme fehr in ihrer Gewalt, intonirt 
ziemlich rein, hat den italienifchen Ausdruck 
mit feinem Guten und nicht viei von feinen 
Uebertreibungen, fingt ubrigens mit vieler Em- 
pfindmig, und, wo es erforderlich ift, mit 
ziemlicher Fertigkejt, obwbhl alsdann fehr an- 
geftrengt. Das ill aber auch alles, und for ein« 
ibalienifche Opernfangerin, wie fie heutiges Ta- 
ges grofstentheils find, genug. So ctsxasAufser- , 
ordentliches ift es daher mit ihr nicht, wie ein / 
Theil der Berliner wohl will, der fo leicht da* 
Neue und Impofante vorfcreflich und ein/.ig 
.'iindet. Allein ihr Spiel, ihre Aktion ift moi- 



ii fteihaft und fo, wie fie die befte Aktrice auf 
dem Operntheater nur haben kann. 

RFationaltheater in Berlin. 

Eine neue Operette, die unruhige Nacht, 
nath la notte critica von dem weiland Ehren- 
mann Goldoni, ward, nach der Kompofition 
des Hm. Laffert , Sanger in Mimchen, zwei- 
mal hinter einander, aber audi hintei einan- 
der mit Mifsfallen des Publikums gegeben. 
Obgleich die Mufik nicht ganz fcbledit ift, fo 
mag doch wphl folgendes da von die Urfach 
feyn: 1) fpielt das Stuck die Nacht hindurch; 
die Nacht ift in der Regel zum Schlafen and 
das Helldimkel des Theaters, wenn es ftets an- 
halt, kann weder das Ange nodi die Seele ver- 
tragen ; Q.) einige anfehnliche Hollen war en mit 
Anfangern befetzt ; denn weiter werden doch 
wohl die Demoifelles AltfiUft % die die Hohe 
nicht erreichen konnte, und Ziitjcl, nichts 
feyn follen? 5) war das Enfemble nicht, wie 
es feyn follte, wie das bey mehreren inenfch- 
lichen Einrichtungen fo iit. 

Theatre de la Republique in Paris. 

Paris, den 5ten Januar 1793. Auf dem 
Theater dv la Republique niacht ein neues 
Schaufpiel, Catherine ou la belle forniiere, fehr 
viel Auffehen. Mcnfcheuhafsund Reue fcheint 
diefem Stiicke zuni Grande zu liegen, es ift 
aber rnit weit mehr Feinheit und Witz und 
mehr Einheit der Charaktere. bearbeitet. Wie- 
wohl es im Ausdruck auch den Fehler hat, 
oft gefucht und gefchroben m feyn. Mile. 
Caiideille, die die erfte Rolie darin fpielt, 
ift die Verfaflerin; fie fingt darin auch 
Arien von ihrer eignen Compofition, und ac- 
coiupagnirt iich felbft init der Harfe fehr artig 
dazu. Das Stiick giebt ihr alle mogliche Ver- 
anlaifung, ihre Schonheit, 'hren Verftand und 
ihre Talente glanzen zu laJIen. 

Neue Cantabe von Turk in Halle. 

Halle. Bey der fehr glanzenden Einwei- 
hung des hiefigen neuen Logenhaufes wurde 
.eine fehr wohlgefetzle angenehine Cantate von 
. der Kompofition des Hm. Mufil.dk ektor Turk 
mit vielem Beifall aufgefnlirt. — Es wild hier 
ftets ein anfehnliches Winterconcert gehal- 
ten, worin auch grofse Sachen, von Hdndel t 
Haffe t Bach, Reichardt, Naumann etc. gege- 
toesi werden. 

Hitters Singechore in JLeijr^ig. 

\ Hr. Kapellmeifter Hitter Ja'fst fich die ftete 
^erbelTerurjg des Chore bey der Thomasfchule 



mit nnenimdetem Eifer angelegen feyn. Ein 
wichtiges Verdienft, da der Vei fall der Singe- 
chore inmier merklicher wird , wie man be- 
fonders auf dem Berlinifchen Operntheater und 
in Concerten zuweilen fehr gewahr wird; ein 
-Umftand freilich, wobey fo manches mitwirkt, 
wofiir ein Dir ektor deifelben nicht immef ver- 
antwortlich gemacht werden kann. Herr Hil- 
ler hat mehr freie Hand, und in dem Sachfen 
fmgt noch mehr der Doctor Luther, der gem 
fang , wie man weifs. Die jungen Leute in 
Leipzig bleiben bis zum Uebergang zur Uni- 
verfitat auf der Schuis, und fo kann Hr. Hil- 
ler die Fri'ichte feiner Bemi'ihungen ftets be- 
merken und fich eine gute Pflanzfchule erhal- 
ten. Red. denkt noch mit Vergniigen ah die 
Ausfuhrung der Chore , als er vor einigen Jah- 
ren Ilaudels MeJJias von Hr. H. in Leipzig 
auffuhren horte. 

Das grofe Chor hat Hr. H. wieder in vier 
Unterchore abgetheilt , um die Ausfuhrung der 
Mufiken in den beiden Hauptkirchen beftrei- 
ten zu konnen. -• Auch bemi'iht fich der wiir- 
dige Hiller, das Seinige zur Verbeiferuiig der 
Liturgie beizutragen; eine aufserft nothwen- 
dige Angelegenheit , zumal in Churfachfm! 

VetpeJJerte 'ffiastnflrvmtntv , iiifonder- 
heit Flo ten. 

Hr. J. F. Boye in Giittiugen (auf der AUee 
wohniiaft) bietet verbefferte Floten, die er nach 
den Meifterftiicken Greufer y s in Dresden und 
Potters in London verfertigt, an. Der haufi- 
gen Klage uber die Unzuveriaffigkeit der Klap- 
pen ift dadurch abgeholfen , dais fie , nach eU 
ner in Deutfchland noch f«hr wenig bekannten 
Erfindung den Englanders Tacett , ganz ohne 
Leder verfertigt find , und das mit Silber aus- 
gefi'itterte- Loch durch einen genau palfenden 
Pfropf von Zinn verfchloflen wird. 

I. Floten nach der neueften Englifchen Art. 

1. Eine Flote von fchwarzem Ebenholze mit 
Elfenbein umlegt, mit einem Schraubekorke, 
einem metallenen Auszuge des Kopfes fo 
wohl als des Fufses (wodurch bequemer und 
beiTer, als durch mehrere Mittelftucke eine 
beliebige Stimmung gegeben werden kann), 
und fiibernen Dis-F-Gis- und B-Klappen — 
4| Ld'or. 

St. Eine ahnliche von Buchsbaxuxholz— 4 Ld'or. 

II. Floten nach Deutfcher Art. 

1. Eine Flote von fchwarzem Ebenholze mit 
Elfenbein umlegt, mit einem Schraubekorke, 



Seite 3 fehlt 



Seite 4 fehlt 



BER LINTS CHE 

MUSIKALISCHE ZE I.TUNG. 

*-■,>■- . . 

Z W E I T E S S T U G K. 



«M 



Den iStin Fcjtraar 1J93.. 



Water der Matigel tut EJjFekb der Mujik ah 
JBerl. Operiiliauje? 

Ein eigenfmniger Anhangei? cteir alten Miifik 
— wie es dergleiclien uberall giebt, die 
Ohr und Herz cler Allgewalt unfrer neuern, 
belTern Theatermufik verfchliefsert, welche doch>. 
lnan . kann dreift alle Hitmen, grofse* Opernkom- 
poniften citiren, von \Leo , ZuUi 'und gala- 
ftriita an bis auf Qraun und Wtfln* "^'durcH 
Gluck und andr« neue Meifter auf einen ,da- 
mals gewifs ungeglaubten Gr«ul von Vollkrrm- 
luenheit hinauf jKebracht wordezi i|4 -- wiirde 
gleich rund weg lazen: weildie alte w&bjre W&* 
fik untev una &us{jeftorben ift. \- ' _ ''.'^^ >-J;,a 
So ? was ifts denn das .Alte im. theaeralifcken 
Faehe? — Ausdrack der Kindheit d*r theatre 
Kunft, und weiter xiicht. viel luehr. 

Efcwas WahredHft 1 itideffert darin, date In 
dem Charakter' nlancher neiieru Opei'jiinufik 
ikberhaupt, oder in diet Bearbeitung manches 
Einzelnen darin , ein Grtisid deir Eflfectiiiangels 
Megen kttnne. Denn, wenn diefe 2. B. nicht 
gfoftthdatralifeh ware, Wenn vet worreues kunft- 
jjdjfes Spielwerk, und Kliiiiperey urtd bunter 
tfagellofer Zufchnitfc der Scenen> A'rien. ufcd de* 
klamirten Recitative mehr, als grofse dekorifte 
Arbeit , ' efterglfdie Sprtche der Natiir , lichte 
Klarheit und Eifiheit ih der Zufainhienordhu'ng 
sot eineni'grofseh, ftihonen Ganzen Ah w'sxfy 
und etws den Lnfirumenten hie* und dort eine 
feu kleirdiclie, maTuetfrte Begleitung zugetheilt 
wiirde, wenn alfo Verkiiujkelung ftatfc Ktinjt, 
ZJebertreibuHg ' fiir Natur ' darin itatt faiide , to 
hatte inan allefdings Recht; und die Verftand- 
tichkeit der Mufik uhd ihres Z weeks zur poeti- 
f chert Bardellung^ alfo der reine Genujs und 
MffMur- 0er Opern mufstcr ficiier danmter lei- 



deny— Allein dafs unfere bafteii Opern,. voa 
einem Gluck, Reichardb (jxm, rvxc die le f 7.fte 
Olimpiade xu nennen) eto fo ii»d, das folLder 
kgrgltehe Anti^uarius 7 . mit feimer Granuaatak 
unterm Arin* wchl unbewiefen laflfen! 

0amit bleibt es indelTen doch richtig, dafs 
t. B. die Mufik der; Opern von Grauti und 
Hc$e f diefeh deutrcben Amphionen, ehemals 
Jtehr wirkte, wft-, |eder geftehen mufs, der tit 
gehort hat. Und davon war gewifs auch die 
Art ibrer Bearbeitting mit Urfach. Penn e$ 
herrfebte darin aufseru begreifliche Ehifachheit 
und Klarheit. Diefe tremche Eigenfcnaft war 
ein Giiick fiir das grofse Pablikum, das mehr 
nicht, ais diirftig empfinden und ganz gemein 
geniefsen kann. ,. Wie ^nigQ i»nd, die das mehr 
Zufanmiengefetzse untf Kdrni&e dei reinen ho* 
fxerri Kunft und das HervorureDehde und Grofse 
im Gliarakter yerltehen und fallen s was niaa 
nicht/ ahders y#Magi als wenti man Gefuli| 
des wahreii Sch5ne.h hat , afthetifche iwecke 
kenht, liVid tteiikt tuid iv&ijfOr, was zur Saclie 
gehort! — Wehig wariri jeii^nJfchUchten Qpem 
z^rriiten und ajles ftromte in Einem Gafs da, 
her '^nd war ait^J^ititt^ kalkuUrt; es ill wahr. 
Ab<sr wie fehf #ur^en ^e tins jetzt dennocitt 
erifmden tijftd lahgweilig vdAdinnlen , weg^n 
ihi'er ewtfgen Mon6t6nie\ urid welt faft aUes 
iiber Emen Leiften getchlagen war tind Eirtl 
Generaiform halt?.!' - * 




ter 

felbli aucn, AJicnter , auemai vm yieiq urad© 
haher'flehen muilen , ats ihr JZeitalker , das He 
zu fich heraut zlehen follen; wei? nnfre grii- 
feern Gehies emen* dteifteri Plug aberden-trau- 
?%en f feelefilofcn KiinftfcbJcndrwn iiirtyregneh- 

h 



£"f*#jr:*5---'--"f-.*s^ 



spen, und, ftatt das Herkonuiier) t und die angft- 
iiche Schulmethode , lieber die an Regeln uner. 
fchopfliche Natur felbjt, \vie fie fich in den 
Empfindungen und dem rein en Geifte der Men- 
fchen und am mehreften in ihr em, eigenen Ge- 
nie offenbart, urn Rath fragen. 

Attain* warum vielleicht, die Opernmu% 
in BeiUn jetzt minder, als eaemals efFettuirt, 
davon giebt es noch andere wichtige Urfachen, 
wovon zum Befchlufs die£er Sache das nach- 
Jftemal. ^ . - J ' ' . ; ' 

JDemoifdle Schmalz, ., 

hat feit^ einiger Zeit , auf Befehl unfers kunljU 
liebenden und fur Seine Perfon gewifs die* 
deutfche "Ktmft befchutzenden Konigs, bei 
Hrn. Kapellm. Naumanri in Dresden niit gu- 
tem Erfelg ftudirt, rind; rriufs und wird, das 
noch fernerhin thun. Da Sie bei ihrem Hieir- 
teyn r— Ihr war die erfte llolk ? in Proteftlao 
ton Hrn» N. zugedacht -r fehr brillante* und 
gearbeitete Bravourarien fowehl, (unter andem- 
die fchjcine. Arie von N. Frena Viilfano ardire, 
die fignora Marchetti jriicht hat fingeri : wollen, 
oder ^lehnehr konnen) als auieh fcTxwere &da- 
j^io's , fo wie Sacheri iri ! ieichterin carizamren- 
«Msni "{ftetfjH "% wiewokl nicht 6£fentlich , gefungerx 
hat, ib w^fet es Vlelf Ked. , dasPubl. auf dies 
taleritvdtle. Madchen ^ das Gottlob noch kein 
WirtUoffAherz hat tuid hiemals audi haberi 
mufsl aufmerkiam zu machen, und in Ihr un- 
ferm Vaterlande dereinft eine grofse Sangerirr 
va -verkiinden , falls Sie im . FlelTse ' To, fbrtrahrt, 
wnd fowohl den gegenwarfigen Unterricht fer» 
ner benutzt, als fl.ch der,cinft noch auf Rei- 
&n ausbildet. , ,' r ' " " * _ l ' ' ■■■ \ 

Hire Stintme hat ungewdhnlichen Ifrnfang, 
(vom ungeftr. g bis zum dreigeftr. g), ift voll 
und klar , und gariz dem Theater angemelTen. 
Sie vertrSgt das Anfchwellen bis zur aufserften 
Starke , und iafst ilch wieder gVeichfain in leife 
Faden ausfpinnen; wiewqhl, Dem. 8. iri Ab- 
Acht des zarteri, lulseri* 1 Tons 'bei empfindungs.- 
vellen Sachen noch etwas thun mufs. An Fer- 
tigkeit, die yorher fchon lelirgrofs war, hat 
ie u,brigen8| To wie an gutem Kunftausdiruck 
und Vortrag iherklich gewonnen. 

;, Es ift aber b^illig*. hier auch des Hrn. Kam- 
m'ermufikus. Ktimiegie far mcht zu: vergteitcn, 
far bis dahin ihr Lehrer war, und wtn Wejh. 
jS. die erften Tind gr6ftten Ve>dienfte hat. ' . 

JPaHr den 8^/ien Januaf. Bei dem prach- 
tigen and riiiirenden Leicfceabegangnifa d<» 



vom Fans ermordeten MitgKedes ttes National- 
Convents, Le Pelletier def St. Fargcau, ift die 
Trauermufik von Gojfec, 3Ieffe des Morts auf- 
gefuhrt worden, die in der neuen Berl. Mufik- 
^andl. . in Partitur fiir 8 llthlr. 18 Gr. zu ha- 
ben ift. " 



' k Mrnft Pphlf. 

TVaiviar. Hier ftarb am 7ten Dec. J792 
der hcrz^gk Kapellmeifter E. PP. PVolfm. dem 
58ften Jahre feines Alters. ! Olme grade ein 
groJses Genie zu feyn, verband Wolf doch 
jnit gutem Talente viel Fleifs und Kenntnifs 
in der Kurift. Seine Klavierfachen find in gu- 
tem , a'chten Stil gefchrieben ; in feinen Ope- 
retten ift Kraft imd Gefang, wiewohl weniger 
iicht komifche ^aune; was ihm aber die mei- 
fte Ehre macht, ift ifeine vprtrefHche , in ach- 
tem Kirchenftil gefchriebene Ofterkantate. . Als 
Theoretiker und Schriftfteller bedetitete W. nicht 
viel; er verftaml nicht .zu fchreiben, war zu 
wenig philofophifcher Denker und deshalb ift 
fo viel Mangel an Pracifion in feinen Schrei- 
beirejieri. Die kleine mufikalifche Reife ift fo- 
gar erb-'ivrnlich. 

', j« 
G^meimtfuzigt WtuJtkAh Anjlalt in Ndrd* 
* . ' ' lingen. 

Nordlingert. Der hiefige Magiftrat hat bei 
der Schulverbeflerung auch auf di6 Mnfik Rftck- 
Gcht genommen, und zur Erlernnng der Inftru- 
mental nufik eiaie eigne Gelegenheit «rfifnet, wo 
die fiShrgftert Schiiler unentgeklich Unterricht 
bekoimnen. Der Anfang- mit den Geigen ift 
bergits. durch , unfern gelchickten Mufikdirector 
riirn. ffipptifck, g<imaqht und : zu niehrerer Er, 
munterung fiir die Schiiler find auf Koften de* 
Pflege yier, Geigen , eine Bfatfche und ein Vio* 
loncell ganz neu aneefehafl. worden. Auf diefo 
Art wird auch nacbftens fur den Unterricht in 
blafenden jnftr-imenten und , fur dieHerbei- 
(ckafFung derfelben Sarge getragen werden. So 
wi^d es in einiger^ Jahren dahin. konamen, dafa 
wir nut lauter hjefigen ZjigUngen eine; zienu 
lich vollftimimge Mufik werden aiufuhren kpn» 
iien. Als yorzuglicher Befofderer diefer Sache 
verdient unfer^wiirdiger Herr Biirgermeifter 
von Tralltfch genannt zu warden. Wetn es 
bekannt ift^ welchen Einflufs auf Gefchmack 
und Sittiichkeit die Tonkunlthaben feann, wird 
diefe Anftalt fiir unfer ,Lycemn gewifs nach 
Wurdenj.au fchatzen, wiffen* 

(Die Verlagshandlung diefer Zeitung er* 
bietet Mk dieter gutexi Aaftalt ailerlei ilir dien. 



Jiche Inftrumentalfachen zur Abfchrift zwkora- 
men za laffen, nnd von denen fur fie paffen- 
den Verlagsartikein e'ua Exemplar unentgeltlich. 
zu liefern, wenn inan dazii den Weg der 
Ueberinachung angeben will.) ,. ^ .„».-.._■.*. 

Eine prima JDowia in Spanien. 

•': Ancjteres Land,,andere Sit&n! Laut einem 
ganz neucm Reifebefchreiber durch Spanien, 
iergriff wahrend des Gefanges, sine prima Don* 
na, die, wie das nicht anders feyn kann, eine 
Kduigm auf deni Theater vorftellte., den alten 
traveftirten Premierminifter beiiu ehrwiirdigen 
Schnurrbarte ; einem andern Minifter gab fie 
forderfamft eine Ohrfeige; wieder einer andern 
hohen Staatsperfon rifs lie die geheimnifs voile 
JJeriicke voni Kopf und fetzte fie einem drit- 
ten auf, bliefs wiederum ihren Handfchuh auf, 
und ftrich dainit einer Hofdame ins Geficht, 
und nahm einen Abt beim Hals und umarmte 
ihn offentlich. — Welch herrliche Virtuofen- 
laune! — Und das alles ward, fagt der Reife* 
befchreiber,yie///- beklatfcht, und fcheint fich 
daruber zu verwundem. Als wenns bei una 
nicht ungefahr eben fo herginge! 

Herr Taujch, Virtuofe auf dern Clarinet. 

Da,s Benefice- Concert, das unlangft, /for 
den braven und oruhinlich bekannten Virluofen 
auf dem Clarinett, Hrn. Taufch, Kammermu- 
fikus bei Ihro Maj. der reg. Konigin v. Preu- 
fsen, gegeben ward, war fehr glanterid und 
anachte der Gefch\cklichkeit der rferren- Taujch, 
Haake, dem grofeen Violinjpieler* und Hrn. 
Miner, Konigl. und inehr als das, wiirdigen 
Fajottiften voriugliclie Ehre. 



- regq. de Saxe-Gotlia par A..E. Mutter* 
Qeuv.S. a. Offenbach chez Andre. (In der 
neuen Be*!. Mufikh, i Rthlr...ia Gr.) 
Sie fordern - geubte Spieler; unterhalten ange- 
rrehmimd geben zugieich zu denken. 



Auf- die von iriir bereit3 angekimdiete 
Sammlung ' Vsichter Clavierlieder , die mm Be- 
ften einer bedurftigen Famitie von mir heraus- 
kommen foil, und wovon ein kleines hier zur 
Probe des Stils der iibrigen gegeben wird, kdiv 
nen noch bis Oftern 16 Gr. Prim, oder auch 
Subfcr. angenommen werden in der n. Berl. 
Mufikh., in der Akadem. Kunft -- und'Buch- 
handlungt bei Hrn. M. Dir. Turk m#alie, oder 
bei 

dem Hofr. Spazier in Berlin. 



Angezeigt und empfehlen zu werden ver- 
dienen: 

Studienjur Tonkunjller und Mufikfreunde, 

welche <len Jahrgang der imtfikal, PVochen* 
und Monatsfchrift enthalten, deren Heraus* 
gabe die Herren Reichardt, Kunzen und Spa. 
tier beforgt haben, und deren reicher und 
mannigfaltiger Inhaljt zura. Aufbewahren tmter 
dem obigen Titel beifichtiete. (Koftet in der 
neuen Berl. Mufikh. 5 RthTr.) ♦ 

Femer rarer Vorzuglichkeit und der bra- 
ven , kraftigen Arbeit wegen : 

Trots Senates pour le Clav, ou P. forte cenrn. 
*t deMees a S. Z. $. Mad. la Euehejf* 



Mufik zu Gbthe's Pferken, von Johamt Frie- 
drich Reichardt. 
Die meiften Mufik freunde , die fich fur 
die Herausgabe diefes Werks interefliren, wi'm^ 
fchen , dafs mit der fehr beliebten Compofition 
von, Mvwin, mid Mmira der Anfang gemacht 
werden mogo. Wir machen deshalb tjckaruit, 
dafs der erfte Band diefe Operelte im vollftim- 
digen Klavierauszuge » der auch die Recitative 
liefert, enthalten und zu Oftern ohnfehlbar er- 
fcheinen wird. 

, Da der Band dadurch aber wenigften* dop- 
pelt fo ftark wird, fo Jbetragt die Pranmneifa- 
tion zwei Thaler in GoJde, 0er Ladenpreifs 
wird nach Verhaltmrs der Bogeniahl merklich 
erholiet werden. Aufser der untette4eh«eteri 
Handlung nehnien die meiften anfehniichei> 
Kunft - und Buchhandhmgen Prinamcration 
an. Jeder Kunftfreund, der Lull hat, fich d»- 
fur zu bemiihen, erhak das fechfte Exem- 
plar frei. 

Die neae Eerlinifche Mufikharulhirtg- 



Auf das drittc Stuclt von ReicTi3rd«^ Caci- 
lia, welches zu Oftern ^795 drfcheinen foil, 
wird bis dahin in der neuen BerL Mitftkhmtd~ 
lung*\ Rthlr. Prannmeration angenontmer. Die 
Priinumeranten erhaltert beim vierteft Stiids <te* 
Bild der Cecilia Von Domimctiino in einem 

£ten Kupferftich als Zug^e nnd IWiUktcttjs 
t vierte P-^^o^wifew fic«L ' 



a- 



B a s M ifc d c h e a.- 

A«8 einer neuen Liederfammltmg, von Ca/7 Sp*%ief* 

■ m. . g i ■ 
Etivas la?igfam, und fiifs 
aw erzaklend. , fc jw . . » • *- , IV 




Ich weifs eirt Madchen; fchon, -(vie fie , ift 




kei-nes Wei-bes Kind. " Wbhl, 



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wohldemMan-ne doit und hie, der einft ihr Hern ge - winnt! 

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Z-: ; :jjs 



ich weifs, und wohl mir, dafs ichs wei&l 
fen M&dchen, fchon und gat. 
Ich finge nicht des Madchcns PreisJ 
Es iftsttt fchdn, 2xi gut. 

Ihr helles Auge ftrahlt cin Licht 
Worin die Seele wohnt; 
"86 lanter hat's die Sonne nicht, : 
*Und nicht fo hellrder Mond. 

Es ftberftroint, wie Sie gebeut* 
Mit bangem fflfeem Schmers! 
Und wunderbarer Seeligkeit 
Des 8ehe*s ganzef Hera «c. 



Doch Wort und Farbe jaahlet nio 
t)as Bild der Zauberin. ' 
Niu- Gottes Tochter, Phantalw, 
Stellr ei mir lebend hin.. 

Wehl mir, dafs ich rfa* Madchen weth 
Und dafs ihr Zauberbild 
Meitt ganzeS H«r* mife Dank und Profs 
Ftti jhren Schopfev. fttlltl 

Ich neun'euch diefes Madchen nicht 
Und was ihr attch mich fleht; 
Doch wifst ihr, weffen Iter* svaJk bricht, 
Wenn Sie najjffr nicht yerftohr, 



se 



BEELINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

BRITTES STUCK. 



Den SLjJien Februar 1733. 



tVoher der Mmtget an Effekt der Mufik im 
Her I. OperiUiaufe? 

Aufser dafs die gvten Sanger und Sangerin- 
nen in den Graunfchen und Haffefchen 
Opern in ganz anderer Schule gebildet waren, 
als viele der jetzigen es find, die wis mi t ih. 
ren hafslichen Schonheiten bisweilen zur Ver- 
zweiflung bringen, weshalb denn auch unfre 
Kapellmeifter anfangen, £0 zu fchreiben, dafs 
ihnen das Trillern und SchnorkeHren und Ca- 
denziren erfchwert werde ; aulscr dafs eine grofse 
Mara, ein kraf tiger Porporiuo, ein Comialini 
Miit Teiner fufs - fchmelzenden Stimme, in fei- 
Uer Jugendbluthe, das Theater verherrlichten 
und den Effekt der Mufik hoben p da wir uns 
jetzt, wenige ausgenommen, niit verzogenen 
Sohnen und Tochtem der Thalia behelfen miif- 
fen:: fo koinmt folgeudcs noch fehr in An- 
fchlag, wenn man die Urfach der verringerten 
Wirkung in unrermQpernhaufe beftimmen will. 

Tra'gt die innere Verahderung des Ge- 
baudes felbft, gewifs aber auch die grofse Un- 
ruhe des Publikums, dazu bei. Man wird fin- 
den, dafs die Mufik /ich auf dem Parterr (wo 
es jetzt iiberdem vorziigltch imruhig hergeht) 
imd im erfteu Range nicht fomlerlich ausninunt. 
Man hat wenig grofse und reine Eiuphndung. 
Gahz oben iit man fclion den Gottern naher, 
und hdrt, To wenig wie fie das tJnreine in 
dem Gebete der Sterblichen hot-en, eben fo 
wenig Uebelklange und Geraufch des Metha- 
nismus im Qrchefter; die Entfernung tra'gt die 
Tone fubliimrt hinauf. Vielleicht iit unter an- 
dern das darart Scliuld , dafs die Pfeiler auf dem 
Profcenio, die ehemals viel Refonanz gaben, 
Fort imd. Jetzt [ijhen Lwgen dafiir da,; die 
den Ton in ficb auf imd vorweg nebjuen.* 



fi) Der fchwache Bezug der Saiteninftru- 
mente und die diinnen Bogen, welche die 
heutige Spielart nothwendig gemacht haben, 
fo wie diefe felbft, die ziemlich merklich von 
der kraftigen, edlen Franz JJenda'Kchen Ma- 
nier verfchieden ift, mag nicht wenig dazu l^ei- 
tragen; fo wie denn auch manclmial der Man- 
gel des Lichts und Schattens, in Abficht des 
Forte und Piano. 

3) Der Piatz ift fur das zahlreiche Orche- 
fter zu klein. Die Spieler fitzen diqht auf ein- 
ander, und miiften alfo angfttich einer dem 
andern in die Tafchen fpiekn. 

4) Die Celliften fcheinen infonderheit zu 
tief zu fitzen ; daher die BaflV fo fchwach wir- 
ken, und die Tone unten zwifchen den Bei- 
nen der Artiften weglaufen, Und wie nucheern 
wird jede noch fo fchone Mufik ohne kraftvollen 
lials i — Aber fodann ruhrt der Effektmangel 

5) vorziiglich auch von der c normal Ldn- 
f f \on w*/: Stunden her, als fo tange die ft. 
lijlnfchen Opern gewdhnlich dauern; wozu 
man noch den vielen ungeheuren Spekta- 
kel von Gewittern, Ungeheuern, Kampflblda- 
ten etc. rechnen rimfe, die.er fall in jeder 
k-iner Opern aufs Theater bringt. Die Mufik 
kann mcht dnrch; denn wels Menfchen Sohn 
kann Hnnmel und Holle und die losgelafsenen 
Irampelthiere iiberlchreien? - Sodann mtiiTen 
che Saitemnftrumente eudlich unter fidi fchwai. 
ben, da hingegen die jetzt fo hiiufig gebranch. 
ten Blasinftrumcnte holier hinauf f»ch treibea 

?, n r ,. K c ?f hat audl lia turlich die Fotefc 
wals die Spieler ermiiden, und Towohl an Kraft 
•Jfl-nft *u'afb-eiteh verlieren; derm wer % 
aller Welt kann mit Vergniigen und Intereffe 
lemen Arm oder feine Bruft auf vier Stunden 



t# 



a» emen Poeten verftaaferi? — . Vni wo foil 
Cndlich 

6} das Feuer und der Nachdruck in den 
letztern Scenen herkommen, zumal wenn man- 
chen , fo aufserft fchlecht oder gar nicht ftefol- 
deten Kunftverwandten, Nahrungsforgen mit 
vor die. Bbhne begleiten?? Wenn die fclwnen 
Kiinffee dem, der- he ausiibeji foil , nichf atich 
niibzlich find, dann erwecSln fie fiirwahr fo 
wenig Enthufiasmus, als eine todte, feelenlofe 
Huldgotdn, bei deren Anblick wir erfrieren. 
~ Was foil alfo den wackern Mufikus, der 
ein paar hunrtert Thaler bekommt , Jbnderlich 
antreiben, den iippigen Sanger verherrlkheri 
zu helfen, der drei, vier bis fiinf taufend Tha- 
ler behaglich einftreicht, und denn natiirlich 
ganz Wohlgemuth feine paar Tone auf ihn herab 
gurgelt? -- Meine Herren, leben unci leben 
laflen! 

Dies find fo nngefahr des Red. unmafsgeb- 
hche Gedanken, die er einmal glaubte, dem 
Berliner Publ. auf obige niqht unzeitige Frage 
ausftellen zu inuffeu. Verfteht lien, Salvo 
meliori! .... 

Ein Kraptvort des mufikalifchen U. 
'* '■•" Luther. ■ 

Der ed1e, ; ofFenherzige Mann, fagte alles 
^erb unddreift; man mute fich an den Ton 
ieines Zeitalters* nicht ftofsen. - „Etzliche von 
Adel und Scharr+Hanfen ineynen, fie haben 
meindm ghadigften fterm (dem Churfurft von 
£achfen) -fahrlich 3ooo Gulden an der Mufica 
•rfpdret; indefs vertlwt man 3o,ooo Giilden. 
Kdnige, Fnrfien vnd Herren intiflen die Mu- 
Jitea e^biltenj denn grtvfsen Potentaten und Re^ 
gensen gebubret vber gute freie Kiinfte und 
Gefetze zu halfen. ; Und da gleLh einzelne, 
genaeine und privat-Leute Luft dazu haben, 
und fie lieben : doch konnen fie die nieht reeht 
crhalten* '* 

Luther* Schriften v. PValch* 



Alt-Hayerfchcv Kapeilbeftand. 

Albert V., Herzog in Bayern (im i(>t t 
lahrhundert) hatte in feiner Kapelle ia Bam- 
Jlen, 5 Tenofiften, i3 Altiften, 16 Kapellkna* 
ben oder Diskantiften , 6 Kaftraten und — So 
Inftrnmentaliften. (Sein Kapelhneifter in Mtin- 
cheii war, der beruhmte -Orlando de Lotto, 
■In gtt&tir Harmonift.) 

. jPrastorius in Organographith 



Herr Kapelhneifter Reichardt *) uber Hrn. Reg* 
hint's Oper Enea, und Uber Sign. Marchetti. 
Giebichenftein den isten Februar 1790.' — 
— — Wahrlich es gereut niich keinen Augen- 
blick fneihekleinj Reife nach Berlin gerade To 
geniacht zu haben, dafs ich unfers braven 
Freunde3 fleghini "Oper nodi zu Hofen b§ kam. 
Lange 4iafc-mir keine Theaternhrlik fo lftarrnich- 
fachen angenehmen Genufs gewahrt, als fein 
Enea» Grofse Effekte, ruhrende Scenen und 
hSchftangenehme' GeKnge haben niich ofterer,. 
als feit lange in irgend einer Theatercoinpo- 
fition nberrafcht urld 'ahgenehni geri'ihrt und 
umerhalten. Selbft die Tanzmufik, die italia- 
nifchen Co nponiiten fo felten gelingt, ift voll 
von fehr angenehmen und bedeutenden Satzen. 
Glauben Sie mir, 1. F. et wimfcht es niemand 
mehr als i'ch, dafs Berlin diefen braven Coins, 
poniften und rechtfehafnen, angenehmen Mann 
bald ganz und auf immer befitzen moge. > 

Ueberrafchenler noch als Reghiui's fehonie 
Arbeit — denn die fchatz* ich, wie Sie wilfen, 
feit der erften Scene von ihm f die ich von 
lhrer herrlithen Stinnne vortragen horte, gar 
fehr ■— uberrafchender noch fur mich war die 
Sign. Marchetti Fanioz^i % deren Stimme mir 
ehiuals im Zimmer das gar Tiicht zn verfpre- 
ehen fchien, was fie auf deni Theater fo fchdn 
geleiftet hat. Es ift eine vtm den ftarken vot- 
leri Stiuimen , die es in der Rammer gar nicht 
wagen , fich ganz herons zn laffen, und alsda'nn 
dumpf klingen, die aber im grofsen Raume, 
wo fie fich ganz ausgeben und ausbreiten k5n- 
nen, von grofser Wirkttng find. Sie fullte das 
gan/.e Opernhaus, ohne einen Augenblick zu 
Ichreien j welches fo ; oft der Fall bes Mad. "todi 
war, wenn fie ihrer Stimme die hochftmfigiichi 
fie Stiirke geben wollte. Auch. iff die Geftalt 
der Mad. March, weit heroifcher und theatre* 
lifcher und felbft als Actrice fcheint fie mir 
Mad. Todi, die doch von der Seite auch fo 
grofse -Vorziige hatte, noch zu iibertrcffen. 
Ich wiifste wahrlich fiir das grofse Opemthea- 
ter nis ein fchonere Enfemble gekannt zu ha- 
ben, als die Stinnne , die Geftalt und die Ac- 
tion der Mad. Marchetti formirt u. f. w. 

*) Diefcr Auszugaus einem Briefe an den Konigl, 
Sanger, Hrn. IFiJcher in Berlin, wir-d «nf Vet- 
Inngen des Brieffchrcibera felbJt eingeniekr. — « 
Hierbey linde ich liothig ein fftr allemal zn er- 
inuern, ilafs an meinen Urtheileu fiber Berlins 
Mulikfaclien, die immer einzelne Urtlieile blei- 
ben und keinen Menfchen zum Glauben verbin* 
den, Niemand, alfo auch nicht xnein Frennd, 
Hr. K. M. R.; den minrfeften Antheil hat, und 
tubcu Junn. Die Wahxbeii gewiunt nicht \oielir 9 



?» 



als bei Fieilieit und unpartheiifclier VergleicTiung 
der Urtheile mid ihrer Qrttndc. Whs alfo- Hr. 
X. M. R. kiinfiiv an Beitiiigeii zu liefern die 
Giite .haben follte, das loll, wie von jedem, der 
es will, init felh/r gew.ihlten kemitliolien odev 
tmkeuutliciieii Zeichen abgedmckt warden. l_)as 
TJebrige veiaimyorte ick alles oJine Bedcnken. 

Jtaf. 



National theater in Frankfurt am Mayn. 

(Aus dem Briefe eines Reifeiiden.) 

Das Theater allhier foil fich Ceit einiger 
fceit fehr verbeffert haben, aucb finde icb en 
bei weitem nicht fo fchlechr, ats man niicb in 
Mainz glauben uiachen wollte. IndelFen ift es 
doch wahr, dafs das Berliner unci Hamburger 
$chaufpiel einige Vorziige hat, die aber nur 
flnrch einzelne Perfonen bewirkt werden. Eben 
fo wahr ift es aber audi, dafs die Oper fieh in 
der kurzen Zeit grofse Vorziige iiber jene er- 
worben hat, und es bedarf nur noch einiger 
Sanger, befonders eines guten Tcnoriften , urn 
fie zu den beften in Teutfehland rechnen zu 
konnen. Ich war neulich in der JLiebe im Nar- 
renhaufey womic die Dem. Zuccarini debiitirte; 
iiir ward von dem Pnblico, das viel gerechte 
Vorliebe fi'ir lie hat, enrgegen applaudirt, und fie 
fang ihr Recitativ, wozu ihre fchone Stiunue fo 
viei beitriigt, unverbeiTerlich. Sie mufste auch 
ihre Arie wiederholen, obgleich das eine Zu- 
muthung war, die die Krafie mancher andern 
Sangerin iiberftiegen hatte. Die Oper ging 
rafch nnd gut. 

Seit einiger Zeit ift das Schaufpiel dureh 
die Gegenwart S?. Maj. des Konigs von Preu- 
fsen und vieler Groftren fehr brillant gewor- 
den, woniit die Hrn. Unternebmer nicht iibei 
zufriederi feyn miiflen. Der Konig verfamnt 
keine Oper, nnd ift fehr aufmerkfam. Er foil 
auch, wie es heifst, feine Zufriedenheit iiber 
den lebhaften Gang der Finale und der bra- 
Ten Execution des Orchefters geaufsert haben. 
Das Publ. klagt, wie denn das faft immer 
der Fall ift, iiber die Direktion und fcheint 
wait der Fuhrnng dea Ganzen nicht zn fried en 
zu feyn ; befchuldigt fie der Partheilichkeit, und 
bringt iiberhaupt Dinge Ton ihnen aus , die ich, 
noch zu fremd, nicht nachfehreiben mag; in- 
deifen follen Sie auch darixber noch Mehreres 
erfahren. 

Verlagsurtikel der heuen Bert. Mufikhandlung 
in Berlin. 

Cacilia, von J. F. Reichardt, 1. C. Stuck; jede» 
t Rthlf. Das dritte koiaxut aui Oileru her- 



ana. — ■- Diefes Werk en thai t Ausziige au? ei- 
nigen Feiner deutfehen , italienifchen , latei- 
nijehen und englifchen Cantaten und dem 
65 Pfalm, nebft einigen einzelnen edien Lie- 
dern uud Gefangen. Jeder Kunftfreund und 
achte Liebliaber der ediern Mufik follte nnd 
iniifste, wenigftens diefe trefliche Fragmente, 
zu feiner Unterhjltung una feinem Studiiua, 
befitzen. ■ ^r 

Muftkalifcher Blwnenjhraufs von 1792, 16 Gr. 
enthaft Gedichte von Gdthe , Herder , Got~ 
ter> Kqfegarten, v. Salis , Matthiffon, Hol- 
ty y Vofs etc., welche komponirt find von 
6iuck t Reichardt, Schulz, Kunzeu, Ruji etc. 

Eine zweite Auflage wiirde fchon etwas 
fiir die Gtite der Sammlung beweifen , wenn 
die Stimuien der Kunftrichter nicht fchon 
hinlanglich dafiir entfehieden batten , to wie 
fiir den 
Zweiten miipkal. Blumenjlravfs von 179^, wo- 
zu nmfikal. Blumen geliefert haben Gluck, 
Sc/tulz, llcichardt t Hiller y Kunzeti, Spazier f 
JVejfely, Gronland und Seidel. Koftet x6 Gr. 

Cavatina en Rondo: Mentre donni etc. nell' 
Opera Olimpiade, comp. di Heichardt. Klav. 
Auszng t|. Gr- 

Coro e Ballo pajlorale nell' Opera Olimpiar'.e 
comp. di Heichardt, Klav. Ausitig 4 ^ r * 
Marcia del Sacrifizio , Duetto: Va ch'io nna 
moro etc. Aria: Cara fon tua cofi etc. nell* 
Opera Olimpiade di Reicliaidt, Klav. Auszug 

%o Gr. 
Marches et Ballet de TriompT:e dell' Opera 
Brennus par J. F. Heichardt, Klav. Ausa. 6 Gr. 
(Die Fonfetzung folgt," 

Auch find in der neuen Berl. Mufikhaoadl. %\% 

haljen : 
Tm Sti h. PaiGello , Syinpbonie No. XX. Nea- 

pel. 10 Gr. PaiL dito, No. 14.. Venedig. 10 Gr. 

Salieri , dito-, No. 19. ibid. »o Gr. Sarti, dito> 

•ex D* oder dur ibid. 10 Gr. — dito ex C ibid. 

10 Gr* 



Anbei eine freundliche, liebe Romanxe 
Ton emein der zur Zeit gefchatzteften Kompo- 
niften in Paris. Die rechte Hand nxaS* blo» 
die ehifache Metodie fiibren ; die Eake beglei- 
tet. Zn wfmfchen ift, dafs diefer fchone , an- 
ziehende Gefang, infonderheit von alien fufsen 
Stiirtmen der Weiber und Madchen gefungen 
werde, die fich nicht fchaaaen, franzofifch za 
fingen. ^' 



1ft 



Romance d'EJftelle par Mr. de Florian, compolee p. Mr. Trakclet. 



Tendrement. 



I* 



i 



el 



p. *— £^4 B _ J, 



HS^ 



^ + - 



l^^llfe 



& 



:3zSfi!zdfct 



Que jaime, a voir lea hi . ion -belles a ma fe - ue 
ve- - nir m' 



tFff 



a—z.. . 



tre tous les ans , 



'appor - ter des nnu-- veiles de Ta . pro-che du douxprin- terns! 

Q_^« rV <^> ^ «S 






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Le me - me aid, me di - fent cl - les i-a 



J^sftsz^Q"*- 



re - voir, lcs me - mes amours ; ce 



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• ■ — — .— + ' — + — -f 1#— - __ — i , 



i 



n'efl qn|A des. a - mans R 



Que j\iime a voir les liiroudelles 
A ma fenetve, tous les ans, .* 
Veniv , m'apporter des nouvclles . 

Pe Papprochc* du doux printems 1 
La merne aid me difent ellcs * . 
Va reyoir lps, menies amours; 
,Qe n'eik qu'a ,des ainans fideles 
A vtms annoucer les beaux jours. 




les beaux jours. 
t- 



Lorsquc les premieres gelees 
Font tomber les funillcs des bois, 
Les liiroudellcs raflemblees 
S'a ppellent toutes fur les loirs r 
Parlous, parlous fe difent elles, 
Fuyons la nei° j et les autatu. 
Point d'hiver pour les coeurs fideles 
lis font toujour* dans le print cms. 



Si par malheur dans Je royage, 
Victime d'un cruel enfiutt, 
Une hiroudelle uiife en cage 
Ne peut rejoindre fo.n aniant ; 
Vous voyez mourir riiirondcllo 
£>*enuui de douleur et d -amour; 
Tamils que fun anj.att fidele 
Pros de la meuri id metue jour. 

' "■■ fi — M i l ■ 



KH 



iiiii mi i n i 



BERLINISCHE 



MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

VIERTES STUCK. 



Den zten Mar^ 1793. 



Zur Lebemgefchichte des Verftorb. Kapellm. 
Kraitfe in Stockholm. 

Kranfe (der zu Stockholm den 21. Decbr. 1792 
ftarb) war ein Bheinlander und kam durch 
einen befondern Zufall nach Stockholm. Ei- 
nem jungeh Schweden, init welchem er ftu- 
dirte, h.atte er eine anfehnliche Summe Gel- 
des geliehen, und a Is diefer von der Univerfi- 
tat abging und nicht Geld genug von Haufe 
empfing, um feine Schuld an K. zu bezahlen, 
Jberedete er ihn bis Hamburg mitzureifen, wo 
"er hofte einen grofseren Wechfel zu Hnden. 
Sie katuen zufaniinen in Hamburg an, fan- 
. den aber den erwiinfchten Wechfel nicht. Nun 
beredetc der Schuldner feinen Glaubiger, ihn 
bis Coppenhagen zu begleiten, wo ihm das 
'Geld nicht fehlen konne; audi das' gefchah, 
aber an ch dort fanden He kein Geld, und io 
beglei'tere K. feineh Freund bia nach Stock, 
holm. y Da gefiel es ihm iiber alle Erwartung. 
Der vortrefliche glanzende Zuftand der grolsen 
Oper entziickte ihn, und rift ihn ganz zur<Toii- 
kurft bin, die er bisher nur als Dilettant ge- 
trieben hatte.. ' Er wurde dem Konige bekannt, 
tmd diefer Hefs ihn nach>Italien reifen, um 
£ch in der Kunft jganz auszubpden. Als er 
Italien ganz durchzogen und in Auffuchung 
und Studirung alter Meifterwerke , und Anho- 
ruiig neuer lSlannichftltigkeiten, benutzt hatte, 
jkani der Konig felbfl nach Italien und mit ihm 
reifeie Kraufe, der clamals fchon den Titel und 
jGehalt ernes Kdniglicheii Capellmeifters erhal- 
ten hatte, yon Rojn zuriick, bis nach Wien. 
ttort hielt er fich auch einjge Zeit auf, und 
tend upri. mancher Seite mehr Kunftnahrung, 
als er;in Italieo eefimden hatte. Von dort 
gijnget wieder auf Koftcn desKdnigs nach Pa- 
ik, wo er einige Jafcrc blieb, luiuue Theater, 



beronders die in ihrer Art ganz einzige grofffl 
Oper, griindlich zu ftudiren, und in. alien ih- 
ren Theilen genau kennen zu lernen. Er ar- 
beitete dort .auch eine fchwedifche Oper aus, 
nut der er, bei feiner Zuruckkunft, gleichfam 
feinen Einzug hielt. Befonders glticklich hat 
er feit dem fur die Tanzmuiik gearbeitet. 
Seine Mufik zu dem groften Ballet: Amphy- 
trion, ill auch famt der Trauermu/ik auf den 
K8nig von Schweden in Stockholm geftochen 
worden. 

Was ihn mehr noch, als fein Kunfttalenfc 
alien, die Ihri kannten, lieb und wehrt mach- 
te, war fein biederesredliches Herz,. feine ein- 
fache zwangfreie Lebensweife und fein gebil- 
deter Gefchmack. Diefe liebenswiirdigen Ei- 
genfchaften machten ihn zu einem der ange- 
nehmften Gefellen, und zum treueften Freun- 
do fi'ir alle, die fein Herz befafsen. 

J. F. R. 
, Enviii und Etmire. 

P ie f Gdtkefche Singfttick, wofiir derKom- 
ponift deffelben, Hr. K. M. Reich ardt ganz 
yorzugliche Entpfindung gehabt zu hahen 
fchemt, und fiber deiTen Wereh das grdfaere 
Publikum bald felbft wtrd urtheilen kWnen, 
fofern das nach einem Klavierauszuge audglich 
ift, ward in einem. Benefice -Conzert ft'ir Mad. 
Bachmann vor einer grofsen Verfammlung in 
Berlin aufaemhrt. Die Theilnebmung an rtitf- 
fer einfachen und empfindungsvollen Mufik 
war allgemein, und fa ft wurde das horzige 
Lied ; Em fTeilcJicn auf der-fPiefcJland, vol* 
.dein feeligen Haufen init ang<jftirtur.t 
,:...:. Uebrigem ift des Schdnen !d«4n zu viet 
wm hier vprlMufig -davon ^ etwas auszuzeichneti 
Das heutige Mufikftuck, .#d von aus Mangel en 

D 



»4 

Ramn die Begleitnng in ,die Singftimme hat 
gedrangt warden miiifen, und das mit vizier 
Empfindiing und Zartheit vorgetragen fcyn 
will, ftehe als kleiner Vorfchmack des Klavier- 
auszugs da, auf den noch in der naieii Berl. 
Mvfikhandl. 2 Rtblr. in Golde Priinum. an- 
genowmien wird. 

Koncertniufik in Caffel. 

Caflel, den naften Dec. 1792. Wir haben 
leit einiger Zeit eine kleihe Gefelirdiaft italic 
nifther Sanger hier, die ein Konzert auf Sub- 
icription untemoflnrren haben. Die Perfonen 
diefer Gefellfchaft find: 

Herr lA 'f lni > der fogenanme Maeilro der- 
lelben. Er hat uns neulich ein Motetl aufge- 
fiilirt, welches, wenn es wiuklich von ihm 
iit, ihm Ehre macht. 

Mad. Lnfinif feme Frau, prima donna. 

Ibre Sriuuue ift nicht von befonderm Werth, 

,wenigftens ift fie meiftentheils in der Tiefe 

etvvas heifer j ibre Manier aber ift fehr gut, 

iund fie fingt mit Fertigkeit und Gefchmack. 

Mile, yimiciy ibre Schwefter, ift «in jun- 
jges Madchen, das im komi fchen Fach viel An- 
iage zeigt. Das befte Mitelied der Gd'ell- 
Jfdiaft ift , 

Herr Bartolini, ein fetor braver Contral- 
•tift. Seine Sthnme ift fchon, am fdiiinften in 

der Tiefe, und erftreckt fich vowil^oderirbis 
zmn f des Tenors. Er fingt mit vieler Fertig. 
Jteit, und dem ausdrucksirolleften Vortrag, und 
ift — wjti. hei Caftraten nicht alltaglich ift — 
tin braver Mufikus. 

Herr Galleui Stage Bafs, hat aber atafser 
einer .fchftnen Sthnme wenig .mufikaliiches 
Verdienft. 

Diefe Gefellfchaft erwavtet nun noch einen 
Tenoriften, van audi Operri zu geben. Ver- 
«iut hlich wenlen fie ' einen gewiffen Mujfini 
bekommen, «ler fidi hie/ voriges Friilqahr tnrt 
dcua grofaten BeiLwll hdren liefi. Obgleidt fei- 
ne Stimme nicht von den beften ift, fo began, 
berte er doch jedermann durch fcinen ge- 
fchmackvollen Vortrag. £r fpielt zugleich die 
Geige fo, meiftorhaft, dafs man nicht weifs, in 
w.ekhem Fach .man ihm- den Voraue geben 
foil. An feiner Frau vriirde die Oetelffcnaft: 
wenigftens eine fchone feconda denna erhal- 
£en. ■*-., Unfer Konzert hat tibrigens feit kur* 
zero an Hm. Couriiou, einem trefiichen jun- 

fn, Violiniftenj der als Concertineifter nach 
reckt gekommen ift, einen empfindlichen 
rJuft etUtten. Gluddichexweife haben W?r 



jetzt unfern braven Herrn Concertineifter Ro* 
dcwaldy der dem Erbprinzen nach Marburg 
gefolgt war, wieder bei uns. Er ift die Haupt- 
itiitze unfers Konzcrts. 

Mcrhwiirdige judifche Sehavfpielgefellfchaft 
in Amftierdam. 

Amfterd. den 5ten Januar 179s. — Was 
mir, wahrend meines Aufenthalts in Amfter- 
dain, am meiften aufgefallen, ift eine Schau- 
fpielergefelHchaft, welche Singfpiele in dent- 
fcher Spradie auftuhrt, und aus lauter Perfo- 
nen Jiidifcher Nation, und z war, bis a til' ei- 
nen einzigen Deutfchen, blofs aus gebohrnen 
Holliindern befteht. Diefe Leute, wekbe wo 
der ziun Theater erzogen, noch auch zum 
Theil hinlanglich mufikaiifch, oder der Deu> 
fchen Sprache vollkommen machtig find , ha- 
ben es demohngeachtet durch grofsen Fleils U> 
weit gebracht, dafs fie die fchwerften Opern 
ganz vorziiglich darftellen. Ich babe z. B. von 
ihnen den Talisman , diefe wirklich fthwere 
Saiierifehe Oper fo gut auftnhreu gefehen, dafa 
keln Hoftheater fich deflen zu fdianien gehabt 
hatte. Vorziiglich brav executiren fie die Fi- 
nalen und Chore. 

Die erfte Sangerinri, Dlle. Mariane Schnitz- 
ler y welche auth zuweilen Soubirettenroll^n 
fpielt, und der erft« Sanger, Nahmens Boas, 
zeidmen fich beide dutch brave Action, gu- 
tes mufikalifcbes Talent und fchQrie Stinune 
aus. Befonders wiirda die erfte eine jede deut- 
fche Biihne zteren. Anch find drei Schweftern. 
derfelben, und ein aus Deffau gebiirtiger Scbau- 
fpieler, deflen Name mir entfollen ift, der Be- 
merkung nicht nn werth. 

La Papeffe Jeanne; opera comique. 

Ber Moniteur gedenktin etnem der leta- 
ten Stiicke einer neuen koini fchen Oper: la 
Papeffe Jeanne, die wohl auf das Kapjtel des 
Tagest Priefter)ieiratli iwit luftigein Scheie 
losgeht, tmd atif dem The'atfe de la rue Fay- 
dean gegeben wird. Sie foil artige Couplets 
enthaken, worin das tiebesgeftandnifs einea 
•jungen Madch«n3j .ibres Iiebhabers und ihref 
alten Mutter vorkcimmt. Indeifen, ohne grade 
fiber die Moralist diefes ^irizen Sujets etwas 
zu beftinunen, fagt der Mon. dafs mandarin 
unter grofseh Tiraden uiid, dem Mangel an 
Handlung, dehnoch niddliclie Volksgefa'nge 
(Faudevmes and Couplets) ieichte Amiiuth 
des Sills und foviel Aufwand* von Genie an- 
treflFe % da& man auoichtie die Stelle bedau- 
refi EluiTe, wo das alles fid fiB<fet, 



i;> 



ffie'atre itatien in Paris. 

Dies Theater giebt eine neue Operette: 
Gm&vicve et Jean , die. fehr peitb an interef- 
fantem angenehntetf Detail ift, und eine fehr 
reizendeMufik hat; uad fo lun To viel ficherer 
aligenieincn Beii'all findet, da Zuge von Grofse 
der Seelen, von Wohlthatigkeit, Patriotismus 
und Grofsmntlj 9 faft hmner fichre Wirkung auf 
dem Theater thun. Vide Stiicke vol! Empfin- 
ihrag und Delikatefle werden fehr tipplaudirt, ' 
wiewohl ihr Ausdruck fiir den Character der 
JPeiTonen oft zu geTucht ift. Die Mnfik ift 
durchaus fehr angenehm. Der Gefang erhalt 
fi(3i durchgangig , und vverin eins daraa zu trf* 
delfi ift, To ift es dafs er zuweilen zu lang und 
Kit reich ift. Die lnfti mnentalparthie ift fehr gut 
gearbeitefc, und voXl neuer Ideen. Sollier., em 
ganz vorziiglicher Schaufpieler diefes Theaters, 
HI der Compohift. Das Gedicht ift vom Ver- 
raifef von Paul und Virginie, deffen grofse 
Wirkung aJlg&nein bekannt ift. 

Herr Kirmair, Klavierfpieler. 

Obgleijch nur Dilettam der Mufijlp d^wiodi* 
venHent Hr. K., der iich in einem Konzert* 

Sir St. Paris in Berlin nut Beifall horen liefs, 
irie ehrenvolle Ailzeige. Er hat feltene Fer- 
tigkeit un4 Feftigkek der Hand; befonders in 
fortgehenden DoppeJintervallen f Octaven, Ter- 
pen »*c. tiggt xkiit Pracifion und -Gefchmajcfc 
yo.r, jind fetzt auch gar nicht iibel, obwohl 
ieinen Kompofitionen , nach den Proben zu 
uflheilen, fnorh dermalen die fikige* fprciig* 
Ortbiimg und gehori<re Oekonov{ie ^oiaentheiU 
fehlt; :.jB8 afbeitet darin zu vielerley durcheinl 
ander. -"Wa^ffdieinlich brihgt Hr. K. hints $eift 
Genius der' Zeit Potpourris und Varjationen, . 
Y»* die iiber Ascuta Jeannette, zum Opfer darJ 



Frohe Lieder fiir deutfche Manner niit Melo- 

dien von Joh. Friedr, Reichardb 4- ^ r * 

(Ein Verfuch in Liedern iiu Volksfon in 

frolien Gefellfchaften ohne Begleitung zu 

fingen.) 

Liebe nur begliickt, ein deutfehes Singefchau- 
fpiel von Joh. Friedr. Reichardt, yon ihm 
felbft in Mufik gefetzt, der Text 8 Gr. 

Ode auf die Genefung der Prinzen von Preu- 
fsen von Jph. Friedr., Reichardt ; Clavier- 
auszug 8 Gr. 

Auch find in der neuen Berl. Mufikhandlung 
zu haben: 

Im Druck: Ariswahl der vorzuglichften Arien 
und GeTange aus Dittersdorfs Oper : das rdthe 
Kappchen, im Clavierauszuge von Schniiedt 

-s.Athlrv 

Zwelf Angl. in vollftimmiger Muflk niit Tou- 
ren nach Dittersdorf9 Oper: Hokus Pokus, 
Qiler; das Gaukeifpiel. i JUhlr. 

Zwanzig dito nach Aeffelben ©pert das rothe 
Kappchen l'Rthlr. 2 Gr. 

JjSibulka , vierzehn deutfche Tiinze fiir das Cla- 

^.vier ...' < ' 6 Gr - 

mincer 1 , 3W|prHfe MaTfche^deri K^nigh 4>Vettfs. 
'Armee, fiirs Clavfer * . i5.Gr. 

StmgcL, (C L,) fiinf neue vieiMiiiuiige :JKfir- 
chengefange . ., , 6 Gr. 

Jfitthaucr (f. G.) fechs Clavierfon. fiir Liebha- 
ber und angehende Clavierrpieler, 2te Samin- 
lung; ' . . ..." * t Rthlr* 

JmSetetrr - Tomich, 5 Son. for the P. F. or 
Harpfichord^ the firftf wi^i an ace. for a Vio- 
lin obligator the .others, without. London 
j * ! ' a Rthlr. ia Gn 

Hodermann, 2 Sim* p. 1. P.JF. ou Clav«c.f lsi 
fida. av. un Violoh oblige, op. 9. Atiifter-* 
daii> , ; t ■ % B.thlr. 16 Gr* 



Aiiffolcende beulen^u"Oftem herauskomineii- 
:: Msl Ws&te wira in: '4er.nmsQ. '.*«»?•. M « J 1 ** 

big^dahin Pranunxeration angenoinuien : 
^iip^n vClavi^iawizif^ der* 'Operette: Erwin 

Gem ^4nii|ifc a Hfchen^unl!bn4^ 



&erhtgmr£jkel der nenen Bed.MqfiMmuffw£ 

v_^' in Herlin. 

F o r t f e t z u n g. 



jegebe 
— Ein-Anszag aus dem -genalfnteh Wefkej 
auf Schreibepapier • r , , ia Gr. 

auf Schweitzenpapier ' 4 8 Gr. 

TSHKmclis-Canai&iV^on fojUthiaj Gandhis, 
rdtedMufir gefefet mifJtik.medn.MeicJtwm, 
--eiavteraiisiug - -. * - -jg 0jr- 



* hm* :.:% Ktftlr. in GoUe. €ollekteurs erhaU 

ten da* 6te Exempl. frei. 

A»f -da8,fiEitte,i»gtuck von, Reichardt* Cacilip 

.. J.Ml r ' Prapiuneranten erhalten beiin 4ten 

Stuck da? Bild der Cacilia \on I)<nn£ui~}u- 



Druck f elder. Im 



no jn einem guten Kupferftidi ali 
mitt Kolletteurs das ; ,^TEx0mpt rlrd. 



±Hli r : AiTf? 8t ' *¥*$ ?' iR . *™ ^en tf *» Ptltftrina, Pergolifc erilcrer ^ arbeitete bios ftt» di» 
Kirche, da Italien noch keiae eigentl. Of«t bum, > t> J > ** 



iG 



Lied aus Erwin und Elmire von /, F. Reichardt. 



Un poco Adagio. 

fS ft 1 



mM 



5is9aEE; 



SiehmicliHcil*^ wie icli bin, 

■ 1 ' « fy 




me Siin -de - ria. 



Angft uni 



i^-s^ 



5K • Kum - m^r, Reu lirii. Scume**:, qualea die.fe? ar; . me . Iferz. ■* Sifch^l^k 






-iyTi.,.,ryd (|%6 






vor dir lin -* vcr 




ilellt, Heir, die Scluil - dig - 'fte'der Welt', 




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die Schui '. ' dftg - ilf j der Wei/. 



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'ij-i |l | | ,n hJhm, I I ll ' ll'l f lil III I l" l" ' I li ' I i 't ll'i' I i ■' ' |- ' "l I I*" I l, ,^,, J lining, J , MI , || '■■MlnMi l i 



■+-C0- 



U"fT ',>'f v, ; Hi ' ■ j; j — 



(Die abrig«u.r8troahola''£eli« m GbetHe** Scluilten JB, % S. 580.} 



aft 



53 



BERLINISCHE 



M U S IK A L ISC HE Z § ITUNG. 

fukVte s stuck. 



4T30WI 



2?en 5^tn Mar i ij$3* 



Sekfanu Charakterijlik Sebaftian Backs, 
von Sehubart. 

In dein Probeftuck der Aefthetik der Ton|- 
kunft, was wis cierSahn des rerft. Sehubart 
in der deufcfehen Monatsfchrift (Jan. 1795) ge- 
geben hat, ill, aufcer mancher guten und wah- 
ren Bemerkung, yiel Schwulft^ Emfeidgkeit 
wvd _ deklflimt^iifche/j W^fenj wodurch kein 
Menfch kliiger wirrf wild die Wanrheit nie ge- 
liirktnfc. Zum Beweife , wclche Uebertreibun- 

fen, welche feltfame Urtheile der vcrft. Schu- 
_ art ? ein fonft talentvoller Bilettant, iiber urn- 
Ukal. Gegenftande gefallet habe, mag folgende 
Stclle ubw Seb. Bach hier ftehen. r 

„Seb. Bach war Genie im Jioohften Gra- 
4e; fein Geift fo eigenthumlicli , fo Riefenfor- 
»oig, dafs Jahrhunderf.e erfordert warden, bia er 
«nni*l erreicht wird. (I ft eftua.r Wahree darin; 
-dena er war ein grofacr Mann in feiner Art :, als 
Contarapunctift. Aber nun die Beweife?) Er 
fpielte das Klavier, den Fliigel und daa Gymbal 
mit gleicher -~ Sehflpferkraft , .mad in der Orgel, 
wr gleidit ihm? wer war j«; ifcm xu. vergjei- 
ohenT '■ (Nicht auch ein Frescobaldi , ; ein Jp«x- 
quini, <ein Couperin, ein Cleranibault^ Haii. 
dd t Oreen etc. etc*?) Seine Fault war gigan- 
tifch. r Er griff z. B. eitae Duodeziuae mit der 
linken Hand und- kolorirte anit den miulern 
Fingcrn dazwifehen, (AHb in der grofsen Fault 
*nd in Taufend - Kiinften beftand fein Riefen- 
wtfttgea?) £1 macule Laufe. auf derii Sedate 
thfe der aufaeirften Genafuigkeit; zog dip Regi. 
Aer ; fo nnnmSfMch: dutch einander, dafo der 
KOver Mt (iiber rde», Wirbel feiner Zaubereien 
*e*ftuik. Stint Fauft (iamner die Fauft!) war 
•rierniudefc mid uinphrieb allc ThciU der Ton* 

mtft uric mltwifihtr Kraft, (Wic ham mm 



denn alle Theile der Tonkunft mit dfer Hand 
umfclireiben? Sollte man glauben, dafs eijr 
gefclieuter Mann folche Dinge gefchrieben hi- 
'ben konrie?) Der koniifche Stil 'war ihm fo si- 
laufig, wie der ernfte. (Wer liat das Je iii w- 
haupten gewagt?) Er hat Tehr vielStiicke g«f- 
fetzt, fowohl fiir die Kirche, afc, fur die Kam- 
nxer; hber alles in Jo fchwerem StU, dafs feihe 
Sfiieke heufc zu Tage hocWl felten' gehort wer- 
'den. (^Das lafle ich niir Mufik feyn fur dfie 
Kanuner und die Kirche, die entweder kein 
Menfch fpielen kann, oder kein Menfch HfiL 
ren mag,! Aber fo gehts alien blinden Verehi. 
rem Eines Mannes oder Einer Schule; fie fe- 
•ften doppelt, und indent fie viel Hagen wol* 
leiiy fag&w lie ■:*-*. Wckta. ") . ':■ i 

Das JLonceri der Mitfikliethaber 'in^m^tu 
Dies Koncert, das nun fchoh einige zwaii> 
xig Jahre befteht, wird jetzt d^rigirt ran Hm. 
Kajtnmermuf. Bachmahn . und , dem ehemai. 
Margr. fichwedtfehen Koncertmeifter Hrn. H&m 
z<t. Die Preife find geblieben, wie .fie bei der 
«tiftu% waren; furdM einzelne Perfon Mth. 
1 Rtblr* , s xind fur, die Entree mit einer oder 
audi zwei Damen 2, R thlr. . ., , , , ■ , 

. . £s ftiielf rt , jetzt fgew#»njic|i darin concer- 
Urende Sachen; , a) auf ; ,dem Clavecin M*i. 
Bwhmamu W Clarmeft, Hr* - TmCcK c) Vio- 
line, Hr.,Mo/er, Hr. Geh. Sekr. Clemens t Mr. 
.Seidler \ und Malow , . tin feltener talentyol- 
lir Knabe, von mlf hhxm- 4) ^mtfeb^, S H». 
Semmler, e) ViolonceM^ ^r. Grojse. f> Fa* 
apt*, Ur, Jc!m>arz. g) Fl$!;e, H^ |C#«%, h) 
Hobqe, Hr. Grofse, der, Vajer. i) Horn, .#b 
Herren I^hmamp und Ricfyer, uhd k) Harfe, 
»% ^-q^. Auf dem Flugel accompagmrt H«. 
(jfiwrlicfi. '-,'■, • . ■ c. 



*8 



Sanger .und Sangerinnen find: Mad. Bach- 
mann 3 Frau Juftiz - Commiflar. Sebald, Dem. 
Sander; vom Nationaltheater bisvveiien Mad. 
Mutter, geb. Hellmuth , Mad. und Hr. Lippert, 
Hr. Ambrofch, beides Tenoriften ; Hr: M. Dii> 
Lehmann, Tenorift, und als BaJllft der Konigl. 
ganger Hr* Franz. — Von diefem Kbnzert ift 
bereiffi im Muf. .Wochenblatt und .in der Mo- 
natefchrift zum ofterh gefprochen worden.- 

Das Fliefsifche Koncert in Berfin 
halt Hr. Fliefs , von der jiidifchen Kolonie , in 
feinem Hauler Da hier aber auch der Ei'ngang 
bezahlt wird (monatlich fiir drei mannliche 
Oder weibliehe Perfonen i Rthlr. & Gr., alfo 
zu. fehr bilHgem Preife) fo ift es immer auch 
ate. 6ffentliches zu betrachten. 

"• Eo, fpielen darin concertirend da9 Clavecin 
llad. Pfulf, Mad. XeW und Hr* D. Fliefs; 
und auf andern Inftrumenten einige von den 
©hgenannten Herren. — . Sangerhinen find Dem. 
Suftmann, Mad. Fifcher und Mad. Lippert. 
Sgnger, der Konigt Baffift Hr. Fifcher, Hr. 
Jiurka 9 die Herren Lippert und Ambrofch. 

Es wird alierliand in dem Koncerte gege- 

*en, felbft iaaanxbAgrofses Stuck, mit verichiei 

dentlichem Erfolg freilich, wie dies uberali fo 

Ift* Abe? iihev AeirEffekt der Mufik ware War 

IreiHcn manches zii fagen , wie er z. B. vor all 

dim Flau'deriji und Scharrfufseleytreiben nicht 

Tonderb'ch feyn kdnne. Aber es mag diefer» 

halb der kraftige Spruch des~-ehrlichen Jefm- 

Sirachi Kap.,3<z, Vers 5 u. 6 hier ftehen, der 

Wdial uber itieh^eren; Rohcertfalen mit gro- 

Jkm .-,• Bttdiiaberi 1 angefchriebsn > ftehen folke : 

J&hd for* dicftpietteute nicht. 'Und ivenn man 

XJedar. Jinget, fo, wafcfre nicht darein; fori- 

stern f pare dime JVeisheit bis zur andern geitJ 

>*■■■■ : i ■-'■ -■' • ■■'■><■ . :ivi. ■ . L^ -:. .' v.: .,-1 ; : ■ • - 

Ueber die komifche Oper , das, Kd fich en mit 
defiiCtiffir^latCifi'a) you Sai(m. ; , 

Kaum hat eine kom. Oper erne fo atig*. 
iMint Senfetion in deni Berliner Pubixkitni ge- 
xnacht, a!s diefe* die auf dem KOhigl; Nat. 
Theater ztua erftenmal den fififten Febr. and 
•fchon Sfter gefcehen wbrden ift. Und daa mit 
*Hem ft edit* EmpfiiifdungSalsisdrtfcki: fufse ftfe- 
JNnde Melodieen , Fetier und Kraft , gliitlliehe 
ltdmfolMpn der j^uitafley auf" Thea%^feflfeKt 
kalkuhrteS Enfemble , kiihne tibern>ichehde, 
^iewohl ungezwungsne Uebergarige , Full© der 
Harmonic, und, was mit die Hauptfache ift, 
ichone InftrumentaJarbeit dliarakterili|i)fic > di^Ie 
$*lierifche Mufik. Salieri ift cia ti:#icher 



Theatercomponift, fowohl im tragircheri, als 
komirchen; er zeichnet kraftig, feine Charak- 
tere ieben und halten fich, und die Mufik ift 
fait an fich felber fchon Aktion. 

• D^finungeachtet giebt es einfeitige Leute, 
die mit frockenem Kopfe kaum eine Harmo- 
nie zqfammenbrifigen konnen, eine Partitur 
■init laimien Fingern amKlaviere herunterklim- 
pern, nichts vom TheaterefFekt verftehen, und 
uber ein Theaterftiick, wie iibcr eine einzelne 
Arie und Klavierfonate abfprechen , unci das 
Urtheil durchfetzen wollen, als fey Axur weit 
vorziiglicher. Allein man fieht bei fliichtiger 
Vergleichung fchon , % dafs fie weder den Geift 
des einen, noch des andern verftehen, und 
daher Dinge zufammen. halten, die wenig oder 
gar keine Aehnlichkeit mit einander haben. 

BeideOpem find aus ganz verCchiedWem 
Gefichtspunkte zu betrachten. Die ganze Hand- 
lung im Axur. ift meift tragifch, mit grofse^i 
praChtigen AuFtrifcten verwebt ; diefe hirigege^i 
meift komifch. Die Charaktere von jener find 
von eirier gariz fremden Nation entlehnt und es 
find grdfsere, bedeutendere Menfchen dargeftellt ; 
hier hing^gen fprechen und handelri Menfchen 
•iron landijchtr.tErzieh'iuig,' natiirlich , und lOV 

fezwungen. D^rt hefrfcheri liitrigueri, Kabalfe, 
luth eines Tyrannen, Zorh^ebd und ftache; 
hier efWartet man Jen Atisgdng einer Verwickei- 
ten Handlung , dit alle\ Tage im gemeinen Le* 
ben hatte vorfallen krtnnen. Dort fteigt jede 
Leidenfchaft bis zum hSsihftert Glad; hier ift 
bloa verliebte Schwarmerei awifchen deinLord 
und Eufille, Zwift eines verliebten Bduern^ 
nnd wdeder eines leichtfertigen, einfaltig ftofc. 
zen Baufcfnnladchers. — ■ Kann man hier noch 
eine Vergleidiuhg zwifchen beiden Kompoii- 
tionen aufftelten ? 

Die Charaktere find gut gehalten, fagt' ich 
,VorHer«; iind allerdings ift das wahr. JBurille 
-wid^der Lord, die fich durch den Adel ihrer 
•Gefinnungeh fowohl, ab durch Ihre edlen <3b- 
•lan^ auszeichnen, unterlcheiden fich febr viol 
-▼onlden Charaktereii des Muflico, Sandrin xmd 
iJLieschens. Schade, dafs die Arie der letztern 
<vor dem erften Finale, wegeh Veranderung des 
Theaters hat eingefchoben werden miiCen ; denn 
fie pafst gar nicht fur den muntern, muthwi^. 
ligen Charakter dee Madchens. »,» u? 

: > Baa erfte Quartett ift fehr fchon. Es herrfelrt 
darin feine Arbeit xmd fliefsender Gefang ; dite 
Begleituwg der- Clarinetten und Fagotten tft 
brav, tlnd iiberhaupt inacht die fchone Oeko- 
nomie der Gedanken und die ganze Anlage 



daffelbe s,xx einein der vor^uglichften. 



,B«r 



(HB 



BERLIlflSCHE 

MUSI K A LIS CHE Z E ITU N G. 

S E C H S T E S S* T U C K. 



Den i6ten Mar^ 1793. 



■vrr 



JBtwas aus der mufikqlifchen Vorzeit., 

¥7 9 fcheint wohl der Miihe werth, auch zu- 
MJj weilen auf den mufikalifchen Hajisbeftand 
alter Hofe einen Riickblick zu werfen, weil 
das 2,11 mancher angenehmen Banieikungfiih- 
ren kann. So findet fich ein Ausgaberegifter 
▼on der Hofkapellmufik Philipp dcs Groemu- 
thigen, JUndgrafepa von Heifen, vqm Jahr i5z5 
"*.QX, „den* bier do«b ein Platzchen vergdnnt 
feyn mag. . ' ,:.,.,. 

Cantores uffm Schloft t&u Caffel in tier 
Capellen. 

' Jarfoldt. 

Jorhu Kern , Serigermeifterj ' nebft yiet\ 

Singerknaben - ' - 
Demfelben Hufszins ufF die 4 Knaben 
Syfridits Tolluj», Joriue Baum, Singer, 
'ieui ■'■»'•- - ■"» '. - m -'■'■'• m •■ 



S4FI. 

10 •— 



16 — 



J- gl- 



Trompter , Organiften , 1 

Hanns Wirker - -* 

Joh. Eichelberger - . » . ... 
Hanns der lang genannt 

Leonhart (trompter) - - 

Hehfeli von Czell - - 

Cieyn Henfell (Trammer) !■ 

Baftian Pfandler •"„ ¥ •"•'!. 

Soft r (T^omniehfchlager) i - 

CiifttfJJe* (Organift) ! ^ ; . 
Pete^Tnwrrt?leIer) J : ': v 1 - 1 - 

Uff das netoe Jahr, 

den Singem * .■.>• ■■ '• . < .-'.vT: ., 
den Trpmptera,'. , ; y.,, _ » 5 ( - 
dem.Thominann, > r ^ V '■';, 
dea Organiften ftnaben ,- . 

* ■ Rierauu ergtebt'fichy dafi' der ganze Praftf 
der Kapellmufik des )>uift«n nichfe. mehr aid 



a6 — 

3-2 — 

3a — 

36 — 

£0' ~ 
8 ~ 

£<? — 

-6 — 

...a — 



284. Gulden betrageh. Landgraf Philipp heifst 
<\arum doch der Grofsmtithige, Und es liifst 
lich aus damaliger geldarm'en Zeit nicht zwei- 
feln, dafs die Pfeifer, Geiger und Singer Fi'ur 
diefen fchmalen Lohn dennoch geziemeride 
Bucklirige, und eine ganz erbauliche Midik ge- 
maclit haben mijgeri. > ' 

Wie andern doch Zeit und Uiitftande die 
Dinge diefer Welt! Marcus JitlotUus, Trium- 
vir zii Rom > gab defn Anaxeiwr t wegon Cei- 
ner Fertigkeit suf Inftrumenten , die Einkiinfte 
von vier grojsen Stadteii. -*-■ ' Amahtins , ein 
grieehifcher Gytharift, foil nie zii Allien auf 
dem Schaiiplatz aufgetreten feyn^'ob er gleich 
dicht daran fein Haus hatte, ©line jedesmal ein 
attifches. Talent (760 Rthlr. ungef^iir) dafiir 
eingcftrichen zu ihaben. — Und in peuera Zei- 
ten bekant der beridimte Sanger Farindli in 
England jiihrlich s5oo Pf. Sterl. ; Saloei er- 
hielt in den Londenfchen Opera jahrlich 709 
Guineen ; Bercelli aooo und Seheziiu ' '36oo Vf. 
. — Noch nicht vor langer Zeit erhielt der San- 
ger Marchefi in England fogar jahrllfch io,ood 
P£» t nebft freier Tafel und Equipage. Und) 
man weifs, dafs die gVofae Handelsmufik 'hii 
?ahr 1787 im Weftminfter, die von 800 Per r ! 
fonen ausge^fiahrij wurde, reine 124,041 Pf„ und < 
14 Sehl. eiftbiachte. . -'■■'" 

■? Das fiihrt zu all'erhand Betrachtuhgen, Wie 
nicht minder folgehdeiGegenftuck. MattheL 
foil, wohlverdienter Kapellmeifter in ' Haiiu 
buirg zu Ariftrig diefes JriBrhunderts, fagt in 
feinem mujikal. l>abrtoten t dafs in' Wien ein- 
nfal ein fehr gefcbickter Klavierfpieler fich iij 
einem ofFentlicheh Kondeit hdren laffen , und 
*eine 10 \ G*v dabei eiiigebuT3£ habe. Ferner, 
Crillai ein berfihihter ^Valdhornift, der auf 
xwei Harnem zugieich Mies, mufste bei ei- • 

F 



Seite 20 fehlt 



Seite 21 fehlt 



fifl 



»em m -laamhtirg gehalten«n Koncert, nebft 
laraetngmen Wilien annoch 7 Rthlr. zufetzen; 
«las zweitemal bekam er durch Vorfchub fei- 
ner Freunde doch fo viel, dafs er To eben Tein 
^uartier bezahlen und als honetter Virtuofe 
eunpacken konnte. Und ein Cantor fchrieb 
gar euuuaj an M. i 7 a 7 aus .einer grofsen Stadt, 
©line Iqnderlich dariiber zu klagen, er bekom- 
ine vleiteljahrig Hir Privatinfonnation in mu. 
JW4 B gute Grofchen! Die gute- Seele! 

Aeltere Schaumburgifche Kapclle. 
Graf Bnjfl von Schaumburg und Hol/lein 
natte , vvie Meufel una berichtet (Miscellan. ar- 
tilt Inhalts, Heft 2, S. 41) eine " anfehnuche 
Kapelle und zwei Kapellljieifter. Jedem der 
letztem gab er jahrlich 1S06 Rthlr. und zween 
Kapelhften eben f<5. viel; den iibrigen alien 
aber 1000 Rthlr. Beinahe nach dein Syftexn 
der Freiheit und Gleichheit! — , Diefe Befol- 
dung wurde ihrien, an einem beftimmten Tage, 
m leidenen Beuteln, die bekanntlich unbe- 
aten halten, ins Hans gefchickt,tmd Ae wur- 
den npch iiberdem gar zierlich gekleidet. An 
den Sonn- und Fefttagen giengen fie einher 
an ichwarzen famtnen , mit Galonen befetzten, 
lonlt aber, in fchonen tuchenen , mit filbernen 
»chnurert gezierten Kleidern. .Auf ihrem Hu^ 
ten prangten weifse Fecjern, und die Kapell- 
j 16 »J #t - u S e,a auch g«ldene Ketten. Das giebt 
«cn Mufikern doch noch guten Humor! 

Sdcheti, fo verlofiren gegangen. 
'■ ^Ein Manufcript, das fiir imfer hentiges 
Publikum Ibwohl als fur manehe Koncertfpie* 
ler mancherleiErbauUchesenthaJten mufs, wie 
aus folgendem Stiickchen von Regifter, das- 
*ms in die Hande gefallen, erhellet, ift verloh- 
iren gegangen. 
Adagio, ob es erlaubt ;fey, bei einem Ada- 

fio zu plaudern? S. 20 

2grq, ob man folches Parforce jagen • 
konne? (i 5^ 

Allegro di mqltp , pb man, folches nach 
Noten Oder "nach dean Gehdr accompa- •„ 
gniren miiffe. . ; *, . ^ _. 64 

Amen , \yird gefungen ; je langer , ' defto 

Defter. , ', 87 

Bratfche, braucht mi* ganz im Winkel des 

'^Concertfa^ls gefpielt zu lyerden, und Ein : 

Xicht auf deni Pujpet ift genug. V » <Jo 

Bravo wird naph der Cadenz gelagt. ,< fT7 

Gledanken, find zolMVei,hfiehe bravo> . ibid. 

J^ied^r und Arientexte, wei-den um der * 

, Noteh wiflen gefungep, ijehe Papagey. S£o 



Mnfik der Alten, hat niemand gehort; 

,' kennt aber doch ein jeder recht gut. S. 3i9 

Recitativ, ift ein Ding, woriiber man zur 

Arie fortgeht, fiehe Kniippeldamm, 56t 

Rondeau, ohne das kann kein rechtfchaf- 

fenes Concert fchliefsen. 365 

Sinfortie, kann jeder mitfpielen. 3 7 o 

Virtuofen fcha'men fich Ripienftimmen zu 

fpielen. 3 7 4 

Violiniften ftimmen allemal rein. ibid. 

SacJien, Jo zu verkaiifen. 

Es find wohleingerichtete 'Brillen zu ha- 
ben, "fiir diejenigen, welche die Vorzeichnun- 
gen, die Punkte und das piano und forie f jioco 
piano und poco forte, pianiffimo und fortifji- 
mo tifters nicht fehen konnen. Man kann lei- 
bige in alien Bilderladen abkngen. 

Sachen, fo geftohlen'wordon. 

Zwanzig Takte find unfangft aus einer Oper 
des Kapellmeiftcr * ■f diebifcher Weife entwen* 
det, und zur Dekoration einer Mulik verwen- 
det worden. Man will aus Schonung und in 
guter Hoftiung, dafs man ehrliche Leute fer- 
nerhin mrgeplundevt laffen werde, diefe Mu- 
fik nochmals verfchweigen. 



CoppenJtagen, den gten Februar i 7 93» V6- 
rigen Sonntag ward zur Feier des Geburtstags 
unfers Kopigs ein neuer Lobgefang von Herrn 
Capelloieifter Schulz in der Schlofskirche auf- 
gefuhrt. Die Poefi'e war von Hrn. Frofeflox 
Baggefen. Dichter und Cpmponift haben ficli 
dadiirch ein neues bleibendes Denluual geftif- 
tet und die Kunft nut einem rieuen Meiftcr- 

werk bereichert. 

.... ■ « 

PPeimar, den i5ten Februar. Es hiefv, 
unfer deutfches Theater wiirde zu Oftern aus- 
einander gehen. Man fieht itzt aber , dafs de» 
yeir Geheimerath von Gothe, der feit deni' 
December von feiner Reife wieder zuriick ift, 
verfchiedene neue Schaufpieler arininuivt; un4 
fo wird die Fortfchickung mehrerep Mitgliede^ 
des Theaters wo|l nui zu feiner Vervollkomiia- 
nung gereichen. 

- <■ •-' JErfndung. 

In denHchtzijger Jah,r«n machte fich ein Deut- 
fcher in Paris ^ Naiuefas Beyer, dnrch die ErJ 
findung cines Fortepiano \ cordis de Verre be^ 
kannt, welchem Dr. Frankila -den iSlamen Giafs- 
Chord gab » und das im Winter )i7&5 ^in eng«* 



so 



lifcher Klaviermeifter Scback funfzehn Tage 
ziach einander ofFentlich gsfpielt haben foil. 

Red. wiinfchte wold zu, wiilen, was es 
mit diefem •- lnftrument fur eine Bewandnifs, 
und ob es etwa einige Aehnlichkeit niit dem 
Euphon des Hrn. D. Chladni gehabthabe; und 
bittet fich deshalb von irgend einem Natuvleh- 
■ rer, etwa Hrn. Hofr. Lichtenbcrg in Gtittin- 
gen, Hrn. Prof. Kltigel in Halle, oder Hrn., 
Prof. Bujfe in Deffau , oder einem andern Ge- 
lehrten bder Kiinftkenner, etwa Hr. Doct. For- 
kel in G. eine ktirze Nachricht 2tt feiner und 
der Lefer diefes Blattes Belehrung dariiber aus. 



Sechs ClaVierfonateh , vom verft. Kapellmeifter 
Wolf, foil en in der neuen Berl. Mulikhandl. auf 
Friinunieratiou zu 1 Bthlr. 8 Gr. pr. Couv. heraus- 
konimen. Collecteurs erhalten das 6te Ekempl. frei. 

N. S. Nachuens wird auch cin fehr naiver kitr- 

i %tx Lebenslauf des Hr. 0. M. Wolf, vdn ihm felbil 

anfgefetzt und vom Hrn. Capellmeiiler Bcichardt . niit 

eincr Einleitung begleitct, her&usgcgeben, in dicfer 

Hand!, zu haben fey n. 



Auf folecnde duel *u Oltern herauskommendeh 
Werke wird in der neuen BriJSb |M| V.. bis ;;dahitt 
^Prannnierati6i^ ai)£cnonmienj ".'A'^'f'.'A. ^--A..A-A ".;:■ 

Auf den Clavieiausziig der Operettes, Evwin una 
Elmire von J. F. Reichardt, als den erftcn Band von' 
delicti Mufik zu Gothc's W'erken, 2 Kthlr. in Golde. 
Collektcurs erhalten das 6te Excnrpl. frei. 
'• " Auf das 3te Stuck von Reichardta Cacilia i Rthlr. 
•— Pranttttieramen ei-hahen beim 4ten Stuck das Bild 
jier Cacilia von Doriiitiichinoin emem' guten Kupfef- 
ftich ' als Zugabe und, Kollekteuvs das /ft e ExempL 

Auf Spaziers AutwahJ leichter Clavierlieder 
>6 Gr. ' 

Ein einzelnes Stuck diefer Zeitung koftet 2 Gr. 
■— Der Prjinumerati onspreifi auf eiu jOuartal # oder • 
i3 Stack, fowohl flit Aiiswartige als Einheimifche, 
ift 18 Gr. Pranumeranten konnen zu jeder Zeit ein- 
treten, mllflen aber die etwa bereits erfchicnenen 
StOcke des <^uartal< mitnehmen. Anrwartige wen* 
den fich-an lhre wfo. Poiiaiii^et, und diefe wiedtj'r- 
um an das liienge Konigl. Hpfpoftamt, da denn die 
Attswtitig*n-Trieer Zeitung wochentlich p-dftfrei ge- 
Hefert erhalten. ., , 

In der, neuen Berl. Mufihhandlung find fur beu 
gefettte Preifexu haben: 

■ ■■■--.■;■ Gefchrieben. „I . , 

Andre of zi (p. G.) Aria feria: Aggitat* &;tll' ~af- 
fanno etc. con* Bee. i Rthlr. 6 Gr."— Bianchi (D. F.) 
Terzetto feria: Ah <jual* on*or funefto etc. con BeV. 
nella Vendetta di 1$ih6 2 Rthlr. 8 Gr. "-Cariifo^,. 
I*.) Rondo: II mio ben che m'inartiora etc. con Bee. 
3 Rthlr. 4 Gr. — Ciraaxofe (D. D.) Duetto ferio: 



Addio rimanti in pace etc. con Bee. nella Vevgine del 
Sole, l Rthlr. 6 Gr. — Ciniarofa (D. D.) Terzetto fe- 
rio: Padre, fignor, tacete etc. nella Felicita inafpet- 
tata, 3 Rthlr. 20 Gr. — Guglielmi (D. P.) Aria feria: 
Da un ai-monico concento etc. con Bee. con arpa, 
cembalo o P. F. nella morte d'Oloferne, 2.Rthlr. 4 Gr. 

— Mariilelli (D. G.) Aria feria : fe contraftai col Fa- 
to. etc. con Bee. nel Lucio Papirio , 3 Rthlr. 4 Gr. -*- 
Marinelli (D. G.) Rondo : Deh per poco etc. con Rec. 
nel Lucio Papirio, 2 Bthlr. 20 Gr. — Marinelli (D. 
G.) Terzetto ferio : Vedrai qual ha lo fdegno etc. nel 
Lucio Papirio, 2 Rthlr. 20 Gr. — Paiuello (D. G.) 
Duetto ferio: Confufa fmarrita etc. con Bee. nel Ca- 
tone in Udca, 2 Bthlr. 20 Gr. — Paifiello (D. G.) 
Rond5:- Non temeretc. con R,ec. nella Zenobia in Pal- 
mira, 1 Rthlr. 12 Gr. — Marinelli (Dl G.) Duetto: 
Cara addio, con Bee. nel Lucio Papirio, SBthl. 16 Gr. 

Geftochen in Heilbron. 

Mozart, Concert p. le. Clav. 011 P. F. Pp. s3. 
1 Bthlr. 12 Gr. — Neabauer, 3 Quat. p. a Violons, 
Viola et Bafle Livr. I. 1 Rthlr; 12 Gr. — 3 dito Liv*. 
II. i Rthlr. 12.Gr.— Anion, Trio p. Violon, A}te etti 
Bafle op. 7. 12 Gr. — Kunze, XII Pieces pour 3 Cors. 
4G1V— Pleyel, Son. p. le Violoncelle et Alto, Q Gr. 

— Boecklin, Lieder verfchiedener Die" 1 "", 10 Gr. — 
Braudl , die Furnenguift, aus den Gedichten des 
Hrn. C. D. F, Schuoart, znm Singen beim Clav. 
durchau8 componirt, 12 Qr. — Mozart;, , Gefange fftv 
das Clav. aiis der Zauberflote. No. i3, 4 Gr. — ^ Neu- 
bauer, 6 Lieder fur das Clav. 12 Gr. ■— AbeiUe, IV 
Son. p. le Clav* 1 Rthl*, 8 Gr. — Ab«iUc, Son. «t 9 
Var. dans le goilt de Mozart, 12 Gts — Abeille , Quat. 
de Mr. Pleyel , tire de Toeuvre dedie au roy de naples 
et arr. p. le Clav. ou le P. F. av. ace. d'nu Violon et 
Y, iol ^ n . cell °- No « »* »» Gr.— Clementi, Son. av. ace 
d'un Violon, 14 Gr. — Kozeluch, 1 Son. av. un Vio- 
JPJL.'*'- y^o.nc. 10 Gx, ■•— Forjter*, 8 Var. p. il F. P. 

■$i°*%r m ^ anU ' 9 Var. pel F. P, 8 Gr. ~- feavdn, 6 
Var. faciles elt agieables pel. Clav. 6 Gr. — Metzger, 
A^t^.^aiav.jdes Vai,iaJ. p. le Clav. 6 Gr.— Met*. 

f e .F> A H! rJ$ m 8 *»^;««*if da Feisrare av. des Var. «. le 
llav. No. 22. 6 Gr. — Mozart , La fiera di Venczia 
(Mio caro Adoue) M*n. con 6 Variaz. p. 1. CI. 6 Gr. 

— Vanhall, 12 Var. p. 1. Clav. No. », ao^Gr, — Bebkl 
6 Men. a 4 mains fur un Clav. 12 Gr. — Abeille, FatJ 
taBe , pourfeClav. *op. 4 , i5 Gr. — Haydn , l2 detiT 
fche Tanze, fflr das Cfav. 8 Gr. - Kunze, 6 dito 6Gr 

— Mozart, 6 Allem. p. le Clav. IV*. Livre, 8 Gr. — 
Mozart , 12 deiufche Tanze aus de&Zanberflote. 8Gr 

— Neubauer , Airiette variee p. le Clav. avi ace. d'un 
Violon* 8 Gr. * w. »«« 



. Dejr fokende fchone, feierlicne Nachteefang von 
Bin. ,M. D. Kunzen ift eigentUcH in cfs moll g„. 
fchrieben£ wodurch er fur das ^tefnhl des Kennlrs 
noch niehr Bedauendes eriialt, zutnal fur Takt 5 
nnd 14 etc. Um llin^au erleichtern, ift er in C ce- 

.llellt, wodurch er am wenigften .1n Wirknnff vlr^ 
hert. ? Wer es vermag. Belle fich d C n Ton ^nrdlk 
Transpofition wieder hex. - Die z-weite Strophe 
Jiat in dem zweiten.und vicrten Verfe rverlafs. 

J,gmm). eiue 8ilbe mehr; deshalb wird z„m erfleii* 
mal die letzte Note i,n 2te« uu d 5ten Takte, wohl 
gefpielt, aber m«ht ^efungen. , 



,c4 



LiMigJam, 




Haclitgefang, von Ludw. Aemil. Kunzen. 

. . ; j j, 4-J>i. 



S8 



■ fe Trau-er fchauert urn di 



-f~ 



3^M 



.Si. 



't—- 1— r 



w -w- .«....„„*,. „»,« „* v ,,cu, Braune Sclilei - er 

Kummer, -^eir- lafs ein Weilchen michl ^roldner Sclilummer, komro 



~ — +, -I . .■ ^,. .4. —i — ,-j ■*•—*£ — — J — 3-1— I- 1 <3 1 — 



1 ■ ' 7. ..-t-f if ^-r-^-^rf-p-p fr 

Vs;il„.. inr.u ..„J i?..u , Ti„jtu» ..„j _,.^ .._j « i_ ' I'll, il 



.". * J 



hiillenWaldund FcM. 
und nm-fliio-le mich! 



^^-t^H ^ 



TrUb' und matt 'tind rnft.de mckt ' ie - .des . Le - be» 
Trockue nei - ne Thraneh .ipit. dei-nes/Jculeieia 



.l. -yr -f, — J *- [ , ? .1 .1 , jM —f * ; '" if -.. (--^-h-, -. 
-r — fcr £-■ ■ — ' ■!— ~-H f— — -h. 1 



ein, und na-men-lo a f$r , Fri6cle • 1 um, - r fan -felt al-les ' 

• Saiiin, und iau-fche,Freuudjmein Sehhen : ' ' 'mit : dei • ' rieiri fchCinften 



una na-men. jy * s^r rneqe 

und 4Su-fc]ie,FreUiid^niein ' Sehlien 

* f <y ** . ■ ■ 1 I JI » '. 1 1 1 I j O. 11 ■ ■ ■ 1 iii f ^- 



dei - ri'eiri fchuuiteu 

JCEZ 



> 1 ' -— , i1—> 1 111 in 1 1 1 1 -i 1 1 1 ■ . ■ 1 11 1 in , 11 | , .^.. „ f . fl l I j- ii 1 hi 1 i mi I, ■,; .it j' 

I . ii " P~ V...'.' 1 ' ' " " "" " " ' ' '"'I ' ' '' ""'"" ' . ' . ' • ' " ■ ' . ' . i- "i - i 'u . I - '• 1 r , " , 1 . 

i.flg — . *- HL t.' ... <L:. : <v v .j < 1- »-^» — -* — *--^r^^T^~ l *in*!Mfc p .; F..."" ^ 1 ..j 1 .) - '-"..- ■ ■ ■■' 

Seyn. . , • •. . - ,.,..•• *a. Waeher -' l 
'•■ - 1 '"--: Tiaum! *- ;, • *'; .'"' ■;'■ , ■.-... 

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-BEIVBINXSCBE 

SIKALLSCHE.' ZBITUNG 

SIEBENTEs'sTUG K, 



Un R.$ften Mar^ ?7^J= 






Mollaudiichc Gefelljchaft %ur Befarderung der 



bittiiehkoib (lurch ITalksgeJiinge. 

'nter den Mitteln , auf das geineinere Volk 
£\i wkken und ihin auf eine, faft uri- 
merkliche, Art mehr Gefiihl fur das Gute und 
Anflandige zu verfdiafFen, gehoren gevviis vor- 
ziiglich FolLtlicrler , und Folksgejdnge. Es 
liel'se ficli viel ' disruber fagen. Hr, K. M. Mee.«> 
ehardc hat vornan in ieincm Kunftmagazin 
viel Gates davon beigebracht » und noch neu» 
lich Hr. Gen. Superintendent JEwald in Det- 
anokl ha. saften Stuck des mnfikal. Wochen- 
.Mates, wo voxi else Fortfetzuhg zu wunfehen 
.ware. " ' > • ■ .• 

Sehr heilfam ware es wohl , wenn wir in 
Deutfdiland.den Gei'mig . eben fo angelegentlich 
dazu benutzten, als jene Gcfellfchaft.vou Men~ 
jdicnfreundgn in Holland, die zu jenem edlen 
Zwcck felt kurzem vier Theile Volkslieder her- 
ausgegeben ? unlet dem Titels 

Polks- Lied) ens t eerjic Stuck) en x'jtyO, 8. 
sjo* tweede St. 1790. 6'. G2 ; der be St. 1791. 
S. 71. vierde St. 1791. S. 63.- in gr. j3.'. 
/imfterdam b. Simousz. 

Sie briu'gfc diefelben durch innerc Annehmlidx° 
keif 'mid Wohlfeilheit, zuwoiien audi durch 
Schenkung in die Iliinde des gemeinersn Man« 
aies. Und was fehr angenenm ifi ? bemahe die 
Halfte davon hat Frauenzhnmer zu VerfaJfern. 
Die"- von derD. Nieuwenhuyleh , hefondero'dag 
Peldlied auf den Abends die Hochzeit., mu\ 
der verliebte Lmitlmarm? aselclmen fidwor an« 
dem merklidr aua, Wie fehr man. bei-diefer 
Sammlung «m das bcfqmlcre Medi'ir fnifs diofer 
Menfchenklaffe eingegangen ill, .b'eweifen d«.e 
Lieder auf sine Seejri&misfrau 9 auf den braven 
Wachiwacliter ? auf eine Itlnctefiptgdg ©fe Milch" 



sfiadchen etc* Ueber einem jeden ftob.fc oijie 
bekannto Melodic. So ift es fciion und reditu 
derm was man fo in das weite Allgememe umS 
■ Blaue hinein fpridit- und ilngfp ift meiftesio- 
leere Sage und leerer KJang. 

Wir haben LiedeP die Hiillc und Fi'ille 

dodi nein, meift nnr Gefange und MaloAieca ; 

■demi-wie wenige verftehen, was em -J. Jed ilb? 

:***» Afaer nepexe Voifeagefange, ntifsek' d$n 8ch;il» 

iJfchen und einigen andem „ faft gar nidi'f. 

\Yir fdireiben 9 tichten und trachten s fmpip. 

und fpielen i'djer das Volk hinweg, and wsis 

jonlt noch gefetzfc ift, klingt ihia %u vi>r>iefr,n p 

,ift . su geziert,.zu manicrlieh, hat ?,u weiii-fe 

fchlichte Folge der ( Tone s harm ohne IJeo-leli 

tung nicht beftel.ien imd ift bei wckeax -nidifc 

fo oingeriditofcj, -dafs num ih;h dm 'MeIodIe f 

weifs man fie emm'al, nicht ohne Woifc, un' r \ 

diefe nidit ohne die Melodic denken konnte. 

Wiire. es daher nidit ein. guter VoiSdiln^ 
wenn eiziige , der beffera ]piqhter 9 die in div 
Seele dea Volks dcnkeK;-"und esaplindorr koni'^ 
Zen, fich mit einigen umferer'" 
LiedorkomponifteB , Sclad; 

zeu etc. '(Sch.aele, da fa Sc^kendorf todi ill !) ver- 
eimgter.j und folch ein Gciaxigljudilein v.a Tafe 



vorj:iir;,H.cheri?. 
lleiehardbl 



KliH- 



braditettj, das in feiner Art 



'-Li- 



jgb 

ware p was Beckera 
JXoth~ und Wulpbueidcin in- andem- '^nfu'"^ 
ift? Und dodi haben vnftc Df,i(Icbni n"jf f. 
fo gein Pfbn\9Qn 9 und 'higtjsi t voJ?' no <» . 1 .». 

Mehi. aL £in aljrj, Gclrbirhl „ n l t s 

nikenfd r'^, c& c f xt 9 i\h 9 v/fi« ? i'j o 
yen. 1200 b'n u>Cm cut lA^d \il/ -», » 1- ' 
in gan/ l>Mis/fh?,\/?d ^^di rfj*n// s /f vf i 
fen u - m do. In Jpi / 5 (bug^f ' ' i 
3G etc.^) / 'hi 'U9d<urntf' • jh, cU r [, ( 
ftmg niaAi ("Jul ^' s ? » Jed f >s r (i (M) t 
das w.u 1 o? ipf , « ; P-s c c h* f 

G 



if 



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so 



/inch em gut 



ten und zu alien Freucten. — MtM £U1 gu , 
Juied yon- Frauenzuchten, und fonderlich auf 
em.Weib zu Strafsburg, die'hiefe Agnes und 
•ms aller Ehren werth und trift auch alie gut© 
Weiber an. « — Nach eben diefer Chrdnik 
iuachte em Barfufcermonch am Mainftrom, der 
auslatzig war, ma die Halfte des -vierzehnten 
Jabr'ijuaderts „die befteri Lieder und Reihen 
in der Welt, von Gericht und Melodeyen, dafs 
ihni luemand uf Rhinesftrom oder fonft' wohl 
.gieichen niocht. Und was erfitng, das fun- 
gen die Leute alle gem, mid alie Meifter pfif. 
feu und under e'SpidleiWf} ftihrtm dm Gefans 
und das GeticJit* " - ■ • ■ '" 

, M<*g?e d.qch dles.gujre Wort auf gute, be- 

'eitwilhge Herzen fallen; mid dazu beitragen, 

die Seelen unfrer beilern Djchter und Kompo- 

-■niiten z,\\ jenetu Zweok in Bewegung au lateen! 

■Was find verdoppelte luler-valle? 

* : r% feat fich gefunderi, dais der ■ Ausdruck : 

JJoppelintervalle, im visrten Stuck nicht hat 

verlianden. Teyn wollerf. Zur BelehruVig fol- 

gendes;. Man pflegt die Inlervalle 'einzuthei- 

len iri mnfnche-, und zufammengefetzte oder 

verdoppplte. Jene heifsen die,, -'welche nicht 

wetter, alg ma eine-reirte Oc'fcav V«>ft elnander 

-$ntfernt line', oder den Umfahg- derfelben nidit" 

wberfchreiten; wean fie aber aua den einfachen 

t -lnterv.- und uberdem noch aus der hinzuge- 

■fugten Octave entftehen, wie z. B. die None, 

f U3 .der 5ecunde unci Hirer Octave ? oder dte 

£)ecmie-.aus der Terz unci ihi-er t>. : (wiewohl 

.diefe. im Grunde nichtt aiiders-, als die Octave 

-von- . der < Ter« ift> To- find fie Verdoppelt. 

. Mim aber. kaaa man auch, um fich knr-z 
auszudraicken, und Kennern gleich verfiand- 
lich zu werden, . wicwohl etwss uneigentlich 
.anekitere interfile $ .-lie auf einmal gegriJFen 
werden, Doppelintervallc jaennen-; und'- weufa 
alio jemand .' eine fwtlaufelid-s' Reihe fckher 
doppelt gegriftenen Intervalle fertig und left 
•anzug«ben '«,V€ifs S( fokann swan von< ihm fa- 
-gen ; «y liaise -Ferti^keift im Greifen von Dop- 
pdiniiervaUen. - Aut Silbeiiftecherey koiiimt ■ ja 
vmkl .wersig an, zimial wenn bios • die -beieU- 
sdigte JLiteikeli; -fich "daksnser fiiVdifceii-'wilL «?»•■ v 



■JSe*?- .$Winhauer ? 4/.r . j&lamerktjimjjtodft 



durch J'eine grofsen und die erfte SaiKimlung 
kleiner Sonaten bekannt ill, welche letztern 
im erften SLiick der mufik. Monatsfchriffc weit° 
lauftig und fiir ihn lehr ehrenvoll beurtheilt 
T:nd. Es idc dein Zweck diefes Blattes entge- 
gen 9 umftandlicher unci kunftma'fsiger zu be» 
weile;i, dafs diefe neue'- Arbeit niche allein das 
Geprage der griindlichen, wohlgeordnefceii-Bear^ 
beitung unci des achten Gefchmacks in diefer 
Gattung an lich trage,- fondern dafs fie auch 
an gefalligem fliefsenden Gefange, an rythmu 
fcher Bearbeitung , an Mannigfaltigkeit der Mc 
dulatiOxi Vi'elleiclit Doch mahches vor der er«. 
iian voraushabe. Es ift dock noch troftlich, 
dafs einige M'anaer ., clen , wabma- konilgen •■ Sfcji, 
aufrecht zu erhalten, und das ' Lascive una 
Puerile, das in fo vielen heuSigen KUmperfa= 
ciien Vorkomiiit und waraiai siian fie fogleich 
wieder-auf die Seite wirft^ isiifc mi verdrangen 
fuchen 5 - So liegen fo-eben eine Mange obeir° 
deutCcher IClavierfachen • zub Hand, an welche 
Ans. diefes keinen Fcderftrich wenden snag. 

Obige Sonaten 5, zufammt den erllen, koii° 
men wegen .ihrer Leichrigkeit , welclier die an« 
gezeicljnete Fingerfetzungjnoch zuHi'iife koisin^t 
und der verfcluedunen Manser in Siifczen und 
Figuren a!a erne . gute Schulo , fur Anfa,n~ 
ger und felbft auch fur Liebhabor ©Mjpfohiep. 
v^exdenv 




4%J@r£©iiat&n _ _..„„_ „.._ 

wierJpieler v T<jxi der M* ■ Berl MidfkK 1 -B'thfr. 
•die .fo-«teta- crfchiendij fielifeE: Htii. "¥¥«■ yon 
mfiiimii .cfen Hang «inas bra^a- 9 -and. griwicllk 



Sonates pour le ClaVo 011 Forte Pitt* 
no par Louis Aheille* iSailbmm e • ch^?, 
rfmon. (In der N. BerL Wl. Handi; 3 T**Hk. 
8 Gr.) 

Wenti' snan nicht einzsg voir! ■ cleii 1 Baclik 
fchen Manier ausgehen vntl 9 was, snan niche 
grade iiberall mufs, fo wird man In. dtefea 
-Sonaten ma'ncherley Unfeerhaltung, -.fiir die 3?han=. 
talie fowohl als fiir. die Finger, lindea* Sie 
.find hin .imd.-wiedcr fsrappant^ haben. eEwas Ei«^ 
genes, das man t bifavr nennen konnSe .un.cl die 
Klarheit aufhebt-^ find im ganzen aber hrctv 
und fleifsig gearbeitetv Llebhaber von Sonaten^ 
famudunge.n anogen fie den iibrigen olme ileus 
beilegen. 

Xc? ®umtr 9 .■Componlfl der/meum Opev la 

■ Caverue, (Em .Sohii <&e$ hexnlmiUnx Mar, 

lers -und lehr juager felenfivoller -Mamn^ , 

Aus^ititin Crjnciben au& P* «o ^ 1 i n i&i 
Februar- '■■ Bitie Opoi aQ- €d»i u> 'tu'^^olL 

gelehrt 'mid «. r oll fcho^c ei eL,% »1? » <»a«gii -»' 

Stellesi ; • fif 1 ^nthalt A^i '1 %i T eii c«%tti> t 
Ibeai- «5si, lis ^i»/ f f r>r , , 



■-; 



and suit Kunft raid Warm© A.ircb.g6'ful«t. Nut 
erhalt das Gauze liier und doit etwas Monoto- 
jiie dadnrch, dafs die . Orchefterbegleifcung uber«. 
all zu reich mid ^gianchc .Piecen zu .felar ge» 
deimt find. Ein B'ehleir der, inplirefteri- jungen 
Genies! '{"Paris 'erhalt. s .-trotz alter 'politiichen 
Unruhen*, immer deimocli viel Productionfen 
ties Genies, und die etliche zwanzig Theater, 
die alle im Gang /ind - s -■ f ordern freilich vie! 
; Tieu© N alining, die audi gar Melius Feiittr TJDXgg 
fiikrt zn mancherlei ' Betrachtntlg«]rj fiber deft 
Ckarakfcer ties -Yolks, mid die '©elcoiioiliie d©r 
Mufeii.) 



fen j Matmii von sieuem.. Wis. 'man felhft aus 
diefen" Proben von Mufikftiicken fin; die % Zei° 
tung fiehfc, 'fo find; dteYFypen reclifc 'gut, 1 rein 
iind asigenehm in ftie- Augen fallend ; dm- Safca 
ill- regeliualsigjuiidicorrokt, und in Abfi chfc de;r 
. Ereiie lit Hr. Starke fehr.billig und lief eat su- 
-gel'agie Arbeiten "ftets zu 'reckter Zeit. " 



J« 



tier kmien Berl. Bfujikhmuliung find fur heiu 

[efhfizbe "'J?¥Sifd foigeiule geftochens Miujik. 



zu h&b&n 



"Merlin. Im. Liebhaberco'nzeit -hae -man 
Haydn's Jieben lett,te Ff'orbe Ghrifii^ ©In© ei° 
gene Art von. Empfindungsmale'rgy,. der es- 
wohl natiiriich an hinlanglicher Beltimmthcit 
fehlen mufs, aufgefiihrt. Die Mufik hat ihre 
Sclnvierigkeifetmy ill aber dennoeh %om Orclie^.- 
ft«r jrecht brav exekutire warden. 



Herp-JMulhr? Orgmdft iw 2tfagdefrurg f 

•Ift |et?.t 'Mer inj, - -Berlin , niid - de-nkt • iich ' auf • 
cleiti Fortepian'o, der Flote s und wenn lick Zu- 
jtiorer genug finden^ auf der Orgel . hbren eh 
laffen. * Es iff zu wi'mfchen , dafs Berlin die 
Geiegenheit benutze s einen fehr feltenen, wahr*- 
hMt-iM&ntv alien und 'achten.; KlRwmtffmlprpdet 
Mgleieh braver K611 iponill ift% zu'-bown, ' Ei; 
li'at Full^'jirid I\eichthum der Piiaiitalicv aufser- 
ordjentliche ITertigkeit, . fchonen , beftinnmen 
Ausdruck . , und ift in Exekutien' und E Win den 
g@bitmledfi3t"' Saehen eben £0 gtiicklich , als*» ; inv 
Jjjrijlafitfixl^und; frekn 5til; und-, "wenin er die 
Sijijfili.d'ign' iio'kusppkus. von Doppelgriiifexx etc , 
.■woi'^Ht" -snancher fich fo viel -tn Gntfe thut, . nicht 
verfchinafat 9 denn er macht audi das- alies mit 
grofser Beinheit und Sicherheit, To Sft'es bios' 
deiu —"* iierrfchenden. Abderitismus 2>,u Liebe.. 



. Mosari , Abaiideinpfiiidnngp ztim ' ShiQen faehu 
Clavier. Hamburg. 4 Gr. «= Stabiugkev (M.) 6 S'e?- 
lietti c'oncevtantj, per.Flauto^ S Violini,, BaiFo 
e p, Comi^; op. 5. venetlig, i- "flthir. — Andreozai, 
'•(F.) -3 ©uint. p«»-& Vioiini," Viola »• I?laiuo.-«-.Vid- 
loiicello. ib. 1 Rtblr. — Eavioifi (F.) 6 Quart, n f2 
VioHai,.yioIa.e-'Violonc.--&6. i SlMilr.. _io '<?i> ; _^ 
Sra,biji>ilier-(M;) "fiTditb-, rnricerf:riiiti-» ■ per FL.^ ¥ic- 
liuie c Ban'o, ib. 18 Gr.i— Cirri (G.) 6 Trij per Vio-. 
lino „ Yiola e Violonc. Vonc. op. xQ. ib. s lUlil. 10 




l>eb per pbco o fpofo amato etc. con rec. i «irt. 3. 
J2 Gr. — Cimarofa , (J>. D.) Hondo : Le belle m 
fp$ranzc etc. Pali. ib. ; Sd- Gi>,— ©%ii^- Il! ;:\..Cf'' ,v 



D&istio biiffo'sTHi ml gparfis'. . aio g|pXi;V s "(lifco ! ibi 
10 Gr. «i- ditci ■■ Duetto "nbfctnrno 1 fpofo mpaso, aijr»a» 
IQ bone -etc. per a Voci dV fopvan.Oj, 'col. BalI-o s ; . 6on. 
ace. di Chitarra Fran'cefe a piacere ib. ,3 Gy. =^>"'.lito p 
Duettiuq.: Al mio 'coiuentci i\i feno etc. neila Debora» 
e Sififtra, l'art. ib. 5 Gr. — dito, duo: fpofo AinatOj, 
Atliat.o l>euf3 s .neSla la Conte. Part. ib. 5 Gr. --_I.aii« 
aa, (£). &.) 6 Arie notturne con Hec.' son ace-, di €liif 
, tftgiTflFrauiififc o Violino a , piacere P dieo s ab. 1 IUI.1I4 
'«— " I'aiiiellos (D.' CJ.) Aria buffii: Mi pert'lo, flo-snS 
perdo etc. nuilaModifta liaggiratricop <Uto, ib. so 6i'. 
«— dito,» Aria feria: Chi un dolce amor condanna etc. 



xi&l CatQhc in Utica 9 dito 9 ib.10 C/r. 



tlito . dito : 



Tamil da hie dividi etc- riell' Olimpiadc , dito, i\2? 
5 Gi'. ««<• dito p ? Cay atin,\; fiiria ; Si a contcnta ; , _io cetlo 



' Im Fikfsifeiien Kon'zert ift Mozarts Urne 9 
cine Kan tate von Hon. ■ JBurmanii, toijip, r sron 
Hrn.' M. Dir^ fPeffdy? wieder aufgefttte'r. wor« 
den. Die Kompoation ihacht dent Hrsiv-Verf.- 
Ehre f und iH'als folche bereits im 9J\. .Stuck 
_de$. .uaiif. Wochenbldtts angeaeigt-'wowlesi. '■■*. 



? -lr. .^9. K Starcks 9 Buchdrucker In Ber» 
Hn, -wohnbaft an dm Kronen « wnd Charlottes^ 

Straf^ieckgj ofFerirt ieSne JSto£eiidmckerey 9 -die 
#ll»e"^§k!aisg tea »a*lef&^clieM 'weirdm yiwl« 



a E6a etc. J?glla Cantata .diGtnnone iL^ucina p disoj, j.b. 
5 Gr, «=? 4itQ, Duetto ferio; No giorni tuoi follei ete. 
con Piec. noli' Olisnpiade. 10 Gr. ™=-''di'to, Roiul?**'. ' Anv- 
tkto in tan t&iacfic,' coil Rec. ssel PiiTO, Fart, ibo 10 Gr. J 
^~ dito, flho! Hit .^erduto II boi fembiante otc. coi'i 
lice, iitilla Cantata tie]}' arooK vcjiidioato. Piirt, ib.-' ab 
'Or. ~" Ht»irotti,(A)DMetti j flO/8 Os.'©b3.pcr io 8ofp;teo«i.4 
dito, Vesiedigj 4 Gr. — Salicrij, (4») dito : %»cl V-flit 
no e da kitratto etc. ditOg ib.""4 *&» '™* Snrti ("43 v ) 
Aria feriai 'Gia vi fei^to c e j^ia v* mten&o etc con 
Kecsicl-^l'^lioSibiHio, d»to p ^fcipel , ao Gr. ™ Aim 9 
dito: Tie in il 'cot etc. -coa Elcc d?y; p ?b. »o t 
dito s .Dls£So folios ^oa^d pp tit. 5>) <l ' p* t to a il 



dito, ib. ao 



4 do 



Ullfi" j 



)„ Pit. 



f 



0, 



Gr. ■>=- dito, dito? Hon <^pa' *f*a ob "^o jiouJ «t 
«on Rec. «(..! '<2<t«, f J an, »u. 0G». — Tnc^n, (y\/^' 
Cav«*ina foil 11 ^'j&c c-'msJ j dc!i ^olof 3 P c">n t ' . *3 ,s 

Ife. 5.Gl". ^t * t«Wt Pf» "dftj ^ ll "vaC'< «« i ' ^ ' '1? 



3O13 Sec u_l A ; ^rr 
2D,«e.tto. Keili>% V,v b a ? 



4a5,tfj jj> t o f| f 



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Larghetto. „ . 



Tanzftftck. Aus der Oper Olimpiade, von. X F. Bnckdrdt. 



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MUSIKALISCH 

A C II T E S 



BERLINISGHE ' 

ZEIIUNG. 






T U C K. 



hn gofiem Mar i 1793. 



An, dm Herml$p;eber tier .Berliner fnufikali^ 
jfchen Zekung, 

S'm haben, mem Theuerfter,. im, erften Stuck 
e Ihrer fehr fchatzbaren-'und ni'iulichen nm- 
fikalifchen Zeitung mix die Ehre angethan, 
memer, tmd des nm anvertrauten Singechors 
an hiefiger Thoma'afchule- mit Lobe zu erwah«. 
nen. Haben '.Sie Dank dafiur,'und erlaubeu^ 
dais ich e'mg und daa andere naher. beftixiiraesi 
wild bericbtigen darf. 

Unfer Aluinnasmi, unfer Singecbor p belle- 
liet am J* cJis- und Juufzig jungen Leuteu von 
idreizelm bis ein und. ewanzig Jahren; von de» 
nen aber eimr d^swroe, illy und feyn : darf. Sis 
wobnen alle ? ziemlich bequem, in der Schulc, 
werden frei gefpqift, und gewinnen das, was 
fie fonft noch bediirfen, durch die wochentli^ 
che Currende, dur'cli Singen bei Hochzeiten' 
unci Leichen, und durch ein paar s Freilich et= 
was befchwerliche , Uniga'nge zu Michael und 
aim neuc.n Jahr. Dns Singen ift indcF? nicht 
ihr einziges Talent in der Mufik. Es find eU 
nige darunter, die Clavier und Orgel nicht 
fchlecbt fpielen. Einer ift da,' der die Ipaukep 
kunftrichtig fchlagt, und aufserdeiu die Bafspo- 
famne blaft. Bei den-VioHrieji linden fich jetzt 
fiirif, die febr gut find, fiinf bis fechs. andere 
eifern ihnen <nach v unci werden von Zeit zu 
Zeit beffer: lb daft in unfern Ueburigsfiunden, 
Montags, Mimvoch^, und Freitags,-von.eilF bis 
zwolf.Uhr,, die * Viol i nen wenigftens .m»fc zelm 
Spielern bsfetzt find. Die Bratfche ift drei- 
fach; zu den BalTen find zwei Contreviolone, 
zwei Violoncelle. und zwei Fagotte, Dazu 
konuuen noch zwei FIdten ,und zwei WalcU 
home; fo dafs fich das Perfonale der Ihftru» 
mente weriigftem auf drei und zwanzig be= 
lauft, unci fiir den ©©fang der Chore iininer 



noch zwei und dreiftig ubrif* . Meibesi. In 
Waia'heife, ein Inftitut, das Leipzig zu grofset' 
Ehre g;reicht. Welche Stadt in DeutlTchland,, 
aufser Dresden, hat ctwas, daa unform Alain, 
mao' gleich kame?- : 

^ Freilich werden mir, bei Anffiibrung dec- 
Mufiken, durch d'w andern Eirchen auf dreio 
fsig Subject© entzogenj aber claim kommea 
anis- funfeehn aur Kirchontimfik verordnete Mu.\. 
•fiker zu-Hulfe: fo dafs fich in der Kiirche, wo 
-Mufik ift„ doch immer ein Orchelter von achio 
zehn Sangern unci ohngefahr acht und a wan- 
zig Inftruinehtiften zufamsuen findet. Die drei 
-kleinsrn Chore In den andern Kirchon habea 
kerne Mufik aufzufiihren „ fondem nur 211 An= 
ferige des Gottosdienftes ein Mottot, und den 
Choralgefang mifc- dor Gemomde zia frngon. Bis 
■Mufik wircl von mh\ mit aneinon Sangern unci 
Spielern in den beiden Hauptldrchen 'abv/eclu 
lelnd aufgefiihrt. 

Zur Verbefferung der ■ -Xuitoirgie 9 vm fo vie- 
leo zu verbeffern ware, 2iann ich hur Mis v/o- 
-nig beitragen, weil sell darnber- niches aw ' m* 
;biotcn habe. Will" snan es fur Verhc-ires-im/? 
derfelben nehmen, dafs ich ftatt des 'iafeinio 
fchen Singfango", den Moifter Bodvnhlwte Vnl 
lammen gefchlepe hat, deutfche, gonicisbaro 
•Mottetten, unci ftatt jener leer tflneriden unik 
Wichts lagenden Kirchenmufiken, verit^ndUche^- 
und warkfainero eingefuhvt liabo, To mag- & 
feyn. Den Choralgeiang zu vcrbeffeni, ift1»i 8 » 
feer-.jjiein eifrigftes Meltmhmz gev/ofcK. -Aber 
.auch ■ in diefens Stiicke habe Ich novh v^qb^ 
gethan. Oeberbaupt kann der Gaim' folcl.«t* 
Verbeirerungcn bei eahlrcichen Gimmndon 
mcht anders als langfam feyn.- In -diefer RitclL 
licht habe idx bishor nm' aus einigen'sbv/i) Mel 
lodieii unmitzQ ■"WiedCThoJimgew einKdwo^ %eL- 

II 



3q. 

len raid WSrter, unbequeme liehnungen tmd 
Ausfchweifungen weggefchaft. Eine einzige 
offenbar fchlechte Melodie ift durch eine bef- 
fere verdrangt, und nebenher die Gemeinde 
noch mit drei Meiodieen bekannt gemacht war- 
den , die fie bisher hatte entbehren miiffen, 
die ater ,nifcht wohl iii entbehren Waren. Oh 9 
quantum rejlat labor&J Kiinftig em Mehrers. 

/. A. Hitter. 

Zufatz des Herausgebers. 

Ich kann nicht urchin* dem wi'irdigen, 
verdienftvoilen Hitter, der in Deutfchland man. 
chen Dank zu Gute hat und der, wie man 
fielit, immer noch raftlos thatfg ift und bleibt, 
•wo es aaf -Verbeirerung und Zuruckfuhrung der 
Mufik 2u ihrer wahren Wiirde ankomnit, iiir 
diefen wiehtigen Beitrag zur heutigen Gefchichte 
,der Singefchuleh und der Liturgie noch befon- 
ders zu danken. Er hat Deutfchland manche 
gute Kegel, aber auch zugleich tranches gute 
Mufter gegeben, ak noch infonderheit im Ope- 
rettenfaeh wenig da waren, und Er ift einer 
'.der Wenigen, die fich griindlich tiber theore- 
tifr/he inuf. Gegenftande erklaren und dabei 
felbft. etwa9 Gates naachen kpnnen. „ Wer weifs 
.nicht , dafs ihua vorzuglieh die deutfche Buhne 
zuerft beffern .mufikal. Gefchmack verdahkt 

', tend dafs Er$ za.feiner Zeit, den Ton der Ope- 
jrettenmufik und des Vqlksgejanges better zu 

, treffen verftand , als viele der geraufchvollen 
Xompofiteurs unfrer Tage, die* halb betrunken 

•■ den Hinunei erfturmen, und fchier die Holle 
aoajtt Eaukerf wild Troinpefceiik. beiahren wollen. 
rrrr Und wo. ift eine AnftaU,. die jeneir obigen 
ahnlich -ware? Was. da noch war t geht lieber 
«doh. gerade ein. 'So bliihten ehaitials unter 
Molle die Cadre und Kirchenmufik in Magde* 
kurgi jetf* hat u:an £eit em$m Paar iahrert b.ei»» 
naW gar keineft Ch^rgcfUng , mehr auf den 
5tr»foen: gehdrt, jaabd in Gone.erten war er 
Aufeeril Vfchleeht :Hier hsim man iein Choir 
Mftehr ©rdentlich befcitzeii ,ur*d die Kirchenmu- 
fik ift unter aller K-ritik erbarrtilich, vnieH*i-. 

. fende und . Einheiuaifche in M. yerfichem. 

Maehften* iiber dJe.Mufik Magdeburg* ein Meh- 

_,y&esL.l ^ ■■'■■v •-■-••.' > v. ; ' /..» • ■'•""'■•'- .-.■-:•■'• 

. « Es- Mint vielleicnt zu Nutss und Fromnteny 

\-m9XUt. kSt notch fi%en*fe verdie»te Tonk^nft* 
ler > tUe inir bekarmt find,: nahmfcaft maehe s 
wekhe alle m Singerchu.len untl Ghoren^ihre 
•rft& unut BUdung erhielter*. Eff fmd r Ga<t?)i- 
'""»ii»- €fcrip- J&arkftardi Joh. Kriegery Joh. 
'ikmsu (jada Kiilmau)* Tel&mann, 4dhmg 9 



Sebaftian Bach, Triedemann (Vielleicht auch 
Emanuel) Bach, Fafch, Kapellm. in Zerbft, 
der Vater unfers venerablen Fafch in Berlin, 
Heinichen, Biimler, der Kapellm. "Carl Hein- 
rich und der Concertmeifter Joh. Gottlieb 
Graun, Schroter in Nordhaufen, Homilius, 
R6ile 9 Doles , Hiller, Turk, Forkei und eine 
unzaligb Menge anderer Muiiker und Gelehr- 
ten, von welchen ich nur den grofsen Joh. 
Matthias Gesner, nennen wili, find ehemals 
Chorfchuler gewefen. Ja fall alle Cantoren in 
proteftantifchen Landern haben in Choren ihre 
erfte Bildung erhalten. Sind diefe Anftalten 
nun nicht wichtig, unci follte man fie nicht 
uberall zu erhalten und zu heben fich «be- 
muhen? 

Dent. Catharina JLang t Hofjditgerin in 
Mjinchen. 

Mi'mchen. Auf unferm Theater macht Dem. 
Langi r eine ^^ Schiilerin der beruhmten Mad. 
fyen&ling in Manheim, ein junges und fcho- 
ne9 Madchen von achtzebn Jahren, als Schau- 
fpielerin und Sangerih, Epoche. Sie verbin- 
det mit mufikal. Kehntniuen eine helle und 
reine Stimme, von betrSchthchem Umfang; 
ilu* Vortrag ift GefchimckvoH r ohne Ueberai. 
tlu'rigeri. Ini Adagfo reifst tie jeden zur tiek 
fteh Empfindung hin , durch das Tragen ihrer 
Stimuie, die Simplicita't ihres Gefanges und 
den richtigen Heizensausdrnck jeder Leiden-, 
fchaft. hi. den fchwerften Paffagen im AXUepo 
ill ' die geringfte Note ' hofbar ? kicht und flie- 
fsend hangt eine an der andern, fie fingt fie 
ohrie Verzeirurig des Mimdes oder g^waltfame 
Sfenltiirg utid Dehnttng des Kftrpers. Auch 
hat fie die Gabe der Deiittichkeit in hohem 
Grade; da man hingegen bei manchen Sangern 
'lind Sangerinnen oft erft am Ende der Anerj, 
durch,, ein aufgefcftnapptes Wott bemerkt, in 
welcher Sprache g^fiingen word en ift. (Leider 
fehr wahr !) Di? Jtolle der, Julia im Romeo 
nttd Julie von , @eo?g Bejt&a Hft ihr Triumph. 
— Da& Publikuai inierelfirt fich warm fiir fie, 
ruft fie cifters heraus und giebt ihr anfehnliche 
.Benefice- Vorftellttngen. (Das macht in der 
Tliat dem MiXnchner Pubfikuatn Ehre.) -~ Jetzt 
ift fie mit ihrehi Vater nach ltalien gereift; 
aber, nach geendigtem Carneval hoft man fie 
Wieder hJer zti leheh. Sie ift nun als Hof- 
fangerin vOm Churfiirft v. Bayem engagirt.nnd 
hat 3oo Ft. Reifegeld erhalten. 

. . Fr. 



at 



In PPlen wird efn mufikal. Theaterftuck : 
die mufikalifche Akademie von Luigi Torelli 
bisVmfen auf dein Nat. Theater gegeben, das 
man wohl na'her su kennen wiinlchte. So> 
•wird auch zuweilen in 

Weimar eine komifche Oper m zwerAkteiv: 
Hokus Pokus vou Dittersdorf aufgefiihrt, die 
noeh bios im Marwifcript vorhanden uad neu 
(von wem?) bearbeitet worden ift. Was hat 
diefe Oper fur eigenthiiniHchen Gelralt? 

In Hamburg fieht man oft die Vbrftelking 
von einem neuen Stuck : die geplagten Mhe- 
tndwter, welches eine Fortfetzung der Oper 
Lilla und komponirt ift von Schack. Die Mu- 
fik ift an fich fehr brav, mufs aber, bei dev 
grofsen Vorliebe fur die Martinifche Kompo- 
Ution, zuriickftehen. 

In Berlin ift das Kdfichen mit der Chiffer 
in den paar Wochen nun fchon zum zwolfien- 
male vorgeftellt worden , tind letzthin haben 
der regier. Ronigin Majeftat, feit fehr langer 
Zeit wieder ztim erftenmal ? diefe Vorftellung 
suit Ihrer hohcn Gegenwart beelm. 

Erinnerwig und Bitte. 

Herr' Abt Vogler'-witA. hierdurch* offentlieh erinv 
nert und gebcten , ft;in offentUch ccthanes Verlpre- 
chcn, die Bckauntniachung der Preisfchriftcn des 
jdagnijieats, mil deuen althctifch kvitifcher Benr- 
tlieiliing, betrefl'end, nicht Linger iinorfiillt zu laf- 
fen, und die Concnrrentcn mit jZmnckfendung ihrer 
Partiturcn* welche fie fchon feit einem Jahrc mit 
Rccbt zuritckfordern 211 kuiineu gljubten., baldigft 
in eifreuen. 

S. K.P. MiT. B. H. lh S..W- " 



Im Liebhaberconccrt ward StabatmaUr von Ro- 
lieivald gut aufgefuhrt, von welcher' meifterlichen 
Mufik nachfiens- mehr. 

So eben ift von Htii; Otgaiuft MttHer eine <?** 
price pour le Clav. ou P. F. (in der N,3. M. 16 Gr.) 
Im Stich erfclrienen, die auch itahcr- attgeaeigt weiv 
den foil. ' 



Op/er 'der LleSe , ein Schaufpfel mit Sefang im 
Klaviei auszuge , kuudige fch bis zum lften May auf 
Pranffttieratv zu 20 Gi*. lachfifclr an. E* werden uieht- 
mehr, als befiellte Exempl., abgedruckt ; Col lecterns 
erhalten das .eilfie Excmjpl, frey. Die Partitur des 
Stiick* ift abfcliriftlich fftr 4- Rtlihv zir bekoriimen. 
(Die N. Berl.' M. nimmt Beftelluugen an.). ZieiSr 
tm Maedeburgifchen. 

D Villittemm, 



Auf felgende- drei zu Oftern herauskommenden 
Werke wird in der neuen Berl. M. H. bis dahin 
Pranumeration angcnommen; 

Auf den Clavierausiug der Operette:. Erwinwna 
.Elmire von J. F. Reichardt,. als den erften Band von 
deflen Mufik zu Gothe % s Werken , 2 Rtklr. in Golde. 
Collekteurs erhalten Aas 6te Exempl. fiei. 

Auf da»3tc Stack von Rerchai-dts Caciiia 1 Rthlr. 
KoHekdburs erhalten das 4.te Exempl. frei. 

Auf Spaziers AuswaJil leichtar Clavierlieder 
16 Gr. 

Jhi der neuen Berl. Mufikhandlung find far hev* 

gefetxte Preife folgende geftoehene Muji- 

kalieii zu habeu ; 

Miillev (A. E.^ Caprice pour le Clav. on P. F. op; 
4. Offenbach, 16 Gr, — Miltico, (D. G.) Nonna pen 
lar dormire li Bambini, dito, Neapel ,, |3 Giv — Du- 
rante (Francesco) 6 Son. p. il Clav. divife in Studit « 
Divertimenti, iJj. 1 Rthlr. — Hadrava, Sonata pelClar^ 
ib^io Gr. ~ Ferrari (G. G.) 24 Variat. p. il P. F. Nea- 

»el . io Gr Pichl (W*) 100 Var. pel Clav, fttllft 

Scala del Baflb fermo, ib. 10 Gr. — Tartini (G.)'L'arte 
dell' arco e ftano 5o Variaz. perYioliho e fempre collo. 
fteffo Baflb, ib. 10 Gr. — Anna* (D. G. D\) 6 Mi«. 
capriccioli cavatterizati , e 6 Contradanxe per it. Vio<- 
lini e Baflb, ib. 5 Gr. — Haydn (G.) Eco per 4_Vio- 
lini, e 2 Violonc. ib. 10 Gr..— - duo, Gioco lilarmo- 
nico o /ia. maniera facile per cOmjfore un infinito- ini- 
mero di Minuetti anche Cenza fapere il Contrapuufo>, 
ib. 5 . Giv. - "r 

Ferner: gedruchte Sachen^ 

Ileffe {J. H.) 24 geiitl, Odcn und Lieder nnd" eine 
Cantatc mit Melodieeu furs Clavier, nebft a YioJLien 
und Baft, 1 Btlilr. $ Gr. — Spazier, (K.) Lieder nnd 
aadro Gefange f(U* Freutide cinfaohcr Natur, 1 Rtbi. 
8 Gr. — ' Hiiler (J. A.) •Anweifung zum Violin (pielen^ 
fUi-Schttler und zum SelbitunterricJite- Nebft einem 
kurzgefats ten Lexicon der fremden- Wiiitev und Beneii* 
nungen in der Mufik, auf Schreihpaj* 2» Gr.,, ,nu£ 
Driickpapiev id- Gr — ■ ReoueiL de uiavche? poiu t'a»- 
moe nationale, arrangees- pour, le Clavecin 12 Gr.-*— 
Flafchner (G. B.) 20 Lieder vermiCchten Inlialtt fttv 
Clav.. und Ge fang, a8 Gr..— Dittersdorf 20 A113L £«at$ 
Clav. bearbeitet naclr den vorzUglichftcn Arren rnw-der 
Oper: das rot lie Kappchcn,. 8 Gr-. — Deilclben. iaditt> 
aus Hokus pokus 6'Gr..-- 6 deatfelie Tanze nasi* tftr- 
kifcliem Gefchmack, 4 Gr. — Tag (C. G.) Lieder des 
Bernhigung von MHtthiflbn und B'iud*. %2 Gf, — ► 
Defleu. neue .Melodie zu; Wir glilnben aii'etc, a Gr- 
— 'Reichardt, ( J.. F.) Gefttnge £&•$ fchdue Gefehlechr, 
1 Rtlil.4 Gr.— Stengel, (C. L.) Romanze aits der O-pe. 
vetjte: derDoctov und Apotbeker. mit aVerandei'migen' 
f. CI. 8 G*. — M ozart, ( W. A.) 12 Mennetten fittr Ja*«Sbi- 
vier ifter, -ater und 3tev Tlieil. 1 Rthlr. 12 Gr.. — Hafa. 
ler n (J. W.) 6 leichte eiav-Sbn. , wovon a rait Beglei- 
tung eincr Fltite oder Violine. uiid. eine fur 3 Haude 
«u£ 1 Clav. i&et Th^ 1 Rthl 



Sechs Clavierlbnaten , vom' verll. KapeUmeiftc* 
Wojf , follen in der neuen Berl. Mufikhandl. auf 
Pranumeration zu 1 Rthlr. ft Gr. pr- Cour. heraus- 
tostmeuJ Coll«cteuis erhaltei* da$. 6& £sempl. fc<oV 



Das Hufikftflck ift ajis eiiieu Sammlmig; vow Ge» 
0rigen-, die^ vor drei Jahsen- fchon i«- den Dr-uck. ge- 

feben, erft kiirzlich bei Gehtm in Neuwitd herausge- 
ommen find, und .nachftens vom Verf^ folbft, nach 
"Wtodigkeit, beuttheiU werdoa foBcn^ 



3& 



An den Fr tailing , von CarllSpaiier. 



Nlcht zulebhaft. t* *. S S ± * 





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Steig*her.ab auf ro-fig-temG*. fi» - der, D5^ der fchii - nen Er - d« 






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Lieb_- ling, jun-ger May! Sieh, der 



Neu - erftand-nen Ju 



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*«!M*wm^»wm^. 



^ SctttKV au« Biild&n Lufien SeegensgiiiTe, 
- ' Brtn^^erneHteS' Leben . jeder Kreatur 1 
Alles freue dein fich, uud geiuebe?.. . 
Deinev Mildc Wonnefjnir, 



In mein Her* auch kcble ftifsen Frieden, 
Stinune fauft nuqh zu der Wefen Harmonic I 
Dem nur lacheh ,die Natur zufriodeu, 
Der da riiiJ4 Ui, gut, wie fie, ' 



Niernufs^ ic& den fiifsen EihLlang ittheit, 
Gottes .lauteStinime-' -r femes fingers £pur5 
Nie von mir : er^fefsie oeufzer hOren": 
LUbe B.iiamtim Freude nur, •*- ' . 



-».." ■ ■/. 



, 4 



Lmtlfcy r<£, fiirfiiv W ff.ied. 



BEIVLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

N E U N T E S STUCK. 
Den 6ttn April 1793. 



Das beriihmte Stabat mater von Pergolefi, und Jones mag nun wohl To ziemllch der 

das noch uuberuhmte von Rodewald. Grund feyn, warum die Verehrung gegen Per- 

Der Ruhm mancher Kunftwerke hangt nicht golefis Stab, mater fo weit getrieben wird, und 

i miner allein von vorziiglichem irmern warum man dies Heiligdmm, das zwar feine 

Werthe, fondern fehr viel von dem Zeitalter Schonheiten, einfachen Gefang, Ausdruck der 

ah, worin fie entftanden, von dem Lande und E'nipfmdung , fchlichten edlen Stil, aber auch 

der Schule, < welche gefetzgebend geworden find; ; viel Leeres und Eintoniges hat und wenigften* 

von den Schickfalen und perfonlichen lli'ick- kein iu fich felbfk beflehendes aufserordentli* 

fichten des Kimftlers; von dem Umftande, ob' ches Pfierk ohne Uebertreibung genannt wer- 

fchon etwas, oder eben To Gutes von der Art den kann, gar nicht anriihren und et\va9 An-' 

da war oder nicht, und vorziiglich davon, ob deres damit vergleichen darf, ohne fich Tadel 

fie durch lleifsige und feierliche fPiederholung zuzuziehen. Indcfs, dem fey wie ihm wolle, 

clem GtdaclUniJfe der Menfchen iiberliefert, Red. glaubt, ohne Pergolefi zuviel zu thun, 

und durch das ftete Anpreifen gefchatzter dreift behaupten zn miiifen, dafs llodewalds 

Schriftfteiler und infonderheit Dichter iuinier- Stabat mater , was wahren Geiftes - und Kunft- 

dar empor gehalten werden. Was ein fa ch ift werth betrift , weit iiber jenes, hinausgefetzt 

und Gefang hat, follte auch der anderweitige und den iibrigen klaffifchen Schatzen deutfcher 

Kunft werth nicht aii/serordentlich feyn, das Kraft und Kunft mit Ehren beigezahlt zu wer- 

wirkt auf den grofsen Haufen ; und wenn es den verdicne. Pergolefi und Vinci lieferten da- 

riun ' gar zu folchen Zeiten ftets wiederhdlt mals, als man an der Sucht zu kiinfteln fo fehr 

wird , in welchen die Menfchen zu Emplindun- laborirte, fo ziemlich die erl'ten geiftlichen Wer- 

gen mehr aufgelegt find (z. B. zu religidfen ke, die in einfachem Stile gefchrieben waren. 

in der Palfionszeit) fo Unit es fich ausweridig, Jenes St. M. bleibt alfo immer in feinen Wiir- 

wird eine Art von Heiligthum, das einem lieb" den, und als Denkmal eines ftltem italienifchen 

und theuer ift und bleibt, ziimal wenn man Kimftlers aller Ehren werth* 

es friih fchon kemien gelernt hat und alfo da- In Rodewalds St. M. herrfcht auch ein 

durch zugleich in unfern Herzen Saiten ange- durchaus einfacher, edler und grofser Stil und 

regt werden, die der fufsen Erinncrurtg an fchoher, riihrender und bedeutender Gefang, 

den Frfthling unfers Lebens ertohen. Was fo der fich durchaus halt. Aber es enthalt noch 

einmal feftfitzt, dawider lafst fich mit keiner mehr : iiberall Kraft unci Reichtlmm der Har- 

kritifcheh Uhterfothurig aiifkommen, bde^r man monie 'und fchOne, liin und' Wieder dreifte 

ladet den Unwillen feiner Zeitgenoffen auf fich. und frappante, obwohl ftets ungezwungene Mo- 

Dafs man aber dajriiber oft das Beifere ver- dulation. Der meift undankbare Text ift gnt 

kenne, weil es neu ift und ein gleichzeitiger behandelt, jeder Satz hat einen gut duichge- 

KiiriUl«r, oder bei uns Deutfchen, wenn es fuhrten Plan. Die Inftrumentalparrien find 

ein Deutfcher gemacht hat, das kann wohl brav angelegt und tragen und bekruftigen den 

nicht fehlen. Das Vorurtheil herrfcht iiberall, Gefang, ohne ihn zu iiberlfiden ; infonderheit 

auch bei den fchonen Kunftuir ftnd die Blasinftriunente, vorzuglich die Hor- 



34 

ner, gar nicht gemein, vielmehr treflich be- 
nutzt. Nichts ift d.irin leer und moilotonifch, 
unti wenn ja zuweilen ,eine leife Ahnung da- 
von aufkommen follte, fo ri'ihrt das vom <S/7- 
jeb felbft her; denn, nach bekannten Gefetzen 
der inenlchl. Seele, kann man es mit brauri- 
gen Empiindungen , am .wenigften mit den 
kimjllich,, errcgten ,* niahfc auf lange 'Danei aus- 
haiton. Die Duets find vortreiiicli gearbeitet, 
zumal das erfte, dritte und das fugirte Fac ub 
ardent cor nitnim j und von den Solo's* hervor- 
ftechend fchon Cujus animam gementcm und 
Vidit fmim dulcem natum. — Die Parti tur ill 
fi'ir den , der .fich von der Wahrheit alles del- 
fen felbft iiberzeugen will, in der N. Berl. Mu- 
fikliandl. ffir 2 Rthlr. 4 Gr. zu haben. 

Es ware wohl zu wimfchen, dais Hr. Ro- 
dcwfild in CaiTel , . vorziiglidi den fdionen her- 
zigen, einfachen Gefang der verdienten Dem. 
IHiclas und des braven Sangers H;n, Aiubrofch 
gehort hatte, wiewohl Mad. BacIauauH,,Mu\. 
Scbald und Hr. Franz,, die alle die Partien un- 
ter fith vertheilt batten, audi recht gut fangen. 
D.ie Begleitung, . ki. Liebhaberconeert war im 
Ganzen gut, nur mancbmal etwas zu ftaik. 
■Man die Ripicniften widen oder beherzigen. 
tloch gar nicht, wie fchonend und bediichtig 
man mit folchen Kunftwerken unigehen muife i 

Caprice your le Clav. on P. F. covip. cb 
dedie 1 a S. A. S. Monfcigit. le Fr. Frede- 
ric^ Due dc Saxe- GotJia etc. par si. F. 
Midler , a Offenbach chez Andre (N. B. 
M. 16 Gr.) 

Ein nener Beweis der vorziiglichen Anla- 
gen, tier bereitS; ei-\voi,beilen • gri'mcTlithen Kennt- 
nifs und Erfahmng ; in der Setzkunft mid des 
in guter, Schule . gebildeten Gelchma'cks des 
Hrn. .Organift {Midler, der feinem Vater in 
Rinfeln, einem Sthuler Seb. Buchs, den er- 
ft;en Unteirridit yerjdankt. Man fieht an die (em 
Produkte aberinals , wie erniter, geavbeiteter 
und felbft gebundener , Sajtz licb fehr gut mit 
:melodifd,iem Gefange yereinigen laile, wie we- , 
nig die Klarheit, darunter Iejde inul wie gem 
mail Schvyierigkei ten iiberwinde (denn man 
hat anit dem Aljleg. far. und der Schhifsfuge 
zu^tlnan} und fqlche Sadien, die fur Vex'itand 
und, Phantafie zugleich gefchrieben find , yvie- 
derhole. Allen Mufikfreunden., ,die iiber , das 
Gemeine? hinaus find, mag alio audi dies Werk< 
de3 Urn. Verf. , eben fo angeicgentlich,, wie; 
feine Sonatenfammlnng, cinpfobJLen .feyn. — 1 

Aus befonderer Achtung ,1'ur einen jungen . 
Kiinttler, der fo. viel verfpricht, und xm\ inn 



zugleich furs kunftige vor Nachlafsigkeiten bei 
cincr feurigen Arbeit aufmerkfam zu madien, 
mogen einifje Kleinigkeilen, die ihm gewil's nur 
in der Eil entwifcht find, angeinerkt ftehen. 
Die* Verriojjpelung der Octave von der 
Oberftimme, die einigenaal vorkommt, that 
bei fo kurzen Satzen nidit gut. — Der zweile 
•Rythmus hnAll. fur. bat 5'Takte,' da dei' erfte 
nur 4, und der folgende, der zur Domin. lei- 
tet, tleren 6 hat. Das Ohr ervvartet, in der 
Begel , Symmetrie und ahulicrieu Fall; Aus- 
nahme ill nur fiir den aufs Aufseiordentliche 
kalknlirten Effekt. — S. 7 follte in der Figur 
auf 6 von as uicht \ e, fond em ein b, es fal- 
len, zumal da der Bafs die reine Quinte an- 
giebt. — In der treflidien "Fiige "aus C moll, 
worin wahre Meifterftellen vorkommen, linil 
ein paar kleine Flecken. Die ftrenge 1'uitatiori 
mag entfchuldigen, dafs das Thema gleich mit 
d eintiitt, tla es, nadi ()en Begeln der Fuge,- 

reiner c es e f fis g eintreten winde Das 

Retardiren . s der Septimenanllofiing Syft. 9 ift 
febr zulafsig und bat Automaton fiir fich; 
aber die nadihen'gen Octaven mit den unbe- 
deckten Qiunten b und f, as und es klingen 
etwas leer. — S. 11. Syft. 7 und '9 treten die 
Nonen zu frei ein; Syft. ,9. T. 3 und 4 ein, 
paar Qctaven. Syft. 14 und i5 zwei Quinten.. 
Sokhe zufiillige Kleinigkeiten mindei'n den 
Werth eines lo Ichoiien G;;nzen gar n'icht, und 
der belie Kopf uberfieht zuweilen, was der 
arnifeligfte K nlifdniliueifter aufhafcht, umjich 
damuch auch Ebiuas zu dinikeu. , 

Wer andever Werke recenHrt, mufs auch 



feine eigenen recenfiren koiinen. 



Alfo : 



/ 



Fiedcr und andere Gejiinge , fur Freunde 

eiitfacher ftalnr. Der , regter. Fur/tin 

Louife ill Filed u/gee/g/ict von Cari 

, Spazier. Neuwied .bei Gehra. (N. B. M. 

. 1 Rthlr. 8 Gr.) 

Der Verlege.r hat zwar offentlich die be. 
rfieidcne Aeufserung gewagt, „dafs, nadi thin 
„Urtheile von Keniiein und Liebhabern, eine 
„folche vortre/liche Smnmlung noehnicht vor- 
„handen fey.", Ich aber fage, dais ich jetzt 
wollte, dafs jene bunten Sachen (denn es ill 
fpgar eine formlidie Arie aus 1 einer Cantate an- 
geha'ngt) die bereits iiber ein dreijahriges Al- 
ter haben, grofsentheils ungedruckt geblieben; 
waren. Denn was auf dem Tirel iiehjt, ift im 
Werke nicht fdir wahr; das wenigfte darin find 
&ieder, .und noch weniger find lie einfach. 
Ich denke jetzt befl'er zu wiiTen t was zmu Liede. 
gehort und wiuifche, dafs die einzelnen Pro- 






fcen in den muf. Blumenfhaufsen unci befoii= 
tiers in tier iieuem angekiindigfee-n'- .diiswa/tP 
Icichlvr Klavivfliedcr , das beliafigen mb»en. 
Ueberhaupt habe ich von Anno in'62 her eF» J 
nigo frahere Jimf. Siinden ,211 beienen; clenke 
aber, dais ich darin manchen Uainigen Miu 
genolleu hr»be, weiin civs gleich nicht geftelit. 
Wenn man jnng ill und noch nicht viel ge* 
tlacht und fdbft gearbeitet hat, glaultf man, 
alios, was man hurvorfprudel^, ley gut; man 
will gelehrt fhiin, und iiberf'adetj inacht dine 
Jyieiodey, .und. nriuiift denn cinen liattlicheix 
Bals unci eine lecht. gd'iiliie Harmon ie tlarun*- 
tor, niul (iann diufen 11 ur noch gefallifie Fremi- 
ti hin/.ukomiuen , die gar zn fj'uberlidi mil 
dem Knabcn Abfalon veruihren, fo h'iuft man 
(hvmil in die Well hinein. j ■;' ' : 

< Obgleidi es nun alfo den meiften tier vor~ 
hegenden Sathen an Vollendung, an gutem 
^uf'ihnitl. , \\t fogar an dnigen Slellen.an reir.er 
Harmonic: I'eiill , to ill dodi nidil. Alios darin' 
lo gan/: IV.hlechr; und da das MitrdiiniJsi^e 
audi leinc Liebhabei' finder, fo ]iiii«cji die Din= 
ger nun, da nichl.s nielli- /.u ander'n lteht. , ih« 
j'cm We» fordeiiaiiili mac lien. Was mir in der 
■!. SaniMil'iui"- '"noch fo ' z'icmticli ' 



■'] "■ • ■:• !i"n Ian.'.: r; 
gel'ulit , (k'lleii ili 



mul tin: 



■4l.IK.Ue .^i. i 9 

o, i!, i.i, i:> (vv!'\\()iil i;m« ftHuhe Ouinllc daiin 
iit) -i"-, (lit- ll.diade ■ !(,-». o) /inn 'i boil und 55. 
An Driu.kl'diUjrii ill "nidus ; gelpai t s die man 
alio clem Antor. .nicht anl'die i\echnung fchrei- 
ben wollc. U; brij.:ens enl.Lall. dor fan«« Vor- 
be 



Jliaiidieii nicht iibel aelaaten Gedankcn. dur 



lleher/igt zir warden verdient. 



Sela ! 



Dor T/cnihnito KlivieiTjiieler und Organ ifi 
ana I , '.i!'".rt Jlafh-r j(t jiinglt vom GrolslurlLen. 
von h 11! -land mit 1000 Fiubd, afs' Cla-viceiir-' 
balJlL engaiiirt Worden. UjhI fo audi mit cben 
liiotem Gchalfc der bekanntc blinde Flotenlpie- 
ler Union. ■ ■, 

Ankimdi g uv g r 

Da vcrfcliiedcne inei.uer Gonner unci Frennde 
mcinn Coti:j)ofiiioi)en ah demit ben Liederii ■ ilirua 
Jieikdls gc-.viirdinf: r , und micli ei'iiiunlcrt lialicn, 
fdl'ciie ant Sn>i'ciipuoii lit'isuszi)gcb(;n, 'fo wnn-c icu 
diclcn ciliin Sclirjit, iiicinc Arbeit den AuaciT (.-in(.s 
etdirlLis I'n!>ljkinns vorz»leg«n, die l'otfic-n "iind von 
bth.aiuii.tii duiiifclicn JJirJiterii. iJer tfubfcriju ions- 
preifs ili. vicr Mark di'milch odcr 16 j^i. den l^onis- 
ti'or 6 ILllilr. Copenhagen den 7. Jannaiv 1790^..,, 

F. 1\ C. A, I'.arlh, inn. 
Kcmig;]. diuiifdit-r Capdl-Muiicus, 



Auf fol^endo drci zuv Leipziger Ofiermefie hcr» 
ai;-skoinnioiulen Werkp wivd in der iieuen EcrL M„ 
H, bis daliin Praiuinieration an«ein>nuncn ; 
, ._ . Auf den Clavier.niszug der Opercttc: F.nvin und 
Elmire von J. F. Rcidi.ii'd'i, als den eiiion .Hand voij 
de/len Mufik zu Gut/ic's II crken^, a Riklr. iivGolde= 
Colltktenis crlialleu das file J^xenipl. lrei. ° 

Aid' das jte Si title von Ileicliardts Caciiia 1 Rihlri 
Eollekieiirs erhnllcii das /jie E.vempl. frii. 

Auf Spaziers .Auswalil Idcktcr ClavicvlicdtK 

m Gr. , ■-, -■■ , ' "; 

In dcr neiicn Her!. 'Mu fihTiandttnig' find fi'ir heia 

gcjet^Le' 2 ? fy.ff. folgcnda gedructu.e JI11JU 

kaiicn zu habeni 

Koike', (J. Ck) Veranck'ningeu furs Clav. fiber? 
F.S iii fin iialbes Ifininielieitb ele. von j. F. }\ci? 
cliardt, und fclilunimrc Jiiibclion e'c. von J. A. l\ ^diul/.j, 
'in "Violin and ' »iskaii'tft:W'iil!l'i fur 10 Gr. — Hal's- 
ler (J. "V\'.^ <> lciditu Clav. Son., wwon 2 not Jiff" 
gleituna; emer Fliile oder Violitie "und e'ine " fflv droL 
IT.nndo ant'Einein Glnv, lltey Theil, 1 lUlil. — bdhoi 
ator^I'licil, 1 JLrliir. 12 Gr. — 6' dito, 3ter 'J'h. 1 Rihl.i 
•— o'dito wcivon f) mit liegl. einer I'lole odt.'K Vio- 
line' und ues Violoiieeils, /iter 'I'd. 1 ji.ihlr. 1 ;; Gr. — »' 
l)tJIen /jli klciuc Oip;IIiu<.ke , thcil's' 7,1V Clioralvor- 
fpideir beiru -ollWiul; 'G«UosJu>iiit y ..ikdls xur -Priv;U4) 
(ibiui^ fur angdieiide Or^clfpieler und, KchuliiieilteL* 
fluf dein Landt; buiiiimu^ 2 Rtbir. — - • G«ii i.be 1 -.sj (C. F.j 
20 -Milrfrlic-dei: Kona^l. -Prciif*. Ai'nwe ^iva-llU^ ipra 
\" f-* 1 "' — /^ibuJka 1/1. deiilf'clio 'J'iuize fur das Clav\ 
6' Gr. — /wolf An^f. in volUi.. Mulik mir. Tomcii 
naeli J)iucr.sdorf Opci-" ! N;] 
kdlpief 1 .JJikliv— Mi 
oluic .Begleilini'5 de's Glavierr, 
id Gr. .— . tAuswalil" der voiv.uglidilieu Ariel 



lit fit i: dcr 111; ten niul fvhlniiL>:n J.dvdcnirfaiig ( 



us Pokus, (wdev: UasGau- 
odiecu au'Ojiedijru.,, iui.L «.n!ei* 
b .eiliai^ dc's CHavievr, ?.n /ingen,- crfiev He'fi p 
K5 t.rr. ~- tAuswalil" der vor/.ugliclilieii Alien aiut 
GfiSiin-caus JJ'iltdrsdoils Opcr: da-i rotlie -K.ippdi.jM,, 
"V Giav: /tus/.aP« von Sch,miedt, 2 HiJdr. — lia ( -.!is„ 
1 . ,: f h :' 1 '") 2 J-i rant-yen ai?.i dem '^cJibjswio- . holltei-u 



•nilclien^Gu^uipbuclie lnit ihrer bekannieu' iM. I,,.i i( v 
iiir 8 Siii^/Huiaujfi.^ jn zwei Clidi-en und dem d.r/.u, 
g/du>aa.eis. FiOuknUenl in J'.uliiiir j i'oldr. — P,eul!(r s , 
(J. G. .Ji.) kleine nuijikalilelui Unrerhaltiuifen fur da* 
Glaviev, ,)«bit ei^iajeiv (.Jef.ui ti . : n y 1 Hut 'flunk, iLi'Gr.— 
\\oJI, (G. 1.) Untci-riclu iin'Glavierfnieleu liter umi ; 
? l{ir J!!\£~ G *'. — IJcflfen Unu-i'i'iclit in tier biu-c- 
knnlt « Gr.-~.Dc/reii kur/.iiefafsies muJikalildics 1c 
xicon 5, 12 Giv <■■■:_ ' " 

Femer foigepde ' in Paris ; g'eftochene Ciis -tlas'' 
Clavier arrangirie ■ OuveVtiircn. 

Ouv. dlAcmidc,, 17 Gr. — dito An Baroier dc 
Seville, 17 Gr. — dito do Rlaife el fid.oi, 17 Gr. — 
fhto da ColiMctlo ■■» la.Coui,-, 17 Gr. — di.u> d«Us 
Gofa .nra, 17 Giv a- dito des Danaide? , 17 Gr. — 
ditode JJardaiuis, 17 Giv,~ dito de Demonfoonie.. 17 Or. 
— duo de J-Jiioit, lyGr.l- din* de k kVa^auvna t , 
17 Gr. — duotle la (itUude viJIaiic, 17 (jr.— duo dr 
la Grow,: de tropbouio, 17 Gr, — dito d'lidii 
ianride, 17 Gr. — dil.u do JLodo vUka . 17 Gr 



tlilo d'lpm^t'iiit: i:u 



Nod: 



;t J.)( 



tint- 



rinc, 17 Gr. — dito d'Oadiue s'i Golon.- 
ne,'T 7 Gr. r - duo d'Orpluk-, 17 Gr. — ,|i,.,> de He- 

a i' u V.' , 1? ,"".'' uo d«il««.iiurd'ait. 17 Gr.— dk« 
de lueJiard., ly Gy 



Dor blode Liebhaber, von Bernhard Wejfely* 
.Andante. . jy fc N l\ I 

B& (^ — g — J" — * — j — —ff4_£-£_ »z=:^=t=± = zz=Hfz 



I P ^ / 1 p • „ . . —_,—_„ 

°» ; ' :■ DelU fch '" acI " e » d • Au - ge fcheint » u fa . gen, daft da niche un - empLdlich 



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• bift, dafs dir mein Blick, mein ftil-les Klagen ans Hermans Hew ge - d'run '. gen 



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rs — r ~*i*izJ!^^ 

oJ ift - Was niir dein fchmach' - tend Au-ge gOnnet, hab' icb su fu-dcrn uie ee 

I </^ " Ngfc & " 




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JP rallentando. *.*.&>. 

It 4-g— — jj—a-^-— 4-n— -^— — . J5f_zz -Czzfrii: =?azzzz=zr*» 

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. Wr& r ben)Wir K i weptten . , Juiflne ,, : dflft v gi I tn^mk 

.$mig.erwiff i t0it $-<np Ciraup? Jf>%\ ,|cfu., p4v< k&ik 

.M J>W.i?4W.: 3&£Fftn; j^eqfcheft Wfcprcffa;nfci; #e 

Poefie ifl: muflkalifcji ppd ?ui;n-t- ,yoi? ein$m djg- 

riihmten Dichtcr her; fall jeder weifs die Mn. 

fik , wenigfteHs'aihli 'Tlleil^ aus^eWdig ; unend- 

: lielil 1 vie! > WiaderheKbmgan ah .ffeierllchdii Zei- 

tidmn-igmhsiliglilmmh'knam'hkl; iidii dainit; arus 
-dsr Kindheit -glbiuhfanv heraaiugeffcri^ma. ' i / 
v ^iAVxvh-il%ketAiei,}iiAffi^i)/)peetuive :ii<Vahrheit 
afcum Grundy- 1 da&' Iheilsfc',. das Stuck fendiuUiitn 

t fiGhi fdbft f ; mebf :..als- &;■ iwideseesfdieuh!.. Art, 
-iieJifi'G^unti;, iwirein. esianichtnaUBin/vdii jeddtn 

^mmxemftifuucled . usad > Jkggrsffiam fWaYcfcjuuirill i tfich 
siifo' httjfojsdafcbtiiiflfa feflfaiflfe, X oiiiy tit Idas Wetsk 
sifat j Snubrmj i >mm/&og&tigli&heun Kkn-HWo^bh y ;;d&r 
sinrdel ewigen/ii%tf/i ^-JjVTni^nfe&bfenjiJi'fgwurtg 
s^ttiMhdf.fficliti'an^dkHland'lO^fc.igebilndeii ift. 
'llaher wird.'idiefc -;Werkii fehasn' 'Werthi:lb^baup<> 
rten^ lb vlamge.dfer i ^tehye'iMsSMlafevdesi ScbOiieai 
oMpkmiuO i mc\-i\bm } jj t.hmh('£o ^ lasigei ifafikf nisht 
sga?w. ^utiMtetl ifiidiiialbit'.iaieijab^eiltii^taiwffe^ni'v^ijJcl. 
-firid'id&Ti iil&uabdl i>mdrd', f «f«M /lverhMea ^>kh»f§ 
?Wm -afiie--.gan!Biliixii6liei Barba^ey 4iasilisidiiiiien s 

- ziiigeUo f en BLu xi^ • fvenfin keiii'v I ' •*#& •• Inan. > 1 aaffli 
ndeifi r Setehen <; 4 ei» i iZsiti .uaniwllhgn. IoBke % . ; feai 
i#cgeB£bfiil^ juari £«ngfj nadsgerade • wiecter..ais p 
■isswvhl derjLfH^era^J'ziK'.J^ddeiff&j Malik* ztu^ickail 1 ." 

- Sl«I»e3i:j buKri; f 'a>i&;£kub McSbn €8 :d etai iwa-hp,; -«M« 



uii'i 






,"BaiU»fnifb/ iSiitr Jluufe Iserbei 9 
(BedSisfaife "ewr. Waltm , • \ > i ! . 
j' ijj.lQb! 

dais in 

des- 



rauns .3iad") Jefe^-t wa-u iLittiBfiimndStsi?,'! 

iind , emtge. anctere •lalcnefcilciie 'tdnlordei'imecQii 
an dierlt^ngp I^qiheic im JvfyunigJaUigen be= 

.trlftp /auh bin .ipicl ^y'ie?d«ir ci'srhebhchc- FlecI$.ois 

'yomndei' 










.michtsi'/lohft ^T8si\Q&fl7ek c^\i\fr6nd3iniaJ^i 'j^icht 
•fich-\ a-i^f A1uscb,»ok \nJl ^KiifpsiijnoTjh 43 dcs 

f 



Ganzcn. I|)icTMci*jntyxiic!?(tLJb f - oilt^L^r .^a dou 




1 ©WJ^^teieM-oflS /,#w 



.einzcjlnCA Gji|ps ImI „ das,\ 
rich tiger iu , .us bei Ujran 



hhh' audi I,']\( 5 |f uj,>"d 



verkonncp C\nd 'unci 



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(I ? 

I Granny (eblt fi» m f;W 
ner, ieichfc_iibei[ehbaier Emb'eit; gj ifl An ?x 
Hvifl'esi 'dFildke'K&S'. SBawilVeT i !sf ' i i'o 

.iPlfeiSfc^ovK^/hofe Wild ?^rt|wiaJl» v «! 9 
Ii 



r(Mh. 



Der Ki-rchenft'ii wecMek mit dem neuern ga° 
lanten Stil ? und oft fi'ihlt man, dais die Be~ 
gleitung s das ICunftiuciudver ihm lieber war„ 
als die Hauptfache", die Sprache'des GefuhLs; 
und wenn man das Werk dur<3| 'jlfit*,} f^ Jlfl/ 
eiriem ? als habe man fich an das Ganze niche 
rec" 
an_ 

ftreben der Theile gegen einander wahrgenom 
men 9 und vermifst den -Qeift. dps Jfyrri^ deSj 
im Graunfchen Werke '"'iebt^ unci webfcf J6r" 
man kann den Gedanken nicht unterdri'icken ? 
dafs man e^T^t'^hTeiTi^rerke'-mr-thnn-hatte^ 1 
das entftand, vm auch da zif fejn \ gin\l\ %m$f\_ 

iften feme 



;;ht^if&h|tefs8ft| kftjpieii ; man <«pt fo vre| u^r 
gel^fiWilV&sJinzIlung, tJiln nlihrtes ^Mde?&A 



,x£pife.. . ^.„i]^iii«»J^iu j p.^ i A(L < i n 



fetht<£u Darik 



dafs er fich beftrebte 3 der Aeknlichkeit mit 
Grann gar 211 gefliifentlich auszuweichen. — 

aJSfffid'.sloch <kaiw$ 'iila9«'T^abreV'&dr©n% 'siwr -elite 

walnd \ebae j diefelbegi' .iuuekii' Merkmala- • babes, 

mid es iR unmoglich, dafe d&cruffl'iifittfuidy-ii&v 

, Hfelpfowhing' aril: i 1 ulifferebtey j f iwiderlurt&ihende 

^At'6 1 auegedrikikb wertJeii^koteiiiB. '■ < ■ ■■ '■•■"■ ■ ■ i " ; r >* 



JL-~ 




'a$ftafc 1 ' J ifet 



lHfet/ J Fd ha^m^vlifclif ''jfi'&elnW'fla'ch 




if., i.\ :j3er%kbgiM "< atfc j 1 uk?^dei£fc} s \&ckwettiib i !g"<?Hk ■ ' 



-s?. 



, (» 



oMc 9 Kbtiigl* &}:eiif&% Khriu 



'Joiiaun 

imemiufefiua.' 4B*.t 1 Bi : 'Mi **ko ' Gir i) 



> 







Frciifv. Ffiiffiskal. (Berlin in der neuen 
Berl. Muilkli. 8 Gr.) 

Diefe find gcnrbeiteter , als die vorigen, 
unci Var. 8 und 9 geben fur die linke Hand 

Jems glue Cfebung. Man kann daher dem Hrn. 
Verf. gute Bekanntfchaft mit dem reinen Satze 
^IjshtAb!|irec|ienf.eiir^?eit]iefi;!l,Xd(|s iii^si Eh re 
Wingf, obwdhl'cd nicht dag'feinzige^il^ was 
211 guter Mufik gehort. Wer das zn feinem 
^in/igen 4 Beftrebeji. snachen wollre, der wi'irde 
lei r^Gefahr' lit iTen, fteife und ungeniefsbare 
Pvudukte her rzubringeru Dies fey indefs 

"Bich't auFcleh iil'Ver'f.' fo graclezix angewendet. 

1'Tiiif ncae vicrjtimmi"e Klrchcn^cjtins;e 9 von- 

"" t:rz:"sve'i'ific"(n. B:'M:'G"Gr.)" 

Diefe Chorale diencn nogli luehr, das vo* 

-kigeXi rthkil 'zu beftatigen." Dcr^erSfe ift voro 

■^i4gIich , 'fca-av',-- i M^'d- dem 'ietxceii ^ Jeais sneine 

Zuverficht , hat der Verf. SebMnm ' Ikchifche 




'liimiiiei Wo' lie fich «mnitk-lbar ouf die Meltfo 
'die Ijeziehtj ift in 'alien Choralen hin nntl vd^ 
der zw nalie an dem Bald. : 

»',i< ,': •, = \The t abrq itsd^i ^n. <Pfj;u% -... .-• t ,.$ 
..-^' Bft3i8(iiicls, ifo siiGBi Mey :BBtsi- desK TiteEs 
'.■l?eJ. / s&ieiV'(It3i St<,'-I<'a*ghau v&ir- der orfte ,Maff~ 
< tyrenaloi" fmnz oiiichon- iMepablik ^ mit grol'sesk 
Beifali.aufSa-h'jrt,-.jft riiokts anders 5 , als t\ab eifto 
'Fache niad -.walir^ '.GeiiaiJildc kiIog 1 ' fchTocklithera 
iB/Jokdba am EfsfaaS einea Befiaurciteviro.' ■■■Alle 
.Erzahhnigen • >auh dem '<kmb'Kialen • find dirinrieay 
.-■ohtne am,- weitcr-eitkasnaliifcho STfiiiduug' 'ia ei» 

■ kion iBifitlt^ aJilaHiit\engeicLiiM)l2€T^ ,. Der .atsroit;3 
.'Aht' Uti)BelietievJ> ^iprJikeofe'. im Hhmlheruri u ■ 'Am 
■Medp±'4 -die' 1 daibe j- • g-ellnl tegi 1 *. x^ortlea Jiswl 9 i Mq 
/jAdoptidns foisier .Tocliter . u^ 1. .'w.. a'Josj I© vjbg 
.<is idife Journal e' berkkfcdi ^feabeai/ ;©aSi/Ein£igQ 
.rjou-'liinsiigeKoninuie' ift 'eihe Scene von einem 
.unfrer ;jimgesi,,Si'ufcaeD^ der fehr . MiizuIVjetlcai 
,:iiiit' uarfeaM nsBcai Gdbrauchen iftj iuid\.dc.r. file 

italvanifcheni SiaESftiltt'Mngetni' eBibskaia^ Nolx^e 

^olcjiQ^iskffvMsiMvsng^. nach 'kelii: £2cll i«.. FteHJJU 

. sieiel^iane&rfiS. , Bfen ;^uf£ «in iheynLtxaziehesides 

Boulevard = fecli^fter herein, .raid die < v-aEige- 

:rftni j xiib ^iKCiiIte'feiaerinuv\ift^> i hat:' imtexXihrcfcrt 

. I<Ioteiav.ora-at&- ■das^beriiluntfi} BueUj, JjJm.\0'-in-rd 

■ tiwi >fsslici jit afeS ; i^aifidloa • .-Olkiqiindes .■ > Uxxfei' 
St\iitBei?>-.'itng?:' ! eo'.)iiia5.fe)dt4;f SiingerajrA . d^r;i,akl>4° 
-gen Gallop-' riis lte«aiiE3t'Gurs;.Mor,.» - Disfe/Bo^f?,, 
.die; Ellodioja) foiiVt'ahK ak .Oai^iaiplr-fpic^, .crUs^ 
-.teiVi; ^(;was/idie;'Srasvjg'>jf£a0acayMji^ilmtrij. .* fti- 



fmgt das Duett lehr.g.iut, unci hat an Made- 
moifelle Ilichardt erne trefiiche Beglei'terhm. ; 
Beide almien den Accent der italiaixifdsen Spra= 
che mid Mufik fo gut nach, als es von Fran-" 
zoien nur irgend'' zu "ferwarten ift. Die ,Mufik 
J%?pflfch'tiff unci gcoehvt. Es hat freUieh vbn 
|M«%. -Jgtaffots 'nieht (abgehaiigon ^-jihi^n Chara'k~ 
[tor auaniiichfeitiger zu atiaclieiti : Die Worte 
'fold' von llah filly, => "" '.' "" "* " ■ ,, 

(Diefe Waclnicht von eirietp §tiick^ das 
■vo'li Seit&V der ..drama.tifc-.hen Erfmdung unci 
'Kfirift fa* -gax>E-,jphi£p -^eftli--ffiu- feyri; -feheisii ' 
!nnd doindlingeachtet -ia&itj .grbTseiig^Bjufall Iia 
jl'aris . aufgefufiilt. AvircU." ~~j 3$. Paris 5, . jvo- man . 
ehedem auf die poetilche Befchaffenheit eines 
Singftiicks fo ernilliche Riickficbt mhiu, dafs 
man foei der erften AuiEulmmg-mit cleiu Text- 
ih\$'ch&/m. d„ei\ .Han.d ,mir clexi ' Diditcr bear-? 
itheilte'," at>p<auc?isH:e v 'oder iauszilditei — erimi'ei 1 !; 
wis an cine ai||riilirliche ftlachricht ?/om italia^ 
lul'duu TJieater in Pi,ris' 1111 zweiten TJicili 
tier vertr.aitcii lirieje iibcr Fraukrcic/i , wo 
cler rnbekarmtc Verlaffer be£' der Erziihl$ng$. 
dafs diefes Theatere-allein ini Jahre 1791 Ncnu 
•-tlurch die Begebenheiten des Tages veraiilalste 
3ieue GelegenlieitsJlucke g#gebeii hatte 9 ,hmzo=-_ 
fetzt ;;«,\Vomi die Wutli des Pariler Publikums 
xiach folclieii Stiicken fortdauert, an denen oft 
der Inhalt den ganzen WertU ausmacht , fcj _ 
^aMiife' das -balcUeinen -iohr- raadilheilig^ji-. £!:&«»■. 
i&lMs rfuf c& Huii'ft frab'din. *'} ' v ,-. " ' ; ■ ' V " i' : 



■ Jiuiijsinftituts der-jfo^ «&/« von ©rami s zura 
Beftdn Her Annen. chlt'cn Urn. Mnlikdir. Ihijl 



.aufgefvihrt. Die Verfanmilun- v.r- fs K - --•■-•i'»- 
veich unci gianzend, unci die >"ujtiJ«. f > f « 
mfbmlerheit durch die reichlid >* l »<> << ck> 

.JPurcU>..Lanilg^ieMc!^aft 8i ,.djc aiuh >»«,£« . 
war, 9 'diesijjfrl 'felir- anfehnlicb / ™ ! ' 
Ausluhruiig, yoai Seller? des )m ti- j _. v/w 1 irt 
fowohlj" als ^cler Sanger unci h.ingeiiiim >" v A" lfl0 
Olivier^. Mm 
Y/iigk « Hrn 



(stfytenfoagtn , den ^5ften Miirz 179?. Ge- 

ftern ward unfers 'Cajicllmcifters Sthiilz vor» 

'tr«Hiche8. Oratoriirm, Maria und "Jqhantyes t^N. 

B? Mrifikh,; 1 JUhlr. 6 Gr.) zuni Seften der 

JApuen mil groisem B.eil'aJi ^ufgefidjit!, Die 

fehr anl'eluiliche Kirche was""fo ganz von Zu- 

liurern angefi'tllt, dafs nicht zwanzig Menfchen 

iiiehr Bauni geha!)t hatten, ohtieradttet ,die 

.tUitee; '7UI- anfeiijiliilien FriJlc/ri bezabk wur« 

.lien*. Es ilfc'jetit yi'elleicht keiiie ..'eurOpajfchc 

;3\eiide|)^5 in _yv'eiclier Mufik nielir ! nhd allge° 

sneijier geliebt wiircte, sis C'»peidiag3p. ; Cm 

fo mehr aber ifi es zu beclaneAii ? - clals das Pu- 

blikuiit in feinem Gefchmack fo hochft eiiofei= 

tig ift A\ifs& .Sc/iidze 9 I\auinanu mid Hay dm 

kennt man faft gar ke' e Coinpoiiiften hWj, 

-ax-d Rvvifchen den .-bciden erften Meirtern ift 

das Publikiiai r.och fo gar getheik. DodiJ?.aE 

Scliulz jetzt^bei weitem das groiscre Publikuxn 

fiir fich. 

Uejfau? am 7ten April 1795. *'"fiwr ChidS ■ 
freitage ward im grofsen Betiale dee Erzi§o 



Iael« liu ft ^ - der ' alLcftcn k»i;iii. ij/ < > 
, /7t^A' unci Cyntor Kind/chit) (iel 
gut ara, und alfo- ; wa? der Effekt dap Mufikj, 
\velelicn Hk; Ruft ilurch. gut vertheiliij ; Hdrn- 
pai-Ltfii: (z; B. in cier .ArieJ . I/ir. ioeic/rgcfc/iaf- 
uai Sccli:n , den Chiiren : Fnmct euch 'aile 
und Hler UcgcH wir~) noch vevftarkt hatte s fehtf 
grois, zunial da «ler grofse Inhult des Stuck3 B 
die l^eier. tfer. Verlaju^'ilimg- an ,dem Tage tmt? 
(leM* \}rxe\ iind di'^ feiit 'veroundeno wcjhl- 
tnatig?e Abll,uht-fich*imtin die Gefuhle mifcjiteij). 
tffawbiirg'i'iXvn 3ten April. -Dei Doctor 
C/dadiii, Erlinder des Eiiphors, ift jetzt bier. 
Er wird •nachllen.s..., (ich bffentlicb auf diefeia 
"Inftnimentc horen jallen unci arlerlei akuftifcl^a 
Experiniente jiiachei» p die aulserli intereJ&BE 
iind. . , ,- ■; 

p'cruiui^rnnzen helm Berliner Operutheaber* 

> An die Stelle des Hrn. Atlejfandrl ill dei? 
• efremniv ^liut-maiiiai fch^ . Cap^lliiieiiier JUghiui 
xmi feai&'r Frauj, yoli'Sr. Majellat dem Eionige 

gerinneiij.,, Sign. (^mtqiii l)t WAd liubiuacci \ 3 Is^cS 
verabfeaiedec warden*. 



JJiejenJgcn, Wtlclifj au? don ci'Acn Ba:iil von lU'i- 
ehardts Mujlh zu Gi>the\r VI- ariicn tuts'.- an!' dc-fll'u 
C'drdia 3t«'S bti'icls, audi auf Spaziers Icirhfii' Kitti/itf™ 
li< tier . »;t:faJfigfi Pr.iimmevan! °n und Sitblcrilicnidki ft'e- 
r.miinlSt Jiabcn , werden Jiicrclurci; gt'/.iciacinl4" , fucat p 
cii/ Vcraciclmifi. derfelbeu unvoiziif'licli eiiiRnisndem 

an die .-,.'■• 

•W^kc Ilevlinifclte Wlitjikhamlimig 
■'' : , -auf tier Jiigfi'bru^kea I : 

Auf des ve^fi. K-applSrac-iftci* -Wolf G aiocfipcJAf'- 
si(jn Clnvicvfonateat wird in- der- .yc«t:n B«vl. Mid^i^ 
limidl. noch i RtJilr. ii Gr«, r^mimHtnuon angenor. ; - 
Kicii. Colisct-saa'a crhalteii das 6tu Ejc-cmpL i'rei. ' 

littler nou&i M&ri. Mu^dimidhmg-Jhi^fpclrncki; 

?m hubcii: '< 

XlatiMXigt (H. ,A^) Sou'itc a' 'A innim 'j'xViii' '» ! 3 l\ 

■. F; fjSTn'^-yS • ifi Or„ — - ituzelucli (C) Sinl'ouic nn - .'"p. 

Je Clav. No. 1. Q Gr. — Ti'inklicd; <icfHndJu;it Urns: 

Nachbar etc. fiirs Clav. a Cir. — • VicvJiii^;, (J. G.) 

, fS^njj/ilsyig, loiclitei- OtfgeWtwokc, 4 ter Thcil, i8 <t?r.«»- 

'Ferncr geftocJien: Jlrit lings, (J. IX) 6 iksjtiiti- 



'4* 






• , . i i Opferballet 'au$ "Mi [ ppe* Enea s . ypa. M^ghim., \ 



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— r^ — 1 r Tr i _J_J. .TTi ■<" iO*tlt--l- ^ riT^nir-Tr— rr -t^tt-: (i-ri-T-mp — -^-t — mtrrntf — r»»>*ap' 

■ • !■ '■•';' — .-ii) o .i . > H .v-'il? tl nr; '!;!'.' - 1 ' 1 l i ' »'-l<.' ! •.'. '^'i <•'•. :'.'•.■■■,'/ i 'j -1B3 ■;.:; r >. ';i;'. 

• r /''. ■}*' ' : '' •' •"'!')'' f'Siil ,•)}■>■ -X'J-.lJl'-'-ij'/t ''" _jJ M .,. ■ -: 






r> f .■ 



- • : * 



BERLINISCHE 

MUSIKA LI S C H E Z E I T U N G. 

E I L F T E S STUCK. 



Den xoften April t793> 



■Sarti>j in Petersburg., 

Petersburg, (ten ?<)ften Mai 2$ 179S. \Sqiti ifi: 
wieder bier und y$n -.tfer Kaiferinn ajU Hpf- 
fcapelliwieiiter rait Sooe R«bel, eincm , HoUogis 
yen 14. Zimmern, dazu gehorigem Holze und 
verfchiedeneii andern Nebenvortheiien enga- 
g«r« Warden, f IXie Kaiferinn hat ihn .diesnial 
pben to gngdig eMipfangen, und diftinguirt ihn 
fetzt bei aUen Gfelegenhejten eben fo auffal, 
lend,. als fie, y»n vor Acht Jahren, da er zu- 
#ril nach Rufsland kam au'f Veranlaifung der 
Madame Todi, die damals alles gait, vernach- 
Jstlfigfce und herabl'etzte. Sard luachte fich bei 
diefer Sangerinn verbafst, weil er ihren ,ge- 
fiihriichfteniRival, March^fl);u, ti n^h. Petersburg 
zog u.id ihn in .feinen Cpuipofitioncn favori- 
iirte. Man wufs$e ; ein gejwilfes Gerucht von 
intuigantem Cha,iak;$er , den ,»$«/•# bei der furch- 
terlicben Cataftrqphe in Coppenhagen , ; wo} er 
damals Capellnieifter war, gezeigt ,habe;n .fojU^e, 
eeltend zu inachen und es, endlich dahin^u 
bringen, .dafs, er wirklich yerabfcHiecVet w>u'de. 
Sard hielt ficii abcr fell . ,a# i\^i, lnachtigen 
iPjOiMkiHiiutler Di^jVjQi) A^fa^g ii a^,pro,tegtrte; 
ajaaft dieferj . ibenutz.te, feijo^ajejritj , lajfsySingeleb^ 
v£Drv iuf eine , W ; eife j , , bei <ljE|r • &ugle I eft .(cine, , £^ T 
£fllkeit gefchnicicbisj^ und, befriedjgt. w«rde f 
JEar fcfeenkse ihn*, <ein: J^f In der ^ufsifchen 
Ukraine, die, fehv^mh W. 'fffcfyfm \,§twwfin 
<feyi\ foil w&\ fey}^ ; ift?i/in den. Stand, dort 
'joine gfo&ft ; $r^e/chn;h}< yon. . jsinigen. \ hund/erf: 
Schiileriit Xnacb. lS &$i ^fcr ifalyZmkhtn, pqnfery.a- 
.tsrien), *u ewickteH, die er unter , dem Titel' 
<ajioi .ittCsifphaMfer^chen Pbriftljeiitenantp .dj- 
j%ii$e. ;Jet&fc* da er die Unterftiitzufig yqxj 
Seiten IeJ»es,-eh^p»aIigenijBefchutzers veripreii 
■hat und boifen ikenjite, dafs ,dj,e l^iieriiM^ 
£wch Madiuwe Zfe^' Jtok J^e^ag^ ge^e^.i§| 



felbft iiberzeugt warden fey, dafs er damals 
ein Opfer der Gabale gewefen* kebrte er yoll 
Zuverlicht nach Petersburg , zuriick , und pra- 
fentirte der Kaiferinn die jRecbnungen von ei- 
ncr Foiderung, die ficli iiber i.5ooo Rubel be- 
lief, welche er nocb" an dem Fiirften Fotenl-f 
kin von feinem ukrainifchen Etabliifenienther 
batte. Die Kaiferinn hat ihm die anfejinliche 
Stunme fqgleith aiiszali^en lafl*en, und ilhi auf 
obenbeuanute iBedingungeri in iJu-e Dienfte ge- 
no»nmen. Er findet als Componift das Feld 
bier frei. — Martini, der durch feine in Wien 
gefebriebenen Operetten, Lilla und der Baum 
der Diana,, anfanglicb bier viel. Beifall land, 
hat fich djn-clit feine hiefigen Arbeiten nicbt er« 
balteri.. .Man .ignprirt ihn lrier fall:. — Cima- 
rofe; l^f, nefonders durch feine Arbeiten fur 
di^ italianifche Opera bi^fa, noch immer in 
guteui Andenken. Seine Arbeiten fur die 
grofse Oper. konnten nur durch feine Gegeh- 
wart und befonders durch die Art, wie er ein- 
zelne , S.tucke daraus felbft am Claviere' AirigJ 
AnfeHen und Beifall gewinnen. Erhalten konn- 
ten fie fich, nicht : fie find , zu gefucht, gezwun- 
g^n, und ^ , pjjerladen. ^uct fehlt ihnen d*r 
grpfse edle Charakter ganz. De.fto vollkonnu^ 
xi$y nnA pi^ariter ify dej- Charakter feiner ko- 
lnikhen Operetten. 1, ^Jv, ', ff* 

"[ Tlieaternmjlk in KM0Be¥g iit Preitfteri. 

, Konigaherg, den 4feV,.AP l #--V7<|3« j Unfeij 
niufiklie'ben^es Publikuni ift atjeU .ver^ingeneh 
Winter, h^ijdurcb.j ikifcig nut Ojper^itten unter- 
halten worden,; inf^nderheit u4i fifjeromn^k 
Knicker und Betriig aus Aberglaiiben. Es kami 
nicht fehlen, dafe tUe kichte un.d gefallige Ma- 
nier v des J^rn. yon JDitterwotyf dex Ach fo 
pn> dfivft S;e^§^(ch^a^, ^P^tbliKuins zu be. 

Li 



^_ 



quemen weifs, nicht auch bei uns ihren Zweck 
vollkommen erreicht haben follte; doch haben 
-diere beiden Singftiicke hicr nicht ganz die 
Serration gemacht, deren fich feine friiheren 
Arbeiten: p er Doctor und Jf&Meker und 
r\f^ "" &. arrt ' n/iau f e zfi erfreuen haben. 
•— Oft Bnd.ot der Dilettant Aehnlichkeiteh, wo 
cler Kermer fie "nicht geValir vVifd; wfcil er 
mcht, wie jener, einzelne Stellen aus dem Zu- 
raniiiienhange heraushebt, fpndern in tier neuen 
Verbmdung derfelben einen voin vbri«en ganz 
rerlchiedenen Sinn zu ahnden verfteht. In- 
deffen iimfe allerdi'ngs mit jeilem neuen Pro- 
duct die Schwierigkeit: den Wiederholui^en 
auszuweichen und iuuner gleichen Keiz der 
Neuheit zu gewahren, uiehr zu- als abnehmen. 
. Audi, die Mufe des, Hrn. Oberforih ath Je. 
fter hat diefes Jahr nieht gefeiert. Sie be- 
Ichenkte uns mit 6in(mi kleinen Stuck: der 
rtunderengel, das iich clurch guten Plan, Hand- 
lung, Intereire und naturliche Ehtwicklun" 
einpfielt und den wenigen guten deutfchen 
Uperetten beigefellt zu werden verdient Die 
flauiik ift von einem feit knrzem unter uns 
wolmcnden TohRimftler, Hrn. SchOAtbeck , ei- 
nem braven Violoncelliften, der durch dieie 
KonipoIitiOn erwieleri ,hat, dafs er die Wir- 
kung der Inftrjunentalb'eglelttthff Tehr gut zu 
beredmen weifs. Minder "gliicklich — fagt 
man -r-, ift fein Gefa'ng, dem man mehr Neu- 
Jicit und Grazie wiuifchct. Wenn gleich jene 
Jcoini fche Laune , (vis contitta) die den ganzen 
lndiyiduelleh Geift des T&fces tlaiflfellt,' ihm 
lebendigen Odein anhaticht, nicht Unmet dejn 
yerTaAer zit Dienft zii ftdm fcheint; fo'kanri 
man a,6ch audi' nidst fagen, 'tMs der Ausrlrrt'ek 
Im Ganzen verfehlt' ware. AlTgemein gefallen 
fiat das Lied: Flink wie tin Jieidcfu-n. Diei'e 
Operette 1(1, nun auch im Klaviejijiuszuge zu 
naoen. '' -v. i t '.n'. i 

'' '. N6cli Wur.cFe cirie heue Opere^e : Jie>'&ftf*! 
mule ydm Hrn, v. ' Baezko 1 , k'qttipqrilrt vVJm 
Mufikdrrector der' GefeHfchaft^ Hrh: Mnhlc ee* 
geben. Diefe* Sirigftiick ift, to virf ich wefisi 
eines der hriiheren Verfuche des wi'udigen Ver-i 
failers £iir> die Biihnej audi ift die Mufik tlem 
Hrn. Muhlc recht gut gerathen, ihfonderlieit 
tftuii" die Chore gme Wirkimg. Die zwei Ope-i 
rtetteH forf^-'uria Bcuda: Loiflfe und Ma- 
B^KV^'-^ !«»«»«■ da^ -m&bUit nnfe- 
Iw fubhktit^s, ifnrf: iHsaf 'inrV B^cte;' )v '• '•• 

'' '"),'"■' '/'mivits tf$vi> Os^fjneleni yA '•*■■■■■• 
«-il' v rr $*&]£ Gerhard WUttKjtM MajMfci 
Inttg hatte bereits ichircn iem Monfe 'beftimd* 



\ 



....... ... ■■■ : ..'*_"' »- '*«» 

tes und ausd rucks voiles Spiel auf dem Forte-. 
pi;ino im hiefigen Liebhaberconcert, wo er fich 
durch ein von ihm felbft gel'etztes Concert und 
eine freie Fantafie allgemeinen , und was mehr 
ift, den Beifall aller anwefendcn Kenner voll- 
koinmen erwarb, fi'ir fein angeki'mdigtes Or- 
geUoucert in der Maridnkirche g"rofse Ervvar- 
4 tttfigen errege, untl er'hat diele-*aueh> voIU 
kommen eifiilk. In unfern Tagen, wo das 
Stadium tier Orgel^ diefes herilithften aller 
Inftriiinente, fo tehr vernachlaisiget wird und 
wo man lo wenig Manner findet, die fich an 
einen jetzt "Icbehcten Fogler, Kfllel und Hap. 
lev in Erfurt, P idling in Schmalkalden, JV*- 
culai in Goilitz, Flcifcher in lirauuickweig 
und andere grofse Orgelfpieler anrdiliefsen , ift 
das ein wkhtiges Veriiienlt urn die Kunft, das 
erkannt und gefcliatzt zu werden verdient. Es 
gehOrt fehr viel dazu. Ein ibkher niufs d|e 
ganzen GeheimniHe der Hamionie voHkoinmen 
in feinerGewalt haben, und dcih'zn 'Folgt, j« 
nachdem die Uinftande es r.othwendig inwii«>, 
bald in einer dreiftimmigen , bald viei- ©der 
Miehrfthmnigen Hannonie reiri, Hicfsend umi 
dem Ausdnick angemeifen zu fpielen wiffeti) 
ein Kompofitenr im eigenti»&>fte*»»: Vevttandf 
feyni der Itieen eiiimtet mul ii> ; aller Mannrgi 
Faltigkeit zu einer fdionen Eitirieit' verbindbtt 
und Frodukte einer glucklicheu rmd . r4idien 
Pliantafie nach genaner Kunftregel des Satz'esi 
iufonderkeie des doppelten Cinitittpunkts, aus 
fich felbft, audi untOibereitet^ hervorzulVhafferi 
mid d«irzulrelleyi ^erftditjUleriOhora^uF zweck* 
mafsige Art, nnd in verfchiedewer WL\xx&v zu 
beharideln, mid, geitbt in Ha'nd tind Fnis, und 
geniau bekanni: mit dten VerhaltniHen <iei Orgel. 
ftftnmenuhd l\egifter, iiberaM attf de« jedesmal 
be^bfiehtigten ElFekt hinzuarbeiten weifs, und 
was der' Anforderungen an einen' wauren Oi* 
g'elTpieler iiid<r iind. .,., 

' ' ' Die ;Eige#iheit cTe's detitfchen mufikalifdiett 
qmes 'beffehi Hit tiefft^n Studhnn der- Bagi 
rii6rrfe tAid im Na Ha 4 geiiiafeen Gang far 'Ffine 
tkW der 'Modnlatitin. ■ Rein Land' ifr dahert 
welches fo viel LehrW der Tfeeorie fowohl, als 
grofse Meifter in der Hannonie, und infonde*. 
heit grofse Orgelfpieler aufzuweifen hat, als 
Deutfchland. * Italieri hatte afe i fcldie letztern 
.einen FrhMbdltii tind Pasfti/ii; Englt&id. oil 
nen Ghtkn J • Fhhikteicfr tlif&ti U0}tj>e*i«.y»li&. 
iniali und ! Oterambhult ; ' fetJtiifertn lla t*rf»ch ei- 
hen DUlfiA, div jetzt der g>ofet*i4lrganiftisia 
ganz Erh-opa feyn loiK r^larklern,' a»ialanfr und 
^Mland^iabeh auch je.ierze*it ■•■voVziigiiche Qr- 
gelipfeien' iifeV^6rg^biatht. Aber wer keiuit und 



/.'• 
(',& 



verehvt I'sfelro fliBii'F ehexiialif ? efl-Jleutfctei ffaimoV^mJittM&IdlMe^ Mi •iSulein. ■: JM«i#ofee« Aaea 

del, Padielbcl) Sebujlian und Fricdemami ' Iiuc// & __ _laal . aufhangen zu laden. 

emeu liczold uiul JfomHiity in Dresden V Unci „_._~__ — = . ^ _ 

wenn unter nib llojcnbufck in Iueboe,,/ L^ulcrs 

Iff FTensbffi'g'y ! iAffrcck: -\m& ipso/% lirouner "in 

P;unburg,, r /iff}///«r/f : ' in .Sfxalhiiidvj JJLwizen in 

Eiibeck (der- Valuer -jailors K.) Hoffmann in 

B restate, fte/ic/ in-l\o|tt)c;k, Culjc/ibc/-^ in IViga^ 

'Mb lime sin Limeburg: np.d JJcrtuch und IJar~ 



Der_ ehemalige nuTilcbe Ramme'nnh ulcus 
unci ViV'tnofe'Tuf "cler Har.t'Oj; y JViciit/fzeckl 'hk'i'.iii 
Berlin" 'Vor Ibr&Maj. di?r itegicr. K&riigin iich aril? 
■femem InfttimisntG, aber ohne- Beifall 9 honeis. 
kircrn,: DieiHarfe.iit alii ,S«lo& odor Concertina 
ftnunent fehr abgekommen, und das iit audi 



idemi he 



fi»i iii Berlin-, -afs vDriunlig^grolse Qi-gayiiten- - y^cht -;gnt.- £.i £3 ;.-foHte- fid ~fesm--MGH-2i- %M)lenj 

picliL bekannt ge^hjg.fuod,. IV) liegfc, das' iae.Jiraii» '"' "'"'' ""' "" " -'■■••-" • *- 

iheils an denCMallgeJLdyr .Puljilicilfat' algey N,a« 
wen und an der eigenen Gewofinbeit tier DeuU 
ikhon-, ilas. Groise zuv/cilen zu uberiohen oder 



--V; 



fa. vjxra 



g-elijtrt* deHi fanlftereifc-Weilis'- • &'irw,ei« 
-life riiultjiraa i aw dlL aiwc .'d ia Xylite tin tt 



zu vergelleiii. 



Theorbe in grol'sen Kapellen fi'u* befoniicm 
Anstlruck gebi'aucljtj, und wenn lie Co g r efpielt 
wird r als dcr-greb^e I-fef^rBft Mayor in,Londorr g 



^dniii. y'lFaliaioss^vvifd As der Sifiwtlcr tier Qi'g<?l ehi jgeborridx - " ^ ffleuifeh'^r ^fti. bfiliaild'jll: , io Marfj 

. aiigogciJcir/^hoH ;nihcriK*nfpr Julian de|ru AbV : _ j^aAjlfe a.uClxWi>M:jfe W^evdrend "hBrrac ; 
trinuugen ijafi us Orcein, dio der JSliclioi Irani aju£ ' ^ Vil ' -, l/' 1 " 



zuavit "ru&itjie Kiiillifi i eini! 1 f It'diut .li.ibtii- LuU. J a e5 
edit fo^.ir, Sclji'ifi (it'lSf.rr , "die die KrJiiidiuig ^tlei'fulv 
ben dun GiucKciVj tty/ audi rtZZo^litJ'IIiw {leWiiEs' 
•Jiaben itdlen, als nmlefcfe- Yolke*, urttk'^ar tfenfidt- 
g,e ciialifolic.il aluip lltlivUt.-m bc, : -le»,en. Ucni $V\- 



WIO llllll vv 



,.11 



It) %"l .il'CIl (lilS 



piicvm.i 



I|as K';'ln?gi l*reuf3. c peneralclii'e'lctorriiin liaS ' 

~-"cii§h;.lGtUloja 'Mire 3 al" jd lxelca«nt ' g.eiuacht f r <?al^ 

Mix- Betortlenni'g'cier'inMiulilchenlndulb'iCj did 

brsberige Abgabe airf»die eingelxenden- frestuleu 

jiiubkalirchen Inftnimente, als Fliigel, Clavi« 

.prteppt 




Iiidyjj Iit.v.iMiihr..'ii,i<jj. v-tdlk'niituncv ;»i ■jjiuchi ;. (lies , fli"inucn(.e , . die iiip JJ^cUuiftlUweifuiAlicn vtM-l'er.^ 
bcwj-ir«.-i litli .hiMiis, dais 1.1 iJciultJibin.Uicli die tigi'fiiHl, 5) alio klcine hiilzeriic'liiJinimeiitc'; 

I Tic iH V i»-cfic-.. iibcr tlic (5mol ' g„f c ]*ri«bcii JiaLn, «l»e-_ muer jSne borten von l'hig.-l»,, Clavid 

; u'sid ■ flafs d;^ Vvdui , c\w Xd iiocliir-vyclub-tJilcJl^S rcty-etG.- : 'A?.€bt- ? f ll- :;<3Glill«n imtU • , , i 

J "Stuck RHi:. VoLlkojinutijiIiiiiL <jLucj| 0r.t!,*jl^'.i2|^]o t v.o7il^i.l ....".. J.. . J.r." .'.„..1.""V^ c l..^--— i.*-,-^'.^, .__,. i I 

eii'fiii I)ciuiV!it'«, N.iiik li', tii'mlianL 'crfumlcu woi'» 'a .„ „ , «■ sj^-r, ^ i" r • 1 1 1 " ' -i> 

dcn iiu Am G/fiKen Stiftungstage tlos Liebhabercoiii 

— — — — — ~_ , , ^ *-v^erts ift Gi^unpi.m^ veralundes 7c' Ileum lav- 

',_.. "«- '«» '""."'""' i "H" ""„.'?" s """!'.l .t" ^.diufitti X '"und 4lU)i£fti''i^r"'^ncMl'c"'h(:T!--''f)n;'Hiei ;, |; 

fTankreich riOGli mi i7tcn Jalirlmntlerte befcliaf- . k 

fen gcwel'en, ley s -erbellet aus i'olgender Ane.k- 
tlotc : 

2~.~ .".'. Ala Ludwig dev XI F. \m Wahre ^7^ 'AuroJi- - 
flSel'H aupLftacTt '.eliier niclit febrl vorj*-Pa^3-* - ent^ 
fegxsrren Provin?: reifete, konnte'dicK'Stant' cleifl 
Rordg !iut Nichls, al.R einem Conrertc an f war- 
te;i 9 das nacli- .tb^itr Gefcijnnick. der Opera co~ 
mi(jiia ties Scr.rvon eingerickttet war 9 cb I. es> 
belhuid aus adSfc"Kincfiirii"n6s Oiore^j,. irdvon 
zwei' fangen, zwei auf tl(Jr' ]t Vioi'in rpieltcn..und 
die vier iibrigen, unter der Auf'i<;bt dea Vor=» 
ftebers tier Mufik in tier Cathedralkirche,- Vio= 
loncellen iiritbenj > BMer 'U'xiiftaiicf' i'c'lifen. ,dem 
Hervn des Haufe??';., in wetciieia tier KGuig, ab- 
getreten war, fo .wieb'tfg, daG er fur noting 
hiek den Vorgang in eineiu, Geiiiitide verswU- 



?| wordfcn-.- A11L dtia Nai-ioiiallheaLeej xu ? 

letzt das Kaftehew mit,; dcr (J/ujjvr und" Hon 

Juaji. Von ejneni jungen ludlnungsvoHen Koni.^. 

jpt>n,rem> -'in. Iler-Hn- Hni.. CqrUliicri. winV" |?>t'.'S? 
■ 0n|?. .horn, 'Op%:ia'emf)Vi),:j\.ll(;: cite Gt-litc^lu'r 
"l'chivo]iiij~«| , r '" vtfcv TiTi-ii. '^iAer^^lJivldots-iy- dfcjta 

\ erfafler tier Operetlcn tins lncognifc. ;. I3c;hwaiv. 

auf Wsifef.- (!er> Matld.iGihMuis'kt 'iatd die bote 

Fran einltutlirt.- 

' ' .j~ r ' tt A-! 

Diejciiigen, weKilie auf, den cr/lerr Baiul' von jR<?t- 
chafits MufiL zu ' Q'ii.ihf 'k'- \p 1 ir\u-i¥^\m A aiu" dolb.H 
f '.iit Ula 3lx-s Sli'lt'lc, a'isife''aii4 ! iS'j?>/j£. ; ."/ '» 'hia!,i:..'i<J'..Lir.ii'r. 
licder ^<;l',dli^/t l'i-,iJUMn<;raii|i;n it titl SiiliCciilu men i^c- 
faninib'.i. liaMfck',"Vvci'if{ri i bi6i.il rtt'cb '«;(>•/. it; uti-ji id cri'roliJ, 
sin Vorzeichiiils d^vMbdtt xiiuii-l-m i^iholv -AxifaiiunAun 
e.a- dio --'"■<■■ • • ' 1 i • / 1 . ■ ■" . . , , ' J 

VJ.E-' i\Q& S'ARRvbsiiokc. 



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-I l_J"i. T ~! 






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La clef des r.oeutrs c'eft le - fo, 1 









cret la "clef •&eV 1 co'iiiWc , eft le 




cret. 




' Voilles Vouj etrc Jisureux artiailt: 
Soyez guide par le my Here; ,;_■ 

Cejui qui fivit 1ft jtueux fe tairc 
I"ik cunour eft iljJ.pl U3 favaiii. , 

Pouiritit?. ;Uro:& {bye?, rj^tcret A \> \, "", 
X.(idef d«8 «GeMr,s,/p'$t ) Xe r<pcr^^. ,,;, 

• '_!' "'" , ' ■!' Hi: r.'i. •,!!„■( i J * • ■ i < i i - ••• 

En vaiJA 4e.il^njour,Qu,.mo l (Ht ,, ; 
lie ferret ppure,£» {Lame; ■ ; ; j; ; . ,] , s 
Ij'anioiir cil la vertii de lame , ■ 

• Qu^iid l«'i^,'^ri9tlo ,$giiduit. 
Four cmt *J*fii«'J«4(P« 



'••' Convent nil fe'fil mot pent rarir 
Xopiix d'une. loiigne con/tance; 
Cachez jufcroJa voire f«niTrance 
Pour' fay oir caclier jlo plaiAr, 
Pburetre kitnc etc. 



■■■J 






.- i i ■> j i ;. Neconfief. qnVi voire, com* '< 
.i, Vps faeces c? f>>t le victoire ; 

Toiit'ce que lViu pent dc la "gJoii-e' 
;• ■•'Retoiirne an fvofn dti biialiefc. ' 

Four etr« aime ^tc. 



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BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

Z W 6 L F T E S STUCK. 



Den xjftsn April ij$$. 



ffoher. die abweichendeti Gcfchmacksurbheile?- 

Die.Gefchmacksurtheile find verfchieden, und 
werden i miner vcrfchieden bleiben. Dies 
$at eihen ttefern Grund,; als der ift, welcher fich 
yon der befonderen OrganiCation, Erziehung, 
Gewohnung etc. herfchreibt. Er liegt in der 
Verfchiedenheit, die nqthwendigen objektiven 
(inne*n> Regeln der Schonheit felbft zu beur- 
(lieu'en. Die Mannigfaltigkeit der Urtheile der 

Jflenfchen iiber Werke der Schonheit wird fich 
aher rtets nach der Verfchiedenheit der Re- 
gclu fetbft richten, die fie als wahr und giiltig' 
anerkemien, und wodurch fie in ihren Urthei- 
len hefiimmt werden ; und fonach kann man 
iifo fagcn,- r dafs jeder,~ nach Mafsgatie femer er- 
iannten Regeln , unter welche er ein Kunft- 
proHVikt Tub'fiimfrt ,'_////• fch richtig urtheile. 

AUein abjolut richtig wird nur tier ur- 
tfjgilen koijneri, .welcher dutch die grbfste Sum- 
ifee m jfVi k 'jiiegeiH i die in einem Werke der Schon- 
Be*t ^ugleich beobachtet werden kdmien (alfo 
An* finely iriuTikaiifchen z. B. die Mvgel.der 
Einheit im Itfanhigfakigen, Harmonie und Me- 
lodie j .Regel der jEinheit des Zwecks t Hervor- 
\>vmgiip£ - einer gewilTen Empfindung etjz.) in 
feinim Urtheile geleitet wird , und in demZu. 
itaSide dea deutlicheti Bewiifstfeyns fich t>efin- 
det, urn eins auf das andere richtig atizuwen- 
den..t— Da aber diefes Maximum, wegen der 
ijrofeen Martnigfaltigkeit, und der noch haufi- 
*eh UnicJUnmttheit der mnfikal. SchonheitSre- 
gelny tmd auch der Grade ihrer Anwendbair- 
keit, fchwerlich genau angegeben werden kann : 
£> wird der Streit, iiber den Gefchmack, in' 
vielen Fallen ,'.' fchwerjlich ziir. volhgen , Erit. 
(chfiiilung gebracht werdert. In der Mufik ift, 
was-^dfe -hoiiere Schonheit betrift, noch fo we- 
nig feft ausgeinacht; uberdem fo geht beiKunft- 



verwandten der Eigenfinn oft neben der Ein- 
ficht gradeniSchrittes einher, und das bofe Heer- 
der, giinftigen und ungunftigeri Leidenfchaften, 
das auch den Denker und Kunftkenner nicht 
ganz verfchont, macht eirifeitig anhangllch oder 
hart und tyrannifch. Das Vorurtheil der Schule B 
der Zeit, des Lehrers, der Manier etc. herrfcht 
in der Mufik nslt bleiernem Zepter. 

Aus clem Erftgefagten Wird nun leichtlich 
erhelien , warom >z. B. RouffehitrMs Harmonie, 
das Wichtigfte in der neuern Mufik, ^eine bar- 
baril'che und gothilche Erfindung fchelten konn- 
te; da andere Tie nicht allein fur ein Hiilfsmit* 
tel zur na'hern Beftimmung der Melodie, fon- 
dern rogar als das welentlichlle Stuck der Mu- 
fik, worin -Hire grofste Schonheit, befteht,,er- 
kla'reh. Wer mi t jenem die Mufi'k als blofte 
Nachahmwtg der Natur, als Ausdruck der Emm 
■pfindung ' betrachtet :, der mufs fich allein und 
vorziiglich fiir Melodie erklaren ; denn kein Ge- 
fchopf in der Natur bringt einen andern Ac- 
cord hervar, als den Unifonus, und die lebeh- 
dige Natur kennt nur Melodie: Wer die Mufik 

. aber als Mi ttel, betrachtet, Empfindungen neu 
hervortubringen, Und fie nach den Regetn der 
Schonheit t kimjllich zu modipciren , der mul's 

• did Harmonie zuglteich jpiit in Schtitz nehinen. 
Und fo fieht man denn alfo, wie mehrere, nach 
der Verfchiedenheit der Schonheitsregeln , die 
zum Grunde gelegt werden ,. in ihrer Art Kecht 
haben kOrmen; i^aji fiejjt aber auch riebenher, 

^wio wenjge die ui^jtulanglicrie^ggel : man mufs 
in lier Kunft die Natur nachahmen ! die fie lo 
gem uberall im Munde fuhren^und die lie ziun, 
etnzigen ^TaTsj^abe des Gefchmacks annehmen, 
verfiphen mogen. Diefe Winke liefeen fich welt- 
lauftig mf t Amvendung aufdle Mufik ausfuhren, 
wenn hier der Kaum dazu ware. 
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C. F. Reichardt. 



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Compofufonen fur den Gefang unci das Cla- Wir verbinden hiermit die Anzelge von 

vwr, von II. O. C.Ziuk, erftem?}frcom<, iff;; Hi • ■>- e / , ■ ■, r. 

fen. -' (N. B? M. jedcs Heft x Rthlr.j . ~ ' <h ° °' 1 At ^' ™ ne S ' * Hthlr 1S Gr = 
* „ _ >r . . 1 , _. o-C--? * M davon die mehreften fiir dies Inftr. aliein 9 

i, „..«erx.4.. Ait. berjits^ dujchfleme friiheren So. . und..einige. -mit. .Begleitung einer Flote odd? 
i|a^:;^e-fidi-g^^^feei% -^rtlif beiten Violtne; eifte fiir vier Hande, unci eine fur 
^*^.^ e n;• u »4^I l ^»■^ lhr ^'■e i i e ^ hi '^ ch 8n I difei. Hande auf - Efeiem Clav. gefetzt find. Es 
Charalttef, au^^*hnHttng',-grundli£liet)urc&« i pv&r©: uberflufcig bier nodi etwas zu ihrem 
luhrnng der zum Grunde liegenden Cfedanken ,' Lolfe* zu fagen, da fie bereits io viel verdiente 
iind acute Klaviennanier den Kenney wie den 1 Publicist haben. In alien Klavieriachen von 
gefflitei^K*^ -befonder* den altern, find 

^tH^-(£»i?-vdieleo^iiiftmineat-bek*imt« :,In 'die--} ■■unverkemabare Spuren von grofseiu Talem, 
lfen&»i^Jaimuto^ k^hnem Geifi: und von einem niei- 

beitete und hier und dort fehr naive und gar llerhaften Spieler, der lein Infhumeni durch 




inmphcitat und Wahrheit zu haben fcheinen, f nen zu'Cfefal'len man einige beJlere Sadien, dii 
und wobei man fieht, dafs er Schtfziw Mj*. | in Jich Ouellen von Nahn'ma und Uiiicrhal- 
13 r V ,° r ^S^^abtj^hat. Fall uberall ift tung fiir Vcrftand und Gelclfmack entlialten. 



• . o -o— ■-- ,~-.y-.~- *«..«^ »v».*- iW - ...iu>u,...un;. j.ct4i,^A04H! «ji». ie lander je me;i 

S° n VOn lu6y ' eren Smgftimmen zugleich. iiberlthweiimifc vyird und wodurch der Ge~ 

J^ti? enS « ka . wn in Samudungen nicht alles fchmack anfangt bijcHft einfeitig 7-u werdcn. 
|le§Me» : -Srad ^e*~jG«t«--l»ben , -««d.~*na»— ^.ucfy g«ten-.-«to*&nnciftern inConderheit koiio 
f^^Wi 1«^ «fin ,uiid durf!«n HaTsIers'.Sonaten zum aditeii 

dui#ulle.;..ila5 ..^tttqht ;Ue««„— .' Papjer. .una Stlidm.ni ihrer Scluiler nicht unbckannt blei 
NotNmdruck aifi* c%r Sor®idifdien 0§icm' ■ fmil- "ben , wOfern es ihnen urn ileren Niitzen u 
ebenfalls fehr gut ? wie man von ihx fdion um mehrepj Ma^rialien zur Erlernun 



ii» . r' «j*** *-'»^iiiiui," 



gewohnt ill. wahreji KlWierl'pi'eia ,zu thup ill 



mi 
g eines 



Si (ICk, nn& Spnziers leivhtfJUanierUeiterAm&nfttev^-^-rrJ,^ opnatcn hiv ^lebJiaber mid 

wrevden konnen. Bis claliin wcnleii inmiev • noeh J,,f V V » 7 f " A' ( ■* U , rAT - lcn t ei in> C.uunis 

* s An*-!. i() t,i. — Kunzeii, (f.L. Ae.) Chore mid Gr- 

Wa-G&r-Uke* - __^to«4»..M^/iock^Ife7;!Hawi..und..die far/L-n, i,,,, 

nn " ,- , Ah fr" "~ i i "• xt - '■»--•»- -— ^r Ur * ■ Ausz -A Kl J'»- s 4 G ^ — -deffen IlolcenlaJifko'oJl 

Bald Jiach dev OltermeHe wevdeit bei Hm. Broit- - Oberon. Eme Oper in SAkten. Clav \usz 5 JltM 

/top/, iu J^ei^Jg...auO!ijVnjJiyj?J^.ijaik_t^^^^ (A).jlnni<la, .cmo tra»'ifclie Oner im Ck\:' ; 

Zwo'// Variationen furs Clavier oder Piano -forte Ausz. 5 Rlhl. — Schulz ("J. -V. K) Aline, Kiini"'in\'o»' 




nelationsrernun oieHH-OiS- ■rimgiten oiieiiT- -■ • ■- - --- ■ -IJl-aviery -von -fcrriiven, Ohiofc Bich 4dolp 
Jena, <Suu affflcinaavg- jygjr -—•——- •'-•-—-■--•^rr'F; t;'Se;-|Cuiucir; llciclura^' ^cliwauinber^J; 1 

Jv. Latrohe. 2 Rthl. 4 Or. D " 



BERLINISCHE 



-MUS IK AXIS CHE ZEITUNG. 

DREIZEHNTES STUCK. 



Den + ten Mai 1793. 



Thcatermujik in Horn. 

Die beiden vorziighchften Theater zu £om 
Unci: Aliberti und Argentina, wo man 
Op ere ferie mit Balletten untermifcht auf- 
fiihrt. Die Theater La Valla und Crapaifica 
gehoren in die zweite Klalfe. Man fpielt da 
komifche Singfpiele, Koinodien und zuweilen 
auch Trauerfpiele. Die Theater der letzten 
Klafle heifsen La pace und palla - corda. Man 
giebt da Opere buffe und Fofl'enfpiele fi'ir den 
gemeiheii Mann. Privatperfonen tragen dzn 
Aufwand und die Koften bei diefen Theatern 
und ziehen den Gewinn davon. Da ihre ein- 
zig© Abficht ift\, Geld zu gewinnen, und gate 
Singfubjekte, fonderlich der erftc Sopran und 
Tenor, mit nooo romifchen Thalern unil manch- 
inal noch holier fiir die anderthalb Monate be- 
zahlt werden nuill'en,. welche das Karneval ge- 
wohnlich dauert, fo hat man von grofsem 
Gliick zu fagen, wenn die beiden Hauptrollen 
gut befetzt find. Oft macht eine einzige fcho- 
ne Stimme, die von zvvei oder drei guten 
Arien unterftutzt wird, das ganzo Gliick einer 
Oper. Denn man imifs diefe Vorftellungen 
nicht naqh den Vorftellungen in Paris beur- 
theilen, wo die Ausfiihrung zu einem Grad 
der Vollkommenheit gemeben wird, von der 
man in Italien nichts w'eifo. Die Komponi- 
ften werden zu fchlecht bezahlt, als dais lie 
die nothige Zeit auf die Vollkommenheit ihrer 
Arbeit wenden kiinnten. Auch vernachlafsigen 
lie ganzlich das gewohnliche Rezitativ; fie lia- 
ben fogar did Zufchauer gewohnt, nur eine 
Arie, ein Rondo, ein Duett, oder ein Terzett, 
oder auch ein Finale zu horen. Die Dichter 
wer den noch fchlechter belohnt , in lo fern 
vaari. Beimern nach ,der Elle den Namen Dich- 
ter gebcn kann; ihre Haudthierung ift 8 Mei r 



Aerltiicke des Metaftafio auf das unbarmher- 
zigfte zu verftiimmeln, oder. zu entftellen, oder 
der Opera buff a elende Rhapfodien anzupal'-- 
fen., die alle nach Einem Leiften gemacht zu 
feyn fcheinen. Da ill's den Zufchauern nicht 
ubel zu nehmen, wenn fie ganz laut mit ein- 
ander Gelprache fiihren, und nur bei den in- 
tereiranten Stellen aufmerkfam find, -urn de- 
rentwillen fie allein ins Schaufpielhaus gekom- 
men waren. — Es ift auch Gebrauch, den Faden 
der Luiti'piele zu unterbrethen , indem man 
nach jedem Akt einen Akfc von einem komi- 
fchen Singl'piel einfchaltet. Diefer Gebrauch 
ift hinlangliclier' Beweifs , wie /liichtig und un- 
aufmerkfam die Romer find, da fie nicht ein- 
mal ein Stuck ununterbrochen aushoren kdn- 
nen, das nur in drei Akten und gewohnlich 
nicht fo lang wie eins von den unfrigen ift. — 

Der Tiiufchung im Schaufplel fchadet vor- 
zuglich die Befetzung der Frauenzhnmerrol- 
len durch Maimsperfonen. — Diefe Un voll- 
kommenheit ift weniger in den Opere ferie 
und buffo merklich, wo nicht derlelbe Grad 
xon Wahrftheinlichkeit herrfcht und erfordert 
wird , wie in andern Theaterftiicken , und die 
fich faft bios darauf einfchranken, nur Augen 
und Ohren zu befriedigen. — 

Gewohnlich fpielt man auf jedem Theater 
zwei neue Opern. Jede Oper wahrt drei Wo- 
chen lang, wenn fie nehmlich gefallen hat; 
gefallt fie nicht, fo wiederholt man an ihrev 
Stelle alte Stiicke. Das Theater Aliberti wird 
mit einer folennen Illumination eroffnet. Der 
Gouvemeur von Rom macht diaHonneurs da- 
bei, weii diefes Theater eins der Hauptorter 
feiner Jurisdiktion ift. Er bewirthet dafeibft 
den Adel mit Gefrornem und Erfrifchungen, 
und ,diefer Adel und alles, was von gutem 



5o 



Ton ift, findet fich in vollem Schimmer des 
Putzes dabei ein. Es ift Gebrauch, dafs die 
Frauenziinmer Ach an dem Tage mit alien ih- 
ren Jawelen fchmiicken. Ekelkeit und Neu- 
gier haben mehr Antheil an diefem grofsen 
Gedrange, als das Verlangen, ein gutes Schau- 
I'piel zu feherf ; denn wegen der Faullieit der 
Komponiften und Akteurs ift es den erften 
Tag immer unvollkommen , weil erftere mit 
Vollendung ihrer Arbeit und letztere mit Ein- 
lernnng ihrer Rollen es 'immer bis zum letz- 
ten Augenblick anftehen laifen, fo dafs kamu 
drei oder vier -Tage zu den nSthigen Verbeife- 
rungen und Proben iibrig bleiben. — Man 
kann die Talente und die Gelchicklichkeit der 
italienifchen Sanger und Tonkiinftler nicht ge- 
nug bewundern, die aus verfchiedenen Gegen- 
den und Provinzen zufammen gebracht wer- 
den und Ach fo: gefchwind in Stand fetzcn, 
yor einem feinen, enthuAaftifchen und ftiirmi- 
f'chen Publikum erfcheinen zu konnen. Sclum 
dies allein wiirde Beweifs feyn, dafs Italien 
das wahre Vaterland der Mufik ift. Aber man 
kann noch weniger da ran zweifeln , wenn man 
die grofse, Anzaht beriihmter Tonfetzer und 
Sanger fonder gleichen erwagt, die es erzeugt 
hat. Wir wollen gerne den Glukiften einrau- 
men, dafs im Ganzen genommen das gewohn- 
liche Rezitativ, und die Harmonic zu lehr ver. 
nachlafsiget werde, dafs man mit Unrecht die 
Chore xom Theater verbannt und die Arien 
zu fehr mit Paflagen, Schnorkeln und Ritor- 
nellos iiberladen habe; aber diefe Heiren foil- 
ten audi ihrerfeits fo ofFenherzig feyn und be- 
kennen, dafs man hier die Kunft des Gefangs, 
das Sanfte der Melodie, kurz den feinften Ge- 
f china ck in der Mufik lernen und fchopfen 
mufs. — Es wiirde unnSthig feyn, wenn ich 
hier die berahmteften italienifchen Komponi- 
ften hernennen wollte ; ihre Werke haben lie 
iiberall bekannt geniacht, und was die Sanger 
betrift, um nnr der Lebenden zu erwahnen, 
wer kennt wohl die Namen der Pachierotti 
und Marchefini nicht? Der eine hat den Aus- 
druck des Gefangs, und derandere, deifen 
gianzendfte Verzierungen fo weit, getrieben, 
als man Ae treiben kann. Nicht fo bekannt 
ift Rubinelli, und doch verdient er es, fowohl 
wegen der wundernswurdigen Deutlichfceit fei- 
ner Stimme, die nicht eine Sylbe verloren ge- 
hen lafst, als wegen der brillanten imd linge-' 
zwungenen Manier, mit welcher er die fchwer- 
ften Palfagcn exekutirt. Fit^llini^ ein j linger 
vier bis funmnddreifsigjahriger Kaftrat, hat den 
wohlk Jjngendiften, ftlbemften und vollkommen- 



ften Sopran, den man horen kann, es mangelt 
ihm bios noch ein wenig mehr Uebung und 
Kunft. 

(Nachrichten von der wirklichen Befchaffenheit 
der Mu/ik in Landern und an einzelnen Orten, wie 
die voritehende, die am Leveques Tableau de Rome 
1792 ausgezoften ill, muflen jcden Kunitliebhaber 
iutereffiren. Man vergleiche damit die unterhflten- 
den Briefe aus Rnm,.im erften Heft des mufikal. M^o- 
chenblatts, die befonders auf rom. Kirchenmufik an- 
wendbar find, wovon das naclifte Stuck diefer Z. et- 
was enthalten foil. Ueberhaupt ware zu wiinfchen, 
dafs man durch e;etreue Nachrichten von dem, was 
fur die Kunft getnau wild, von zweckmafsigen Aa- 
/tal ten fiir diefefbe, von vorzugliehetf Ausfulniine.eii, 
Kunfiiern und ihren Verdiesiften und neueiten Wer- 
ken etc. eine Art ton vollfiandiger Ueber/icht , und 
wenn auch nu^r (iber Deiitfchland bekame.- Uti cL 99 
w^ave gut, wenn patriotifche Kun/lliebliaber diefev- 
halb die Kunde Hires Orts in muf. Ktickficht benutz- 
ten und kurze abe# l'ichtijge Angaben davon, auca 
unaufeefordert sum BeliuE diefer Zeitung einliefeiv. 
ten., damit man mit der Zeit eine Art von mufikali* 
Icher Tdpographie von Deutfchland erhielte, die in- 
fonderheit Keifendcn fehr gut zu Stat ten kommen 
roufcte. Wir bitten bei dieler Gelegenlieit recht an- 
gelegentlich darum, und wunfchen, dafs manclie 
Kuiiiller fich v/enig'er fchwierig finden laflcn mogen, 
zu fchreiben, wovon fie fo gar nicht Freunde zu 
feyn fcheinen. Wir wi'irden in der Mufik viel wel- 
ter feyn,, wenn unter Ktt«ftlern im AHgemeinen nicht 
cine gar zu grofse literal if che Traghetf herrfchte.) 

R. . 

Beurkundete Gefchichte ewer Steiner* 
fchen Geige. 

Graf Jf'emel von Trau-tmannsdorf hatte 
einen unermefslichen Aufwand geniacht, als 
fein Heir Kaifer Carl VI., Friedrich fTiL 
helm L von Prenfsen und Konig Augiift voit 
Pohlen ihn auf feinen Giitern in Bohmen be- 
fuchten. Zu dem Ende hatte er auch feiner 
grofsen Concerte wegen die beriihmte Faujlina 
mit vielen Koften verfchrieben. Fiirft IVen- 
zel von Lichtenftein , der als Gefandter des 
Kaifers nach Frankreich gehen follte und grade 
auch den muftkalifchen Feften beiwohnte , bat 
Ach vom Grafen die damals beriihmten Vir- 
tuofen Georg und JSliklas Stszizky , die in fei- 
ner Kapelle waren, zur Begleitung dorthin 
aus, und erhielt Ae. Georg St., ein treflicher 
Komponift und Meifter auf dem Waldhorn und 
der Violine, war aber zmn Ungli'ick nur mit 
einer mittelmafsigen Geige verfehen. Signofe 
Mauro AleJJi t der trauliche Begleiter u»d Schild» 
halter der Fauftina , hatte einige fchfine Cre- 
monefer, aber er wollte fiir aile Anerbietun- 
gen nicht > von ihnen fcheiden ; es war eine 
fitfse freundliche Gewohnheit , die ihn an die- 
fen Inftrumenten, wie an der theuren Fau- 
ftma, fefthielt. 



5i 



Unterdefs kam urplotzlich ein yeiferideif 
Virtues, vvie gem fen/ 'daher, der /ich beiin 
Graf en melden liefs ,und anf oiner Geige von 
Jacob Sleiiiei- fo ausnehmend fchoji i"pielte p 
dais man |ene praYienfen Cremonefer herziich"" 
gem dariiber vergafs. Sogleicb. fafs'te der Graf 
den Entfchlufs, diefer bezaubernden Geige -\vohl 
oder iibel habhaft zu werden.' 

Als nun des Ehrehiuannes Finger fo ebejn 
noch i.m letzten Ehre-ntanz- begriifen waren 
und er, wie billig, clem gewaltfa'm aufgehaU 
tenon Gniudakkord durclx eine Cadenz, von 
der Verldiluiigenheit eines BandwurniSj, zu^ 
fetzte; da fpraug plolziich der Graf hervor unci 
griff, wie Schach Baham, nach dei Violine 9 
"woriiber der anne Maim faft fehr erfchrack, ' 
weii er natiuiicher We.ife vernieinte, MilsfaU 
leii err^gt zu haben. a ) Alleirj als er vernahm, 
dafs es auf eine Schacherey angelegt war, be= 
nihigte er fich zwar , wie fich, von eineiu Vir- 
tuofen wohl denken lafst ; aber er wollte du.rch-* 
aus den Vorlchlagen kein Gehcir geben ? weil 
er vorgab, mit der Geige fcheide alle feine 
Kunft und Kraft dahin , und mit feiner Ehre 
mid alien Mitteln zu fernerer. Leibesnahrung 
und Nothdurffc fey es nun Mafcthai am letzten. 

Allein der Graf kannte die Gmiidlinien der 
Virluofitat. Er gab ihm fur feiri Spiel baare 
s5 Dukalen; 5oo Gulden fiir die Geige; akkor- 
dirte ihm alle Jahre ein goldenes TreJfenkleid, 
ta'glich Qfficiantentafel und ein Maafs troftli*. 
chen Weins, und zum Nebcntrunk jahrlicll 
zwei Faifer Bier (womit freilich kein Cantor, 
zufrieden gewefer ware,). Femer firhielt er 
freie Wohnung, Holz und Licht, monath)ich 
zehn Gulden, und im Fall er fich eine Virtuo- 
iin zur- Seite legen follte, noch die Ausficht 
auf zehn Scheffel Friichte unci fo viel — Ha° 
fen, als er fiir feine Kiiche notliig haben wur~ 
de. Ja fogar — - o des lorgfarhen Herrn ! . «=■ 
feibft der alten Bafe wurde nich.t bei'dem Han« 
del vergeffen; denn audi ihr wurden lebenso 
ianglich fechs Scheffel Frueht ausgefetzt. 

Nun mufste Georg Stezizky fogleich ein 
Solo auf der fchwer errungenen Geige fpielen, 
und fie ward ihisa auf die Reife gefchenkc 
Was aher . den . Virtuofen. betrift, fo foil ihm 
iiber alle die eingehandelte Herrlichkeit diefer 
Welt das Reifen, wie der Ton, vergangen^ 
und er denn endlich, wiewolil ziemlich fpat P 
zum-cwigen Leben eingeganggn feyn. 

- a ) Manche ahnliche Virtuofen glauben nur an I,1h% 
Felilsr, wenn fie eifchrecken oder Jir.h fiirchten; '■ 
forift nicht; da andere chrliciic' Leute "viclmehr 



ken kosyme,!?. Jene haben aber bekanmljek den 
Vorzugp feiteii in, ietz.iei'rt Fall gu koimnen. 

Der Einfender der Anzeige von dent reU 

■ fenclen Harfenfpieler- Niemezek (iin in. St. d. Z.) 
:'dcr, durch Naclmchten von R/Iulikem geleitetj 

■ fein Spiel etwas zu ttreng und ohne Ruck fich fc 
feiner," ihm damals nocli unbekannten Lage p 
beurtheik hat, macht fich ein Vergniigen dar» 
aus s fein, Urfjieil ' nunmehy zu mildern, da Hn 
N. fich auch in Concejten dey Stadt zu vieler 
Vergniigen hat horen ' lallom Und fo-wi'mfchr 
.pr denii alfo , dafs • diefe Berichtigung ihsn auf 
feinen ferxiern l^eifen von -Nuttem feyn mcige. 



Aus einer neucrlich bekanafc gewordenen 
Nachricht iiber Ffiener Tlieaberwefen erhclletj 
wie , fehr der . dortige Gefchinack fiir inu//ikaii° 
ithe, infondcrheif ita'liertilche Singfchaufpiel<;/ 
fey. Jnnerhalb eincm Jahre (vom i5ten No-= 
vember 1791 bia i5ten Decoifab. 92) hat-man 
italienifche Oper iiu Burgtheater \hl\. saial; im 
Theater am Rarnthnerthor 4.6, alfo zufasi'tniGir 
ltio 1 ma! gegeben; Eine einzige Opera feria 
ilt 04 . anal aufgefuhtt worden. UeberhaupK 
•wurden binnen' f der • Zslt bo neue Qpern ge° 
fpielt, woiunler 3 ferie Waren. Ballets lahc 
man im Burgtheat. 110 anal und iiu 11. Tltea^ 
ter 4.4., zuia.mu.ien alfo i63 mal. Untev die^ 
fen waren acht . neue ' Ballets und 2wei davon 
heroifch, 

Allein die Opera feria 5ft fchon fcie emi° 
ger Zeit, venuuthlicJx nuir auf oanige Zcit, ab«. 
gefcliat't j denn man hat in Wien "jetzi: :' aller ? -. 
dings wohl ah etwas Wichtigeres, als an Opern ? " 
zu dcnkeiu 

N achri chb. 

Bald nach des Oftevmcflb' vvei'den bet Hvn. Bi-r.lt ^ 
kopj in Leipzig. t\uf PriUiunicmigit bcr^iiskotn'muu : 

Zu cilf Variational furs Clavier oder Piano -f 01 tc/ 
von r'r. JLc.trobo'e '■ • 

Der I'ritnusB0f.|ptioHsproi;3, id 8 Grofplieii Saclififch.,, 
der LouiscTov 2U. t 5;,Mtiilr. Convontiousiuiinao ^e'.-o^l^ 
net; der naclihcrige L.itlcnprcio 1.0 Gr: ■ ----> " I3<5'i: Vt^ 
iiutr.craiionstcrmin bleibt bia Ffirigften offen. 
.- jbna , don -zQHen Mara .1793. Fr. Latrobe. 

(Mk Vergniigen nimmt. die neW'pCjfl.-Mufikh,, 
auf obiffis Jn.tcreJfantfc' Jsiekie W<jvk <!qs t;»lentvoUe , ;'5 
jungexx iCttaftlsrs . PrHiinraevation kn .) ' 

§t. 12, S. 46 lefe man J. F, UaichariU ilntfc Ci-"3tc'. 



alsdanu daran glaubca, wenn fie gum Kaohden- ' 30 



Die ilU'iigpn 3tvoj/)pu airna larbfol^entleii l.ieiu 
von Ilrno M^uikdn^. , 10, /> It, t d ; v fclioiim! 
AumU'iicIc vavgclngru A *>n //ji)ij, ?m ij^chV) CmU) 
diefer ■Zeituog". B>?" n,a f/ J ij K lc J '"'' " ,f f ' f ^je-i 



Q* 



<f». 



Novemberlied, von Bcrnfr$rd Anfelm Vfebtr. 
Schwermitthigi, i 1%, 

43" I s n I s 



ipi^ii^^i 




Dfer Son-ne halb ei- - ^ftorbner Stral ill tritb und inatt unfl flaeh 






ev - norbner btrai ift trrtl 



Das 



fl^^l^^g 



Walaifl kahl und Lin das cra-jue Da 




V6-gel zir-peo 






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?vin .f-er.li.iiw»h rlnr^l.r^.^a .i _■»>,_ .. Ir. 




:'•-. c x(?§ri0Uen§tii-ojJike) $?bh*ftfii:. \ 






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Strauch. 



Eia einzger Hctzpn's - kufs 
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I I ,Wlll ' ' ill* " I 1 I ■ I H H i ll iljlj 1 ill 



be - lohnt ,mit ,Ue - ber . flufs. 



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i l i i i» nn i i M | <' i « | >i» 'inH- M f I ' . i u i j i i . _ ^ a iii t . 
4{j t ' 11 ii i' i i i 'mi '>tM'lM J i ii ' i niifn i l i i Uy, 






ftnz- get Her - *ew - k«f« 







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BERLINISCHE 



M U S 1 K^A JL I SGH E Z E I TU NG. 

VIIRZEHNTES STUCK, * 



mxjfmmmctomiiim 



Den .it en Mai 1793. 



D 



jtfavemberlied. . 
(Siehe da* dieiselmte StQck d. 



*) 



"er Sonne lialberfiorbtter Strahl 

111 trftb* und matt -und flach: 
Das Feld ift leer, der Wald ift kahl 

Und hiii Ja 8 grune Dach. 
Dia Vdg«l aiipenkl»glich 
Und fitaen uubewcglich. «, 

Der nafle VVintorlUuch ■ . 

Durclifauf't don dUrxeti Strancfa.* 

Und herrlich wogfe. do.ch, da* Feld ! . 
Und Ji«r^lidi /Und ft* /Wyid I; .' 

"Wir riefcn lam: die fcjiOne Weh 
, Hat Frcuden vol], GeJuk. 

EnipfiuidtJii und ciuflogeul 

£in "Trajun ,Uat uns betrogen. 
pas graue Einerlei 
Kuftlaut: Es ift voibeil 

Ihr fagt, ein ncuer Frtthling kttmmt?' 
' Der alfe war dnch gut! 

Und ach» Vielleicht cin Zufall hcjtniiii 
Im Tanzeh u£iffr Blut. . ' 

Wir /l6nen blafs iiifd hager 

Viollcidit torn Krankenlager. 

Vielleicht verbirgfc dei- Sarg' < 
Dai Herz, das viel verbairgi •• 

D«s LebeBsFktteraii«5eablick' < 
Belolint dai Leben nicht. , 

Das fchOoXtePhanuifieeiigiflck ... 
Ift nut iin Schaug^ricUt. 

D-pch dies Miimt^i|leben 

Kann Gottsrfieude^ebeii. 
. Ein -e5 rigger IleAzen^kuCj 
. B^lo^t wit Ueb^rflufc. 



Kirchenmufik in Ram. 
(Fortfetzung des Auszugs atu Ler. Tab. A. R.) 
Bei tier Kirchenmufik ift gewdhnUch das 
©rchefter iibet der Hauptthitre der Kirche anl 
gebracht. Esbeftehet aus dreifsig oder vlorzig 
inftmmentiften; der Kapellmeifter, mil cine? 
PapieiTolIe in der Hand, giebt den Take anl 
tlen fie h8ch#, felten verfehlenj funfz>hn fell 
Yv^nzig Sanger £eh,e\n vbrne auf dem Orchel 
fter und treteri niuW zu ihni, urn jeder, wenn 
tfie Reihe an ihn koriimt , fein Penfum herzu* 
fmgen. Man win! ieich,t glauben, dafo fie eine 
w^it geiehmeidigere und ftarke, doch Ueblichc 
Stnnme, niehr' Ohr und iiberhaupt inehr De- 
likatelTe und Gefchmack haber*, ala unfere ge- 
w&hnliche Cfcorfanger »;. Ea fallen ieh* wek 
7iig Tage im Jahre aus, wo man nicht einige 
iron dicTeh Mufiken hdren follte, deren grdfeere 
t>der geringere Schonheit Ach nach der Reich- 
•hahigkeit der Stiftung richtet, die dafiir e&. 
macht worden ift, — " 6 

Die Kapellmeifter verdienen nicht wenijr 
Vorwihfc, dafs fie die Kirchenmufik entftellen, 
und ihrer urfpriinglichen Gravitat und Einfelt 
cine Leiehtfertigkeit, eine Ueppigkeit und eim 
Verfeinerong unteritbieben, die fie faft mcty 

*) Jf " «Iief«.i hat es feme vollkommne Ricntlakeit. 

Aber was das Stark* betrift, to wiflfen wit Deut- 

fch«n diiTon^niehr zufagen, wenigtfens in fcttefc. 

- fac ; u ^f*ejflJ^»eu3atia*raufd e i7St!3irien. Den* 

die Eiemente des Hinimels Iieransgefoialert wer- 
den foilwn. Die BafstOne find r^uji and dick', 
wie die, Scliifsuue, und fie wOrdeu gar knan-enl 




.Bfiuttrtefijeh. 



o 



5 4 



* 



jnehr von der theatralifchen Mufik unterfchei- 
det. Man trifft die froinnie Majeftiit, welche 
fie charakterifirte, mix noch in einigen Chci- 
ren wieder an, ja man befchneidet diefe im- 
mer mehr und* mehr, weil fie iu UarigNvjeilig 
fiu- Zuhorer werden, die viel zu verzartelt und 
zu werfeifch 'find., Die K»mponrften , weii lie 
iiberzeugt feyn konncn, fieh durch Solo's, Duet- 
ten und Trios unter Begleitung von einem, 
von zwei oder drei Inftrumenten, beliebter bei 
deni Publikum zu inachen, als wehii fie die 
kiinftlichften Hannonien auftifchten ,- richten 
fich ganz narir riem Ttusgearteten Gefchmack 
diefes Pubiikums. Borrow t Kapeljhueiftef der 
Sx«.Peteiskirche , ift einer der beruhhiteften zu 
Rom ; er hat fich durch den einfichtsvollen Ge- 
brauch der blafenden Inftrumente faft aller Bei- 
fall erworben; 'fonderlich pflegt er eins mit 
der biegfamen , und , nicht zu ermudendgn Stini- 
^e ,des Biagino wetteifern zu laJTeu. Diefer 
getchickte; K,aftrat , pb er gleich lchon etwas 
bei Jaliren lit > erhalt. fich dem ohngeachtet, bei 
'feinein Yorzug vor andern piibftlichen Sari* 
ern ; , *r , £hut, diefes durch., die Gefchineidig- 
e/tXei^e^.Kelile, duich die Starke f einer Lun- 
£ unjd.den unerfchopffichen Ueberliuls femes 
Q^ejus.; Eatte er mehr v Gelchjrwck und Aus. 
druckV fo >V^rdi? ,irian niclits an ;ihm ausl'etzen 
j^Qjimen. ;.; (^iuffj^iito [,- und Ccwderli^fi l^pr^ti^ 
zfflb iibertrefren ihn in cliefem Stiicke, aber 
lie fteheii ilnn an Starke und Unifang der 
Stiiume weit nach. Bruder s/ulonio, em jun r 
jger, ,bei der . ..pabftlichen .Kapeile erft kurzlich 
angeftellter Franziskaner , erzeugt eine Art von 
Schwarmerei und Begeifterung , und in alien 
ilex* ^^K^rchenmiulkenj, in denen er fingt,,, wim- 
alelt .,-es vbii ZuhOrern. Man konnte ihin den 
Yorwiirf inachen , dafs er fich, better zum AL- 
tfften, als zuin Tenoriften fchicke (?). Seiner. 
Sthiime fehlt es an Sanftinuth und Schatti- 
Tfuiig, aber man kann auch nicht laugnen , dafs 
fie ei^e'Bifigfanilveit, eirie hocbft feltene Reihl 
he'd u&d eihe folche Helle und D,eutlichkeit 
hxif Mts anchrkeihe Sylbe verloren gelie^ ' ' 
Unter deq Kapellmeiftern, deren es bier 
eine grofse Menge* giebt, zeichnet fich Pelli 
durcji Gefchmack und AusdVuck, ikfi^' durch 
die *Ken»tnif8; der Akkorde und in der Kom- 
|»6ft»io» der "CKore aus, Noch viele andere, 
oie- _es viel zu weitlanftig . feyri .wur4(j he^zu- 
nennen^ fiehen in geringeiem Ruf, Lind aber 
4ocb nicht ofen« Verdknft. Uebrigehs kann 
4na» hrer da* f| Gnte /-yon den Kir^henihwfiken 
li'ihmeh , da& % eihe oder zwei Stuticlen hin- 
biHigen helfen, wud bier den Geickmack an 



einer der fchonften Kiinfte erhaltenj indem fie 
vielen Tonkiinftlern Lebensunterhalt verfchaf- 
fen, die fonft ohne fie Hungers fterben oder 
ihr Gliick anderwarte fuchen xniifsten. — 

Zufabz. 

■. .Die Klage uber die Ausartung de* Kir- 
ehenmufik iit- fehr alt, und zuweilen 'aus Pe- 
danterey iibertrieben. Aber viel Wahres ill 
, und bleibtdoch damn.- Unfre altere deutfchen 
Mufikbiiclier find voll davon ; nian fehe den 
Meinhard Spies , Lorenz Mizler y Calvoer, 
Motz , Kircher, MTarbach, "Matlhefou etc. Der 
brave Fux ermahnt feinen Schuler Jofeph aus- 
driicklich : JVe obliviscarisjimficae ecclefiafticae 
fmis et fcopi : effe uemjje devotionis excUaildae 
eultusquc divirii ratioues , ne Jiylum huuc cum 
theatrali et faltatorio, ttlort muhorum, coii- 
fundasy^ i« v^rgil's nicht, dafsr der Zweck der 
Kirchenmufik darin befteht, Andacht und £m- 
plindung zur Gottesverehrung 211 erregen , und 
hiite dich, den S til derfelben, nach Art vieler, 
theatralifchrund tanzmaCsig zu machen. Die 
Italiener haben ebenfalls lange dariiber geklagt, 
befonciers J. Baptift Martini, und der P. Feyoo ; 
der Spanies- Ccroite de Bergamo in f ein em ge- 
lehrten mufikal. Werke; und unzahlige andere 
faft aus albm Natioaen. Der Schaden ift alfo 
fehr alt, und faft follte es fcheinen, als wenn 
entvyeder die Mufik , wie die Menfchen Telbft, 
nicht gern id die Kirehe wolltert, oder als vverm 
bei den Klagen iiber neuere.Kirchenmufik zu- 
viel Partheilichkeit fur das Alte obwalcete und 
das Horazifche Quaerulus , laudator tvmporis 
acti fe puero fi'ch auf manchen alten recht- 
glaiibigen Mufiker. anwenden Kefse. tntleffen 
inan hat zu alien Zeiten etwas Recht. 

Der Pabft Johami IX. verbot den. iippi- 
gen Stil in Kirchenniufiken duixh ein forinli- 
ches Dek/et. Soil, das bei uns auch^ Cleim 
Alles das ware vergebens* Wenn,<ler Genius 
unferer Zeit fich nicht iinderfc, unci wenn- wir 
nicht, wie Abt Gerbert fagt, ab eitarud exfejjit 
ad orbitam t vjOji cler graulichen Abfdiweifmig 
'in den Kreis icter Ordnung wieder zuimckkoh- 
ren und — was die Hauptfache ift — griind- 
licher Ihtdiren und iib-2r den Zweck jederMu- 
fikart nachdenken: fo wild alies nicht helfen^ 
und wenn der Pabft bis auf den Praiatlvon 
Ochfenhaufen , und der Konig von Spanien bis 
auf den Nationalconvent, und die weichen dbch 
in rebus fehr voneinander ab, Defcrete dage- 
gen erliefsen. Ohne den alter* Motettenkram 
undalle Pedanterey des ehemaligen exceftiven 
Fug«nweren& in Schutz zu neiuuen, kann man 



immer fagen , dafs Mangel mi gri'mdlicher 
Kuujlkeuiunlfs hauptfachlich" fchulnl" an dem 
viclen Unwelen niancher neuern Kirchenkom- 
poniften ley, wiewohl audi die i'chwache All- 
gefialligkeit, fich in den iippigen Ton der Zeit 
zu i'chitken, mit dazu koiuiut. Manche Kqm- 
ponijhen thim brav, ivvil Jie Jich Jih-chten 9 wie 
alle i'chwache Poltrons, und darum fetzen fie 
viel Bravouifachen. Wie ware es fonft mog- 
lich, dafs z. B. "der Londner Bach fo wenig 
Ueberleguiig haben konute, dais, er in feincin 
matten Stiick, JubosRcgina, auf die erbaulichen 
Worte ad Te clamamus etc. eirie komplete 
Bravo u rarie hiitte fetzen konnen? 

Und lb geh-t-cs weiter fort. Wir erman- 
geln iles Rubins, den wir vor deiu Richtftuhl 
der Kiitik haben follen, und fetzen, oline zu 
Willi 11," quid decent , quid uou t was fich g£- 
hort nnd __gebiih.it. Und darum ill und bleibt 
es, wie es ift. 

Was mm aber gar die Siinden der Aus- 
fiihrung der Kirchenmufiken betrift, fo ware 
idavon eine lange erbauiiche Litaney zu fingen, 
die wir vielleicht ein andermai mit einander 
anftimmen wollen. 

An den Herausgeber diefer Zeitung. , 

Weimar den 28ften April. Ich lefe iin 
8 ten Stuck liner mufikal. Zeitung ein paar 
Worte, die rieue Bearbeitimg des Hokus po- 
ktis ton Dittersdorf betreffend. Erlauben Sie 
snir, Ihneri dariiber einiges zu lagen. 

Verinoge ineiner Verbindung mit hief. Hof- 
theater, Hegt inir auch ob, die Texte der Dit- 
tersdorfifchen Opern mehrentheils mnzuandern, 
(wie ich auch mit den Opern : das rothe Kdpp- 
chen ; Ilieronimus^Rnicker ; Betrvg durch Aber- 
glaubon ; der FltiJfchwJdt ; der Schiffjpatron etc. 
getlian habe) da.Hrn. von Dittersdorfs gewahlte 
Operntexte, in l\uckficht ihres Sprachwehrtes, 
r-icht imnier die beften find, Folglich kon- 
nen wir dcifen Opern me anders, als neu- 
bearbeitet brer vorftellen. Diefes ift »un auch 
der Fall mit der Oper Hokus Pokus. „Das Point 
des StiVcks beruht aitf den Ktinften einer Ta- 
fchent'pielerin, welche fich vorher, um die 
Hand eines vorgeblicheri Barons (der ein Schau- 
fpieler ift) zu erhafchen, felbft zur Grafin, fo 
wie ihren Bruder, einen Rofshandler, zum 
Grafen, gefteihpelt hat. Diefer wird von ei- 
nem yorgeblichen Friinlein , (der Schwefter des 
Schanipieleis) eben fa hinter's Litht gefuhrt. 
So betritgt ein Theil den andern,, wechfelfeite - 
bis der Betrug fich entdeckt, wo e3 aber zu 
fpat ift, zuruckzugehen. Die Herren und Da» 



men linden fich alfp geduldig in llir Scbickfal, 
da es riicht zii anclern ift Die Nebenrollen 
fuid: ein angebliches Kaiiunermadclien der 
Pfeudografin, und ein Hausknecht, der in ei- 
nen Mohr uiugefchafFen wird. £ine lebhafte, 
karakterifirte Intrike halt das Stuck zufamme^n*** 
Ich bin u. f. vw '., 

C A* Pulpitis. 

. -i Nachahmungen. 

London. Sign. Palucci hat eine urriiber- 
trefliche Fertigkeit, die fchwerften Arien nachs 
dem Accompagnenient einer Maudoline ab%n- 
pfeifen, nnd er pfeift nun auch khon (mie 
unnachahmlicher Grazie, fagt ein engtifche? 
Zeitungsblatt) die Trauerarie der gefangenen 
Konigin von Frankreich, das Lieblingsftuck 
aller Leutc von gxitem Ton. Ein a-nderer Vir- 
tuofe , der fich fur einen Venetianer ausgiebt, 
kann alle Stininien der Vogel nachahmen, unci 
heifst daher gewohnlich die veneliauifche Nach- 
tigal. 

Was jene Trauerarie betrift, fo hat lie 
Mfr. Bercy komponht, xrie fie nehmlich die 
geangftete Marie Antoinette im Tempel nach 
der Hinrichtung des Konigs gefungen haben 
foil.' Sie-'wurde mit deiu lauteften Beifall und 
ol'tmaligen encora Bufen im Oratorhnh auf 
dem Konigl. Theater und Hay - Market von 
Mr.ffalfh gefungen, und ift feitdem von den 
beruhmteften Saugerinnen Mis Poole, Mi* 
Bmadhurji etc. in offentlichen und Privatcon- 
certeh mit /ichtbarer Riihrung und entfehiede- 
ner Vorliebe fiir das Stuck uberall wiederholt 
worden. Text und Mufik find nun Ichon in 
alien EngT. Mufikhandlungen fiir i Schilling zu 
haben. Der Titel ift: The captive, } aid to be 
written by Maria Antoinette in the Temple 
after the Execution of Louis iC. translated 
J-rom the Origi/ud, compofed by Mr. Bercy, 

In Berlin ift zuletzt im Liebliaberconcert Se&ul- 
™™ r Jt ha1ia mit voizflgHcher Gemmigkeit , fo wie im 
Fliefsifplieii Concert Keichardts Trauercantate auf File- 
drush II. and deffeu T* Damn ireeht brar und accurat 
auigefahrt worden. Dm Salve regina von Bach fiand 

wie JLiickenbUfser nutten inne Hr. Geh. Sekr. Cle* 

mens hat ficli in einem angenehmen Violiiic»nce« fclir 
zu feinem .ftuhnieJiwen laflim, nnd dies lull nacbiiens 
die Veranla/lung werdea zu einigen Wartca UberDi. 
lettauteu uud MuCker. 



e Dm foIgenJe^hftblblie Lied des Hrn. Oraamft 
&>id«l fckwin im C aogcmefleiMrn Glnnkter zu baben, 
als in f ; darum wird mis derfelb* die dmuit TO*g«» 
aommeue Aeuderuug toffeadicl* m Gute Ualten. 



&Q 



J^beiidgefapg, yon fr. Ludw. SeideL 



HdUfslich - quddchli'g* 



laujsucn- waacniig4 .... 

O Va-ter meines Le - b&ns, zu Jem /ich nie ver 



1 » J x_ J ! I 



r«-«u- meines JUe - bens, zu dem 



gc » bens meiii 




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Ich willroein 



O-pfer bringen, und dir e in Dank lied 



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fin - gen, denn du. er - hou - ted was ich bat. 



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Du.fahe/t hjeute wiedcv, 
Yo\\ Liefr* aiif miph. Jieviiieder 
JEihieltft mkch vaserlidh. 
Du gabftVnir neue Kiiifte, 
Und Segeu ,zum Gefcha&e , . . 
O Gott! was war' ich ohu« dich? 

jDu haft an diefeni Tage,, 
Dcu Kummer und die Klage 
So giiadig abgewandt; 
Haft mich befchutze >vor Leiden., 
Watii lleitorkek tiudy Freuden 
Von deinem Tliron herabgefandr. 



H 



g3|= 



' I i 1 1 i I BTT— . 



■•I* 4 — - 4fo» 



IT 



Was du mir Guts arwiefeu, 
Dafftr fei nun gepviefcu! 
Verlangve deine Httldi — 
Und wetin ich jetzt aufs neae 
Was ich gefehlt, bereuc: 
So. dig* auch diefes Tagei Schuldl 

Du wcifst.-wie vicl «uf Erdea 
Npch .nieiiicr Tag* werden. 
Willft du 9 daft Cell ilir Lauf 
In diefcr Nacht fchon eude: 
So nkim in deine Ilande 
Dcu Geift zu beflcni Freudcn anf} 

. '. -. J. K Seidtl. 



BERLINISCHE 

M US I K A L IS CHE ZEITUN6. 

FU NE ZE HNTE S STUCX 



Den i8tcn Mai 1793. 



Ueber Kihijiler und Dilettante*. heit cuufi'ikrt^ als worn nicht mechanifehe Fcr-' 

Der mufikHltfche Ktmftler, in der eigentlich- tfgkeit allttin, Jbndem auch era gewiffer Grad' 

(ten Bedeuturig des Worts, ausgeftattet van von Genie, otter Talent, Gefchiuack und rich- 

dcr giilagen Natur utit hohem, .iibeiftromendetni tige* Gemhl gehSit. Und To konnte man alleri- 

Genie, ausgeruftet mit Kunftkenntnifs -und Er-1 falls auch wohl wahre, grdfse Virtiiofm zu 

fanning, den alieln das hohe ideal der Schdn- der dritten Kbjre der Kunftler zalen; in* ge- 

heit begeiftert uml ihm bei feinen Werken ftets* ringften aber nicht alle die, welche ein oder. 

vorfchwebt, der augleich zu edier Menfch ifiy mehrere Inftrumente bis zu einem ungewomw 

um feine Kunft an das VomrtUeil und die lichen Grade der Fertigkeit Ipielen. Denn 

Thorheit des Tages zu verpfanden, and dem wemnblofee Fertigkeit und Mechanistnns bin- 

Wahrheit, af'thetifche und nioralifthe, iiber Al- feichen follten, fo waren fie nichts mehr, als 

les eeht — * folch ein Kiwiftler ift ehrwurdig and was der Seiltanzer und Tafchenlpieler ift , die 

grofc. fis gab deren iiumertlar nnr fear we- auchkdnnen, was taufende ihnen nicht nach. 

nige; denn die weife Natur geht ttiit ihren thun. 

Krai ten hanshaherifch um. Grofse Genies brau- AUein warm das 1ft, warum zieht mart' 

chen viel Plata und einen grofsen Kreis der Aetih eine fo fcharfe Grtnzlinie zwifchen Kiinft- 

Wirkfamkeit-; fie wirken auf Hit gauze* Jahr- iern undi Dileitanten ? Gleich als wenn diefe 

hundti-t und wohl gar auP die fpa"te Nachkon» es nicht zuwcilen auch fowohl in der Kompo- 

Mierifchftft. Gewohnlich miufs eine grofse Zeit~ fition als hi 'der Virtuofitat eoen fo weit briri- 

eipoche hindiuch vieles verdorben worden feyn> gen kdnnten, als Mufiker von Profelfion, da 

bis ein lolclies iiberfchwengliches Genie auf- doch fogar die Erfahrung jetzt mehr als jemals 

fteht und Reformator w»rd. . lehrt, dafs manche unter ihnen, watt Kermtnifs 

AUein jener Begrif d^Kftnfrters ift der und Gefchicklichkeit betrift, einen Grad der 1 

hdchfte, und man kann ihn etwas einfchran- Vdllkomuienheit erreichen, der fogtfr fur ei- 

ken, nut ! ein gewiffes Mittelgut xiv hez\ucbnen> gsntlldie Muliker • bisweilen ^^llig unerreich- 

dus ditf Natur, als notliwendiges Bedurfirifs zur bar bleibt. Freilich, wer alle Zeit und alle 

©ekonomie der Welt j haultger herrorbringt. Kraft, vermttge feinea aufsem Bemfs, dazuan- 

Je;den^ Komponifien alfo, ;der achte Werke der wenden kann, von J dem folk® es wohl an fich' 

Kunft hervorbringt, fobald fie uu*v (wohlge* fi;hon nicht Wnhdeu nehinen, wenn er fich 

merkt) von tigcner, innerer , fdbftft&odigeis bis z,u einer hohen ^ufa arlrobej die Bewun- 

Jtraft zengen um\ nicht die huhdeVtfte'.Go/iA* d«rung errtfgt. Ailein ift denn dae in der That 

von neun «md nennrig Origiiiaien, aticfe ironv fo^ und ift nicht- der Mifsbrauoh des Kiinftler« 

ewiiger Bedetitiingiindj kann man ein^KfcitiftJ namens, zum Nachtheil der fogenannten Di- 

hst netinem lettanten, ietzt gr«f»er als er jetnab*war? 

In etwas uneigentUoher und untergleord- Wohl ift das fo. MiiT feltCamer ftoliee An- 

mteriBedeotung n«mt£»ian auch wdhldeat ttiafsung dr^ckt «)anch« ,, Xe^ t mittehuafcige 

«fmen Kftiiftlcr, der Werke der Kunft^ auch BftifitattV dar, £ein4 Eirt und Allet in dem; ln- 

frOiiid*, mat aufe^wrdeintlidie* 4 VvUUojuatM^i iUuiuente nut fich heruiutr^f, woran Ceine 



53 



Finger, wie feine mifterbliche Seele, fich Tag 
und Nacht iiben, darum weil er zur Znnft ge- 
hort, den biaven Dilettanten, den wichtigere 
Gefchafte diefer Welt imr wenige Stunden zum 
Umgang mit den Mufen vergonneix; und, mag 
diefer ihn audi an Kopf und Herz, Kuiiftkemit- 
nifs up4. Gefchickiichkeit 4»undertfa'kig liberie, 
gen fexn, fp,glaubt er dftjmoch Teine verbal- 
tene Schaam iiber dellen Vortreliichkeit nicbt 
leichter lots werden.zu Kqnnen und dabei nocU 
recht viel zu fagen, wenn er aiisruft : fiir ee- 
lien Dilettanten recht brav ! — *) Man gebe 
nur darauf Acbtung , wie dies das Schiboleth 
der Zunft geworden ift, und wie fehr der 
Efprit de corps bei Mufikern , wenigftens dein 
grbfsen Thelle nach, darauf hincleutet, fobald 
von Werken unci Gefchicklicbkeiten Anderer 
die Rede i& ; ; Wie wire es fonfft mdglich, dafs 
i jianehe Mufiker s biofs s darmn , weil fie zur 
^rofeffion gehqren, wenn gleich fie.wenig ge- 
rmg ftudiren, und nachdenken und* >—>/*/?«> 
was zum. Beilen *ler K.unft gefchrieben wird,; 
efie beiferen Dilettanten verachten konnten, die, 
Vr&Kj km und, wieder fo. .aiatfaUend. hervorrai 
gen, und, im Ganzen, nebenher weit grofsere 
witfenfchaftliche und afthetifche. Cultur. haben, 
ajs;ma^ ; peider. grofsen KJaffe der: Meiftdr \md 
Gefe|l ! e^, f anja:i&? r * .Diefe bab,e» oft ,weiter 
^cnts, '^nd ^*ft ina^chinal ; aucb gar nidit ein- 
ijial voraus, daffc Tie* .wis ,/ie ,es nennen, .die. 
Schuls gemacht huben, was fich ofters bios auf 
Sine trockene uml fmditlofe Erlerniirig der 
(/ramatik, die ohne eigenes Genie nioht* ode* 
."^enif kUft* einfebrankt. 1ft e» : dena aber nicbt; 
SRSgkcli, jdaf^j^ileuanten diefe; ^beafails; er- 
lernt; li.abfn.kanman^ j$nd zwar mit eigenem 
Gejfte, was allcanaj j-nehr vverth, ift* ab die 
a^nffelige;,]^hUe^ey jles , ScfeulerB* der ewig 
3ehulei\W«ib£ wad, auf die Worte feines JLelW 

lej^ fdivrpn^( MH '. :M--»cjfr :<v '.v'.i-.'Mi^-; s ' «" v.> iv- 
. , §oilte i&*h snrt f diefem Stotae !>- an* ; diefe* 
einfe^tiggn, Aomangliehkeifc Bicb^mtMches partes 
Urtheil,, mf*n$her; ifro/tige ,Au$drufck .d^s Mn&*i 
kers ? der fich Jckwt±&m gp&uhteyllesKHevi: ziif 
verra ^Uen „ JMtoeo fleh »i«l>t i tier , fiedabniiisnMisy 
der 4 ajlca. m vkleJnJwkfl , Scbjr^nfceB/ fob Xievweiiksf 
Iprdertg darans Sfttift Theii Schtnkl ericlarm la£fci 
lien ^ und < follte r dlea^yfotvi : freilick- aucb udtt 
*rfabyii»6 von manebcr erbarnalicben und Mu.* 




figen Dilettantenwirthfchaft kommt, nicbt die" 
Gewohnheit fo mancbes feynwollenden Kiinit- 
lers ins Licht fetzen, der das Werk des Lieb- 
habers der Kunft mit vornehiner Miene au£- 
nininit oder bei Seite legt, und iiber fein noch 
To febcines Spiel nichts Gerechtes fagen mag? 
Es lajst doch To hiibfdt, iiberay »u tatleln, 

.' uncf, wenn wir zeigen^ dafs * uns-.diel f^ute 
nichts recht machen, fo leiten wir fo imver- 

a merkt die Bewunderung auf unfere Seite und 
dringen andern das ' Lob eines firengen und 
bohen Kritikers ab! Ganz wohl. Aber waruui 
machen denn fo manche der geftrengen Her- 
ren felbft nichts? — Aus Befcheidenheit, aus 
Bewufstfeyn eines hohen gcittlichen Ideals? Mit 

' nichten ; fondern weil es leichter ift zu tadeln^ 
als es ffclbft heller xu machen; FPeil es eiue 
gluckliche.Obfcurib.dt giebt. 
~ Alio iern fey en fernerhin die ungerechtcri 
Anmafsungen mancher Mufiker iiber wiirdige 
Dilettanten ^ die, wie die Dilettanten in der 
Liebe,. initunter geiftigere Werke bervorbrin- 
gen, ab die durch Biirgergefetze cingezaunten 
und durch haufige kalte Gewohnheit inamoro» 
gewordenen Virtuofen in der Ehe. Fern fey 
es noch inehr, dafo mitfikalifche Zunftgenoifen, 
dartun well Ike etwa auf Concede reifen y oder 
in einer r>,apette engagki ; find, oder die Mufik 
aIs Gewevbe behanilclny, wodurcb fie. ihr Bpod 
verd'enen, oder die Orgel nach der Tablatur 
fchlagen, pder den clniftlichen Glauben vorfin* 
gen, oder zur Ebre Gottes die Muiik auf die. 
Thurnif|itze hi nan Is" promoviren —- fich de» 
elirwiirdigen Nalmen, der Kihijller beilegen; 
und wenn. da* gel'cihieht , fo niogen fie wenig- 
ftens. fo biilig und ohriftlich ieyn, ihn mit 
braveiv Dileuajaten wenigftens zur Halite zu 
theiLen, •■-,■..';, 

., ffahlthiibige, rfmvendwig der Kunft durch 

.;;..,:,- , ' j -Dilettanten. 

t .-!•; In: 'Qrdz .-..wnrde . .unlangA in dern Scliair- 
fpieHiftufo eine grofse mulikalifche Akademie 
ziun Beften des A»m*ninftituts gegeben. Die: 
Veueinigung fo vieler, angefelienen und ge- 
fdiickten Dilettanten .mi^ Aen biefigen Mufi- 
kern macbte xli^s Concert, »u eineiu derglan-; 
aandften, die bier je gehort und gefehen wor- 
den find* , Frau Grdjin .< voh Sauer , alb^emein 
beliebt , fowohi dn Muckficbt ilires : Gemes , als< 
ihrer Kunft , fang drei Bravourarien von Moh 
aart, Haydnt und Brunetti. Mt.Sorttnann, Doct~ 
Med., Uefsfich mit eineua Violiriconcert vqi* 
Giojmo^wiete nnd einent Qaartett von Mozart 
kowaMi'Jier ,ausgexeicJbne»iefte Beiiall war der 



Erfolg Hirer BeuTerfeitfgen Bemiihungen , cTer 
ifmen nicbt al» Dilettanter^ feiddin £ls Kyi??- r 
lichen Kimftlern von vorzivglichen nnd ausge- 
bildeten Talenten gebiilnt. Ein Concert- anf 
dem Fortepiano von Comlcfle Entejtine vou 
Thurtiy ein Cone anf dem Violoiicell getpidt 
von Hrn. B^irckao CJyzrlvlti , einjem lrfer »ji- : 
wafenden veVietiariildie-n GilicLer, jmd-eine- Bafs- 
aprie, gduugen von Urn. Projeffor Schuultler, 
erKieiteii gfeichfalts aligeiiieiiien JQeifall^ _Zu 
Anfaiig, in der Mitte und . zn Ende er«3nten 
einige' der vorzuglkhfteto Sinfeiien von. Mo- 
ziittf welche bei einom von, alien Seisen gut 
befetzten ^rdieftor vortreflicbe WirkungMiach- 
ren. Dje gauz den Arine'n gewidinete^Ein- 
liahnie betnig* 4D6 Gulden. (Bravo 1 deri ed- 

ten Kroiitliebhabern in Graz!} 

* * 

• Originalilab tyi Erbawilfchen. $ 

« In un fern politifchen Zeitungen wird die 
letzte Scblatbt des Prinzen Coburg gegen die* 
Franzole^i be» Valenciennes ink Aex bei Mar- 
tiniclftie verglichen- Dies erinnert uns an em 
Miufikalifches Werk von klaglidier Sublimits t, 
das nns einmal in die Hiinde gefallen , wovoA 
wtr doch zur Beluftigmig urilfer freundlichen 
Lefer den Titel heifetzen vvollenr: ' 

> . Triuutpfode. JLa vpee ■'. etrti ccinbald , &Tif 
den belorbeerten Herrn ilvpi Hrn. Geniral- 
feldmarfchall Sachfen Coburg Salfeld, iiber 
den- Kern der tiir.kifcheii Iianptmatht bei 
, "* Mai tinieftie in der Walachei den Grosve- 
zier Hudfchitk Haflfan' Pafcha rithirivolleft 
erfochtenen Siege. In die Muftk verfetzC 
' (ganz riditig, lo war es audi) nnd unter- 
thaniglt gewidmet Ihro.H. Durchlancbt etc. 
— von J. /,. Jllttller, der vercinigten'Kol- 
legiatftiftern zuni beil. Nicolaus unrf Em. 
meran, daun der loblichen 'S tacit Pfarr- 
kirche Magijier und Mufikdircktor zu 
Spalt. Ini Jabr Chrifti 1790. Folio 5 Bo- 
gen. (In der 'fhat , lauter narrifches Zeu|*. 
in Folio.) 

: ■'" * v 

. . Nationaltheater in Berlin, f 

Bendds Romeo und Julie , das hi^-fcboMfc* 
•Vor mehr als einem Diitzend Jahren burie fon- 
tlerlichen Errblg gegeben "Vorden war, ift feifc, 
kurzem von neuem unter der Direktion des 
Hrn.^ Weber einftudirt urat bereits mehrere 
Male ink gntem Ttrfolg xm& vielem 'Beifatt 
<te« Publikunis aufgefuhrt worden. , Mad* 



Unzetmann deklamirt ihre Rolle «it vieler 
J^imJmdUn^ UAit ftihjendem Ansdruck; det' 
Chor:im Grabs wahnt Vergeffenljeit der Sor- 
geny -der eigentlich gar nicbt theatralifcli ift 
nnd daher unvergoltene Schwierigkeiten in der 
Au^fuhrnng hat, ift von £angein- grit befelzt 
und,ftu4irt^ \i»tf w«rd mit fo vieler. IUchttg- 
keit ? und Geniuigkeit auagefiihrt, ala es nur 
auf deuifcheJin Theater irgendwo nioglicb ift*i 
Zudem hat das Orchefter etneh Zuwacbs an 
zwei neuen und braven MUglfedern aus del? ehe-; 
JiialMarggraa.Sehwedfefehen Gapelle, Hrn. Pro-, 
gel bei der lftenuml Hrn. £<*£<¥ bei der GtenVio4, 
Jin infoiiderheit an dem -.erftern erhalten, der' 
ein Jbra.ver , kraf tiger Ripienift nnd guter Solo-| 
fpieler zugleich ift; fo clafs alfo da» ErifemUl* 
tmftreitig auch iladurck .fiat gewinncii mittl^iM 
So , wenn Direktion und 'Mitglieder das liuiggff 
thun, kann etvva^ drau» werdenl 

Verfuth titter Eiementartehjfe f&r %ie JugZtttT tmi. 
Clavier, in alien drei Schluffeln, inFi-age undAntfc. 
wuJselOfst, mi*~Jnmerk. wul*i#em Titelkupfa neb/Q 
12 Kupfertabellen in Folio. Dleles Werk ih Qirmtfori 
mat iojl E^ide Juiiy^j-fpheiiieni bis Haluii vyird v«,* 
derii Verf. und der neuen Mrtfikhaiidl. ih' ITerhii »b Of.** 
Vorausbezahlung darauf angenomnien. Da die hier* 
bei gewahlte Methode woW die'fafslichfte fcin dttrfte* 
fo habe ich die Theoric nacli &ev Fiihi^keii dc» An- 
£ln|jera.i gleiebfam fpielendvdrgeliellt^und auf eina 
eig«»e Art forgfrtltig be'arbcitet. dars diefef Wefk a 



eig«»e Art lorgtaltig Dearocitet. flaw tiieies >ver* 
Selbftliiileiridit ilcli empfehlWtkann. Vicllfeicht dttr 
te es audi fttr die Violin und I'lotc nicht ohue Nutzeu 
feyu. Potsdam, den- jiteu^Mai 1793. 

'■'-,' WilhelmFtrit. Rone, _^ 
im Miillerfdieu Haufe wohnhaftl 

Nachricht. . , ;' -1 

Batd nadi.der Ouevmefle -werden bei llvn. Breit* 
kopf in' Leipzig' atil* Pranunieratibit lirera^iskommen s ' 

^Acolfl 1 'ax.iationen furs Clavier oder PianO'fortp 
-von Fr. JLai/oift. " • 

De* PrVriuimmibnsprei* ill 8 Grofclien SScMfdi, 
der Lotusd^oi' k'o. 5 Kthlr. Conventioiwim«»*e geredi* 
net ; der nachherige Ladenpreis 10 6*. — Dei - Prftw. 
numeratiunstermin blcibt bis PAugltcu offou. 
Jeh», den 28ftcn Mar» 1793. 

,*-■, * -•■Fr. Latrohe. 

(IVflt Vergnftgeft^itiramt ^i«s ncue He'rL MuJikTru 
aiif ,obiges iiuerclIiMit* kleiheWierk dc* tAleutvolle« 
jungen Kuniilcrs I'vanumeration an.) ' 

Von dem folgendcn Liede, da* wh'feines Ieidi^ 
ten Tons und freundlichen Gefanges wegen in redit 
viele GelelJRliafteit* Slii, wUnfchea, fuUcu die ftbrir 
gen Strophen, «hs Mangel an Kaiuu » xiu . ^utchj^c* 
StOcke liacJUfolgen, v -.--^ w ' | j 

'- j - ■•••' .' '■' -' ■ \ / 't- : " :; ^ 1 



Gfr. 



GefelKcha&siied, von Hrn. O. C. Zink. 



IVoh 



, dachnicht xu . ^ j^ 




O rrertndfcfctftj «r«f«-te» GlttcJt der Er - den ! fey nn - fers B« nde4 Gfit - tin d it. Du 
fcheuUtinw Woo-no und wir wer-deu von dii er^uickt mit Hcil imd Ruh I Drtim 



^ifete 



^Z±£ 




LTuttL 



3E3-3— S-aEfca^^lEr— ^-f 3 ^ 



Sfft-der, /th-get » — Hei-ter bluh* 

! I ,':lv 5 ,l 



Stet» utt/rerFreundfchaftHarmo - nie! 



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i * * I i i«»n' i l i 1m > fr l llH » ' I< W 



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Druiflfr 



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Brtt«ileCj Jin-g«t!— Heifer fcjah* 7 










. ll'ets unfrer Freunilfchaft Harmo 



-rr-f 




me ! 







9* 



BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNQ 

SEGHZEHNTES STUCK. 



>Den n$Jlen Mai 1793. 



G 



Gefellfchaftslied, 
(Siehe das fiuifielmte Stuck d. Z.) 



Freundfchaft, grots res Glflck Act Erderi, 

Sey 11 nfcrs Bundcs Gottin duj ' " 
Du fchcnkfi u«8 Wouue, imd wir werden 

Von dir erquickt, mit Ileil mid Bui*. 
:,: Drum Bruder fingets -*- Heiter bltth 

Stets uufrer Frcundfdiafc Harmonic *)!:,: 

Du Quell, dcin Freuden [lets entfpringen, 
Verfchonerfl aivch des Weifcn Balm; 

Uud felbft in Amors BliiineiifchJingen 
Bringft du noch deine Role a an« 

*,: Drum Binder linget elc. 

Du fecgneil feftlicli — froheTage, 

Wo Freunde ficli den Frennden weih'n. 

Auch linderft du des Jammers Klagc, 
Gebieteft mild , Ac zu zcrilreun. 

Drum Binder etc. 

L'afst uns das Schickf.il Gli'ick empnudeu , 
Durch dich geuiefscn wir'a mit LaR ; 

Und. will des Himmels Donncr zunden, 
Uns deckt des treueu Freundci Bvuii. 

Drum Bruder etc. 

Verkfind' es i.ied mit Jubelfrh.illc, 

D.itb Frcuudfcliafi unlit; Gottin fey* 
Wir Weiltn ihr unfer Herz, wir «lle, 
- Und find, wie jclzt, ihr evrig trcu. 
Drum Brttder etc. 

Aus dein Danifchen del 
Thaarup. 

*) Tiielfarmonie kann nun weder an uch , noch we- 
niajcv heiter hluhen; Elicit kann, fo viel uns be- 
whist, kein Quell Rofem dem Amor in den Kianz 
windehf auch in D'anneinark nicht. Allein, mag's 
lichen bleibin; miHfcn wir doch fo aianchu* 111. 
Vucht aui rWd tukiirui. 



X>ie Qeijlerbefcktoormg ; title komifchb Pp$r 
• < in zioet Jikteri. ■'■■'-''■ ■ :'-. :: ■ 

Das Bediirfnil's an theattfAifclijnr Mafik ef- 
•hak fich und wird iiiinier grotser bei ' miterm 
•deuttchen Publikum. Dadurch verlieft eini- 
•gennafsen das eigentliche Diaiha oder das reine 
^chaulpiel; aber die Mufik gewhnit, dabel, at* 
wekhe theatralifdi riicht tffifein am allgemein- 
ften, fondern auch alii beftiininteften und in 
ailer ihrer KraFt und Mannigfaltigkeit, deren fi* 
fahig i'ft, whken kanii. Selbft der fugirte Satis 
ift davon* in Gh5rejn belbnders, nicht gani 
«usgefdilouen , wie Gluck in feiner Helena 
und Paris s und Schuh in der Athalia gezeigt 
haben. Durch daa Theater erhalt die Mufifc 
die hachfte und leidenfchaftlidifte Darftelhtng, 
utid ift^ in fchoner Einigung mit der dramas 
tifchen Dichtkunft un'd Miinik, vielleicht iii 
ihrer eig«i'.tlichilen Sjuiiire. 

Aus diefem Gelichtsr>unkte betrarht<5t nnift 

uns jedes neue vaterlandilche Werk diel'er Arti 

wenn es nuv uinigen erheblichen dichtertftheh 

<ind umhkalil'chen Werth hat , willkoiimiet> 

feyn; und dieferhalb verdient die Geiftcrh*. 

fc/iworw/gy ein ganz ne'iies StVick von dem 

bereits riihnili<h bekannten Hm. Refer. Hcvi 

kLots und (tern KompoiiHren dellelben , Hrn. 

Cartellicri in Berlin, das auf dem hiefigen 

Nationaltheater mit vielem Beifall geeeberi 

t worden ift, eine ehrenvolle Anzeige. lis ift 

dies die erite tlxeatralil'die Arbeit eines jungeii 

hofhungsvolien Kouiponiften Cemem Sohn del 

Sdiaulinelers Hvn. BUhntc) ; und da fie fo viel 

unvcrkeiinbareSpurcn von eigenem Talent nidit 

ailein, londerr* audi von fchon nicht gewohn* 

Hclier Kiuiftkennmil's und einer glhckltdien 

Hand im Sau der Ttteatenimfik v«rrath, fa 

verdient er Aufm«ik(aiuk«it ami Attfmunte- 

Q 



fa 



*rang, wie nicht nundev, eine unverflellte Beur- 
theiluhg feines erften Works. 

•Die Mufik -hat Charakter, Feuer und Leb- 
fcaftigkeit, mehr ; Flufs und Zufammenhang det 
Gedaiiken (im Finale etwa minder), als man 
.von einem fqlchen zeitigen Kunftwerke erwar- 
ten.fqlite* In einzelnen Partien, vorziiglich im 
erften Duett aus.E^mpll, ift, fo ftrenge Ausfiih- 
rung als gut angelegter Plan, und man wiirde 
im Ganzen noch mehr Eigemhiimliches linden 
konneri, vvenn der Koiiiponift nicht hier und 
■ da yorhaiidene Mufter, inronderheit den Hrn. 
von fiittersclorf, zu angelegentlich nachzuah- 
men geftrebt hatte. — Der- Geiana; ift gefallig 
und efFektiiirend; ntir fault ihtu noch ftellen- 
weife der v61Iig jic'litige leidenfcliaftliche Aus- 
druck, den me die Inihumente ganz erfetzen, 
jr*Qcb ofter aber richtige und korrekte Recita- 
tion uhd Accentuation. Schlimm geriug, dafs 
.unfere aus dem Italienifehert iibertragene Opem 
''..&$? ^ Eigenfchaft der Siindlichkeit an fich tra- 
jgen; bei originalen deutfchen Stticken ift rich- 
tige und ftrenge Behandlung des Textes durch- 
aus nicht zu erlafsen. — Die Inftruiuentalpar- 
.tien find, etwas Ueberladung hiri und wieder, 
befonders bei den blafenden Inftrumenten ab- 
gerecbnet (ein gewohnlicher Fehler junger 
JCnnftleY) brav, angedrdnet und thunguten Ef- 
fekt. Nur mute Hr. C. kiinftig unnothige Ri- 
tornels, wo fie der Handlung fchaden, vermei- 
flen. . Jm Ganzen . alfo befriedigt diefe kleine 
Oper, und wirkt in manchen einzelnen .Sce- 
nen ungemein auf das Publikum, wie d'enn 
Z..B. die Romanze die lautefte Senfation inacht 
und allemal wiederholt werden mufs. 

Wenn Hr. Cartellieri glucklich fort ftu- 
dirt, mehr Erfaluung fich erworben, mehr 
iiber den Geifir der dramatifdicn Runft und die 
feineren GeheimniiTe der Darftellung durch Mu- 
fik gedacht, nnd „alle die friihen Ideen und 
Manieren erft auf die Seite gefchrieben haben 
wird, die jeden guten Kept, lei er Kiinftler 
Oder Schriftfteller, anlangs driicken, und tu>' 
er erft 16s feyn mufs, um frcies Ideenfpiel zu 
baben\und felbftftandigzu feyn: " fo wird er 
dereinft ein voi-ziiglich wurdiger und ausge- 
zeichneter Theaterkoniponift werden. Und, 
wenn nun noch dazu der vertrautere Umgang 
mit den Mufen und Grazien ihjii ftetes Lieb- 
Jingsbedtirfriifs werden follte, fo wird er fich 
lint der Zeit zum ehrenvollen Range eines 
durch achte Kultur und Humanitat ge«deUe'n 
Kiin filers erheben korinen, welches allemal der 
Wunfch und hochfte Zweck jedes emporftre- 
benden Mannes feyn inufsl 



Und fonacrk fteht zu hoffen, dafs Hr. C. 
diefe gut gemeinten Bemerkungen und Winke 
gut aufnehmen, und falls er fie felbft gegriin- 
det finden follte, benutzen wird. 

Da Hr. Hofratli Spazier die Giite gehabt hat, mir, 
dem die Ausfiihriuig dieter Oper uberlaflen war, das 
obige felir walire und griindliclie Urtheil <iber diefelbe 
vorzulegen : fo fie lie ich itiich fageu zu ionnen, dafs 
meine Uebcrzeugung ficlx an allc das anfcliliefst, was 
. er dar iiber fo beleliiend gefagtbat. 

B. A. fVeber. 

Mujikanjtalt in Schweinfurb. 
Nach einem uns zugefandten gedruckten 
Avertil r einent ? das eine Arc von Expofition von 
grofsern Mufikftiicken und deren Texten (vo« 
Grauns Pailion, HaJJens Pilgriminen) audi 
eine Anzeige enthalt, wie gegenwartige mud 
Zeitung dort nutzbar gemacht werden kann, 
gibt fich der Untemehmer des offeritlichen Con- 
certs, Hr. Joh. Chrijloph Brenner, viel Miih.', 
um- die Befoi-der'ung der Kunft und das gclell- 
fchaftliche Vergniigen in feiner Stadt. Im Som- 
mer gibt er feinen Garten faal dazu her, und 
forgt logar dafiir, „dafs die auswartigen Mufici 
das Entreegeld erhalten, dafs ein benachbarter 
Biittner den Trankverlag iiber fich nehme, daf» 
es an Ruheplatzen una Kanapees nicht fehle 
und togar unweit des Gartenhaufes eine Eisw 
grube Jey, worin die Getranke aufbehaltcn wer- 
den konnen." Da ift doch wohl zu wiuifchen, 
dafs das Sthweinfiirtifche Publikum, dem die 
Mufik von mehreren Seiten fo aarehmlich ge- 
macht wird, diefen guten Wijlan des Hrn. 
Brenner dankbarlich erkenne und benutze, und 
dais nicht, wie noch im Anhang gefagt wird^ 
Kinder, die ohne Begleitung d.*r *Eltern und 
Hofmeifter kommcn, und allerhand Gefindel, 
bei den Concerten und Proben durch Schakern, 
Henuulaufen und Lacheii Storungen machen. 

Einige Ldederfammlunsen uon diejer 
OJhennejJe, 
Die HaupterfordernilTe eines guten Liedes, 
aufser der bei alien Werken nie zu erlafsen- 
den vollkbmmnen Reinheit der Hamronie nnd 
natiirlichen Moihiladon, find: fchlichte Ein- 
falt; ein dem Tcxte in alien Stroplien, foviel 
als nur immer mo^lich , angemeffener Gefang, 
der fiir fich befteht, ohne "Beihiilfe von ak- 
koinpaghirendem Geklimper drum und dran, 
fogar zur Noth. ohne Bal's, wenns recht acht 
und, volksmafsig feyn foil.; Femer^ richtige De- 
klamation und gute Anordnhng',' fo dafs we- 
der wider die S.prachc und Profodie, noch wi- 
der den mulikal. Zul'ajuuienhang der Gedanken 



65 



verflofscn wird, welche ihre*Fer?odeijr' und Em- 
fchnitte und Rythmen von der innern und 
auftern Befchaifenheit der Verfe erlialten. 
Werm wider diefe Eigenjjchaften in Liedern ge- 
r lundigt Wird, lb 'dais man fiihlt, fie - find ar- 
xnefn Kreaturen almlich,. die durcli niches, als 
ihr fchuldlofes Elend intereuiren, und 'die man 
mit zitlammengetrcklelten bun ten Lmnjrien be- 
-hangt hat, damit lis doch nicht am Strande. 
erfiieren: lb ifta eine traurige Sadie um das 
Spielen und Siagen, noch uiehr um das fie- 
cenfiren, am allermehrfteu aber xmx «■*- das 
Kaufen derlelben. 

So fclione.s Papier audi die beiden Weik- 
lein haben : 

JZivolf JLieder helm Klavier zu fingen etc. 

von Emjt ilaufsler 9 Zurich 17*93. (N. B. 
, M. Hartul. 16 Or.) untl 
Seeks Gedichte von Friedr. Matthiffon etc. 

in • Mufik.gefetzt von ebendemfelbeu Verf. 

Zurich 1796. CJnderN.B.M.Handl. »6 Gr.) 

fo ift doch der mufikal. Werth derfelben nur ge- 
ring, undgrufstcntheils ilia Machwerk; das uieille 
'noch dazu uhfing - und urifpielbar, obnehin in 
drei Notenfyftemen , gefchrieben. Kein einzi- 
ges Stuck darin hat nee. ifttereifiren, konnen, 
■vielmehr naben die ganz .verfehlten Gedichte, 
fo fehr anch der Y/urf, nach Kuriftanfelien ge- 
ftrebrhat, ihm viel Miismuth gemacbt. \fiit 
cin Betrachtliches buffer find die . 

Lieder, in Mitjlk gefvtzt von Friedrich Muck. 

, ... Leipzig,- gedr. bei BreitkoptV (4° #• N. 

B. M. Handl. 1 Rthr« 8 Gr.) 

Der Verf. hat ficb in der befcheiden ge- 

febricbenen Vorreda als Liebhaber d. M. zum 

erftenmai angekundigt, und man kaim im Gan- 

zen feinen Gelangen (derm lehr wenige nur 

kann man Under nemien) Heinheit der Hariuo- 

me, Empfsmlung, guten r wiewohl oft viel zu 

gezierten Gefang, und manche andcre gute Ei- 

genfehaft nicht abfprecherc, die von einiger Be- 

kanulfchaft mit der Kompdfition zeugt. Allein 

auch ihm fehlt'noch fehr viel, wcrin inan jene 

obigen ErfoTderniife auf feine Produkte ftrenge 

anwenden wollttv Man fieht, dafs er mehr 

Klavierfpieler ill, and dais feme Gefange ihren 

Urfprung vom Klaviere genommen haben. Die 

Beglekung ift fall iunner iibcrladen wnd bunt, 

fo wie die Melodien oft zu gekunltelt find, -— 

Einfacher find folgende 

Deutfche Gefange, beim Klav. zu fingen 9 
liebfh Soyatineifzu Zwef und vier Ilanden r 
v. C. *G. Saupcy Organ, zu Glaucliau. Leip- 
zig bei Breitkopi. (JN. B. M. H. 1 Rthl.) 



/ fnConderheit gvtt geratben Iff darin die Ro- 
snanze : das Razberger Madchen , und die 
Juindc auf deni JCirc/ihofe. Im 5ten Takt ift 
ein iibler Querftand ; fonft find diefe S'achen 
rein, und nicht fehr viel ware, aul'ser einigaa 
Deklamatiorisfelalern f dagegen einzuwendenj. i 

Vierzehn Lieder fiirs Klavier etc. v. Iv A. 
Tiirfchmaiin t Orgaii. in Fenig. Leip/ig, ih 
Committion bei Breitkopf. (N. B. M. H. 
16 Gr.5h i 

Diefe find ain meifteneinfach, abwohl -fie ge- 
rade nichts hervorftechendes Schones haben. 
IndeHfen nxan iingt Ee ganz gem, untl Hr.' T. 
hat alfo, wie man wenigftens hievaus fiebt r 
Anlagen zum Liederkomponiften. Ganz durch- 
aus fehleslps find fie, ftreng genommen, audi 
nicht. S. 10 kommen hafsliche Octaven yor; 
die Melodieen z. B. in der. Hymne und an die 
Harmonika, liegen viel zu hoch: Ein* Uiii- 
ftand, der doch wohl beherzigC werden follte; 
deun, ganz da oben ill der Ausdruck, an ficb 
feh"on am ofterften unnatiirlich , nicht 211 ge- 
denken , dafs die wenigften hinauf koiirjej; ► 
Allein Hr. T. Fiihlt doch inanches, was viele 
gar nicht fiihlen, Metrum, Gewicht der Sil- 
ben;er verlleht feineii Text und bat gewMs- 
unter mehrern Melodien, periodenweife » eine 
vorlSufige Wabl angeftelk, um dfcii bjelteih 
Ausdruck zu treffen. Das "ift zu loben*., ' 1 



Von Sen eiitfachei Cluvitirtlexlern ift ih$ ei He Holt 
jittufertig, unci 'in dex neuca BW1. Mufiklu u«4 in. dev 
Akad. Kiintl - und EuchliandL zu haben. Der I*rui5 
ill , nach. wife voir > 16 Gr. _ I i 

■ C. SfMOietL ' 

Im Vcrlage der neuen IJerl. Mufikhandlung find 
fo ebcn.eifchien&h:. 

Reiclinvdt,.(J. F.) Ciicilia 3tes StOck, 1 Tabl 

Wolf, (E. \V-> Truis Senates pour It Cluvicovd o» 
Forte piano. Oeuvre pyitlmme. Tom. I. 1 HtiiL — 
Wolf, (E. W.) Tiois dito. Tome 11. 1 Ktfib . — Jcr. 
nas (Charles) Aiicite pt»iu' le Pfauo - Forte avec iS Va- 
liiui&ns , 12 Giv 1 

Fcrner lind In tommiffion zvt habeas 

JIaiir$leiv(C.) 6 Gedielite von F-MattliiiTon, 16 Gr, 
— tlito, i2Licd<»v beim Clavier an lingeu, 16 Giv — 
Mozart, Avi'a 'deli* opera coii fan tutte^ 4 Gr. — dit» 
Elielkker gdter Morgen [tits Clavier, 5 Giv— dko- 
Eheliche gute Nacht nesgl.. 3 Gr. — Tttrf^mAtMi- (F- 
& r ) 14, Lieder fttrS Clavier, 16 Gr. 



I 



Da* Jierzige, Ciitse Lied von Hrn. Praett In Ka* 
Higsberg in der Neumari, ift aus einer UHgedkucktua 
Liedcrfammlimgv die er mir fiivdie Z. mijruTenden die 
Gttte gekabt bat, und wovon naeli und nach eins und 
das andere ausgeboben weidcu foil. 



H 



Ao Minna; von Auguft With. Prackt. 

;&pnft und fehr qusdvucksvoll, , 



» t*n- ten. ~ "N _ , \ 



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I)i<> t .Soii-Hefmkt;dei- A - bendwinktjkomn^Min-iia, komm nut mir! Dutch 



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rim; al-lein; . denn 

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iieh nut da: die Stein - kin i.t he - irleireii Wn *„rh h;„,<r* 



Reh nut da: die Stein - kin j.t 



gleiten ihn auch. hicr. 






£: 



Jim 



■ ■* ■ ii n , » 



3b~zE 



Es ift fo fcjt6« 
,Vc^eint s.u ■gclm 

Ami k.JiUivu 'liach uiid jEIain; 

jiocJi i.ujfie Garten ,' iinfcr FpIJ , ' 
.^>AS jrir W T««gc crft befteUt : 

5 faJtle fief 
Jfl&li du iiitlit Jo alleui'.' 



Du eileil nur 
Auf dtiiici - Fiui 

Sichft maijche* Blumchen inclit; 
Siehft nicht des Abendthaues i'racht, 
Exili bald dav.on., mid fclicifit die Kacln 

Weim Moiid und Sttin * 

Nun zielien fevn 

Samt ilutm holden Licht, 



Drum JchJiefse dich 
,Niir fcift rfn micli"! 
Beii^ Tra\ite, mir die Hand! 
Vcteitn daun wallcii fiuchtlos wir, 
Purcli mifpis W^ldts jtrtifticviw. — 

O w-dhl- fla^HJ rni.r ! 

Dank, Licbe, dir, 

i)afs r ich^init Minna fandt 



Klamann. 



>^»^i*< 



:, II :',■• 



BERLINISCHE 



MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

3IEBZEHNTE8 STUCK. 



Den iftcn Juni 1793. 



Gegenwdrtiger Zuftand der Mufik in einigen 

Gegeudcn Schlcficns. 

(Selucibcii nus S«htvcidnitz. *) ) 

Die Mufik ward -hier und in hiefiger Gegend 
mi* in fehr gemafsigtem Grade gelchatzt und 
ausgeiibt, woran mangelhafte Kukur und an. 
dere Dinge Schuld find. Es .fehlt zwar nicht 
an Mufikmeiitern, lowohl voju Civil- als.Mi- 
Utarftande, welche in tier luuxuuientalmufik 
z. E. Klavier, Violin, Flote, Harfe etc. Unter- 
richt geben; allein diefe Anweifung ift, iiber- 
haupt genommeu, npclx zu unvollkonunen, 
woran mehreie Dinge zugleicli Urfacu find. In- 
deffen giebt es bier und dort ganz vflcTiereSpie. 
ler, unter wel^hen fich einige - adeliche und 
burgerliche Daiuen auf deni Klaviere befonders 
auszeichnen. Trivatunterricht im Singa/i ift 
weit feltcner gogeben und verlangt worden. 

Konzert o, od'r mufikallfche Akculemiccn 
find feit geraumer Zeit mehrere jahrlidi alihier 
gehalten worden; und feit einein paar Jahren 
ift diirch' Vcranftaltnng des Hrn. Generals von 
Mamijlein t welcher jctzt bey nnfers Konigs 
Arniec am Rhcin ftebt, und ein fehr eifriger 
Liebhaber der Mufik ill, nebik mehreren Mit- 
gliedern vom Givilftande, ein beftandiges Kon- 
jtert, .welches die Wintermonate hindurdi wfi- 
ehentlich eimual gehalten wordety irf welchem 
vcrfchiedene grdfsere Sihgumfiken ' von llolhi 

* *) Jcli dan,Ve Jem Tint. fciiilViider, der, wit befon- 
ders am der Tolee erlielloit wird, feiiier Gegciicl 
in mnfikalifchtr i^iai/icjii, fo wie der Sa«ii« f«lbl*, 
wovon dieiiede i(i f fehr kumiig zu fevn fchejnt, 
fflr diefcH fcineii gutigeii Beitrag, der una, xlcm 
letztlun ^. 5o diclei'iZeitiiug geaufscrien VVun- 
ifclie Hither bringt. Ilia und wieder linA eyiige 
: Weidai!fu s k<rifea abgekfirzt worden, wm cr iiof- 
leutUali gut Uudcu wuu. 



Bach t Grawt und andern beriihmten Kompo- 
niften aufgefiihrt worden. Leider find nur de* 
flan* und die Veranftaltungen diefes Liebhaber^ 
korizerts durcli eigenniachtigc Amnafsungen 
unnjufikalifcher Perfonen, mm Theil audi 
durch vielerley HindernuTe und Mangel die 
unvermeidlichlmd, fo befehaffen, dafs eslchwer- 
Udi von gar zu langer Datter feyn diirfte. 
Der Ort wo das Konzert gehalten wild ift 
fchim, und ganz zu diefem Zweck eingerichtet 
worden. Es ift das cheuialige Refektoriuiit 
des nunmehr aufgehobenen Jefuiterordens, wel- 
ches nut tiewttligung des Konigl. Staatsmini- 
fier Gi&[en von Hoym ExzeUenz zu diefem Ge- 
brauch iiberlaffen worden. 

Auiser dent hiefigen Stadtmufikus und 
feinen wenigen Gehtilten, wird das Konzert 
meiftentheils cturch die Oboiftcn des hier irt 
Garnifon liegenden Regiments, theib 'durch 
einige mufikalifcho Unkerofftziere und Genuine 
welche mufikalifdi find , befetzt ; unter wel- 
chen lich ein gemeiner Soldat, Namens Sc/ina. 
der ein. Lieflfinder v6n Geburt, der auch ehe- 
mals in RuHlfchen Dienften gewefen, auf der 
Flote fehr kervor thut. Auch nehmen noch 
einige nmfikalifche bitrgerliche 1'etfouen aus 
hiefiger Stadt, und felbft aus einom benajch- 
bartcn Dorfe Griidiz woleibft eine ziemlich 
gute Anweifung der Mufik in dafiger Schtile 
ertheilt worden, zuweilen Antheil. Ein ge- 
rchickter Virtnofe Heir Kammerer M ze am 
Freiburg unter Fiiruenftein , hat fich ebenfallf 
anPanglich inehremal anf feiner alten Stainer- 
geigeiiut vielem Beifall hfircn laffen. Er fpielt 
das Allegro ink vielem Fetter, fo wie das Ada- 
gio uift geluirigem Ausdruek un«t Delikatelle. 
Als Sangerin ift aufser einer Frau Siegeriiti 9 
auch Frau D-akonus Lehiimmm «eb. IHede 



G6 



merkwiiraig. Sie fingt, ohngeachtet der Um- 
fang ihrer Stimme eingefchrankt und fchwach 
ift, mir. affektvollem Ausdruck, und fpielt.au- 
fserdem ein gutes Klavier. Auch ift ein Can-*, 
didat der Rechtsgelahrtheit Herr' Jf'eker ein 
guter Tenorift, welcher zugleich die Violin 
und t\a* VfcolonzeU jtiit Fertigkeit fpielt. Noch 
ein aitdtfrer, gnterXenbrfariger ift Herr Jdfchho^ ■ 
ein Sohn des gefchickten und Jleifsigen Orga- 
niften und Schullehrer in Griidiz, der fich 
I'chon feir: geraumer Zeit* durch JBihlung einer 
Menge brauchbarer Sclmlmanner auf deni Lan- 
de l'ehr verdient gemacht hat. Diefer jmtge 
Mann hat fich zugleich auf dem Klavier und 
der Violine nicht geringe Fertigkeit erworben, 
und. auch einenguteh ' Anfang in der Koinpo- 
fition geinacht. Der katholifche Kantor Herr 
Jtjtoblichy wekher fich ebeiifaUs nebft feinen 
Kiudern bey diefem Konzert engagirt, fingt 
einen deutlichen und ftarken Bafs. Man kann 
es uberhaupt alien die fen Perfonen mit Recht 
zuiii Ruhm anrechnen, dafs jeder an feinem 
Theil fich bisher beftrebt , zmn > gemeinfehaf t- 
lichen Vergniigen mit zu wirken. Und der 
Erfqlg hat diefem Wetteifer auch in - fo- fern 
entfprochen, dafs felbft der Herr von Ditters- 
dorf, welcher eininal bey der Auffnhrung des 
Mlifchen : Drama 'IMrza >wid ihre Sdhne zu- 
geggn, war, demfettjen Xeinen ■ Beifali nicht 
ganz verweigert hat. Dafs es allerdings viele 
Sq&wierigkek macht, alle diefe Leute in Einig- 
keit beifaimuen zu Jialten, zumal da die Be- 
lohnung wegeri des geringen Entfceegeldes nur 
diirftig ausfallt, ift Jeicht zu begreifen. Urid 
wenn , man zugleich . mehrere Schwierigkeiten 
und Hindcrnii) t> in Erwegang zieht , fo ift 
kaum ghmblich, dafsi diefe an fich fehf loblithe 
Einrichtung yon Xelir langer Dauer feyn wer- 
d# fl Was nach meiriem Erachten diefer gu ten 
VeranftiUtung fehr nachtheilfg zu feyn fcheihti 
ift, da& iuan.es zeither, um mehreren Z\U{ 
fprucli ,zu erlangen, gevvagt hat, einige konife 
fphe Pperetten voih Herrn> von DittersdorlV' 
zwar, allerdings »iit iBeilall i des Piuilikuni% ! 
a^fzufuhren.: - ob jjtoerdas Publikuiii itach die-' 
fern untiberlegten Schritt noch ferneren Sirrn 
fur ernftharte' religiofe Mufiken- iibrig behalten 
werde,, ift erne andre Frage"! ''" , ,i ; ' ':] 

> . . Es gieht aiifscr, ©ben genaiincen ;Ylrttt$fen : - 
ajich noch einige zieinlich fertige Vioflnffpieler 
und Biafcr .nut der Fi#te» Oboe*; Clarinet t, Fa- 
gott und Waldbibm *tc. ,- dtie be^ einem wohi- 
g«prdneten Konzerb garii gut ztt fgebnauchen 
Tifid. Es iehlt izwar, - genau genominen, doch 
nochfehr an wirklichen wahren Kennern der^ 



Mufik, wenn man einige wenige die es find, 
ausnimmt. Doch giebt es hier ^rfchiedene 
gefchickte Dilettanten, z. E. Herrn Kreiskalku- 
lator Herrmann, welcher auch ofters Gehiilfe 
bey diefem Konzert auf der Violin ift. Vor- 
zuglich aber verdienen Herr Kaufmann Hewis, 
der die Violine und Harfe,-imgleichen dag Kla- 
vier imd die Orgel fpielt, una' Heir Buchbin- 
der Defer beides Halbbriifler und zugleich Kir- 
chenvorlieher beyjn < hiefigen wohlloblidien 
Kirchenkollegio a Is wiirdige Dilettanten der 
Mufik genannt zu werden, well fie es nicht 
alleiri auf verfchiedenen Infffuiu'enten zu einer 
nicht geringen Fertigkeit gebracht Jiaben, fon- 
dern iich auch die Beforderung und Aufrechu 
haltung der Mufik bey der hiefigen evangeli- 
fchen Kirche ehemals habeji fehr angelegen 
feyn lalTen. 

(Die Fortfctzufig im n'aclifien StUck.) 

■ ' / 

IiifirumeiUenbaukunJt. 

In Schweiiiiuiz- iltacht fich Hiv Defer % ein 
treflicher Dilettant der Mufik, der das Klavier, 
die Violin, Bratfche, beforiders aber-das Vio- 
loncello mit vielem Gefchmack fpielt, durch 
mechanifche Ki'mfle von verfchiedener Clattnng 
ruhmlich bekannt* Er hat Ben ein ?fehr fclio- 
nes I'drtepiauOf in Form etnes avfvechtflelrvn- 
deu Pojitivs- mit einem ganz eigenen inven- 
tiofen Hammer-werk verfertigt; ji'ingfthin einige 
ganz ncue Wal/.en, theils auch Kopien, zu 
des O. C. i\ath Tiecle Berlinifchen Flotenuhr 
von Moiling or verfertigt, die vortreflich gera- 
theh find. Auch hat er zwei Globos una ein 
paar >gr<)fse Elektrifiruiafchinen geinacht. 

An den Hcdakteur der vuiflkalifchcn 
Xt'ilwig. 
Sie waren zu der Zeit, . da imfres vor- 
trciliclien Hernia's Jiomeo und Julie zuerft auf 
«iem Berlinifchen Theater gegeben wurde, gp- 
vyife; lycht in Berlin, fanft wiudejl Sie. im )5, 
Sbiiick der iuufikalifchcn Zeitungi.nicht gefagt 
ha ben,, dafs folehes qhnq fouderlichen Erfolg 
gefchehen ley. Die Oper. ward damaU, wie, 
alles was von Gi, v Benda auf dem Theater em 
fchiencn, mit wahrem Entliufiasnms aufgenouw 
men, und blieb der Triumph der Dem, ISiclas, 
bis diefe das Berlinifche Theater vefliefs. *} 




Dafi ober der damalietfEffiikt detfelbeii hi iBferlin 
iiiclit gi-6fs geweffcn fSy, vjs^fieliert^rtjieh .'eioihie- 
fjg«r -enigeborner Kiiriitler, Att dti Berlmer Thea- 
ter genau geuug keunen fnuft, mid was -ware alfo 



Es ill i mmer Ehre fi'ir Urn. FZ'cber 9 d.ifs 
er eine felt fedizeln? Jahren gegebene 'Oper fo 
gnt hat eir.Ttudieren laflen urs! fo wirkfaiu c'JU, 
rigirt, dais das Publikum, welches jene Mufik 
.vnewcndig kann, lie wieder mit rionem Vei- 
gni'jgen ho it. Und wonn \l\\ W. An theft an 
ttei Wahl-diefes nou einftudieifcen Mciiienverks 
hat, fo i.iachte das feinern Gd'chma i cke dop» 
pelt Eh re, und das Bed. Publikum wird e<s 
ilim ^ewifi danken. Denn werm diefes gleicli, 
wie jedea ftiidre grofse Publikaiu uicfifi rcc^t 
loeijs ir as es «:£//,' tind hch I'littergolijl 6ft fftr" 
achtes Gold geben Tafst, fo hat m-dSok eine - t 
{^raume Zeitlang mehr grofso adite Kunfti * 
werke geliGrt, als niandres andre I^'mlikum,' 
und dart" nur von Zeir zu Zeit an diele eiin~ 
nert wenlen, uni den JVlaalsliab, oder boiler 
den innern Takf, snrljnteiidieidung der Ami° 
feligkeiten des -Tages, nicht' gan% z.u v.eiiiereii. 

ft/I 5,-1. ' :-=,,>., t . „ t - ,W„ ... ,";.!, '«: i,. n. ..'..„ 



Mich ' freut es, dais auch 'Sic «iit linen 

k 

wii 

ku 

l$uig-(1axike». 



AViiuu uciu cs, luua autu out »m linmi 

kritifchen Bcinerkurigen oft dazw ^weckniafsig 
wirken,-' uijd kh meyne, das ' deutfciie '. JVubii- 
kum loll audi Ihneri cliefcs fiber kins oder 



s welche recht brav fmgen 



(y : 



-non; cle- von adit pfiilzifchsiil Dialekt gerudf. 

wee in Grand grebohrtA 

,^., Hier ift eine Demoil'elle Jagemawi?. wahr 

fcheinlidi Aktrice 

nnd fpieleiifoll. 

s .-■ In Pxifftm ift beyjn'- Theater' Mv(iikdi.rek- 
tor lien* JMindcl , Pall. Hoftiinlikus. Ei> i/t 
iehr envaJ .Gutes , dais die dorligen Ifoi'haigtr 
und Hoffahgerinnen- in der Oper,, I'uf dein 
dcntfchen Theater, "iintfirigeh. Was habeti lo 
vide ilolTiinger und Sanger! mien, we'm keine 

..iialienifche Oper ift ?r xu thun, jind was muli'en 
andefe- aui : olfen^lieh.trji ^Tfceatem /daTi'ir- nrbeU 

-■tens' rtlau .follte-JH'e^jien'j die Zeit mufte ih» 
hen her'/Jidi 'king wbiden .?, 



Ur. iJnfe 'in Potliclanvluijdigt eine Sr.nunlung von 
.Ai'icjjj Angloi'leii tuicl aidvit-, Eiditen Kla y i v rft fickeit 
ftlt-fi- miter tlcnjj v Tiftel ElU(!rpL' 9 oder k'eierjluinlen der 
jflffufrn. Dido "Euterpei Co',1 in tier IV!itte-tlcs Au»hjt 
ftt'iu -i2-Ikni-t!ii-aii' clem. iuu'fik;ilifchcn.nori'i!ont liei'.iu!'- 
lionmicn , jut' iiivc Ei Ichiitiiiii" k;uiA bis zti Jai'.le 

i ml Kollck. 



tics Juliay.'i Jiildr. jpr.iiiniiicrivt wtidcn, und 1 
f.e.uis evh.iltt'ii dns-Ote Excnipl.u' "iMtis. Niuncn 



*/> fi-4'» 



In Manltelm hat mai cine Oper in di.ey 
Akfi'ii, von Kotzcbuc, die Sj)/rgvfrillt'r t nach 
dei Kompohtion, de3 Ilm. f fuller des jiin-, 
gt;rij gegebesi; allein Offeiitlidie Bli'ilt^r fa-gor>, 
dafs diefe Op©'/ Item - ionderlienes. Gliick ge» 
macht habe. 'Man fand daa Sujet liingweilig 
(wie wohl leyn kann, denn Hr. v. K. fchreibt"*" 
jet/.t gcwaltig in den 'J n ag hinein). CTi^^an der 
^hittk fetz.Se mart auf,' dafs -fie' x\\ sekiinftelt^ 
fey. (Indeifen ilt es jjiit der KunUftditerey ' 
%u doitigen Gegenden, \v.o man liiitu'riter 1'©.^ 
viel kliiiF|ieit, unci nur oberflachlich amufirt 
ft n will, eine cieene Sadie. Idi kann 2'iiclit, . •- 
von der Wallerldien Muiik urtheilen • aU-ein'. 
t'lirtnere micii, ei'mnal in ^Manhefan. .^ofl gi= " 
tieni benThuiteii Virt'iiofi2>'» d|rj fichife»' ^/nrid 
oi.fizigeii Mannof. in i lifer Art, 'O^m'g-r'ih-ndm 
mid Iir/rawtv,l .Brieh ■ in.-Gr\iT\dUvQmGh&Q$h--.8.®p- • 
liort zu haben. Sie wurden durth eine Ka° 

. ^' iint.iirliflifir, als .inzuuclmicii, dafs lolclics an der 
, | pxekiui0ii goh'gen liabon niiillc., whiwoM it!\ ttaSf-.j." 
;- jiidit einmnl geth.Vji liabe. Dcrfelbe propJiezt-ilit ., 
hnchj dalsdas Inicvetyh dnrcm audi diesmai niclil, .'" 
'-?-in2«: daucni wcrde, und d.is ware, trot/, der brn- 
Ttii Aiisfnliiung, audi wold mn^lidi ; die Uii'.ich 
licgt in dftrn, was der Hr. Einfcndl-r felbli. Cigt: cin 
giofses Publikum iveifs fclten recht , was es will. 



1,4 k 



bis d.iluii, poiifrey ein^cfoJiickt ■wei'dcn. ('i)ic hi. U. 
M. Ilandl. will gerno dazu bciiiililidi i'cyn.) 



Yon den •infaclieit Clav'ierliedern ift nuivn'ieliv 
d.is crlte lld't in der jicucii ]5;ylimu:hoii Miiliklniiut- 
lung und in der Akhdemjtdioil, *.Kuaft - und '.Juclf? 
'iiaruliiui;^ ffir i(i f/r. /a JiabcJi« ' : 

' ' ''■-'■:.. .; C". Sp'azlerc , , 

Jm •Zlfcirlag.p der ncuen Bert Mhfikh audit ing 
.;„.'''. "' '■find zji hiibrii: 



1 



'Rridia»lt,(J.*;;r.) C«»cdlJa- fjica St'sfek. i llihk. 

<»u 1'intij . Piano. Octivrc noiihunu.'. I'otn. I 

i lUldr. 
I'rois diio. Tom. Jl. i Rtlilr. 

Joitfis, ft')lnuh:j) Ariette pour le Piano -Forte avoe 
,-'j'i Vai; 'f'ioii'i, , ■->, Gi. 

i'criuS' i ; i'd^ii»'f ;<>ii iWli<)i> -'.p h, )ci> r 

}/\..u>.. U,ii Ml Mini in nd.) i fJu („-li; : -;. ," ^ , 
JutfiMali 'iit ibdle. \ Or. '"- J 



.1 



, # DasKk v* .i'.,'k'i l' f 'f't^^sl: dfiri':|ctet {olir 
'iiUliditin. fni/ , i\ u v >Jj n ?t u. Die Utnhmfcndf n 
'JVrzeii in d< i lukfnJt ml i, 'wm, wt'iiii "Ai)\veV-h , fq= 
Jung der I iii_m i IuvCi fill .11 Udlse, mil dt-m zw< -i- 

tc>n und vitrtca ikf;!', uhae Ucbdltandy aHpidf, 
.Wit'ide.-i. 



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UeTniugs/liick fur die lirike Hand, row Carl Fafck. 



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Naeh Belieberu 

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BERLINISCHE 

MUSI KALIS CHE ZEITUNG. 

■AOHTZEHNTE8 STUCK, 



Den S^teri Jiini i'/$3. 



Gegemvart/gcr Znftmul der Mufik in einigcfi 
Gcgoidcu Schlcfieiit, . 

(ForndtzuHg.) 

In unferer Gegend findet fich tin fehr mufi. 
kallfcher Md. Ehedem waren Fiiiftenflein 
und Rohnftock Schutzorter der Mufen; ob 
aber der jetzt regierende Herr Graf auch noch 
Befchiitzer deiielben feyn werde, fteht zu er- 
warten. Es ift noch ein alter gefchickter Vir- 
tuofe auf der Violin Namehs Volke in xxnhex 
Gegend von denenjenigen itbrig, die ehedem 
bey den alten vei ftorbenen. Graferf geglanzt 
haben. .*—. Die verwitpveie-Fmu, Gi'iifin in 
Rohnftock ift Freundin der Tonkunft, und 
fpielt das Klavier mit gefchmackvollem Aus- 
druck. — Aueh ein Herr von Platen in Jdcls- 
bach ohnweit tfiirftenftein ift ein fehr pafllo- 
liirter Freund der Mufik, und hilt fich; felb'ft 
einige Virtuofen, welch e auf verfchiedenen Iri- 
ftrumenten vurziigliche Gefchicklichkeit ieigeh. 
Diefer Herr von Platen befitzt zugleich einen 
grofsen Schatz der beften und nciaeften In- 
itrumentalfachen.. Der Herr yon Dittersdorf 
halt fich zuweilen nebft feiner Frau Gemahhn 
dafelbft auf. — 

In PPaldeiifyirg zeichnet fich der dafige 
evangelifche Kantor Herr Stark durch feine 
annehmlichen Kirchenkompofitionen . fowohl, 
als durch fein Orgelfpiel befonders aus, Er 
arbeitet feit einigen Jahren. iiber einem Kir- 
chenjahrgange, der auch bald volleridet feyn 
wird. Die Poefie ift vom Herrn Paftor Schroer 
au9 Schmiedeberg. Auch der katholifche Kan- 
tor Herr Ludwig in W. ift gefchickt in der 
Mufik , aber nicht Komponift. 

I^andshiith befafs ehedem einen vorziig- 
lkh gefchickten Mufiker an deal verftorbenen 



Kantor Gebauer, welcher Schlefien Ehre niacht* 
Er hatte fich viele Ehifichten in der theoretic 
■ (chen-.und praktifchen Mtifik erworben, und 
war ein fertiger Orgelfpieler. Sein Gedachtnifs 
wird deshalb alien, welche ihii gekannt haben, 
im Segen bleiben. 

Unter Schlefiens Gebirgeftadten find Hirfck- 
berg und Schmiedeberg jetzt befonders wegen 
zweier fehr braver Mufiker merkwurdig. Herr 
Organift Kuhn itu erftern, und Herr Kantor 
Klein im zweiten Orte, vereinigen faft alhjs 
dasjenige in fich, was viele andere in ihreiu 
Fach nur einzein, mehrentheils nur im prak- 
tifchen allein befitzen. Die theoretifchen Kennt- 
nilfe diefer beiden Manner find fehr reichhai- 
tig, und ihr Orgelfpusl fehr grimdlich und aus- 
d rucks voll. Dai's fie auch beide die Setzkunft 
verftehen und ausiiben, ift daher leicht zu er- 
achten. , 

In Arnsdorf zwifcheh Schmiedeberg %xri& 
Hirfchbergiam Fufs dev Sclmeekuppe , hatoe 
ich vor einigen Jahren auch einen ebenfalh 
biedern und, gefchickten Mann in der Mjifik 
den Herrn Kantor BinMr kennen gelernt, 
welcher auch Koinppnift ift, und einen ziem- 
lich grof$en VbftatU von guten Kirchenmufi- 
kalien befitzt. Jin Klafter Griiffau bin ich 
ehemals mitrfem verftorbenen Kantor Gebauer 
zweiinal gewefen, und habe die vortreHiche 
Orgel (von dem beruhmten £jtgUr gebaut) 
in der eben fo prachtigen Kirche mit Entziicken 
bewundert, und auch einen ganz angenehmen 
Orgelfpieler an dem dafigen OrganUl kennen 
gelernt. — 

JDas Gebirge zeichnet fich to w'vs in an- 
dern Stiicken auch in Anfehung xler Mufik vor 
dem platten Lande fehr vortreflich aus. Man 
trift nicht bios in Stidten allein, fondern audi 

S * 



7 o 

auf mehreren Ddrfern viele gefchickte Manner, 
die ihrem Stande Ehre machen. In den mei- 
ften Gebirgskirchen , wovon die mehreften 
nach einem ganz modernen Gefchmack gebaut 
nnd verzieret find, findet man grofctentheils 
auch fchone Orgeln, welche zwey Klaviere und 
PedaFund zwanzig bis dreifsig und mehrere 
Regrfter haben. Auch wird man wenig Orte 
inden, wn nicht follte Kirchenmufik gemacht 
werden, die zum TheiLdfineix in Stadten we- 
nig nachgiebt. — 

In Silberberg find drey Savoyard enoffiziere 
vorzughch gefchickte Virtuofen auf der Violin, 
Flote und Violonzell, Meniere, La Garde 
und-SaujM. 

In Glaz zeichnen fich Organift Otto auf 
der Qrgel und in der Kompofition, und ein Oboift 
ffeiffh auf der Violin und in derKompofition aus. 
.;.. In Kantk zwifchen Schweidnitz und Bres- 
lau hnbe ich fchon la'ngft die Ehre einen ge- 
t fchimckvollen Virtuofen auf der Violin, Na- 
mens Lawatfch aus Prag gebiirtig, der, nach- 
dem et von. der Univerfitat Breslau als Hof- 
taeifter zu einem Herrn Mandel in Grosmonau 
karn, deffen einzige Tochter heirathete, und 
jetzt Befitzer eines Landguts in Kanth ift , zu 
*ennen, und fein vorzuglich delikatesv Spiel 
auf der Geige zu admiriren. Erihat aber auch 
*ine Kremonefergeige, fur welche ihm der 
Herr von Dittersdorf, mit dem er offers ge- 
fpielt, 40 Ducaten geboten hat. Es beiuulet 
£ch aufser deinfelben eiri Mann Nankens Ga- 
reis, von Geburt ein Mahre, dafelbfiy welcher 
auf dem Violonzell ungemeine Fertigkeifc hat, 
und verfchiedene Solos uncL Konzerte darauf 
fpielt. Isjt hat' in rleinen juVjgern Jahren bey 
verfchiedenen adelichen HerrTchaften belon- 
ders bey der Frail Grafin Schlegenberg im Ghi- 
zifehen unci bey einem Baron von Stillfried 
ab Koch gedieiiet*** .. ; 1 

Es find mir nnter ahdern auch noch drey 
gefchickte Vii'tuofen; ZAvey anf der Violin und 
eineir anf dem Violonzell , a He; drey Schlefier 
von Geburt, beTcannt. Einer 1 ; Namens Scholz 
' ill anjetzt Secreta'r beym Herrn Grafen von 
Meder in Holfttin bey towenberg', der ein 
fehr grofser Verehrer der Mufik tind felbft Di- 
lettaht ill. Ern ahderer auf der Violin Herr 
Kom aus Glogai^ltrid ein' dritter Herr Miihl- 
hoj. auf. dem Vipionzeli, aus Schweidnitz, find 
anjetzt zu der ruflifch - kaiferlicben Holka- 
pelle in Petersburg engagirt. Alle drey batten 
ehedem in des Fiirfteh von Karolath Kapelle 
in Dienften geftanden. 



In Neifse ift der dafige wiirdige Sta.'t- 
voigt liiiker zu bemerken. Er ift nicht alh-in 
ein gefchickter Violinfpieler und Tenorlunger, 
fondern hat auch aulserdem viele lobenswiii- 
dige Anftalten zu einem dafigen Liebliaber- 
konzert feit mehrercn Jahren getroffen, unci 
bey Auffiihrung vei fchiedener Vokal - unci 
Inftrumentalkonzerte fich vielen Beilall er- 
worben. 

(Der Jkfchlufs nachiiens.) 

JDer Violinfpieler. 
Ein neues und fehr merkwiirdiges Automat. 

Herr Hofuhrmacher Berg in Ludwigduji 
hat ein fehr feltenes Automat erfimden, das 
man urn fo eher bekannt macht, da diefes Au- 
tomat gewifs das einzige in feiner Art ill. 

Es ift nehmlich ein Violinfpieler, der auf 
einem grofsen Kaften iich befindet, in welchem 
die gauze Machinerie angebracht ill, welche 
(lie Figur bewegt. Sie ift nach den Regeln 
des menfchlichen Korpers anatomifch gebaut; 
ein jedes Glied fiir fich felbft beweglich und 
im Ztifammenhang fo mitwirkend, wie jeder 
Theil ernes natiirlichen, lebenden Menfchen. 
Was bey der Figur die Stelle der Muskeln er- 
fetzt, wird durch Federn und dergleichen in 
Bewegung gebracht, und diefe reflbniren wie- 
der von einer vier Fufs Llngen und einem 
Fufs dicken Walze, auf welcher Stifle einge- 
fchlagen find, welche auf die Federn, die die 
Bewegung der Arme, Hande und Finger her- 
vorbringen fallen, wh ken. Aber diefe Walze 
ift auch bios das-Mittel zur Bewegnrig; „Die 
„ Fignr fpielt iibrigens felbft , fhhrt felbft de» 
n Bogen nach alien Richtungen anf die vier 
„ verfchiedenen Saiten der Violin**, «nd greift 
„mit der Linken auf alien Sairen alle Tone 
„mit der iiufserften Gewifsheh. u — 

Wenn man nun bedenkt, wie erft.iunlich 
viel' dazu gehcirt, das, was wen i«e Menfchen 
hervorbringen konnen, durch Mechanismus 
hervorzubnngen, ^wey fo verfchiedene Bevve- 
gungen, wie das Bbgen fuhren, und das Grei- 
fen der Saiten, dm rh die Kunft heizuftellen : 
fo Wird man gewils dem Automat des Herrn 
Berg bey weitem den Vorzug vor dem des 
Herrn Hofrath Beyreifs zu Helmftadt einrau- 
men. Dies ift zwar ein Flotenblafer, der 
ebenfalls felbft bluft mid die Tone felbft greift. 
Aber man wird einfehen, dafs diefer i miner 
imr eine gleichformige Lage der Arme und 
eine ebenmafsige Bewegung der Finger behalt, 
da hingegen jener weder Arme noch Finger 



7* 



in Einer Richtung behalt, fondem beides, unci 
dazu verdoppelt und cntgegengefetzt, beftimmt 
bewegt. 

Es ware fehr zu wiinfchen, dafs Herr B. 
diefes fchatzbare VVerk der Kunfl dem Auge 
des Publikums nicht langer vorenthielte,. und 
fich der freilich beichwerlichen Arbeit des Zu- 
fammenfetzens unterzoge. Demi wenn er es 
felbjt nicht thut, fo gelit diefe in allem Be- 
tracht fchiine Mafchine verloren. 

L. 

Hamburger Klrchen - und Tlieatermvfik. 
(Aus einem Briefe vom 5o, Mai 1793.) 

Mit unfrer Mufik gebt es immer mehr 
und mehr bergab. Man hat die Kirchcnnmfik 
auf die Hauptfdttage eingefchrankt, und die 
fehr geringe Zahl der Ausnber dabei von neuem 
vermindert. Diefes mufs jeder Freund der 
Kunft hier urn fo mehr bedauern, da man fich 
von dem jungen talentvollen Mufikdirektor 
Schwenke verdoppelte Thatigkeit verfprach, um 
die fchon feit geraumer Zeit bey uns eine,e- 
fchlaferte Kunft von neuem zu beleben. Die- 
fer junge brave Kunftler, der nur mannigfal- 
tige Gelegenheit bediirfte, um fich immcr wei- 
ter auszubilden , und einft zu den vorziigli- 
chern deu lichen Kiinftlern gezahlt werdcn zu 
konnen, lauft dariiber Gcfahr, auf halbem 
Wege ftehen zu bleihen. 

Im Theater fteht es nicht belfer um die 
Mufik. Herr Director Schroder der das Singe- 
fpiel 'als ein Verderb des achten Schaufpiels, 
lialst, hatte es gerne ganz von feinem Theater 
verbanut, tjnd findet, je ungeftiimer das Pu- 
blikum folches verlangt ,und je leichter es 
durch Sing fang und Klihgklaiig 'befriedigt ift, 
je* weniger Beruf, dem Singefpiel befondere 
Sorgfalt und Vorfchub zu widmen. Aufser^ 
Herrn Sbegmann, der die groteske Manier der 
italienifchen Biiffons vortreHieh krjpirt und in 
feinem mufikalilchen Vortrage den griindiich 
unterrichteten und erfahmen deutfcheh Ki mil- 
ler zeigt, und Herm Mule ebcnfalls in niedrig 
komifchen Rollen, ift kein Talent auf: dem 
hiefigen Singetheater, das fich auf irgend eine 
Weile befonders anszeichnete. Indefs wird die 
Operette fehr hating befucht, und die platteften 
italienifchen Spiiise und Lyrumlarum finden 
oft gewaltigen Beifall. Vor allem wird feit 
einiger Zeit indefs ein deutfthes Produkt hiiu- 
fig befucht. Es ift die Oper Oberou mit Mn- 
fik von 'ffrantzcki. Ohne irgend einigen 
achten Kunftwerth zu haben und audi nur 
von weitem mit Rumens Compohtion deifel- 



ben Oper in Vergleich kommen zu konnen, *) 
lindet das Stuck grofsen Beifal). Vieles mufs 
man indefs auch auf die glanzende Theater- 
vorftellung rechnen, <lie bey unferiu Publikum 
nur zu fehr Hauptfache ift. •.. 

Das Orchefter im Theater ift iiberaus matt 
und geiftlos. . Eine Eigenheit deflelben thut 
die widrigfte Wirkung. Man hat nehmlich 
gefucht, durch ein Orgclklavier den - M&ugel 
der Blast njl rumente zu erfetzen (!!) Wenn 
man nun bedenkt, dafs in den neue!ien»,Ope» 
retten gauze Siitze von Blasinfrrumenten vor- 
getragen werden, .und fich diefe auf einem 
unreiugeftimmten Pofitiv lahiu vorgetragen 
denkt, fo wird man leicht begreifen, wie wi- 
derlich der Eindruck, der fo zur Unzeit an die 
Kirche und an fchlechte KirchenmuAk erin- 
nert, feyn mufs. Gute Virtuofen auf Blasin- 
ftrumenten find hier freilich felten, und kiirzlich 
hat man Herm Schroder noch genSthigt, einen 
fehr braven Kunftler aus feinem Orchefter zu 
entfemen, iveil er nicht zur Rabhsmufikanben- 
bande gehorte . t— , Sapienti -fat. (1ft .pur* 
Beichsitadtifche Bocksbeuteley.) 

*) Mich frc nt, 'dafs der wi'irdige Vcrf. diefes Auf- 
fatses )iiit nicinem Urtheil dariiber im 20. Stuck 
des mufikal. M^ochenblatts , wo ausftlhrlicher dar- 
iiber gefprocheu woiden, fo volikumnien (iber- 
cinitiinmt. 

To des J- alii 
Der beriihmte, felir gelehrte und infon- 
derhejt auch fiir die Tonkjinft, merkwiirdige 
Abb Gerberb (Siehe deifen Lexikon und Rei- 
chardts Nachtrage dazu im mnlik. ff'ophenblatt 
und In der mufik. Monabsf thrift,) ift alsFiirft- 
Abt zu St. Blafius unter tlem Namen Martin 
1L, am 14. Juni im 78. Jahre feines Lebens 
geltorben. Er war, aus Horb aju Neckar ge- 
bijrtig, und von ihm wird vielleicht eiumal 
uinftandlicher geiprochen werden. 

Im Verlage der neuen Bert. Miifikhandlung find 
urn beigefetzte JPreife zu hub en : 

Reicliardts Caecilia 3. Strtck, 1 Rthlr, — Wolf, 
(E. W.) Trois Somites pour leClavicord ouPianfVfovte. 
Oeuvre boiihunie. Tom. I. 3 dito Tom. II. 2 Rthlr. — 
Jonas, (Charles) Arieite pour le Pianoforte avec lv5 Va- 
nations, 12 Gr — Ilcichardts niuIikaltlchesKunAinaaa.- 
zin compl. 1. — Q. StHck, fonft 8 Rthlr., jrtzt 1 jfr. 
d'or. — - Geift des mufikalifcheii Kunlhnagaiins, her- 
ausgegeben von J. A. auf Schwciaerpap. 18 Or. auf 
Schreibpap. 12 Gr. 

Ferner in Commi/Tion: 

Spazier, (Carl^ einfaehe Clavierlieder, 1. Heft, 
16 Gr. — Ro.lewalds Stabat mater, 2 Rthlr. 4 Gr. — 
JBruiiin<*s, (j. D.) 6 Suiiatines pour le CIh v. 011 P. F. 
oeuvrell. Zurich, 1 Rthlr. 12 Gr. 



'7-2 



Lied, von Carl S p a [ i e r. 



Schwermuihig. 



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Ach ! mil- ift das Herz fo fcliwer J trau-rig irr' ith hiii und her, iu-cht Ruh' und 



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Hch I mir ift das Ee»z fo fcliwer f 
Traurig irr' ich hin und her, 
Suche Ruh' und finde kcine, 
lire her und hin, und weine. 



^ Safsefl du anf meincm Sclioofs^ 
•Wurd' ich nllcr Sorgen los; 
Und aus dciacn blauen Augcn 
Wurd' ich Lieb' und Weuuc faugcu. 



Kfiunt' ich dock, du fufscj Kind, 
fliegcn hiu zu dir gcfchwindl 
Ktiniu' ich ewig dioh mufanseji 
Uud au dciheii Lippcu hangenl 



Siolbcn 



\ iV *F\ h ft. deer csc. . <L zuletzl. 

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*-*-+— f- — V&v — + — *-JJ— • H- 



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BERLINISGHE 



MUSI KALIS CHE Z E.I. TUNG. 

NEUNZEHNTES STUCK. 



Den \$ten Juni 1793. 



mmtf 



Gegenwdr tiger Zujiand der Blufik in einigen 
Gegeudeu Schlejlcm.' \ 

(Befclilufo.) 

Was die Kircheiinivfik betrift, fo wird hier 
(in Sch weidnitz) alle Sonntage welche ge- 
lnacht; aber fie ift auch darnach. Da lie feit 
etwa fi'inf oder fechs Jahren fall eine Stunde 
friiher gcniacht werden tnufs t als ehedew, fo 
fehlt es nicht felten lowohl an freiwilligen Ge- 
hiilfen, die hier ganz vorziiglich noting find, 
als befonders an gebildetern Zuhdrern. Unter 
den Vornehinern wird es auch hier immer 
juehr zur Mode, erft imter dem deutfehen 
Credo, welches dem alten Schlendrian gemafs 
alle Sonntage als letzte9 Lied vor der Predigt 
gefungen werden mufs, in' die Kirche zu kom- 
jnen. *) Unfrc.Orgel ilt leit einigen Jahren 
.clurch milde Beitrage der hiefigen Stadt - imd 
Landgemeine, von dem fehr gefchickten Or- 
gelbauer Zeitzius aus Frankenftein, anfehnlich 
vergrofsert und verfchonert worden. Man hat 
dabey vorziiglich auf Starcke gefehen, mu 
unfre zahlreiche G cineine die aus beinahe 5ooc> 
Gliedern befteht , befonders bey ungewohn- 

*) Weim die voniehmen Sddeiier fo ebon vor dem Cre- 
do in die Kirche kiimen, fo wiirdc mail docli noeh 
denken kouiicn, d.ifs wenigftens der Glauhe lie 
intere/firte; aber unter dem Credo! — Vielleicht 
aber ift doit des Singfangs in den Kirchen ilber- 
haupt r.u viel, und da ilt keineni nocli fo glau- 
bigen Cljviftcn das Ilctardiren zu verdenken. In 
Berlin wurde in alien C-oueshatil'ern eliemals 
immer nach der Pxedigt mid dem louten Choral 
muficirt. AlJein, aufser dem emftgen, beforgteu 
Cantor, dem Orgaiiiften arid Balgentieter, den 
daliexleierndcn Kunitpfoifern „ den geangfieten 
Sclifllern, ciner alien gottfeiigen Schwefter and 
dem Kiifitv, Mci/ter Robert, blieb nieinaml dar- 
in. Indcffen hall niehls; die Jahrgange von 7V- 



lichen und feithcr fchlecht gefungenert Melo- 
dieen in Ordnung zu halten. Aber audh daj 
hi lft bey dem Allerweltsgefchrey nur weni'g. 

Seit mehrern Jahren befafs Schweidnitz 
einen bra ven Qrgelfnieler, Nameris Gr&Jer, 
welcher aber feines aufserfl: geringen GehaJu 
wegen nach Breslau abgegangen ift. ^ein Nach- 
folger, Herr Katnbkch ift eiii noch ganz jun- 
ger talentyoller Marin y sron deiii fichbey bef, 
lerer Ansbilclnng viel Gates erwarten liefse. 

Die Mufik in under katholifchm Ki refit; 
erftreckt fich nicht weit iiber das Mittelmafsige. 
nimirit fich aber in der inumven und fchon 
gewolbten Pfarrkirche fehr gut aus; da fie hinl 
gegen in unfrer grofseu ,hulzerhcn # ) Kirche 
nicht fonderlich klingt. Es lafsen fich ge- 
wohnlich dabey einige wcibliche Sthnmen 
hiiren , unter welchen fich Fran Siegcrt c;cV 
Prelimayer, eines hiefigen Goldfchiuids Ffau 
durch eine teine WQhlklingende Stimme 

Irmannnn&StKzti, den Wohlfoligen, wnrdee 
. dennoch ricluig abgcfchlacutet, wic e» die Tax« 
der Kirchenpolwsey mil fich brachte. VVoau war 
da* nun woiil? -- Allcin was bleibt ■■■■-fir nodi 
aiirsi-nlcni bey dem kitchlicJleu Wefen, aur.h 
in Abhdit der Mufik, ku wiinkhen hbric! F» 
l.-y nur crlanbt. bey dicfei Gelcgenhcit eiiu'r 
&dii- f U 2u gedenken, vv-Orin iihw alle liturgifclir 
Gegen/tande, alfo auch -fiber ChoralficrAiurf Or- 
gcllpid, Kirchenmufik etc. mancherley e erbari- 
heJie, Betraclituiigeu aiigeftellt" wordeu fiud. Der 
luel lit: freimiithige Gcd m kcn iibe, die Qottot- 
vereltrungder Prot<ftanten, von C. Spatier. Go- 
tin boy littingcr 17S8. 

*) Bine Hauptkiiclie f<ir 5ooo MeHfcUea von Xlnh. 
eheuit aidTallend. Alleiu a'ufser in den fchle- 
iifchou Jiii-fieiuhttinerii BrttUu, Liegnkz, lhi?« 
nuA PVohlau find, fo viel Red. woif?> alio evai. - 
cehrdw Kirchcu bios in den Vorffadtcu. nn \ 
konnen alfo bey ? ic f c aigt Cn Sudtea zuiual nur 
Von Hoi as kyn. 

T 



auszcichnet, obwohl ihr der Triller, das Por- 
tamento mid noch manches amlere eines guten 
Gefanges feb.lt; doch ift, weil fie fich meiftens 
felblt gebildet, nicht niehr ohne Unbilligkeit, 
zu verlangen. 

An den tiiglichen Singeftundeu , die fur 
das Singechor gegeben werden, .nehnien. we- 
nige freiwilligen Antheil. Hieraus lafst fich 
leiclit erachten, ^oafs das Singechor von vor- 
zi'iglicher Giite nicht* feyn konne. Es nielden 
fich zwar dann imd wann auch Subjekte ans 
benachbarten kleinen S tad ten und Dorfern, 
■welche in die hiefige lateiirifche Schule und 
zugleich ins Singechor aufgenoinmen zu wer- 
den wimfchen; aber auch unter diefen find es 
Jneift folehe, welche im Shigen, und riicht 
feiten auch in Anfehung des nioralifchen Cha- 
rakterfi faft fchon halb.verwahrlofet find. Lei- 
cler ift "die Tragheit und Verwohnung vieler 
jiingen Leute fehr grofs, und ninunt von Jahr 
zu Jahr iiberhand, fo wie die Liebe zur Ord- 
nung immer mehr und mehr erkaltet. 

Es ift in der That zu bedauern, dafs die 
achte Kultiir des Gefanges bey den abgeancler- 
ten Einrichtungen , cTer . uffentlichen Schulen, 
nocK zu keinem Gegenjlande der allgemein fitt- 
licrieii Erziehung bislier geworden ift, und to 
y*eriig UnterftiUzung nicht einmal in mittlern 
Stadten findetj wenn man bedenkt: dafs bey 
jgehorigjer Anwendung deifelben Religion und 
Moralitat yiel tlabey gewinnen konnten und 
wi'irden. .Denn die bisherige Eimichtung der 
Sing'eftunden , dafs bios arme Schiiler, allein 
Antheil genouunen, ift der guten Sache niehr 
banderlich als beforderlich gewefen, und hat 
dem Gefange iiberhaupt den Anftrkh des Hafs- 
lichen gegeben, weil man insgemein glaubt, 
dafs derfelbe zwar den Bediirftigen als ein 
Hiilfsmitrei diene, fich durchzuhelfen, bemit- 
telten Schiilern aber eben deshalb ganz'eht- 
behrlich feyn konne. (Sehr wahre Bemerkun- 
gen, die iiberall Anwendurig linden!) 

In wiefem der Gefang auf jnoralifche Er- 
zidmrfg Einflufs haben konne, werden ver- 
ftandige, auch in der Mufik einfichtvolle Pada- 
[gogen am be/ten urtheilen konnen. An mei- 
nem Theil bin ich vollig iiberzeugt, und hoffe 
dais iuehrere riicht bios Knnftverftandige allein, 
init inir glauben \Verden: dafs gate zwechnd- 
fsige Gefange gar fehr vermogend find, ge- 
4 f'iUil voile Heizen fpwohl aufzuheitern, als zu 
gnt en Entrchluiren anzufeuern. 

Sollte nun diefer Zweck in einem grofsern 
Uanfang (befonders bey der Offcntlichen Got- 
resverehrang) erreicht werden, fo mufcten es 



nicht immer bios Chorale cder andere alltag- 
liche Gefange allein feyn. Die reehten Mittel, 
diefein guten Endzwecke etwas naher zn koia- 
men, waren hauptfachlich, aufser einer reinen 
nielpdifchen Stinime, der beftiindig abwech- 
felnde Gebranch guler zwechmujsiger ibwohl 
alter als neuer Liecler, deren wit. jetzt einen 
nicht unbetrachtlichen Theil von guten deut- 
fclien Dichtern und Koniponiffen haben. Nach 
der gegenwartigen Lage aber find diefe Geiit 
und Herz erhebenden Lieder ein Schatz, der, 
felbft vielen Mufikern und Mufikliebhabern, 
gefchweige deni grofsen Haufen,, noch lange, 
wo nicht auf imuier verfchloffen bleiben wird. 
Es nii'ifste denn auch hierin bald eine verbef- 
I'erte Schuleinrichtung gemacht werden. 



Kurzgefafste Gefchichte der Orgel nut Aein 
Franzofifchen des Dom Bcdos de Ceiles t 
nebft Herons Bcfchrcibnng dtr ITaJJcr- 
orgely aus dem Griechifchen iibcrfefU von 
M. Jo f i ami Chriftoph t'ollledi/ig. ( Mib 
einer Kupfertafel.) Berlin, bay JErn/i Fe« 
lifch. 1790. (Preifs 6 Gr.) 

Elne Gefchichte dej Orgel kann nicht ai- 
ders als eine fehr angenehine Erfchemung fiir 
diejenigen feyn, welche den Werth unci die 
Vorziige diefes (n'ftruiucuts kennen. Denn ob 
felbigem gleich die _ Schwellkraft des Tons 
fehlt, und alfo die Strike <les Tons nicht durch 
die Verfchiedenheit des D'rucks, fo wie auf 
der Harmonica oder auf dem Euphon vera'n- 
dert werden kann, fo wird dennoch diefer 
IVJanaiel durch cine Menge andrer Eigenfchaf- 
ten dergeftalt erfetzt, dafs es immer das aller- 
erftc und vornehmfte mufikalifche Inftruntent 
bleibt, und deswegen mit l\echt der Kouig 
der I/ifli uincnte genannt wird. \xh iibergehe, 
dafs die Unmoglichkeit der Schwellkraft einer 
Orgel noch nirgends crwiefen ift, wenn gleich 
die Verfnche einiger beruhmten Manner, z. E. 
des grofsen franziififchen Baumeifters Claude 
P err aid t nicht gegli'ickt find. Wer weifs, was 
der mit der mehrem Vervollkommnung der 

'. Orgel fich befchaftigende finnreiche Abt Vogler 
in diefem Punkt annoch leiften wird? Schade, 
dafs man weder das eigentliche Jahr der Er- 
findung diefes Inftruments, noch dasjenige zu- 

, verlafsigangeben kann, in welchem es zu al- 

lererft beym Gottesdienft ift gebraucht worden. 

Der Verfaffer gegenwiirtiger Orgelgefchichte, 

ein wurdiger Benedictiner von der Congrega- 

tiun St. Maurs, der nicht allein iiber die 



7* 



Kimft des Orgelbaues weitlauWg und meifter- 
haft gefchrieben, fondern audi feine theoreti- 
fche Einfichten (lurch viele praktifche Dcnk- 
maler der Kunft in verfchiedenen Klrchen Frdnk- 
reichs bewahrt hat, fcheint fich viele Miihe 
gegeben zu haben, die ihm von den Schick- 
Falen der Orgel bekannt gewordnen Nachrichten 
aufs befte su nutzen. Da diefe Gefchichte 
nicht abgefondert publicirt, fondern dem 4ten 
Theil feines Werks voiu Orgelbau ftatt einer 
Vorrede vorgedruckt worden, diefes Werk aber 
wegen der vielen und grofsen Kupfertafeln, 
fehr koftbar ift , da nian es nicht einmal in 
alien difentlichen Bibliothekpn, gefchweige in 
Frivatcollectionen findet: fo ift man dem Hrn. 
Magifter Vollbeding fur die uns davon mitge- 
theilte getreue Ueberfetzung in unfre Sprache 
vielen Dank fchuldig. Noch mehr hat fich 
dieter verdienftvolle Gelehrte die Wifsbegieri- 
gen verpfUchtet, dais er uns durch die hinzu- 
gefiigte Ileroiifche B'cichrsibung der Hydremic, 
suit einem von den alte-n Griecken und Ro- 
mern To hochgefdiiitzten Werke der Kunft 
etwas bekannter, gemacht hat, als wir es bis- 
hero waren. Dean es ift wohl nicht- zu ver- 
langen, dafs fich jeder Vir'tuofe init tier Sprache 
«les ehemaligcn Athens dergeftalt befchaftigen 
foil, dafs er durch Lefung des Heron fchen 
Auffatzes in jenem Idiom feiner Cihiofitat ge- 
mig thun konne. Es ift . folcher noch nicht 
«inmal in franzofifcher Sprache irgendwo zu 
lefen, und die latcinifchc Ueberfetzung des 
de la Hire hat auch ihre Schwiirigkeiten. Frei- 
Jich waren die Hydraulen der Alter ; fo wie 
fie waren, keine Meifterftiicke der Kunft-, wie 
die Silbermauiifchcu oder Jlildcbr'andtifchen 
Orgeln in ihrer Art find, und der grofse Jfuae 
Pofsins traumte zuvwlafsig, als er die Hy- 
draulen den pneumatifchen Orgeln mifrer Zeit 
fubftituiret wifl'en wollte. Indeifeii haben die- 
jenigen auch Unrecht, welche fie -ganz her- 
abwiirdigen und fie fur Leierkaften halten, oder 
welche in dem Gedanken ftehen, dafs man fie 
nicht zn eben dem Grade der Vollkomnienheit 
hatte bringen konnen , den unfre Orgeln er- 
Teicht haben, Ohne Z we if el hat die uiufika- 
lifche Baukunft mit der Mulik ihrer Zeit jedes- 
mal gleichen Schritt gehaken. VVenn auf den 
Hydraulen keine Bachifche Fantaiieen gefpielt 
wurden? fo ift ebenfalls bekannt, dafs zu ihrer 
Zeit folche Kunftftucke nicht exiftirten In- 
deflen hatte man zuverlafsig auf den Hydraulen 
eben fo viel leiften konnen, als auf djer Har- 
monica, oder auf dem Euphon, oder auf einem 
Glockenfpiele moglich ift. 



Frankfurt am Mayn. 



Aufser dem Theater leben wir von Seiten 
der Mulik noch in der Barbarey. Aber auch 
jenem fehlt es noch iuimer an Sangern, und 
die Hofjmng, die man hegte, aus Wien einige 
gefchickte Subjekte zu erhalten, fcheint auch 
fehlgefthlagen zu feyn. Die kriegerifchen Um- 
ftande, worin fich unfre Gegenden befinden, 
werden wohi vermuthiich Urfache feyn, dafs 
man keine vortheilhafte Engagements machen 
kann. 

Unferm ' Theater fteht noch ein andrer 
Verluft bevor, indem die Dem: Kiteifel bef 
der italienifchen Oper in Berlin mit i5oo'Rthh 
engagirt ift. Eben dahin geht der mainz. Ca- 
pellmeifter Reghini mit 4000 R{hl.. Herr und 
Madam Schick, mit 2000 -Rthl., Herr Friedel 
mit ifioo.FI. -Gehalt, und wie man fagt, follen 
des letztem beide Schweftern auch dahin en* 
gagirt feyn. (Fur welches Theater? fogt der Brief 
nichk.) » 

Nmejle Verlagsartikel der neuen Berlimjchen 
J^tujlkhandhmg. 

Caecilia,' voti J. F. Reichardr. 3tes Stflck. 1 Rthlr. 
(cnthiilt I. Lieder: auch rnchiftimniig und auch als 
Chov zu lingen.) Der Abend, von Matthiflbn; Das 
Kloftcr, von MatthilTon; Die Morgeurdthe, V«n C. 
ltudolplii; DicVoliendung, vonBuide; Am Grabe 
,cincs Kindes, yon Mauhi/Ton; Rhapfodie, von 
Gothe; A lu veiite, von CJiamfort; JLa grandeur 
dc 1'iiomine, von Chamforr. IJ. Auszflge a:is &x6- 
Isern Werkent Coro della Pn/Tione, di MctaiUiio; 
, Tvauercantate auf den Tod Friedrich des Zwciten; 
Coro I., Quartetto, Coro II., Coro III. JLetztere ift 
auch befonders abgedruckt fiir 16 Gr. zu haben. 

Wolf, (E. W.) Trois SoiiKtes pour le Clav. ou P. F. 
oeuvre po/ihiime. Tom. I. 1 Rthlr. 

• -5 Jito. Tom II. 1 Rthlr. 

Jonas, (Charles) Ariettt pour le F. P. avec i5 Varia- 
tions. 12 Gr. 

Romanze: Ein reichcr Junker S.iufewird, aus der 
Operette: Die Geifi«rbefchw<ivung, von Herklota. 
conipoiiirt von Carte Uieri. 2 Gr. 

Commijjionfartikeh 

Spacer, (Carl) einfache Clavierlicder. Erftes Heft. 
Berlin, 111 Commi/Iion der neuen Bewlini fchen Mn- 
liLhandlung mid der Akademifchen Kunft - utul 
Biichhhiidliing. 16 Gr. 

Mozart, Aria: Zahlt ein.Madchen f unfzchn Jahre etc. 
aus del Operette: Cofi fan lutti «id»:*r:. Einc niacins 
wie die audre , mit italiemfch mid tlcntfcbem Text, 
furs Clavier. 4 Gr. 



• * • 



Zchntes St. Seite 5q lies Ran KinJfchu, Kiml- 
fther; — Eilltes St. b. 44. ftatt font peut , /'o« 
■preml. — Sechstehiuej St. Seite 61. itati llohm* . 
Hoheirn. 



7& 



tilngewOrfen. 



Ued, von Carl Fticdrick ZelteK 

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All - gtt , ti-ger! ich brin-ge dir oin Uerz gewohnt der Sun 



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fckeake d.in Er . bur. me,, mi,-, d.ts id, dan F,-... J.T^TT. V~ ;— ^ 



fels=^==i==t==f z=E^EE?= ; ■==== ====£=£=£= 

J fclK.iked.mEr . bjr-m.ii.nk, d.Cs ich d.„ I'riTdm "£ : 571 ? 

4 J..,(i ,r . M, t u,Hl oft cnl-bclmmcinL - bo„ s . f.u ".' ,„ ' Cut. bcgdm f^ 



£&; 



D. C. 



Lclzte Strophe. 
^1'J- J. . J 



i=F=x: 



* 



Allwif- etc. 



^ 



— •" ' - , — — —-4. -— — — <*. 



J.. 



■—*+-+■ 



Allwiflcnder, du kenneft mich. 
Ich wolhe gem das Gale; 
Doch , ach ! dcr felle Vorfatz wick 
Dciu Feu'r in nieinem' Blute. 
Von einer Bruft mit ' Schuld erfttllt; 
War Tugeud Itets das Lieblingsbild. 

Entfefsle mich der^Sinnenluft, 
Die mich betiiube gebundehj 
Ach! feufzend aijs geprefster Bruit, 






.J. 



..... 
— 
.. ... 



Bert'u* ich vov'ge Stnnden, 

Und wt-ine der verjorneii Zeit, 

Die nicht der-Tn^eiid ward geweihr. 

Umwehe , Himmelsah nduno , mich , 
Komm wieder, feel'ger Frifden! 
Kein Titoft nocli vou dem Dulder wich 
1&"* S** tt P t * ,n "' : '°ft' hienieden. . 
Ei nil., frei vou allcr Sinnlichkeit, 
Unlarin' ich die Vollkoinnieuheit, 



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BERLINISCHE 



M US I KALIS CH E Z E IT UN G. 

ZWANZIGSTES STUCK, 



■***« 



Den aXjien Juni 1793- 



Mozart auf dem Operntheater in Paris. 

Die Direction tier grofscn Oper hat eben ei- 
nen doppelten Verfuch gemacht; lie hat 
durch ihre Sanger und Sangerhmen eine ko* 
mil die Oper mit gefprochenem Dialog und 
mit imtergelegtcm hanzofifchem Text zu einer 
auslandifchcn Mufik auftuhren laffen. Es ift 
diefes die Heirath dcs Figaro t in Wien ins 
Italienifche tibergetragen und von Mozart^ ei- 
neni fiir biftrumentalmufik beru'hmten Com- 
pouiften, in Mufik gefetzt. Audi das Theater 
zahlt Mozart bereits uhter die allervorzuglicU* 
lien dcutfchen Comporiiftcn. Nun hat man 
den ntunkalifchen Thcil dea Stacks wieder ins 
Franzdftfche i'xberfetzt, und ihn dem bekannteri 
Originalfiuck eingefchaltet. Die Mufik Iiat uns 
fchftn, reich an Harmonic und mit vieler Kunft 
gearbeitet gefchienen. Die Melodic ift ange- 
nehm, ohne eben befondcrs pikant zu feyn. 
Einige Enfembleftucke darinnen find von der 
hochften Schonheit. Viele Arien haben aber 
jiicht die Wirkung gethan, die man davon er- 
warten darf, wenn fie in ihrer rechten Bewe- 

fung ausgeiibt werden. Diejenigen, die die 
'artitur ties Sti'ieks kennen, verfichern, dafs 
faft alle Satze zu langfam vorgetragen worden 
find. ■•■■'.* 

Die Ausfiihrung war fo, wie nian fie von 
den Talenten tier Sanger und Sangerinnen in 
elnem fo ungewohnten, Nachficht fordernden 
Genre crwarten konnte. Madame Ponteuil, 
die am meiften darinnen geiibt ift, hat die 
Rolle tier Grannn. mit vie'er Einficht und Bm« 
pBnduns vorgetragen. Mile. Gavauddw. hat 
den waliren Charakter der Sufanne fchr wohi 
dargeftellt- Die Hrn. Lays und Adrian haben 
ihr Spiel in derRolle des Figaro and ties Grafen 
nur etwajj zu bcleben van vollkoiiiuien z\x 



feyn. Ueberhanpt kann diefes Stuck, ohneri 
achtet f einer ermudenden Liinge in der Zu- 
kunft auf Beifall rechnen. (A. e. Briefe a. Paris.) 

A h m e r h u u g. t 

Wenn man gewahr wird, wie felten Mo- 
zarts Compofitionen au'fser Wien, felbft in 
Deutfchland in ihrem eigenen Charakter vor- 
getragen werden , fo wird man iich eben wohl 
nicht wundern, dafs diefer in Paris verfehlt 
werden konnte. Und nur die Art, wie man 
in Paris feit zehn Jahren Haydens Inftrumen- 
talfachen executirte, lafst iiberall die Moglich- 
keit begreifen, wie eine Oper ron Mozart 
dort fo gegeben werden konnte, dafs fie ver- 
fhindlich werden und gefallen mufste. Die 
erfte Schwierigkeit, fie verftandlich yorzutragen, 
mufste aber audi fehr naturlich den Fefiler 
erzeugen, daf9 viele fehr gefuclite und uber- 
ladhe Satze zu langfam vorgetragen wurden. 
Wenn man fie erft recht im Qhr unci im Geilt 
haben wird, werden fie fchon lebhafter gelten. 
Auf verfchiedenen italienifchen komifchen 
Theatern, aufser Wien, wo mehrere deutfche 
Kiinftler in der italienifchen komifchen Oper 
fingen, und das Orchefter aus lauter Deutfchen 
belteht, hat man jederzeit rergebliche Ver- 
fuche gemacht i Mozarts Compofitienen audi 
nur ertraglich vorzutragen, und es ift Mozart 
mit den italienifchen komifchen Sangern und 
- Zuhorem oft fo gegangen, wie es eineiu 
Niichterncn Vernfuittigen zu gehen pflegt, der 
in eine Gefellfchaft von Betrnnkenen kdmmt, 
die ganze luftige Gefellfchaft pflegt den Einen 
fiir niirrifch zu halten. 

. ArU'tte pour la Pianoforte etc. ar>cc r/rtin- 
Zi> Variations compotes et dedie's a Sa 

v J 



7 8 

Mtajcjy le Hoi de ? ruffe par Charles Jo- 
nas. Au nouveau Magazin de Mufique 
a Berlin. (Prix ia Gr.) 

Wahre Kunftfreunde werden fich gewifs 
freuen, in diefeui erften 6irentlic£ eHc&elwfeiji-^ 
den Werk eines jungen Componiften bey fo 
vielem^atfcilich guterj FIuuVden0edanke» fo„ 
viel A&toung, Ausfuhrung -unci €orrektheif* 
zu linden und in verfchiedenen Satzen auch 
einen achten und braven lUaVierfoiefer zu er- 
kennen. Und doch kaifti Rec. derii Publiko 
verficherrt, dafs Heir Jonas weder als Com- 
ponift noch a*r-etavierfpie1e"r in felnem "beft'en 
Lichte in diefem kleinen Werke erfcheint.. 
Bey, wahreni hejryftr|le.ehejide.m Talent zur.Xan* 
kunft hat er das Gliick gehabt, die Schule ganz 
unter der Aufficht und Leitung des voitref- 
iichen Componiften ^ind > Clavierfpieler Fafch 
zu Jiiachen, xmd hat fie mit einer Dauei 1 und 
Application gemadit, wie wenige junge ta lent- 
voile Manner fie machen. Mancher junge 
Kftnftler, der' Weder die Eirificht und die 
grundlichen - Xenntniffe noch die grofse Fer- 
tigkeit und Starke \v der Ausi'ibung hat, die 
berlinifche Kuaiftkenner - und Freunde fchon 
feit anehr«m Jahren an Herrn Jonas' fehatzen, 
wurde fw:h damit fur einen voUendeteh Kuhft* 
ler halten, und to vlel Werke in den fag hlrii 
eiri fchreiben .und publidren , als er Ve^an* 
latiungen und » bereitwillige Vedegter fiinde. 
Heix X widmet fich feit zwei Jahren den Stu- 
dies, ©line darjiber die fchttne Kurift zu veri 
naohlalsigen* Und fo kainn fich da's mitfikali- 
fche jPublikmn. von ihm einen achten vollen- 
deten Kiinftler dei'einft verfprechen. J. K R. 

SericlUigu?^<defi ^bt GerJ^ert betreffeud. \ 

Der ebxm s verfto*bne Abt Gerbert ifl: nicht 
der Verfafler ;des mnfikalifchen Lexicons *) (das 
ift der Hqforeanift Gerber ■, zu SondershauferO 
fondern - er ■. ift der > rnlmi - und verdienftvolle 
Verfail'er de$< wichtigen lateinifehen Werks : 
de canlu et, Mtfica Sacra h\prima ecelefiae ac- 
ta te ; usque- ad rpraefens iZipnpus, fo im Jahre 
1.774. in zwei grofeen QiiartbSnden zu Sti 
Rlaiien, wo Qerbert geftirfteter Abt des Be- 
nedictinerkiofters ,war , heranskam , und de* 
Herausgeber der fehr < wichtigen Sammlung 
von mulikalifchen Sch.riften aus dem Mittel- 
alter , unter deni Titelc Scriptores eccUftafiici 
de Mvfica facra potiffimum. 5 Theile in grofs 
Quart. Von beiden wichtigen Werken linden 
diejenigen, die fie nicht felbft befitzen oder 

*) Ich bi» des Irthuras gleich felbft gewahr «e- 
Word«n, ' %ed* 



in der Kane haben, elne umltandtiche TTacH- 
richt in Forkels hochft fchatzbaren allgemeinen 
Litteratur der Mufik , die iiu vorigen Jahr 
erfchien S. 101. und 140. Dem Einfenaer die- 
fer Berichtignng fandte der wtirdige Abt vor 
einigen Jahren beide wichtigen Werke init ei- 
neiu fehr fiewndUchen Briefe zu. 

J. F. M. 

Ein feltfamer Vorjall die mujikalifche 
; . JZeitung hetreffend. 

Man weif3 manchmal nicht, wie ein of- 
fentliehes Blatt fich dnrchkaMipfen , und wenn 
e8 da ift, fich anfechten laden umfs. Das 
hubrche Lied von dem wiirdigen Herrn Zelter(iQ. 
St.) hatte eirien fo langen und grofstentheils fo 
iammerlichen Text (wie man aus der Beilage 
initeigehen Augen ermeflen kann,) dafs der 
Redacteur d. Z. es der Compofition fchuldig 
zu feyn, und dem Verfaller einen Dienit zu 
leiften glaubte, wenn nicht gerade Verbelferun- 
gen, doch einige den Unfinn hir. und wieder 
anfhebende und der Mufik angemeirene Aen- 
derungen daiiiit vorziinehriien , und aua Man^ 
gel an Rauui das Ding, dellen letzte Strophen 
zumal aul^erft matt und diirf tig find, abzu- 
kiirzen. Aus Zeitmangel war vorher keine 
and ere, als fchriftliche, Anzeige daven mog- 
licli. . ' 

Staft nun allcnfalls auf eine befcheidene 
Art zu fageu, er fey dam'it nicht zulrieden, 
welches d«n Verfaffer unverwehrt geblieben 
ware, la'fst fich diefer, dellen Namen inan hier 
bios f eines verehmngs wiirdigen Herrn Vaters 
wegen fchonen will, , dermal'sen darriber ent. 
riiiten, dafs er dem Red. einen iibermuthigen 
und hamifchen Brief zufchickt, woiin er vor» 
geblich dem Setzer die grofsten Ungezogen. 
heiten vermelden lafst, und gegen di«fen und 
von diefent ganz fo fpricht, wie ein armfeli- 
ger empqrter Dichterling mit einem folchen 
Manne wohl fprechen wiirde, dem er doch 
vielleicht gar fehr an innerer Wurdigkeit nach- 
ftehen konnte. " „Ein folcher Menjch!" f<j 
fpricht er von ilun. -r- Nachdem nun diefes 
Schreiben auf der Stelle mit der verdienten 
Unterfchrift: Ausbrueb jugendiicher Ueberei* 
lung und eines utigemejjenen Dunkels . demfel- 
ben zuriickgefbhickt worden war, fallt er felbft 
deiri Red. ins Haus, fragt ungefmm unter an,- 
dern'fo an: wie man dem Sohne tines ange- 
fehenen Mannes fo begegnen komteJ und hauft 
in diefem Zuftande der Emporung iiber fplck 
ein unerhortes Vergehen, den unberuhmten 
Sohn eines beruiuuten Mannes nach eignem Ver- 



dienft zubehandeln, eineUebereilung fiber die an- 
dere, vras feiner Leidenfchaft iibiigena verzlehen 
bleiben inag. Er, der Hr. % ksnn nua aljerhand 
Werth und Venlienft haben, das Red. nicht 
kennt. Allein foviel fcheint wohl aus den 
gegebenen dichterifchen und mor«lifchen,Pro- 
beja zu erhellen, dafs .ihm zum Dichter bei- 
uahe jilles mid zum befcheidencn befonne- 
nen Menfchen noch fehr viel fehlt, und dafe 
er wahrfcheinlich noch lange bin haben \yird, 
fcevor er fieh aus der traurigen Hiille jiigend- 
lichen Diinkels wird herausgearbeket haben ; 
es miifste denn feyn, dafs ihui diefer unan- 
genehme Vorfall, den er hoffentlich felbft ein- 
nial, fo wie fein Gedicht bereuen wird, die 
nachfte Verardaflung wiirde, iiber fieh felbft 
reiflich nachzudenken. 

Uebrigens bittet Red. bey diefer Gelegen- 
heit alle Componiften, die fo giitig feyn wol- 
ien , Gefangftiicke zuni Behuf diefer Z. her- 
fcugcben, auf guten oder wenigftens ertrag- 
Uchen Text zu fehen, dainit nicht wieder, im 
Nothfall der Correktur, fich aus den Suni^fen 
des Parnaffes ein uhziemlicher Larnicn erhe- 
ben moge. 

Nachfchrifu 

So eben lauft ein Schreiben vom Herm 
Organift Pracht in Konigsberg in der Neu,. 
mark ein, worin folgende Stelle gerade wie 
gerufen komuit: „Der Dichter einiger meiner 
„ Klavierlieder danket Ew. W. verbindlichft 
t , fiir die Verbefterung feiner Verfe, und iiber- 
„ lafst lhnen mit Vergmigen, was Sie bey den, 
I, iibrigen noch abzuandem finden. " 

Nalionalthcater in Frankfurt am Mayn, 
(Aus eineiu Bricfe vom 10. Juny.) 

Seit der Auffiihning der Oberons, der 
jriGch immer viel Gliick macht, ift bey dem» 
hiefigen Theater nicht viel Neues von Opern 
gegeben worden. Am 5. Marz gab man den 
Konig Theqdor von Paifullo zum erftenmal, 
ein Stuck , das man fchon bey der Maimer 
Gefellfchaft zur vollen Sattigung gefehen hatte. 
Es ift unbegreiflich, wie ein Stuck, das fowohl 
von Seiten des Texts, als der Mufik fo viel 
langweiligermudendes, fo viel monotonifches 
Geleyer enthait, fo beriihmt gewordeh ift. ' 
Deri 17. Marz zum Erftenmal die verkcllte 
Uebhaberin m einem Akt von Paifiello, eine 
erbarmikhe Farce mit noch elenderer Mufik 
vori Paifiello j - mifsfiel. Den 4. Aprill die 
fVeinlefc von Herm |hlen mit Mufik von F. 
L. Ae. Kunzen ward bey alien wiederholten 
Vorftellungen mit Beifall aufgenoAmien. Den 

(Beil 



7# 

fiS. May- der Spiegelritter ron Herrn von 
Kotzebue mit Mufik von Jgn. Walter. Eine 
fchwere in trikate Mufik ,_,. die aber recht gut 
ausgefuhrt ward. Der Herr Walter zeigt in 
dieier- Mufik eine reiche Erfindungskraft ; diefe 
war's aber auch wohl, die ihm gleich den 
JiieluJlen angehene'en <Kunftlern dahin mis- 
leitete, dais er durch zu iiberladene Hanuo- 
nien, zuvollgeprropfte Begleitungen , und be- 
ftandigen Gebrauch der Blasinftrumente , den 
guteh Wirkungen fchadete, die manche §telle 
lonft gemacht haben wiirde. * Auch fchien 
mirs, dafs hie und da der Kirchenftyl gar zu 
fehr hervorblickte, der Kier wohl nicht ax* 
feinem Orte war. 



Das grofse Trauerfpiel in Frankreich haf 
abermals einen neuen Beitrag im Fache der 
Mufik geliefert.. Da die * Arie der ''gefungenen 
Kouigin (nehe das 14. Stttck d.Z.) m alien 
Concerts und Oratorio's fo anhaltenden Beifall 
erhalten J.atte: fo verfertigte ihr Verfaffer, der 
als eine Geifsel des Hofes un<l Adels gefurch- 
tete Doktor Ifalcolt, bekannt auch aufser Eng- 
land unter dein Namen Fcier Pindar, ein 
zweites mufikalifches Gedicht, der gefangene 
Konig betitelt (the captive king,) welches iui 
Theater von Conventgarden von Herrn Jed 
cledon zum erftenmal mit unglaublicheni Bei- 
£all gefungen wurde. Die Couipoliiion ift von 
drey Meiftern, Uehmlich das Recitativ von 
ytjhley, die Arie von Handel, und der Cho* 
von Glnck. Es koftet \\ Schilling (T. Skillem 
n. 17. St, Martins -Lane.) — Der Chor ift gan* 
befonders gut gefetzt und thut eine vortref- 
liche Wirkung. Die Worte delfelben find 
folgende : 

Go, injur'd king: with Seraphs fhin» 
Behold a bright her crown is thine! 
And fee appear with glad'ned eyes, 
A hoft to hail thee midft the fkics. 

(Geh, gekra'Tikter Konig ! fieh , eine glan- 
zendere Krone mit Seraphsftrahlen ift dein! 
fieh mit erheitertem Blick die hinmdifcl.ea 
Heerrcharen erfcheinen, um ein: Heit du ! in 
dein Himmel tlir zuzurufen.) 

Neue CommUfwnsartikel der nauen Berlin- 
Jchen Mujikhandlimg. 

Flafcliner, (6. B.) neue Sammlun. vvn LiwU-rn far 
Clavier, Harihoiuca und Gefang, n«bft vier bliv- 
fchen. 18 Gr. 

Halyler, (J. G.) grande 8onatepotu tvoismaiit* 'in tin 
Pianoforte ou CUvecin. Kiga, che« J. f. ii^ri- 
knocu. »6 Gr. 

age) 



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La prim a vera. 

Conzonetta di Metaftafio. Comp. del Sign. Traficier, 



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BEKLINISCHE 

M US I K A LIS CHE ZEITUNG. 

E IN UND ZWANZIGSTES STUCK. 



Den zgfteri Juni IJS2' 



Sfeuejler Zufiand tier Conzert - mid Theater- 
vutjik in Loudon* 

(Ausziig cines IJricfcs, aus London v. iQ. May 1793.) 

Das befte Concert in London ift dasjenige, 
wovon 'Salomon der Entrepreneur ill, and 
tlaher StdOtnont- Concert heifst. Es befteht 
aus ia bis 16 Violinen, 4. Bratfchen, 5 Violon- 
zellen, 4. Contrabafsen, Fldten, Oboen, Fagot- 
ten, Hornern, Trompetcn und Pan ken — in 
allein nngefahr 4.0 Pcrfonen. Der Saal worin 
es gehaltcn wird, ift vielleicht etwa<5 langer als 
dor in der $tadt Pam zu Berlin, aber breiterj 
befler decoftrt und hat eine gewolbte Decke: 
Die Mufik nmuut bob iiber alle Befchreibtilig 
fchon darin aus. Das Orchefter ift en amphi- 
theatre geordnet.' . Salolnon war. iimne.r ein 
guter Anfiihrciy jetzt kann man fagen, dafs er 
ein vortreflichcr ift. Vielleicht hat audi 
Itayd , ii t der die zwey letzten Carnevaie hier, 
gewefen, nrid feine Sinfouien in Salomons'' 
Conzerte felbft dirigirt hat, das Scinige" 'dazu' 
beigetragen. In ' jedem Conzerte werden zwey, 
audi wohl drey Hayd'nfclic Sinfonien gefpieit. 
Madame Mara fingt zwey Arien; Signor Bruni, 
ein Caftrat von der itafi'enifchen Oper, eben fo 
viel; Vlotti oder Salomon fpielt ein Violin-, 
concert. Aufserdcm wifd gewohrilich noch! 
ein Concert auf deV'Hoboe, Uote, Harfe oder 
auf dem Violonzell — ein Concerto -grofso 
oder ein Q vartet gefpieit. Das ganze Concert 
ift in zwey Theile ; getheilt , fangt Abends ujn 
8'Uhr an und "ift nm ii, halb 12 Uhr vorhey. 
Wer gcrn wilTen will: wic die Mara jetzt. 
fingt (denn was fie fiugen kann, ift bekannt) 
der mufs nach London konunen und fie ho- 
ren. Ihre Stimme hat, ohne an Starke zu ver- 
licren, merklich an Auiuuth gewonnen. ,lhr 



Umfang ift vom nngeftrichenen B bis zum 
dreimal geftrichenen F. In diefem Uinfange 
find alle Hire Tone lb rein, gleich, reizend 
und ohne Zwang wie- eina fchone Harmonica, 
llir Gelchmack ift der richtige Mittelpunkt zwi- 
Ichen der alien zu flachen Manier und derjel 
nigen neuen, die in Italien fo Jfehr genii fs- 
hraucht wird, und die man dem Marchefvii 
beilegt. Was ihren Vortrag im Einzelnen, den 
Cb.arak.ter den ihre Arien durch fie haben ; 
die Modilicationen Hirer Stimme; ihr tempo 
rubato, (wovon fie nur felten Gebrauch niacht) 
ihre Uebergange in den Rondeau's; ihre Ca- 
denzen, Fermaten u. dergl. anbetrlft, darin ift 
fie, fo viel,ich weifs, ein gdttlickes unnachahm- 
liches Muftor , das in feiner Eigenheit fchwer- 
lich leinfis Gloichen hat."*) * 

Signor Brunl hat eine fclineidende und 
dabey tiefe und angeuehine Altftimme, fo hinge 
er nicht hoher als das zweigeftrichene E — F, 
fingt. Er.fcheint ein guter Mufikus zu feyn-, 
und fingt- anch rein. Seine tiefen Tone lin<f, 
lb fchon, als man lie horen kann; Ibnft hat* 
er das gewohnliche nafal der Italiener, triigt 
die Syncopen zu hart vor, und maniiirt feine 
Arien una Recitative fo aus einander, daf* es 
fchwer ift iU»n Faden zu behalten. 

Viotti ift in dem nehmlichen. Fall der 
Mad. Mara ; er hat fich fo fehr zu ieinetn Vor- 
theil geiindert, dafs ich ihn kautu wieder er- 
kannt hiiUe. Er ift wahrfcheinlich jetzt der 
gjr.vfcte.ViolinilWn Europa. Ein Itarker volljr 
Ton, unbefchreibliche Fertigkeit> Reinigkei^ 
Priiciifion, SchjiKten. und. Licht mit der rei/end- 
ften Eint'achheit verbunden, maclien die Cha- 

*) Man vcrgleiclie liiermit die int<;ro/la»teir IJriefrt 
*'-•■ ins Etmtlim von eiitcm giof-cii dcmfrlicn K.(inli- 
k lerim 2, Heft ties mufikalifchen Wochenblatts. 

X ' 



8a 



rakteriftik feiner Spielart aus, mid die Compo- 
r Hon feiner Conzerte iibertrift alle mir be- 
*.annte Violinconzerte. Seine Themata find 
prachtvoll und edel, mit Vcrftand durchge- 
kuhrt, gefchinackvoll mit kleinen "tind. grolfen 
Mairen verwebt, unci gewahren bey den Wie- / 
derholungen dem Horer jedesinal neues Ver- 
gniigen. Seine Harmonie ift reich ohne Ue- 
berladung, der Bhythmus ift richtig und niclit 
iteif, der Satz rein nn& der Gebrauch der Bias- 
inftrumente -von grofsem. Effekt. Mit eihem 
Worte; Viotti's Compofition, lb wie fein Vor- 
tiag, lind gleich himeibsend. 

Salomon giebt dem Letztern im Spielen 
wold vvenig und vieUcicht gar nichts nach ; 
daraus To'tgt, dafs fich ailes, was ich vorhin vom 
Viotti I'agte,. audi von. Salomon -vcrfteht; nur 
ia Anfehung der Compolition der Violincon- 
zerte mufs Salomon clem Viotti den Plat* 
lafsen. — Wo fich Salomon, am vortbailhafte- 4 
/ten zeigt, das ift wenn er Hayd'nfche Mufik, \ 
oder Duette und Doppelconzerte mit Viotti 
fpiclt. — 

Bezozzi K Hoboift aus Paris, Brucler des 
verftorbenen JDresdner Bezozzi, blaft in fei- 
nem 68ften Jahre noch mit fo vielem Fcuer, 
fchonen Vortrage urid grofger Praciiion, dafs 
idi ihm meina Bewundrung nicht verfagen 
kann. Sein Ton Ul ein unvergleichlidi fchci- 
ner — und wahrer libboeton; mir in iter 
Hohe ift er etwas zu ftark. 

IIw ring ton > ein Sicilianer, -Schiller des 
verftorbtnen. -Lebrun, ift 4 ein eben fo guter 
Concertift, als Ripieniitj auf der Hoboe. Er 
biaft gartz in der netten r-iinden Manier feines 
Lehrers, fein Ton ift aber etwas Tchwacher. — ■ 

Iliad. Knimpholz fpielt die llarfe beffer 
als aliej die ich bis jetzt gehoit habe. 

Signor liovedino, Bafsl'anger, ein Iraliener, 
hat eine iehr f chime Bafsftiftmie. 

Iliudmai'sh , ein Englaiider und Sclmler 
von Salomon, fpielt die Bratfche znm Ent- 
zi'icken. , Diefes und noch eine Menge yer- 
dienftvoller L<?ute* die ich unmOglich allerui- 
nfia kann, well ich fie noch nicht alle kenne, 
find die vornehmftcn Subjekte* woraus Salo- 
mons Conzcrt befteht. Unter andern habe ich 
in diefeni Gonzert das Stabat mater, von Per- 
goleli and die fieben fVorbe von Hayd'n auf* 
fuhreii Lbren. •' . 

(Die Foitfetzuug^ folgt.) 



Trots Senates pour te Clavicord ou Forte* 
jpiuno par Mr. M. IV. PPolJfi oeuvre 



pojiliame. Tome I. Berlin au nouveau Ma~ 
guzin de Mufique. (Preis 1 Rthl.) 

Trois Sonata pour le Clavichord etc par 
Mr. E.IV. Wolff, oeuvra pofch. lome 

. II. Ibid. (Preis 1 Rthl.) 

Der yerftorbene Herzogl. Weimarfdie Ca- 
pellnieiftcr Wolff, durcli dellen zu friihen Tod 
die mufikalifche Weir einen der elegantelteu 
und bravften Clavierfpieler und Claviercompo- 
niften verloren hat, biidete fich in fruhern 3ah- 
ren ganz nach der Bachifchen Schule, und feine 
friihem Arbeiten gehoren zu den beften Nach- 
ahmungen der Meifterwerke unfers Emanuel 
Bach. Spater gieng er aber audi mit vieleiu 
Gliick in die neuere galantere Manier ein, und 
wufte zuletzt die Mannigfaitigkcit ,ui>d An- 
nehmlichkeit der neuern Formen mit deni 
ernften und bedeutendern Chaiakter der fri'i- 
frcren grofsen Schule iehr gli'icklich zn ver- 
binden. — Die beiden Theile Clavierfonaten, 
die Rec. jetzt fauber geftochen vor lich hat, 
find feine letzten nachgelall'enen Arbeiten, nnd 
gehoren gewifs zu den vorzuglichften Werken 
dicfes Meifters. Clavierfpieler werden eine 
angenehme Abwechfelung von galanten und 
crnfthafteiif von.leidit«;n, fchwerem und ga,nz 
fdiweren Siitzen darinnen linden. Gute Cla- 
vlermeifter werden ihren i'chon etwas heran- 
gebildeten Schiilern fchweilich beil'ere nnd an- 
genelmiere Uebungsftixcke neu voiieg^n konnen. 

J. I. R. 

E'ebhabermitfik in Bromberg* 
(Aus cinera Briefe.) 

Kaum war ich hier in Weftpreufsens Haupfe- 
ftadt angekomnieri, als ich von einigen Herren 
eingeladen wurde, das hiefige Concert des 
amateurs de Mufupie zu. befuchen. Ich fand 
fehr vi'el fchone Welt von Bromberg ver- 
fammlet, und das war es, was mich fiir die 
Mulik fchaHlos halten mufste, denn fie war 
fa'ft niclit zum Aushalten. *) iiideilen mufste 
ich galant feyn, tind dem Directeur etwas Vcr- 
bindliches Tagen. — - Auf Veranlallupg konnte 
ich nicht ausweichen, ein Quartett von Pieyel 

*) Aber wie nun , -wcim .las von der Schonheit an« 

fezogene Aue,e die Seele, wcim lie geraiic im 
efien Borufe.ilt, von dem Ohx*; aus die Mufik zu 
beobacliteu , etvvas zu fehv ablockt, und auf die 
ficlitbnrt-n ObjcVle 211 oft Uinleitet? So etwas 
loll lick, wie Kmmer vev/iclierii, bisweilen ^u- 
tragen^ und der uberwiiltigenden Sdionlieit ge- 
geiuiber kann dor liarnilofelte Kritikcr iehr leiclit 
leine F.lhrte verlicien, fey er in iJromberg odex— 
in Jaterbock. •;--•■ 



Ssiitzufpieten ; aber die Violine, die man -mir 
reichte, war fthletht gciug, und das Tempo, 
das icli an gab, wie ich cs in Berlin gewohnt 
gcwefeu war, war beibnders l'iir don Celliften 
vie! zu geJ'diwind. So i'ehr mir audi loni'l ui 
«ler hlehiften GefelllVhaft bangle, wdim icli.eu 
wag vortrus', Jo konni.' it li dock" bier foil vor 
Lachoii keiac No ten lolitn , unci ipieke Jahev 
getroit in den Tag lunein. —-- Die Waklhor^ 
jiilten find nicht viel bell'er, ate die aus der,, 
•.vegen der Berlinilclien Thiergartemnufik riilim- 
lidi bekanntcn Tlaimenbergitchen Kapelle, unit 
der Conlreviolon wild von einem ^oLniJchai 
Km fc fur gelpiolt, den jnan 9 wegen 1'e.ines ab» 
Jtcchendcn Aufzugs, in eine merklicke IT.ut» 
i'fcrnuiig" nach hinlcn zu geileUt hat, wo or 
denn iciiion lVciern Spiehaum auj LcibeskraT- 
ton benutzte. — Unci lb, f'agt niaii, loll es denn 
aibcrliaupi Idir fektm feyn, bier eincn guien 
TonkiinlUcr zu horeii,- «ben io wie cs i'chwer 
half, gate unci nene Munkalien zu bekoinmen. 
June bravo Ditellautin .md Sangerin habe ich 



an der Fran von Jueobi kennen gelernfc, 



nut 



der ich luich i'ohr angonehm i'lbcr Kunltwcrkc 
von ileichardr., Naunumn, Reghisii, von Mo= 
zartj Salieri unci Dittcrsilorl" imterbailen koim= 
it n. f. w. 

A n z e i g v. 

Iky Unterfdiriebcncn werdea nidit allcin Corr- 
&>ri iolons .; (.'r/fo's , I'tictbjclien, l'tvU<tcn } (Juitarren 
tn it. Clui-ialm i I i('h-ii\(iiii)iir, Jl'J./ndoUru a, JJnrfen tic. 
in rm'iglidil'cr \ <dlk«>iaaa.nhtir aad am h vciTdiie- 
tlciicii J'ttid.a inn V< ri'i ni^t ; ['ondera cs iiiul aiu h 
Lt.y felt)i;:cn jederzeit a he inliri'aiento von dca be» 
lien dcnildiea and ii.dicnifcJicn Xiinftlern v.u Jiaben. 
AmcIa k.urn man aHcs, was z-uiii niuflk a ];,!'; ]a:a Ge- 
braudi gdn'iri , ahs Sait< n , I'.o^ni v»jii alien iih'j^- 
lida a iuricii uiul li<d/.<n, SonliiiCy Jiaflcn, Jioftrcc 
le ttc. /.n <!i ii liillij'Jii n I'reileu, mtd inifi vvi tig "liiev 
bty <)(;ii Vi.i'fV-j-ti{;crii i'« !:•(: ans iu-.r criien Iinml licilri* 
«»iii woJdl'ciltr i\\u Ley Mv.i)kh,ir,'Ma¥ii « ■rji-iJlcn. DuAa 
Kaciuii Ih C<.lieint iiotlii;; /.a (Vyn , da man I'owcihi 
iiit-v in Berlin ah niisw;iri L^ "aiii!:! ■i'^vtm^i jia', al-i vvciiu 
Ley tuif, c!c« Alt' is v/f^ni von <l«-:ni t-vji«-u dor Untcir- 
zcicljiitten, ktiiic iulu ii!ijc::tc n.'cln ^friurti" t wuiV 

Bachmaun und Solin. 
Kouigl- PcvhFs. nolitjfii-umcnieim:acll«%. 

iV a c h r i c h t. 

Ee liegen bey' niir cine gwio Aiiz,:]il vln-ftimmi- 
ger '.horaiun btreit, die if'li 1'iir unicr Almun.uuti 
zuiti IS'cnen J.ilirc, ?,u Gfljtirtsf:^--n, lloclizchf.u uiul 
J^cJcJitmbis-^iti^iiiJren vtrterti-t 'Jiabo. Atidi &i«5m 
f}.cl» vicr Lattinildic Sanctus ohtw lnitiiin)(;nlc ^ vvic: 
Tie %n den Pi'-iifaLiouj n gibi:',uciit avciu.:ij, dabc-y. Da 
nun did'c Sitvckf lucr »>it VcrgniigtMi iiiul geliOrt 
-wovtlen und nuch ^diOn wevdtn , to dart' ich wohi 
nicht. zvvfcif'dn, u;\U nicht auch an audcrn Oiten em 
jait&lichev Gebraucli tl.wt»« J'ollie kOiuicn ^caiadit 



wci'ili'ii.' I'crv Firrttlopf in J.</'ws/.', r wild eisif S.imm- 
J, imp; davon, i". l':)ji,eii in klcin I'ulio, drui-ki-n, ntid 
w.r bis MicJia-ui a, <'. if? Gr< >fi;h':ii bey .'/.-»« daranf 
prVinunicrivt « ■ivii"! tiM bald d.iv.uil' ^univlkutcrt tr. 
.Jiaiu-ii. 

JLcipiig} den i.-). Junii J '"<)"• 

Johann jldatii Hiller^ 
11. C. Kapc-Mmci'lii.-r, Cantor /a Lci|>>'ij;- 



yJilZeige. 



IMnJikalt.Jche 

Sn der ({iesjilhrigcri licvblttHeJIe wii'il vets .sfir 
im Drack atif i'ranii'nieraticm 'iicrawskuiiutuin i 

Themci tnii \V. P r aria\hnvn fiirs 
Clavier odcr Piuuoj oil .-. 

Der Praair.aer.it ionspVois HI 6 !J,at<! Grofilien, dcti 
Thfilcr /.a i'..j Gr., dca .Lunisd'ov y.u ~> Utli). ^chtii- 
act. \\ ii 5 r.xenipl, zugb ich bdidli, l.cki.aaait u.t'i 
i;ic ircy. i )ic: i\w:cii devci' Praiiuiru't'iiattai > v-icl.liu 
licit bis Er.de July niddcn, wrrdtii vors.oclrtukt. 
.Bcj.de ui:d (icldcr i>iite jujUIVcn dazafendca. 

llufll-ji'-CftJlc:! itin io. 'Jinii i"'f>. 

{/. C (Jrofilwiin. 

Die ante Rerliaifdie Mufikhaiidiuiig aimiiU aid' 
obi.^c \\'i'ikc J'i'.tauuier.uiua an, 

D.t (I: r Druck von F.rtvnt :iml '/.Imire f.i/l g:\nr. 
vujlendct i(t p lo wcrdca. die rdj). J'.ialanunlti. vun 
I'l'.'.aainer.wHea , nochnsals orfudii:, die N.imcii dcr» 
i'elbca aa tiie ncue Jicrliailche Mnlikbaa.'.laiiL', cia- 
•/.afciabai ; wcil > lobald das N'N eric aas^f.^ebea \vi»d s 
is aiclit aahr iiir dca Pratiuna.'rat.ior.s^ut i') vua ;', 
llihl. 7.u Jiabcit iit. 

JYcitti OomiNfffiotisftrl:iI\vl ' der neitvn ScrlinU 
fchuH AjuJiLhamlfutigt 




Die bcidfin ir.il. Gcfan^riildce, derFriihling and </i 
Somnur, ]),i!icn viv.l -wabrca oigcatliiiialichfia CJiar.ik 
tcr, tuak aai^deu Ld'era jdatv^'ergaiifjoa der V«;r;;,ic. 
cbuna; 7.0. Kcwiihreiij, I'olgcii lie liiafcr c'aaadcr: rtla 



i gewj 
■>vird gi.wahr wc-.i-dcn,i-iii'wi« iCberdarJiter VYuiif, 'i.'v 
Ifariiibaie, .Bowegiiag mul ModuJatiua darin aa^ccr 
act dial ; wie I'ciclu naaieia v.. .If. die I'itihliu;»s r! 



piiadting i! 

ib 



joact; 



tmOd'aiiMiicii C dur 
daa Bed 1 ' "'" "■*'' 



it'itcra i\)d<i>dic' Hiicl u;- di.ua k'l.u'C' 
Ton d all c Hi Winn, : wit.' aafihuidi 
aa .bctlraagaiJs des iroi^.c-ns ficb daraa anf'dilid'- 
Hiul wicdeiaia r \y'u> tvcU »«dsr. gdiahiai ita-j i,udt\ 
lead del- Toa im i'olgcadca Jiedy j|S y vvis 1'iif': it:. 
buhaglicii dti:SUjttijiic).-;bfi.ii;riii's5,>}/.ij;u s tuid. vvic- tiaali 
d.-^auf ilic vidtiiricfinbiiivondon Akk6vclc «!id der n> •.).,'■ 
S;\.n liiaaaf itrebcadc. Bat's die JCCIas^e der' J..jtd>c .p.. 
dritdsca. Kiich/ioas svhi\ d ; e 3Si,.B. Ah fikh. .eiii-.- &wi- 



d. 
a- 



[ictig von aiist'rl'.'Ji'nen tar 
C'laviergi-jang Yv fimiiidtmu 



/(■!• Compoj 'li-'iiv-n f'rr d: 



iMi'ghetto. 



1 



L' e it a t e. 
Caiiionetu. d! Metaftafio, Coinp. del Sign. Trahcier. 



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'ZWtii UND' ZWANZIG : STES.'STU.C : K 



'e/x fc?f en Julius fj$$« 



itfetiejier Zufiaml der Cov.xcrt •» und Ttieakef* 
liiujik hi I^ondon. 

(Ikfchlufs.) 

Das zw, ? Concert in London ift tlas foge=> 
nam ProfeJJiouul ~ Concert, weil 3<> 

oder 5a Mitglieder von der uniPikalifchen Pro° 
I'elVion, die Entrepreneurs ddlelben i'md. Eg 
%vird in dcm nehmlichen Saale gehalten', den 
ich vorhin befchrieben babe nnd hat im Gaiv 
aen dielelbe Einrichtung. Cramer ift cincr von 
den Entrepreneurs und dirigirt tlas (lonicrt* 
Die -vornehmltexiSolofpielcr find fo'gende' Diif* 
feck , der hier grofse Senfatiori'inacht ;• JVaadauie 
' Duffeck, (fon.ft Mile. Co//) ift die erftc Sa'nge- 
vinn. Madame Storacc, gute Aktrice anf der 
eiiglif die n Biihnc, nugt audi hier. l\'ield 9 Eng- 
ender , Tcuorift. 

Cramer Ipidt Peine eigene Concerto felir 

fxhon, hat einen guten Ton, tragi. fel>r fen we re 

Snchen mit grofser Nctiigkeit vor und Ipielt 

lelir rein und prazis. — Gioruowic/ii's rei/.ende 

Spieiart ift bekannt; fie wird beftandig gefallen, 

■Kennern und Liebhabcrn, dan Lefcztem vieU 

leicht am meiften. Seine Lciditigkeit und I\iin» 

■tlung im Vurtrage ift das Sthbnilj, was man 

'horeri kann ? wenn es audi lei no Ritornclle 

•jiicbt lind. — Undley, Engliinder, fpielt das 

■Violonzesl fo fchon, rein und ficher wie Hans*. 

vunin, hat aber nicht fo viel Feuor; er fcheiiat 

nocli feur jung zu feyn. Mr. Parke, Englan» 

der, bla'ft 'die Hoboe nicht genz fo fdn'jn, ah 

■JIaritiiJoit , hat aber eineu vollern Ton. * 

. Holmes^ E.ugla'nder, blaft das Fagott; bjit 
,4cm vollilcn Tmi, den ich je gehnrt babe, blaft 
.beidds, Solo uml ripien fehr brav ; hat aber im 
•Gaii-ten nid;> die awsnetiuiende Eleganz und 
• tiattung im Vurtrage, die mk Ml RUiev (in. 



der Ivonigl. Capelle i,n Berlin) fo viel FergniU. 
gen geaiacht-hat. Aufserciem koinmen in J «lie«. 
kin .Concerte nodi ' eine Art von drci<= vier-^ 
und fuufltimmigen Gefaugen vor y die blo« mit 
Claviorbegleitung gefungen und von den Eng» 
Vindern (.JatcJie.i und Olee's geneunt werdem 
Man hurt hier diefe Stiicke fehr gern , he Cm4 
audi biswcilen fehr gut gemacbt, und nrkman 
Ach iin Ziauuer, nicht. iibel mis ; in eincm trvo^ 
hen .Saal aber klingen ho leer. 

Amuer diefen beithm Concerton gicbf: cfl 
vevfehiedene andere ofl'entliche Concerto", nelnn- 
licli Ancient tniijik concert; luulys concert; 
Jottcnliam court's road concert,; Iturrifon' •: 
Concert — u. a. xn. t vo stum Tlicil alio Arten 
iiltcr Mufik mid zu-u Tlicil audi llandcllclio 
S;«then, odor ytich bios Cafh.a und Glee's u. 
; \v. aufgefi'ihvt werden, die alle Mark befet/,1 
find und hauliggenug rVequentirt werden. An» 
(ser den vorcrvvalmten Virtuoleii liabe ich nocli 
in extraorHiiiaren Conci-rten fpieien horen : in., 
g?»o r 7ivwo//,f/*.-.(jvahrfdjeinlidi Raimondi) eirew 
Italiener; Mr. Jcnncwitz. jind Mr Alder 9 alle 
tlrei Vi'olinihen der erften Klalle, urul veVl'diie- 
dene .Sarigcrinntn, rteren Nanien jixir nodi tin., 
.bekama lind, audi einen guter* Oboifter: p Na- 
jneii3 Caravoglio. 

Es giebt hier vielo und gute Oavierfpiele?-. 
Clemvui) der beriilmit genug ill, ilidlmundcl^ 
Ki/JJher und Cramer. Der Let/'-.e Ift c in 
Sohu d.es Violiniften 9 und z\r;.:i junro Leure 
Nahmena Hummel unci ljrr.ua aufsijidcni gicbl. 
.^3 nodi viele goto Si-icier anf xciiduv.d%M:.n 

•en 



lidi iiid''. offerdUdj. lair 



.Inftnuuenteiij, dm 
.iail'on. 

Die Einvidifcung der nro/.um iiaUcidf' '■■ n 
'.Offer ift gaaa im Gefdimad'. der helh,u 'Vh,*,. 
■lex in ItiiMtA* .nvhmlbh Tu*-' :■*. ■*i„-1 - cr-<- 



dig etc.^ <L L autserlich brillant. <=»» B!e Opera*, 
Buff a ift auf dem nehmlichen Fills, wie das 
grofse Theater; das nehmliche Orchefter 9 die 
nehmliche Ballets und p Mad. Mara unci Brunl 
ausgenommen , auch die nehnilidfeli'AcfceUr^ 
<— Die englifchen Theater 9 dcren €9 zwei giebt 8 
unci wo Comodien, .Tragiidien -.mid Comic-- 
opera's aufgefuhrt werden,' find mirj fiw Mikh P 
die liebllen. Die Mufik zti den beften und 
mmeften Stricken ift war von italienifclwn 
Componiften zufammehgefutht," als 'Paikeilo 
Sarti s Martini^ Sacchini u. a. in. aber meho 
rentheils gut gewjihit, und der fie wahlt, ift 
felbft ein guter gefchmackvoller Goirrponift; fo 
dafs dasjenige, was er von feinein Eigenen 9 
des Zufammenhanges wegen hincinbringen 
nmfs, ein hiibfchcs Ganze format, welches 
Man mit vielem Verghiigen anhfirt. In diefeh 
beidcii englifchen Comodienhaufem werden 
auch wochentlich zweimal Orasorien auf dem 
Theater aufgefuhrt und dag Arrangement de3 
Orchefters ift felu- gut. Ganz voran ift eine 
Beihe de:- Sole-Ginger; hinter diefen, erhoht, 
die der Chorfangerj fodann wieder unmittel- 
bar hinter ihneu, und dem Fortepiano, dafs 
das Ganze dirigirt, zur Seite die Violoncellen 
und Contrabafle, und auf den Setter* folgen 
denn wieder in einem Amphitheater die ubrU 
gen Inftrumente , bis hinten zur Orgel, die 
nur zur Verftarkung der Chore gebraucht wild. 
}<:h iiabe den Mefsias , Judas 31accabeus s 
Jcis unci Galathe'e 9 V Allegro e ii pcnjlero/'o 9 
etwas aus dem Oratorio Samfon 3 aus dem Ale* 
wanders- Feft u. a. am geborl. Da diefe Stiicke 
Hark befetzt feyn miiffen, fo vcrfteht ftch von 
felbft, dafs die Entrepreneurs bei Befatzung 
der Singparthien jiicht Yibcrdelikat feyn diiifen 
und daraus folgt. dann, dafs nur snanche Arien 
ifchr gut ausfallen und die Chore find: comma 
eh ex. nous. 

^ Aufoer dem giebt ep nun noch eine Art 
klcinerer Theater, wo Pantomimen gefpielt 
werden j auch Equilibriften, Seiltanzer und MeU 
ti'.i ihre Ki'mfle inachen. Man findet miter die- 
fen Lenten grofse Kunftler in ihrer Art; be- 
fondem gebn die Pantomimenftucke, welche 
ganze Stundcn und la'nger ipielen und von der 
ichwierigften Ausfuhrung find, ungessifin gui; 
von flatten. 

Die Preife der Entrdes zu diefen verfchioo 
ttenen Schaufpielen find folgende: Salomons^ 
Cramers und alle andre offentliche Subfcrip- 
tione= und Benefizconcertc kofters nach Preula. 
Gelde 5| Rthlr. die Perfon. Das Parterre in 
deA- grofsen Atalienifehen Opsr uwl die Opeyao 



Bitffia ebenfails 8§- Kthir. 13a& Ifwimm hi- AeQ 
englifchen .Schaufpielhaufern a lithls'o 4, Gt\ is 
den kleinen Spectacles 16 Gr, 

<dnm, Dicfe Waclirichten, welche von einem £ifefli° 
' clieiVdciiti'^heiiKuultler herriihren. wie man fillei'.« 
falls fchon an der GrundlicIiIsetE und Heife dee 
Uttlieilp %valirnehmen wij'dj ^e,l>cn, e.ine |ii(>lanp> 
iiciie D'eberficht iiber die Londonfche Mufit v.it'& 
"viele der dorti^on Kftm'cler, uiul v^evileu daiier pe= 
wifs dera 1'i'AA. fohr willkornmen U-yn s in dt/len 
Naraen iclt alfo auch dem Urn. Mmiondas vieicjy 
Dank Ir.'-ru 

7r erlu(l fur die Kunft in It alien. 
In Horeuz fi.^rfa im Mai d. I. der grofsG 
Violinift Nardini, der befte Schuler des gvolVeia 
Tartini, der., wr.nn er gleich nichfc das Feueic' 
und miichtige Genie feines Lehrera befafs, doch 
cuirch volikomiiiene Intonation „ grofsexi Ton 
und vortrefliche. Execution ihn in f'choneii' An« 
denken erhielt. Er felbft hinterlafst in Italien 
kcinen Nachfolger, der ihn erjetzte, und die 
grofse Schule fcheinfc mit ihm fi'ir die Geigfe- 
aufzuhoren. So geht denn mifc diefem Jaluv, 
hunderte, da9 die achte Schule fail in alien 
Theilen der Tonkunft zu eiriei" vorher nirgend 
erreichfen Hohe in J:aiien iieigen faho ? auch 
wieder alios , w»s »rhic Schule zu heifoen veio 
dient, verlo»-«n. Mogen die Deutfchen darara 
eine Wavunng r.dhxxieii s damit lie nichi: aucla 
iV> fchneil das Schickfal ihres Mutterhmdea m 
dot liunft erleben I 

Anekdote von Oiuel:* 

Als Glucka Ifigenie en Tauride In X'ano 
rain erftenmale aufgefuhrt wurde p batten die 
fogenanntexi Picciniften eine Cabale gegen diefo 
Oper veranftaltetg nach wekher folclie bei der 
evi'ten Vorftellung fallen follte. Gb.ick 9 der von 
diefer Cabale -uuterrichtet war und wuhl. wufctt^ 
dais cr ielblt, 10 gut als Piccinij fcine P.-trtbe? 
hattc, liefs iich das hn Anfange wenig kiiin.., 
■suern ; allein die Anzahl tier Picciniften %vav* 
die groisere und Glucks Anhiinger wurden uber« 
fchrieen. G. rannte voller ' r erzweifelung aufs 
Theater und rief einem feincr Freunde entgo« 
gen: 3 Jon Dieu J Ma piece eft tombe'e! ■*■■-■■> .fhn 
(Jed! aniwortete jener. 

Vorfchlag und Antwori: 

Finer der refp. Correspondentcn sncSnE % 
?3 es ware fehr zu wiinfehen, tlafs eine Ail: von 
„Verkehr unter Liebhabern errichtet wiirdeo 
s ,worHach in eineiu gewiffen Zirkel Mufihabsr's 
9> zuju 'Abfchrciben oder doch zmn GebrancI?, 
9s auf mue, 7ieh cammum :b:t s und dagegejr yna,. 



9 ,derum, andere vorgeliehen wutfden, damit deT 
„Gebrauch guter MufiKalien allgemeiner wiirde, 
p ,imd er fchlagt vor , . dies in diefem Blatte zu 
,,imterfuchen. " 

Fur Liebhaber imn freilich ein ganz guter 
Wiinfch, zunial da Mufikalien zicmlich hoch 
mi Preife ftehen. Mlein was foil alsdann aus 
dein Mujikhandelf was aus den Komponijlen 
und befonders aus den felbjtverlegenden Auto- 
fen werden, welclie die Buth - und Mufikliand- 
lungen nirgend recht fordern? Der Produkte* 
tend zwar der guten, weil jeder Liebhaber diefe 
am eriten wiirde abfchreiben wollen, wiirden 
grade diefer eihgefuhrten und erlekhterten Sitte 
wegen, weit wenigef herauskommen und alfo 
der Kunft felbft dadurchSchaden erwachfen. So 
haben dicLefegefellfchaften zwar ihrGutes; aber 
fie ihixn dem Buchhandel und folglich auch den 
Schriftftellern unftreitig Schaden, obwohl auch 
jnanche Werke dadurch mehr in Umlaut' kom- 
Mien. Das Abfchreiben der Mufikalien id fchon 
hitting genug, obwohl es gcwohnlich theurcr, 
als Gedrucktes , zu ftehen kommt. Ueberdem 
welclie Handlung wird die 'Exemplare ihrer 
Verlags - oder Commiifionsartikel auf gut Gliick, 
ob fie gefallen oder verdorben werden, deiu 
Sthickfale iiberlaflen ? — Das Belle alfo ware» 
nach meiner Meinung, die Notendruckereien 
liefsen licli nicht fo iiber Gebiihr tlieuer bczah- 
len f wie es manchmal hier .und dort auf eine 
enorme Art gefchieht *) der Notenftich wiirde 
ebenfalls wohlfeiler und die Preife der Mufik- 
handler wiirden billiger gemacht. Das muli- 
kalifche Publ. id das miislichlte , und wenn 
nicht das kieinfte (denn die Mathematik wird 
iiber das Suchen nach einem Publikum nach 
grade faft zu Schanden), doch das fpiirlichfte 
und im Ganzen audi das armfte. Denn Mufi. 
Iter haben meift zu wenig iibrig, und die nieh- 
reften Liebhaber haben ihr Geld, wofitr fie a 
•Fordre du jour fchreiten kcinnen, doch noch 
lieber, als Kunftprodukte. Alfo ift hier guter 
Rath theuer, und daruni wird9 wohl bei der 
bisherigen Gewohnheit: jeder hilft ficb, wie 
er kann, verbleiben miuTen. 
*) Eirte Ansnahmc davon macht Hr. Starke in Ber- 
lin, der mit feinem Notcndruck fa biilig jit, 
als nur irgend moglich. 



Folgende hubfche, naive und der Mufik 
/ehr arcgeineffene Parodie von dem allgemein 
gefungenen Savoy ardcnlicde von ZJaillairac : 
Atcouta Jeannctte (Mufikal. Wochenblatt Seite 
84) verdient bekannter zu werden, und wird 
in diefer Abficht hier mirgetheilt. 



H3fe liebe Kleine, 
Willi, du freundlich thun. was ich raeine? 
Hore liebo Kleine, 
So iil hier ein Kleidf «*• 

Ey, ey, mein Herr, ey, ey, mein Herr, to 
fprach das Madchen, 
Und was foil denn, und was foil deun dafcu- g««- 

fchelm? 

Ey, du liebe Kleine , 
Du bill viel zu fchon, wie iot meint, 
Ey, du liebe Kleine 
Nicht mich zu veriiehn? 

Hore liebe Kleine, 
Willft du freundlich thun, ws« ich Klein*? 
Hore liebe Kleine, 
Jlicr ill Gut und tcldl — 

Ey ey etc. 

Hore, liebe Kleine, 
Willft du frcundUch thun, was ich meint? 
If tire, liebe Kleine, 
Cieb mir einen Kufsl <— • 

Ey, ey, mein Herr, ey, ey, mein Heir, f* 
fprach da* Madchen, 
Wie konntcn Sie, wie konnten Sie micJi To Ter- 

ftehn? 
Bin ich gleich die Kleine, 
Mein' ich doch umfonA, wen ich meine, 
Thu* ich arme Kleine 
Doch f(kr Gold nicht fchOn! 

31— r. 

Neue CornmlffionsartlKel dor nciten Bcrliiii- 
jhhtn Mufikhaiidlung. 

Raclniu (Baron de) »2 Eiitre-acte», .arrang&ss 
ponr le Cl;\veci«, k Dnsde, 12 Or. — Holuwcrdtr, 
12 Mlirfcht- ii\v das Clavier, ibid. 20 Gr. — - jBiuni, 
Canzonetta: Jit meriur notcfli etc. per il Cembalo, 
ibid, 8 Or. ~ Fabrizi (Napolitano) Cavatiua : Cara 
pace in van ti chiamo, per il Cembalo, ibid. 8 Gr. — 
WieHgev und Naumann: An dieValker, far Clavier 
und Gefang, ibid. 6 Gr. — Graf (J. H.) 2 Quaiuors .i 
Flute traverfiere, Violon, Viole et Violoncello; 2 
QtiatuoM a 2 Viol ons, Viole et Violoncellc ; 2 Trios 
a Flute travcrnere, Violon, ou 2 Violous et Violon* 
cclle; 2 Quihtcts A Violon, Flute traveviicrc, Haut- 
bois , Cors de Chafle, ou Viola et Violoncelle 3 Rthlr. 
16 Gr. — MachJioldt (J. II. C.) Arien und Liedw 1 
Rthlr. — Horn (A. F.)3 Sonatas for the Piano. Forte 
or Harpfichord with au ace. for o Violin Qx Fiutt. ou. 
JI. Boot 1, 2. Hlhlr. 12 Gr. * 



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Lied eiiies Madcliens auf den Tod ihrer Gefpielin, vori A. GUrrlich; 

' " ; '_ t ' ' ' ' ' ■ ' ■ ■ ■ ' ■ . ; i - ■'■ 

Sc/tuwrrriit/ug. 










Vier trtt - -be Mondeu lind ciitflohn, feit 



ick ge - aa ucit ha- be; 



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irmuili giiinet fchou auf meiner Freuudin Gra-bc. 



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Grillpn Naclitge- fag.ge, Und iehu' an i,ii - i,«n Todienkrauz 



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bleicligeharni - to' Wan - gc. 



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Pa Ata 1 ieJi artries, armes Kind, 

Jm, kalten Abemlhauche; 
Und jmnehe Sehnl'iicJuslhritiie limit 

Am falbcn Wermiuh/iv.uicJis. 
.P/et F.lUdej.; ,und die Lijide v>*(,hn 

Mir baus;e Seelenlcjianer ';' 
IjjnA hphe duiire Schatieii gehn 

Rejigs an ditr KiicliUot'sniauev. 



Die Kirchenfctifier regen fich, ' ' 

' Es t'ogen lich die'Gloeken* *,': 

, Ei glitimt Es glimn! Acbl feb iph dish 
"Mit deiiien Jiclleu J*ocken? — 
DurMoird 4fl's, lo der Wolk' entrolh^ 

Ins Kitclienfcufter f«liinirjicrt, 
Am rotlien Band , am Fliiteigold ''.',' 
Der Todieuki'Anze flinunert. 






O komm zn» liek ^ o komm iiirii- k 
. Von deities Goites Thixxse , 
i .. : . O komm an t eiueu Augenblick ; 

, .::•:'..> tl ,Jty deinqr Sitigcrkj.'on« J . . • 
ii ii tin doiiMsln ih-'ubh JliigeUcii* 
L . •' . .-, ;u:f EilVJi' Wf mil-, eifeheiite, ' 
in, »!)/,-< iiiiifejietJl* ^?licluit an» IV-livVarfe, Kicul« , 
..t .,.. 4 n,i ^ t s. Au£S^t'i>l«iQ Gr'.be weiael , 



jffdlty* 









iM: 



BER-LINISC'il-E ." ' ' : 

iiusiiA 5L i s ch b;.'.zbjxij n"g. 

DREI UNI) ZWANZIG'STES STBCt" ' 



Den i^ten Julius IJ93, 



U'ur, ijl gliicklicher: dcr viufihah'fche JLaie/ 
utlcr dcr Ku/iflkchiwr uinl ' Kritiker? 

f?8 giebt. eine gliiddiche Unwillenheit -in vie° 
~J len i)ingen» Wir fahreh 2. B.-'-ganz' wolil ' 
daboyj, dab? die mehrelten menlchlidien Hand» 
lungen utis bell'er ■ crjchcinen t . alg'fie vielleichlr 
Juid, amd, uni uxifrer liuho maid Me*. .aUgemoU.- 
nen pmkiifclnm Verkehr-s ' wegen, mag es'wohl. 
gnnx gut'feyn, dais, einige gar.'/.uno&iiwendigeu 
Falle iVa* die Lebemklugheit abperechner mu. i 
Ire Kenht.nils von don Geheimni lien d'er mcrtj~ * 
lifchon n irlhjcliafl. in. una und aufser untr 
gmvohnlich mdit weifc her> ilh < ■> < ' : 

Allein ill es eben To xnifc der O'-kouomic^ 
d«e Kmijl s ;, mtd ill es want", dafs genaliere Be- 
kannthhal't Jiiit ihren • G-eheimniiien mid ein 
dimh Stiidiinti. und Erfahrung> gtiiibtei- -lilitk 
aul" die Bordiart'euhoit'eiriesiiiiniihaiiJlitiheh Works : 
und ""loin V crlialtuUa odcr Mifsverhiikriils. xui 1 ' 
Kuidri'egel, mis in dcr That: waliies .V«rgni'igeh'» 
ran ben unci uxis die i Yeuden- des Geiftes und. 
Herzen.s idinialern konne? 

Man ift'rmhr felien geheigT, dchi fo ge=' 
nannlen Gauciujiitu nberab das Wort zu '. reden'j, 
dcr genuglidi dnh'm niuhi'rt, Was ihni unteif' 
jevler bel'iebigeh Form dnrgdro?:en wild, 'Man 
glaubt^ wer Gefcht'iiadc mi. Mvfik babe, das' 
h<?if&r, wer fie gem horr, ficli dadmxb erheiterfc 
lublf uhd angenehmer Einplmdnngen bewufst 1 
Wird ? der babe, was die Summe dcr Vergniiu. 
gungen uetrifiy' mandie' Vorzuge voir d'ein vor'~ 
iii]?, der Gelefmiack .in der Mitjik , (mitfikafiV 
I'chen Gefdniiaek ) Iiaf-, d. i. s der" die Fefti'gkti'i u 
belitzt, das Schone trnd RaTdrthe a'n eineriVItW 
iik nacb detitl'iil'ieh Griinden i7,ii cnipfinden 
und zu beurtheilen. Wo diel'eV "Le fat ere- ae- 
ftort win! j da j fagr man, fey Turjencn" nodi 



iinmcv marcher Bom der Frcmleri 'pffcn. . undl. 
rein gela HVjn. Und w:ij nun gar den eigent- . 
lichen Kcfiiur betrift, ilellen; Biick- die .Griindo , 
jeder. 'Vullkounneubeit .oder l,Jnv<)lIkommen-. 
belt eines'; nmbl^ujifdien Werk's i'diiieii und 
ricbtig wahrnimmtj,' der jedes 'Produkt feineiu 
v '°, i ,\ \bm JuMift, .er,kann).ew ,imd Jn dei Kitnr 
der Sditinbeit gegri'uideten Zweck unf:erordijet p 
d ; er nicbt eber jtu^e^lpn'; ;zu ihdlpn HI, ah bis 
<.'Y,. nbch angeilelker Analyfe unci a Up durcli 
deutlidie uru] ;i rlclkige Hogrijj^^ '.aid:; das ,j],i, 
wultleyn der vemen irnd Ichoucn. EjnUdl im 
Alaimigialtigcn geleitet wircl,. : ,und boh jikhV 
alleiii an den .-pop.ilartn'iuHl.trugiichcn Canor* • 
was^jaU/; ijl, fchou 7a<l IvilUm verbmidw 
glaubt, foiidern defer naebi'orfdjt, »A „„,i w >, 
<H.s pargeftelbe niit lieh (ciblt uhzvmntivnme 
mid wurwn ein Kunnprodukt To f u« o-b ,•' foj' 
leh.leclit ley, als; es erfdxemt ~-~ von d'i«Vf e ,u' 
glaub.t man mm gar p daf^ er 5 nut dem Mblfo- 
tfer Ki-M:ik in der Hand, Hch felblfc um\ Xiulem 
fo wenig einen Dienft .lei/te, ais der 4nato " 
linker .dcr 1.1ns traunge Waluheit fur fnhe 
ia \ lldl "»g- 8»«bt, indem er tins die Bc/hyid.- ' 
tlieile de.'i menfchlichcn Ivorpers zciie.'^, JeOW 
Anfchauen. uns \m dabjii jo vie! a^whmo 
lUHpljuidmsg machte. " 

■ W.ahr ift es freilicH'^ es giebt. ' Kunftvctv. 
wandte, welelien man ge^auere i^emuuifc d<- 
Kindt mchl iil)iprechcn kann , die c u \ y .^^ 
ul)er das, He^ durch l^aleinonsgewohaheJi 
langlt bin.vyeg ghhuudarlnucf, baben. NirH-- 
mjiulergiebt es ekle Spaber, .wckhe, | !f ., li^' 
und I'mdanklKiryr. Kriitdey . ,,ber u,W fivtuil -J^^ " 
libde .alien Sjiuj iiir das Gqn/.e un'd Groftc m\t?' 
Mt. aHe j Geiiufsein])rangi;cIikeit written, j^S 
lich gewohncn, jedes W'evk der SduhiheU, hi. 
om kalicii'ltedionoxojjimel w nimi'v ?• 



en, Fod« 



9» 



*,.) 



■ff- y»«* v 'wsk-w^*- 



andere find, die da Mfahnen, Well der Iiebe 
Gota lie hochftfelbft mit einigem Talent be- 
gabt ocler zu rechter Ze.?t in die Scbule ge- 
fchickt hat, kein Menfch auf Erden kpnne e$ . 
i-hnen recbt machen; wieder andeVe* die den 
Malsftab Einer Schule an alle Kunftprodukte 
e^genfmnig tuftegen uri'd" difier frofreln, wo an-' 
dere iA AvohMiat^en-£n*ufi«TSmns- gerafhen. 
Und noch mehr'. . giebt es der vermeintlichen 
Kmiftkenner, wek|h'e^ej$ ;unzci»frg«v kri|ifcher\ 
Sinn fehr ofters tiindert, ini't ganzer Seele zu 
geniefaen, die fich vornehm gegen manchen 
abgezielten Eindruck'der Kunft ftrauben nnd' 
fich in eine Kalte hineinrafonniren^ wo kein 
Fener derfelben fie meh« eirWawnen kann. Sie 
find Thorigten gleich, die vorfetzlich das Waf- 
Jer triiben, aus welchein fie trinken follten, 
xmtl haben gehteinrgHch ^iter 1 nichta da von, 
als dafsfie ihrer eftetyeif Figur, die ifaraus wi- 
dsrlcheint, einetrefe Verbetigurig machen, imd ' 
anfiatt froher und znfriedenery nur uin etvvas 
gravitiitifeher in ihren traurigen Kreis zuruck; 
kchren, a-its weleliem fie- iirit ttenv Same des 
firoftigeu Tadels trhd der #nnurtchterfchaft ge- 
tveten find. Didfe erngehildeCen Kcnner y wie 
PFiclcmd eimnal an einem Orte, beftatigt, fincl . 
am fchwerften zu tierriedigeii. Anftart der Eift- 
wirkung finite tn vhalteh. tnut nian' attes- was 
man karin^ mrt ffe zh ^erHftinern: Statt 'fax'. 
geuixfsen) was dai/I, '■■'rajkniuri man dariiber, 
was da feyri katmtc. An/hut fich zur Iflufion 
zu be«juemeri, wc) die Vernkliktng de$ Zau-, 
bers zn> nichts- drenen katin, als uns elifcs Yer- 
gniig«na z;i beratihen: fetzt man eine kin- 
d&fche RhredaVh], den Philofophen zur Unzeitj 
■an maehesij{ 2\vingtr fich 2u Tachen, wo I,ieute, 
die 1 . fiebP ihrem natinBchen Gefuhl uberlafCeiV 
T?torom«>n hh • An'ge linbeii, und wo diefe lachen," 
die Nafc «rr rumpfen, urn fich ^fas Anfehen zu 
geberi, ats db inan zu Jinrfc oder zu'jWw, odei 
■i*\ gelehrt tey, uni fich vow yb 7t?ifcr aus fci- 
ue»h Gleidigewichce fetzen zu laffen. 

-■if -Boeh ifiir aMe diefe foil , .' ;( .zum Behuf ^n- 
fereir obigen F^ge, weiter kein Wort vertbten 
feytt./ifieliab«p ilrrfen'Lohn dahin, Alleiri wie, 
fii^iA: >efr mh den Genufe VteS wahien- Kehners 
unH Knicikezs' %''.-■' a ' 

;• 'SMiftV kiiiii'nMife fangA^xi', oafe der mvuV. 
f*m .^worbene kritifche Sfnri, den .%ferd<;r den 
' f^cfoiien Sinn nertnt, ^itml den niain garr fthoh 
' i»i«i« . Bu«h tiber^^aff menfchliche Ejeind' .hin- 
eln>iiii$6ti AroMte, s ©Ft, an tautenil GenwiTen, 
welchen dfif Hanfe fleligetroft uBerlaf^t § ",lim- 
cleililch ift urid fehr' 6fteYs f >gkr, tn feirier ge- 
ligiiien Anwemhifig , : viel unbehagljche En;- 



pfindung iiber walirgenommene Fehlerhaftlg- 
keit eines nmfikalil'chen Produkts gewahrt. Al- 
lein weder eins noch das andere hebt den gro- 
fs.eii Nutzen ,deffelben auf,^und beweift nichts 
■fiir den Vorziig de^ UnwiJOfenheit nnd gemei- 
neyen Liebhaberey. Denn diefe, bringt im 
Gruiide nur Sdheiiigcni'iffe i*nd fliichtige Tiiu~ 



fcfn'tngcu hervor, tind weiter Nichts. Niemand 
wild ja doch wohl im Ernfte bshaupten wol- 
Ien=, dafs Unwiaeiiheit an, Jich etwas Voll- 
kommnes fey, oder zunachfi: Realitat zur Folge 
habe, vveim gleich fie das Heer der dunklen 
Empfimhmgen auf ihrer Seite zu haben p^legt. 
Mit'ofl'nen Atfgen Nichts zu fehen, oder gar 
zu traumen, ift eben kein« grofse Gliickfelrg- 
keit. So wenig nun der gebildete Menfch 
feine feinsrn, erhohteren nnd aaf Einficht 
unci Gefchmack gegriindeten Gefuhle iiber- 
haupt gegen die rohen Empfindiingen des Wil* 
dert/Ve-rtaufchen wird, vrelcher (lurch die arm- 
f«JligUen Gegenftirnde felbft bis zur Ausgekfsen- 
heii; bewegt werden kann; eben fo wenig wirct 
man je annehmen- ktmnen, dafo die durftigen. 
mufikflJifchen Gefnhle dcs nngebtldeten l^iew 
an fich etwas werfh und imt jenen hohcm 
imd ficherern Eiwpftndungen dea gebildeten 
Kuivftkcnners zu. vevgleislkn find, die aus deux 
deutUc/wt dnfchmten der VoWifnnmcnhcit ei- 
nes Kunftwerkes entfpringen> Um\ lafet fie 
auch f el ten feyn -r- denn unter ims Menfchen 
ift das Vdllkoniniene nnr felten; — find fio 
dafiir nicht an fich fchon mn fo mehr werth? 
EaivpfincUingen, di« in VorfteUungcn nnd He- 
griff en uad in eigener ThiitigkeU nhfers Gei- . 
ftes, und nicht bios- in Bewegungen der Srnne, 
iinen Urfpr&ng Bnden, haben aUeir* rutr Men~ 
lit at und Wfihrheity nnd eben darum wendet 
fich. der ganze Streitpunkt fogleich, fobald man 
nur einen Blick auf diefen Umftand hinvvirft. 
Es kommt demnach nicht darauf an, die Eiu- 

Sfiindungen zu zdhlen und in eine Summe zu 
ringen* fondern fie nach ihrer Befehoffenhcic 
i>nd ihren Groden zu^wurdigen, wenn man 
dariiber mtheilen will, ob tier Kenner dem 
g^emeineren Liebhaber der Alufik in Anfehung 
ieiner.GeniflTe vo»- oder nachzufetzen fey. 

Es iff hier fo r wie in andem Dingen. 
Wer fich Ejner grofsen und feltenen Hand* 
lung freuen kann, die er felbft ausiibte oder 
an andern fahe, der hat fich mehr gefreut, als 
wer iiber. den herzbrechenden eintonigen Schnzck- 
fchnack fufslicher IVlinne fich an alien Tagen 
feines K^alentlers, felbft ein ganzes Schaltjahr 
hindurch, feelig fiihlte,. oder niit dem falben 
RlQnde in unzahligen Reprifen luethodifche 



Gaukeleien trieb. Eben fo kaxm den Schten 
Kunftkenner Ein gliicklicher Akkorc.' # Eine 
treifencfce Modulation, fogar Eine einzige Note 
an ihrer Stelle in Entzucken verFetzen, unci 
ihn fiir ein Dutzend Conzerte und wer weifs 
wie viel angenehme Spielereien voUkomraen 
Fchadlos halten. 

Welche unwiderfprechliche Vorziige, audi 
in Abficht des SelbFtgenulFes, hat alio der Ken- 
ner vor cjeni Nichtkenner vorausf Er kennt 
und vemimmt die fchwerern und entfernteren 
wie die leichtern VerhaltnilFe der Tone, welche 
clem Auge und Ohre des Laicn vollkommen 
unbemerkbar bteiben.^ Der GeheimniiFe der 
Harmonie und alles deilen, was zum vollen 
Dafeyn und Befteken eines wahren Kujiftwerks, 
gehort, fich allftets bewufst, vermag er clem 
Komponiften in dem Gangs und der Verbin- 
dnng Feiner Gedanken nachzudev ' n und treu- 
Uch nacbzueinpfindew. Innig mifc der Tfreoricr 
der Empfindungen und den Kunlimitteln zur 
Befordernng des Ausdmcks und Effekts be- 
kannt, wira er Fchnell die Feineren, ZuFammen- 
fetzungen und Schattiruugen gewahr, die clem 
Werke mit ForgFamer Kunftlerhand mitgetheilt 
wurden; er weils, wie und warufn jeder einzelne 
Theil Fo und nicht anders angeordnet wurde, da- 
nut das Ganze feine ITaltung und Bedeutung er- 
hielte; und indem Fo foinc Empfinclungcn von 
^eiu JVerftunde ficheren Schrittes geleitet wer- 
«ten, geht emlJieh " allec in ihrn in feiner volf- 
konunenflen Klarheit hervor, und cr kann jficli 
nun von Feinem Vergniigen, wie von feinem 
Mifsmuth iiber verfehlten Zweck, ' deutliche 
Rechenfchaft geben. Welch ein Gewinn , mit 
vollem BewuTtfeyn zu geniefsen! Welch- ein 
Vergnsigen, jc-desmal aus Grimden zn wiffcn, 
•wie gut oder wie lchlecht ein Kunftmittel in 
der Hand eines Koinpeniften gebraucht wurde! 
Wie groFs iFt der Effekt des Feltneren Schonen 
Fiir den Kenner, wenn es aus Feiner Verbor- 
genheit hervorgezogen und von ihm gleicbfam 
von neuem geboren wirdj und wie gar nicht 
damit in Vergleieh zu bringen, ift die allftete 
Zuhiedenhek und der gcmerne GenuFs des 
Ungebildeten, der uberall rrnr Ohren, unci kei- 
nen GeiFt mitzubringen hat, und den hoch- 
flens nur Wohlklange und die leichteFten Ver- 
haltniffe ruhren und srgotzen! GewiFs es ift 
der Miihe werth, mehr zu wilFen und zu den- 
ken, als der grofee Haufe weifs und denkt, 
unci FelbFt das Bewuftfeyn, Mangel gefunden 
zu baben, wo Vollkoinmenheiten feyn Follten, 
und das clarauf Folgende Gefiihl holier cr Gei- 
ft&kmft und grojserer Rutiftbildunq , das der 



9» 

Keriner iri folchem FaKe in ficfc armen mufs, 
wiegt das MiFsvcrgniigen hundertfaltig auf, 
was; mid dem Gewahr warden der Unvollkoin. 
iuenbeitr*vef??unden,zu Feyn pflegt. 
, Aber wie ift es, wenn ..der Kenner und 
Kunftrichter Feine Gedanken mittheilt? DieFe 
Frage Foil uns iiu nachften Stucke d. Z. be- 
fchaftigen. 

: Verlagsartlkcl der noun Berlinifchrn Mu- 
fikhandhmg. 

Reichjutlt, (J. P.) Caecilia,' Sea Sfflck. llltMr. — " 
De/Teii Traaerkantate auf den Tod Fried ricfta. dea 
Zweiten, im Clawieranszu^«. j6 Gr. r- Wolf, (E. 
PV.) Trois S'onates pour le Clavicord ou Pianoforte. 
Oeuvrepofthume. Tome I. i Rthlr. — - 3 dito. Tome 
I J. i Rthlr. — Jonas, {Charles) Jrictte pour U Piano- 
forte avee if Variations. 12 GY. — BluHieuftraufa' 
niufikalifcher) iv und at jedcr 16 Gr. — Reichanh, 



I 



Jj. R) Caecilife. 2s Suick. 1 Rthlr. — Deffen Ode auf 
die ©enefung der Prinzen vw Preafsen. 8 Gr. — Del- 
fen lind F. L, Ae. Kunxen Studien fiir Tonkanftler 
jund Mufikfieundc^ oder : (Muftkiilifehes W ochenblatt 
is und as Il«ft, und nmfikalifche Monalfclmft I--- V i* 
Stikck) 3 Rthh-. — Reichardti, mufikalifches Kimlt- 
magaain complett i Fr.d'or. — Geift des muiikalilchen 
Kuniijnagiizins, Jieraiufeeeeben v<^n J. A. auf Schwe** 
s^rpapier. lii Gr., auf Schreibpapier is Gr. 
■'>.' ' ' ■ 

Commiffionsartikeh 

Kotehuh, (X.) I Sonatespour h Clav. ou hf**"" 
piano avtc ace, de Violon i't V ieloncellc. op> VJ< 2lUhlr, 
if Gr. — Sterhel(J. F.) Soaat* pour Cluvetin outor- 



zugc. 16 Gr. — Spaziev(Cavi) einfach* Clavierhcdtr. 
EiTtes Heft. 16 Gr. — Romanae •. Ein reichet Junker 
Sanfewind etc. ans dev Operette: Die GeiilerbefchwO- 
rung, von lleiklom, coniponirt von Gavtellien. 
a Gr. — Kolbe, (J. C.) Verundentngen fur» Clavier, 
im Clavier- uhd Violinfchluflel. loGr. — Wittlianer, 
(J. G.) 6 Clavierfonatcn fflr Liebhaber und angehende 
Clavierfpicler, ic Simmlung. 1 Rthlr. — 6 dito, 2e. 
Sammhuig. 1 Rthlr. — Gyrowetz, (Malb.) I Sympho- 
nies a grand Orcheftre , London. 4 Rthlr. — • Ouviv 
tare de Raoul do Crequi pour 2 Violons , Alto, Bafse, 
2. Haulbois et 2 t'ort. 21 Gr. — dito, de la Soiree ora- 
g<ufn, pour dito. 21 Gr. — Pleyel, (J.) Sinfonie periu- 
ditiutt a 2 Violons t Alto et Uafsc, Cors et Hauthois ad 
Libitum. 1 Rthlr. %'Gr. — dito, a grand Symphony 
for a full Orchtftra. No. 18. 1 Rthlr. 8 Gr. — dito, 
2 Symphonies a 2 Violons, 2 Hauthois, Cors, AUe et 
liafse, oeuvrc III. Speier. I Rthlr. 10 Gr. — Rofetti t 
2 dito, a 2 Violont, 2. Altes et liafse, % Flute, 2 Maut~ 
hois, 2 Cors. Op. 6. 2 Rthlr. 12 Gr. —Junker, (Ch. 
L.) ) Concert pour le Pianoforte, avecacc. de %Violon*% 
2. Cors ad libitum , Alte et liafse. IVinterthur. 20 Gr. 
— Nicolai, {V.) a fav. Concerto for the Pianoforte, 
with ace. J or 2 Violins. Alto. Raise et Flute. Op. »2. 
1 Rthlr, 16 Gr. 



ga 



fcefriifucht dei? Frenndfcliaft; von G. C. Grosheim. 



Mtwtts lebkafb* . . ill I l I 



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Wenu doch Sehnfucht Fliigel hat - te , wie das Taubchen iu dem Hain ! 



o, dannwollt' icli 



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^E^^Eg^Eg^E^ESHE 



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▼or -Vergnui- gen., felbft in? Traume mit ihr fliegen, und noch heute 



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i; vygpi^.dAQV^hfiicK|t'-Fl'ttg?J liatte, 
rijet das; 'X'ilHPftHQrt V» ' deft* Hitii ! 



BelbJj, im,Tfa«V,e , nm'iftf fliugeh-'i. 
Did noflh, heu\p. bei jyir fey"'? : 
Wenu. inn ityunruclft'FIugei hfttte, 
Wie da* Mejtofle, *V pgeTei;n ! ! ' , ' 



Konnteri .Vfuufche ' Wahrhelt werden : 
- , V\JbhL nidus Ip'tiligtiii \ Wfthfch't' idi/imf. 1 
. •' &li,w4neHilug,uUd i TeVeHWiiget«i , , ' 
Koniite'n ile die : . frtrtiiiaf^liiK tragen, ' : - 
. Fuluien eileiid lhicli vftii f lueV.' H ■" 
Kaiuutdi AVtiufche -WahrlreiT' \Veillbn , ; 
- Heute vviir' icli upcBi bei Bivi ."",'*•■• 

W§tin Cfedanken ficlnbar waren i 
So ' ge^prmf-'ali 1 IcM und DiV; ' ' , ? 
Taglich wdrdkt du rnich feheni" 
TagMi 'vtftvd' Ich Vbr dir itehett, x 
,.-. .ii'aiiHte'.Jitu^dlicit Mr \y.is zu. ' 

W'emivG'edaiikeii '^fidfilbar wavedV < ' 



Dodi, Geil.uikcn haben.Flttgel, 
Suhwcbeii cei/tig her imd liin ; 
Zw;.ir,.du kaunit >vohl nicJu fie ftiiQii, 
JDocJi, dii falil'ft ilu-'.lciles VVolica, 
Walmert, dais ich bei Dif'bin: 
Detia Gedanken habeu Flitgel, 
jSchwebjsu geiltig her undl)iii. ,, 

Wil're Tienm.ug mir iihd Seufzes 
Nicht fo oft dor JVienfchheit Loos ; 
Ma'ncher lebte wohl zfifvivden , 
Mancher fafse ichou Jiicuicden 
Seinem Glilcke felblt im Schuufi. 
Ware Tveauuns; mir tnid Seufzeu 
Nicht fo oft det, Metiiciiheit Loos ! 

Doch, war Freundfchaft nicht und iieb.e» . 
O wer weilte wohl nodi hier! — 
Liebe lindert Erdenplniien! 
Fveundrchnft hilft mis Lnlten tragen, ' 
Und'— die fand ich doch bei JQir. 
Ware Freundfchaft nicht nnd Liebe, 
Nicmand, uiemaiid weilte, hier. 

C. -J. von Mi'tnchhaufctt, 



BEELINTS0H1 



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? ? ?/" il' ? ? C3 /H Iff ?? ^77 Tf? IT ^ir 3 IT 



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fr> 



VIER 'llND ZWANZ16STES . s'TUCI, 



'e/i soften Julius ij$$o 



Sjh mufikalijche Kri'iek- iiberhaupt nothig'^ und 
was nvt%t jie? ' m i 



er Kunftkenner ill aJlb'dennoch gliicklicfeeiv 

als der muukalifdie Laie B und wenn<,er 
audi often* das Lcidwefen haben follte 9 die 
Taufcktmgen einer fajfdien linnft,. .welcke fo 
viele bezaubernj, vor ieinen gefcharften Aufltsn 
©ben fo vori'iberziehen zu fehen } als desr ge^ 
tiiufchte Welt burger die Bikkr einer triiglichen 
Phantahe voiiiberiiehen heht t and bey naherer 
BekannlUbal't iiih feinem fonft lb amorol'en 
Uegenfta'ixde ,manch.0Mi ; fufsen Trauiue das Va~ 
let geben? and iich asi die. niidrterne Wahr» 
heit einer gebrechlichen Nafcur unci, eriogenea 
liunft gewohnen inula. 

AUein s : wie ftehB es damit,- fragten wis.* xn<. 
letzt, wenn der Kehusr, der Kiigteieli als Rritikei? 
fchreibtj, — denn jederIv€nnerfagtrucht,odei kann 
nicht Xagerij .was, er vveifs — Heine.. Empfindim«s 
gen und Gedanken mifcdieilen uml von den 
Griinden feiner Meinung^ feineg Lobes odet 
Tadels Rechenfchaft ablegen imifg?> Oder, xun 
die Frage in eine kiivzere zu .ve'rwondeln, ro^jr 
tttttzt die mujlkalifche Krlllk iibqt'kaupb? 

Wenn das nun foviel heifsem; foil ; : Wa8 
fcbmiiit dabey herabsj. we'nn iiunlllreiatide^ -des 
elirenvollen Berufs %\w Wahrheit- > «ingedenk a 
ana inn'iger Aclittiing • fi'it die Kxmft' das ' ihrigo 
XU8H Beiteheh derfelheft' beizutragto fi'clit be« 
yuuhen, daiuit fie nicht 'unter fsch felbft faciei 
abfirike> unci 1 foviel als j moglidi das IJmvoIIL 
koimAene xiianoherley Art; davofi aii enSfeirneai 
fnchen* welches ihr durch -die ■Uowiffenbeit], 
di6 Geifteain>becillitafcj (lurch falfdien G©i 
ffcliimdtg diirch^ Amaaluiittgcn dor Mode, der 
herrfchend@n Uarfchey-j ,,des- aeitigen' -Vorurthieila 
«v £v -vv. jBrwecbfea aawrfoj > was wire! dadurcfi 



bewirkt, wenn fie- Ildi'auf eln'e gewifenSiafto 
fcergiiedemng eh\d&- mufikanfebeb Produkteo 
einiaflen, und ff -falls dies' 'der Uahfilande wegen 
nicht inoglidi iftp ' wenigfte'ns in.Beiiehung.aho 
erkannfcer Aegeln mid dea Vletii Publikum "Vci-o 
liegts-idcii Werks, eiri dreiftes uwd. eret ? ende9 
l?rthc?il iibes liiinftler itwd ihre -Wcrke im AIL 
geiiiemen fallen: fo kasm nmn gemdehin tlar°. 
auf aiitvyorteh,' was toan bey gehoriger Be-= 
kanmlchaft mit den Menfchen 'Und den Din=> 
gen diefer Welt atif die Frage antworten mufss 
Was kommt dabey heraus 9 menu 'Matt 'Mti PP'&hr~ 
hell- fagt? -~ > Ueberzengim^' mul Befhmn^ 
folgfc wenigftens daraus, in'itoncler'heit hey Mu- 
fiktreibenden-Menfchen und Stfhriftfteilerh , fehr 
felten ; vielmehr wirci dem imifikaHfchenlCunlL, 
ridtter feine Freimiithigkbit p mehi- als irgend 
einein andern , mit -OndahlCj, mit Unwillen, 
heimlicben ur.d lauteti Tadel 9 Hafs mid was 
tier Ausbriiche der -^mpfrndUchkeit und eines 
einporten Egoisnmo inehr fmd 9 fehr gewQlm- 
licb. vergolten. So ift 09 in der RegeL 

Wcr de <w3rlieyd altyd fpveken Vfill 
De 5 snot lytlt'ii verfolgyitgo'vGl ' ■ 

Do ■' stiot'vakert (Ofiers) bhteii ft;i|«n» 
Wauii ile anticrcn in (lo"ljcrpers;c gains. 

Meiitke de ¥'(>(&• 

' Und das ift em fehr wain- Wort, was ties 
bUrlikhc : Kei'rik^Fuchs i -da'i:igt:,' das gewifs feine 
Anwendtwig in. vorsiigiicheiH Qrado bey mu» 

fikalifdsen liHiiftvervksidtea iisidt:^ die lb 'fehr 
ai da-Jr Liabhahen- mig'euchitier und ergalz'Jcher 
'Bmpfinilimgen ge\ybhn£ |ind ? unci womnfceV e.s 
lo aiianebcKi veraogenea-Solm dor Mti foil gjebt, 
4mn .die oisME?aL ericn ie-oder ikigcwoh?)t.e;Ma~ 
mer und das Inteifelle Ibisjcj 1 eAffimn wctthcn 
A a 



«3ft 



Pefteft-ttsJSflaiiclfiilefeeir'iiV; ala'alles Xnteyeffe 
derliunft unci Wahrheit, von welcher er, Trots 
feiner Bravour, womit er felbft fehr einvex<° 
Hand en ill, clock wohl vielleicht fehr wenig 
weifs,, Was Itummert es einen folfhen, ob ei~ 
was fo oder anders befchafFcn feyn' muffe, mil 
den Namen des. Knnftwerks. zu .verdienenl 
Was Iie|t ihm an den innern .Griinden der 
SchonMt tuid den ffeduktionen der Gcfetze 
der Empfindungen ; was an vorgehaltenen Re= 
geln, die er langff- ge vmfst xmd ausgeubt haben 
will? D Xritik ift Ihm etwas fehr Ueber* 
fliifsiges undj.^yenn .lie gar. fein mufikalifches 
Wefen, iein Tichten unci Trachten beftreift, 
etwas fehr Unangenehmes und Befchwerlich.es, 
■woniber-er alien noch fo grof'sen Vortheil der 
Kunft felbft und die offentliche Volksbilclung 
Preifs giebt 9 fobald ©iVrnur ; den, Glanz femes 
Namens retteii oder . feinen ' E.igenfinn durch- 
letz'en 'kaiin. 'Das Wemgjfte,; was clem ebrlichex* 
Kunftrichiejr widerfahren 'kaiin,' ift, dais er nicht. 
veijiqn&en- und fur ; einen Pecfanten und Rlau= 
feer ; iind Bigprift'en. gehalten wird. — ' Freilich 
jft^es .alle.mal wei.t ( l^id^pr, unci bequemeprg . m 
feme eigeneh'Vqrzuge zu glaube'ri, als iich erft 
welche zu erwerbenj unci '.'.da es nun eben 
nicht fehr igewohnlicii d,er fall "fey n , foil s dais, 
dei- gvofse ( ftaufe ,unter ..djen. Mufikern jiudirf; 
und dadurcl[i aiiF daa ^angeihafte der menfeh., 
lichen Erkenntnifs aufrijerkfam gemacht wircl : 
fo find gar viele von ihnen geneigt, das nocli 
fo gegriindete. Wort des,, fchpnendlien Taclels 
In weV weifs wis allem,, in Kunft- und BroxU 
neid, ,in ■Tadelfucht, in Neigung wehe zu tkun 
etc., nur nicht in dein jZii-fuchen, was ihnen 
am nachften liegt 9 in ihrer eigenen Uuvoll-* 
kommanheit. .*) Man. kann nicht glauben, wie 
feltfame Erfcheinungen cliefer Art clem Red. 
d. Z, P der auch' zii Zeiten fich auf'frehnuthige 
Beurtheilungen einzulafl'en fieh nebenher mit 
zum Bemfe gemacht haty zuweilen vorgekom» 
men find, unci wie gar tragikomifch fiph ipan- 
cher Autor, iGeiger, PFeifer und Sanger bey 
einer nocli fo glimpflicheri Erinnerung ge= 
behrdete. Ihnft' find fdgar vorlaufigc Selbftre- 
cenfioneh in Briefgn zugefandt worden, worin 
der befcheidene Auior felbft <,He ;Herriichkeiten 
femes kleinen ( Wqr^eg ,iip£ . g-efchaft,igey r ' Hand. 

*) Ea mtigen woM intaclie aus der Kiitftkalifch'etif 

Zmii't fayn?'M() gar.;ftlauben ? critifii-cn;>£ey nie'lifc 
viel beffer, als jpmandea nac;li der,beliebte?i|furze 
dei'Ne'ufeelander fcalpireh, luideinbisyveil^et^in i>f= 
fentlicheii Bliitte'iii nrtheileriiler Elirehniaiiu lail? 
fir.li oline die frehndliclieCJewolmbcii>'rteihenMit" 
gftiten $'m Pa/teten in den Mimd MnieiSi an eKitifia 
, tmng gas niclit.sMelu' denkeal 



i.er Elfcelkekg wie mm elnesia v&ehmjg&n&A 
Schachte, hervorwiihlte 9 diefelbea bis aufo 
kleinde Detail aus einander legte unci im. vcro 
aus fchon mit eigenen liohenHanden dag Baucho 
■ fafs nni- fe|no gottlichen Ohren fo wacker hero 
fchwang, tlafs eine fremde Hand in der Tha£ 
kgin Kornchem 3i?..ehr .zmn Anziindsn- vorge° 
funde?a haSfceo -= Was ift gewyhnlichefr miter 
Mufikom (ich fordere unfem jetzt alteiien unci nm, 
die Kunft gas* fehr verdienten Kunftrichter unci 
KunlHer, Marpm-g^ zum Zeugen auf) als dafo 
dev eine feinen Beifall als einen Tribufc bey 
jeder .Gelegenheit unerlafslich einfordert j wa'ho 
rend der andere fehr gem fein Bravo,, 'Bra* 
vljfimo! mit gezieniendem Beverenz entrich° 
tetj iiiit nur lunter dem Riickeri deflo "geffifc 
lentlicher perfifliren zu konnen ; und , ich fra- 
ge^.ob es nicht ,wahr ift, dafs die Muliker^ weU 
che suit andern aui ftrengft.en umgahen 9 gea 
wohnlich nicht das Mindefte an lirh ielber er- 
diilden inogen? Da koinme einer und rnaly.l'- 
lire ■ unci kunftrichteve, fo %'iel er wilt und la 
gut ers vermag, er wird viel ausrichten ! 
- - Iiulcfs , ■ wenii 'nun'^nch der 'ICuriftriclifcej.'' 
durch offentliche Mittheilung feiner Urtheile 
das fufse Zauberwerk' der Eitelkeit hin unci 
wiederzerftoi'dn mufa, und dadtnxh fehr vie^ 
len 'keinen Dienfi. 1 ieillel;: bleJbt darani fc-Ira 
Gefchaft fiw'die Kunft nnd Litteratur derfelbert 
nicht wohlthatig und ni'<tzlich; und konnen 
oiFentl'iche kritifche Ausftellungen nicht vielen 
nock iinTi*ni(chteMl r und lekrreich feyn? Oder- 
find wir etwa in der Vollkommenheit fclion 
fo weit 'gekommen', ' dafo die Wiederholung 
oder oftere Begriindung. und Anwendnng dee 
liunftregele; nnd Gefetxe. auf einen beftiisiMc} 
t08\-Falt iiberiliifsig ge-worden feyn follte? 
r- Wer da weifs,- Wie mifslich es noch sua 
Zeit iuit snanchem Zweige der nmlikalifchen 
infonderheit-'der ajkkefrifcheu Kunjitheo'rie mu 
fickt, dek- wire! -keinen gelegentlicken Beitrag 
verfchmaheTi.j den der Ilun|hichf:eT zu gebeis 
ficlv beii'iuk^...., Wei amilikalifch .«., litterarifche 
Bekanntfckaffc, genug.featy. der wird nur su oft 
ge.wakr .werdtjn;, ^wi-a w.enig felbft die bekan«4 
tefterf und ausgeaiaohteften Wahrheiten ■prekaiir^ 
und betoigtj, - wie unverantwortlich. zowejJp.B 
gegen' AUM :Grundgefetz und alien Zweck cles: 
Itir^ffc gefohltj, wie bald jemand 9 d«r. einige G^o 
danksn : und .Bkrafen zufamnien geliort v,ml 
gelefenkat'i :ohfte Plan, unci mefchodifche .Ves* 
biwdung drauf los komponirt .unci dainit irao 
■BublikUsnii- renntc, unci wie kekie- Kunft in. (leff 
Well; ifl. 8 /mit der ilck ( ? ihres al!g«j.»,einen. G^=, 




V 



lafst, als mit der Mufik. Und doch ift keine 
der Kiinfte, die, zumal in Einigung mit der 
gottlichen Dichtkunft, auf fo'viel Wiirde unci 
Einflufs auf Emptindungen , Gedanken und 
felbft Gefinnungen Anfprucbs machen konnte, 
ahf eben die Tonkunft in der Hand des vfah- 
ren, denkendenGiuifUingsde^Mjifejif aber audi 
keine, die eher durch Mifsbiauch zm feilen 
Dienerin der Langenweile herabgevvi'ud'igt wor- 
sen kann, als eben fie. Soil es nun rucht ver- 
dienftlich feyn, dem allgenieinen Ruin diefer 
gqttlichen Kunft entgejgen zu wirken? Soil der 
Keiiner und Kritiker nicht Dank verdienen, 
wenn er an feinem Theile fich bcmiiht, das 
fo leicht mifsgeleitete "Publikum vor Verir- 
rung zu bewahren, es voni falfchen Gefchmack 
abzuleiten und auf den befl'cnji hihzufiihren ? 
wenn er den Einflufs mancher ufurfoirenden 
K;utfftler und Schulen, die fich zu in Nachtheil 
des wahren Schonheitagenuues • in t die Gimft 
der ZeitgenoiTen feftfetzen, zu fchwachen fucht, 
und fichs angelegen feyn lafst, die achten ge- 
diegenen Kunftwerke der belferen Zeitgenoil'en 
imd die ehrwiirdigen Mufter: und Denkmalev 
der Vorzei.t "fin gendrigem Lichte uhd mEhren 
t\X erhalten; ' wenn en* die Xenfizeichen des 
Wahren und Falfchen, nacK Anleitung der Na« 
tur und den bcwahrten Refultaten des Nach- 
denkens und der Erfahrung <dcr . KunftVerftan-- 
digen aus alien Zeiten, felUuf^jjzen und durch 
periodifche WiirdigmYg neufefef" Pfbdffl; tldfie'ti 
\md ihrer Vergleichung . mi t vorhnndenen Ach- 
ten Kunftwerken zu zeigen ftrebt, urn wie 
vieles wir in den theoretilchen' und' praktifchen 
Theilen der Knnft vorrutken Oder zuriVckblei- 
b&n? Und foil der Kunftrichter nicht dadurch* 
dafs er --cturch* bewahrte Bemerkungen und Ur- 
theile folcher Art den wahren Gcift der Mufik 
aufrecht zu erhalten und das »Vorurtheil zu 
zerftdren fucht, in Wahrheit fur den achten 
Genufs des mufikalifchen Pubhkums niehr for- 
gen v als wenn er der allgenieinen Sundfluth 
zufieht, und fich davon mit fortfchwemmen lafst ? 
In der That, dem Jtenrier wird es zuwei- 
len fehr fauer, die Anhohe zu gewinnen, von 
welcher er dem allgenieinen Unfug der £le- 
mente zufehen und der wahren Kunft ein OeU 
blattchen abgewinnen kann. Aber kein Wun- 
der auch, wenn er es dann mit einiger Zuver. 
ficht nur dem Noachiden darhalt, und fich 
nicht daran kehrt, wa.<? der gerettete Pinfel, 
der lieber in der Sundfluth hatte umkommen 
follen, von diefem feinen muhfam erftrehten 
Denkmal des Kampfes zu halten fur gut fin- 
<ict. — _______ 



95 

JSwolf Gedichte von Matthijfon, in Mufik 
gefetzt und der Griifin von der Mark zu- 
geeignet von JBernhard Pf r ejjely r Mufik" 
direktor des Kiinigl. Preufs. JSfationalthc- 
aters. Berlin 1793. (8 Gr.) 



Der Herr Verfaffer jnacht mit dielen Kotii- 
pofitionen den Verehrern nnlers gefi'ihl- 
vollen Dichters Matthilfon ein • angenehmen 
Gefcljenk. In diefen Gecliclnen hat er Schwie- 
rigkeiten der Verfe vorgefunden, die felten fich 
unter eine gleichartige Behandlung alle Stro- 
pherx hindurch fchmiegen wollen, unci fie 

grofstentheils gliicklich uberwunden.^ Einen 

vorziiglichen Beweis davon giebt das Gedicht 
PfycJie in freiern Verfen ab; nur Schade, dafs 
die Manier im zweite*i Takt/fchon gar zu ge- 
ihein ift und To eben erft auf der vorigen Seite 
ftand. Uebrigens find diefe Grange ganz brav 
gefchrieben, haben guten Empfindungsausdruck, 
Hiefsenden Gefang, reiiie Harmonic und un. 
terhaltende Mod ula tic n; auch, ift der inufikal. 
Accent grofstentheils mit dem metrifclien iiber- 
einftimmend, wiewohl von diefer Seite Man- 
ches wohl anders hatte feyn konnenC Was in- 
deflen eins und das adnere betrift, wogege» 
fich einige Er.nneningen machcn liefsen, (z. 
B. in Num. 1. 5. 8. 10. 12. und befonders 9.) 
fo will Rec. daniber hier nicht umftandlich 
.ftyn, , da er das Vergnugen hat, mif dem Kom-. 
ponifien an Ort und Stelle zn feym, dem er 
gem feine unmafsgeblichen Bemerkungen an- 
bietet, falls Ihm damit gedient feyn folue Mit 
vorziiglicher Anhanglichkeit fingt und lpielt er 
fich iibrigem die Elfenkditigin , die hctetide 
Laura und das Montlfcheinliad f die ihm'nach* 
feinem Gefuhl die liebften und konekteften 
find, obwohl er gem fahe, wenn in dem mitfc- 
leren der erfte Rythmus zu dem., folgenden, 
etvra durch dew Quintfextaccord iiberleitete, weil 
in der erften und letzten Strophe die Verfe 
aneinander iiangen. Uebrigens wfinfcht Ilec 
diefen angenehmen Gefangen, worunter viei- 
leiciit ein anderer wieder nianche von den iibri- 
gen zu feinen Lieblingsgefdngen wiihien wiirde, 
recht baldige Verbreitung. 



Folgendes naive Gefancfiiick von dem tr«fliclie» 
Kompumften Trahcier will mit hersigem Aus lruck, 
den bedeutenderen Woiteu unS uberkaupt der Empiiu- 
dung des Ganzen durciiaus angemsflenem Accent und 
einei finiiigen und etwas fieieii D^klamation vcrgt:- 
traeen feyn, Wenn es Sffekt thun und nicht gar etw«t s 
kalu klingen JT<oll. 



!# 



Romance d'Eftelle par Mr. de Florian, corapofee par Mr. Trahcien 



Naivement. 



c! 



- dien ber.ge-xa die . ™ - *, a - dieu mes feu-les a . moan;' jo ..' 



" *" """"»"" r~" t -t — — ~f ^ •■• ■ -^t — — — —.... ! 7T| 



» 






- ff rais quitter la prai - ri_- e oii tn ve-isois tons Its jours. 






is 



^fafcta? 



• (ChangemenZ pour le coy.pl. II.) ' 

, ; E . xi - 16 fiir J'aii.tre etc. rnaii he - lat! nu-yoix plain 



tt- 



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'»» 'i .i i ■ ■-. i 



Adieu* bergere cherie - x 
Adieu, nips feules amours; 
■ Je v ai.?. quitter | a prairie . 
On tu veiyene toui le? jours* 



Exile fur l'autre rive, 
J'y pad era i de ma foi; 
Mais hslaa! ma roix plain tire 
N* viendrii j»5u,» jufqu'a toi. 



Ne pi euro pas Won asnic ; 
J'ai .-£tta- J tle"te > hft a fouffrir: 
Tom mal ceffe arec_la vie 
E< ; ^ii \$ Jfyit va mourir. . 



> nt> i . * < *:\0 3<mmikmm 



•'*.»•?•. *. »- *. -, 



**91?fc m * a ?** M 



A 



BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

FUNF UND ZWANZIGSTES STUCK. 



Den nyflen Julius ij$%. 



Ebwps itbcr den TT^erth und Zweck 



der 



Fuge. 



|TV e Fuge ift einq der eigenften und zufam- 
M-J mengefetztelien Erfmdungen des manfch" 
Lichen Geiftes , das kiinftlichfte Guwebe von To- 
nen f . delfeh Werth aber fehr verfchieden beur- 
fjiteilt wird. Unterdefs derKenner entziickt wiroY 
wenn er pire Anordnurig nach den Gefetzen 
der Harmonie and des doppelten Kontrapunkts 
tjieijweife iiberfchaut und fie fich hinterher als 
ein Ganzes denkt, ,das durch fejne mannigfe!- 
%\ze Ztifamnienfetzung, die die freiefte und zu-. 
f|jligfte zu feyri fcheint und doch die ftrengjle 
and ,gfibmt4p*0e< ift, den grofsfen Beweifs fur 
<fre unendlicftkeit der VerUSltnilTe abgiebt, ama.' 
wejchen die iuufikalifchen Harmomeen befte- 
hen : fo weifs der in den GeheinMinTen der hij- 
tyern fciihft Uneingeweihefe nicht, was er von 
foIoK eihem kraufeh Mifchm?fch von Tonen 
und Satzen halten foil. Ihn diinkt die hochfte 
Kwnft diefer Kompofltio.nsart complete Thor- 
heit; deiin er kann He niche erkennan, weil 
er hicht atis deni Geifte Goties ift 9 das heifst, 
•miih er fich dazu .niche das erforderliche Ur« 
tteibvermogen ,ervvorben hat. Er, wird daher 
dne vielftimmige Fuge fi'ir ein inethorixfches 
tQharivari* oder fur audit viel mehr, als ein 
Gejaueircs ii» der Judenfchule haltets, Man 
fiettt ja audi, wie iehr inan es in Goncerten 
g«w6hnlich fiir ein Signal hak, aufzuftehera 
und da von zu laufen, fobald die Scblufsfugei 
inhebt, und fey, tie auch nosh fo herriich midr 
feabe auch der grofse Mwidel fclbft feine befte 
Geifteskiaft dabey zngei'etzt. , 

Dies AUea beweift nun aber nichts inehiy 
aSs dafs nicht Alles fiir Alle ift, und beftatigti 
4en in deui. &3ften St., d, Z. durchgefiihrten< 
%tz, nux uiu fo. i*idtir. In^et&sr Hauswiith* 



fchaft hat man an den Rechnung9artexi au« 
dem weiland Pefcheck genug, snan brauchc 
iiichttj von den reinen Gleichungen der unge*. 
vaden Potenzen und ihrer gemeinfchaftlichen 
Wurzel, oder von der ConUruktion der cubi- 
£$hen Aequationen zu verftehen. . . 

JDer Werth und Nutzen der Fuge,bleibt 
demungeachtet, und folite fie auch, als ho'ie- 
res Kunftfpiel de« Geiftes, nur dazu dtenen, 
„die Kraft und Aeichhaltigkeit der Harmonie 
„in taufenderley Verbindungen und nach ih- 
„rem ganzen Umfange zu zeigen; das Studiura 
„und den regelinkfsigen Gebrauch der Harnio- 
w nie, als Grundlage aller Mufik, zu fcharfon 
, ; und zti bewahren; ihre Anwendung in deri 
^freiern Kqmpofitionsarten zu erleichtern, und 
„zu zeigen, was man, n,ach Mafsgabe gewilTer' 
„abgezogenen Kunftregeln ,. mit einem HaupU 
„fatz^ oder Thema, und deifen Gegenfatze, vor- 
; ,zunehmen v«rmoge. " 

AUein ihr Nutzen ift noch weit grofsen 
Ks lalst fich d^nken und afthetifch allenfall* 
beweifen, dafs es Falle geben konne, wo, des 
Nachdrucks und Effekts wegen, ein mufikali- 
fcher Satz, aix eine widicige tVahrheib ', der 
Seele unter uiannigfachen Formen und Vera, 
bmdungen oftmals yorgelijilten werden foU, fo r 
dafs man ihn bald von dieter*, bald von je*ner 
Seite anfehaue; oder aber, dafs ein Satz oder 
deren mehrere in einer Fuge- durchgefuhrty 
gleichfain durch einen Strom, von Zweifeln, 
die fie umringen, fich erft durchkampfen und # 
ebeji .!.o, wie ein wiirenfchaftlicher Satz, in ei- 
riem vernunftigm Disput durchgefiihrJ: werdea 
follen. Im erften Falle find afie gute Fugen 
m Singmufiken (Kirchenftucken, Oratorien) ge- 
recbtfertigt; und im audern ift die ZulSfsigkeit 
^».guten inftramcrttalfugen biswieferi. Hat 

B b 



9» 

man ctiefen Genchtspurikt, in fo fern man be- 
fonders die letztere Art Fugen als ein Certa- 
men doctniii betrachtet, fo wird man, diinkt 
niichy die Fuge uberhaupt am finnigften beur- 
theilen. Alle noch fo grofse canonifche Kim- 
fteleien, die den fcholaftifchen Sophiftereien 
ahhlich fehen, und die der Gebrauch feit den 
erften grofsern Tomneiftern, die mehriiumnige 
Satze' kontrapunktifch bearbeiteten , (dem JDu- 
fay, Car on, Conrad, Binchois und Busnov) 
eingefiihrt hat, alto ; die mancherley Umkeh- 
rtmgen in mehrern Intervallen, die Gegenbe- 
wegungen, das Augmentiren und Diminuiren, 
die Repercuffion, die Behaudlung alia [tretta, 
al rover/cio, der fogenannte Orgelpunkt etc. 
werden iich auf folche Weife Tehr gut als ftatt- 
haft denken und vertheidigen lafl'en. 

* Ailein, dafs deni alien ungeachtet auch 
bey der Fuge, der Klarheit und Ferftandlich- 
keit Nichts vergeben werden diirfe, dafs alle 
noch fo grofse kontrapunktifche Kunft dennoch 
nicht kalte gothifche Kiinfteley zu feyn brau- 
che, ja dafs dies fogar ein wefantlicher Fehler 
der Fuge fey, wenn die Verhaltniife gar zu 
fchwer und bifarr angelegt find, fo dafs fich 
entweder gar keine oder nur aufserft miihfam 
eine gewiile nothwendige Einheit herausfuhlen 
lafst, ill nun an -fich, nach dem vorhin arige- 
gebenen Zwecke derfelberi, klar. Die gothifche 
Schonheit, una. bey diefem architektonifchen 
Vergleiche zu bid ben, der fehr gut fur die 
buntere Kunftarbeit der Fuge zu pailen fcheint, 
hat auch vielen Reiz, wenn fie nicht in zu 
fch weren Verhalf rdii'en wahrgenommen wird. 
Aus dhifer Urfach geht nun von felbft hervor, 
. dafs die Gefchmackslehre auch an die Fuge 
ibre, gerechten Anforderungen hat, die fie nicht 
iaufgcben kann, wenn fowohl der Vcrftand als 
die Empfmdungen- — derm fiir diefe ift ja 
doch zunachft alle Mufik — daran Gefallen lin- 
den foil. Sie mufs alfo nicht bios tief gelehrt 
und ftfaubig feyn, in unabfehbaren Irrgangen 
in eiris foitlaufen* fo dafs tins ill, als wenn 
die dichten Bauine urn iiber den Kopf ztifam- 
menfchiugen* kind wir kein Tageslicht mehr 
(alien; fondem unfer Ohr mufs bey aller Vcr- 
fchlungenheit dennoch Ruhepunkte bemefken, 
fich in den Sinn des Gauzen finden und von 
Zeit zu Zeit orientiren kpnnen. 

Doch iibergenug fur ein gelegentliches 
lind vorbereitendes Wort zur Anzeige des 

_ Zweiten fcrfuchs ii* jigurirten Choralen 

', und Fageu, JowoM Jfiir die Or gel, als fiir 

ydas Clavicordvottfriedr. fPilh, Marpurg 



(Berlin und Amfterdam bey J. J. Hum- 
niel.) a. Fl. 

Der feit vielen Jahreri riihmlich bekannie 
Hr. Verf. , in welchem der mufikalifche Theil 
Deutfchlands und gewifs auch das Ausland ei- 
nen der griindlichlten Theoretiker und Kunft- 
richter, und, fiir jene fchwierige Gattung der 
Mufik, einen eben fo griindlichen rCimftler 
verehrt, hat felbft in feineiu klalfifchen Werke 
iiber die- Fuge Alles beftimmt, was wenigftens 
zum Bau und Wefen aller Arten von Fugen 
gehort. Das Publikum weifs langft, wie vor- 
treflich fein erfter Verluch, alien Gefetzen der 
Fuge geinafs, ausgefallen war, und man diirfte 
nichts weiter hinzufetzen, als dafs diefer zwcit© 
dem vorigen um Nichts nachfteht. Allein das 
hohe Alter des verdienftvollen Mannes, fein 
ganz unglaublicher Kuriftfleifs, mit' welchem 
diefe neuen Fugen angefertigt find, und das 
grofse Studium, welches aus diefen ruhmiichen 
Denkmalen feiner noch fpaten Kraft hervor- 
leuchtet, machen diefelben zu einem Gegen- 
ftand der Bewunderung. Junge Kiinftlcr wer- 
den fie xnit grofsem Nutzen Ibuliren und viel 
daraus lernen. Wenn es auch gleich fcheinen 
mogte, als ob vor allem Kunftaufwand das' 
Thema iich bisweilen nicht ganz deutlich 
durchempfinden liefse, als >Venn die Verglei- 
chung der Folgefatze mit dem einfachen Satze 
etwas fchwer iiele und die Harmonie bey den 
durchgehenden Noten bin und wieder Hartert 
hiitte ; fo v;ird man doch dem Hrn. Verf. die 
Gerechtigkeit wiederfahreii laffen, dafs er dem- 
ungeachtet die durchgehenden und Wechfel-^ 
noten fehr gefchickt behandelt und in deoa 
beften Siil gearbeitet hat. 

Der ,erfte Choral ift mit eineni Contra^ 
punkt in der Octave; ganz vorziiglich diinkt 
lied, diefer vierftimmige Choral mit den be- 
wegenden Noten. Vorziiglich meifterhaft ift 
die vierftimmige Fuge No. 5 , deren Thema 
in die Gegenbewegung verfetzt und ftatt eines 
Contrafubjekts gebraudit wird* Das Thema ift 
zuletzt in der Gegenbewegung vierftimmig an- 
gebracht, wiewohl nioht aosgefiihrt; dreiftim- 
mig deito often No. 4. Eine einlache vier* 
iliuimige Fuge, voller Klarheit. Rec. diinkt im 
vierten Syltein die Harmonie eiumal in E moll 
zu ftehen. 5) Ein Choral, wo die beyden 
obern Stimmen den Cantus firmus C3no- 
nifch durchfiihren ; der Alt einen Contrapunkt 
in herrfchenden Achtehi, und der Bafs Noten 
von vermifchtem Werthe hat. Diefer ift 6) 
vierftimmig mit durchgehenden Vierteln. j) 



99 



Eine vierfdminige Fuge mit .eine^Haupffiifiee 
iibev die variirte erfte Zeile des Chorals, und 
mit eipcmTcirromatifdien Nebenfatze. Q) Eine 
yierftivtiinige <Fuge iii VieVtciri'. In deni q) 
•Clioral wirtl' der Cant. Jintt. in den lwyden 
Ob»fftiminen canohifdi buhandelt usul tier Alt 
fulirt fein-e 1-artic j,n Sedr/chntheilen, und xler 
Bafs in Viwteln und Athtelxi. io) Eine yier- 
ftiinniige Fuge mit lierrfdienden Achteln, wo 
das Tixema, lieilidi etwas frey, in Act Quarta 
tqni t wie es. Handel audi hat, eintriit, abei* 
ijiit dev tonifdien Note beantwortet wird. 11) 
Eine vierftimmige Fuge mit Viertelo, wo das 
Subjekt iiu Contrapimfcf der Dedme ift.und 
lidi hier und doit in '"drey- nnd yierftimmiger 
canon. Nachalimung zeigt. 12^ Ein dreilt. Ca- 
pjiccio aiber ein galantes Thema. i5) Eine 
gpnz, meifterhafteJuge in der Mahier tier Ak- 
gallilchen Orgamiten, (Couperin, Clairembaulfy 
le Feore, Baptifte c«.j;i/i) EinVdmftimiiuiger 
(yho^al, wo die Obcrftiiiime einen ; -<variirten- 
Cant. f. fuhrt, wclcher iiernadi wieder diei- 
Aimuiig mit durchgehcnden Viertcln vorkommt; 
Diefe Inlialtsanzeige' mag genug feyn, urn 
das hphere mufik. l'ublikimi auf dielen neuen 
Sdjttz deutfdier-'Kunilv der audi , in einem 
reinen und eligan ten, Gewande fich zeigp, anf, 
jnerklaiu zu madien. 

Kioncejtavffiifirimg in "Erfurt. 

Unlangft ^hat Sophia Hafsle, i, die wiirdige 
Und kunftverwandte Gattin deaf braven Hdjs- 
lhr~ f hu" ddrtigeri^Schaurpielhauie bey der Ab- 
J^fe oes Chuvfurften von Mai; tz mit grofsem 
Beifall aufgefuhrtf Erfurt's Dmikopfer fiiir 
die von Jeincm' Landvsvater ihm gcfcheukte 
Gegentvartj eine Cantate von J. fi\ Hafsler 

I nnd dasvortrcuidie le JDeum von Hrn. Kupellm. 

I| Reichardt. Das Hans war dmch Verani'taltung 
des Hrn. Coadjutors Ucdberg iUuiiunirt , mit 
Bluiiienguirlanden ausgeziert, und im Hinter- 
grunde des Theaters waren Transparenten auf- 
gejtellt. Die Auffiihrung diefer Mufik madite 
die aUgemeinfte nnd iebhaftdie Senfafion, und 
eter Ghurfurft tiufserte wahrend derl'elben n»eiu«. 
nials feinen Beifali durch lauten Ausbruch l'ei- 
ner Zufriedenheit. 

In der neuen Berliuifchen Mufikhq,ndlun&, ' 
find 'tit hahen: 

"VaiKlerfragen, ( Amand ) ler Concert pour Clari- 
nette. i Rdilr.6 G*. -.*-. Pleyel, (J.j Divemmerits tbn- 
eertams a a Violong, aAlte$ etHautbeis, Violoac. cr, 



B*Xse et %Goxs ad, libltpm. 1 Rtiilr. 8 Gr. — Deflen Qui n- 
' tetti ' conceiVaiitV'pcur 2. Violons, 2 Altos et Bafss. 
2o Gr. — Albreditsbergcr, (G.) Quatuor uour le Cla- 
vecin on Fprte - Piano , 2 "Violons et BalFe !'-ifi'-©r. — 
.Cjftnbjni. (G.) $ Q^ataovs, Faciles et concertants, poU* 
ii'Violotts^Aito et Bafle, 3 Rilil. »2 Gr.|— jGyro-j 
'Arctz, (AJalbert) 6 .^Quai coiictitants, ppnr 2- yip- 1 . 
Ions, Alto et ViolbncelW 5 T.tlil. iii Gi'.— Jadift,' 
6 Quat. conceviants pour 2 Yiolons, Alto ct BalT«j. 

5 Kthl. %2. Gr. — • Pkyel, 5 Quartetls for a Violins^ 
I'en'oi- and Violoncello, beiiig the 8th. felt of Quar4 ; 
tetts; Book- I. 2 Rthl.- ■ iz Gr. — 6 dito 4>ook II. dS 
Rihlr. »2 Gr. — Wranitzky, 6 Qwartelts, pouri ± 
Violons, Ahe et Bailed Op.. 9. 2 Rtlil.', 16 Gr. '^ St£-!i 
niitz, (Charles) .6 Trio poiir glYioJdnS.-.er Baflfe;*>,i 
7. aTfltin. 12 Gr. — Viotti, 6 Trios for a Violriit^ 
and Violoncello. .London, op. II, 5 Rthl. 12 Gr. — 
Ilayrln, 6 Divertimenti p^r il Viulino , Viola e 
Ballb. Spira No. iB. ^Rthl. 8 Gv. ~ -Pleyel, 3 Trio*, 
concertaiitd pour Violpn, Viola et Violoncelle. Lon- 
don, op. II. 2 Rthl. — JHofmeilter,*5 Trios, pour Ja i 
rinte. jra-veirlierc., Viollho et Violoikelley Oeu-vrei i2, :■ 
2 Kthl. 12 Gr. — Pleyel , 6 'Trios pour 2 Flute* et | 
Alto. Raids, 2 Rthl.. 3 Gr. •— Nicoky, 3 Duos pour;:c 
le Piano - forte et Violon, Paris, op. 10. ljllthl, i8,| 
Gr. — Le;D«c6 eafyi Duetts for 2 Violins, coin-,) 
pofcd for 'th^ Improvement %f jifvenile Perfotmers- j 
Loudon. Op. 6. 1 Rihl. 16 Gr. — l$orghi,.6 Duetts : 
for a Vioiiii arid -Violoncello. Lmidon. Dp;-6. --S-Rrfllf,- 
12 Gr. — Ca'nibiiu, 6 Duos a un Violon ct Alto Vio- 
la. Amfterdam, op. 12.^.1^45,12 Gr. — Le Brun, 

6 Duos pourj V^lo^«.et Al^allthl. \S. Gr. — Ld- 
reu^tty^6 riaos ; poiir Hu*Violou^e« un Alto con», 
ceitants. Farls; Op. III. 2 Rtftl. 12 '&f. ^ penetT||6: i 
dito. Ibid. op. 10. 2 RJil. 5 Gx- Kvafiiuuty et j^b-Jj 

;el , H Duo cdnccrtaius poiir u«e r Flute et un v'tip*} 

on. Paris, op. III. 2 Rthl. 2 Gr. — Camhihi, 6 Diibs; 

conceriants poiir 2 Alto's. Paris, fie. Livre de Duo' 



I 




elles. 



ceites. Paris, 2 Rilil. 3 Gr. »- Devieune., 6 Dupss 
pbnr-2 Flutes. Pari5j-5e. Livre de Duos de Flute. ., 2 : 
Rthl. 3 Gr.i~ Parke (Thom.) 3 Duetts for 2 GermaW^ 
Flutes.- London, 2 Rthl. 12 Gr. — : Devieune,. 6 Duds 
d'airs choihs dialogues et varies pour 2 Flutes, op. 20. 
Antherthmi, 1 Rthl. »6 Gr. — V<ind«rhae;«u,. (.Aiuand) 
6 Duoconcertants pour 2 ClnrhicttcsT Re Livre 4« 
Duo de Clariiiette. Paris, '% Rthl. 16 Gr. — OiXi'fy 




^ungeu heini Clavier mk Gcfaug^ JuOLejJ T^iaflt^ Rtlil^] 
12 Gr.— Sdiweiteer, PolyxtfU*, eia lyrifclte» Sfpiin.; 
tli-aina von Bertitch. vy.eiiii'ar, '% Rtht;— -. Kiwcktly Qu4 
liin, lleiurieh) Gem«Hiii4«tBlicn«». EKi»i«iitariKerE (Jer- 
llarnionie uud des Geiieralba/Tes. lite und 2te Abthei*' 
lung, niit 28 Notent«ifeln, Darmltadt und Bibcrrach, 
;Rthl. " ** '- 




t a.itres«air» Vm ? a Cpr^ib. , * B.jhk— Audi, 
ch. Exe^iplare von den belid>te?i und beuiaal 

ergriffeileif VIII Vaviaisloui d'^n irottd^ *«ilCjUriit. ( 

1 c. F. Zelter fui 8 Gr. zu h*b»u. 



tious et 
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vori Augufl Wtthilm JPracfit. 



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L i rtts-rT-9— *«=? — • 9—~ S— V — ■—#—•- '^- 1 — -U-i- J-r^— rt-H-i-.^; H— 3»-P — E-- 'F lf«-_-K-- • 

:.™— " +— — «■— • — * — rS- 4— • — "*-■! — !5---3-3-X.B— r3 i. — £ k_jl.__Zl_ 



Komni, If oftii^ig, und we - he wiv Troftiuigen %\x ; 



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das Herz ill ge - bracken, da- 



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Weh'flhlfaeUr&X, W>U«m& ,4tM* JUj*g|inge ; jsu! , , . Dow ■vVohrtet dei Ti lede , xlort wbhiiet die Rukf 

^a^rpll^i^ttAulich ins Wiulof^ HerS!,j Dfii% fiiilet die JLicba dcr Leidenden ScHwiew -r 

M 3Eb/fl^iii*|4ilfeP.ii*cfreft,.e# (> t^ Qort loUi^lidi^Palaici 4io> liebentles Hera! 

A. V. L. 



BERLINISCHE 

M U S I K A L ISCHE Z E IT U N G. 

SECHS UND ZWANZIGSTES STUCK, 



Den 3ten Augufi 1J93. 



''■■".j" 



Cacilia, Vbn Joh. Friedrich Reichavdt, drit* 
tes Stuck. (In clef neuen Berl. Mufikhand- 
lung 1 Rthl.) 

[err iftapellmeifter Reichardt hat iiber die 
L zwei erften Stiicke, diefes Werkes, welche 
in 1 jedermanns Hahden find, bereits die Stim- 
me des Publikums fur lich. Diefes dricte Stuck 
enthalt: Acht Lieder nach Matthiffon, C. Ru- 
dolphi, Jiurde, Go the f Chamfort ; ein Chor 
.aus der Paifion vori Metaftafw, und die Trauer- 
cant ate auf den Tod Friedrichs des Zweiten. 

.;. ; Das Lied auf der erften Seite, der Abend, 
•ift fehr fchdn* \ Der ruhige , fanfte Ton , der 
dutch den fchleichenden Bafs fo gut unterhal- 
ten wird; das gliickliche Steigen und Fallen in 
der Melodie machen eine hochft angenehme Zu- 
jfammenftimmung; auch bei oftererWiederhoh- 
•lung wird dies Lied unterhaltend feyn. Das 
■Ohr wird auf die Eleganz des Bafses horchen, 
tiefoen, vbn der Oberftimme verfchiedenen 
rythinifchen Bau empfinden; es fiihlen, dafs 
diefer fch6ne Gefang des Bafses, der das Gha- 
rakteriftilche befitzt, wodurch fich ein obliga- 
-ter Bafs von dem bios accompagnitenden un- 
terfcheidet, keinen Contra violon, wohl aber 
die fanfte Viola di Ganiba oder den Violon- 
cello kleiden wurde. 

Das Lied, am Grabe eines Klndes, fuh- 
ret eine fchone Idee bei fich: das Eintreten 
der zweiten Strophe in der Unterquinte mit 
der nahndichen Melodie* Diefer Idee haben 
wir die i'eine Wendung der Modulation bei 
den Worten : von SchmJrz und fVahn gefckie- 
dett, nach G, dur zu danken. Das Gefiihl wird 
ii hier atif die angenehmfte' Airt nbenafcht, da 
der Kdn#dnift ftatt der Tonart G moll, wel- 
che dife Transpofition erwarten liefs 4 die aber 



aufser dem Modulationsgebiete des.Haupttones 
liegt, den Schiufs ins C mit der grofsen Terz 
machu Die Er war tung mufi alio getaufcht 
werden. Und eben in der S&fsigkeit diefer 
Taufchvmg liegt die Kunft des Meifters; dazu 
gehort das feinfte harmonifche Gefuhl. Der 
kleinfte Urnftand kann dazu beitragen , dies Ver- 
fahren fanfter oder barter zu machen. "So ift 
hier die Verwandlung des a mit dem Sexten- 
Akkord in as bei den Worten.: Schmerz und 
PP'ahn t nicht ohne Bedeutung. Man laffe das 
as weg und fpiele zwetinal a, fo verliert die 
Stelle fchon viel von ihrem Reize. Man lafle 
die ganze erfte Strophe weg, und fange bei 
der zwj?iten an, fo wird diefe fchSne SteUe 
aufFallend und hart erfcheinen. ' 

Die SteUe in der Rhaplbdie von Gothd: 
„Ach wer heilet die Schmerzen defs, dem Bat. 
„fam zu Gift ward? Der fich Menfchenhafs 
„aus der Mille der Lithe trauk!" fcheinet dein 
Rec. von hochfter Schonheit zu feyn. Die Ein- 
mifchung des Ariofo ins Recitativ ift gewifs 
von der grofsten aithetifchen Kraft, wenri die 
Uebergange von ein em zum andern fo ganz 
Natuv find, wie bier bei der Stelle: „Aus dor 
v Fidle der Liebe trank!« Die Modulation 
aus dem F moll ins G moll hat etwas finfte- 
res, welches aber hier ganz an feinem Orfe 
ftehet. Wer iich von der Verfchiedenheit der 
Wirkung des grofsen und kleinen halben To- 
nes uberzengen will, der lefe bei der Stelle: 
' „erji verachtet, nun ein Verrdtherl ftatt der 
vorgefchriebenen Harmonie Es mit der klej- 
rieh Terz und ubermafsigen Qnarte, Es mit 
der ubefmarsigen Secunde, und finge alfo gleich 
Fi9 ftatt ges, fo wird er fiihlen, das Hr. R. 
die befte Bezeichnung gewahlt hat, obgleich 
die Stelle wegen Verwandlung des ges in fi» 
C c 



103 



fchwer zu Jln^enift, und dem Sanger die Ver- 
wandlung defto fchwerer werden luufs, je rei- 
ner das erfte Intervall von ihm intonirt wor- 
den ift. Diefeui wiirde ich rather, die Note 
lis noch als ges zu /ingen, und von da nach 
der, bei den Accorden gemeinfchaftlichen Sai- 
te c zu fpringen, die Verwandlung des ges m 
Rs alfo bios der nachfchlagenden Harmonie aes 
Claviers zu uberlail'en. 

Es fei mir erlaubt, iiber das wichtigfte Werk 
in diefem dritten Stuck, die Trauer cant ate auf 
i\ev. Tod Friedrichs des Zweiten, noch etwa3 
zu fagen. Diefe Cantate ift eine der gliicklich- 
ften Arbeiten des Hrn. C. M. Reichardts. Die 
Behandhmg des Textes, welcher der mullkali- 
fchen Compofition nicht wenig Schwierigkei- 
ten auflegt, ift fo richtig, fein und allgemein 
verftandlich gegeben, dais man befonders im 
erften Stroke die Muftk recht gut verftehen 
konnte , ohne den Text dabei zu haben. , Die 
Ouverture, welch e im erften Stuck diefes Werks 
abgedruckt iftj hat fehr viel Lugubres, Pathe- 
tifches, und den Ton einer wurdigen Trauer 
wax einen fo grofsen Mann. Nach diefer Ou- 
verture folgt dann der Anfang der Cantate, die 
bier von deir dreizehnten Seite an ganz abge- 
druckt ift. ! 

Der Eintritt einer canzelnen . Smgftimme, 
mit fo ganz einfacher Begleitung, contraftirt 
fo fehr niit der lugubren Grofse der Ouver- 
ture, dafs das Ohr mit Gewalt zur Auimerk- 
fainkeit auf die wehmiithig fragende Strophe 
puem virion etc. gefpannt wird, die in C moll 
anfangt und mit deifen dominanten Accord G 
diir endet.' \ 

Die zweite Strophe tritt mit dem Accords 
E$ dur ein. , Diefer ! Uebergang ift an und iiir 
fich frappant und von grofser Kraft. Die Star- 
ke ernes, vielleicht aus hundert Stimmen be- 
ftehenden Chores, mit einer fo kraftigen In- 
ftriunentalbegleituhg , alles diefes zulammen 
genommen , machte bei der AufFi'ihrung einen 
Eochft erfchiitternden Eindruck. Die unnach- 
ahmliche SteHe: Me Rex, Hie Rex, iiber wel- 
che die tiefen Tone der Waldhorner ihren gan- 
zen fchaudervollen Reiz verbreiteten — die 
herrliche Verkettung der Harmonieen und die 
feine Weridung des Schlulfes nach F mol, mach- 
ten die Ruhrung vollfta'ndig. Alles war dem 

frofsen Inhalt diefer Strophe angemeifen; bios 
er Sexteh- Accord iiber C bei lujlr'at diinkt 
den Rec. nach dem kraftigen Unifonus : Ouam- 
vh immetifum etc. zu matt. Er wiirde entwe- 
der diefeui C feinen Dreiklang mit der kleinen 
Terz, oder ftatt feiner gleich den Dominan- 



ten -Accord F dur mit der Septime ▼orgeacr* 
gen haben. 

Die Wiederhohlung der erften Strophe, 
Quern virum etc. hat Hr. C. M. Reichardt als 
DueLt behandelt. Bei der Nachahmung aub 
heroa hatte Rec. gewiinfcht, dafs der Kompo- 
nift das nehuiliche Mittel ergriffen hatte,, def- 
fen er fich bei der Siite %6 "befmdiich.en, drei- 
ftimmigen Bearbeitung eben diefer Strophe be- 
dienet hat, nehnilich die zwei letzten Sylben 
irt heroa in Achteln vorzutragen, wodurch die 
Nachahmung des Tenors dem Gefiihl kennba/ 
rer geworden ware. Die Imitations bei P«- 
trem vel urbis publicae plorant find in der Ma- 
nier der Alten fehr brav gerrbeitet; die zwei- 
ftimmige Frage lacrimae pcremtumfiH iixeU 
fterhaft. Eine aufmerkfcune Vergleichung die- 
fer erften Halfte des Duets mit der folgenden 
unde querelae quibus alta complete aether a 
■gentes? die in der Manier der neuern Kompo- 
niften bios iiber die Harmonieen der Dominan- 
ts und Tonica gebaut ift, wird den Horer von, 
Gefchmack bald fiihlen laffen, welche von bei- 
den Manieren kraftiger und unterhaltender fey, 
und vielleicht der kiinftlichen Bearbeitung meh* 
Anhanger verfchaffen, als der noch fo gegrun- 
dete Rath: die Alten fleifsig zu ftudiren. 

Zum Schlufse bitte ich die edle Behand- 
limg der funfteh Strophe: Nun fitzt auf dif- 
fer Stirne der Tod etc. nicht zu iiberlehen. 
Auch mancher gute Tonfetzer der Vorzeit wiir- 
de geglaubt haben, hier Dififonanzen auf Dif- 
fonanzen haufen zu miilTen. Aber Hr. C. M. 
R. hat diefes viel wiirdiger durch die lieblichfte 
confonierende Zufammenfetzung, die durch 
die vortrefliche Execution der Herren Palza 
und Thitrrjchmidt noch erhdhet wurde, ausge- 
driickt. Es kann wohl nicht die Frage feyn, 
welche Behandltmg hier die richtigfte gewefen 
Ware! -— Der Raum verftattet Rec. nicht, fich 
auf eine weitere Analyfe des fchonen Werke9 
einzulaifen, und er fcheidet, wiewohl fehr un- 
gern, von einer folchen Arbeit des von ihm 
innigft hochgefchatzten Herrn Komponiften; 
wiinfcht aber noch fehr, dafs dies Werk in 
die Hande aller derer kommen mdge, welchen 
ivahre Muftk etwas werth ift. 

Doch ift noch anzumerken, dafs diefer 
vorliegende Auszug, der in Choren die in 
zwei Syftemen zuiatumengedrangten Singftim- 
men und durchgangig die Klavierbegleitung 
enthalt, fehr gut und fo angelegt ift, dafs er 
fich nicht allein bequem fpielen und fuigen 
lafst, fondern auch einen, wenn niclit vollftan- 
digen, doch zieuiiich dentlichen Begriff und 



immer einen angenehmen Genufs von dem niclit, wie er fich ihm aufmerkram genug be- 

treflichen Werke gewahrt, das in Potzdam zeugen foil, behait ihn eine Weile bei fich, 

und Berlin Epoche gemacht hat, und in deiu befchenkt ihn mit einer goldnen Tabatiere und 

Andenken aller hiefigen Kunftfreunde ifi und laTst ihn tlarauf fehr gnactig von dannen Ziehen, 

bleiben wird. C F. Die Freude ift gsfprachig, zumal i? Leu*. 

^«.ij/.» m .. «... ,• . ~,..m Tr-L w a ten > die ein aneenehmes Geheinmifs auf dem 

Jinefidoten von etnem miilikalilchen Fur [ten i, v , * H , , , - „, r *>..■ 

• z t ■ ' Herzen haben. Wer kanns dem arglolen Fur* 

° ' ften verdenken, dafs er ein Geheinmifs von 

Herzog Heinrich von Sachfen-Merfeburg, folcher Wichtigkeit f«iner trauten Gemahlin 

Snit welchem diefe Nebeniinie 1758 erlofcli, unverziiglich mittheilte? Allein man kann fich 

war ein enthufiaftifcher Liebhaber vom Con- vorftellen, wie ihm ward, als die Herzogin 

treviolon, und da er es nun feiner Neigung ihm disciirfive begreijlich machte, dafs ein 

gemafser fand, einen grofseri Sdhlofsfaafmit Menfch, der in der Schlachf: bei Liitzen ge- 

Contreviolons , als mit Bibeln, anzufullen, fo blieben wave* dock nimmeimehr unter den 

kaufte er auf, wo er nur em gutes Inltrumenti Lebendigen feyn konne, und ^us der Aben,. 

auftreiben kormte. In feiner Schlofskapelle er- theurev, in einem Alter von etlichen zwarizig 

mangelte er nicht, die Lieder attemal herzhaft Jahren, mit rechten Dingen doch wohl nicht 

uutzuftreichen j ja, fiel ihm wahrend der An- Anno i63s gelebt haben konne. Dies Aben- • 

dacht eine Palfage ein, fo niogte der Hoica- theuer vcrdrofs nun den Herzog fall fehr. Die 

jplan predigeri, wie er'wollte, der lieirzogliche Gefchichte "fagt aber nicht, ob er feinen Ver- 

paffift erhub;fich urplotzlich yo,ri feinem Sitz, drjil's an feinem Contreviolon oder — ; an fei- 

Wgriff feine theure Bafsgeige und fchafFte fich, < nen Lenten ansgelail'en habe. Lercteres mpgte 

manehmal unter vieler AnftrengurJg, die Paf- fich fchwerlich beweifen lalfen. 

fage vom Halfe. Wenn er fich nach einem 

Luftfchloffe begab, fo mufste ihm ein unge- So eben ul der vollftandige Klavierauszug 

Aeurer Contreviolon, den er in befondere Af- von dem beliebten Singftiick des Hrn. KapelU 

lekl^on genommen hatte, auf einem JViifiwa- jneifters Reichurdt, Erwin und Elnnre, als der 

gen nachgefahren werden. ^ er ft e Band yon Reichardts Mu/ik zu Gothi's 

Vie Herzogin kam, ftatt ernes gewiinfch- Werken m der neuen Berl'. Mufikh'andkmg er- 

ten FAAmir, hut eiher Prinzeilln lieder, und fchieneh, und" kofht, nach dem Ladenpreife, 

cr machte 4>ch wiengkeit , das Kind auf und an- 2. Rthl. 16 Gr, 

zunehmen. Allein, als man ihm erziihlte, das — ; 

<Kmd ware mit einer kleinen Contrebafsgeige Mit dem ajlien Stock fitwgt das neue Quarral aic 

«uf die Welt gekommen, fo gab er fich zu- f er Zeitung an. Die refp. Intereflenten belieben alfo 

frieden und fuhnte fich mit feirier Gemahlin ?^ &r._ pranum. eiiiznfenJen, oder ftch gleich auf cIas 

Wieder aus. bevorliehendc Jialbe Jalir zu abonuiren. Da die be- 

t?;„ 1„f»» ir„ 1 ^ j 1' 1. #> vorlielienden Berl. Concert* und Operomiiken man- 

jLm loler Voge> unter den damallgen Stu- cherlei Stoff zu liiJtor. Nachrichten und Beurtheilun- 

den ten in Halle, der etwas auf dein Contrev. £ en darbieten werden, nnd aberhaupt die Jahreszeit 

kratzte und vonr dem Herzog gehort hatte be- ° er Mwiilt mit «•*«" lioibit und Winter anhebt, fa 

fchlofs feine Originalitat nach feiner Weiie zn d,i j ft f il^r 1413 ^ fah /V hin wuljl . »« ReicWialtigkeit 

benutzen. Als ein ftattlicher Bitter k^Snt er * U " d kbhafter U wlwlt »»g S*w inn«n. 

Snd e8 Iafet 0r | e en uJ^w^^****?*' To ^ cn ^ G *^> d " — lei » ^"^ *"- 

K, «J if a & t , g$, eiineAn - gerOanon, fondcrii nar ein rieritimniiger Saw ift, 

clienz erluchen, die ihm auch logleich gewahrt der Jich nach und nach entwickiJt, wird fttr g«r e l»- 

wird. „Ew. Durchlauclit, hub er an wichtig fchnfiliche Unterliaitting mitgetheilt. Wenn er von 

„und geheimnifsvoll, fehen hier einen Spanier T ic ^ r ', la imo " r ""ideii Stimmen mit Ausdruck, ie- 

,-or fich. Ich habe unter den Truppen feiner J och „° ,uie ss .'«gefeizte Yerzxerung gelungen wird. die 

.iihftl H-n;«,L-;i. 1 n.a • j. PP " . Iemer der Harmonic nur tintrag thun wftrde, fo maclu er 



>» v 



Oner in A „S » • cl* n ■ -u \ xm eine ° ctave hi « lWe S tTeten w « rf «- Enuveder 

"\y J ^ ,. U « ui g«f«*b"i allem ich lanter Sopran - oder Tfnoriiimmen , odei- je awei 
jybitte Ew. D. 11111 alles in der Welt, diefe ge- ' *»«d zmt gieicbe Stimmen. 

9 ,heimeNachrichtNitimandenimitzutheiIeji'" - v ^ a9 Iiud * oer <la gcie« ; von Seitcn de$ KftnAH. 

Hoch erfreut, einen Virtnofen von folchem i > t ettacJlH:t » die vieliiimmigeii CauoHs in der 

Kalih*»r h*i iirU ,» t»h~~ t j *«J W1 « !J " Gegfcubewegiing von uiifeni ijraven Land?ieuten, PA. 

JUhber bei iich zu felieu, weife der Herzog E^n. wd%i4d«n<,nn £*ch, fajch, Kirnberger u. •,! 



i64 



Canone a 4 voci del Sign, Paeiiello. 
















H — .... 




Scio - glie • ro - le mie - ca - te 



ne 



fcjg==£±rE: =B$=fc :==i=£EEEEEEE: ±zs£ 



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fen - to gia 1*. 



1.1 



^±44=??r^ g ^iL^:: 




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ra -len = tsr -*• — . •— •— 



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Note £ 



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duv - &> bell* I - rene. 



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BERLINISGHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

SIEBEN UND ZWANZIGSTES STUCK. 



Den tot en Auguft 1793. 



JEfrwas xiber die neuere chinejlfche Mufik, 



D 



ie Chiaefer haben, wie tier ehemalige fran- 
zofifche Milliouiir in Pecking, der gelehite 
Pater Andob *) veriichert,, noch eben die Na- 
tionalmufik, wic lie vor undenklichen Zeiten 
war; noch eben fo fteif, unmelodifch, unhar- 
monifch unci fonderbar, als man fich diefelbe 
nur immer denken kann, obgleich die Mufik 
jederzeit einen Gegenftand der chinefifchen 
Staatspolicey ausmachte und bey den gri'ibeln- 
den Chinefen ftets viel, und mir unter fehr 
gut, dari'ber rafonnirt worden ift. 

Doch aber findet man fie dort zu Lande 
fehr ergdtzlich und hat, trbtz den fabuRrenden 
Griechen, ein langes und breites von den Wun- 
dem zu erzahlen, welche die Mufik von je an 
unter ihncn hervorgebracht haben foil. 

Man kann dies nicht ganz in Zweifel Zie- 
hen' denn die imifikalifchen Wunder find noch 
iiiuuer die, welche fith am wenigften bezwei- 
feln lalfen. Allein wenn man einigen Grand 
des Effekts folcher chinef. Mufik aulftellen foil, 
fo mufs man ihn darin fuchen, dafs, wie bey 
den Griechen , ihre Gefange Verfen iibergegof- 
fen find, die das Nabienaliutersjje wecken ; dafs 
ihre Mufik, -wie eine erhohtere Sprache., bios 
in einem reinen Ausdruck der Empfindungen und 
Leidenfchaften oder in einer Art von rythmi- 
fchen Deklamation befteht, in lofern man fich 
nehmiich, wie bey einer Rede oder lebhafteren 
Sprache, nach Befchaffenheit der Empfindun- 
gen bald hoher oder tiefer, Itarker oder fchwa- 

*) In feinen Hfcemefres concernants Vhiftoire, lesfciew 
c€t t les arts *tc* des Chinois, Tom. iV . Auch kann 
man eine fehr instructive und wohlgefchriebene 
Abnandlitno; des Hra.Doct.For/ce/, im muukal. 
Almanack 1784 daruber nachlefen. 



rh«r, hellsr oder dunkler, langfamer oder ge- 
fch winder, kurzer oder langer Tone hedient 
und fie bald fo, bald anders verbindet und ca- 
n^nzirt. Das gauze Harmemifche ihres Gefan- 
gei beftamle alio allein in der Lage , Refchaf- 
jenheit und in dem ZeitverhdltncJ's einer Rei- 
he von Tonen, fo wie auch die Harmonie des 
Griechifchen Gefanges, die Antiquarien mogen 
fagen, was fie wolien, nur darin beftanden ha- 
ben kann. Denn die Alten kannten nur die 
Stimme im Einklang oder in der Octave, und 
unlre eigentliche Harmonie, oder de? einfaehe 
Contrapaukt , ift eine fpate Ertindung (Im 
uten Jahrhundert durch Guido von Ar&zzo, 
entweder erfunden oder fehr verbeflert.) Dis 
Chinefen haben wenigftens weder Bafs, noch 
Tenor, noch Alt, fondern alle3 geht bey ih~ 
nen, wie gefagt, im Einklange, welcher aber 
mannigfalrig gemacht wird nach der Natur ties 
Inftruments, deren fie tiberhaupt fi5 aus Me- 
tallen, Stein, Seide, R, hr, Kurbis, gebrann- 
ter Erde, Thierhauten und Holz, haben folien, 
und die- P. Amict alls i'crgfaltig abgezeich- 
net hat. 

Die Chinefen bedienen fich zum Auffchrei- 
ben ilirer Meiodieen, lo wie mehrere Volker 
der Bucliftaben ihres Alphabets. Auch fchreU 
ben fie ihre Mufik auf die nehmllche Art, wie 
ihre Sprache, nehmlich nach aufrecht !&hen- 
den Coluumen, vor der rechten zur linken. 
Sie haben der Zeichen viele, und vielleicht 
\iehr wie wir, um den Ausdruck, die gewohn- 
lichen und feineren Abanderungen und Ac 
cente der Tone anzudeuten. 

Die Gekuiig der Noten drucken die CbiU 
nefer durch die verfchiedene Entfernnng der- 
felben v«m einander aus. Die Komponiften be- 
dienen fiek aua diefe* Urfiich bey Shren Coui- 

Dd 



ndi 



pofitionen eines CompaiTes , oder beftimmen 
auch bios nach dem Augenmafse, wie lange em 
ganzer ' oder halber Takt , ocler ein kleinerer 
Takttheil dauern foil, welcher letztern fie nicht 
viel brauchen, weil ihre Gefange fehr einfach, 
fteif und langfam find und afFek,tirte Gravi- 
tat haben, . 

Zum Taktfchlagen bedienen fie fich der 
Trommeln oder Caftagnetten , oder Klappcrn 
ron getheilten Caftagnen , wie die Spanier bey 
ihren Volksgefangen und Tiinzen audi thun. 

Merkwiirdig ift es iibrigens, dafs die Chi- 
nefer, bey aller diefer Unvollkoimnenheit, den- 
noch fur die erften Erfinder des uralten Sy- 
ftems der Mufik, woraus alle iibrigen herge- 
leitet worden find, gehalten werden, tmd dafs 
lange fchori vor Pythagoras (alfo vor dem J. 
d. W. 55oo) und vor den egyptifchen Prie- 
ftern, alfo noch fehr viel f ruber, in China die 
Theilung der Octave in zwblf halbe Time; 
die man fogar in grofse und kleine halbe Tone 
nnterfchied, bekannt gewefen ift. Das beriihm- 
te Sepbachord der Griechen, die Lyra des Py- 
thagoras, feine Umkclirung der diatonifchen 
'i-trachorden und die Bildung feines grofsen 
Syftems find alle von den Chuiefern exitlehnt; 
die Griechen haben nur auf Saiten angewandt, 
was jene von den Pfeifen fprachen. 

Wer .iibrigens Geliifte zu einem chinefi- 
fchen Tanzfti'ick hat, von welchem aber alle 
einzelne Takttheile, naeh P. Amiot t zu klein 
angegeben find* lb dafs es alio eigentlich ein 
fehr ernithaftes Stuck ift, der beliebe folches 
in lioitjffeau's JDicbionaire de Mufique aufzu- 
I'nchen. 

Polyxena , ein lyrifches Mono drama von J. 
I>\ Berbiich und A. Schweizer. Weimar, 
im Vcrlage des liulvftrie- Compboirs. (In 
der N. Berl. Mufikhandl. a Rthl.) 

Herr Rath Bertuch itbergicbt hier dem 
Publikum feines Freundes Nachlafs in Pai ti- 
tu> , von einem braven Tonkunftler durchge- 
lehert unel wahrfcheinlich korrekter gemacht, 
ala der in vieler Riickficht vortreHiche Schwei- 
zer felnem Werke wohl vtelieicht felbft Kor- 
rektlon gegeben haben mag. Die Spuren des 
gefchmackv.olleii , richfcig und fein fuhlenden 
Kunltjers fund in Abficht der Deklamation iiber- 
all fichtbar. In der Atcejle und Rofemunde ift' 
h4uftg dagegen tind gegen noch welt niehr, 
manchmal gra,de gegen den Geift der Verie ver- 
ftolsen, z. B. in der Arie: Weine nit/a, du 
meines Lebend Abgott, wo doch eine ganze 
large Arie hmdurch gejainmeit und geweint 



wird. Diefes vorliegende Werk nun, das audi 
elegant geftochen ilt, verdient allerdings fei- 
nes wahren inneren Werthes wegen ein Denk- 
nial jenes fchatzbaren und zu friih geftorbenen 
Kunfiiers zu bleiben; es ware, wegen vie- 
les Vortreflichen darin, einer genaueren Analyfe 
werth, als hier gegeben zu werden der Rauin 
verftat'tet, und der wiirdige Hr. R. Bertuch 
verdient alfo dafiir den Dank des dcutfdien 
•PubJikuins, fo wie auch die Freudc, dafielbe 
in den Ilanden recht vieler Mufikfreunde zu 
wilfen. So fehr auch des feel. Wolfs Polys e- 
na ebenfalls ilir Gutes hat, fo nimtnt Red. 
doch gar keinen Anftand , die Schweizerifche 
derlelben im Ganzen, ihrer richtigern Bear- 
beitung wegen, vorzuziehen und kann fieh bey 
guter Auffiihrung in Concerten viel EiFekt da- 
von vorftellen. 

Im Breibkopfifchen *) Verlage find fo eben 
folgende Werke^ erfchienen: 

Z)er Schifspabron oder der netie Gnbhsherr, 
eine horn. Oper in zivey Aufzugen t vom 
Herrn von Ditbersdorf. Im Kluvieraus* 
zuge von Siegfried Schmicdt. In der N. 
Berl. Mufikh. 3 Rthl.) 

Es ware iiberflufsig, den Charakter der be- 
Uebten Dittersdjorffchen TheatermuUk hier noch 
angeben zu wollen, da er bekannt genug ift. 
Gegen war tige Oper kann, bey guter Ausfiih- 
rung der handelnden Perfonen und des Orthe- 
fters, ihrer Wirkung nicht verfehlen. Dei Kla- 
vierauszug ift recht brav und inadit dem Hrn. 
Schmiedt alle Ehre. 

Frohliche und gefiihlvolle JLieder etc. von 
Siegfried Schmiedt. In der N. Berl. Mu- 
fikhandl. i3 Gr.) 

Gehoren gar nicht unter die leidigen Mach- 
■werke, fondern enthalten gute Ideen, find voll 
Ausdruck tier Empfindung, einfach ohne leer 
zu feyn, haben reinen harmonifchen Satz und 
imterhalten , znmal da fie auf meiftentheils 
gute Gedichte gefet2t find. 

Mufikalifche.r Pob - Poun'i, Vierter Heft* 
(In der N. Berl. Muiikh. i Rthl.) 

En thai t eine Sinfonie von Kozeluch, eine 
Doppellonate von Hartung, eine Arie von 

3 

*) tll-n. Breitkopf \xirA liiennit verfichert, dafs Tei- 
nev ftiisdriickliihea Verfidierung: nicht zu dencn 
Xn gehoren, welche den Noteudtuck vertheuren, 
^geliAriger Glaube bcigeraefl'en wild, und dafs Ked. 
tiiclit g,edac3)t hat , dais Er das im ealiea St. d. Z. 
Gcfagte grade auf ficlr beziehen wurde. 



t©7 



Mozart aus Cofi fan Tutbe, em Trinklied nnd 

anderes Lied. Alles nicht von gleicheiu Worth, 
wie in folchen Sammlungen gewohnlich ift. 

Zwolf Variabumen fiirs Klavier oder Kla- 
tnchord etc. vou Fr. JLatrobe. (In der 
N. fieri. Miifikh, 12 Gr.) 

Sind zu den beflern zu zahlen , nnd et- 
was geiibten Spielern fehr zn empfehlen; derm 
fie find durchaus brav and im wahreii Kla- 
viergefchmack gefchrieben. 



Nachricht. 



Heir Organift Kaufman*!, der jungere, In 
Berlin , hat unlangft vor einer Gefellfchal't von 
Kennern den grolsten Theil der neuen Fugen 
ur.d Chorale des Hrn. Kriegesrath Marpurg auf 
tier fchonen Orgel in der Parochialkirche ge- 
fpieit, und in dem reinen nnd gefdimackvol-. 
len Vortrage fowohl cliefer treflichen Sachen, 
als audi aiiderer Fugen , Phantafien, Trios und 
Chorale von Seb. Bach, Handel, Vierling, 
Hafsler cue. gezeigt , dafs er, was Gedanken, 
Ferttgkeit, PracUioii, netten Vortrag und cliarak- 
teriftifdies Orgelfpiel betrift, unftreitig zu den 
bravften Organiften unferer Zeit bereita gerech- 
net werden darf. Durch ferneres Fortftudiien 
wild er fich dereinft auf einer grofsen Hdhe 
der Vollkommenheit befinden. 

ImBerl. Idebhaberconcert hat fich Mfr. Said- 
lef, ein braver Schuler des beruhmten Violiniften 
Hrn, Haak , durch ein trellich gefpieltcs fchwe- 
res Concert von Fador ausgezeiduiet. Die 
Kunft hat einmal von diefeni jungen Virtuo- 
fen, bey fernerem Fleifse, viel zu erwarten; 
denn aufser ein em fchonen, klaren nnd vollen 
Ton hat er fchon aufserordentlidi viel Fer/ ( 
tigkeit, Sicherheit und Gefuhl im Vortrage.' 
Alter und Erfahrung werden fdion nodi bin- 
zuthun, was zur Vollcndung gehort. 

Der junge mid audi bereits l'ehr brave 
Violoncellift Hr. Grofse hat ein Engagement 
bey dem fchwediTchen Grafen de Gecr ange- 
nommen und gelit nath Schvveden. 

Der Caftrat und Contrealtift bey der ital. 
Oper, Sign. Mufchictti, der fich franzofifdier 
Gefmnungen und HandJungen verdadjtig ge- 
niacht haben foil, ift ploulich verubfebiedet 
worden und hat die Stadt vcrlaflen mtiflen; 
doch hat der Konig ihm aus Gnaden das dritte 
Jahrgehalt gelaffen. 

Kr. Kapellmeifter Righim befindet fich nun 
fdion fcit einiger Zeit in Berlin, urn cine neiie 
Oper von Hni. Ft i eft ri [u r den bevc/rftebenden 
Carneval zu komponiren. 



Zur Steuer der Wahrheit wird hierrmt ver- 
fichert, dafs der Hr. Einfender der Nachricht 
iiber die IJebhaberrmtJik in JBromberg (im £1- 
St. d. Z.) weder unmittelbar an mich gefchrie- 
ben, noch feine Nachricht zum offentlichen 
Gebraudi beftiinmt gehabt hat; fondern man 
hat niir den Brief, der noch viel weitlauftiger 
iiber jenen Gegenftand war und faft bios niu- 
Xikalifchen Inhalt hatte, zu beliebigem Gebrauch 
t'i'ir die Zeitung initgetheilt. Dafs fich nun die 
Sache nicht ganz fo verhalt, wie fie angegeben 
worden, gereicht dem Brombergfchen Publ. 
zur Ehve und die eingefchickte Berichtigung 
wiirde fchon das vorigemal nnd jetzt einge- 
riickt worden feyn, wenn fich Raum dafiic 
halte finden wollen. Indeflen foil fie iiachftens 
lAt einiger nothwendigen Einfchriinkung ein- 
geruckt werden. Red. 

In der neuen Berliiiifcheu Mifikhandlung find 

zu haben : 

Reichardts Mufik zu Gothe^ WerTcen , lfter Banc?, 
cinen vollftaudigen Clavierauszug des Siiigcfpiols: 
Erwin und JElmire, enthaltend, 2 Iiflil. lfidr. — 
deflen Car cilia, 3tes Stuck, 1 Rthk — deilcn Tr-aucjv 
Canute auf deji Tod Fricdrichs des Zweiten, im Cla- 
vierauszuge 16 Gr. 



Folgendes vierftimmigc Jiibcllicil , von oineTm 
Haiiten deutfeher P^rioien deu nach ihier Hcim<uk 
lurtlckeilendeJi Franzofen nachgefungen , mag nvolil 
Effckt tJiun fctinneu, wenn feinTtriifugcr luhiUt Jsriil'- 
tig vorgetiMgen wird, 

" Idi'vcrbmde luiif der Mittheiluns; de'Ieiben 7.11- 
gleich den Zweck, -die Metodieen zu Hartungs ueuent 
Xsiederbueh fur Sclmlen anzuzeigen , ^velcllc icli fo 
eben veranltalte und die zu Michaclis lierauskontmcit 
follen, mid deren gegen neunzig ihid. Es ift abet 
nicht allcin fur Schultn und Ei ziehun gsivjiitute ein 
grofses Bediirfiiifs, leichte und mit mitit nichrllini-' 
mige Gefiingc auf gute und Kweckmiifsige Liedef zu 
li.nben, die junge JLeute btiderley GefcJiJoclus obne 
Nachtiieil mitiingen und oiine Miibc cinlcrnen k6/i- 
neii; foudtvn audi in FanUiien %u\d ft'ir die gefell- 
fcliaftliche Unu-rhalmng ift ein foiches Liederbudi, 
das man mit und ohue Klavicrbegleitung ^ebrauchen 
konne, tiuthic und nuulkh. Dititin mtthfamen Ge» 
fchafte, ein rolcbes einziu iclucn, wobcy tlieils be^ 
knnnte Melodiecn von nnftrn beft'en Liederkomponi- 
ften haben zum vorlicgendcn Zweck benutEt, nnd 
cine grofse AinAA nen konmonirt werden miiffeii, 
habe ich mich 111m, nach dem Auftrage des Acn. 
tungswerthen Hrn. Dircktors Hartung, aift Liebc 
zur Jugend und turn deutfc Jien iiaufi-lirhcu Gefnnge, 
i'ehr gern unterzogenj und damit das VVerk fich nicnt 
vertheure, fo ift mit dem Verleget, Hfn. JLange in 
Berlin die Ver'abredung getroffen worden, dafs diefe 
uuftlmliclie Samnilimg deiinoch nicht mehr als 12 
Gn-ofchen foil kofieu diiiFen. Beiiellungen ltimmt 
daratif befagtc Buclihandlung auf der ScJUofsfreiheit 
und die Ntue Bal.Muiikljalidl., aber poffrei nur, an- 



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Deutfclies Weihelied, von Carl Spacer. 

Hoch und hehr. « ' I III ^ j 



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Suninit an mit hel-Iem lio-lienKlang, ftimmt an das Lied der 
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Der alten Barden Vaterland, 
Dem Vaterland der Treue, 

Dir, freies, unbezwungnes Land: 
Dir weihn wir uns aufs neut f 

Zat Ahnentugend wir uns weihn, 
Zum Schutze deiner Iliitten; 

Wir lieben Doutfches frtihlich feyn e 
Uud alto Deutfclxe Sittea. 



Die Barden follen Lieb' und Wein, 
Doch 6fter Tugend preifen, 

Und follen biedre Manner feyn 
In Thaten uud in Weifen. 

Ilu Kraftgefang Toll Hiznmelan 
Mit Ungeftum fich reifseni — 

Und jeder achte Deutfche Mann 

Soil Freund und Binder lie if sen! 

Claudius. 



BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

ACHT UND ZWANZIGSTES STUCK. 



Den tyten Auguft tj$$. 



Ueber Gebrauch und Mifsbrauch for mujlka* mufikal. Zeichenlehre allerdings viel fchon* 

Ufchen Sv/tluffd. Zeit wegnehmen, die better angewendet wer- 

Um eine Zeichenfprache zu verftehen, mufs den konnte. 

xmn allqrdings einen Schluffei dazu, das Allein man kann uns auch noch die went. 

heiCst, ein Hauptmerkmal haben, woran man 'gen vorhandenen Zeichen zu willkuhrlich ver. 

die Bedeutung der. Zeichen und ihr beftimm- vielfaltigen, und diirch unnothigen und g«<. 

tes Verhaltnifs zu einander erkennet. Die No- mifchten Gebrauch derfelben die Lekttire flat 

ten find nun Zeichen der Tone, alfo find Mufik erfchweren. So wie es die eheihalic* 

Schliiuel nothwentlig, welche die Art und Wei- mufikalifche Pedanterey mit fich brachte, oft 

fe angeben, von welcher Stufe des Notenl'y- ganz, ohne Noth, dein Unkundigen durch den 

Hems an lie gelefen werden follen. Was nun Gebrauch verichiedener SchluiTel und Zeichen 

aber Erleichterungsmittel leyn foil, darf nichjt das Spielen miihfam zu inachen und den fteif- 

«hne Noth erfchwert Werden, das verfteht fich,. it« n Arbeiten einen gelehrteri Anftrich zu ec- 

Wir haben zwar , jetzo weniger Schliiffel ben ; eben fo fangt man nach gerade an entv 

zu lemen und in Atisubung zu bringen, als weder, zumal in Inftrumentaifachen fur da* 

unfre lieben Vorfahren, die noch einen Cfchliif- Cello, ohne Noth vielerley Schliiffel durchein- 

fei auf der zweiteu Linie fur den Contrealt ander zu mifchen, oder den bisherieen So- 

oder tiefen Distant, einen dito auf der fiinf- pran-Cfchlullel fur das Clavier und atich fur 

ten fur den tie fen Tenor, und dazu noch zwey den Gefang zu verdrarigen, und dafiir den 

andere Hchluilel, als hohes und tiefes Baft- Gl'chl. allgemein einzuruhren. Man fehe ntir 

zeichen, auf der dritteri und funften Linie, einige neuere Cellofachen an, wie z. B. Pleyel- 

'mehr als wir hatten. Uns wird es jetzb un- fclie Trio's, in Wien geftochen, und Jhan wird 

endlich leichter zu lefen, als es vor Guido finden, dafs faft mit Uebermuth alle Augen- 

"und Jean de Murs , dankbaren Andenkens, wer- -blick aus einem Schliiffel in den andern aus 

den mufste, indem diefe uns von den alten dem Diskant - in den Alt- and Tenor -'und 

Tonzeichen erlofeten, die fich, nach deih Zeug- wiederum in den G und F Schlufsel gefnrun- 

nife des Alypius, Marpurg und Burney, sm£ gen wird. Und was den fogenannten vSoliiil 

die fehr mafsige Anzahl von i6flo belaufen ha- fchliiffel bdtrift, fo wird er jetzt auch iinter 

ben follen. Und man kann gewifs feyn* dais uns Deutfchen fo fehr zur Mode, dafs niclit 

wenn Plato noch jetzt lebte, was wobi nicht allein die «>eiften Clavierfachen fondern auch 

wahrfcheinlich ift, er es nicht mehr fo, wie zu Singecompofitionen darin gefchrieben werden- 

feiner Zeit, fur Zeitverderb halten wurde, ja in Tonftncken, die drey Linienfyfteme ha- 

wenn junge Leute ISnger als drei Jahre auf die ben, in welcheh die Stimme den GeLang fuhrt 

Erlernung der Mufik verwenden. Denn da- bey Auszugen grdfserer Werke, Ktaviergcfan- 

mal», als noch der ^ritte Buchftabe des grie- gen uiid fogenannten Liedern, trift man wohl 

chifchen Alphabets, GamtHa % je nachdem er garden C, G und F Sciiliiffel zugleich an 

-geftellt tmd gekehrt wurde^ fieben verfchiedene paa ift unniitze Erfchwerung der Zeichen und 

Tone bezekhnete, mufsw da» Studium der bringt UebeLftand 4n der Bezeichnung / V<* 



no 



wirrung mid Ueberdrufs hervor. Es ift bey 
einer guten Exekution olmehin fo vielerley zii 
beobaehten, warum will man unnothiee Er- 
fchwemiffe in den Weg legen, die red* gut 
▼ermieden werden konnen? Das= macht die 
Ausfunmng angftlkh und fieht iiberdem fehr 
oh affektht aus. . Entweder *Ub Stimme und 
©here .Begleitung in einem dder dein andem. 
ma m gleichen Schliiffeln. * 

Em anderes ift es init Orgelfachm und 
derLekture von Partituren. Wer fo weit erft 
M, dies zu konnen', dem macht die fclmelle 
Transpofition in noch fo vielen Schliiirein kei, 
ne Schwierigkeit. Audi foil nicht gelagt fevn 
als wentt Celliften z. B. nicht alle sSaluITel ler- 
nen unci kennen miifsten,. oder als wenn es 
nxcht nathwendi^c Falle fin- die Abwechfelung 
derfelben gabe Nur von dem Mifsbrauch, 211! 
inal in Betreff des allgemeineren Publikuins 
der Liefchaber, ift die ftede. 

;.. Der ViolinfchluiTel gewahrt freilich ehrige 
Bequemhchkeit fur die ^Bezeichnung der ho- 
^n Tone, und bey der Extravaganz fo man. 
<Aer neuem Claviercomponiften, die, man 
ii^iogte bemahe fagen, mehr iiber dem Inftru- 
wente^, als aw/ .demTelben ihr Wefen treiben, 
lit esTaft eine, Art von Nothbedarf geworden, 
in befagtem SchliuTel zu fchreiben. Allein dar- 
nmnmfs und darf der Cfchliiffel , in welchem 
mike Nation fo fehr viel Vortrefliehes aufzu- 
weifen hat, das Bewunderung, Studium und 
Wiederholung; verdient, nirht vergelTen wer- 
den und auiser, Gebrauch kommen. Wix ba- 
ton der Meifterftucke viele.in diefem Schliif. 
Jel, Tpwohl fur das Klavier, als fur den Ge- 
[angi unfere ehrwiirdigen alteren Componiften 
naben dann faft alles von gro&ern und klei- 
snern Sachen in alien Gattungen hinterlaffenj 
und da infonderheit, was wahren Klavierge* 
fchmack Vejrift, die-ewig mufterhaften und 
zaljlreichen . Saphen eines Bach ,und j*och fo 
rnancbe trefliohe ftlavierfachen von- mehrern 
andern detitfchen Runftlern immerdar . ftudirt 
und gefpielt zu werden verdienen : fo ware . es 
wohl warlich niqht der Miihe werth. felbft 
liicht urn me»rer*r der g^piiefenften unter den 
neuetn ^l^ierkomponifteii willen, alle jene 
Penknia^.des G^m^,,dea Eleifses und der 
Kunft M&fa. fa Vergef enheit gerathen zu laf- 
rv' '''&tyj^Jfa¥- fm " J^enpatrioti, 
■*■ ■ % JfteW^I «^ h i? n ■»**•*»> Ufurpatio. 

tern, mge&m m Uum 



Jlymne. NacTi dem JDanifcten dcs llerm 
Thaarujj, -von Job. Heinr. Vafs. Im Kla- 
vierauszuge -von J. A. F. Schulz, Konigl. 
Diin. Capellmeifter. Kopenhagcn, bey 
SQnnichfen. (In der neuen Berl. Mufxk- 
haridl. 1 Rthl. 8 Gr.) 

\ Uni alle idie'Sdionhelten, — doch »iein, 
dies gansee Werk unl'ers verehnmgswelthen 
Landsmamics iit Eine Schouheit — alfo urn 
diefe zu emwickeln, miii'ste man Bogen voll- 
fchreiben. Ein Mann, wie ScAulz, kann 
durch das allein geehrt werden, was Andere 
in ieirien originafdn Werken" lemen. Diefe 
Hymne, deren 16 Strophen mit grofser Kimft 
und in wahrem Geifte der Poefie auf mannig. 
fache Art in Choren, und ein- und mehrftim- 
migen abwechfelnden Satzen durchgefiiurt find, 
enthalt aufser den Stoff zum reinen Genufs je- 
ner wahren Mufik, die ihr Befteheri in fich feU 
ber hat und ihr Verftandnifs in jedem emnfin- 
dungsvollen Herzen findet, audi noch man. 
chen Stoif zum Nachdenken iiber tlen edleren, 
grofseren Styl, ikber innige Verwandfchaft der 
Mufik und Diditkunft, iiber wahre Behand. 
lung des Textes, lebendige, kraftvolle Darftel- 
lung der Ideen, Weisheit in der Anordnnng 
dex-Inftrumentalbegleitung, iiber wohi durch- 
dachte Abweichung von manciier iiblichen Ge. 
liingform und auch iiber die mufikal. Malerey 
(nu Chor: Orkane preifin dich, o Gott ! ) io 
dafs Niemand, dem das Alles Bed«rfnifs ifr. 
diefen Auszug unftudirt laiTen mufs, da er 
limner fchon eine lebhafte AJmnng von der 
Kraft und Fulle des ganzen, vollen Werki 

Ceima, ein Gefang Offlans, von Giithe* 
. hirs Uamer und Gefoig, von J. R. Zum. 
fieeg. Leipzig, bei Breitkopf, (N. Berl. 
Muhkh. 2® Gr.) 

Rec. freut es ungemein, dafs diefes Mo, 
nodram des Hrn. Z. um fehr vieles beffer ift 
als der von ihm einft beurtheilte Offians 80Z 
Miigejang. Ja um gerecht z U lf yn , mufs 
Mian iagen, dafs das Ganze eine geiltvolle Ar. 
beit ift, und bis auf ithr wenige Kleinigkei- 
ten, wahre mufikahfche Deklamation hat, wel. 
ches noch erne andere ift, als die bios rheto- 
riiche. £s ift viel Darftellung und empHn- 
dungsvoller Gefang darin, und Sangerinnen 
Werden tgutthun, fich dadurch im freien, lei. 
denfchaftlichen Vortrage zu iiben. Die Ouin- 
tenfortCphreitung S. 9 hat der fonft fehr cor. 
rekt fchreibende Vertafler unftreitig mit gutem 
Vorbedjidit dea Aufdrucjw weg en geawchu 



Ill 



Mis c e 11 an e en. 

Oeffentliche Vert ugtingen , die den Wiffen- 
fchaftcn und Kiiriften zu Nutzen gereichen, 
diirfen nicht in pplitifcjien 'Zeituijgen yerlo- 
ren gehen, fonHern verdienerf aufbehalten zu* 
werden. Im July diefes Jalires ift vdm Natio- , 
^aalcojivept das ; verniihftige Dbkret gegeben 
worden , dafs man langft audi in Deutfchland 
hatte geben follen, dafs „alle Schriftfteller, 
„C6mpouifien, Maier, Zeichner, Kupterftecher 
„und andcre dercleichen Kimftler das ausfchlie- 
„fsentle Recht hajben follen, auf Zeideb^ns und 
„noch -«2.ehn jahre nacli ilirein "Tode , ihre Wer- 
„ke zu verkaufen oder verkaufen zu laffen, 
„und die K/eUhdtuqker und andertt dergleichen 
,tCopi/}e/iXbeyxms'werden Mufikalien an meh- 
,,rern Orten zugleich nach'geftochen und imter 
„verfchiedener Opuszabl verkauft; fo auch ehe- 
„mals in Paris) Ipllen ziuniljeften des Eigen- 
„thumers eine beftimmte Strafe erlegen. " — 
Hatte docli der N. C. tauter folcke fchone De- 
krete gegeben! I 

Aber etwas ftark ift es, dafe man uns au9 
Paris meldet, der Burger Planbon habe eine 
Mafchine erfnnden , mittelft welcher ein einzi- 
ger Mujlhlehver eine grofse Menge von Schii- 
lern auf einmal in der Mufik foil unberrich- 
ten konneu. Er hat fogar eine Belohnung da- 
fur erhalten. Da9 letzte ift verftamlhth; aber 
das erfte, wie ntagjalqhes ?z7jgehen? -. A 



Beim Berl. Nationaltheater ift Sign. Stan* 
thi t ein italienifcher Buffer, deSen Frau Signo- 
ra Spozzi f elienials Tanzerin In Sehwedt war, 
auf hohes Verlarjgen engagirt worden. Er hat 
eine gute Tenorltinmie, iingt mit Ausdruck, 
ebgleich er keine eigentliehe Fertigkeit hat, ift 
aber dabey fehr nmfikalifcJi'ur •! fpincht-fo ziern- 
lich deutfch. Seine Hauptftarke zeigt er in 
Intermezzi's. 

Zur Freude de« Berl. Publikums ift die 
brave und mit allem RecHt.bis'jetzt effte. Saii- 
gerin auf dem Natipmlthjeater,, Mad. Mjiller, 
ehemal. Dem. Helbnuah , von ihrem erften ^e- 
fahrlichen Kindbette erftanden und hat, ohne 
Verluft ihrer Stimms, den gten Auguft zum 
erftenmat wlefler dieBuhne unter allgeuieinem 
Jubel betreten. 

Ankundigung* 

Der Untevzeichnew hat , ffl'f die Fr eitnde des ein." 
faeken, uiiverk(initelt««,.©efangea einige Lieder cu- 
ter Dichter in Mu/ik- jgefettfi- Er hoTt durch ihre 
Bekanntnaachung etwaa stun / Verghugen feiner go- 
f»ngiieb«iideu ZcitgcuoJtfeu Uitragen tu kdhHen, und 



diefen bietet er fie, in der Abficht an. ATan nnter- 
fchreibt iich, bis zum ioten Y September, in alien gu- 
ten Kunft- und BitcJiliianaiiiirgen, und bei dem Coni- 
poniften. Dort wild diefe JLioderfammlung, rein 
und fauber gefiocheu, zur dies jSikrigeh > Aliciiaclis- 
mefleifur 2 Mark Hamburgh Conrant, oder 18 Ggr. 
Gold zu liabcu "feyii. "W'er neuu Exempla*-e liimirtt, 



111 



erhillt das zehnte unentgeltlicb.' Die Buck - iuiA 
Kiiuithandluiigen aber das liebentf. Hamburg, dec 
laten July 1793. 

Ludwig Rau t 

Eilter Tenorift beim Hamburger 

Theater. 

la der'neuenJB&I. Mniikhandlung wird ,attf obi- 
ges A'N'erk- Prantvmeration und Subutription ange» 
nonniien. 

In- der neiien 'Berluiifcjien Miifikhandlung find 
. ! ' zu haben : 

■•■• Wolf, (E. W) 5 Son. pour ie Clavicovd. on Pia- 
no-Forte. Oeuvre polthume. Tome I. 1 Rthl. — 
3, dito, Xpme II. 1 Rthl. — Jonas (Charles) Arietta 
pbur I'd ClaveciW avec 15 yariations. 12 Gr. — Spa- 
ziers (C«rl^ einfacke Clavifilieder^'iftea Heft, 16 Gr. 
— Roman 2.e aus'ider Opetette : die Geifterbefchwo- 
rung, im Clavierauszuge, 2 Gr. — F.rfter und zvvei* 
ter mufikalifcher rBlumenftraufs, jeder 16 Gr. r- Dit« 
tersdovf, Ouv- aus .dem rotlien Kappchen, 2 Gr. -- 
Latrobe, 12 Variat. fiirs Clavier oder Fortepiano 
12 Gr. r- Ange, 12 Tanze fttr das Clavier, 6 Gr. — 
Pot-Foi»ni uder Samml. neuer Clavierfonaten mit 
und bhne Begleitung, Sinfonieen, kleinen Clavier- 
ftiickun *tc. von verfchiedeneu beliebtcn Componi- 
Iten. Viertes Heft; Leipzig^ bei Breitkopf, % Rthl, 



Durch ein Verfehen bey der Correktur ift del 
unrichtig an a ang^hangte Strich (3te Takt des vori- 

fen JLiedes) nach der dmcligehenden Note Jis der 
lelodie, dxe die Grundharmonic des Secundquart- 
fexten-Accordes. in Eofern lie bexiifert werden foll- 
te, war nicht aridert, dehnoch aber, im Falle je- 
,ier Bezeiclumng eine unleidlicbe Fortfchreitung deTt 
Altftimme machen wurde — alfo diefer Strich; der. 
eigentlich an das e der ObeiTtimme liehen Mite, 
weil der Altton h ins e*hin»uft^tt, iJfi,< zuihal fcl- 
nes fenwachen Abdrucks we'gen, in der Eil ubeafe- 
hen worden. Sollte alfo etw* ein Purift am. bios 
wahrer reiner Verehrung der harmonifchen Kunft, 
einer durchgehenden Quuite auf der Fahrte gewefen 
feyh und diefe bereits einem klitifchen Bell sum 
fulsen Geruch: habeii y ortragen wollen ^ der beliebo 
fichfbey dieier Erklarujig, die tudnu propria gege- 
ben < wird , Mher 'Vo*e'il{ge^ , Freude- wiederum fSr* 
derfamit zu ettt laden, und, allcnfalls mit Backs Ifrav- 
liten in der Hand (der die zweite Stimme im ahn- 
lichen Falle auch fo einmal auETteigen lafst, wie- 
wohl Re in der angefuhrten Seelle beffer die Tenor- 
Aimme unterftiege) das omincufe 9chwan/ikin ein 
klein wenig holier hinauf itn lieften. Der Menfchen- 
liebe wird dies kleine Gefchaft ohnehin keinen Ein. 
trag tbuu. 

Weiai obfchon die Franzdfeh manche Quinte in 
Deutfchland gemacht baben, fo ware es dock nicht 
fein und loblith, ilmeu gleicbei nit gleicbem zu 
vt rgclten. . . 



112 



is 



Lied eines deutfchen Knaben, von Carl Spacer. 
Muthig und edel. ' ^ 



bs=e 




Mein Arm wird ftark und erofs meiiiMuth 




i, gieb, Va - ter, 



mir ein Schwerdt! V 



er- 



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bEfEEjE :^ESg3E E~=3EEE EkE™ 

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ncli-te nichtmein juntas Blut> ich' bin der Y»- ter werta. 
I I 



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Ich fin- de fur -der 



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... , i n . . jp . i i i in .■■ 

■ I " I ' li i > » I ' . 11 ." '— 



[— I, | I, ' ., ,|. •| i > \ l , 

kei - ne Hull Im woichea Knaben - /land! 

m-^^mi A J ■ i 



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fci 



"•~ : '' l " -^4 > ' Sti r: 

Ich aaxb\ o V«- ter, ilol* wie du, den 



P... i . i'r . " ' -» i ili . ' . " l . i i | i 




4fc«. 



Tod furs V\- ter - land! 



■*,. V .. ^fc^h ' ' . i i i ' i i * ... ' ■ ■ ""t'l j ifr ■ ■ 'T^ft I Vi "I* J r ii i i 

- r>»»i' i m i . i i ' i i,. ,. '■jp , — | ' " .". ' .ff .1, -^J ' " ' . . J 




Schon frali in meiner Kindheit W«f 
Mein taglicli Spiel der Krieg! 
Im Bette traunn' ich nur Gcfahr , 
thin WUnden nur im Sieg. 
Mein Feldgefcbrei erwcckie. micli 
Aus maucher Tiirkenfchlacht; < 

Noch jftttttft ein ScWcrdtlueb, welchen i«k 
Deifc Franken sugedaobv 



Da neulich unfrer Krieger Sclutr 
Am Rheines-Ufer sog, 
Und wie ein Vogel ein Hufav 
Das Hans voriiber flog : 
Da gaffte /tarr tind freute lick 
Der Kiubeii f roller Schwann} 

Iclvaber„ Vater, narrate mich 
Und prune weinen Arm. 

{mrHartuiiss Lietofac/i fur SchuUn.) 



BERLINISCHE 



MUSI KALIS CHE ZE IT-UN a 

NEUN UND ZWANZIGSTES STUCX 



Den %/tfen Augufi ij$$. 



■» 



Maria Francisco Todi. 

Hat ausgefungen. Nachrichten zafolge ift 
. d j efe 6 r <> f se und beruhjnte Sanger in,, dip 
uut. einer Mara wetteiferte , wiewohl diefer 
Stern der erften Or(ifse dennoch vor ihr her- 
voruralte, unlangft in Portugal geftorben. Ihre 
Silbertone find verhallt, und ihr Name glanzt 
nun neban den Namen einer Santa Marche- 
Juti, Durajhanti, Fauftina, Faritielli, Aftrua 
und Gabricli. . J J 

Sio war aus Liflabon gebiirtig. Tang cuerft 
m London in der Opera buff a 9 bald darauf in 
Txarfn.ih <\er Opera fcria mit beilfcfem Gliick 
imd dann in Paris ini Concert Jpiritucl. Im 
Jahre 1780 liefs fie fich vor Friedrich , dem Ko- 
nige f horen, deiu fie aber wegen der netiern 
ital. Mufik, mit welcher fie auftratt, und die 
er, wie alle neuere ital. M- eirie Bierhausmu- 
fik nannte, mifsfiel. Er fandte ibr Arien von 
Qraun und Haffc, die fie erft nach vierzehn 
Tagen vor ihm fingen duifte, und fie- gefiel 
~ better. Allein da fie mit 2ooo,Rthl. nicht zu- 
fricden war, *)""fo reilte fie ab, kam abernach 
-zwey Jahren richtig wieder und nahm vor- 
Ueb. ■**) Nach dem Carneval, wo lie in der 
erofsen Oper fang, der Konig fie aber nicht 
horte, forderte fie Zulage, erhielt aber dafur 
ruhdweg den Abfchied und ging darauf nach 
Rufsland. 

Beyin Antritt der Regierang Sr. Majeftat 
des jetzigen Konigs ward fie durch Vermitte- 
lung des altern Hrn. Duport init 4.000 Rthl. 
Gehalt auf drey Jahre engagirt, wiewohl fie da- 

•) WeM eher ift dock wohl ein Virtuofe zufrieden? 
M% «» 1 Anm. des Setters, 

••>-Man fiabt, der Setter hatte mit feiner voreili- 
g«n Aamerkung etwas waneu konnou. 

Red, 



mit nicht fo rechr zufrieden fich ftelite; dem*. 
fie wollte noch iiberdem Hoflogis, Equipage, 
Tafel und was fontt noch zuiu Wefen eine* 
« ■ ? n \ ****$**">&& g«hort,, Sie fang in 
mwhardtsA Andromeda und Brmno, und in 
Medea von Reichardt und Naumann mit au* 
IserordentlicbemBeifall, erhielt fur die neua 
Monathe, die fie feit ihrem Engagement von 
llulsiand ays vertr^delt hatte, 3ooo Rthl. und 
noch iiberdem die Erlaubnife, zum Cone. foU 
rituel nach ^Paris reifen zu diirfen, von woher 
fie reich beladen zuriickkam. AU e in kaum 
hatte fie ^anderthalbJahr in Berlin gedient.fr 
forderteiie, aller diefer kdniglicWWad* un! 
geachtet, entweder 6000 Rthl. cder ihrea Afe 
thied. &« erhielt ihn fogleich mit «u£ ?£ 
d.enten Veraehtung Seit der Zeit ftrich fie £ 
Itahen,, Holand, Frankreich, England umli* 
und der Tod fand fie in ihrem Vatibmde Irf 
deader herrliche Klang dea vielen G&Z. fc 
fie hmter alTen, wird ihren Gemahl, der danS 
nach Itahen gezogen, fiir den Verlutt uSw 
khngenden Stfmme wohi fchadlos iwlten. ' 
Die Meinungen der Kenner, ob fie Cojk 
trealafttn war o]er nicht, find getheilt. So! 
viel ift gewifs, dafs fie in der I&he mif An- 
ftrengung fang, zumal in der letzten Zeit,, obi 
wohi fie bw in* dreygeftr. K hinaufkam. AUein 
ihre Summe war ^urcbaus fchon und War Mnd 
uberaua reizend, und .ihr Gefang kunftverftaij! 
dig. Sie mtonirte aufserft rein, trug .Ilea, AUel 
gro und Adagio, in wahrem Gefclimack, init 
Piaufion unci edler Kunft vor, wiewohl & 
Starke etgenthch Utt Adagio beiland, was ihr 
aber urn ^ mehx zur Eure^ereichtV well et 
die inehrefte Kunftkenntnlfe ujid viel namrfl 
ches Oder erworbenes Gefikhl vorauafetzt. Ueber- 
dem war fie eine rorttregiclie Acirice, die frei- 



»4 

Ikh, well He dies felbft zu fehr wufte, zuwei- 
len iibertrieb und zu lebhaft agirte. — Auch 
war fie — und fur ein Weib ift das deim doch 
auch after Ehren werth — eine fruchtbare Mut- 
ter, und die Produktion fo vieler Kinder, inan 
zablt ihrer aeht, hat ihrer Stimme nie Min- 
ing gf¥* T f ' f 

Plei zum Benkmal fler Todil — Lafsen 
wir indefs noch ein en Gedanken zu unlerer 
Erbauung bei uns Platz gewinnen. 

Ein grofser, bios ausiibender Virtuofe — 
wem gleicht er mehr, als einem leuchtenden 
Meteor? Er ftelgc atrf-vor der erftaunten Men- 
ge, glanzt in kiinftlichem Lichte, und" wenn 
er in den Borizont hinabgefunkeji , fo Jits mit . 
feiner ganzen Wirkfamkeit vorbey; er mufte 
d enn eine Schule gezogen oder eine nachah- 
m&Me'Manier ^eranlafet habeflj welches alles 
aberancH nicht lange zu daitern pflegt. Hifto- 
fiker merken dann feine Erfcheinung an, wie 
der Aftrortom den hundertjahrigen Cottieten j 
and da jeneryA w ie dieler* gewfihnlich eine 
excentrifche Balm durchiauft und mit der ge- 
fellichaftlichen Ordnung eben fo im Wider- 
ftreit zu leben pflegt, als der Comet mit der 
bekannten Himmelstopographie : fo bietet er 
mifcunter mehr StofF zurargeriichen Gefchichte 

V»rtreflic1|er"Menrtben dttiv < 

So ift es nicht mit dem grofsen und gu- 
«en und fur die Welt walirhaft wirkfamen 
Manne, fo anch nicht mit dem wehren produ- 
cirenden Kiinftler. Sie fterben nicht , fondern 
• leben immerdar in ihren Werken j jener im 
Seegen , der durch ihn bewirkt wird, und die- 
fer durch dauerride Mufter dea Schonen fur 
^elt und Nachiwelt. l^nd beide trageri denn 
cndlich das Ihrige mit ~ zitr Beforderung der 
Humanital des > iheitfefiUchen Oefchlechtes bey. 
Und mm, wenns gefallt, in die Seelen- 
Mfltefler;' '"* '- ■ ■" ■ 

Jtf4 Bromberg eiitgefandt. 

Ea kanh den Unterriehmern der mufikal. 
jZeitUng nicht gl«ichgultigfeyn, wenn ihr ach- 
fungswerthes infiitut durch tinreife Jiinglinge 
gemifsbraucht wird. Der Einfender der Nach- 
richt 4 uber die Liebhabermufik in Bromberg 
pi.St. di 2*) der, vermuthlfch urn dfFentUch 
feinen Beobachftinffs^eift 2u zeigeh (ift im £7. 



gar fehr tiber <»ie ; Scfihur , Weil fcew^hnlidie 
fringe^ dargeftelKv 1*tt M find, rtiemand in. 



tereffiren ), fpricht ab, gleich dem nllwiffen- 
den Jiingliiig, gereift in gefliigelter Eile , be- 
diem fich einer Unwahrheit, um etwas lacher- 
lich zu maclien, was nicht lacheilich ift, und 
vergifi* rijcht, fein wertlies Selbft dabey gar 
hoch in Anfchlag zu bringen. Liebhabercon- 
certe in Proviftzial-Stadten find einander uber- 
all ahnlich, das'heilst, He find iuangelhaft, 
wie fie felbft in Hauptftadten mehr als zu oft 
vorkommen. (Wohl wahr!) Hsitte der Hr. — 
dies otler etwas deih Aehnli'ches von der Brom- 
bergifchen Mufik gefagt, fo ware er der Wahr- 
heit treu gebtteben. Der Mann' z. B., den er 
fiir einen polhifchen Kutfcher anfah, war ein 
. StadtmufikanLia polnifeUet Jileidungj zu der 
gewiihnlich ein Bart getragen wird, und fpiette 
nicht den Contreviolon , fondern den dritten 
Violoncell. Der Bedakteur der Zeitung fcheint 
in der jener Nachricht beygefiigten Anmerkung 
niehfc unrichtig von Hrn. '•— gefchloflen zu ha- 
ben. ,U. f. w. T. 

Was nun Folgt, find Perfonlichkeiten, die 
einen mit einem Buchftaben Bezeichneten 
treften follen. Da aber der Einfender nicht 
genannt worden ift , fo wiirde es unziem* 
Jkh feyn, eine Bezeichnung hinzuiufetzen, 
die nur unangenehmes Miisverftandnib' 
1>«f3ramn kdnnte. ■" * Red. 

Zur Mhrenretttmg Cramers, als Uebcrfetzerj 
Mtid Parodiften. 
Im Journal des Luxus und der Moden, 
vom July, fteht em Brief uber .die Mode in 
der Mufik, der manches Richtige und Gutge- 
fagte, obwohl auch manches Einfeitige ent- 
halt. Indeffen dem Verf. des Briefes mag es 
frey fteheri, Charakteriftiken von nittersdorf 
Mozart und Martin, als TheatercomponiftenJ 
Tnach feiner Art zu entwerfen und die KlaffiB- 
katiort derfelben beym Publikum verantwor- 
ten. Allein , was feiner .volligen Unnehtig- 
keit wegen ausgehoben warden amife, ift das 
beilaiifige Urtheil fiber die Cramerfchen Ueber- 
fetztmgen von Schulz Tlieatergefangen, von 
wekhen letztern er fagt, „fie feyen nur leider 
durch die elende Ueberfetzungen Cramers fo 
verzerrt." -.• Wer Cramers Talent, feineKennt- 
nifs der deutfchen, franzofifchen , italienifchen 
und danifchen Sprache, feine genaue Bekannt- 
fchaft mit der Poetik, fein feines afthetifches 

*)J DM r ^ e ^ lu,lic,ie » «c?nig aargeReMt, inMref- 
htt oft tneiu- als das Ungewdhidiche , und wenn 
es etwas Unvollkommenes ift, das beffer feyu 
konnte, gewifs fo lange, als bis das Gitte dafiir 
d»s GewoLuliclie xu werden aiifiiigt. Med, 



110 



Gefuhl nn& audi feme gluhsiide Mufik = Lieb° 
haberey und feinen r'-Chi 211 1 verwerforiden 
Takt fiiv die befl'ere Gattung der Mulik, den 
v;y llcli als Dilettanf. dmrh vj.el I-Icivv-u. und 
St&diren erworben bat, kiumt:,,. mid ?;yv!..- mix 
«leia Sdrvlerigkeiten. folcher Arbeiten, wie er 
lie tins in tier Athalia^ Aline , der Armida 9 - im- 
Holger JDauske u. f. w. ' geliefert hat, hinl;'ing= 
lich bekannE ift, der wit'd dng 'obige Urtheil 
vollig nngerecht und hart linden. Was und 
?i>«e wird doch nicht manchiiial in die Welt 
hinein- -geurtheilt, und wie weifc Jieblofer fal~ 
ten doch oft die Hafarenhiebe imn den Handera 
der Schriftflellev, als von den zu Kanipf und 
Tod geaiickten Faufteji der anerbittlichen Uh° 
hnien ! s-^> 111 wohl mclit bravi .,<■■■ . ..'. ■ 

Sammlimg detdfeher Gedicht? $ in Mujik ge<° 

fetxt von <r. C. Grofshcim. Stcr Theil. 

' ^ a Jf c h i ,% d> er f&'ai'jeiihambuchdrucker.ey, 

Der Recenfent der erflen Sammlung (im 
6 ten St. tier mufik. Moiiatsfcfrrii't) hat in dero 
felbeir Melodieen voll InnigJkeii: und riihrender 
Naiv:ta^.. gefunden , aber . .zugleich hin und wie- 
der Correktheit von Seiten der Behandlung der 
Poefie vermifst. und V'erftoTse' gegen die Inter*, 
punktion gefunden. Diefesi letzfcen Umftand 
ausgenommen, unterfchreibe ich fehr gern das 
obige Ur theil mit Anwendung auf diefe neuere 
Sammlung, frige afoer noch hinzu j, dafs fie an. 
harmonifcher Reinheit jene iibertrii't,. Em. Lied 
daraus in freyerri 'Rythmen ift bereits im S3. 
St„ diefer Z. abgedruckt. 

Anekdoieu iton Georg JBenda. 

Die Herzogin von Sachfen-Gotha bekam 
ein neues Fortepiano und liefs G. Benda rufen 9 
tisn folches zu probiren. -Als-ev -einigo Minu<> 
ten lang gefpielt hatte, fprahg . er hailig vom 
Stuhle auf und ftellte fich. horchfaift in eine 
Ecke des Ziminers. „Ey, was machan Sie denn 
s ,da fiir Betrachtungen , lieber Benda?" fragte 
ihn die Herzogin nach einer Wcile. .-— ,.lch 
wollte nur gern horen, wie iieh das Werk vvn 
■Feme ausninunt. '* • 

Dergleichen Zerftreiiungen wareh ihm fehr 
eigen. Als er einmal zu komponiren hattej, 
liefs er lich, wie gewohnlich, feine Portion Ellen 
in fern Arbeitszimmer fchicken. Eg war ein 
halbes Huhn und eino Stunde hatte es fchtm 
dageftanden, als er es gewahr ward. Die an» 
dere Halfte glaubte er nun fehon verzehrE a.u 
haben. Traulich bedeutend retlete ©r feinen hUc 



geftiimen Magen am ein halbes haft An fchon 
■'gefchttiaufst, mu\ .willft noch das andere? ge- 
horfamer Diener ! Wir wollen fortcomponiren ! 
Dei - Berl. Banquier Godskowsky liafcte ihn 
cimsMl in den Frsimaurergarten gebeten. Man 
wartete und wRrtete s Jlenda kani xiichl. AI9 
man nach ihm fchickto s liefs m fager , er wiiro 
ja da gewefen, man 'hatfce ihtn aber nicht auf- 
gemacht. ■Endlich ka«a <sr und der Wirth, deii' 
am Fenfter feiner harrte , fahe nun s wie er in 
Gedanken vov fich hinfehend P ohwohl mi't ra. 
fchen Schritten auf die Heuftadterkirche ge-= 
geniiber lostrabte unci nun mit alier Gewalt an 
die Kirchentlmr lospochte. ■= Ja fo $ fagte Berio 
da , aj3 man ihm feinen .tahwsxi bedeutefce, nml 
qx nunt'an die-Iiirche verwuadere hinauf falOj 



th.Blanchi ift, wie R. mm felbft ftehcit 
liat, niche Texiorift, fond em 'eigentlich B;uTiE- a 
und als folcher hat er efcwas fnir fich -, wens 
feine Fertigkeit i\\\ Singen mcht grofe teyn 



Folgende Mufikalien find von einem Frem° 
den fiir zwey Dritthoil des Ladenpreifes in dei? 
N. Berl. Mufikhandl. zuriickgelallen wos-dea 

und wtidcii liicya^&fc gelmsiclGit zu ICtiuf au8» 

geboten: 

, Die Na 11 man fell e Ops? Coras, [on& & Ethh !J Cy;?. 
" zu '3 KtJil. x8 Gi\ 
Dae NanmanlcIiG Oper Amphion p fonft 3 Rtlil. s>6 

Gr. zu 2 Itthlr. 10 Gr." 
Scliulzeitf Athalia, die Partitur., fonft 4 lltlii. @ 

Gr. au 2 llthl. 21 Gr. 
DaJTelbe, Klavicrnuszug, Eon ft a Btlil. an s Ild?L 

8 Gr. 
Bsnda's Romeo und Julie s fonft x IlUil. 12 <B&*. gj& 

j. Rthl. 
ftolicnifche Alien von Georg Bomla, £onli 2 I|?M, 

16 Gr. zxi.t Rthl. 18 Gy. 
Bachs Sonaten ft'iv. Kcnnev unci .Licbliaberj, foafi 3 

Rthl. 8 Gr. zu 1 RthL s2 Gr. 
Claviermns.azin fiir Kenner und LiebfeabcK ? ° /Jjgo 

Heft, ionii 5. Rthl. zu 2 Rthl. 
.6an<Ux's Sonaten s fonft 20 G». aw ao ©y» 



Folgender fehr nnrnuthig;er Gcfang, elev Ir» c1st.0TbT> 
langfamern Zeitmafsfl, itihv mit Empjiisd^ng Hsitl l>ei° 
malic fvei dcklam^torifch, vorgctragen leys* will, 
wenn er befonders tlcsi folgcsiden Stroplicn gut asi» 
fchliefsen foil, 'wii'tl braven Sangern said Siingcmi- 
nen, die am Klavicve zu iine;en vcrftclicn , snir V«3*'- 
gniigen mitgetheile. ■= Mnn"" iiberfehe nichfe dca Q&," 
:seri! wAucrtlvti^k des Worts Adelaide 3 &%a des Hniipr^ 
iloE de& Gedaehtoo AIL 



i*0 



Adelaide, comp. von Carl Fru&rich Zdtm 

Aiigcnehm und herzlich, ^ j^. 




jU^J^-f-A 




Einjjuca. wan-delt dein Freundim Fitth- lings - gae . ten miU L rom' 

** ^P I ^* - f III >h L^ * fli J** I Ma. " T ■WSS 




i licb - li - chen 

1 .•« 



li - chen Zau - ber - licbt um . fi©f- fea da* durehwan - feeii - de 












Blil - then - e wei - ge si t - tert 



M&^e£ 




A - de - la . i . d«. A . de - 1«. 

-J. - ri _J ; 



'*• 



1 



3] 



-K ■- - 



■*i\ — &■*—•- 



3C 



3=2=: 1 



«<«- 



i - de. 






■H«i 



In dor fpicgclnden Flue* im Sconce der Alpen, Abendlflftchen im earten Laube fliifteras 

{ n d «« "^"^"TagesGoldgewdlkeu, Silbargluckchen des Mais im Grafc fimfeln, 

Jm Gefilde ,dtr Sterne ilrahlt deui Bildmfci Welleu raafcaea und Nachtigallea fldteu : 

Adelaide 1 Adelaide! b 



■ 'i 



. Einft, o .Wdndes! emMitht, auf meineni Grabe, 
Sine Binme der Afche incines Herseus, 
Deutlich fchimmest auf jedem Purpiublauclieu * 

Adelaide, •""" 



Matthijfi 



'0%, 



BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

BPiEISZIGSTES STUCK. 



Den 31ft en Aug uft 1793. 



Btivas 'uber den Charakter der Tonftiicke und 

"■ vorziiglich iiber die Beweguug. *" 
Wedes Mufikltiick hat feinen Charakter. Das 
jjj'g^ff nehmlich; denn das fchlechte hat gar 
ke'uien, oder den Charakter der Erbarmlichkeit. 
UndvdSefer intereifirt nicht, er mill's te denn an 
dits Tolle. und Unfinnige grenzen. Alsdann 
convergiren die Extreinitaten des Schonen und 
Hafslichen, tmd darin liegt nianclimal viel 
Stoff sum Vcrgniigen. Was recht von Herzen 
fcdldchtift* das ift iiber die Linie aller Beur- 
thciiting und Vergleichung init einer Regul 
hin^ua, und wo nichts inehr zu vergleichen III, 
da ' hdrt allea rafonniren auf und dann gehts 
hiti iiber in das Reich der Freude. Das Trau- 
rigfte aberin alien Dingen, infonderheit in der 
Knnft, ift das Matte und Mittelmafsige, wobey 
man nicht kait, nicht warm* wird, und bey 
dcilen Betrachtung man nach der Schlafmiitze 
gcei&n niogte. • ■ ■ • 
-•■■:■;: Alfo j von guten Tonftiicken ill nnr die 
Rede, wenn man vpm Charakter derfelben 
Ipricht. Und diefe haben allerdings einen be- 
ftihmiten Charakter, das heifst, fie haben ei- 
nen gewiffen allgemeinen, bejllmmben Aus- 
drucky. weloher aut '.die Gemuithslage des Coni- 
ponillen fchliefoen lafst, in welcher er fich 
i'elbft befand, da «r es componirte; oder mit 
andei%. Warren: Jie enthalten Merktnale von 
Empfindungen und Leidenfchaften , nach ih- 
r«n Modifikationen, vvelche, wenn lie richtig 
aufgefafst nnd^ durch Spiel und Gefang richtig 
dargeftellt wetden, audi in dein Zuhorer die- 
felben Empfindungen und Vorftellungen wie- 
derum ewregen; 

Allein diefer Artsdntck> hangt er bios von 
der Strulktur de3 Tonttucks an fich, von d cm 
Warf der Gedanken und ibrer Zulammenfu- 



gung, von der Modulation, von der Gleichar- 
tigkeit Oder Mannigfaltigkeit der Rythmen u. f. 
w. allein abV Nein; fondern fehr viel von dent 
Vorbrage des Spielers und Sangers, der alia 
diefe und mehrere dahin gehortge Dinge rich- 
tig anfchaut, iiberlegt, nachempfindet , und f« 
das Stiick bey der Ausfiihrung gleichfam au* 
feiner eigenen Seele noch eimnal componirt. 

Dies Kapitel voin guten Vortrage, ill nun 
aber fur die praktifche Mu/ik grade das weiu 
lauftigfte und wichtigfte, und mo^te wohl, gut 
aubgetulnt, den ganz.cn Ueben Jahrgang diefe*/ 
Zeitungrein verfchlingen, die denn doch man- 
cherley andere Dinge noch in fich faffen foil. 
Bleiben wir diesmal bios bey einem der wich- 
ttgften Hauptf'tucke des guten Vortrags: bey 
der richtigen Bewegung oder dein Zeitmafce 
kiirzlich ftehen,' in welchem ein Tonftiick vor- 
getragen feyn will. 

Es ift ganz gewifs, dafs ein Stiick feinet 
Charakters durchaus verlultig gehen kann, wenn 
es zu gefchwind oder zu langfam genommen 
wird. Manchmal entfcheiden dies fchon einige 
wenige Momente. . Man eile oder fchleppe 
art einer unrechten Stelle, und der ganze Aus- 
druck geht verloren und in dem Gefpiele ode* 
Gefinge ift kein Sinn und Verftand. Ein Muh 
fikftiick fey alfo noch fo vortreflich gefetzt> 
komint ein ungefchickter Spieler oder, wenn 
die Ausfiihrung einem Orchefter uberlaffen ill,? 
ein ungefchickter Anfuhrer driiber her, der 
fich nicht in den Geift der vorliegenden Ar- 
beit hinein fiihlen und denken kann: lb er- 
kennt man oft gar, nicht * was de/ Componirt 
hat fagen wollen und man hat den Aerger, ber 
jedem verfehlten Takttheile, nach Mafsgahe 
der wahrgenommenen Maffen zu fiihlen, da& 
es nur eincs richtigera Zeiunafses bedurft liatte, 

Gg 



u8 



ran den Charakter des Stiicks gehorig darzu- 
ftellen. £s ift einem, als wenn der gemifs- 
handelte Geift des Komponiften bey jedem 
Strich aus dem Refonanzboden der Geigen pro- 
tejtando hervorfchrie. 

Mit dem Lefen ©der Recitiren eines Ge- 
dichts, erne? Rede id es bey weitem nicht fo. 
Da bleiben doch die Gedanken inimer noch 
verftandlicher, weil fie in einer beftimmteren 
Sprache, als die mufikalifche ift und feyn kann, 
ausgedriickt werden. Nehnit den argften Leyer- 
mann, wie man ihn bisweilen auf Kanzeln und 
Rednerftiihlen findet; hat feine Arbeit fonft in- 
nern Gehalt, To mag er heulen und zerren, 
oder feine Perioden par force jagen, wie er 
will, er wird imme? noch eher geduldet und 
— verftanden, vmd der Charakter feiner Arbeit 
wird feibft unter alle den Mifshelligkeiten den-* 
noch eher herausgefuhlt werden , als der Cha- 
rakter eines in Abficht des Vortrags und in- 
fond erheit des Zeitniafses vollig verfehlten Ton- 
ftiicks. Und das nicht bios darum, weil wir 
in der Welt mehr Wortc fprechen , horen und 
lefen, als fingen, geigen und pfeifen; fondern 
weil die Gedanken des Componiflen Jchon bey 
ihrer erjhen Produktion ihre Formen unter dem 
Bedinguifs gewijfer Zeitmumente erhielten t und 
ihr Verftandnifs alfo grofsentheils von der Be- 
Wgung unAi deivZeit abhimgftyHht wnlcher flc 
ihrer Entfteh.ung nach leben und wirken follen. 

Ein Tonkun/Uer -r— nicht ein gelehrter 
Tonklauber, der in" fein kaltes Papier noch 
kalter bineinfchreibt — arbeitet einzig und 
allein um des Ejfekts willen, den feine Sa- 
^ben auf richtig empfindende und der Mufik 
einpfanglicne Menfchen machen foltan. Die- 
fer kann aber fchlechterdings nicht erfolgen, 
wenn ein fo wsfentliches Bedinguifs, als rich- 
tigea Tempo ift, unerfullt bleibt und das Maafs 
der Zeit, alfo die Sumine des ganzen Vor- 
trags v^rgriffen wird, als welcher fein Eigen- 
thimiliches mehrentheils von der Zeit ent- 
lehnt. Ein Allegro, z. B. worin alles iiber- 
trieben wird, wie wollen fich darin die Ge- 
danken gruppiren , wie die MaJfen gehorig her- 
Yorgehen konnen? Ein cantabler Satz, worin 
ernfte, gemafsigte Empfindung, vielleicht gar 
leichte Sch wer ninth herrfchen foil, wenn der 
dahin gejagt wird, wo bleibt da der Charakter? 
lift. es. nicht, als wenn ich einen ernften, in 
feinen Betrachtttngen und Gefiihlen verlornen 
Menfchen bey den Arm ergreife iind mit ihm 
fiber Hals und Kopf da von renne ? — Oder ge- 

Sentheils, wenn ein munterer Satz, worin die 
elle Freude lodert, pfleginatifch daher fchleppt 



und, ftatt kraftig und lebendig fort zn ftro- 
men, den traurigen Schneckengang einher 
fchleicht; wenn das aufbraulende Feuer einer 
volltonigen , rafchgefchwungenen Sinfonie in 
leifem, matten Geton, in fchleichender Be- 
wegung erftirbt und das Grofse , das Erhabene 
und Kiihne , aus Furcht der umfturzenden Spie- 
ler und Sanger, falls fie im wahren Geifte das 
Tonftiick herunter arbeiten, nicht von der 
Stelle will: wer vermag das auszuhalten und 
wer will nicht viel lieber fein Ohr von ailer 
folcher Orchefterhudeley wegwenden und es 
deui Fiedclverslcr leihen, bey- dem er im 
voraus auf alle Anforderungen Verzicht ge- 
than hat? 

Und doch finden wir derglcichen Mifsgriffe 
alle Tage, wir mogen unfer Ohr hinwenden, 
wo wir wollen. Keiner mufs fich daher bey 
feinen Arbeiten der allgemeinen Diskretion 
mehr uberiaflen, als der Tonkiinftler, der *u* 
Darftellung feiner Gedanken Kopf und Hand 
und Stimme fo vieler Menfchen braucht, die 
felten alle wiflen, was fie wollen, und noch 
weniger, was der Couiponift von ihnen wjlL. 
Zwar hat man der Benennungen und Bezcich- 
nungen viele eingefiihrt, die den Charakter des 
Stiicks angeben follen; allein dabey ift i miner 
noch viel Unbeftimmtes und Unficheres. Emv 
Wettot eine gewiflw Zeitpcriodc hat darauf Ein- 
flufs, wie denn jetzt z. B. das Allegro gewifs 
um den dritten Theil lebhafter genoiumen 
Wird, als vor funfzig Jahren; oder das Lokale, 
die eingefiihrte Sitte und Manier, die Fabigkeit 
der Spieler macht dabey manche Aenderung * 
oder aber, wenn das alles nicht ift, fo bleibt 
doch die Ausfiihrung einem Anfuhrer iiberlaf<. 
fen , der entvveder ein lebhaftes oder pfiegma- 
tifchca Temperament hat, und der heute mehr 
als morgen aufgelegt feyn kann, das Tempo 
lo oder anders zu nehmen, *) r 

Dafs ein Tonftiick alfo im richtigen Zeit. 
xnafse vorgetragen werde, dazu gehdrt ein 
richtiges t Jicher leitendes GeJziM, oder ein ee- 
wilfer Takt, den Charakter eines Stiicks, feibft 
nach kurser Ueberficht delTelben zu treften. 
Dies aber fetzt fowohl natiirliehes mufikalim 
fches Gefiikl, als infonderheit einen geubten 
Sinn fiir den Numerus, den Periodenbau, die 
Hythmen, die Befchaffenheit der im Tonftiick 
herrfchenden Figuren, und vor alien Dingen 

•) Wie viel oben ? in noch die ftirkcndcn Trank. 
chen und Libationen, die mauschmal ror Con 
ee«en vorab genoffeu werden, Eiuflufg da««f 
heben i mdgea, ob em Stftck gefordert nrird, ol«r 
aichtf mag man beiiebigft inSwahuunJ »eCe£ 



viel Beurtheilungskraft , voraus, die man fl«h 
chirch Stadium nnd Rrfahrnng erworben ha- 
ben laufs , und_die jyiedariiux die Sadie einer 
langen und anhaltenden Uebung ift. 

Dafs dies alles nun ganz voragiglich, eihem 
Orchefteranfu-hrer eigen ieyii miiHe, fieht jeder 
von feibft, Allejn nicht jeder hat dazu die ge- 
horigen Einfichten und Talente, fo, wie &e 
der Conzertmeifter Fifendel in Dresden ge- 
habt haben. foil, von dent man erzShlt, dafe 
er nie , auch nicht em einzigesmai die Bewe- 
gnrig eines Tonftiicks verfehlt babe; ja dafs 
fogar ItaJJe verfichert haben foil, Pifendel treffe 
das Tempo in feinen Opern befter, als er felbft. 
hmtt vomy verftoifbenen Concem*ieifter Piani 
IJenda fozi man, dafs erttafs Tempo von neuen 
puanzifcheit Concertcn beiTer angogeben und 
getroffen habe, als der Componift felbft, wel- 
ches einem Lefer, der felbft Componift ift, 
lebr verftandlich feyn.wird. ... ., 
I i Sollte maw nun. tf§ die^Sache fo fehwie- 
jig und mifslichnift^ xftid darauf ■! foviel an- 
kcinmt, nicht etwa noch anf beTondere Xei- 
chen, aufser den gewdhnlichen Ueberfchriften, 
bedacht feyn , womach^xnan. fan Jbgleicli rich— 
ten kflnnte? Oder follce man nicht, wie Outinz 
vorgerchlagen, den Pub zu Hiilfe nehmen, 
oder wie Scheibe und and ere wollen, die Dauer 
der Siitze nach Minuten und'Seltuhden bemm- 
men und lelbige d ruber fchreiben? - Nein* 
wider allea das Tatst Hch viel einwenden. Wer 
fich nicht auf die charakterifdfche Sprachc Ver- 
fleht, in wtdcher Geijler dutch PVcrke mit eitu 
wider fyreehen , dent helfen alle Zeichen nichts, 
und wenn er auch, trots dem beften Freimau- 
rer, in der Lektiire der Zeich.n bewarfdert 
ware. Der Puis kann leicht nach der Teiripe- 
ratur des Heizens, nach Fuicht und Freude 
vibriren, zuinal wenn das finftere Geficht einer 
perfonificirten Kunft des reinen Satzes, oder 
— ein paar fchone blaue Augen gegeniiber 
find, uni dercntwillen wohl Ichon eher ein 

eiar Manfchetten in der Welt gezittert haben. 
nd was nun gar die vorlaiifige Zeitar-gabe be. 
trift, fo heifst das die Pferde hinter den Wa- 
gen gefpannt; denn man kann ja die Dauer 
des Stiicks bey einer angenommenen Bewe- 
gung ; nicht ehsr erproben, ids bis man es Ichon 
gefpielt hat, und das will man ja erft. foch. 
ftens alfo konnte dies Mittel bey Proben von 
einigem Nutzen feyn. 

Es wird alfo wohl kern anderes Mittel 
iibrig bleiben, als rithtig lefen, empfinden und 
beurtheilen zu lemen, und es wild wohl in 
der Mu£k nicht anders feyn, als bey der Lek- 



>»9 

Hire und Demarcation e'er Scarifies. Wer ei- 
rien gefunden Sinif, Tchneiie und richtige Beur- 
theilungskraft, Uebung und Erfahrung und 
Kenntnifs von dein hat, wovon die Rede ift, 
der wird auch anf d*er Stelle gut lefen, und fo 
Wist fich alio auch niit Anwendung anf die 
. Entdeckung des Charakters eines Tonftiicks fa- 
gen: eos. unge leanem, Der Doctor Luther war 
ein vortreflicher Kraftmann; ein jeder, fagt 
er. lorn' Jfitine JLektion, fo wird es wohl int 
jftmfe ftohn t und diefe feine Sentenz pafst auch 
gar lekr auf Opemhaufer, Komodienhaufer und 
Konzertfale, wie denn die Wahrheit iiberhaupt 
auf sjle Dinge diefes Lebens pafst. 

jfnkiindigung. 

Batch iten ungewolinlich fiailcn Abfatz mpintt 
kleinen Klavierfonatec bin ich errauntert worden,. 
die Fortfetzuug oder den dritten Theil derfelben zu 
fchreiben. Diefe drir.te, ebcufalis aus 6 Sonaten b«- 
i fiehende, Sanimlun» itt , ' dunkt mich, fo ausgefal- 
! len, dafs man fie wabrfcheinlich den beyden erftern 
Tlieilen noch vorziehssi, und befond«rs fiir ange- 
• hendfe^ Klavierfttieler fehr brauchbar fipden wird. 
Von jetzt an bis ,zu Ernie des Septembers d. J„ kd- 
Ret dss Exemplar praemunerando nur iq Grofcben, 
deifcl.OAisd'or zu 5 Thalein gereebnet; liachLer wird 
der Preis merklich erhiihet. Die bereiis ferugen 
Exemplare find in beydeii Schlnfseln zu babtn. 
Wer obne weitero Auffordeiung Prailumeratiou fam- 
ipelt, oder niehreie Exemplare zugicich veifchreibt, 
der crhalt das tOntte hafb, do 5 *ohme kbev gane i 
frcar. Die Briefe nmf« idi mir frankirt erbitten. 
Halle, Jxa Avgu&i 1793. „ -*..„'. 

JD. St Itirk. 

In der neuen Berlini/chen Mufikliandlung find 
zu, haben : 

Grosbeime, (G. C.) Thema mit i2 Variaaionen, fftr 
das Klavier oder Pianoforte. 6 Gr. 

Dittersdorfs, SJ.nfonie aus dsr komifchen Oper: der 
Gntsheri'. A Gr 

Schmieds, (Siegfried) frohliche und gefahlvolle Xie« 
der am Klavisr zu fingen. sQ Gr. 

Zumltee£8, (J. 1U Colma, ein Gefang Ofllans, von 
Gotbe, fttirs Clavier und Gefang. 20 Gr. 

Dittersdorfs Scbiffspatron, ode* der neue GiusheiT, 
eine komifche Oper in *wei Aufeagea. Im Cla- 
vierauszuge Ton Siegfried Sckmiidt. 3 Rtbi, 

■ ' 'l .HI. 

Folgcrde Romanze Iff nicht vom Bitter Fiorian, 
aber unltrcitig eins der befien Produkt* neaerer fran- 
z&fifchen Poefie. Es lit eine Fsinbeit des Scheixe; 
und eine ausiebemle Naivitat daiftber hergegoflen, 
fo dafs man dadurcb angemeiu vergnflgt wird, zu- 
mal da die hochft einfache, naive Melodie gar f«br 
den Effckt begunfiigt. Diefe ift gaiia fo, wie fie 
Rouffeau yon der Romanze rerlanet , einfaeh , obne 
Zierrath, Co daft fie, ohne vom vortrage leben zu 
darfen, durch fich felbft Effiekt macbu Man fibev- 
febe darin ja nicllt die Schlufsfftlle, die bty jedtr 
Wkdurholnng gewitmen. 



iai 



■3rt' 



, ) fipmance, pitr Mr.' Trahdtr. 



Miu " ' : t i <• - 



-■'■' r '' n u ' V- "4 * , ' ". ' """~ ,, tn it" ,f ' , a ~ , f- 'F* ■ j.; f -m ' f-F-r- 



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J?,",, ^haanteau xnantefctt fans che -mi. fe\, ! iidn ^ue i'a-i Aji pnt 
Celt qic la "fieniue.%> ltti r >fut pri- fo, «n kuchatraaiit a xbvni?K ->quer 



i ' ' ■ v- 
fcn man i quer 




E|=^fe^e= ^!=r 3^i Sea 




Sur-prispa cueijlanf u . ne pomme,, pommo de rife ana ; au mdu - liu, on IV-voit 




-4P»^ 



~jt-^F^ j -jAr-lP--- ^-^ 

' H "■ ' ' "" 'T' I " ' , 'y.'.fjf ' I jff ?7 "" ! 




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.X. jfc, i 'if.'i i» j ■,) ■ i B hi i i- 1 1 hi i<| 1 1 ii i'i 'ii ii i ii ' i i i 
- ■ , i ) ■■ J uj . i n . |^ , ji i fr , . " If " i ■ > ■■■? ■ i 



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XniS nild ,COStl»«» -l'Loaunc' ; "-pn -' |«-<dnif '• bnf-^B' ;cw "• |»— «U"» 



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» «i ' ' '"".| ... ' . J . ' • - JJ - ■ ft - ' I . 1^ !■■>!! ■■■■ < t \ , \ I || j I l^ .ll. | |l.l»..l 1 4" ■ ■ < ■!« 



M ' H i I ll ) ll H i| i l | l Hi ll \ I 1^ 



Aux bords glaces de la riviere ^ 
Au p'oirit de jour , demi - Jsnviei- 
II fut.ce jour la fa piiere, ' 
Penfant a Dieu molns qii'au mennier 
te. manteau dans cet avanture 
;Bt cette faifon'tanii figuier* 
• ''.lie prefer ra de queiqiie injure 
' Sans i*enlp^chi!i• , d'alter nuds pietlr. 

La Bife foufljant a merreill«, -. 
. L'ami.fo fait de ton ntanteflu^ 
Depuis la . cuill* vera Toreillp 
Culotie, habit, refte et chape^u; ' 
Le foleil qui parut "eh ri're} 
'Die-piti^-Nriiit-le rediaitffev ■ ,t ',, 

^ Mais f on courrpuac . devOi t ' f uffire 
"Son courroux pret & l**tattffer, . . 

A - 1- 6n jamais ru' dans le rndtide 
f Au rendei? rous plus d« imaihenrs? , 
G'«ft oe qtt' , il dhahtoit pi^s de l'onde 
-.Que .h^arrit* point fa douiear. 
%ti toij.v eft t^te Vb'tuf *itop habile, ^ 
-Bell^ inetliudre ailic yett* mentelurt i 
LaVrips' Mix dames de 4a villa, 
A "t%(Jttilleic letit ftttiwuiri* 



( , , 



Durant cette nuit deirayftere i 
, Vous appelhlz di? ip" r«niour; 
S£t vous apppllez ,vo.tre niere 
Seulenieht vers le poirtt du jouYl 
Votre'pere dsns la famille • " 
S"en ra chereher . douee temoins 
Pour prpuver que vous etiez fille? 
HeLsl il ne falloit pas nioins. 

■ Mais dites inoi ,,. temoins faulTairej, 
, Vous qui vpulcjs ^uoiqu'il en foil, 

?>an» ina bourfe, maudits corfn ires', 
lutdt 'qu'au feu mettre lb doigt; 
■ Dites' moi quand on ' vit en France 
Une race do qoibeaux blancs , 
Et feulement uue . apparence 
De meuniere 61le a vingc ans? 

A ces mots Tami fe retke. 
,£parjgnes>le rents et glayons. 
RR)i, j*ai fait la chanloh pour' rir« 
Ah I je rirai de ces earcons<.<t a 
Qui trompent la maitiefle lionnet* 
Far des fexmens le lQi^gdu jour 
fct font trqmpes pat ta Grifette 
La aiuit au aioulin de raa»6ur; * 



-*?'. i 



3S2 



iA%'i«li: 



7T 



BERLINISCHE 

MUS I K A L I SCHE ZEIXUNE 

EIN UND DREISZIGSTES STUCK. 



Den Jten September 1793. 



-T 



dnekdote von Kimbciger; als Nachtrag znr 
vorlgcn kleineu Abhandlung iiber die Be- 
weguug. 
¥/" iinbetger pflegte in feine Sachen ofters 
J|j^ Siitze hineinziunifchen , die nicht durch 
ilae inneie Belchaffenheit, fondern bios durch 
die Art der Notirkunft fchwer wurderi, und 
den ficherften Spieler bey in eiften Anblick ver- 
wirrea konntcn. Gelang es ihm jemanden da- 
init zu iiberralchen und hi Verlegenheit zii 
fetzcn, To war fein Vergniigen voilkommen. 
Zu jener Art von Schnurreh gehoret linter ah- 
clern elne Menuet aus dem liar ten E, aus ei- 
liem Violintrio in diefent Ton. In diefer Me- 
nuet beweget fich der Bafs vom Anfang bis 
z'uia Ende in lautcr 'Viertheimoten fort, wah- ' 
rbnder Zeit die Violinen, in Noten von grof- 
ferai Werth, gegeneinander fyncopiren. Da 
der Coniponift lich mit Vorfatz kciner Bin- 
dnrigsflriche bey den Syncopationen bedienen, 
und das Tonftiick nicht auf eine verfiandliche 
Ait zu Papier bringen wollte, fo kommt es, 
dafs wider 'die Natur und Ordnung des Drey- 
viertheiltacis, inancher Tactraum aus einer gan- 
zen und halbfchlagigen, oder audi aus drey 
halbfchlagigen Notea, mi thin aus' dem Werth 
von lechs Vicrtheilnoten befteht, lind folglich 
Lin iind wieder zwey Tact£ in einen zufam- 
litengezogen werden. — Nachdem Kirnbe'rgcr 
bereits in der Stille auf feiner Stube manchen 
angchenden Violiniften mit diefem Kunftftuck 
ahgeftthrt, und frch dariiber gefreuet katte, lb 
wandelte ihn die Luft an, auch ein paar Virtuo- ! 
fen da mit auf die Probe zu ftellen. Er nahm 
Salomon und Midler, von welchen fich der erfte 
bekanntlich in London, und der andere, fein Schil- 
ler , in, Stockholm aufhalt, aufs Korn, und das 
Uiigefahr wollte, dafs fie alia drey bey einer 



mufikalifchen Verfam'mlung zufammen trafen. 
Kiniberger, der vor Ungeduld brannte^ dea' 
beyden fiolzen Geigern eine kleine Rothe ab* 
zujagen, ergriff die . erfte befte Gelegenheit, "« 
fein Trio aufzulegen, zu welchein er felbft 
allein die Bafsparthie auf dem Fliigel machei& 
wollte, ohne ein Violoncell dabey zuzulaflen. 
Salomon und Mitller traten vor ihr i'ult, un- . 
terlicfsen aber nicht, nach ihrer Gewohnheit 
und urn fo mehr, weil lie die Launen des 
Triocomponiften kannten , ihre Stimaien *t 
Argusaugen fluchtig durchzulaufen. Da k „a'» 
der letzten Menuet die grofsen Pfundnoten ge- 
wahr wurden , lo zeigten fie- lot die <einander 
lachelnd, und t das Trio nahm feinen Anfang.. 
Es wollte aber diefes mal der Gott Monius die 
Wiinfche feines Freundes Kirnberger nicht er 1 - 
fiillen. Als nehmlich der erfte Theil des An-* 
fangsallegro wiederhohlt ward , * fo fuigen dies 
beyden Violiniften an die Kunfte thres Bogens 
durch verkehrte Striehe zu zeigen , durch wel- < 
ches Verfahren der im Tacte niemais achere 1 
Kirnberger in folche Unordnung gerieth, dafs 
er roller Verdrafs vom Fliigel aufltand, und 
den Ausgang mit der Menuet nicht abzuwar- 
ten Lull hatte. Man freute fich uber die Art, . 
womit er fich aus dem Concertt|entfemte, und', 
Mara, der mit feinem Violoncell ganz imifstg 
da ejelelfen hatte, wurde erfucht, das bedenk-, 
liche Trio zu accompagniren. Es gcl'chali, und 
das Trio wurde vom Anfang bis" ziiiu En<ie 
ohne den geringftcn Fehler execuriret. 

, Ifeinichen und — Schivenke, 

Der ehemalige mit Recht beruhmte Ka- 
pellmeiftcr Heinichen in Dresden foil ein Penk- 
regiller iiber alles gefuhrt haben, was man von 
ihm Gates oder Bofes gefprooben hatte. Ec 

H h 



»aa 



vflsgte es «fc*s fchwarxe Regijler teu nennen. 
Einsmals erfuhr er, dafs ein Mufiker leine 
Compofitionen zwar gelobt, aber hinzugefiigt 
hatte, dafs fie alle mit der Terz anfingen. Er 
laumte keinen Augenblick, diefes Urtheil in 
fein fchwarzes Regifter einzutragen; fiigte aber 
in Anfehnng des Anfangs mit den Terzen hin- 
zu: „Ea ift felbiges wirklich wahr. Man mufs 
„fich hierin beflern und es kimftig nicht mehr 
„thun. " — Schade, dafs der Concertmeifter 
Pifendel nach Heinichens Tode das fchwarze 
Regifter ins Feuer geworfen hat; denn damit 
find wahrfcheinlich manche lehrreiche Anekdo- 
ten und Selbfigefiandnifle, wozu ein Tonknnft- 
ler gewohnlich fehr felten zu komnien pflegt, 
zu Nutz und Frommen anderer verlohren ge- 
gangen. 

Und diefe konnten denn heutiges Tages 
Nieinandem mehr zu Statten kommen, als 
dem unfehlbaren und mit fich felbft foaufser- 
urdentlich! zufriednen Hrn. Schwenke in Ham. 
burg, wenn folcb ein vornehmer Tonletzer 
der unau^gefordert der halben Welt den Cata- 
logus von feinen wichtigen Operihus gratis- 
anbietet und Zeitfchriften , die fein Handwerk 
betreffen, nur fo ganz von ungefahr und nach 
einein halben Jahre lieft, nicht langft iiber alle 
Appiikationen hinaus ware. Diefem wichtigen 
Manne, der wohl noch endlich unfern Ph. 
Emanuel Bach in Vergeffenheit bringen wird, 
auf deifen Mufikdirektbrjal-Stuhl.er zur Stun- 
de fitzt, fcheint die freimuthige Recenfion fei- 
ner Sona ten im 5ten Stuck der muf. Monaths- 
fchrift, die etwas ins- Detail geht, iibrigensmit 
aller moglichen Achtung und Schonung *•) ab- 
gcfafst ift, imfner noch in feiner Zirbeldrufe 
zu kribbeln, imd deshalb niefst er einmal iiber 
das andere in den Hainb. Correfpondenten 
hineih. Je nuu J Gott helf'e.' — 

Dergleichen Erleichterungen purificiren das 
Cebirn von aberwitzigen Einfallen, wie jener 
ift, d«r ihn unlangft in die Barbierftube zu 
Spvilla gefiihrt hat, und geben, was einem 
gropen Schwenke mehr als alles ift, eine Pu- 
bhcitat iiber Hamburg hinaus, wie fie der kleine 
Bash gewifs nicht hatte* 
■l ■ ■ > . £>er Pecenfent. 

*) Z. B. Der Schlufs der Recenfion lautet alfo: 
4 ^Rec. hat mus Achtung far den Hrn. Verf. fich 
„diesmal fo genau auFEinzelnheiten eingela/Ten, 
„und wttnfcht fowohl, dafs deifelbe als ein ta- 
„#*^p/^r,*i^ftre>end*rj&iinitler," (oder wird er, 
der yor ein paav Jahren noch Student war und 
i?, l f J ^ b ^ n* cht viel , "ehr horen kann, al$ 
tftckfelbfti etwa fchon fich einen vollendeten Kuiift- 

-.. Jtr ,4mm»n wolleu?) „Uber den Tadel hiu und 



,,-meder weder bofe Werden, noch uns Sachen 
„von feiner Arbeit, fie feyen nun Sonaten oder 
„etwas anders, lange vorenthalten moge. *i — 
Man entfcheide, -was von einem Manne, von 
dem damals im Publ. wenigfiens, aufser einzel- 
nen gelegentliclien Liedern, die als folche noch 
dazu fehr wenig taugen, nichts melir als jene 
lange noch nicht voRkommene Sonaten vorla- 

Sen, Tom Rec. wenigftens nur cekannt wartn, 
ch Grfifseres und Schmeichelhafteres foil fagen 
laflen? Aber der Weihrauch, deu gnte Freunde 
fchon, wie cr die S telle bekam, ihm urn die 
Nafe raucherten and die gradeaus dem Publ. 
weifs machen wollten, man habe das Genie eines 
Handel an ihm erhalten, hat dea jungen Mann 
trunken gemacht. — Mat fich was zu Hdndeln I 

Verfuch etner Elementarlehrc for die Ju* 
getid am Clavier. In Frage und Antwoit 
aufgelo/i, mit Tabellen (es find deren 17 
in Kupfer geftochen) von Pf\ Rong. Pots- 
dam bey dem Verf. und in Commiff. der 
N. Perl. Mufikhandl. i 79 3. (» Rthl?) 

Anweifungen fur Kinder find grofstentheilf 
unvollftandig und in Ablicht des Ausdruckt 
und der Erkiarungen nicht felten unrichtig und 
fchwankend. Man mag es anfangen, wie man 
will , felbft die Methode in Fragen und Ant- 
worten anwenden, Lehrbiicher bleiben fur fie 
allemal mifslich, und find nicht leicht zu rchrei- 
ben; denn ihre Falfungskraft vertragt keine 
vollftahdigen Begriffe und 'Definitionen. In. 
deiTen kann man nicht leicht zuviel zur Er- 
leichterung der grofsen Kinder und zur An- 
weifung der gemeinen Claviermeifter beitra- 
gen ; denn unter den ietztern giebt es welche, 
mit denen es gar fehr fchlecht beftellt ift. 

Dehi Verf, diefes Verfuchs, der fich in der 
yorrede als einen befcheidenen Mann ankiin- 
digt, der durch Tein Werk keine Clavierfchule 
zu verdrangen veruieint, was auch nicht an- 
gienge, hat, da ihm diefe Form nun einmal 
beliebte, immer etwas zur Erleichterung des 
erften Untenichts beigetragen und die von ihm 
felbft geftochenen Tafeln zeugen von Fleifa 
vmd Einficht. FreiUch fcheinen die Sachen 
wohl grofstentheils aus andern Biichern, in- 
fonderheit aus Turks Clavierfchule entlehnt, 
wovon jetzt auch ein wohlteiler Auszug zu 
haben ift; indelfen giebt dies dem Werke nur 
um fo mehr einen grofscrn Grad von Brauch- 
barkeit, ob wohl freilich ein fo benutzter Autor 
manches dawider haben konnte,, 

Freimaurerlieder mit\ Melodieen. Herausge. 
geben von Ambrofch und Bbheim. Erfter 
und zweiter Theil. l79 3. <N. Berl. Mufik- 
handl. iRthl. 8 Gr.) 



i ao 



Dfcj, edfe Fre^npurergefellfchaft hat leider 
das Schickfal, dafs lie grofstentheils nut wafs- 
rigen Reden, profaifchen Gedichten und un- 
melodifcheri und noch lhehr unharinoaifchen 
Gefangen vorlieb nehuien mufst So viel der 
Iiederfammlurigen Mi Ercim. dei% Kedi nodi 
vor^ekommen find, fo glaubte er wahr zu neh- 
men, dafs darin auf die Nachficht, welche auf 
Rechnung der gefellfchaft lichen Freude borgt, 
mehr oder weniger drauf los gefundigt war. — 
Vorliegende Sammlung ift nun freilich auch 
noch nicht eine Sanindung von voliig rein en, 
durchaus zweckinafsigen und untadelichen nm- 
fikalifchen Gefangen; allein da3 Mehrefte darin. 
ift doth nach Umftanden immerhin gut zu 
nennen, und fd kann lift denn aho .nut altera 
Fug und Recht *u ihrem beftinijnten Gebrauch 
empfohlen werden. £3 find darin, aufser den 
xwey fogenannten Canons, der Gefange 5o und 
mehrere derfelben zeichrien fich durch guten, 
fliefsenden Gefang, herzliche Empfindung und 

5ute Manicr ?u«. Die beften find von W. und 
?. , fP'-t GurrUch und Cartellieri, obwohl 
mehrere von A ebenfalls riihrenden und em- 
pfindungsvollen Gefang haben.. Allein man 
fieht, dafs diefer A mehr ein guter, gefuhlv oi- 
ler Sanger als Liederkomponift feyn mag ; denn 
es fehlt den mehreften feiner Gefange an j«ner 
Struktur, welche die Ktvnft erfordert. Es ware 
Z\x weitlanffig, ins Detail zu gehen. Indellen 
gut vorgetra^en werden viele an Oft und Stelle - 
lhre Wirkung thun. Vorziiglich haben Rec. 
gefallen No. 24 (Druckfehter cis ftatt A), 7, 
9, 16, 17, 28, No. 6, 8, x5, fio. 

Antworten. 

Dem Hrn. Correfpondenten aus Friizow 
bey Cammtn, dient zur Nachricht dafs die 
iiberfandtenMufikftiicke richtig eingelaufen find, 
dafs fie zweckmafsig gefunden und zuin Theil . 
benutzt werden follen. 

Dem Hrn. Correfp. in K. wiirde auf feine 
Anfrage: ob eine Mufikdirektorftclle beym hie- 
figen Nationaltheater vakant geworden? langft 
geintwortet worden feyn, weirn der Fall da 
gewefen ware. Es find der Dhectoren gegen- . 
wartig Xlvey vorhanden. 

Einem Anonymus, der fich ineinen Uni- 
▼erfitatsbekannten ncrnt und den ich wohl na'- 
her zu kennen wiinfchte, bin ich fchon langft 
fur feine wahrfcheinlich ganz wohlgeineinte 
Erinnerung, diefes Blatt betreffend, Fehr ve*. 
bunden und erkiare Ihm, dafs der bewufste 
Zufatz kein Ausfall auf einen achtungswerthen 
Stand, foxideni nut eine Nebeiifache hat feyn 



follen. Man mufs nicht gleich das\ Aergfte 
glauben , wenn einmal ein finch tiges Wort 
durch die Feder lauft. Die" zugleich iiberfand- 
ten (jedrchte find" nicht mufikalifch genug, ura 
Melodieen darauf zu fetzen. Es wird ein- 
mal uber diefe Materie ; eine befondere Erklai 
rung erfolgen. ,, ^ 

Dem wiirdiffen Hrn. Pr. B. in D., deJTen 
Brief aus dem Chaos der Papiere erft jetzt wie- 
der hat hervorkommen wOllen, mag, unter 
dem Wunfche feiner Verzeihung, zur Antwort 
dienen, dafs das Werkchen des Hrn. v. Tern* 
pel/iof (olgeixden Titel hat: Qedanken iiber die 
J?eiriperatur'Aes Hrn. Kirnberger, nebfl einer 
Anweijitng fygeln , , Claviere, Fiiigel etc. auf 
etfie. tfichte Ait i,u ftimmen." Bed. und Leip- 
zig 47^5. Es itehef. auf Verlangen zur Durch. 
ficht zu Dienften. 



Faris. Btrfi^orro in Aa Strffie Tiquetoniie No^ 
jo ^kommt ein Journal de gttitarre heraus. Die Sub- 
scription fttv ift Cdiiera betvrtgt 20 Livret (dtler? 5 
Thalei- |>rr coim) rfi| fmmteiMmttttndcn CmA. E# 
iind. bcieiti' ^ comol^tte Jfthrgftnge- erfchienen. Da* 
10. und 11. caliier des fiinften Jahigangea, die eben 




ftihrt v^piden. Die Hymne der Marfeiller mil V«- 
riationcu uinT die Carmagnole. 

In derfelben Ilnndlung find auch fttr beiftehend* 
Preife id Jiaben; lfl duos pour deux, cors de chalTe 
corapofes par J. M. Cambini. ^liv. la fol. Echo 
pour delix ckrinettes par J. Haidn. > liv. 10 f. Ou- 
verture des Evenemens imprevnspar Ferriere «ran» 
g^e pour le Clavecin avec uu viulon ou une Flute 1 
St. L. 8 f . Ouverture du Club des bonnes gens, ar- 
ia ngee idem a. L. 8 f. Domine falram fac Rempu- 
blicam a 4 voci et forte piano; dedie aux peupies 
libres par Martini, 2. L. 10 f. 

Bey Huet in der -dtiafse St. henov6 No. 70 ift zu 
haben, 6 Airs 011 romances avec acconip. de giiitaxre 
par le Moine. 2. L."*i6'T. ., ...,'.'.,.;■. 

(Die neue Mulikhandlung in Beriin nimmt Be* 
Aellungen deshalb an.) 

In der neuen Berlinifchen Mujikhandlung Jin& 

zu haben: 

8terkel t ,(J. F.) SooiUe jour le Clavecin oil Ftfrter 
Pianw, Violon it Violonctlle obliged. si Gr. 
: Koael iicA »-{&«) 5 Sonatea pour If Clavecin on ^1* 
Fortie- Piano avec ace. de Violon et Viold««e|l0: 
op; 27. aHthl.i5-«r, 

Horn, (Cli. F.) 3 Sonatas for the Pianoforte orHarp- 
fichord with an ace. for a VSIflltr or Flute, op. 

2 Rthl. aftCrr. 



II. Book I. 



Das Mufikftfick ift aus der neulich angekundie-. 
ten neuen kleinen Sonatenfammlung ron Hrn. Mu- 
iikdirektor Turk in Halle und kann wohl nach deT 
baldigen Erfcheinung derfelben begiertg machen. 



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Adagio ariofo. 



JO. G. TurK 



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BERLINISCHE 



MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

ZWEI UND DREISZIGSTESi STUCK, 



Den i^ten September 1J93. 



Erwin und Elmire, ein Singefpid in zwei 
sfctcu von Got/te. In Mujik gcfazt von 
Jo/iaim Friedrich Reichardt. foUhaiidi- 
ger ClavierausiMg. Berlin, im yhrlage 
der neucn BerUnifchcri Mulikhandluns. 
(a Rthl. 16 Gr.) J ° 

Da es nun einmal in unferm lieben Vater- 
lande leider! unmoglich ift, vollftandige 
lamturcn drucken zu laJI'en, ohne betra'chtli- 
chen Schaden zu ieiden, fo inufs man es clem 
Herrn Kapellmcifter Reichardt recht i'ehr Dank 
wiiren, dais er uns wenigftens einen fo wohl- 
gerathnen Clavierauszug. leiner braven Compo- 
lition diefer Gothcfcheri Oper mitgetheilt hat. 
Rec. gefteht, dafs er die Guthefchen Vcrfe, okn- 
gcacktet er ihren koken dickterifeken Werth 
gewifs nicht abzulangnen vennag, nicht dtirch- 
gekends fur vortheilhaft zur Mufik halt: dafs 
aber die Keichardtfchen Compofitionen derfel- 
ben ihn faft allemal von diefer Meinung zu- 
riickzufuhren vermogen; fo vortreflicli weifs 
lick diefer verdienft voile Tonkiinftler an feincn 
Dichter anzufclmiiegen. Wie gut hat er nicht 
z. B. ofters, bey den, in den Gotkefcken Opem 
fo hiking wietierkommenden, knrzen Sylben- 
juarsen, die daraus faft unvermeidlich entfte- 
henden kurzen Rythmen, durch wohlgewahl- 
tes Ineinandergreifen der Hanuonieen, vermie- 
den. Beweife diefer Behauptung fallen bei- 
nalie auf jeder Seite in die Augen. 

Dafs Declamation und Recitation fehler- 
frey, unci ftellenweife vorziiglich fchon fey, 
dafur biirgt fchon der Nahme des Komponi- 
ften, der, mit dem Kapellmeifter Schnlz ge- 
nMsinfchaftlich, zuerft diefen Theil der Kunft 
zu einer Vollkomnienheit gebracht, von wel- 
cher man- vorher wenig Begriff hatte, — 



Ls geht uber die Grenzen diefes Blatte* 
hinaus, Beweife aus dem Werke felbft darzu- 
legen, aus welchen man lick von dem Geifte, 
dem Stil, der einzig wahren Manier diefer Art 
von dramatifchen Mufik iiberzeugen konne. 
Man mufs felbft lefen, empfinden und nack- 
itudiren. 

Vorziiglich gereitzt hat Rec. die vortrefl£„ 
che Scene des Erwin iva Anfange des zweiten 
Acts, welche fowohl von Seiten tier Melodie 
und des Ausdrucks, als auch von Seiten tier 
Declamation meifterhaft gearbeitet ift. Audi 
*&- y fl b^en Lieder: „Ein Veilchen auf der 
Wte/eftand, und: Sieh* mich Heilger, wie 
ich 6m" det.Naivitat und der innigen Em. 
phnduug wegen, fehr bemerkenswerth. Sollte 
Rec. etwas an diefer braven Mufik tadeln, fo 
ware es hOchftens die allzuoftere Wiederkehr 
emiger Lieblingskarmonieen , und die haufige, 
etwas matte Inl'trumentalbegleitung in eleich- 
formigen Viertel oder Acktelnoten. Wie we- 
nig bedeuten aber folcke leicht abzuwifchende 
Flecken, welche bisweilen durch einen einzi- 
gen Federftrich verfchwinden, gegen eine grofse 
Anzahl hervorftechender Schonheiten! 

Rec. glaubt iibrigens diefe Oper mit vie* 
Iem Fuge alien Liebhabern und Liebhaberin- 
nen des Gefanges, zum Studium der Singe- 
kunft, empfehlen zu konnen: da, neben einer 
groUen Menge fliefsender MelocUeen, auch 
niehrere Stellen lick finden, welche viel dazu 
beitragen konnen, Dilettanten in der aufserft 
fckweren Kunft der reinen Intonation zu iiben. 

fV -U r. 
Mi'mchner 31ufik. 

Der Churfiirft von Pfalz.Baiern hat die 
grofse italienifche Oper eiagehen lai&n, t un& 

L % 



126 



verwendet daf&r defto mehr auf das National- 
theater, welches dem deutfch gefinnten Fiir- 
ften zur Ehre gereicht und wohl Nachahmung 
verdient. Grofse Nationalfchaufpiele follteri in 
der Landesfprache gehalten wefden; Frank- 
reich, Schweden und Diinemark haben la'ngft 
vaterlandifche Opern gegeben, warum wir 
Deutfchen nicht auch? Mannheim und Miin- 
chen konnten una darin allenfalls fchon zum 
Beifpiel dienen. 

Die Hofkapelle macht fowohl im gewohn- 
lichen Schaufpiele, als in der deutfchen Oper 
das Orchefter an9. Die beiden Kapellmeifter 
lind jetzt Hr. Paul Grua und Hr. Peter Win- 
ter. Letzterer, der iiberhaupt fchon mehrere 
ernfthafte und komifche Opern, Cantateji und 
dergkichen gefetzt, hat erft im vorigen Jahr 
eine Oper in Neapel mit vielem Beifall ge- 
- fchrieben, und ift diefes Jahr wieder nach Ve- 
,nedig berufen worden, inn dort zwey Opern 
und ein Oratorium Betiulia liberata zu fchrei- 
e ben. *) 

Der Anfi'ihrer den Orchefters in der Oper 
ift Hr. Concertm. Eck, ein Mannheinier, der 
als grofser Virtuofe auf der Violine hinlanglich 
bekannt, aber ein eben fo gefchickter Anfiih- 
rer im Orchefter ift , in welchem noch das 
alte Mannheinier Feuer lodert, und das die 
Deutfchen Opern mit Genauigkeit, Feuer und 
Kraft exekutirt, fo dafs die Mufik ein fchonea 
Enfemble macht. 

Der Churfiirft hat fich einen neuen Plan 
'«i ein em deutfchen Schaufpielhaufe vorlegen 
lafleu » welches in Anfehung des Theaters und 
-der Couliffeifi eine ganz befonclere Einrichtung, 
zur Verftarkung des EIFekts der Mufik, erhal- 
t«n foil. Eine wichtige Sache fur alle Thea- 

*) Verzeichnifs feiner Singkompofitionen fur das 
deutlche Theater. 
Ernfthafte Opern s Helena und Paris, Bellero- 

Jon, Pfyche (deutfclv). ' 

Grofse italienifche Oper Circe. 
Eine ernfihafte Pantomime mit Gefan<*, Orpheus. 
Oraioriuni :'<*/« Pilger auf Kalfari. ° 
•Melodramen ; Leonardo und Blandine , Cora 
*nd Alamo, Armida in 3 Act. mit Choren. 
Comifche Opern: der Bettelftudent , das Hir- 

tenmddeheh, Scherz, Lift und Rache. 
CUritaten: Pigmalione, II Timoteo, Piramo e 
Thisbe t die verlaf/ene Dido, Vortigerne, Hec 
>r, Jgnes de Caftro, He ' 



tor, Jgnes de Caftro, Henri q K at"re, Bayer- 
fche Luftbarkeit , der f ram. Luftgarten, die 
Hochzeit des Figaro , Androinaque , Piogne et 
Philomele, neblt vielen Divertifl'ements. 
J*i Jtalien comp. zu Venedig Al Afcenfione 1791 
Catone in Utiea. In N«apel auf des Konies 
Mamensfeft 1791 Antigone. In Venedig im 
Carnevai 179a ifacrJfici di Creta. 



ter, von welcher, wenn Re naher bekannt 
werden folite, weitere Nachricht gegeben wer- 
den foil. 

Mufikalifcke Selbenheib. 

Auf der Churfiirftl. Bibliothek zu Mi'in- 
chen bcfindet fich, nach der Verficherung eines 
reifenden Tonkimftlers, eine fchone und reiche 
Sammlung von alten und feltenen theoretifchen 
und praktifchen mufikalifchen Werken. Ein 
Buch fiinf - und achtftimniiger Meil'en ; ein 
Liber mUTarum i/tfignium; Vier Miflen von 
Kerle, Flandern i585. Verfchiedene Ba'nde 
von den Meflen des Orlando de Laflb ; Patroci- 
niitm mufices, ebenfalls von Orl. Lajfo uiul 
mehrere haben feine Aufmerkfamkeit mit am 
meiften bet'chaftigt. Das Werk aber, was fei- 
ner prachtigen Geftalt und Seltenheit wegen 
vorzuglich inerkwiirclig ift, find ilie Jiebeu Buft- 
pfalmen Davids von Orlando de Laffb auf 
Pergament. Es befteht aus zwei grofsen JAeal- 
Foliobanden , wovon jeder Band 'clrei Spannen 
hoch und iiber zwei breit ift, zu welchen noch 
zwei kleine Foliobande gehoren, wdche die 
vielen darin enthajtenen fehr fchonen Malereien 
erklaren, und die ebenfalls fehr zierlich auf 
Pergament gefchrieben find. Ein jeder Band 
von rothem Saffian ift ungefahr mit fechs 
Pfund Silber befchlagen. An alien vier Ecken 
find vier Lowenkopfe von Silber fehr fchon 
gearbeitet und ftark vergoldet, und jeder Band 
wird durch ftarke vergoldete Schloffer bewahrt. 
Der Titel des Werks ift folgender: 

Septem Pfalmi poenUeutiales aufpiciis il- 

lujirijf. Frincipis Alberti Com. Put. Rhtni 

utriusque Bavuriae Ducis fact is itnagini- 

bus cum texto congruent ib us copiofjfime 

exornati et in duos tomos divili Anno 

MDLXV. J 

Der Hr. fob. Baplift Bernhardt Mitauffeher 

der Bibliothek und ein Kunftfreund, foil fehr 

vielen Fleils auf das giite Arrangement der 

.dortigen zahlreichen mufikalifcheu Schriften 

verwendeh und dabei gegen Fremde ein artU 

ger und dienftfertiger Mann feyn. 

Zum Kapitel der mujikal. Vorurtheile, 

Niitzliche Vorfchlage, fofern fie nur aus- 
fiihrbar find, verdienen sllen Dank; aber un- 
ftatthafte oder gar unbillige Zumuthungen kann 
man nicht anders, als von fich weifen. So 
hat eSj jungft einem auswartigen Anonymus ge- 
fallen, auf eine ziendich zudiinglifche und un- 
befcheidene Art fich iiber diefe Zeitung auszu- 
lailea und manchetlei vorzufchreiben. Er will 



2. B. dafs nur mur. Ajisiuge aus den Sachen 
von gekronten grofsen Meiftern gegeben wer- 
den, welche er nanientlich daher nennt. Sie 
follen hier nicht angezeichnet werden , urn den 
mltunter fehr wiirdigen Mannern iiber die ver- 
geffenen Nanien fo manches wackern Kfmftlers 
eine Rothe zu erfparen. Unter den Gekronten ift 
vorziiglich auchf «r^//o(Paifiello) wie naturlich ! 

Aber wie herrfcht doch das Vorurtheil in 
fo vielen Kopfen, als fey beruhmt feyn und des 
Ruhmes vorziiglich wit r dig fey n einerley! Und 
wie weit mehr werth ift manchem die gering- 
Jle Lappalie von einem gangbaren Rbmponi- 
ften , als das fchonfte Stuck von einem minder 
bekannten Manne! Hafcbt man z. B. nicht jetzt 
nach jedem Schnittchen Notenpapier, das Mo- 
zart irgendwo hat fallen lalfen , legt fogar ganz 
heterogene geiftliche Texte feinen Theaterge- 
fangen unter und macht dadurch ein albemes 
Enfenible, delfen ficli der Geift eines Mozarts 
fchaiuen miifste. M. war ein grofses Genie; 
allein ift denn alles ohne Ausnahme meifter* 
haft , was er , Oder Pleyel etc. gefchrieben ha- 
ben? Mozart hatte eigentlich wenig hohere 
Cultur und wenig, oder vielleicht gar keinen 
wiffenfchaftlichen Gefchmack; er hat in feinen 
ubrigens originalen Theaterftucken zuweilen 
ganz den Ejjekt , die Hauptfache des Theaters, 
verfeb.lt ; und was nun gar die wahre Bearbei- 
tung des Textes betrift, fo ftehe der auf, der mit 
Gr widen fagen kann, dafs er den Text durchaus 
richtig zu behandeln verftanden und dafs feine 
Mulik fich immer der Poefie fo beigefelle , dafs 
diefe nicht wider ihn aufftehen und ihn beim 
Richtftuhl der Kritik verklagen konnte. Wie 
viel weniger braucht man Alles aufzuheben 
und lobzupreifen , \tnd auszuziehen, was nian- 
che andere gangbare Komponiften gefchrieben 
haben, deren Geift weit unter dem Geift eines 
allgewaltigen Mozart fteht? Aifo «m der Mode 
oder des Namens willen Anderer Talente ver- 
kennen oder gar verfchmahen zu woilen : was 
ift ungerecht, wenn es folch ein Verfahren 
nicht ift? 

Diefe Zeitung nun , fo wenig *uch der 
Preis dafiir nut dem theuren Notendruck in 
Verhaltnifs fteht, hat dennoch jedesmal ein 
Mufikftuck, und gewifs nie ein fchiechtes ge- 
liefert. Sie foil aber ihrem Zwecke der Man- 
nigfaltigkeit gemafa zugleich Ausftellungen der 
Arbeiten mehrerer Komponiften enthalten^ und 
man mufs daher dem Red. die Verfiigung des- 
halb iiberlaifen , der die Umftande doch wohl 
am befteh kennen rxmU. Diefer hat iiberdem 
den Plan der Zeitung biaweilen durcfa langero 



Auffatze iiberfchritten , «nd diefelbe von einer 
bios hiftor. und merkantilifchen nebenher zu 
einer luufikalifch - litterarifchen Zeitung zu er- 
heben fich bemiiht. Nun will man aber fich 
gar noch iiber noch fo kurze Verlagsanzeigen 
und Ankiindigungen befchweren, und von ihm 
dafiir mehrere Auffatze gleiehfam erprefferrt 
pas ift ja doch, unbillig, fo fchmeidkelhaft es 
audi i'iar ihn fcheinen mogte. 

So will der Anon, audi keine Texte in 
fremden Sprachen. Das ift fonderbar. Ala 
wenn darum , weil Er oder feine Mitlefer viel- 
leicht kein Franzofifch oder Italienifch verfte- 
hen, auch andern, die es verftehen, derglei- 
chen S tii eke vorenthalten werden follten! — 
Doch wer kanns alien recht niachen? Es ift 
mit dem weltlichen Deiiderjis, wie mit dem 

f;eiftlichen Gebet. Schon Ijucian von Samo- 
ata liefs den Jupiter die Wiinfche der Men. 
fchen durcheinander thorigt Anden, als er fein 
Ohr zur Fallthtire des Himmels herabneigte, 
wo fie fchwirrend durchbrachen ; er that aber 
nach wie vor, wie er ea gut fand. Was vom 
Hiinmel kommt, das kann uns alien wohl zu 
niitzlicher Lehre dienen. Und alfo daniit Gott 
befohlen! 

In der neuen JBerlinifchen Mujikhandlung find 

zu haben : 

Graf, (F. V H.) 2 Quatuors A Flute trav., Viol on, 
Yioia et Viol'oucell ; 2 Quatuors a 2 Violoiif, 
Viola et Violoncelle ; a (JuiiiteU i Violon,' Flft- 
• to' trav. HautbOis, Cor fle Cha/Tc, ou Viola, et 
Violoncelle. 5 Rthl. 16 6r. 

Be/Tel, Concert pour le Clavecin, ou Pianoforte, 
avec 1'accortipagiiement <le 2 Violons , Taille, 
Bade, 2 Ilautbois, 2 Trompettes et Tympane. 

20 6r. 

— — 12 Memietten mit Trios, fii* das Clavier. 

6 Gr. 

— — 6 neue Menuetten mit Trios fur das Clavier, 
mit Bcgleitting 2r. Violiiten, a. Flo ten, a H#- 
iievn und Bafs. ' 16 Gr. 

Naumann und Wiefieer, an- die Voiker, Dresden. 

6 6 Gr. 

Fabvizi (Napoiitano), Cavatina: Cava pace, in via 
ti chiamo etc. per il Cembalo, ibid. ' 8 Gr. 

Bruni, Caiizonettas Se meritar poteifi etc. per il Cem- 
balo, ib. 8 §c. 

Rohrwerder, i2 Marfcjie fur das Clavier, ib. 20 Gr. 

Kacknitz (Baron de) 12 Entra - Actes , arr. pour le 
Clavecin, ib. 12 Gr. * 

TeutJiorn, (C. B.) »2 Lieder beim CUvieV su fingen. 

. » Rthl. 

Machlioldt, (J. H. C.) Arien und Lieder. j Rthl. 

Flafchner, (G. B.) neue Saminlung von Liedern fiir 

Clavier, Harmonika «w»d Geia»»c, nebfi vier Mar- 

fchen.. Zittau und JLsipzig, bei ScliOps. • »8 Gr. 

^Suffert, (J. G.) vermifchts'Giivierftttoke. ' 14 Gr. 

Groene, Religi6fe Lieder, lunoiifchen Inhalts, von 
L. F. A. von Cdlln. so Gr. 



4 



I2tt 




■+-i — f 




tleber die Grofse Gottes,Vbn f! W. TLufi. 



Ein Bliok ins wei - te Sch6 k pfongs-reich macht mei- ne See - le nun 






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ken. Nichts kommt der ho - hen 




t- f -t~ »" — —— 4- ■ ' ■ . ..4.A*-iZii i. nii-ps 



'leu-de gleich,mit der ich, hin - ge - fun- 




ken i» ■ hei - li --gen Ent - zfi - cknn-gen,_die Grfl . f, e ,les U«- 

H»ettr . ' ■ ■ l "-" "" '!. » '. ■ ■■ t— t- ~-^-*rt~»-ftr — i — — +- . — 4-« r T .^ — 4___ _j _*±~_ . 






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ff.-'.," _} J ■ . " 1 1 |j 1 V 



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end - ]i . then oft /till au 




tend ' deu . ke. 




/;,.)( 



Herr' all** Welt, dich itaun* icli in, 

wet' kants 



Herr all** Welt, dich ilauh 
Wer mag dich wiirdia; preifen J 
•''■ ■ .- Ich fuhr.es Xcawiiidelnd, achl 



Dich fr.fljsn.und dioh preifenJ 
Bata Liehe , gaiiB /Vollkoaimenheit 
: Bi&du,mein : Goti,und Boeligkeie 
Jil di deia Thu» and ialseu. ' 



."I:.! 



i'j.ii.'t , r. 



;-V 






T"Kf 



' r -<S* : ol*' ^i r^: 



ferdendo. 

Dein holies Bild erhalt' in mir, 
Uhd lafs micii hier auf Eiden, 
© guterVatev, aluilich dir 
Una Teif ziun Hiirmiel werden; 
Daxnit nach diefer Pil^eraeit 
Ich deine Macht iind Hcrilichkei« 
Ohn Ende fehen nidge J 



■ ■ ;.:;ini :■' t jr. 

-wwgjwrrth'/u 



■'.y: 



BERLINISCIIE 

M US I K A L I S C H E Z E ITUN G. 

DREI UND BREISZIGSTES STUCK. 



Den zijlen September 1793. 



Elwas zur Fertheidignng Kirnbergers. *) 
'. Ahdiatui- et altera pars. 
|~Ve Anekdote von Kirnberger , die im 3i. 
\J Stuck der uiulikal. Zeitung erzahlt wor- 
den iit, vviift em fehr gehuTsiges Lieut auf den 
£harakter ties Verftotbenen. Da es etwas fehr 
Cewohnlidies ill, gleich die Moialitat eines 
Mannes in Anfpruch zu nehmen, der eine an- 
nere Meixmng hat and Griinde findet, dabei zu 
bleiben ; . (V> £ei es uiir erhuibt, naher zu be- 
leuchten, bb vvohl blofe? Schadenfreude, diefem 
Oder jenein eins anhangen zu kdnnen, bei ei- 
wem Marine von fo vielfiiltig^n Verdienften 
die Triebfeder gewelen feyn inuil'e. 

K.. baite eine Zeitlang den Unterricht des 
grofstoi Subaflian Bath genoisen, und es kann 
ihm dabei nicht an Gelegenheit gefehlt haben, 
in der Mufik auf den Gruud zu koinmen und 

. *) Niclit nm der riilimlidien Abucht diefes Auf- 
fitjtes entgegiu zu wirken . deileit Juhak alien- 
falls wider Urn. Kriegsratli Marpurg geriditet 
i'cyn konnte, dun idi die Auekdoie ans feiuer 
Legende einign- Mufikheiligen pag. 54 naclier- 
,-". 2aklt babe, ici ntir vergdnnt, hier und doit 

inciue Meinung bciznfiigeu. 
• **) \Yeuu Harmonic and Meen, die fich liaupifach- 
lidi daiauf bczieheu, allvin der Gruud der Mu- 
i > Ilk liud, fo kann Kinib. ilia freilidi woiii bei 
keiiieiu grdsera Lebrei keaaea gdevat baben, 
* als bei Seb. Bach, auf den man das horazildie 
s nil Qriturum alias, nil on urn tale anwenden kann. 
i. m In, kuiniev biiginaler Modulation , in *ler Tiefe, 
. dem iiburfdiwuiglidien Keidiihum und der 
i ; hochfl mannigfalugeu Verkn'upjung der Harmo- 
nieen,:WOzu ebeuialls vie! Lifwidimg, alfo Ge- 
nie gehort, bejieht feiue Grul'se vorzuglich. — 
Alleiu man ift feibft duidi die glucklicMe Be- 
' nutztiiig ein«8 grofeeu Seb. Bach aller Mufik noch 
fo wenig auf Ueu Gruud, d. i. man keant da* 
* 5 Wefeu alW Cattungen von Mufik in ilirer An- 
« -Wend ung zutn Aiudvuck der Empjindungen und 
■ ' -' JLeddevfthaJten daduroh uoch open fo wenig, als 
mau fagen kann, dafs jemaad den Geift uiidCJia- 
rakter der Bauktuift nacJi ihirem Umfange und 
ihver mannigfaltigen Anw^uduog gcfalgt Jub« 



Jedes Ding fin das zu ha] ten, was es ift. * # j 
So kam er nadi Berlin. Er konnte es nichf 
nber iich erhalten, alles zu loben, was dazii- 
mal Larm madite ; er konnte fich nicht iiber- 
winden, detn LocalgeCchniack Weihrauch *u 
opterh - und das erwarb ihnr eben keine 
Freunde. Er war a rim Man legte icinein Fort- 
konimen unedle HinderniiFe in den Weg; mart 
Tpradi ihin wahre Kenntnifs ab, madite leinen 
Charakter verdaditig , fprach atich wohl hin' 
tind wieder etwas wegweriend von feinem 
grofsen Lehrer, und das machte fein Geimif^ 
bitter. Es war dazu'mal mit der Mufik in iJer 
lin ungefiihr lo — wie jetzt. Alles annuo' 
nirte, Jeder, der ein Violinl'olo oder eih Me- 
nuet niit Vaiiationen ans Licht geftellet hatte" 
wollte ein Componift heilsen, und d er bsd 
Kirnberger wollte diefe Ehre nur den Control 
punctifteih ***) wiederfahren lailen. 

und den Efftkt «i,,es jedes Prodi* ta derfelbe. 
beunlieilca koaue, wena er GriiiidnJTe vou Fmi 
daa.u.tcn iiachaeicJiiicii oder auch fdl.ij eiiiwerl 
fc. kam,, uad die Beichaffeiiheh u »d AaordaTu,: 
der ftla.enahea i,n Allgenieineii kc iim . U ,f 
rrtancl.en. Dinge in der Mufik, 2II „, a l 4 i en i-£? 

hjchen Mufik auf deu Qrund zu koinmen, Sawi 
geh/.ren, aufser eu.er grrtudlichen Kennuiifs dJJ 
Ifariiioiue and Modalatiou, iiedi TeJir viei a,, 
dere Dmge: f ,ncJuiges pliilofuplufches llafo.mel 
,.n.eiu, aas der Natnr der Ea,p„„,; uliefcIl ' .'. 
„a,a langer und reifer Erfahrii„g r abiiralS«j jj e - 
„kanntlcliah nut der Poefie anTl ihvtr itiu/lkaT 
„Beliaadluag ; feuier, bawaJirierGefchmack : Ei, I 
„ficht in den jodesmahgea Zweck der-Mnlik und 
„n, den., was den Zweck de.felben in dei< Kh" 
„die, auf de„, Theater eic. bcfonle« oder fl* . 
„genaue Bekanmfdiait nut d e „ Ku.Utmmdu »ur 
„Flervorb.ingu„g des abg^i«lten K,n,„ 2 wU • 
-,diirch Saidiuni uad Erfaliran^ €1 h " we<lts ' 



»> 



^nif, von, ridni^ jfinS^^^ 

, f ««ehrere Dinge we Iche manelier Hain.oa k"r 

"erWick"" 5 " Uft .. dM V U,bt ° L ' ad > »»» &S 

***J Dawn _ that K. fohr unrechfc Bin Contrapunk- 

Kk 



»3o 



Ferner -ward auch dazumal fchon haufig 
Klage gefuhrt, dafs der 'gnte Vortrag fremder 
1/lufiken und befonders die Spielart der Fugeix 
aufser Gebrauch kame. Es gab gute Virtuofen 
auf verfcbiedeneij Inltrutueiiten , von denen 
fich jeder feme ei^ene Manier ansftudirtc. Da- 
durch entftand eine Verfchiedenheit des Vor- 
trags, die zwar die Virtuofen charaktcrifirte, 
aber dem Enlemble der grofeen Mufiken nicht 
geringen Abbruch that. K. fetzte fich dage- 
geiij befonders aber mifsnel es ihm, dafs Uie 
Yiolinjften fich angewdhnt batten, beini Vor- 
trag gebundener Noten, mitten auf der Bin- 
Aung (wahrfcheinlich zu ibrer eigenen Sicher- 
Beit) einen Druck ink dem Bogen zu geben. 
Er nannte diefes darum falfch, weii dadurch 
die Vorbereitung der Diilonanzen vernichtet 
und folche nicht viel befler, als frei angefchla- 
gen wiirden. Diefem Uebel, nieinte er, fei 
nicht anders abznhelfen, als wenn man eine 
andere Schreibart einfuhrte, worin die Binduh- 

fen gar nicht fichtbar vorkainen. Er tiel auf 
en Gedanken, der iibrigens nicht neu war; 
die Bindung mit in den Takt zu ziehen und 
Jljatt zweyer Noten eine doppelte zu fchreiben; 
oder auch die gebundene Note mitten auf den 
Taktftrich zu ietzen* Zu diefeiu Endzwecke 
coiiipoiiirte Kirnb. einige Verfuche, unter de- 
nen fich dann auch diele3 Trio aus E dur be- 
Jftndet. Was ein erfahrner Kipienift iibtigens 
an diefer Schreibart Kopfbrechendes linden 
k'ann, weifo ich nicht; to viel erinnere ich 
mich noch , dafs ich folche in jiingem Jah- 
ren ohne alle Anweifung fogleich gefafst habe. 
Die Anekdote aber hat mir der veritorbene 
Kirnberger felbft *) erzahlt, nnr mit der ver- 

allein vorziiglich auf das Wefen und den Ge- 
brauch des doppelten Conrrapunkts verlteht, fon- 
dern auch meiit ausfchliefsend, wenigiiens am 
mehrcflen und gliicklichilen im Coimapnukte 
fetzt. So f«'hr es nun gewifs Hi, dais dies eine 
grofse Kindt' 1ft and Niemaitd fehr gritudlich in 
einem Genre wird fchreiben knnueu, der nicht 
den Contrap. vei'Aeht, und , wie man fagt , di» 
Sckule gtunacht hat; lo gewifs id es auch, dafs 
iev Zweck der Mufik veiloien gehen wjirde, 
Wenn man lie fo ntiferabel einfchranken , oder 

Sav die Mufik felblt iin contrapmiktifchen Satx, 
er nach vevnunftigen BegriiFcn nichts als Mittel 
zu irgend eincm anderweitigen Zweck und, lal'st 
H«8 die Wahrb«it geftehe.-i, nieift zur Btfchafti- 

fung des Verjtandes iii, beiiehen la/Ten woflte. 
loch nie hat ein Gefchiipf im Cuntrapunkt ge- 
liebt, oder lich gefrei&t, beirubt oder geziirnt. 
«— Wie? mir dent Contra tmnktiften' full der Na- 
me des Coniponifleit gebuJuen und keinem fonft? 
*- Dann, beini Apoli! wartt auch du, uniterb- 
iiclu-r Cluck — der du diuch deiu weiiumfaf- 



anderten Wenching: die Virtuofen blieben 
(nach feiner Ausfage) wurklich Hecken unci 
uui lich nicht blofs zu geben , niachten lie mit 
ihren Violinbogen allerhand Hokuspokus, den 
, Kirnb, nicht hip ein haben wollte und deshalb 
ftand er auf unc| \ging von dannen. ;Q1? das 
Trio an dem nehmlichen Abend noch einutal 
gefpielt worden und ihnen befler gelungen fei, 
dawn fagte K. nichts ; allein er fprach mit Ach- 
tnng von ihren Verdienften, ohne ihrem Ueber- 
muth etwas zu fchenken. Uebrigens kann man 
wiiren, dafs djefe Anekdote noch in die Zert 
der mufikalifchen Kampfe gehort. Die Mufiker 
foderten einander ordentlich heraus, gaben fich 
Aufgaben und wetteiferten mit einander in der 
Kunrt. Es war k'eiue Schande, von cinem gro« 
fsen Kunlller iibertroffen zii werden, tmd Blurl 
fchaiid blieb ein vortreflicher Organift, auch 
nach dem noch, als er fich mit dem Leipzige* 
Bach geuieflen hatte. So fa'llt ein grofser Thell 
des rauhen Sinnes diefer Begebenheit und del* 
"ganze fchxuutzige Antheil des Gdttes Mbmui 
hinweg. '■* 

Kirnberger war kein grofser ausiibender 
Kiin/tler, das geftand er Ireiwillig, aber eih 
gruudlicher und mittheilender Harmonift. (Oh- 
ne Zweifel 1) Unter feinen Gompolitionen giebt 
es fehr fchone Stiicke voll Geilt Und W«irme, 
womk e« vielen. feiner Zeitgenoffen nicht ge- 
lingen \vollte und fein Buch iiber die Kunfc 
des ret/ten Satze.t ift noch upiibertrofFen. (Dies 
ktzte ift ebenfalls fehr wahr und erweifslich.) 
Er hatte tine brennende Liebe %ur Kimft und 
fprach mit En thufiasmus von grofsen Khnft- 
lem und ihren VVerken. Er gab in feinen 
diirftigften Umftiinden unentgeltlichen Unter- 

fendes Genie die Kunft auf einen Gipfel erhobft, 
den man vor dir nicht kannte und den viele 
nuch niclu kennen, und gegcu deflen TonfcIiO- 
pfmig das kalte todte Zufammengerecline und 
Zufnmnieugefetze (Componireu a Componemlo) 
mancher blofs iteilen Contrapuiiktiiien , ,die 
nichts weiter als das kunnen und mogen, let- 
res Strolulrofchen auf therner Tenne ift .— . 
dann warit auch cm keiit Componiit, und 
dein Sclutten mtifs in Elyfium fchnchiern dent 
Schaitten eines Kirnberger auswcichen , - falls 
er dort mit ihm zufammentreffen fulltet ! — 
Aber, es hat nichts zu fagen; du wirlt den Grafs 
wohl aushalteu und fein fnrjvifches Frugwort- 
lein: Sage an, Liebe^fbift du ein Componift? 
wohl mit feraphifchen Tonen beantwoneu. • 
*) Das bewiefe nun fi-eilidt wohl fur die *eran* 
derte Wendungv aber auch ftlr die . W'ahrlieit 
derfelben, aiunal w«nn lie fiir den Held der Er- 
zahluns uacluheilig feyu follce? Salomon, Mi'-U 
ler und Mara leben noch, tmd diefe raulsten 
eigentlich all Zeugen abgehou werden. 



rich* m iev Mufik unci war® im Stasia© g©3 . Die Md= Totnioni vetmmm ssiifc ihrem herr* 



wefi 



en, coien gnten Ganon ssiit feanem Ve?.* 



sndgen xu bezahlen. *) 



<So 



Ztalimifche Tfieatermujik in TSleiu 

_' : Vntm allei^Schaufpielen in Wien s demn 
akht wenig ..find' f " behau pfe.t ' iinltreitig Ylfo ' ftao" 
lienifche Oper den erften Rang. Sie ill am, 
haufiRften befucht, und verdient es audi, da 
Sin deutfche Runft hier wenig gethan wird 9 
obgleich in diefev Kaiferftadt die Ttolz&' Anma^ 
fanng iiberali herrfcht s audi an Abficht de§ 
deutfchen -Drama die fe.yfl'e- im lioiligea romi= 
fchen Reiche zn feyn. Dei* Stols ,inacM§ abesr' 
noeli lange nicht at89„ ■■."'" 

So befuchte ich denn allo ? (cvzahlt em 
eloit gewefener Tonkiinftler) daa ijte&ienifche 
Theater fait taglick lind ich kaam verficirer;^',- 
flats man dort volie Geniige Jindotj-. denri' To 
viele gute-Subjekte -veremt wir4- : -inan fchw.er°- 
Uch bei einem Theater in . I taljen ,ajri£reffQn. 
Das Perfoliate dellelben itt folgendes : ' 

' p MUe f€avali.eri p Mad. lbmlWni p 

Weiblic-heJ ^'. J i"ff imi » "Mlle.£#; 

I — haiinunn y die altere. 
1, .— Gasmaim t die jungere. 

Sign. JBenucci t 

— Buffauicj 
■=— RaJ'tiucllif 

Herr <§««/ ( auch beim doutfchen 
Schaufpiel engagirt). 

Sign. Mafalli 9 

— JLatti-f 

•=-=• Vulvejiy 
. ,.. \j — Benucci 9 .'&et. JiiHgere. 

Mad. Tomioni und Mile. 5^% als primo 
Donne y die erltere fur das Komilche, die an° 
clere fur das Tragifche, iind Ewei vollendete 
vortrefiiche Sangerinnen» . : • , 

•) left laiTe das Unheal fiber IL moral. Cliaraktesr 
daliin gcltellt leyn, obgleich melu'ere felit wi'tr- 
iige und billigt; Manner, die ilin genau kann° 
sen , in ein gunitiges Uriiieil ubci: denfelben 
iiicln eiii/timnien' wollen und die allgeinolne 
Stinune Berlins in {lit for Hinficht widei' ilui 
sft, Nvekhts ir k vielen Fallen, nicht itin.ier t em 
fchlimnifs Zcichen an 1'cyn pfiegt. Wie rindere 
indefs ilin haben bcurtlicilcn koimen, . davon be° 
liebe man vine Fi:pbe zn fchen iis den Bvie~ 
Jen eines aufmeiUf. Re if emit- n t die Mufih be™ 
Brcjfendg Brief 7. w orin freilicli die Farben au 
eint-m kenntlichen Gciualde etvyaa 'ielft" fV«l,|- 
anfgetragen au jfeyn Lheineno 



Manner. 
Baffiften. 



[ enoi's- 



lichen Gefange cin eben fo bewundemswurda^ 
g©s Spiel p womib fie alle ihre Rin^etoHcn \'a. 
fchonerr. Ihre fchone Figur, ihr C -:g inia 
' iknttahd nehmen fo ein s dafs s v»enn U^ aut,L 
nur halb fo brav fange p fie JTcbca die '• o<v»jii° 
^derung aller Zuhorer auf fich zuhtu wiudo. ^ 
Ihre Stiiione lit' voll unci ftarl: ,, dal^ei. £?e>c 1 ' 
gebildet und ainnnthsvolh ihret,' v'etAifcjimigfc;^ 
im Gelange find wenig, aber was fie anbi-ingtj, 
delXen ifi lie ganz ficher und gewifs. Ihre FaL 
lagen rollen inifc auiserordentlidicr Lcichiig^ 
kdt aus ihrer Kehle., mid ihr Vprtrag im Jda^ 
gio iff; eben fo zarfclich ■„- als kraftig und brilhmfc 
ilu* Vortrag Im Allegro* Ihre vorgiigllchftea 
Operh, worm fio g!arizt 9 ' finch la Molinam- 
•von I'aijiello ; il matrimonio fegreto von Ci» 
marofa; il Trionjo d'Jiuore- s la gelofia villa^ 
iia-von Sai-ii;- il' JQofcrtoro von Miamhi v ©fa 
nepii . Cteaiioriefero „"/...; " . 
• . . . (Die .ForjJee'zHifg luhiftig.) ■• 

- ! ' • - '-/i lie kdobe, ■ 

In Amfterdam fpielte eine deutfche Sclurn^ 
Tl>iolergofcllfchart. Dear dorCigen-SittG •gemafe 
iimlsten die Comodienzettel,'" die lie dvuckea 
lieisen , den Titel und das I'evibnale clea StiickSp 
daa' he geben wollten , in deutftlier" wntl hoi- 
landifcher -Sprache entliaiten. Diefe Vcrdoll- 
metfehnng aus, dem Deufcfchen w s o Hollands 
fche befoigte ein AndterdaimherGeSaintef '•" ? 



Jiii<: 



nes Tages follte die Oper die fchone /h-fana 
■ gegeben werden. — >■■ Ber Uebe v fetzcr hmim 
dem Perlbnale diefes Singlpiels eine Fee 5 nebft 
dem Namen der Schanipielerhi , die diefe Rolkv 
fpielen Iblke. — „Eino Fee, was kann das 
feyn? 65 dachto- or. Zmn Gludt fial >hm cbe 
platdeutfche Wort /^?/ t - (Vieli) cin.:. •• Gefpp» 
den, rlef er,'us)tl iibcifeegte: -ewi Scc/l s Bo^ 
moil'. Reinhokh «=. / 

/« ^er iV. .?fe r /. Mifikhanrlh find zu haben : 

Hafsler, (J. G.) gra«d« Sonate jjOHt* 3 mnins fu>.- hp 
Pianoforte on Clavecin. jf; f^ r 

ILiulaior, (C.) 6 Odichte von F. R'latdxiftbiu. ifi -, ' 
«=■ — i2_Licd< bt-ija Clavspr mu fingciio /(? — • 
Mozart, Ana- dell'' opera: coil fan tutte. /! - ■• 

,=, «. Ehelicber guter Morgcii. " ^ .„,„ 

-~ — Ehelichc gute .Nadu. , g „„ 

Muck, (F.) Lieder. a BtM. {i C": r 

Ruichardt^(J. F.) Caecilia, Sfcs Btildi. "' ' T " iulil' 
— ^ Trauersantatc^ auf desi I'od Frictb-icbr- ck- 
Z wen en, jjrp KlavioransKupo, ifi Gr 

Ssupe, (C. G.) deuti'cho Gcfan^o bewa a,---v;cre v .,i 
fingen, iiebit einem Anfcan«o von Ftomthicn v.\, 
awej una vser Hiindcn. ' •» Rt!i] 



iaa 



fimig. 






D e r A b e n d s v o n £" K ,/: ^ * iV har'd'f, 

(Aus dem dritten Stack von deffen Cacilia.) 




Jni A - bem! - fchim - mer walls , der Quell duixh Wie - feu. 



-^— i^— =- — -i 












-p — i — i — . ^ . 

blu.- men ..pw - pur -hell, • der 'tap :■ pel ' . wei - de week - felud 






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s£^fe£— &*zr| 




r=zg±= 



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§S 



j— + 



*-.v 



Zur letzteu Strophe. 



E^EiE* 




> CfrOn weh,tr,u. - ho - li «. fpelnd drft - ber bin. bin. Im Lenzhauch 



iteht. 



W 







Im Lenzliatieh wobt d'er Geift des Hermi 
, $^eh! Aut'erifeMmg nab* uhd fern, 
Sieh^ L«beftfo(lqnp, $ch0»hejtifiuecr, 
IThd, joigettclfulle ringsRinhert 



Icb blicke her, ich blicke bin „ 
Uud ininier holier fchwebt nsein Sinn! 
O T^ud, find Pracht uud Gold mid Rnluy 
Nfttur, in deiuein Heiligthuu^t 



'.., ' i ■ ; y ll.! 
Ill ■»? 'v* / I)": Iff'. 



Von dir getlruckt ans Mutterhejrs 
Hebt fich die Seele fonneuwarts ; ; • 
De» Himmsls Ahndung den lunweh't;,, 
JDer dtinen Licbestorc verltehtlr 



■rfa/fon. 



BERLTNISCHE 

MUSI KALI SCHE ZEITUNG. 

VIER UND DREISZIGSTES STUCK. 



Den 9.8ft en September 1793. 



JEtitiige Wort* JLefft/tgs und Meiidelsfolms iiber 
Natur und Run ft. 

Der Satz: je' einfacher ein Kunftprodukt , je 
fchoner es ill, hat in der Leichtigkeit, wo. 
Jttiit die Seele daflfelbe aufiaflen, ordnen und 
uberfchauen kann, feinen Grund, und follte 
billig den Kunftier bei alien feinen Arbeiten 
piten. 

Wenn man es einem Runftwerk anfieht, 
Had 08 fo ganz angftlicb nach den Regeln ver- 
fcrtigt ift; wenn die ftrenge Befolgung der Ge- 
Jetze, die in der Tbsptfa. g egeben werden, za 
lichtbar am Tage Uegl, und der ScWeifs feif 
ner Angftgeburt noch an der Stirne glanzt: fo 
ffilltdaa Vergnttgen weg, welches der Anblick 
ifdas Wahrnehmen) des £*icht;en % des Natur r 
tiihm imd Uugezwingenffii jedem Kenner von 
Oefiihl und GeTchtnacK ribthwendig gewah- 
ren niufs. '""" '' : ''' "' 

Der gelanterte Gefchmack wird die wahra 
SchoTtheit von felbft nriden muffen, urid hin- 
gegen %ei filer 5 Anftrengung das Wohlgefallen 
'Sua eineui utiachten Kunft werke , ' das den er- 
Itorgteii Nainen deiTelbeft fuhrt, in feiner Seele 
ytti erzwingen nicht im Stande feyn. 

Leffings JLdokoon. 
• Die Gleichheit, das Elrierley irVi Mannlg- 
faltigen, ift ein Eigenlhum der fchonen Ge- 
fteftfta'nde. Sie lnullen cine Ordiintig clav&ie. 
'idtf;- die in die Sione fallt. (Affo'die niefct 
crft .tfutch em . Rechenexempel herauflgebracblt 
werdeh J ttnjft.) Wenn wir Schoriheik firiden 
wollen, fo wfanfcht unfre Seele mit Gemach- 
lichkeit tvt jgeniefsen. Die Sinne follen begei« 
ftert fe^ytund von ihhen foil fich die Luft 
auf die mufsige Vernnnft ausbreiten. Wir er- 
niiiden , wenn uiifire Sinne eine allzuverwlckel- 
te Ordnung auseinanderfetzen follen. Wefen, 
die mit fcharfern Sinnen begabt find, muiTen 
in unfem Schdnheiten ein eekelhaftes Einerley 
finden, und was tint ermiidet, kann ihnen 
1-ufc gewahren. 



Die Kunft, wenn iie acht feyn foil, mu& 
getreue Dorfiellung der Natiir feyn. Ailein 
die fpekulative Philofopbie hat Regeln erfim> 
den, die manchmal Mifsgeburten des After- 
witzes waren , • nach - welchen die Gegenftande 
im Reich der Kiinfte alle nach ein und eben 
derfclben fteifen Form gebildst werden muff* 
ten, Man fieht ilmcn aber &ucfr da» £infeitige} 
das Gezwuneene und ihre Kraft, den Beobach- 
ter zuiu Gahnen zu ekftafiren, gar wohl an. 
Mendelsf. Br. iiber die Empf. 

Alle diefe Stellen enthalten viol WahrJbe^ 
welche der genei^te Lefer diefea Blattea nock 
welter fiir fich iiberdenken und allenfalis mit 
den Aruiierkungen im vorigen Blatte vergleft. 
chen wolle. Kein txeffender (Jfrtheil ift mir ia 
diefem Becracbt bekanm geworden^ ale das ron 
dem ehemaligen grofsen Ctendd, DerAbt^At- 
bignac, ein grundgeiehrter Mann, der ein Mei- 
fterftiick, vpn einer Theorie der dramatifchen 
Dichtkunft gefchrieben, hatte ihm fyih Trauer- 
jfpiel Zenobia iiberreicht. M Recht gut, fagte 
„der einftcht5Voile Conde\ aU ,er ea durchhau 
„te ; ich muf» es dem Abt Aubignac danken> 
9 ,dafs er den Regeln des Ariftoteles fo «eaa* 
„gefolgt ift; ailein ich danke es diefen Regeln 
„lehr fchlecht, da& fie den Abt verfiihrt in- 
„ben, eine fo fchiechte Tra^odie zu fchreiben, 
„als Zenobia iftf" -r< 

Wi« wSfe «^» wenn jemajnd auch in der 
Mufik «tvwas fehr Schul - and: Kunft gerechtie 
liefe^te , daa z. B. genau nach der Kuiift da* 
reinen Saues und nach alien Regeln dm tie** 
peleenContrsnunkta vetfertift ware, das mah 
fich gezwuncen fahe anzuftaunen, und — das 
doch keine MuTik wirff Giebt es nicht der 19. 
gelmafBigen Mlifiken , g«9Ug» an wekuen man 
nach der Gsaniaiatik oder dom fogenanu^en 
Satze nicht* zu iadUn findet und von denen 
man doch fagen myhi ich fekjfo ,m* mieh 
frier*!? — Hie weife Natur hat die Wege zu 
ihxeia HeUigtbaan iehr «in£ach isigelegt. Der 

III 



Wanderer a welcher" \mtet clem JLehCtem der 
jeinen, fchlichten Wahrheit, wclchen die grofse 
/Seegenshand ties Urhebers aller Vernunlt fur 
Cieilter hinftellte , in fchlichtem Sisme imd mit 
einfaltigem fiihlenden Herzen grade mid ru> 
iiiglicb fostwandelt, wird friih oder fpiifc zu 
diefem Heiligthume gel .'.i; gen. Aber nicht fo 
derhalte 9 froftelnde imd kunftelmk- Kleinmel- 
Iter 9 der, leer an dem Geifte, welcher leben~ 
dig macht, . allein - irur, mit dein tnmrigen 
Lehrbuch in der Hand, femes bden felbft er- 
JiJiigelfcenPfades in bunten verkiinftehen S.chlin- 
gungen mit feinen Jiingem daher fchleichr. 
Stnlz wird, er auf jedein Schritte fort grii belli 
uiid fpekuliren, fich vergeblich enmiden, fei~ 
nes eigenen Beilrebens nicht froh werden, und 
endlich fich in fein . eigenes Werk ohne I\et° 
lung verliereB imd .ganz voni Ziels abkoiumen. 

•■ . IWufik in, Hannover, ; 

,/> (Aim eiiiein JBriefe von dorther.) 

■ -^ ■ Ew. -^~ Verlangen, , Nachrichttiri fiber die 
liiefige Mu/ik zn evhalten, kann' ich nur fehr 
wehig und nur fo ganz im Allgemeinen be- 
friedigen. Was die liiefige Ilof'mujik betrift, 
ft> wurde iriir eine wahre Schiiderung d erf el- 
ben hur Verdrnfs machen. Ve'rfchiedcne alfce 
Mitglieder'dea lionigk' Ordiefters find feit emi- 
gey Z-eit ; gbft'oi%erii i " : Ber ' Hr. ; Coriccrtnielfter 
■f^t'ziu bat feit einigen Jahreh keixier Hofimi- 
iik mehr beiwohnen koniien, gleich wie ' zwei 
«der drei an.lere. Der Vice-Cdiieeftmeifter, 

irn 

*&*" &*"* v ** niv-a* j uiivi i\,ii\;u iiiiJf^v Ait 

koine .SteJlle ' wieder befetzt wordehj nnd man 

zweifelt,'- ob'vuid warm fie Werden wie'der -'be~ 

Jfetzfr. werden, Unter 'den Violihilr.eir' 'find wirk- 

lich ■ einige ■• Vivtnol'en ( welche'V ) ; ; es konnen 

aber die Blasinfiruuierite fafl nicht and'ers. ala 

■vo/i hihzugen'tti rimeneri Hoboifteh beftellet wer- 

cten 9 deren bei den - jetzigen Kriegstmu"tanden 

auch viele fehlen. (Da ifts doch alfb suit 'der 

'Mofmufik'ini 'briilanten' Hannover Fchlecht be» 

-lielifc , ■ -wenn ' 'ilib : Nachrlch't _ voilige/ Wahrheit 

liat* -Die nock voirharidenen Mltgiieder hab'eh 

.ficlk slfoy auch ans ishdiMaL ^Gemeingexlr, w.blil 

■Smz\dehen f d?.fs fie nicht 'anch erwiirgfc werden.) 

Nocu ' fcliiimmer geht ea hiei; init d'er 1C«- 

thehmitjih , uvid ' niogte ' wohi .kiujfdg noch 

fclde'chier'jnit derfeiben ftehen. Der llr. 'C;\n~ 

'tor ;un'A M\xt\\ki\irAim\07.ute^ "'*>'iirebt 'fxhow 

'*) BCeferti 'Wfiiai^n' Oi'eia.j der iiti 'foigeiiiicu 'Jalu 



Jacob IXerfchel s ward' im yorige'n' - Jahre irn 
Felde erwi'irgt 'gefiVnden, xracX Icliori langs ift 



feit vielen Jalifen clem Untergarige clerfelbeit, 
entgegen. "Alleixi wir fiircbten nach deilei?. 
Todet oder wohl fchon elier, cSaffelbe Schick^ 
fal der Mufik hielelbft su eiieben, wovon in 
Dero r.mifd£. Zeitung in Ruckfickt. Magdcbia*g5 
nach RoIIen.3 Tode gefchiieben fiehet. 

Italienifche Theabermufik hi jpfieii. 

Man mufs es felbft fehen unci horen , wie 
entzixekend Mad, Tomioni in der Oper il ?na<=> 
trimouio fegreto fingt nnd fpielt, um das alles 
wabr zu finden, was" 'vorhin ' von ilir gelagfc 
ward. Mit einem unnachahxnlichen Ileiz fpie/J; 
fie das erfte Terzett in diefem Singftuck. " ibre 
%'erftellte Unfchulcl, nnd ihr bitterer Spott ? welo 
dies alles fie ungemein naturlich anszudruckcii 
weils, vereinigfc «iit ihreni ' Ichoneri Gelangfep 
erheben dies Terzecfc zu den fclionften Stiickera 
der comifchen Mil iik , die sn'an je hoieii mago 
i£ben fo naiv tifid iiufeerft anzieherul tra^fc ' Hq 
die folgende Arie vor , worin lie den Grafe-i/j 
von ihrer Unfchuld zu iiberzeug''n nnd auf eine 
feine Art ihn zu taufchen fucht. Das .VV'iene? 
Palilikuin kann fich an diefer Oper gar nicht: 
fatt horen nnd ichen , and das jii: fern; iiatiir^ 
lich 9 weil lie auf das vollkonn.iienfi;e vonu' Oio 
chefter exqRutirt w'tid. 

_ . Die.Signora SqM' 9 ' eine ■ f«bv 'f<}h#: ie 'Fbm -3 
terfigur ift i'ur dic : erften Rolleu der emfthafteia 
Oj.ei-n engngirt- Hire Sriuiiiie hat zvvar nidib 
die Starke, wie jene der Taunoiu, viel. wcjilo 



ger das Heile . urul 



're: dennoch ?hm liar, 



ic f<;}i«n fcin 



'•o^ali'iiijl/s Cuiibrjubilini-.ir FeieTC 



iiich die Sangerin ' ilr en Werth. Sie.^hmnmS-: 
.nis einer gulen Schiiie s nnd tragt m' : >i vfeleV 
Wahrheit , Genauigkeit nnd .FnicilioM .„ . befon^ 
ders tragi fche un d zartliche Steilen s . vor. Ihro 
Methode ill brav : auch hat ihz wenig fnitze 't'tio 
ne P oder iingt weniger durch die Nafe, wie zra 
Zeiten,p d.ocli aber. nur fehr feken , iji fi Touuoo 
ni that. Schade dafs ihre Verzieruugen einwc-, 
nig arm find; denn fie msclit nmner die .mehm •. 
liche Kadenz in jeder. ihrer Arien s una diefelo 
ben Verzierungen auf einer jeden, . FerataLe. 
Die PaU'agen in den Jlivavourarien tragi; fie abee 
dafiir ^nit vieler Gewifshe.it ■.und,L,ebhafti.gkci£ 
vor j ynd die fchiine voile Tiefc ihrer Stijinne 
unterlxaifc dab«i bisweilen fehr angene)>Aii \mA 

ten ilij '(ficlic Forkcls Littcrjtnr der Winlik) ve'r- 
ficbcre ich bci diefer Gele^eniuit meisiei' jnmp^ 
■iten Hocli'fttkning, und' danke ihro 'liicr.tiit o£™ 
feiulit:!?. fur-die IJfruitwilli^keit, ' oir v.-elcJior 
-ok .mich voi- eini^eu J-iJ\reii, an. eiaey Suiirife 
iihev die Ocjc'tirhtc der.uril'tlichen Muf,h uiueiiin,- 
«"/.cn wolltt'j die ich Icidsr luivolXcndcj: (^)h'mm 



lial. 



>iu. 



vermehrS • «1a$ BrilL-mte , ibklier Ariefl j"; , , pawi'i 
5;j/i?/ bliebe freilich nodi %'iel zu wunfchen. 
iibrig. Ein Beil'uiel : Als fie im Amir, -~ • ee- 
rier ihrer Hauptrollen — in Ohnmack-t fiel unci 
beinahe fchon! elrie Minute athem.'c o sta '-^ "« 
niufste fie 9 \vie es fcliiere^ fuMen, dafoichi 
•Wurf ihrer Efaare irudeiMk^n^g'"' K ( v 1 ' 
•vielleitht nicht zum befteri Iskicie. OIjoij Wm^ 
itamle erhob ,fie , fich wieder' ' eixj wtx>i> a*,/>,pj 
ihr 'Ilaar in Ordnung unci fie!-. c.laxiJ!^ ^« CVyjc ( 
in Orraiiiacht! — An andem (>i, m Ukutfrh | 
lands wi'irde suan daruber lauta? ,r ' "^c^; pHc^ 
das Wiener Publikmn , das nur \ox\ ^\n\ holU*,- 
anus fi'ir Mufik brennt, ichien dielm /ciuex 
kauui 7-u merken. 

In dev Opera pot I a in Car.ipa^nia van 

Guildmi zeiclmet fie f'di fehr rant, uriti vcici^ 

^mgfr;mi£ : ;lbwim:§uteB GUan&« ,'Uf>id>'^ija gu- 

kis Spiel* ;■;-:''.. '. >', 

i ■ ■ ' -M&iu'+Buffml kss'm <"'/va.- i ^ Ante! ung ih^ 
'? es. ..YortrageT belden e< Ikfn Sargeiinnea nicht 
areclie Seite gefetzt wei dm ; dejnnoch fiel mir 
; M£p«'iters«4.hic Jdwuv tf )ie , .Stimmo ?o'?\ die ^ 
;fie in e'inem Tt.'jrzctl/iH der Oper $7 m{J a r.Je»f~ t 
>yon 'iSiMiarofa (jcIegerihoiL LuUto ' -i'.» ?ej£C"i„ 
i'hr Vortheilhafler Wuchs rind ilir r unge?wwu. 
gtnes ji^turhd)'^ Spisl komii 
;wif dtiia Theater zu fi *tten. „,. 



'""""'' '"-JOIa beruhia.ee Sangerizj Jeji 9 be! det kale. 
Opev m London zw .Anfasig diefen jfahrhuiio 
fi so wajd 'tul da6 l»ilt»",fi> ^o>> Mi m 



''.J. 



V W A. * 



v " 'btc )<>uff<b< j Co cslt <" >^>^'ih\i (\ 
wjimdiV >idU<" , th dr i* 

piado jIi> j ' r A( be vilL *i t >/0'i did' 
Mj/nbiluijixKt ^ of* Ji ,j > »toi * 

fn {ucliit. '' ifiC « Gad (., k J C t *K' j 



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Si)isl koiuiiien ihi L'hr ^ut 



noiiii, deif auf Ilrn. Kapelhn. Reichardts Vo»- 

fohlag % )'spiit del- Sign. C«/^i«f5yor nirlit gar^ 

iahger 'Zeit engagirfc' .#uvd4^ilS|K die /eiabi 

*lcltied«ng"HieIer'ieiii9K jElieu'ren 5 ' ^rewiiidiii ni g IiK 

tha^ea.iVb'».lftSOT-Hcrz''S)ringein .kttrinen; oenn, 

•ftatt von eiArKr Urlaub' iich- jelzt ztim Oafnc^ 

vat' ebizufinden , bleibt er nun audi aus ? wie 

das Rohi-waller, und verabTchiedet fidi i'elbft 

^r.at'/-.aUe3 Contracts. Ein fauber€r.J?a,r,ro%.d^ 

■llmt Babini aus Italienl. . .:;;.:; .;:;'„;.;:; ■;;.:; 



Der bereits riihinlich bekannte grofseK.un?>. 
ler 3 Hr. Mrillinger in Berlin, wobnhaft auf 
der Jagerbri'itke , hat aberinals eine vortrefliche 
.'"Uh'r -xiiit elsi'eiii, FortepIaVio und -zwei FlotenV- 
und "siiir eiiie w ""auf ^'cter(elberr~MpbYacfeTefi" 
Globus zur Beffciminnrfg'der Zeit auf der ga.n» 
zei>. Erde, fi'ir Se. Majefiat dexi Koxiig verfero 
tigt, vvelthe diefer eben to gefallige ala ge^. 
fchickte Mann gewifs gerii Itunftiiebliabsrsi-Bira' , 
Anfidit erlauben wird. 

») Siehe deiTen officiflfen BerirM von S7g« MB 
di:ittesi Seftck des mufikait Monaihsfchiii'k 



Sie ging cioli [;iib Iv/Jotgc-nf f>uf t-'-K- t't- 
oiathbaifr SuaftK i^dp ( o oin^a ji »>< o ''' t ( ; '/ 
,oi tiu dci." c -'i.u h!n ofVh, -u j' jI' ' v'f{ t< 
un<l v( j i ,l '»!i«(u I ,^".yn f>fi jiiui'ikj/ /f ii 

"WCXlfX LJ JIM' >M»t Jii i/oMUii 1/ 

nie audi, wettere Bekanntfdiai> J Miii ilir aw W w 
ben. l r uv_ Fl/eude unj&^Erllaiinen aiafaey fid ; j 
\villigi «» der r^»nn.''fe"ip': s ;-BihSx- ^o|wte -Widwood:) 

die Jljcdi/lgxiJly uiiy' p7aF^'1Bi}i&iGdcSi--;,-eiaW ; lp 

boide wurden foforf gefet/.mafsi^ ^eSTain-io 

JM.ich Fndignng dei Cetoii^oiii^ [•,?»; r.^/ntii 

, /L'/i, n.'dji ilncr .!'olim)>' ( , si> <. d < .•(> f- 
dnu'.ui 'li ' 'hu* ' : " , / r ci ,/ <- 

V'cibind trig uiu fhni ^uunnenk ^,u)/ t •>ii J' 
lidi ley , v 1 '! fie ichor" oincs muieia y'Ln\\H 
Weib wv c i eino Atstvpfci T if* die /<c lowof l 
°ft ; *)3L T{ win j ci}d Ictj'- ^» snf 7 > *r ' »bi( 
JL'e^e tdiulaig z" f^yw t«t g<3U^l *>uV„ . t 

Wien fah 9 was fie ubci Oo Jain alt 5 iwd h^^j 

It „ . ) * ' 

die ziiin -3'heO nacli imd ?h 1 t>ic^ich ("u^o-ri f 
wci'deu Colli.ii. 

A T <??ia i '"ill's jV/nfikaUeii- in r'ef aa>c,t T ^iK 

■■--■ ! " ' /•/ > i , 

Pleyel, (J.) f» ^(i< • i/n> s i'hC dc Tu^i i «i ' ' . s i 
&c1. lo jo? do iJnpl«".j iinsngoc. posiA CL'xcit (mp 
Pinnolovte, pav J^achnhh, Pa. Panic. ? >ltI>P, )\ f uW«. 

c:= ».«. 3 dito, tires dc l'oo?>vit" detbo .\ ^ R/i. ic 

j-oi de Pru.Te, arrangoos pour Clavecin oh Pia» 

' """nofoiie, avec nccomp. de Violoix cE Bnffc pnv 

jLadiiiidi, xcre Suhc. a Edi.L ?-5 Gr. 

©uvertuve <-•£ aira <1is bflllef; do Pfyclio, arrangces 
pour Cliiveciii oia P anofosto tWfic accomp. «c 



V 



■30. 



Z>vsi Contt 5 apiaAcifl#n im Unifonus , ift'Mufik gefetet von Carl Spacer. 




■ ' 1 ■ .UU«* i 



ui^iAiO^* .ii.i iJH, t UU»JA^ 



jjii.i k ; ^^.iirfjiai'.' *. 



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MUSili'LllSCHE 



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FUNF UBTIj) IKi&ISZJLGS'i'K^ .S'iljrr. , 



•JD 






■li^ra. -October i>y£j$° 



3D as Qoneerb xn .Scheermu 9 ) > ' 

sjiiXKf das Coneeri gab ich. gleieh asidera 2aa 
StorGifai nur To' lang« Acht, ala ich- Fdbft eta 
Mitairbefoev.'-wair, ocler A; e£ ne momevSehxik^ 
titmen fpieltoi -Bean die' Scheeraue*'' Cdnoerte. 
find, bids.; mi M//?/i •gafe6zto>.-St:adt$ofiiraeho 
sirid' p&'ofeilcli3 l^eiodraiEMSrtj, rotorc/t «feV Sbffelre^, 
iitm der MaikUrer wie gedruekUr Tenet unten 
Hfo-Koszpqfition ' Mnfprimgmu -'Uebrigeris fiabd 
fcribiren wir .auf unFre Concerto ;anehr''<i>Mrce 
Hinder ,uh .iikiFrea? fe!be;r -#egcn ;> dia^iai.fefika!i= 
fche Schuljugend'-.bekommfdayin' -emeu Tanx^ 
ftind Tttiiikiidpl;.^ feer Fingee, tjnd von meir. 

ehentlich wteiiigftcn? eiaeff dai FiiigoXJ Ich fwH 
ftcli*& clio Elt'iifi da:«i ai; jjid'%^ji' 'In- cin-aa 
fblchfen ' CctacauFt'al Icvnoa 1 d?<S 1, I*M*k;ir 2h/t^ 
wcil da sikbt nur gexiug,.. Fondem iiberiluFsig 
^Fiktiftj, fcutemjede? da'lige Miaftkoilkilmi' FesU 
iriten 6igenc»' OffigaaieMeiylpFelft, -hacked ■ flsrsieli-sj 
!taiii|^ffc„ d'eav.erTllic!i''k©m ahdercr nefeen.'4tmi 
fo ; 'JheratssiwjiM^ ' und ■ • den*'' er J z weitens • Felbey 
Voak' Minute su Minute iumbeiFeft* : --**l- Und 
%venn auch das nictafc ware: 9 -lagV icltt, fo ift 
docl&' ; da waiii'er snufikaliFchgr - Awdtstek> ti& 
UeberHuFg. Jedqr -diitda darin Feins IsH^fiap 
dungen, - die - Idea-.- Vesiogenheit, deo feftarrenb 
a'uf Feinem feftraimeBti? aus ;.<imd' Backs Slegel, 
Diffonanzen. Hark ! un4 Confonanaeii fcliv/acb 
^'orziitragcri 9 w-eiFg in : elnein . Saale > jedes^ w© 
€l»e C&nfonanzen fa fa»it eingefchin'olzei^ w^;o 




Stdle 



lien inag —^ aft Jjergenornmen 3113 eirieKiv. gepi; 
vpllen^, witaige?i.,u!jd lehrreiclieiv" BucJjc> tla 



BJcht. nac5i Vertlxenit bckantit gcwordeii in fevn 
'fclicint.' E-8 hclfst::' Mwnte&i 'Oder ■■•auth-j- jf/e 

unfichihmre l.oge von J^cm'-'Pim^ - |k}alin«- bey 



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dtsrcls lie fich elnander &uiu£&? Wlhiewu'SLci,- 

Mela jspJo audi <^e Mw^ idii^acl- fepr? f foxift 
%lexb£ i1a9 irlf-f^ ii£nt@K text 6sdftgi££eB wofoB 

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In Mies* felei? cteMa S&kv&m. arolfexig, aiclic 

^iO&li clip liOifleii. Oc j f'«»o/w/'»s die ^ o<r Ij^^l 
deo beraL*nie&. U"Uali&!ie»» KnpcSUE r °^» CYAf 

LczL do 7 k^Mc^ S^g' c f «> v J ^ 1 ' 



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Sie^ 3>jr i*r£ f J .}£"",<* u^i^t^iola ga^ t(k>Iafe 
m%n lie sis aHp& Ssn^LsriVY*. TugGSfj, felbH deo 
r^cffAtin Rfot^Qiic fc T *»5jt s boa e l cadcu Mufifc unit 

fi^ feller <tsra%i flisf-^Uj If© asfbeftefc©^ f ^Heiwj, 
sla cla^ ^}mi \dir fi J}* -q^ht ^^ *«t fio^cn i^'ij 
i, K <»crj wyd s»i-QliMgi^4 Sijdj^aeTO p dj^ an deir 

Utt Gjua,d<;d,fp ,B v <J2Jo»iiiJigo??! > d.Oi§5 l fjihttl4 fin<Jp 



fo fchonj, dafs das gauze Wicne* ,J t'l »c lie «t^ 

FiewcV m,>id Ver^uugen ^e^c^ ' jg 1 '^^ * p 



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|j§#r finrt [SMif/tclft?fen besxeyfjnk^<« ! idQn Meilblco 



Jen iil in der Oper F<meLa in C f ifi^H'^iuP Wr 
t^LJ f»J_, - uUiL ais^G* life/ vnitt. Gi u t'C 
Sch ?!eim <~JiTico Qaliere, oifwajf LGji $ 

*'£o y Zli vJCkhcii F^cF y ( ^JW, ^nlt,) tic nocH 

©jiiitb^itc Qp^sn In WIr ^ ^ r 5.b ; vvt *dc% 

\jjh 4ie. ^J^fiAi' q5>»c'H fusub' 3 «dc«? J'^dft 1 ^ i jam 
llimilt&tetii, , xuh*U2il<iti konftl<i v ** u v ^c 
Sis, voila^iui MiPjcI gG^rbci; r'?io ft^on iio? -> 
i;g«Mg G^i?sBG j j, cine "licl ~ Ljif t ' If f<F-»f :f «- > 
Ireie Imi VoKtsrgeo c'ao linv n 5bi,o^ r f "- ? 






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jhs'^rt^ f?c r ° Tonr. daft r 



"ligL dicfei g,isofe<? San^L 9 und! I'eal ! f i 



£IS waar 9 




^ebitif'^^ dafi 
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„„.,. „. Ty _%( 

md'.d&vF&&wcnK£ttinj6r.-in -ilor-Nachftnif<Jhaft ; auf 
«la& Emwfimllichite- belexdigt wcvdiH" feni%. ; ; ^Rs 

dus sicicL* Hjufu.ii ycibxcf"''- •■ - loiuWn fo l.'ii^ 
pr-'dttuli Siiil»V!i\i(fcliit i/oi?C« y^'.nU den oft^iuJi- 

, V j lnl'i"ij*?>t r /f!^^<ii t, r £,uti({- At hi it'ir/i;, ling 
fuf die gT^fohnbtl" 1. IV»« lodiij^" p.t'^lc die 
^miicft: ial yj ?{'/«<]?. hjk 1 ."'o/drb p-^v^ Jund,, c ntf» 



at© VeffslertHigen fmd fo wcht^ i 
He^mcM allem vois der ganzc ^ C7\wb < c; 
fiber/ ifei'ioe'StlinfflBie -hatj tbsici^.. fu(t> " <r fof^ 
r £ieM'I£.dnnteiHei(E.ssug2nj c die cl firf^ m ^? PtJ 
i&'anft sn, eigea gemackfc fear=. fJas rcfuh!^ \ '0- 
•fast' GJ?-' Xem i lAdfigio- rjoyt¥age E "1 ur»?i' , fv* L^b^ 
lic!i5 er uber?afcht smit den Teinftexi ujuicrwar^ 

Tjivanen enilockt hae 9 irad deE' ihm eJkt swattes 
Ipjl'^c Bravo! niebr wimirhen? als ^^srnfi^ hnn, 
• %>I?>c F !aupt' ollcsr Z* 1 '"? ^ fix Poric ht €>///?» und? 

1> ' l ' / t (denned f CinCh' de/ ci/tw* 1 ufiOif 1 r%i dc 

iaen \«; »rliii'-bt>u» fu -l c°-qc .uilf''^ i undc„ 
tchoJ'AGn VoUe JRrtfiP "•■»«'»<- J?j ^ r i of i \> fo 



%$€-) 



voWmmmmQv Sange^. a?o Q$' elsa ' trefltcte? 
Schaufpieler ifh ■ Er Imi Me Ibfcene I© 'ioblich© 
<Sewohnheif p die wenigen italien. Bwffons eio 
gen ill : dajfs er niehts iiber&reihl; Wesin eg 
awcla fein Spiel bis auf den aufserften Grad 
€?@ibt 9 fo behak' er dock hmner '..hie Asiftime 
<f agkeit wid gewilfe Sdiranken bei 9 die ilm v05.11 
4sim abliirdesi l*dbelhaft°K,oimlcheji zurucko 
liaUen.' form glick'lial .er mar gefallen m des 
Opes* «7. matrimonio Jegreto. Die Bolle des 
Grafeii fpiek und ilngt: er melflerhaft. ' I'ch halte 
sic-M ge^Awbts, daft er Axur von Salieri, fcrote 
ieiB s dais er%m : Ilomiker ■ ift 9 docfe noch. ziereio 
Uck -ernffihaft fpielt. 

thin an die Seitej in Anfehung des §piels 9 
&ann ohne Zweifel Jiofauelli gefetzt wercleno 
Er fpiek feme BufFona wieder.auf efete g|xis 

JlejweguHgorA vie^ smelir iiocli in feiner CI@walr D 
sls-Jeney. . Sr ipiej^ yfXrziiglich IchSn.Sxs iles- 
©per Its gelofia villoma imd m /;<?<?£« ?« Camp* 
Bi dares-lien ©por i§ er -,gaaz .origmell. 

Das Orchcjlm- tra^t alles suit earner G<e° 

. Mujgkeit, . einer Pracilioh vor 9 di@ allies Lob 

yerdient.- ErftgrMofkapsilsKieilier: ill tier b@ruimi° 

k&-Salieri s eli^tuplttay Jetet beiriahe .einzig.in 

feiner Art 9 der erfte von alien Itaiienem 9 der 

feine eigene Bahri gehet, der lids mip^r^ 

fchwang bis zum nocfmen oipfei ue« zi,u,a«a '** <6 

feiner- '<dri-& "3eE |>lilfolbpiMl'cli iiliir' $ein<j Ktmll 

*au rafonftifttt JlMwSlancle IHj m}d .der fJacjurcjA. 

zeigt, war 'der KiinfMei- vermag, wiemi er mit 

Verftand unci Gefithl zp Werkf geht. . Ey jsf|, 

<§in Mann von feinem und insugam . GeCi'ibi, 

jjpll Kenntnifa des. .TheaC$ta 9 und-gleich ftarlr 

jm Koniifchen wie ini TfVagifchen j ©ine -felten@ 

^Gabel--4£V-"trat- gang. In 'Hie :Fu£ataplen uiii'ers 

"grdfseh'TJeuCfchdh ■ GlucA'i davttft "zengenrfeisa 

jfxur imd feine Danaiden B mid von feinem 

fconnfchen Genie s la fcuola di gelofi t la Cifra 9 

ia Grotffi di Trojoiud *). 'Etfi ift' fioth ein 

|Mnger<jMaim 9 welc^er Meifteilli'^cke l|apn man 

fich nicbt noch von.ihm- erfreu^n! _ 

Er. ift .daypn befreit, das Orche/ler sw dio 
rlgiren,^ .und' liar niir' die Autticbfc fiber das 
Ganzo' dW j Mufik. Statt feiner dirigiit Hr 
"•tg&eegtA f^itm,*. wiicdigar (5€huljer.„vQn,-Salisri ; Er 
feat fcbon etliche italien. Opern gefchrieben;, 
Me wiit Beifall aufgenonmien worden find. 

Direktor der Violinen ini Orcheflter M„.dw 
Surch feine beliebte Sinfonien und Quartetten 
IblioiK bekannfce Wranitzhy. ■==> Vicecapelhnei» 

) Das gmze Yetzdshmh feiner Wcrke foil t>iis «b° 
dermal falgeno 



fipv ill Sir, IJmlmtf\ doif C?"i6v jades' la Aiiwo- 
feBlioiE: ©cles Krankheie Sal*' /V; die Eiifcheac 
Miiifiken in der liofkapdlu atiEi^iit'o 

Trois pucUuors de Mr* J, -Ploy el g tires He 
VOeuvre dedie ait Moi de 'B ruffe. Arrmia 
ges pour Clavecin ou IHaKQ i'l (mac J.e~ 

I-.C'icfl<=> 



r*. 



WW 



ffomp. de " Wiolmi ei; Maffe 

nitt. 4 Paris. (N. B.-Mufikla.aRthi.i5G&\) 
She Ouatuors tiro's de VOeuvre dedie m& 

Mo 1 de Naples^ par Mr, Pk-yel d arranges 
• -pour Clem* ow Fo M p, Mr* JLachnHi:* -M 

Paris. (No B* MufikJi. a BttfeL iB ©Fo) ■ 

Die Pleyelfchera Arbeieoifi Tm& beliebf: [p- 
ntsg; die neuern zutn Theii auf Eochnung fei- 
ner fikerno Dies vennag aiiolifca su imdem 9 
afe *=> die Zei£v hiohlmbev ' femes' IWwfik sMoq 
Hi® mel von feinen foeralMntem' Quattefcfe laoo 
S'QMt unci nttr lik'yieii'fpiekr !jsmI d werclett ficfe 
nun clurch cliefe , in der Tha^ fa!fii" gut - unci beo 
^ue^jri arrangirfce Klavierausziige 3 bei einer be^ 
gleitenden Violine unci einem. Cello, odsr auc?5 
gar ^anz allein das Vergniigen vftrfcliaffen kono 
nen.p Pleyelfche Quatuors niiher fiir ftch^kGno 
nen zu lernen. Sie werden clarin gewifs axi» 
ge'nelmie Melodieen 'unci artigea KlavierfpifiX 
antreffen, das ganz fiir den Eft'ekt a«l Forte° 
uinnn's eingericktefc ift. 

. iDoiiZG nouveauoc Oimitwrs 9 detlh's au Moi 

«- 1 ~ ; d-e ■ Pvuffh-f. fjomp' par Ignacs IHayeH, iro, 

Livraijon. J Paris, fN.B.M. iIUhi.*36i'0 

Diefe ' erfte Lieferung enthalr g QuaKuoro 

fiir 2 Violinen, Bratfche und Bals 9 dim lic|a 

clurch gute Manier, -Loichtigkeit und sn^os?^!?^ 

men Gefang Qiirpfehlesa, 



Endlich kami aob, dora iiacXificiieovollon Publi- 
cum ? and meineB refpectiven SubfcribciUeei clso bu» 
verlafpige Naclwicji? ertheilcsi ? dafs mesno x2 Lie" 
°? r s " 11 Se^leituiie tics Foncpiaua a da,to binmcm 6 
Wochen ^ewiftf b^fclieinen wcidan. Dici Beiagoruag 
ucr Stadt Mayn«, allwo. dor yarircflicl?o r I$<hgs*A<3- 
cl)or Hr. Schptt isn Stich deifvlbcn befprg;t,' isiiiS diu 
notliwendige Wiede-Fcnicluung der zertl-'ivtcts Biieli- 
macliincn niilchteii die frUhcr yevfproohfnc Liofexaug 
dgr be/telhon Exomplarc unnioglidi. Bis dahin iteht 
d'io SabfcriptioH zu 1 Rtbl. us der sveuen Jiorlini- 
fchei? Mii/ikhandlung an der Jiigerbruckc nock oJTcit. 

Berlin^ den igten Scptc-mbov i'/ip. 

W.l'.Hitrka* VLUnipJ. & upcx. 

In der N« SsrL Miifiklumdh find zu hehen : 

Mozart, Abendeimpfuiduiig und dao WcMdmhi jrnfasi," 

mengedruchEo 6 Cyi- 

Tiwk (Dc 6.) 6 Meino CTftvicrfonaECHj, Seos TheiL 



1 1. 



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Lifdaus Erwin mid Eluure, toii .-Qothr 'nod 'Aeidardt. 



Foes Adagio, 



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SStzE^r^i: 



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ELa VeUckon auf dec W£e-tV R&&, g«;-bii*ktit* £ch iind '' ua.bqYfcanAt, er 



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war ciii herzigs Veilchen. D* kam eiiie jun-ga Schii.&. yiii a»it bieltemSchrittna* 



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. BHuitei-mSinnda - her! da -her J die W*le - fo hsr uad fang* 



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Achldeiikt d/ts Veilchen, war' ich nor' 
Di*' fchflnfte Illume der Natur, , 
Ach Httr ein kleine* Weilchen j 
Bis »uch das liipbchen abgepfliickt 
TTnd an dent JBufen matt gedriickt! <.' 



. Ach, akefc ach! das IVfadchea Jtam- 
tfrtd niche iu ; Acht das V«Uohe» <mhi&4 ,1 
Eitrafe d*s ».rme Veilthsst, 



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, Es fank u'nd ftarb luid treat* £c& siqfela 5 ' 
; :,: Vnd fterb ich denn^ fo iierb ich dock , | 



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BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZBITUNG. 

SECIIS UND DREISZIGSTES STUCK. 



Den ixten October 1793. 



Einige Urtheile und ff'inke iiber Mufik t 
von Schubart. *) 



M* 



„_._.<«. den elnfachen Melodieen der Deut- 
fchen fympathiliren aller Menfchen Herzen. 
Deutfcher Gefang wird uberall geliebt, wo es 
Menfchenohren giebt: (Auch am Hindus, wo 
man fich doch auch die Ohren mcht wird ab- 
ftreiten laffen , und — an deuifchen Ho/en, 
wo man aufser den Ohren noch mehr ha ben 
will, Geift und Gefchmack?? Med.) Im Tone 
des herzigen Folksliedes ift Deutfchland noch 
von keinem Volke ubprtroffen worden. Die 
grofsten welfehen Meifter belaufchten oft unfre 
Bandwerksgefelleii , urn ihnen herzige Rleio- 
dieen abzuftehlen. Der philofophifche Geift 
unfrer Nation hat der Naitur cine JUchtung ge- 
geben , welche natitrlich eine grofse Schule bil- 
jlcn inufste. Welches Volk hat einen Kirchen* 
gefang, wie wir? Welches hat uns je in der 
liiib umcntaluiu/ik iibei troffen ? VVelches hat to 
jsllgemein gate Stimmen aufzuweifen, wie da* 
unlrige?" 



„Es war einmal eine Zeit, wo man fehr 
unverfcha'mt behauptete : man hatte es Co weit 
in der Tonkunft gebracht, dafs' nichts mehr 
feu tbun iibrig ware. Allein keine Kunft lufst 
fich v/ensger eri'chopfen , als die Tonkunft. 
Das Gebiet der Haniionie ift das Univerfum. 
£& laflen fich noch nnzalig viel neue Tonftiicke, 
inftrumente und Bewegungen denken. " 
— — 5 — 

*) Tier verb. Schubart lung ir ; t Entlmliasinut an 
der Mulik, dachte und enipfand viel fttr fie, und, 
wenn auch feine bekaniit gewordenen KomptJ- 
iitionen niche viel bedeuten wollen, to fchneb 
er dafiir, freilich nehen mancheni paradoxen Ur- 
theil, manchen tieflichen Gedanken iiber Mttfik 
in feinen Schriften niedev, wozu demi auch die 
obigen Stellen gehih-en , die man nicht rerloh- 
ren gehen laflen , vielmehr zum weitent Nach- 
deukeu emp&hleu will. 



»»■ 



,,Der Gefchmack am Komifchen richtet Ver- 
heerungen unter uns an; darum miifste unfre 
Bemiihung dahin gehen, diefen einzufchran- 
ken, und dem Ernfien, Heroi fchen und Tra- 
gifchen, dem Pathos und dem Erhabenen wie- 
der unter uns Platz zu machen. Der Kirchen* 
ftil mufs die freche Miene, in die er ausgear- 
tet ift, wieder ablegen und Gluth der Andacht 
verrathen. Man mufs auf der einen Seite nicht 
zuviel griibeln, auf der andern aber nicht aller 
Theorie fpotten. Man mufs zwar die Kunft 
fimplihciren, aber fie eben nicht nackend aut 
der Welt herausjagen. — Sonderlich wird es 
nothig feyn, einen ucuen Rythmus ausfindig 
zu machen, daiuit nicht die immer vorkom- 
menden Einfchnitte Monotonien unfrer Ton- 
kunft veranlaffen. Man mufs endlich auf neue 
Tonftiicke rafiniren, die alien Taktarten wie- 
der in Gang bringen, die Volksmelodie genau 
ftudiren und, mit dem Geniusftral in derSeele, 
fetzen und vortragen. So wird die Tonkunft 
nicht nur zu ihrer Wurde und Iioheit zurtick- 
gefuhrt werden, fondern bald eine Hdhe er- 
reichen , zu der fie noch nie aufftieg. " 

Ueutfches Singfchaufpicl in fVien. 

Auf dem Hoftheater, worunter eigentlich 
das deutfche Schaufpiel und die italienifche 
Oper begriffen find, werden keine deutfeheh 
Opern gegeben. Die Urfach davon fchrcibt 
man dem Fiirft Rofenberg, dem Maiire de 
Spectacles, ,zu t der ein abge&gter Feind der 
Deutfclien ift und durchaus nichts hSren kann. 
was nicht Italienifch ift. *) 

Die beiden noch einigermafsen erhebli- 
chen Theater find jeries des Schickaneders auf 
den Wieckeri, und das dee Marinelll odor des 
fogenaimteri Kaspefl, in der Leopoldftadt. Auf 

*) Clior aller Dcalieue*, im ITnironus, mit a«rcn- 
fclnei^nden Stiinmeu der Veifohnutentu; brevo. 
brariffiwfl cl0ne n tijfitn§ Trencipii , 

N.n" 



>42 



beiden werden aeutfche Schaiifpiele urn? deut- 
Iche Operetten gegeben. Was Dekoration, Klei- 
dimg und Exekuiion der Orchefter betrift, fo 
heise fich das alles in beiden Theatem noch 
wohl fehen und htfren; defto fchlechter aber 
lit dort der Singfang- und das Spiel. Da anf 
dem Hoftheater die italienifchen Opern fo vor- 
treflich aufgefuhrt werden, fo wagt es wohl 
kerns von den Dehtfchen diefe zu iiberfetzen 
wul wieder aafzutifchen ; dahingegen wird alles 
auf diefen Theatern gezaubert, io hat man z. 
J. dje Zauberflote, den Zauberring, den Zau- 
berpjeil, den Zauberfpugel , die Zauber krone 
Jind Jndere dergleichen elendeZaubereien mehr, 
Dei deren An fehen unci Anhiiren fich einem 
das Inwendige umkehren miigte. Text und 
Mufik tanzen ihren klaglichen Reihen neben 
einander — die Zauberflote ausgenonunen — 
Jo dafs man nicht weifs, ob der Dichter den 
Kompofiteur, oiler dieter jenen an Schmiere- 
rei habe iibertreffen woilen. Dazu kommt 
noch, dafs diefe miferablen Produkte noch 
Jmterabler vorgeftellt werden. Mozarts treili- 
the Mulik zu der Zauberflote wird auf dem 
Theater ilea Schickaneder fo genothziichtigt, 
dafs man vor dem Jammer da von laufen niogte! 
Auch nicht ein einziger Sanger, nicht eine 
cinzige Sangerin ift da zu hiiien, die fich in 
dem Gefange oder in der Aktion nur iiber das 
Mittelmafsige erhoben hatte. 

Eben fo ftehet es mit der deutfchen Oper 
•auf dem Theater des Maruielli; doch hat die- 
fer noch zwey oder drey fingende Perfonen, 
die ertraglich find. Wemr aber Kasperl Zoten 
und Pollen zu reifsen anfangt, o dann niogte 
man doch traiuen , dafs ein gefittetes Publi- 
kum einem folchen elenden kerl, der zwar 
nicht gaiii ohne Anlage zum Komifchen ge- 
Uoren ift, feinen lauten Beifall felbft bey den 
Srgften Unanftandigkeiten zujauchzen kann. 
Die Sittlichkeit verbietet mir Ausdrlicke hieher 
iM fetzen, die diefer Kerl und fein werther 
Schuier und Nachfolger, Namens Friedrich 
Baumann, offendich ausftiefsen. Jeder gelit- 
tete Menlch wiirde auit mir iiberein kommen, 
dafs diefe Elenden, ftatt beklatfcht zu werden, 
Stockfchlage verdienen. Allein das Wisner Pu- 
Mikuiri will das fo haben, und findet es fehr 
ergStzlich. „Q dies Theater ift gut genug fur 
die Vorftacltar! " rah alienfalls der feiner feyn 
■wolleride Wiener aua; una" doch ift das ganze 
Hans von diefen feinem Mtnlchen angefiilit. 
.«— Der geneigte Lefer wolle diefen Gedariken- 
firich weiter fur fich ausdenken. 



Zwei Operetten zeichnen fich befondera 
auf diefem Theater in Anfehung Tolchen abge- 
fehmackten Zeuges aus; nehmlich Pizic/ti, 
oder Kasperl als Fagottiit, unci die Fortfetzung 
davon. 

Kirchenmvfik in 'der Nicolaikirclie zu Berlin. 

Wer Berlin nicht kennt oder nach den 
vorigen Zeiten beurtheilt, der follte Wmuler 
glauben,*was darin alles gehort wird und vvie 
herrlich das Publikum nu turner auch in den 
Schatzen der alten Mufik fchwelgen konne. 
c .in follow, that uns zuviel Ehre an. 
Unfre Modekomponiften , die an einem Brief- 
fieller im Journal des Luxus einen grofsen 
Vertheidiger firitlei., haltcn imfre Contertfale 
dermal'sen befetzt, dafs ein ehrvvurdiger Han- 
del z. E. keinen Platz jnehr darin findet, und 
miferii gewiihnlichen Kirchenmufiken hijrt man 
auch iibetall die Verdbrbenh«it des ungeiftli- 
chen Zeitalters an r fowohl was die Kompofi- 
tion als die Ausfuhrung betrift. Es ware ein 
Langes und Breites von deru Schaden Jofephs 
zu lagen. 

Hr. M. Direktor JLehmann erwirbt fich da- 
durch ein Verdienft um Berlin, dafs er alle 
halbe JaJir grufsere und meiftentheils fchiine 
Muiikftucke vor einer aulserordentlichen Kir- 
chenverfammlung aiiffiihrt, aber die uin vie- 
les gewinrien wurden, wenn er Hrn. T. , der 
nun fchon zu alt ilt, keineSopranltiiiiiue inehr 
hat, und vermuge ieiner tadeinswiirdigen Ver- 
zierungsfucht, die von Unwiifenheit und After- 
kunit zeugc, daraus fort liefse und nicht, wider 
feine eigene Ueberzeugung uuftreitig, fo viel 
Wefens von ihm in der Zeitung machte. Was 
foil das? Wer mit Ehren abgeichieden ift, den 
iaile man ruhen und glaube nicht, dais das 
Publ. fo leichtglaubig ift , um fich an das KreV 
denzen in der, Zeitung zil kehren. 

Es ward ein Te jDeum, das Handel vor 5o 
Jahren auf Veranlaffung eines Sieges der Engl, 
iiber die Franz, komponirt haben foil, nicht 
fonderlich gegeben. Grofser Stilj, Reichthum an 
Modulation, und einzelne iiberrafchende Stel- 
len (z. B. die kraftige Bafsftelle auf die Worre: 
die witrdige Ferfamndung der Apoftel preifet 
dich etc.) machen es eben fo Jkenntlich, als die 
Arumth der Inftnunentalbegleitung, die gehack- 
ten Figuren, ohne Anmnth und Rundung, die er 
vorziiglich geliebt zu haben fcheint und uber- 
all aiibringt, und die grofse Leere in den Arien. 
Dies-Stuck hat grofse Schonheiten, aber auch 
grofse Fehler des Gelchmacks. So fiihren z. 
B. eine obere Trompete tind ein Bafs einen 



ganzen Sau fort; welch feltfame Behandlung! 
I)u fitzeft zur liechten bei Golt, in der Heir, 
hchkvit. des Vatcrs , iit ganz contrapunktifch 
in traurigem Mollton durchgearbeitet. JDu 
itrirfb einji kommen zu richten , hat einen Cho- 
rallatz, dann einen Ruhepunkt, nach welchem 
Eine Trompete in den hochftcn Tonen eine 
Weile in die Li'ifte . wirbelt. Das hat wahr- 
fcheinlith die Polaune zuiu ji'mgften Gericht 
feyn follen. Leite Jie zu ewger Herrlichkeit, 
ift ganz chromatifch durchgefuhrt und dergl. — 
. Das waren groTstentheils Fehler des Zeitalters 
\ind Handel blcibt doch der.grtnse, iwcr^igh- 
bare, erfchi'itternde Kirchenkoinponift. " 

Darauf horte man auf den f'ronmlen Text 
JDomine JDeus, rex coeUjli's etc. cine gezierte 
Bravourarie von Haydn, in dem allerfadeften 
Stil. Sie yerhieltr fich gegen Handels Arbeit, 
wie.fich ein heutiger Elegant zu einem edleri 
Heros der Vorzeit verhalt. ■ 

Ein galantes Oreelconcert von E.Bach, ward 
gm von dem gefchickten Hrn. Kaufmanu ge- 
fpielt. Zuletzt der 100 Pfalnv von Handel. 

JYeue Saiteubezi'tge fitr Klaviere wid For- 
„ tepiauos. 

Hr. Jacob Reinhard Erhard in Nurnb.crg 
hat neue Saiten fur Klaw u. F. V. cin«*ericlitet 
die den bisherigen Marigeln abhelfen iojlen) 
in fo fern man fur fi'mf und inehrere .Seciin- 
denintervalle die nchmliche Suite hatte', wo- 
bei allerdings zn wenig auf das Verbaltnifs der 
Saiten und. Tone Ruckficht genoiumen war, 
und wodurch die Saiten bei einer zu ftarken 
Spannung zerfpringen, und bei eii<er , gerin- 
gern einen 'duinpfen, unangenebmen ,klang 
von fich geben mufsten. Ein folcher neuer 
Jiezug -fiir' eiif'-InCtrumqiit ' von. fiinf Octaven 
befteht aus SG Rollen, von denen jede ntit dem 
in der Tablatur iiblichen mufikal. Zeithun be- 
merkt ift. Fur die hohere Octaven ,_firid die 
Saiten aus Stahi, und mr die niedriglten aus 
Meffing von dem beften Gelialte verfertigt. 
Ueberfponnene Saiten fur die Contratone und 
ganz melfuigene Beziige miiiren befonders be- 
Jteli t werden. 

Der Preis eines ganzen Bezugs von 36 
Rollen ift 56 Kr: oder 8 Gr. fachfifch., und 
man kann dieferhalb Beftelhmgen noachen in 
der ncucn Bed. MufMidndlung. 



i*3 

Tarifcr Mufikalien. 
Trot's Sonates pour Clav. ou P. F. par Ko- 
tzeluch, op. 3o. a Paris c/iez le Due. 
(N. B. Mufikh. 2 Rthl. 5 Gr.) 

Kozeluchs Klaviermanier ift bekannt und 
bei vielen fehr beliebt. Diefe neuen Sonaten 
find ganz artig, mitunter brillant, eben nicht 
fchwer und werden auf Fortepiano's gute Wir- 
kung thun. Die niedlichen Rondo's werden 
Liebhabern und Damen befonders gefallen. 

Ouverture et Airs du Ballet de PJic/ie, ar- 
rang, pour Clav. ou P. F. avec Accomp. 
de.Violoiiy par .Mr. Corner , a Paris. 
(N. B. Mufikh. i Rthl. 18 Gr.). 

Sind Liebhabern von der neuern Spielart, 
• von harfenmal'sig figurirten Balfen und der- 
gleichen, wodurch im Zimmer ein Orchefter- 
Jiiai'siges_ )Vef^n-geh6rt wird", zu empfehlen. 
Zugleich konhen fie init dem Charakter eini- 
ger feltenern Tarize, Mufette, Gavotte, PaiTe 
Pied, Louie, Chaconne etc. bekannt werden. 
Ueberhaupt kmnmeir i5 leichte- und fpiclbare 
Piecen darin vor. 

Six JDuos coiicertants pour deux Flutes, 
par Aniand Vanderhagen , a Paris. (N. 
B. Mufikhandi. a Rthl. 3 Gr.) 

Seit den vortre/lichen Quanzifchen Duet- 
ten, die, was i\en wahren zweiftiihmigen Satz 
bdtrift, ihren Werth immerdar behaupten wer- 
den, wenn gleich ein griibelnder und feinen 
Mitgeno'lTen Quanz chika>iirender' Kirnb6rger 
darin noch eine Stinnne hineinorgeln wollte, 
kann man eben nicht fagen , dafs wir viel et- 
was' geaiTieitete Fl6tendu«tt3 erhaken batten. 
Die erfte Stimme u|mmt gewohnlich; einen 
Satz, die zweite dudelt eine F^undamfintalftim- 
me dazu; fie 'iiberfpringen und goben eina'h- 
der das Geleite und fo wecbfeln fie ab und 
gelien in Terzen uhd Sexten ihreri langweiu- 
geh Weg einher. 

Da das nun nicht anders ifl, fo mufr man 
damit yorlieb nehmen, und noch froh feyn, 
wenn man Floterjfpielern etwas Neuea, was 

d ->°. c ^ l .. Gefan S l iat » und ncn exekutiren lafst, an- 
zeigeh kann. Zu diefen Sachen gehoren ge- 
genwartige Duetts, die fehr fliefsend find, char- 
mante Mclodieen haben und das Mattel halten 
zwifchen dem zu Schweren und zu Leichtem. 



zaJU von £xen,pj. a«gckomi„cn uud u, der ff. B. Mufikf. das Exeff.pl. i-ar i Rthl. 6 Gr. Z u habc 



'44 



Clioeur des IJretreiTes, de l'Jtpkigehie en Tamide par M. Glutfc. 

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O Di - a - ae , fois nous pro - pi - ce ; 
O Di — ■ a - ue, fois nous pro - pi - ce; 

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BERLINISCftE 

M U SIR A L I S C H E Z E IT U KG. 

SIEBEN UND DREISZIGSTES STUCK. 



Den tgten Octohtr 1793. 



Neup Einrichtutig der Oper zu Farts* 

In der Sitzung des Natiomlconvents vom i6ten 
September ward ein neuer Plan zur Ein* 
richtung der Oper, den eine Deputation der 
Artiften vorlegte > llebhaft applaudirt und , auf 

Heberts Vortrag, folgendes dekretirt: 

„Der Gemeinderath hat in Erfahnmg ge* 
bracht, dafs die Adminiftrataren diefes Thea- 
ters alle Contrifktspunkte verJetzen , dafs fie 
heinilic^i Eiifhabmjegelder unterfchlagen,, obhe' 
4en penfionirten Qliedern, .^n* Arbeitem zu « 
tfezablert , dafs fie e» an > Hetfbeifchaffung der s 
nothigeft Qp^rhbediurfniffe haben feblen laflen, 
dafs fie auf das treulofefte Anltalten getroffen, 
um das Theater zu miniren und urn lhrer nie- 
drigen ErwerbXueht willeo mit den, Talenten 
<ler Mitglieder deffelben Wucher getrieben ha- 
ben. Der O. Rath hat ferner in Erwagung ge- 
ajbgenf dafs es ihm ais Pflichr obliege, eine 
Anftalt zu befchutzen und aufrech^ zu erhalten, 
welche alle nachahmende Kiinft©' in fich verei- 
nig;t unci iahrlich ;iitehr als i5 MilUohen (JJa- 
vtcs) in Unilauf fetzt, wozu hauptfachlich die 
Betehen ihren Tribut entriehien ; , er haf fer- 
ner in BetracKt gezogen, dais" dircIT den fo 
eben vorgelegten neuen Plan diefes Schanfpiel 
cinen neuewGlanz erhalten und fiurdie Revo- 
lution- erfpriefsUch fe^n mufs ,* in To fern die 
Ariift^h es wber fich nehmen, die lyrifche 
gi^e ^pyj aUOT Werjken zii reimgen, die wi- 
der die Gnmdfatze der Freiheit und Gleich- 
heit anftofsen, und dafur patriotifche Kunft- 
werke an die Stelle zu fetzen u. f> w» 

In alle* 1 diefer Hinficht wird ilekretirt : 1} 
4al* die eternal* fchon ronl-^ath f6%ef$tzte\ 
Kommiifion, welche Bericht von der Oper eih- 
Ijefem mufste, mit der Adhniniftration aller 
'ilfentUehen : Apftalten wherein, konuuen foil, r 
die Zufchlicfsuti^ des Opernhaufes zu verhin- 
dmrwnir jgedachtr^airftler in Bcfitz*der ©p«r 



zu bnngen; dafs fie a) die Direktion davon pr«- 
vifonfch ubernehmen foil, bis ein Iaventarmn* 
durch einen Beainten der Section', wo da*- 
Haiis gelegen, aufgenoinmen worden ift. 3> , 
Dieren werden alle Opernvorrathe und Arisen* 
be und Emnahme ttberialaenj und Awnit a>| 
die Schaufpiele nirhtuHttobroeuen werden, & 
w»rd jener Ausfchufs beordert, dies D&ref ro- 
gleich ins Werk zm richten und gleich fiir did 



Auiiait.«H> a« uc« zu zreneiK : &) Stm fie mit* 
deiil <W6hKaluitsa«tofchiif 9 „ a d ehw t Deputa- 
tion der Kunffler an den ScKranken cl«-Coti.' 
vents nmSchote und Beftiti ? ung deffelben an- 

ftratoren der Oper CellerrUr und Frhncoeur 
als verdachug arretirt und ihre Sachen wer- 
^ e f ver £*egeltt wozu 7 > die Police* gleich An. 
ftalt treffen foil, und ^foil vor dar*SSd dti 
Emnahmed^n Artiften 2 ,,ftehnv bis fie nadl! 
hcr.nach Ma%abe,^hre S Gehauiw^ 3 ^ 
theilt werden kann; *« ,. ' 6 > 

Dafs diefeEfa^richtung loblich fey und 
fur -die-immer fortwahrenJe und durch A*L' 

d ^^^wg mnd vavmbmHuutt-iSZSft 

nett-Kunfte zcugfli fnilt in dfe Aiigin. - 

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e^^ wea es das Ausgl&zchiaaT v^uw , 
ware « denn eins darln ift, feinem Zweck« 

die£^ Blattea. paftt. *we«i! 

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Am der Hymne von Thaarup mad Sekuli* 



Poco Andante. (Zwei Soloftumnen.) 



°j) Tom Stra- len - thro- lie, hoch uud hclir, auf ici - ue Welt hlirkt 



Tom Stra- len - thro- ne, hpcli nnd hclir, auf ici - iic Welt hlickt 

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IX~: 



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„. ,r,. ... :■ Gott da '- her: ; , ' rings aanktllunLfttibeAyi&igs G!n- #ii*me1,rln»s £elbcn,Vm*sGc 

'■ •■*** "W"P" " . i ■ ■ ■■■. "ff##iatf- ? -/a- ^ 

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nnlet/^iig^dajiktlljm Xe I'^en, 'dankt. — , _,,:._». -.,._. . _ ■■ mm ,- 

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....,-. All - m«cht ..• Gott?. ■ , cin FruhlingstJ 







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Veber Modekompomjten. 

„Diefe(r und jener Komponift ift^zur Mode 
gevvorden" kann nichts anders heifsen, als, 
i^ins Kompofitionen haben eine gewiffe auGsere 
/form und Manier, die den Leuten des Tages 
ge£allt und warum lie ihn gern horen. Die 
Sache felbft oder das eigentliche Sehona, da* 
innere wefentliche Befchaffsnheit hat und nicht 
an Zu^lligkeiten getmnden ift, kann nie zur 
Miide werden; es ift das Eigenthuin aller Zei- 
thtr. Daher man fagen kann , dafs das wakr- 
baft Schone und Vallkomuine iji jeder Kunft 
nie veraltet. Denn grade well Handels Chore 
z» B. inimer noch ge fallen und ewig gefallen 
werden, viele feirier Arien aber nicht, To kann 
ina-A daraus abnehmen, dafs ex diefen letztern 
eine zufaUige feinem Zeitalter angenleffene ,Fa- 
con gegeben hat, die nicht mehr die unfrige 
ift. Wie es mil diefen gehet, wird es waht- 
fehemlich auch mit unfern Faxons phen. 
ijnfre beliebten Figurcn, Modefatze, eiegan- 
t0a- Zufchnitte der Sinfonieen, Quartetts u. dgl. 
werden unfern Nachkommen wahrfcheinlich 
auch dereinft nicht behagen wollen. — Das 
geht in alien Dingen fo, und wird fo forfc. 



Daraus alfo, dafs ein Komponift jetzt 
mehr ■"*!&- ebi anderer gefpielt und gefungen 
wird, wiirde ,alfo noch nicht vfel fur Teine 
inhere Vorzuglichkeit folgen; es konrite leicht 
eben fa gut fiir die Einfeitigkeit des Zeital- 
ters, fur den zufalligen Gefchniack, fiir den 
gahgbaVen Ton entfeheiden. Man will gewiffe 
Moaemufiken , wie man- Coca de JJaupJdii 
wollte. Es ift etwos Neues; das Neue fchmei- 
chelt und finterhalt auf «ine Weile, fund ,wird 
eridiicn Mn& nianchmal bald- genug j-vergeffle% 
Wie leider der Dauphin felbft. Das trage-,ffril. 
yoie-- Pttblikunii *-r ~ und «warlich , das heu tige 
Publikum ift recht Mvofi!— mag fich lieber 
etwas lufs vorfchmeicheln und vorgaukeln, 
a4s- vorarbeiten und vordenken laffen-j, mag lie- 
fc-Telcbrte Sachen, die den (Jnren wohlthun^ 
frgta ffflr.b gcniefsen. als mitdenken und- rich-- 
tig mitempfinden. £s ift 4 eritweder zu ver- 
wShnt/um das einfache, durch wahre Kunft 
heryorgebrachte Schone su fiihlen, nnd_ will 
iieber tlurcli Bizarrerien , Inftrumentalgeruufch, 
feUfiune JMilailQjsin ©rMiittei^ warden wm 
d^'vitWolmtrOattnken, durch[ Afla fStida i.xrihdq; 
es ift xu unwiffend, zu ungebildet^, ;* iu fehxf 
an Klimpereien gewohnt, uin die fcdhere'Be- 



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ftrebtrhgen des wahren Kunftlers, deffen ge- 
zalmifces Genie nach deri Kegelii der Einheit 
arbeitet und deflen Zwecke bis an die Uufterb- 
lichkeit reichen, zu verftehen und zu wiir- 
digen. 

Zu welehen Ungerechtigkeiten kann alfo 
nicht das Vertheidigen der Mode in der Mufik 
verleiten! Mozart z. B. gebuhrt Verehrung, 
allerdings; er w ar ein grofses Genie, und hat 
niitunter vortrefliche Sachen gefchrieben , fiehe 
feine- Zauberflote , einige feiner Ouverturen 
und Quartetts. Aber das Gemozarte hat jetzt 
fchier kein Ende. Man fehe nur «in Concerts, 
wie fich die Kopfchen der Damen wiegen, wie 
Mohnkopfe auf leichtem Stengel, wenn das 
poetifch unfinnige Ding gefungen wird : 

Mann und Weib, und Weib undM^nn (macht netto 4) 
Reiclien an die Gottheit an ( J » ) 

Und wie wird. nicht erft Gepleyelt! Pleyel 
^heute, Pleyel morgen} das ift das ewige Ly- 
ruin larum. Und doch wie matt und trivial, 
oder niitunter, wie feltfam bifarr find viele 
der neuern Pleyelfchen Sachen! Aber das hilft 
nichts i es wird gefpielt und — verfch.'.ungeja, 
in allerhand Geftalten. - 

Nur Gedlild! die 2eit wird fchdn Achte» 
und lautern und aufbehalten, i«ras des Aufbe- 
haltens wertli iit. 

Parifer Mujikmlien. 

Concerto pour le P. F. ou Clav. avec Ace. 
de deux, Violons^ , Alto et Baffle x Cors et 
ffliftes dd Lib. dedie a la Relne par Mi 
Hermann." Ouvr. 5. a Paris. (N. Berl. 
MlifiHiMndUa'Jkthl. .5 f Gr.> 

Aus der Zueignung fieht man wohl, dafs 
.dies.. Concert ausC dur nicht ganz neu iftj 
allein es hat Werth. Bei aller gefalligen Mew 
lodie urtd neuern Manier, : die hin und wieder J 
dem Clementi nachgebildet ift, ill es doch 
nicht leer an Modulation , und da es brillant 
ift j und ftellenweife Schwierigkeiten hat, ifat 
erfordert e"S eine fichere und geiibte Hand. 

, Six JSondtes pour Clav. ou P. F. avec Ace, 
de Stolon ad Lib. par jFI* Mezger. a Pa» 
rb. X^k B, Muiikliandl*a Rthl. 3 Gr.) ; ■ 

Sitid fehr 4eicht, und Kkvierlehrern fu» 
den Haufen der. Frauenzututter und ungeubte*. . 
rer Sdhiiler zu empfenlen. 

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ACHT UNO DREISZIGSTES STUCK. 



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Den iQden October i-.y $§.__. h: ,> 



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MujlktiL Ntidi rich ten. von Miinfiar Und' Bonn, 
' ' "' (AnS eluem Briefe aus Bonn.) - 

VJ7 a Ende des Decembers v. J. gieng usife 
iL?. CfujvfmTt nach Mi'mfter^ Das Theater folgSe. 
ihm^nach. tiiejr,: waren,.cUe.']V|ul 1 'en ?«,€% , $\i 
jeinals befchaftigt. Sorintags war.' kieirie, J^ii<=' 
ilk bei Hofe, weleheaus lectaa B.omhqrgc^ 9 den 
zvysi .Demoifellen PP'ttltfiqun und ibreui jim« 
gern Binder, aus ,d,ein TenoxUlen Sinionetbi 
und ,amr ; beftancl. Die RouxbergiTch?- Familie 
ift ; eiae. , ; |iebenavvurdjge , Kunftlerfamllie , die^ 
ganz in einander ig^yve^t, ill. Die Aeltem ? , 
'4v/,ei Bruderg bewpjin^ '<?{# t Bans,., ,~welcb,e.sj 
un,;MiL£el .cine Scb.eickuiriucr ,Hat. Jeder Jiiib 4 
tjrei Jim|icaiifche Kjln<;lei> ei^e .Tocb&er. unci, 
;?w,ei Sohne. Die Va ley tragen einerL<:i Klei-, 
tlus?g ? , Jo- aucb..die .Klxicbjr. Der alter,© ,Sohn. 
clea AIiiiiKdirektcr .KoiMberga s 'fo wie deV'a : lt«ro 
Sobn lehics Bruders , find in der kurfiirltl. 
kulln. Hoftapelie angeftellt.. Jenen kanxx pian 
Hi.it Recht -unter die vollendetelbn Gejger ,^ali» 
l^en., Axxcli i'ein Sats ift fchcin und ' gVundlich.. 
Letzjerer,' ein voitreflicher Violoncellift und 
■wabrer FeiLerkopf in feiner Kompoiition: Bei~ 
dc. haben lcboii viel gei'etzt, aber nichts ui> 
fentlich bekannt gcuxacbt. Nur Andreas Jlo?n*> 
hcrg t derGeiger 9 bat kurzlich eine Sanmxlung 
Lieder bier Itecben iaiFen. Sie haben verfchie- 
de^e Opera gefeUt ( ,. yon Schivick m\ch GoxzfJ, 
Achadel dais lie zu yiel ,Aut\yand i \jon.Deko«! 
t : &tionet% : ,nm\ em i'ehr ftark befet£tes.Ox-che(f I er 
exfortlern. Man iuidet allerdings Fehler. gegen,' 

*) Itb bin. dem Hrn. Hofovganift und Mufikdixy 

JtVe/V,. den Deiufchiand langft inner feine be. 

JieBteven Koiriponiften zahk, fiir die iiitciciraii P 

ten Nncbricliteii, liber Mnfik und Kiinftlcr, wo. ; 

• • nut er dsefeo E'iatt zn beimchctn fo geMKg hat! 

- - . fey a wollen , a ; edlif; felh'f YeAji^dcfi , urid iiehm&l 

Juer .augleich QelegenJv^* , , Jhn oiT6ijtl?.eIi ,4,e&', 

Hpc))iacJituiig -zu verficheriij, die ich ^fiir, fej.iiQ r 

'Taietafe uiiif fein t Jiebensw'tttd'fgCB " Meta ' Iciroii" 

l&nge hege. ■ ." ' ' ' ' : •'"' ' - c , ■ •»■ 



ten groise Geniezi'jge. Fiir, hiire .lnftrumeng«- 
hab'eh fie.lionzerte, ■ Quartetten; und Dnefiera 
ini't unrf ohile. VariaKioHen geicllrieben„ 'auc'Ea 
neulicb einigfe M\Qne s kraFtvolle-Smfonieen mL 

ilefert.i.-?'- ■■.■''■ J !>.- . ::'■■/;<_,■ ., .<. 'i ' ' '"*"",. 

■ •• ■■.Dei- sweiiie Solm-»dQs l lVZufikdii-ekr.ora fpieltei 
ViiiloHcelljjMiin'd/ veif|ira.cb -•ein gutet KAniMer. 
axsi.wei'den^ ift J .abxT . M-cler !. ,rbr. eixi .paai^Wul 
chen in der Bli'ithe ieines Lebehs' - ge'ftm'-ben-/' 
vvodurch derm diefe Ibaulsikhe und' Ki'inftler 
Symiiietrie 'sevftoi-t' wos-deii. HL ■ -Die -Tocljter- 
iingt CojmrapAkv « Der .aweite Bruderi'oito 
giebt Hafimingi sui cinem/ibraven. Fagottilbji}- 
uirid 'fpielE ; oin}i ? wutfe G.eige.-. ■ Die ; I'orJitet ili 
eine. jSoprantftaih. , ,Dors SiinEeE-iimexi ; ''t'ehlb cs' 
hue fan gutei'i't Muftem^' -xwminth.'&e l&zhiamiy- 
bUdon.-ktiimeto. ;■«(■ ;r'- ,,.- !f ,. f - •,. : t.-ivnr ■■■ 

■-■■; lei Hofc witolcn gemeiniglidr awei Arien^ 
gin 'Duett, und emige kleine italtanilche Lie,'- 
der geluiig4nji.g.wel.QuaBtefiteia.', mn Duett -fin' 
Viioii^ncelJ ■umlitfJ.toUmtt^und-r^iTi.'jOn 
fyielu ;;Pie...allfdrC"'.'Demoir. stWittmmm 
z'u^veilen; ehiv Solo' .nil defn I'b^ion 



'-rn nqmnuski >ii3L> 



ihr Brttder atxf dei Goigo. 



?hii 



'c } >xjtn /uiUif 



if 'J 



. - . , .. . .> , --U-- "— ^^ci JtJl^ 
taatinncsi hort€i.nh I^avHvfpioh'm du f ( U m 
Fraxi v. Elver fd*) , und die lanftc Ofcjfi» w '^ 
Mcrfehl. 'Ed!:ere' fpiefse 'cine ' 
von S'ardi (nichf von Saf«?) ?a ; t uu 
fchwii^l%kcit, aitH Oeniuigk^iL^ d^f' 
bewxindei-ii : missile. 'He, th \inm ' 
Sonatie ■ v.6ri tMia n McfflCh r ftA , ( ( t ( / 
cateiTe;. —>, WochcnU^JI* ^jy (^ m ,< j 
fdib- Vorlix'liungen 5^4 CJl ^ ,. "- Vi 
dock 'die. iOpOm" am b a yffij,(ir s i ^ / ,< f M 
Drxnnerifcags . was? g*i,j<j ii< , < ' f , -, 
und jede-.-Wochc 'Amwl i' \l\. i)\ n 

deiaj-.-.Gb'ge&fd&Bi.:' .vpifrinn <b on ]' 'r '1 
siib 'Hesi zifeaixlleSiM b, i'fi, ( 

' .■.■!. Ma-iV'-fcadeti ,lh'^ 1 f 

liebha'b;es;'B'ii\ j^bet i»*». 



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»/' r^!i?) fir 



i'^liewit ' ssj.r,® 1 ilofA 



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'mOri^s 






»t it, 



ii>o 



Jfchmack nodi vlel znrftck zrt feyn. Die Bit- 
fiersdorfifchen Vaudevilles werden, , li,ebe,K gc~ 
Jbort s ab Mozartifche Opern. Ilaicleu - fangE 
man a^-nebe-ai ^umanibich^ CQrl\StamiiZr\md 
<Confqr£eri ?4ijdukl6n ^zu )diil4fiu !'".) UncL.eine.;. 
jeine Stimrae unci deutliche Ausl'prache des 
Textes linden bier inehr Beifall ? als ein nocli 
fo methodifch kunftlicher Gel'ang, werm ihm 
jene Eigesjfchafteii "fehlen. Sm I-* ztera ino~ 
gen die Herren Miinfterer eben Micht rjrtrechfc 
jfoaben* - • -Darum* • feojmt -isls • gush- Bicht a bfo-lu £ - 
•von ihrer Zuruckftehung in Kunlteinlicht und 
<Sefchinadf. . fprech&n j, ' i'ondemj 'bedircaiKe -'aiiicte 
slgs Worts fcireini\"': .-.>.•■ ; 

Was ich noch 3ffierkwnrdige& sax Mtmftor 
gehartj war das vselteichs zu 'festive Spiel der 
IJemoifelle Kirchgafsuer -awf der . .Harmonica 9 
weiche bei Hirer Durchreife nach England mit 
gleiu Hm. Hath 'Sofsier elMigi i-Koiazerge Igab. 
I)p'<;b fpielte ;fie anir ■in- i|»rerf Wohnuiug eiriige 
CJhoyab? WiitJ andsre Jarigfanse Satze^ tlie miefo 
iwgeaiesn riihrtcn* • ■'-■ •'-•.■ .-■■■■, > 

.In tier:- Char woehe fixhvte Andreas Rom& 
herg elir ©fatoriiaiB "■ vt»«' femer "Koxirpofiriors' 
Sjn Theater auf„ Des* Text war nach KapelU 
speifter? Heichardlg; ; Aagabe m. feinem ■ K.unlk*. 
Wiagaziriy aus 'iler Meffiade » ■'zufaimiiengflfiigfe. 
In d^je ■Mtfikiawar Ordsriuiig , • liraft tmd ■■■W.tir»- 
de. ;j D&&.'.0/ilheItar.w&r ip. ©iiieiB Halbzirkel an-».- 
genehm fur Aug' »nd Olir gefteliiv Die-Eke*! 
fyiti'ort imter Anfuhrung des* Iloinponifteni war 
xecht guR c einige BlasinibrameMte ; aiisgettoKa'v 
iu,ep. Wiihvemk.- tenters- Antenthaks warden 
axicb file Exfcquasai 'des? guteri lurid Wigs d<M i6ten 
ip; der fch&nerk ,&iid . au; .difeCer -litedlung ange«=-. 
Ma;^ffeBi dekdrlrti&H 'Bomhirclse gefeiert? walaei 
eip .alCes g»t -gealrbeitetes v< M&tjuiem aufgefrvhrte 
W.afd,y cldfennMeif pilfer, iriari iuir ■ •rJchi; "jriezio; 
sieii koBiite. !:■'•■:.!.■(■■. . ' ■ 

. Die- beid'en :Dichte* 'Hofrath ' Sprieldnanh 
raisl D. Sshimsk? 'Sie jetat abex feken-'Oder gar 
Sii^.hi;. ! .isiehr , der ' : Di,chtkunii: orirferti , Bild anch 
XHJbtt&nteai ' der 'iT6hl«wjrft. > -Jeijer ■ blafs% Flote 
a»|t "Ai53dnickj-->:'3i*£r -il^fst. •■''©)? fioli feltenj, 1 - aus 
Mifeteaiion.i -gegen- fiifilr .d« Ibft, 'vov j@Bnandem ho= 
men. .'S3i®Cer«'ii8SJi lyehsba;^ • heraige usd- launigei 
Lledefr msiti tEiaVierbegleitung-- gefet^t.- Soiift 
aft nodi^eim^LiQhh&beic&Acent liier s sfjellen.' Bet ; 
fchaffesahek' rich abdx- nkht i -keniien .lersits.; ; : ■ : ■ 
,,- iMocbuxtmh dtcli/.i einds : ; gr©rsesslM»ftl4j5reiiii« 
^@a godenken Es ift -de» EtirlL .Miinfte'iifche,; 
<IlteriJallte'eafti?r-v'lie¥i- won i-M-eftm-hahi? i¥ater 
4w.-©b0B:.''f^gefiyastferi (Fran. v»n Elner.feMtu\ 
Er, .Celb/Ji .blijfst' (Fagoti , .tsnd „ iiv'femen ' Bedi'esii I 
ten hat er ©me artige Hauekapelle 8 be%^r!deJfs 



von blafenden Infinnnenfen, Ber Kammer^ 
dierieji's^-Ierr^ /?<>■//•_', Fagottilt und ILIavlerlpie^ 

' ler y :vei 5 tritE^' idie Stelle eiiies Kapellmeilier?. 

• Ich horte ihn, ehies «cf feliw-prf^ep. Mo.sarti" 
,rc),igji Rpnieite| foitig trad Imij' Attsdni^L' fpic- 
leu. Und feine Kadenzen zeugten von JL'einer 
lebhaften Phantafie 'mid Modalationykcnntnils, 
Grolse Orgcmijlcn giebt es eigeiitlich hies 
iricht. Herr yJutvtii 9 dei- Dornorgaiii.fi; s i'pieh 

- z waif; fertig tind angenelnn, aber niehr im 
■feeien..al8..gebundenea StyL Dafih- ift Q^-oin 
fehr genaue? Kermer des Orgelbaiies. Aufser^ 
deitt-. i'pielS: er. treflicla den Contrabai'sj mv; fo.llte 
er weniger zuriickhaltend niii dieter Jiunli. i'eyin 
. In der Faften waren in alien Kirchen An= 
iittthfr.ri? ttridich farid'ds den Clibrgefahg, be-' 
fonders in der D.omkirche, viel langiamer unci 
tiUerhanpt ,angeiiieftner 9 &h' in vielfjii tnidcnr, 
kaHiolii'tii'irti liariderh. 

' 'Zu'Oltern reilien wlr wieder Bach liomi, 
Efina Sitirtde von dieier" Jlefideiiz Eegt: -em 
B'prtp 'Qodesberg 9 wn eln'Gefuntibrumieii bc° 
findiich ift. Der jetiige Clmrfnrli . liae diele 
x6n Natur ichtai feitzend'e Ge-gtinK' , du'rdi' fel« 
tiQ Aiilagen zu eirjem Parsdiele gemacht; trad 
Caglich i'ucht er deif Aalenthak dafeibit jnteref° 
ftuiter zli'machen. ■ Er telhli 'hafc iicli mi kleJ^ 
lies 'landliches Han's banes! ,laffen, wrt er gem 
drr paar Tage w'ocrieri}.liQh hu Somniei wo-hiito 1, 
Bie'nitags ilt klein Sioiize'rt 'dalel'ifi; und dlef© 
kleuieir-Rorrzerte begoilrien ' gleich nach unlrer 
KWckRehi 1 vori JVfiirilter 9 wo fich niclit i'elien' 
freinde 'Virtuoferi h6ren lieiseri, unter tleneo 
ich ihneri imr die beiden gelchickten Chvir° 
trieril'chen Waidhorniften I'/mntcifl-ii, and den 
jiingen braven Klavierfpieler Hummel aus Wiers 
jle'iine. ' ; Lefcztevt v r } nachdcni er fich vor de?4i 
Churlurft und denl ganzen Adel zur allgexneii-. 
ilen Ztifriedenhoij; hatte koren ialien 5 Fpielte 
3iiV Fi'oHrdeichnarh's'tage .nach geeridigtem Uin^- 
gange hicr iia Schlolfe,' den fiimmdicheix Ton° 
kiiriillerri eine Stunde 3 blme alle Begleitn^igj, 
1?or'. Und er erwarb fich dnrck fein Flianfe-.' 
fieren raid fein iibriges Spiel ien Beii'a! 5 ; jedes 
IC^nners. 'Ich 'hsbe -Sonaten von ilMn,-m hon^- 
don geftochen und der Konigin von England 
dedicirt 9 aber nnt fliiclitig ^ gefehen. 

: Im Junius ward zu Godesberg im grofsen 
B.edotijtcsilaale Jllozarls Ziaubcrjlotc (niir das 
fchonfte . Mild i Mebfte Werk .von ihiu) unseir 
Merrii Mi&fsns ''imd Miemer Birektaon nut uria 
gel'helfrceiu B@ifallt! Vo'r dehr. Churtwrft, dem 
gjjii'^'en ..Afl.elj, iibc^'hanpi; 'vor viiuuii iehr giiin=. 
zeiulen Auditorium aufgel'uhri;. Its i E /apeii viebr 

Fr^Mid© whiten Wegs j ekoiun?,eii s diefe Mufik 



i,5t 



zu horen. Es fehltem rmr die Pofaunen , die 
nun aber audi da Unci , unci iui September bei 
einer zweiten AufFiihrung gebraucht wefderi 
follen. Die Panspfeiffe (Syrinx), hatte der hie- 
fige Oxgelbauer , yon Ziim recht gut^gemach't. 
Statt des Glockenfpiels liefs ich -ein Stahikla- 
yier in der Gefcbwindigkeit nur von zwei Oc- 
taven nVaclienl welches ficft gut ausgenomriien 
haben foil. Ich konnte*nicht*davon urtheilen, 
well ich'es feibd fpieltey und mir der Ton zu 
nahe war. Icli mufste freilich maaches an- 
flerii, wie flph.bei einer folchen Einfchrankung 
leicht denken lafst, befonders. wenn man die 
Mafik keimt. t^un kommt aber noch eine 
dritte Octave unten darzu, fo dafs das Ganze 

nun aus c © c^befteht. ■ (Befchlufs kanftig.) 

\ './/:. \-.~Mpmc$ *aid Mis' in Paris., • 

Auf deni Theater de la Rue Feydeau ift 
tinlangft J\bnieo und Julie, eine Oper in drei 
Actew> neu gegeben worden, cin Six jet, das 
dutch die Bearrofoirig eines Gottcr und Georg 
ptuda bet uns Q^M'chen fthan iangft beliebt 
■war. Man . lobt in cier Arbeit des imbekann- 
ten Dichters eine grofse, fchone Einfalt; das 
Stack ift oltne fonderliche Intrigue, ohne all 
jeh§ Terwcufeiuieiten , die dcm Interelfe alle- 
llial fchaden- aber es hat re'men,, elegantun und ; 
*oi*ek&n-&<A "«<• : Wahrheit dgr HantUung, wo- J 
durch jedesmal viel Ruhrung beim pariler Pu-U 
bfikimi hervorgebfacht warden foil. Daiu kom- I 
men prachtige and ausgefucht fchiine Dekora- 
fionen-, zumal. da* Grabmai- der Julie 'Uuvitlfe 
%en Akt, Uas eMefl 1)eWUnder»s wftrdigen E£ ekt 
fccr^TMngen fel I- Der -Dekoratem~ifi -der -baa 
rahitiCe iSuloy, and Maler find die Gebruder 
Gottiy ltaliener, welche man wie den Dichter 
imd Kouipnnilien hervorgerufen, hatt ,. . 

Was .'.ill's Mufik von Staibelt (dem Solm 
de? Jterlinifchen Claviermachers) betrift, fo — 
fagt der Monitcar waren einzelrie Stelleri 

xwar lebhaft applaudirt worden, aber das Ganze 
habe nicht den gliicklichen Erfolg gehabt, dek 
fen unfre hentigen gewohnlichen Stiicke ,ge- 
niefsen, qui font em-its dans Ic genre bruyatit, 
(das find die Spektakelftiicke, die aifo in Paris 
eben folche Verheerungen anrichten, wie in 
Berlin unci anderwarts). Man findet darin eine 
fehr gearbeitete Harinonie, eine fchr gefthickte 
Anordnung aller Inftrumente, und dabei mehr 
Klarheit, als der haufige Inttriunenta^braud*. 
fonft zazulaffen pflegt. Aber die Melodie 
fcheint zuweilen etwas gefficht und angftlich 



(pe'nible 'ct tourmeiiiee), and der Komponift 
hat iiberhaapt mehr auf die Wirkung des Or- 
chefteis, als auf den Ausdruck des Textes and 
auf fchone Gefangformen gefehen. O^ie fehr 
gilt dies doch auch von n^nchen unfrer neuern 
OpernV z. B. ■ voni Hon -Juan!) Lafst uns — 
fiilut der Anzeiger fort — diefen mid alien 
jiifigen Koinporlifteft zu tjemi'ithe fiihrenj ,;dafs 
„dies iibertrieberie-. Hinarbeir.en auf geriiufch- 
„volle Mufik zwar wohl Ueberrafthang und 
„Staunen beim grofseu Haufen hervorbiringt, 
„aber dafs der wahre Naturgefaiig und Mvtur- 
? ,aasdraek es allein ill, welcher . den niufikali- 
„rcheii Werken eine ISngere Dauer giebt.*' *— 
Ein fehr wahrer und gegrundeter Zuruf! 

X)as Liebhaberconccrt in Berlin 
ift, mit gutem Erfolge wieder erSfnet worden, 
t^nd die Aijsfuhrung ift im Ganzen fo briv,j 
\vle mail fie von vielen fo guten MuTiKerri; ala 
darin luitfpielen,. erwarten fkann. Die Ouver^j* 
ti'aen infonclerheit werden mit Feuer, NacliJ 
druck und in richtigem Tempo gefpiel^j etv^as 
mehr leifen, diskreten Ton konnte mari z|u* 
vveilen bei dsv Begleitung der Sofoftinutt«n> 
fo wohl der* Sanger als Spieler^ wunfchen. Die 
Hejren Franz und sJmbrqfch , beides brave, ge- 
fuhlvolle Sanger, habeii niit dem Gefange el-? 
, niger Stucke. aus Mozarts' Zauberflote fehr y*?i<\ 
terhalten^ jaiich hat Hr. 1 Qrganift Kerjteri atua 
Pres4en, % r< ^ ^ e *^ aufserordentlich ferdge« 
Spiel aur deni T'ortepiano Bewundcrung erregti 4 
Da man diefem gefchickten fremden Mnfiker 
f&r t&tve 0«ftlKgke>t idanken niufo. fo wiirde 
e» nicUit *lo^^l, jfayn, wijin man ' noch einen 
unci den landern Wimfch in, Abficht, feinea 
Spiels f&entUcli hinzufiigen Wollte. 

Fiir die vpijahrige Auffuhrung der Op* 
JPrdtejUao, wozu Hr. Kapelhn. WauMaJtty"W&%r» 
fcheinlich der Einheit wegen , kuch den erlten 
Akt hatte coihpOniren inuQeri, der ron »n» 
ferm Hrn. ^ M. ReicJtardt vfj*her fchon emf , 
mal in feineiu eigenen * grofienikraftigen Stile 
gefieluieben uhd aufgefimrt worden- -wpr j- hals 
irftei-er von Sr. tfdnigl. Majeftat ei» Pf«tf<pt 
von £000 Reichsthalern erhalten. 



•■■• Hr. Himmelt der vor einem Jalure bei.Gelegen- 
Iieit der Auffiihrung Feine* Oratoriums, das ihm ver- 
dicnten Beifall-erworben hat, tom preufs. Hofcoiii- 

foniiifin ernannt wurde, befindet fich gegenwWtig 
11T ciher Ktife in Italien, welche ihn der Kt*nit5 *u 
feiner weitevn Ausbildimg, beim Gcnuft fear an* 
fehiilichcj!' bkon. Voidieile machen lafsr. 



i5a 






Das wtSaitenfpiel, von Nttfe. 



Langfam 






IS 'liiifft in eiir.li- iTir S,;.t«„? f tm»^_ .: i>^\ ■ • . . . . • n m n r> . ,»•„ 



Was fingt in euch, ihr S,li-tea? <:&&„■ tiZuin] ea^n Sofcajl? Bift -1 



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' du f' Wa-gen.rei-clje,ge - lieb-w Naditi - . gJl?;, <H e , ! ah i^- .kilien* , f 






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f Sil - ber - lati - te Ward. 

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H*o — — — - 



IV..: 



r. 






i--'. ii. ,_;i 



S^ 



t't ;, 



, Die ^Eirljgett ;aty<>pB«i^ ^bb^ J|^ /^r^r^ Bildem und TrSunim, 



a- :!. Iv"-;! : i., 



BER.LIJSTISCHE 

M U S I K A L I S C HE Z'EI'TUNG. 

Keun und dreiszigstes stuck. 



Den %6fien October ij$$. 



Mitjikal. NachricJtleii aus Bonn. 
(Befchlufs.) 

}na November vorigen Jahres reifte Ludwig 
van lieihoven, zweiter Hoforganift unci un- 
ftreitig jetzt einer der erften Klavierfpieler, auf 
Koiten' urifers Churfiiriien (von Colin) nach 
Vfcien zu Haydn,, uiu fich unter delfen Leitung 
in der Setzkurifl: "lheh? zu vervollkonunnen. *) 
H*yd» wolite Urn bei fcjner zvweiten IVeife nach 
Londun luitnehmen ; nach ift aber aus diefer 
Reife niches g^wort|e% 

,;. ljr.fi '6 Siiiigenii, p'fciii. FPitlntatih, hat fiat 
fias bevorfteheiide r Carneval einwi Jrtuf njacla 
Veriedig ; erhaltcn/tu's primk XJtBtmh In der 
Opera Aeria unci feirii-feria, welcUe der chuc* . 
fiirftl, Ffalzbaierfche K.apellm. fp'iuter ichreiht. 
Am iSten JfiUur ift fie mil lhrer gftnsen Fa- 
jxulis von hicr abgereift. 

Diefen Sommer batten wir Nuths Kinder- 
theater Jiier. Die Ballette geftflen. Das Uebri- 
gewar in der That kihdifch. 

* ©fer Churfiirft hat audi din kleines Thea- 
ter zu Godestjerg bauen lauen, worin im Sep- 
tember gelpielt wordm pill ,^u^ in den 
October gefpielt vvud, bis -die Vorllellungen 
4uf dem grofsen Theater in der.Refidenz an- 
fangen, f 

Es find bei tins zwei neue 3Tiifikfteche~ 
^wenanfgeftaiiden. Von beiden" fende ich Ih- 
|ien Proben. (Es find Ouvertiiren von Mozart, 

f) Da diefcr L. v. JB., nielirercn Nneiiricliten zu- 

folp, grofse Fortfchritte in der Kiui/i madien 

full unci eii^en 'i'htil fuiuer Kilibiug audi Jim. 

Uttfe in Benin vei-dankt, dem sr lich Iciiriftlich 

dafftr daukbar geaufsert; (o mogen, IJra. N. Be- 

fdieidenheit mag cJk-s erlaubt ley" lafien, eijiiffo 

i Worte hjer angeftihrt fteheii, da fie dem Hm. 

I Ik zur Ehre gereiehen : „Ich danke Ihnen fur 

! jthrcn Rath , den Sic mir feiir oft bei dem Wei. 

I iftrkommen in meiner gottljchen Kiinit ertheii. 

fi ten. -Weitle- ich einft em^grofger Mann, fo ha- 

| beii auch Sie Theil daran, da* wird Sie nm Xo 

f - na«lu£reueu, da Sie ubtrzeugt feyn koiuicn u.f.w." 



und Dittersdorfs Gefange aus der Zauberflote 
und Oden und Lieder von Andreas Romberg 
wovon die Noten recht gut geftochen, aber 
oft nicht genau genug unter einander gefetzt 
bnd ; der Text und die Zahlen find audi noc& 
nicht propordonirt und rein genug. Red.) Da 
es die eriten find, fo werden Sie Nachfic;ht mit 
den Fehlern haben. (Recht gilrn; jenes foil 
auch nicht Tadel, fondern nur Wink fiirs Zu- 
kiinftige feyn.) Die Untemehmer geben fich 
viei Mube, und mochten bald manchen an- 
dem Stich hinter ItchrZttruck Jaffen. Hy. Simm- 
rofk JUcht den ganzen Klavierauszug m>n der 
Zauherjlote und ill fchon weit damit fertia. 

Von mir (dem Hrn. Neefe) hat er in dS 
Arbeit : ,J- SecU« StiVckfe a u/ der ZauberRote, 
furs Kavier zu tier Hapder., fiir Anfauger 
2) Sechs Vanationen ftirs Klavier iiber der* 
Marfch aus F dur in der Zauberflote. 

Bei fVdfch und Zaraquin in Gefellfchaft 
commen heraus: ? 

1) »3 Vanationen von mir, fiber den Ge- 
lang aus dem rothen Kappcheri : das Friihftiirk 
l^nuedct viel better hie^etc. fi»„ Kkvler £ 
Hoten-Duetten von Romberg, deren Th emat a 
aus der Zauberflote gezogen find. 



Der folffende Marfch aus Kunzens Leo»ore , ei* 
n«m ; meiltwlichen iiiuakalifdu-n Gem..ld«, vv ird V 
.{pielt, wahrend rnan iicli die ertiihlu Jleiinkeir IT* 
lleere aus dem Kiicge Itill lieii oder denkt: 

Der Kviiig nnd die Kaifcriim, ' 
JJes langen U.nkins imide, 
Erweiciiten ihven harten Sinn, 
Und niuchtcii cudlick Fiiede; ' 
Uud jedes Ileer tnit Sing und Sine. 
Mit PaiikenfcLlag und iflinc mid Khne, 
Oekhmuckt nut grOnen IveUeni, 
Zug iieim -zu fcineu Haufcru. 

Und rtberall all ubcrall 
Auf VVegen und auf Steeen, 
^.°g ^ le u,ul J» n g Jem JubelfcJwli 
Der Konuneudvii entg«gen. 



%5\ 



Marfch aus Burgers Leonore, komponirt von F. L. A. Kunien. 

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JUv» 



J """' './'"'" y^'Jiwdii'/i. 
Fin* i!en Liobhabcr einen leicbceren 9 neu- 
jnodilchen Klavierfpieis wcrclen ; Ixienait kurz 
■iinj!;eAcijit ; 



l l el its Airs c minus varies 



pour CI en), ou 



P. F. par J/. JJvsfiLK. Ocuv. G, a Paris, 

chri la Due (N. B. Mufikh. sTiihl. 5 Gr.) 
5/.V Bom an ccs avee decamp, de Forte P. 

par J. G. Fi.miAiu^ a Paris chez le Due. 

'(N. IJ. Mufikh. i lUhl. 4 Gr.) 
Bccuail dc Jix Romances , ;/<?///• /<> P. P. 

;;«r Gabriel Grp.aij:ii 9 ocuv. 2. « Paris 
. chez le Due. (N. B. .Mufikh. t Rthl. 18 Gr.) 
Second Pot - Pourri J) airs connus , arrang: 



I 



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Clan. 



on 



P. F. par II&nMsWN 



a 



Paris chez, le Due, (N. B. Mufikhandl. 

i RthlO 

Ciuquievie Pdt = Ponrri on Caprice pour le 
' . JP. : ' J' 1 , /;#■/• 2?. StJiuu,i.T i a Paris. (N. B. 

Mufikh. i IUhl. C Gr.) 

Alle diefe Sachen, mannigfaltigen Inhalis, 
befonders die letztere von Steibelt werden 
dent grofsen Ha u fen gewohnlicher Dilettanten 
fund Damen Unterhaltung gewahren; wenn 
puch der Kenner lie ,-n^cht fur fidi zuriickie= 
gen : vviirde. 

Onvtrt-itre comp. par ./. ' Pz.ki>i-.t,, arraiia. 
po,ur C/. *'</ i . .»'. avee sjcc. de ywiou 
ct de Violoncello , a Paris chez le 13'ug. 
(N. B. Mufikh. x ]\thl. 6 Gr.) 

Der Klavierauszug diefer Ouv. aus D dur, 
die "bei alier bekannten Weitfclnveifigkeit der 
PleyMfyhen Sinfpnieen , ziemlichen VVerth hat, 
ift reth't gut mid bequein eingerichtet. 

2D as Te -Deum lavdamus von Sarti. 

Ift je cine Mtifik Beweifs gewefen , .dafs 

der Sarti ein wahrer Wajjcrntann fey, fo ift 

es diefe Mufik. Wer die Partitur liicht fahe 

oder das Stuck nicht horte ff - der wirtl lick 

ichwerlich eineil BegrifF duvon luachen kon= 

nen. Von Anfang bis zu Ende herrfcht ein 

folcher Galiniathias, ein folch fchwirriges Gc= 

ton von ti'ivialen Gedanken , von Bierfiede- 

leyen, von miferablen Bailen etc-, dafs man 

nicht weifs, Ob Sarti Gott in allem Emit ha£ 

loben , oder rait Lobgefangem iiberhaupt fei° 

nen Spa fa treiben wo Hen. Das e.Tte wird nun 

wo hi fireilick die Sache feynj demi zuletzfc 

wird gar in den lieben Tag hinein fugirt ; aber 

urn- -i'o ■fchli«yiie»v*.=Wenn -snail den ernften 

Ausg'ang -hoit, dep- ■ 'mdi -was .kiihgen foil und 



doch nichts ill, fo ift einem, als wenn man 

emeu .Menlcheai. .ia'he, der eine Weile Kur/.o 

v.-eil getrieben hat unci zuletzt fieli befinnf;, 

dais cs fich fur den Orfc nicht i'chickt und mir 

einemnial das Geficht in feierllche Falten le- 

gen will, ftian mcrkt nocli iniaier den 1'chiiU 

kelnden Wicht, trotz aller Falten, hindurch.. 

Das Berliner Liebhaberconcert hat dies 7e 

Deum, ohne feiru Schuld , auiFuhren miiilen, 

weil inanche Hauptlanger fur das herrliche 

llandeljehe T. D. ai.f den Utreehter i'neden, 

f.as I-lr. Ih Her iin Klavierauszuge heraus.o-e- 

geben keine Zeit oder Luft gehabt haben. 

bchade ! 

ileichardt? 5\ Pfalm, dies trefliche kra^ 
voile Werk feines Genies und Fleifses, ward 
auch am Geburtstage unferer geliebten Kiini-- 
gin gegeben; aber leider! nicht Co.. wie es clcr. 
Koniponift hatie horen diut'en. Es fehlte am En., 
iemble, cs giengen in einzelnen 1'heilen »nerk» 
liche Fehler vor. ; In jener .Jliickficht war eft 
nicht genauea Zufanimenllimaien , nicht Licht 
und Schatten, im Allgemeineji -nitht krafti- 
ger, gehaltener Strich genug, nicht eiimial Ak- 
kordiren der Initriunentc ; dcmi dar ■ ■Flii»e& 
•Ttand tiet'ex, als die ' iibrigen Inftr., was von 
dem ( ichlechten Miiifummcu herkonuuf;,. In 
diefer- 1 fehlte man zuweilen in der Menhir, W- 
Kuiders in dem Satz : t-fohl deinou i,tebiiu-\> 
der unausftehlich fchleppte, was er »:i r nich'' 
mufs; auf dem Fliigel ward nacldafsiK acconu 
pagnirt, die Baffe eilten cinander vor in der 
bekannten Stelle des Chors : lj l{ fi/iJ/t der 
Ulcere Bran feu, die Sopranftimnie ward zu 
Ichwach gefungen und die iibrigen CJiorftiai-" 
moil jvaron um nithts heller, wenn "leirh 
ftark genug, exekutirt.~~ Der lleiclwrdtlcho 
&U1 ift nicht der Sartifche, und wenn mau^ 
nicht iibel nehnien will, fo fteht /.u rathen, 
dais man bei der Aiisfiihnmg foUher Sac h-nj, 
als der Pfalm ift, aufnierklaiu«r tey und lid 
ber ibengere Probcn hake. 

Melodieen zu Hartungs Liedcrfammhm* . zura Ceo 
br.uirh frtr Sclmleii uml y.'uv ciivfVincu unci ^ 
ielllcliaftliclniii Unruthahun- an. Klavit-r, Jicr- 

rM S 1p e ^ ll ,.y? n Va 'i S P a " iS,: - S «^i" bei Lat,?*, 
(N. 11. Mufikh; m Or.) e 

Sind ib oben erCchienen tuid werden i»acla- 
itens niit.aiekvevn aeucui Sachen aiuczcipt ver* 
den. D t3 

Baer ct Stamitz Concert pour la Clavinetfcu m-inri- 
pale, a Vui ons , a Viulcs et Baflb, 2 H?,nihois 
a Cora de cliafle, Potj.iiin bei Ilr, liar, Koiii°l'' : 
finmmevm. uml in Bcrlia ia.der. .N. M. MnKl3.». 
a JXthL Audi z.m?, hch. 



BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

VIERZIG8TE8 STUCK. 



Den z&Jien October 1793. 



Ucber die Vcrzichung cines Tonfufses in dem 
Pergolcjifchcn Stabat mater. 

Der beruhmte Pergolefc hat in feinem Sta- 
bat mater, in cler Strophe cujus animam 
gcmeutem eine Vcrziehung des Tbnfnfses ge- 
braucht, welche in tier Sulzerfcben Thcorie 
der fchnncn Kiii/Jie , Artikel: Verruckung in 
cler Mufik, als I'ehr unfchkklich verworfen 
wird, nachdem einigc Zeilen vorhev ein ahn- 
liches Exeiupel aus einer Graunfchen Operarie 
gut geheirsen war. Diefes Urtheil fcheint mir 
partheyifch zu feyn, unci es haben entvveder 
beide Coniponiften, odcr es hat der eine fo 
vsjiig, als der andere gefehlet. Das Pergole- 
Hfche Exempei ift bci No. 1 allhier , und das 
Graunfche bei No. ft zu feheh; D* in clef la- 
teinifchen SpracHe die poecifche Quantitat der 
Sylben von der profaifchen unterfchieden ift, 
und wir in der Mufik nicht mit dem Poeten, 
fondern mit dem Redner fcandiren, fo wird 
die Zeile, bei welclier die Tonverziehung ftatt 
findet, und von welclier auf die folgende ahn- 
liche Zeile gefchloflen werden kann, auf fol- 
gende Art gelefen : 

V V' — " V ■ — ' v 

cu-jus a- ni-mam ge-mentem 
< Diefem zu Folge ift das Sylbenmaafs tro- 
chaifch , und die Zeile befteht aits vier Tro- 
chaen, welche von dem Coniponiften auf die 
Art, wie bei 1 No. 1 melodifch behandelt wor- 
clen,* und eigentlich fo wie bei No. 3 behan- 
delt werden foilten. Wenn man diefen letz- 
tern Gefang, worin die Quantitat der profai- 
fclien Ausfprache voilig mit der inneren unci au- 
fserlichen Quantitat der Noten ubereinftimmet, 
Kiit dem Gefang von No* 1 vergleichet, To fin- 
det man , dafs die Viertheilnoten des einen in 
dem andern mit Achttheilen, und umgekehrt, 
ausgedslieket werden.' Wer wird nicht elauben, 
dais dadurch die Trochaen — r in Jamben v — • 
Yerwandelt werden V Es ift folches in Anfe- 



hung der aufserlichen Grofse der Noten wirk- 
lich wahr, bingegen nicht in Anfehung des 
Effekts, der aus der innerlichen Quantitat cler 
Noten rel'ultiret; und mir deucht, dafs man 
auf diefen Eifekt Riickficht nehmen mufs. 

Auf was fixr einen Takttheil fallt die 
Sylbe cu aus dem Worte cujus bei No. i? Auf 
die Thefin des Takts felber, und alfo wird cu 
nicht kurz, fondern lang gebraucht. Wenn 
nun die erfte Sylbe des Jambus kurz ift, und 
alfo auf einen fchlechten Takttheil fallen mufs, 
fo wie die erfte Sylbe eines Trochaus lang ift, 
und alfo auf einen guten Takttheil fallen mufs, 
fo ift hier fchon zu fehen, dafs die Anlage zu 
einem Trochaus, und nicht zu einem Jambus 
gemachet worden, und es hat mit dem er/lm 
Theile des Trochaus alfo feine voilige Richtig- 
keit. Der zweite Theil deflelbm, den die Sylbe 
jus aus cujus machet, ift zwar aufserlich noch 
einmal fo lang, als der erfte, indem er den 
Werth von zwei Achttheilen, das ift von ei- 
nem Viertheil, enthalt, da der erfte nur aui 
einem Achttheile befteht. Es wird aber diefe 
aufserliche Liinge durch den Stand des zwei- 
ten Theiles edipfiret; ich will fagen, dafs die 
Viertheilnote in einem , fchlechten Takttheile 
erfcheinet, unci dafs diefer Umftand hinlang- 
lich ift, die Natur des Metrum als trochaifch 
kennbar zu machen. Es ift in umgekehrter 
Relation damit bewandt, als mit einem in ge- 
radcr Taktert mit Noten von gleicher Figur 
gefetzten trochaifchen Metrum. Ziuu Exem- 
pei, wenn der Gefang von No. 3 aus dem 
Dreiachttheil - in einen Zweiviertheiltakt ver- 
fetzet wird, wo in Thefi und Arii die Noten 
von gleicher Grofse find, wie bei No. 4., fo 
findet man, dafs die erfte Sylbe des Trocbaua 
keine grofsere Note hat, als die zweite, oder 
umgekehrt, dafs die zweite Sylbe des Tro- 
chaus keihe kleinere Note hat, als die erfte* 
unci dafs diefer aufserlichen Gleichheit unge- 
achteC, die innerlic'ae Uugleichheit fehr vyobi 
Rr 



>S6 



Ton dem Ohr vernonunen wird. Auf Shnliche 
Art wird in dem verzogenen trochaifchen Me- 
truin von No. 1 , wo die Noten von unglei- 
•hein Wehrfe £nd, die grofsere wegen ihres 
Standfs, der, auf einem fchlechten Takttheil 
fallt, gegen die auf einen guten Takttheil fal- 
lende kleinere, dem Effekt nach allezeit ini 
Schatten erfcheinen , und alfo kein jnmbifches 
Metrum zum Vorfchein kommen. Wi6 wenn 
lich Pergolefe, durch den Inhalt des Textes 
vwanlaJfet , eine Zerroifsung derWorte erlau- 
bet und lb wie bei No. 5 gefchrieben hatte, 
atfurde jemand etwas wider die Quantitat ein- 
gewendet habenV Wird nun folche durch die 
Verlangerung der zweiten Note des Trochaus 
verandert ? 

:., \n Wenn der Lexicograph alfo auf nicht? wei- 
ter als auf die Uma'nderung der Achttheile in 
Viertheile und umgekehrt , Rtickficht genom- 
anen hat, als ef die PergoleMche Tonverzie- 
hung tadelte, fo ill Vorhergehendes genug, den 
(Componilten zu rechtfertigen. Es feheint aber, 
als wenn er etwas anders im Sinn gehabt hat- 
|e, wenn er fchrerbt: > , t dafs dieje Art von 
^Verriickung in Siugjthcken nur iibet • JpUhe 
totVorte Qder Sylben at igeb/ acht , werden kan- 
iyUe, die fie vertragen,** und zur Erlauterung 
(liefer Aeufserung das bei No. 2 befindliche 
Exempel von Graun anfuhret. Die Rede ift 
dafelbir. von den Wortern und Sylben im drit- 
ten und viertcn Tactj und da mochte ich gem 
bitten, warum folche zu einer Tonverziehung 
£ckickl'"U**i' feyn''follen, als die im Pergolefi- 
isheis "> '■-.-Xi* Hat der Kritiker, wofem er et- 
was be* f-rmem Tadel gedacht, etwaxin auf 
die Vocalen a, <?, /,' o oder w, feine Gedanken 
gerichtet, und diejenigen Verziehnngen ver- 
dammet, 'worinn die. langern Noten einer auf 
i oder u ausgehenden kurzen Sylben zu Tbeil 
werden, wie z. E. ni in animum, und jus in 
ettfus? Hierauf dient znr Antwort, dafs zwar 
lange Dehnungen auf ein / oder u nicht gul 
geheifsen werden, weil Ae eine unangenehme 
Empfindung im Ohr hervorbringen. Aber eine 
metrifchd Verziehung von der Art der Pergo- 
Jelifchen ift keine lange Dehnung. Sollte et- 
tvanarcf das iri Then vorkommende cm in cuj us 
in diefem Verftande weniger beleidigen, als 
die in Arfi anfchlagende Sylbe jus in, eben 
dexxifelben Wbyte? Uebrigens 'kann ich' mich 
ift meiher Muthinafsuftg irren , und der Lexi- 
coTgtfa \>h kann- Vietteicht eine andei e JLigen« 
iVshaft der^ Worker und Sylben gemeint haben.: 
Aber was denn fur einef 1 '.l 



Sollte etwann die Harmonie mit ins Spiel 
gezogen und der melodijchen Verziehung un- 
geachtet, eine richtige und reine hurmoiu- 
Jche Behandlung verlanget werden ? Diefe ver- 
lnnge iclv ebenlalls. Aber diefer Sinn fliefset 
nicht aus der Aeufserung , dafs die Verziehung 
im Vocalfatze nur iibcr folclie IP'orter und 
Sylben angebracht werden konne, die Jie ver- 
tragcu. V'ielleicht giebt der gegen wartige Auf- 
fatz iiber die Pergolefifche Tonverziehung ei- 
nem fcharfunnigen Kopf . Gelegenheit , in den 
Sinn dellelben tiefer einzudringen , als allhiev 
nicht gelchehen , und uns diejenige- Art von 
Wortern und Sylben , die die Tonverziehung 
vertragen und nicht vertragen, bekannt zu ma« 
chen. Vielleicht wird uns auch die dazu er- 
forderliche Befchaffenheit des Textes, in Ab- 
/icht puf leinen Inhalt, zugltich erkliiret. Jch 
wiinfche, dafs es gelchehen mcige, indem ich 
fehr gern lerne. 

Dafs unfer Lexicograph iibrigens nicht bei 
guter Lanne gewefen, oder von dem Hrn. K. 
nicht mit gutem Kath bedienet worden, als er 
die Pergolefifche Tonverziehung vervvaii", kann 
daraus gemuthmafset werden, dafs er das gauze 
Stabat mater diefes Componilien fiir ein feh- 
^erhaftes und ichlechtes Werk erkliiret, — Kin 
und wl<s<\eTJehterhafc\ gebc'ich zii ; aber dar- 
nui nicht Jchlecht Ich wollte wctten, dafs 
alles, was unfer Kritiker zum Beweife anzu- 
ftihren gewufst, darauf hinauslault, dafs Per- 
golefe hin und wieder die Reinigkeit des Satzes 
beleidigt hat, und dafs, wenn er in diefem 
Punkt dem Hrn. K.. geriiig gethan hatte, ctiis 
Werk fiir ein JVIeifteritock von ihm wiirde er- 
klaret worden feyn. Aber giebt es nicht an- 
dere Componiften , im geiftlichen und weltli** 
chen Styl , die noch weit mehr, als Pergolefe, 
in jenem Puukt geiehlet ha ben, und deilen 
ungeachtet, wegen des iibrigen Guten, nicht 
fiir arme Sunder erklart wonlen Hnd ? Der be- 
riihmte Hitler, der das Stabat mater unlera 
Autors auf mehr als eine Ait in (tie Haude 
von Kirchenmulik-Liebhabern zu bringcn ge- 
fucht hat, und zu den wenigen Kennern g&- 
hciret, welche ein muhkalifches Produkt fo- 
wohl mechauifch, als afthetifch zu beurtheilen 
wiilen, mnls nicht folche Anftofse bei ihm ge- 
funden haben, die ihn unvyurdig inachten, ne- 
ben tien r belten galanten Tonfetzern feiwer Zeit 
auf dem Pamafs . zu figuriren. So lange uns 
nicht vpn^jemanden, es fey war es fey, em 
lie lies ; Stabat mater mitgetheilet wird, welches 
zuin Behuf beJlerer Verg leichung , der auferlU. 
chen Grofse und Form nach, ganzlich wie das 



Pergolefifche befchaffen feyn, folches aber in 
Anlehung der Declamation, des Ausdrucks, cles 
Gefalligen, des Gefchmacks imd der richtigen 
Harmonie ganz und gar iibertreffen mufs, fo 
lange ift das Pergolefifche das befte, was wir 
in diefer Art, ich will fagen, im inelir galan- 
ten, als ftrengen Styl liaben, und es gehoret 
wenigftens unter die mufikalifchen Kunftftiicke 
des achtzehnten Jahrhimderts , welche werth 
find, dafs fie aufbehalten werden. — 

Ich wiinf elite , dafs der Sammler des Wor- 
terbuchs einer Auffuhrung deflelben, welche. 
im Jahre 1758 ader 69, in der St. Hedwigs- 
kirche allhier (in Berlin) veranftaltet ward, bei- 
gewohnet hatte. Sie gefchah ohne vieles Lar- 
xnen, zwei Violinen, einc Alto Viola und ein 
Violoncello. Sanger und Spieler waren aus 
der Konigl. Kapelle und das Orchefter befand 
fich am fogenannten heiligen Grabe. Perfo- 
sien, welchen man Sprachkenntnifs *) zutrauen 
konnte, fahe man von Zeit fich cine Thrane 
abtrocknen, und wiederum andere, welche 
man fo wenig fur Sprachkenner gehalten, als 

*) Wenn der Lexicograph fclueibet: „dafs in dem 
„Pergole(ifcIien Stabat mater die TonverzieJiunjr 
„fo unfchicklieh angebracht ift, dafs jedem SpraclU 
„keuuev bei Anlioiung derfelbeu die Haut IcJiau- 



i5q 

einer Regung empfanglich zu feyn geglaubt 
hatte, befanden fich, durch die blofse Mufik 
geriihrt , in gleichem Falle. Es war ein fcho- 
ner heiliger Abend. Ein fchlechtes Werk brin- 
get folche Wirkung nicht hervor, und ich habe 
viele Mufiken, welche fiir unvergleichlich ge- 
halten wurden, mit dem grofsten Pomp auf- 
fiihren gehort, aber auf den Gefichtern der 
zcrftreueten unci fich einander gahnend anfe- 
henden Zuhorer, nichts dergieichen bemerkt. 
Es nmfs alfo doch etwas Wahres, das fich nicht 
au« den mechanifchen Regeln der Kunft allein 
erklaren lafst, in der Mufik des Pergolefe lie- 
gen. Ware es nicht zu wiinfchen, dafs die 
Laufbahn diefes Mannes von langerer Dauer 
gewelen ware? Er wiirde, fo wie andere, de- 
ren mufikalifche Erftlinge auch keine Gebur* 
ten der Engel waren, nicht ermangelt haben, 
feinen erftern Arbeiten auf alle Art nachzuheU 
fen. Gewifslich wiirde er fehr viele, auch 
viele von grofsem Nahmen , iibertroffen haben, 
ohne fo leicht von einem andern iibertroffen 
zu werden. 

„dert," fo weifs ich nicht, ob feine Einficht in 
die lateinifche Spiache oder in die Mufik man* 

felhafcer gewefen. Uiimoglich kann diofer G«» 
ante von dem feeligen Sulzer herruhron. 



No. l. . ♦ ■ No. 2. 

r>.. :... • ' . 



Cu-jus a - ni - mam ge - mentem 

No.. 5. 



Guerrier for-te 



— -^ c 

f^i — H 



msmm^m§!^m^^m 



non per - do - na 



No. 4. 

1 



ipiiiiiiiis 



Cu - jus a - ni - mam ge - men tern 



Cu - jus ' a - ni • mam ge - mentem 

, No. 5. 






Cu-jus 



Jg-iSl 



a-ni- 






mam 



6 e 



mentem. 















•• ■'.■'■■... ir-..\ " ._•+•— • ■— 








ii 







i6o 



T)ic Feier des achtzehntcn Jahrhunderts. 
Ein hiftorifch - allegorifches Melodram, 
von (J. F. Schlenksrt t componirt von 
8iEGFniEi> Scmixieht. JLeipzig bei Vofs 
und Leo. (Mit einer libera us fchon grup- 
pirten, gezeichneten und geftochenen Ti- 
telvignette.) 

So fangen denn endlich unfre Buchhand- 
ler an, "auch mufikalifchen Werken nicht al. 
lein ein elegantes, fondern fogar prachtiges 
Kleid zu geben! Fiuwahr die9 ift eine feltene 
Erfcheimmg, Der Druck, die Typen des Tes- 
tes und der Noten aus der Breitkopfifchen OfTi- 
cin, das herrliche Velin- Papier von diefem 
vorliegenden Werke geben einen iiberaus r«i- 
zenden Anblick. 

So wie nun Armuth des Geiftes an einem 
Elegant, der die Blicke der Menfchen heraus- 
fordert , weit ; eher /ichtbar werden , als an ei- 
nem diirftigen Sansculotte, der anfpruchslos 
dahin wandfjlt; eben fo muffen auch an aufser- 
lich gefchmuckten Werken die Mangel weit 
eher aufFallen, wenn lie darin vorhanden find. 
Allein das ift 'bier der Fall ganz und gar nicht. 
Vielmehr — wir haben es hier bios m it clem 
Componiften zn thun — ift dies Siijet von 
Urn. Schniiedt, der fchon mehr Proben feines 
xuuiikalifchen Talents und feiner Kunftgefchick- 



lichkeit geliefert hat, fo brav bearbeitet , dais 
man fchon bei diefeui fehr gut eingerichteteii 
Klavierauszug, weicher nur die Chore und 
Aden enthaft, fehr Urfach findet, mit dem 
Werke des Componiften zufrieden zu feyn, 
unci das Ganze au hiiren und zu lefcn wiin- 
fchen mufs. 

Dtr erfte Chor: Encacht, des grauen Al- 
ter thums ■ eiufchlafue Sanger! hat Kraft unci 
Wiirde, und ernlten edlen Gang, wenn gleich 
die erften Takte an deu Eingang zu Ariadne 
auf Naxos erinnern, follten unci der Zwifchen- 
fatz: der Schulzgcift DeutfchLauds ruft nacb 
2\ec. Gefi'iM vielleicht etwas anders behandelt 
feyn und nicht denfelben Gedanken, Zufam- 
uienhang unci Gang der Harmonie haben foil 
ten. Das Terzett: Jllbelcbcnd, wonncgebeud 
nahet Teutjcklaiids Genius , hat lieblichen Ge- 
fang, dee freihch auch an einer Steile an fVoU 
ken weichen eines Chors in Cora erinnert. Eben 
fo angcnehm ift der kleine Chor der Haifner : 
ffir 'kommcn, ivt'r feiem, wir huldigeiu 

Brillant ift der Chor: Ilinan zu Tsutfch- 
lands Hciligthum. Recht brav und bedeutend 
hat Hr, S. die Worte behandelt: Von feiner 
Sternenhbhe blickt Urvater Heinrich hochenl- 
ziickt. Die rafche, kiihne Modulation giebt der 
Steile Erhabenheit; fie ift, um diefelbe bios 
auszugsweife anzugeben, folgende: 



41 



■zddtp: 




6 g 



<% 



sor; zifo: 



Der letzte' lange Chor: Ilril fei diefer 
Feierftunde , der aus mannigfaltigen Hauptab- 
fatzen befteht, und vorziiglich brav gearbeitet 
und ausgefiihrt ift, lafst einen angenehmen and 
fur das Stuck fowohl, als den Componiften 
giinftigen Eindruck zuriick. 

Man fieht alfo, dafs Hr. S. auf dem Wege 

ift, ein guter KuhftJef zii werden, der den 
Charakter feines Tejctes trift und getreue\Ab- 
zeichnungen vom Sinn des Gedichts zu lietern 
verfteht , . wozu tier genielofe Kopf weder Faf- 
fungs - noch Darftellungskraft befitzt. Und 
wenn derfeibe den Beifall des Rec. fiir.Auf- 
munterung zu halten der.lVluhe werth finden 
will, fo ertheilt er ihim denfelben hiermit von 
ganzem Herzen. 



ISe; 






■&- 



0^+ 



-b*_ 



cr. 



Der Tenorift. Herr Babini, foil, wie die 
Bede geht, feinen Entfchlufs wieder zuriick- 
genommen haben und wieder kommen, wel- 
ches ihm Ehre macht. Jene mir eingefandte 
Nachricht ift alfo dahih zii berichtigen, und 
bey diefer Gelegenheit bitte ich jeden, der 
Nachricliten folcher Art einfenden niogte, auf 
hiftorifche Wahrheit nicht allein , fondern auch 
auf einfache ErzaMung derfelben fich einzu- 
fchranken. 



Seconde fuite de Concertos a Violon prin'-ipsle, deux 
Violons, Alto et Bafie, deux Hautbois et deux 
Cors comp. par Viotti, No. A et 5* a Paris cliea 
le Due. (N. B. Mufikh. jedes 1 Ilthl. 18 Gr.j 

Sind zwei brave Coucerte am D moll, und 
E moll. 



BE-RLI'NISCHE 



M U S I K A L I SCH E Z E I T N G. 

EIN UN't) VIERZIGSTES' STUCK, 



Den ztett November IJB3- 



PP'inKc und Regeln fur Anfnhrer der Mufik 
iu Cdncerben. *) 

Einem jeden, der eine Mtifikgefellfcliaft an- 
fiihren foli, find "mancherlei Dinge zu wif- 
fen noting. Das Erfte, welches dazu billig 
vorausgefetzt werden mufs, ift e'm richbigss 
Gtifuhl, wer diefes . nicht bei ficb fpiiret, der 
gebe fich nie mit dem Anfiihren ab,= Es giebt 
freilicii verfchiedene Grade der Piichtigkeit des 
G-effihls,' und man wiirde zu ftrenge feyn, 
wenn man nur dem Manne uiit dem jeder- 
7.eit untruglichen Gefuhl eines Fifsendek oder, 
Springers, 1 **) jenei Amt anvertrauen wollte; 
derin nur wenige hat die Natitr fo reichlicli 
damit bejcheiiket. Es ill 'audi vieTleicht iu6g 
lich, ein Gefuhl, das nur eineri fchwaehei 



en 



Grad der Richtigkeit befalfe, durch grqfse Miihe 
jmszuBilden und Vol&dnimner zu, machen, 
Allein die Sicherheit mit dem uberzeugende- 
fteai Gefuhl fagen zu konnen: fo mufs es /l*y% 
cfiefe muchie ihm doch woM viclit xu geben 
feyn. 

Abcr aiich das allerrichtigfte unci feinfte 
OeruM ift alleiri nlchr genug hiezu; es vvird 
c'uclt Ueberlcgung und Mrfnhruiig dazu erfor- 
dert; und luerm hat deV Anfiihrer folgende 
Stupke zu bcineirken: Zueril niufs er darauf 
fencri, von welchem Qefcldecfite das Stuck ift, 
fb er anfuhren fall ; ob es ' Kirchcittnufik t Thea- 
tepnvfik , ' Coucertmufik oder Tanxthufik ift. 
Danh ' urifcerfadic er, welcnen Charakter das 
g;ahze Werk ub'eiliaupt hat; ob es erne Paflion 
oder ein freudiger Gefang der Hirteri bei der 
Krippe «»' Bethlehem ift^ob es eine traurige 
dder luftige Handlung ift. Eei der^ Concert- 

*) Die obigen fehr gegrflndeten WaTirhetteh; Aio 

; man nicht oft genug wiederholeh kauri, nnd die 

, als Naditrag.znty^nfpuze im fallen Stttok. $. Z. 

angefchen werde^ k6imen ? fjiai -aus dea Brie fen 

' Mines aufmtrkfamen. JBttiferideri , ilic Mufik betref.' 

fetid, geisnrnmeH. '• /-..;.. 

. **.) Er war laiigu >^«it v^nffihspcr in Petcrsbttrg, " ' - 



mufik wird er befonders auf den Charakter de» 
Conipuniften Achtung geben raiiffen ; und fo 
wird, er bei dei>: Originalwerken eines C. P. El 
Bachs woit mehr Aufmerkfamkeit nothig ha* 
ben, als bei i\en gemeinarn Stiicken eines an- 
dern. -- Bei dem Tanz beobachtet er, wie bei 
den iibrigen Arten, &b er ernfthaft oder luftig 
ift, hat aber noch dabei den Tanzer zu be- 
inerken, den er fiihren foil, und nach dem ex 
Ach doch gleichwohl audi richten ninfs, v/enn 
es die Art des Tanzes oder auch die Pantomi- 
ine der handelnden oder tanzenden Perfon ver- 
langet. Das dritte Stuck.,' fo er dabei zu bo- 
merken hat, ift, die Bcdeubmtg jedes eiitzelJ 
iien Satxes zu tiriterfuthen; hiezu ift ihm aber' 
die mnfache Stimuie dor erften Violine nicht 
genug, Tondern er anufi die Partkur zu Hulfe 
nehmen, befonders ^nri e% ein Singeftiick ift. 
Hier wird er mm erft die Worte lefen , es aber' 
dabei nicht be wenden iaileri, fondern auch die 
Verbindung diefer Arfe mit den iibrigen in 
de^m ganzen : Stuck? genau unterfu<s!ten, dainit 
er den rechteii Punkt treffe, in dem der Com- 
poiiift ^ie Worte betrachtete, da er ihnen deu 
Gefang gab. Nun fieht er, wie der Gompo- 
nift.die Worte ausgedriicket hat, und hat er 
ein richtiges Gcfuh! , fo wird die erfte fievre- 
gung, die er faffef ., gewifs die rechte feyn. 
Ehe er aber diefe feft armimmt^ hat er nocb 
eins zu unterfuchen , ob der Componift aitch* 
dein Sanger oder den Inftrunienten Sdiwierig- 
keiten gegeben hat, die in der eigemiich ge- 
horigen Bewegung des Stixckg nicht heraus ge- 
bracht werden konnen ; findet er diefes, fo mufs 
es fich der Componift zur Strafe daffcr, daf* 
er nicht beffer den Gsfang und die JSfetur der 
Inftrumente ft»*dirt hat, gefailtm laffen, daf« 
fein Stiick in einer andern Bewegung gelpieft 
werde, als er et beitn Schreibert dachte, tirt<& 
dafe dadurch der Endzweck des Stftcks verfrti- 
let wird. Diefo letzte Vljrficktj ift aber nicht 
allein bei Singefcchcn., fohdern such bei Inftni. 



Ȥa 



xnentalfachen hdchft nothwendig , und wenn 
Aer Anfuhrer aus der Oberftimme gleich alles 
andere erfehen konnte , fo mufs er doch die- 
ferwegen die Ubrige Stimmen genau unter*. 
fucht hat an. 

Man fieht hieraus auch, dafs dem Anfuh- 
rer, (oder wie er bei Hofen genannt wild, Con- 
certmeifter,) die KenntnilTe der Inftrumente 
faft eben fo nothwendig als dem Componiften 
4Capelhneifter) ift. Zugleich aber erkennt man 
auch aus diefem Punkte, wie gefahrlich es fi'ir 
den Ruhm eines Componiften ift, wenn Wer- 
ke, die fiir ein gewilfes Orchefter oder eine 
tyhifikgefellfchaft gefchrieben find, wenn diefe 
an andern Orten von weniger guten Lenten 
aufgefiihrt werden. Und gleichwohl ift dieles 
doch unvenueidlich. und zur Ausbreitnng ihres 
ftuhms nothwendig. Sollte man daher nicht 
alien Componiften mit Rechte anrathen diir- 
fen, fich fo viel als moglich der JLeichtigkeit, 
befonders in yinjehung der begleiienden Inftru- 
mente zu befleifsen? Auch bei den allerbeften 
Orcheftern wird die Ausfuhrung dadurch ge- 
winrien. Denn wenn lie auch wirklich iini 
Stande find, die yorgefchriebenen Schwierig- 
keiten heraus zubringen, fo ift doch nicht 
ajleinal auf die vollige Sicherheit zu rechnen. 
Gefetzt aber, man konnjte fich auch bierin auf 
fie verlalfen, fo wirket -das Aengfttiche , die 
Miihe, die fie fich damit geben miiifen, auf 
eine unangenehme Ait auf den Zuhiirer. Die- 
fer f u hit — vorausgefetzt , dafs er ein feiner, 
Zuhorer ift — die ganze Angft der Spielenden, 
©ft ohne es fich bewufst zu feyn ; er wird es, 
erft gewahr, wenn die Schwierigkeit iiberwun- 
den ift, indent er alsd,ann erft eine gewiife 
Beruhignng empfmdet. Ich eebe zu, dafs die» 
fes an einem Inftrumentaliiteii , der fich vor 
uns horen lafst, und der befonders den End- 
zweck hat, Venvunderung bei uns zu erregeu, 
#fds,,es bei diefem ein Verdienft ift, und. in 
diefem Falle mag es yielleicht mit einer jeden 
Oberftimme fo , befchaffen feyn. Aber wenn 
es begleitende Stimmen^ find, die dadurch dem 
Gefiihl, fo uns die Hauptftimme erregen foil, 
binderjich werden, da?m ift keine Ausrede fur 
den Componiften; dann fallt alle Schuld auf 
Hot; ; und das allergelindefte, was man von 
ibm fagen kann, ift diefem : es fehlb dem Man- 
nt Off Mrfahrmig. 

i ; Vm $ber wieder auf , den Anfuhrer zu 
lumimen, fp hat er aufser jenen Ueberlegun- 
g#n nocfe gewiffs p^ahtifcke Klemjgkeiten zu 
bfllterken, id.if^in bjp^ft ndthig find, Ich 
will einige davon angeben. Zulrft ajui er 



fich auf fein Inftrument verlaflen konnen ; er 
mufs ficher feyn, dafs es die iibrigen an Starke 
ubertrift. Allein diefes ift noch nicht genug, 
um 18 andere Violinen und fo viele Stimmen 
mehr iiberfchreien zu konnen, fondern er mufs 
auch einen Arm haben, der mehr gilt, als die 
iibrigen ; das heifst, er mufs bei einem deut- 
lichen und kraftigen Vortrage alle Vortheile 
feinem Inftrumente und fich feibft ablernen, 
wodurch er feinen Ton, fo viel als moglich, 
verftiirken und durchdringend machen kann. 
Um bei dem Anfange des Stiicks den Uebrigen 
die Bewegungen recht deu(lich und vernehm- 
lich zu machen, hatte Pifsendel die Angewohn- 
heit, bei den erften Takten in wahrendem 
Spielen die Bewegung mit dem Halle und 
Kopfe der Violine anzugebcn. Waren es vier 
Viertel, die den Takt ausmachten, fo bewegte 
er die Violine einmal unterwa'rts, dann hinauf, 
dann zur Seite, und wieder hinauf: waren es 
drei Viertel, fo bewegte er fie einmal hinun- 
ter, dann zur Seite, dann hinauf. Wollte er 
das Orchefter mitten iin Stiicke anhalten, fo 
ftrich er nur die erfte^ Noten jedes Takts an, 
um diefen defto mehr Kraft und Naehdruck 
geben zu konnen , und darinnen hielte er zu- 
riick u. 1. w. Ein jeder achtfamer Anfuhrer 
mufs beftandig aufiueikfam feyn, folche Vor- 
thetie zu nnderi, wozu ihiii fehr oft verlclue- 
dene Vorfalle Gelegenheit geben, wenn er nur 
dcht darauf hat. 

4ufgefuhrte Opern, im Meruit October, auf 
dem Berliner Nationaltheater. • ■ •' . 

1) La Vttlanella, l^pita (das geraubte Land- 
madchen) von Gimarofa, dreimal. 2 Richard 
Lowenhcrz. 5) Das Intermezzo il Caizolaro 
(der Schufter) zweimal. 4) Z) er Deftrtcur 
von Monfigny. 5) Die fchone Mi.llerin, nach 
dem Italierulchen la Moliuura von Paifiello, 
fiinfmal. 6) Der Fafsh>de*v 7) Die beiden 
Geizi { en, aus dtun Franz, von Gretry. 

Es ift nicht zu laugneu , dafs in der V. 

rap., welches Stuck kalieuijch gegeben wor- 

den ift (!; eerfchiedene einzeine ganz hubfchc 

Stiicke vorkpnuii^, Ale einen . guten Effekfc 

machen ; allein das Ganze zefchnet fich weder, 

durch vorziiglichen Kunftcharakter, npch durch 

irgend etwas Qriginales aus. Es ift darin die 

gewohnliche Ualienifche tVafche. Zudem ift 

das Snick ntjt fremden StuckenVunteraiifcht, 

die oft fehr mittelmafsig und platt find, und 

dte einige Verehrer des Cimarofa (zu denen 

Anzeiger diefes nicht gehqrt) .ihm nicht ahf 

die ftechnung gefchrieben Baben wollen. Mad. 



Mutter, geb. Jlelhnv&i nnetfir. dmbrcjfah yer- 
dierten alies Bob , dafs fie es in dem Ausdruck 
der ital. Sprache unci des fehr tatffchenden \\ i^al. 
Gefanges . zu ein er nicht ge wohrif i chen . Fer tig- 
keit gebracht habehj. '— lndeifen ill doch $ie 
aligeineijie nnd fehr richtige Meirmng des Pu- 
blikums, dais auf einem dcukfchen Theater 
und zwar in einer der "erften Hauptftadte 
Deutfchlands audi nur deutlche Singftucke 
Jiiiigten gegeben werden. Wollen wir Deut- 
fclren deim fchiechterdings, dafs die italieni- 
fche Sundfliith total iiber tnifern Kopf zufam- 
menfchlage? 

Die fchbne Mullerin, welche auf den Ge- , 
bmtstag unfrer geliebten Koiiigin zum erften- 
mal gegeben wurde, ift zwar keine der vor* 
ziiglicheren komilchen Arbeiteii des Paifiello; 
doch haben verfchiedene Saehen darin. nicht 
geringen Werth , z. E.* das erfte launige Quar- 
tett und das erfie Finale, einige matte Stellen 
abgerechret; die Arie des Barons — nur etwas 
zu lang* — im zweiten:Akt; das Sextett, die 
Arie der Baronin und das letzte Duett. 

Das Pubiikiim hat diefes Stuck nicht fo 
aufgenommen , wie es die Mufik noch wolrl 
verdiente. Allein daran 4iat e» fehr retht i detm 
das Sujet ift iiber "alle Vorftellung elend, die 
dramatifche Behandlung nicht minder erbariu- 
lich unci die Sprache olt pobelhaft. „Der Mul- 
lerin wird ins Angeftclit gefungen unci man 
kann denken, mit Nachdruck! ' J9 Aimm w'ch 
ein, in deine Muhle! Welche Zote! Und das 
wird in Berlin, aula Theater gebracht! ^* 

Die Sanger fetooiil als da$ gauze 0rcK<}-* 
fter exekutirten iibrigens d^efe 'Operette gleich 
das erfteiiial yorijreflichf $ur Ware zu wiin- 
fchen, Hr. BiuncJd fprache fo gut deutfeh^ als 
er fingt; oder er fprache Uebejr gar keiri deutfchl 

JOas Sommertheater %u St. Nicola, in Paffaut 

Charakterifirt fich v©n felbfi durch folgen. 
den AnfcMagzettel von dorther: 

„Mit Jiochgnadiger Bewilligung wjrd heute 
— vorgeftellt' werden :, bei Begleitung turki- 
fcher Mufik,'' Prwi. Schnudi uhd Prinzeuln ,« 
JLvakathel. Ein befonders latherlich In geblin- 
denerRede yerfafstes Trauerfpiel. Darlmf folgt" 
die von Waib Hrh. Jofeph von Kurz veVfafst, - 
tmd durchaus zum Lachen eingerichtete Opera- 
Buffa und einem "Aufeuge bejit^lf ' 74, &ou* ~ 
wernante! ...,. "■'"'- • ..s. ■<,. K .. _ K.::V . 

Beyde StQcke find zu bckannt; alj dafs fie einer 
Empfehlung bediirfen follun. BtsiAt;^m\t gewif '*'" 



i63 

Rolkn, alB,^ie .|*rinzersinn Eyakatliel, naSdie be» 
'trunkcne Goiiveriiaiile*/ fqlfeii itiir heute, (da ich £p 
>gwk tei^ii aifel^t fcin) deA* -jjch, vort^Aich von 



Frauenzimmer Rallen als efn j*|Jj£es aufkeimmendea 
Genie, als eiiie neue angt?heride : 'S«iaulpielevinii nickt 
au verkennen, fondern mit Acxo hohe« Gegenwatt 
zu beehren, und nm aller Welt willen aur, vollem 
Halfe zu lachen, anfoxilteii fich die Stei|J6;auf der 
Strafse feiner erbai-men, -und fiatt-TJirSiioBr Blut wei- 
nen miifsten! — %erd«n Sie komroen? — Ja? '«*- 
mm, fo gehp icli mit Freuden an meine Toilette, 
lind unterwerfe niich in aller Geduld dem barbari- 
fchfii Werkxeug meaner unbarniherzigen Kamraer- 
jungfer. "VerhaiYe fonach in fehnlichfter Erwartuiig. 
Hoclx Dero ••■"-— v .;— - 

Uiitenlianigit gehorfamfter 
Kafpsrl ti* St. Nicole. 

No,ch ftrvas von der. Mufik in MincKtn. 

Einem von doriher erlialten6«i ConcerU 
zettel zu folge beftehet alldort fchon feit viet 
Jahren eineani^ikaj^fche Gefellfcliaft unter dem 
Namen der JDUettanten^ fjnterhtdtwig f welch* 
a»F«lom Bedoutenfaale iRt«fik#n, grolsejre wn4 
kl^inerej auffiihrt. Al| Direkteurs derfelben 
werden ge|ijnnt : die Hot* mufici Biwn, 'un4 
JDimler ■ jmu^ und a4s Solo- Sanger werden an* 
geiiilut Mu\..Mt:yr:te+M%tl. Eerier, Dem.. IVo« 
4et, Herr Mpiz vnd i^-Mifuekr; Als Soh>fpie» 
ler au| der Elote Hr. -Jmtger jun. , als Klavier* 
fpieler unci Componift Hr. Streicher 9 als Vio* 
linift Hr. Eck der^ jimgere. 

Die T4ieaterfe«fellfcAiafl' in der herzcglichefa 
Militar-Akademnj" "' "'fiiKrt"' iiebert fehr ertiebli* 
chen Luft und Trauerfpielen audi Operetteii 
auf, und aus einigen AnfchlagzetteJn , die jinn 
ziigekommen, erhftllet., da.fjs Sajierfs groUH^' 
di 'Irofouio ikt i^iAttei^, dentfeh ^ieH$hl«i 
des Trofon's} ,|ajgefi*hrt werden- Ift. »$angerki-» 
nen in diieCem^STucke wa fen Mad. Kavjnfattn^ 
Dem. Fifcfier. ^.Sanger ? die jferren Haller t 
«Scl\nlzi %ang and r^eMer. ^ 

or s Ferner:, die Ftfiker im Truben, eiii Sing- 

Ipiel in drei Aufzugen aim Seln ItaUenlfcheh,' 

"wdrin npclieine DeSii. Jiainbu* yaiA eia Hr. 

Jfrehle als lingende Perfone^i aufgetretcn find. *)i 

' *V Ich emm t *©ok # w« der Gttte einea dorti- 
geu Cpr^teMentea ui*fl;|iidliche Niichrfchien 
und U*th«ile lOoer 4i»- e«faffl(am» *Mw«kweleB lu. 



Smttgard. 



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Atzdailte* .;■ 



Componirt von Aalftrbm (einem Scliweden). 



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BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE Z'EITUNG. 

ZWEI UND VIERZIGSTES STUCK. 



Den %.ten November 1793. 



Z)ie heutigs T.aufbahn munches jungen 
Tonkiinjtlerf. 

», Tf elches find die Pflanzfchulen ki'inftiger 
Meifter derKunfc? Wie bilden fich junge Zog- 
linge der Mufen? Was leitet iie-'at\f den Weg, 
den Natur und Kunfl Arm in Arm -wandeln? 
— Der Jiingling, der uhter den neun Schwe- 
ftern die Tonkunft fich zur Freundin walilt, 
etrtfchiiefst fichc mit oder ohne Wahl, zur Er. 
lernung iigend eines In Jlru merits, wonik er 
in der mufikaiifchen Welt entweder Ruhm er- 
werben, oder wirklich fein Gliick etabliren 
will. Sein Hauptbeftreben geht dahin, die Fer- 
tigkeit eines gewiifen nahmhaften Meifters zu 
erlangen, oder wol gar — falls die Unfterbli- 
ch«n ihm hold And, das feeifet: wenn er vor- 
ziigliche Naturanlage, Lull und Lietfe zum 
Ding hat — etwas vorzuglicherea zu leilten, 
lim bewundert zu warden, oder klingenden 
Beifall zu arndttou Dies ift das Ziel feines 
Strebens, feines Studiums, Meiltef der Her-' 
ten der Hdrer zu werden. Hohere Wirkun- 
gcn, als belachelt, angeftaunt und gut bezahlt 
zu werden, *u erzeugen, ift das Ztel vaur fehr 
weniger, und noch wenigere erreichen es. 
Zum Ungliick wird dies noch obendrein fo 
oft mifsverftanden. Durch Zaubertone, wofur 
man lie ausgiebt* und mufikalilche Hexereien, 
glaub.t mancher die Herzen unwiderftehlich zu 
Feffeln , und irit ^c* weifc vom Ziole ! Der grofse 
Zauber daueft ieider gewdhniich nicht langer, 
als ins 4er letzte Ton, den er fchuf , erftor- 
ben ift: weg ift alle&l K.ein bleibender Eindrutk 
documentirt feinen Ruf als Geweihter der Ton- 
kunft. Sein Spiel war ja nicht Mufic, nicht 
allgewaltige Beherrfcherin der Herzen, nicht 
edle Tochter des Himinels. Er 

Der mil den Tdnen fpielt, wie Gaukler aus 
■, . dor? Tsfchen ' 

Und inunsx blend en will und iimner fibsna- 
(cli«n 



hat warlich ketn hSheres Verdienft, als dec? 
Zaubever. Beide gelangen durch Gefchick, 
Uebung und unermudenden. Fleif9 zu einer 
Fertigkeit, die grofs und klsm anttaunt, und, 
die welter nichts ai9 einige enthufiaftil'che Ex«. 
clamationen, ein Bravo, ein Handeklatfchen, 
und wenns koftlich gewelen ift, eine Handyoll 
Spe'ciesthaler (auch wohl nur Scheidemi'mzeV 
erzielt. 

„Hat nun unfer junge Kiinftler fich zu 
der Hohe eines fogenannten Virtuofen durch' 
manchen fauem Tritt emporgehoben ; fo wui> 
de doch der Ktanz bei weitem unvollendet 
urn feine Schlafe raufchen, wenn er.diq-Ton*> 
ftiicke, mit denen er fich horen lafst, nicht 
felbft komponirt hatte. Ohne theoretifche, harf. 
monifdie Rennmiffa, unbekanht mit der Na- 
tur der Inftrumente, die er zur Begleitung 
Wahlr, etc. erzeugt er mit feiner Aftermufe 
Baftarde, vor denen die Tonkunft errothetj 
und meint, was Wunder er verrich?:et. Doch 
wenns riur dabei bliebe, dafs er fur fich, fur 
fein lriftrument componirt — verzeiht ihr Va- 
ter der Tonkunft, dafs Lch d»ef,en Ausdrnck 
profaniren mufs! — Einige mit Beifall aufge-^ 
nommene Compofitionen find di& Lofung ei-, 
ner ganzen Generation Pygma'en, gsnannt So* 
naten, Concerte, Simphoniren, Qixartettea, 
Rondos , Variationen u. d, gl. fur idler 4lrb ln<< 
ftrumente: daher dann die halsbrechenden CU«f 
vierpalfagien u. d. gl. bei ieren blo&en An*, 
blick einem die Haut fchaudert. Wer wolll»r 
fich denn nicht erbauen, wenn or angezeigt" 
Heft: Sech9 Quartetten fur fl Viol., Bratfche 
nndBafs: diefelben fur das Clavier emgeriehi 
iet! .' das heifst doch noch fich gemeiimutzitf 
machen! - i, 

Urn aber jenes Beifalls, des Schapfers dear. 
Pygmaengeneration, verfichert %u feyn, ftimmt 
er fein Spiel in den Gefchmack feiner Zeitge- 
noffen, und wie kann er dieien ^erkennen, 
verfehlen, da feins Uebungsftuskd von jehor 

Tt 



i66 



nicht pedantifche Arbeiten claffifcher Tonfetzer, 
fondern Galanteriefachen weit and br^it ver- 
-ichriener Modecomponip.en waren. Er ftinimt, 
fage icb, fehvSp^el in den Gefchmack feiner 
Zeit. Und welcher ift der? Ein Qemifch aus- 
und inlandifcher, teutfcher, franz., ital., ma- 
labarifcber Midic, der -Lander aus alien vier- 
undzwanzig Winden, tandelnd wie unfre jun^e 
Herren, liebaugelnd wie die Schonen du'jour, 
iippig und leichtfinnig wie unfre Moden, blen- 
dehd von aufsen, matt, werth - und kraftlos 
von, innen, fchwankend und unfta't, init Flick- 

lapperi aus zehn Jahrhunderten behangen 

ift deim dies nicht der herrfchende Gefchmack 
xh/rer Zeit? Noch leben, das ift gottlob nicht 
zti . laugnen, manche wiirdige Tonkiinftler, noch 
wtfhdelt mancher Jimger riihmlich iimen nach. 
Aber den Trofs unfrer angehenrien , oder wie 
fife fich wahnen, unfrer jungen vollendeten mu- 
laahfchen Kraft - und Tnigmanner, miifste 
ein ganz andrer Geift belebrfn, als das hellto- 
ifehde Jauchzeh und Klatfchbn der Menge; ihr 
Sinn mvifste fefter, ihr Trit^ gewiffer Teyn, ib 
manchem fteilen PFad, der zum Gipfel fwhrt, 
von wannen die Va'ter herabfchauen , Muth, 
Stahdhaftigkeit und Vermcigen entgegen zu 
fetzen. Aber leiiier fpotten die Knaben der; 
Oreif©: manche ihres Unvermogens ikh be,; 
wufst, beben kleinmuthig zuriick, manche von 
Leichtfinn achten ihrer nicht, und verweilen 
witen iiu liiftigen Thale bei -,— der Heerde. " 

— ch» 

■7 '• Bei der dies jahrigenacademifchen Kunft. 
atwftellti'iig in Berlin war unter andern auch 
ein vonj'dein Hiefigen Grgelbauer und Jnftru- 
ttientemhkdier Bothe verlei tigtes Fortepiano, 
vdft garlz^neueiix innefh Bau zur Anficht und 
Beiirtheiluhg xles Publikums, mit ausgeftellt. 
Biefe Inrier^-neue Einrichtung des Inftraments 
uftberffcheidet Rch von andern, fowphl durch 
einen das' pnte Inftrument liinlaufendeii dop- 
jfeltefr ftetonanzboden,! als aiich durch einen . 
iSnfeCherh Mechawismusoder Dampfer und Harii- 
iher, wotktrch' fich das Fortepiano fehr leicht 
fpWeh latse ifnd ' an Xieblichkeit des Klangs 
(|>wbhli, a*s guch .'iarr- atifserer 1'chonen Arbeit 
den guten englifchen Fortepianos gleich.koiunit. 
Allb t&cttierj die diefes vortrelliche slnftrmnent 
attf de* Academie gelehen, haben dem Kiinft- 
hfcihren Bsifoll nicht verfagenkonnen; auch 
hat «Ue KQnigl. Breufs. Acadeniie der Kiinfte 
und mediarriichen^Wiftenfchaften, welche fich 
ttbirhaupt uiu die Beforderung und Vervoll- 



komftinung fchoner und mechanifcher Kunfte 
fehr verdient.inacht, dem Kiinftler, iiber die 
vor?>".glIche Giite diefes- Inftuanents, ein fehr 
gates und wahvhaftes Zeugnils gegeben. Auch 
hat er gegrundete Hofnung, eine Pramie zu 
erhalten. 

Solch ein Inftmment koftet 20 Friedrichs- 
d'or, ift alfo ura zvvei Drittheil woldfeiler als 
ein Englifches Fortepiano, und dem Publico 
nicht allein der Giite, fondern auch des Prei- 
fes wegen zu enipfehlen. W« ehi dergl. In- 
ftrument bei obeu benamrtem Kiinftler beftellt, 
erhalt es in fechs , hochftens lieben VVochen. 
(Die Adreire kann an die N. Berl. Mufikhandl. 
aber pojlfrei, gerichtet werden.) 

Ueber die deutfcka Manheimer Op&r. 
(Aus cinem Briefe.) 

n- D u W M* nheim er Oper hat jetzt fehr vor- 
trefljehe Mitglieder. Mad. Beck, eine Schiile- 
nn tier beruhmten Mad. Wendling , hi»t die 
erlten &i«grollen ■» und mit einer angenehinen 
Maume vcrbmdet fie ungemeine Feitiekeit in 
den Pallagien und vielen Gefchiuack iiu Vor- 
tJ : a S e - ~ f ie . ewiefat an der Dem. Jagemann 
erne fechulerin, die audi mit in der Oner fingt 
und als em iGjahriges Mudchen fchon lehr viel 
veripriclit. 

Mad. Miller fingt die zweiten Rollen: 
ihrSp le | erfetzt das, was ihr vielleicht am G«- 
lange abgeht. 

Mad. JSikola fingt die alten komifchen und 
ernfthaften Mwtter und, fpielt mit vitler ko. 
uuichen Laune. 

n,**!,'"' ty?* erfter Tenorift » hat eine der 
fchdnften 6ummen, die wlr jetz* auf unfem 
deutfthen Biihnen haben. Sein Vortrae ver 
rath einen Mann von Gefchmack und Ge&iluV 

Hr. Leouhardt fingt die komilchen Te- 
nor- und Halbbafsrollen, und lein kom. Spiel, 
das einen Anftrich von franzohlcfaer Leichtig- 
keit hat, ift ungeiuein fchon. ^ 

Hi. Genie, Buffon, ift ein fehr feltener 
Mann. Seine Bafsftiunue ift fehr voll und an. 
genehm, und hat eine fchone Tiefe and uberl 
haupt viM««.,Uttl£»ig, und er zeigt ...fich ftet* 
als einen Sanger, der feine Kunft verfteht, und 
nicht wie ein Papagey abfingt, was et etwa 
mit Miihe eingelernt hat. — Koniifche Alten 
fpielt er libera U6 bra v. *) 

*) Ich fake^An vor eincm paar Jaliren eiiie Gaft- 
rolle in Coblenz, im Doct. uud Apotheker, fpie- 
len, wo er in der That die Bewunderu.ia an 
ficJj rifs; iiachher audi in Maiuiheim fah t ich 
mehrcre Rollen von iJun, und kann jcnes Ur- 



>6" 



Zu wunfchfin ware rmr., dafe die .Chare 
bei den Opern eben To giitgingen; allein diefe 
find kaum anzuhoren , und es ift kaum mog- 
lich, dafs ein luufikalifcher Menfch unter die- 
fen Leuten feyn! kann.' 

(Ueber.das OrchefieivnScliftens.) 

Gefchichte der i'tblichjten mitjikal. Inftrumente. 

Anm. Diefe kurze UeberUeht der Erfmdnngen, -wel.- 
che vielen hofteiitlich angenelmi feyn wad, kann 
man erweitert linden in tlem hijto.iifch'biogra- 
phifchen X.exikon der Tonkunftler ," einem vor- 
Ucfiicheii Werke fiir die Lilteraiur der Mufik^ 
wovon der VcrfafTcr, Hr. Kanunermulikiis Oer- 
bey aus Sondershaufen , fich gegenwartig zum iie- 
ftich in Berlin befmdet. 

Das Clavecin tV amour ift erfunden von 
Gottfr. Silbermann zu Freiburg, 174.0, und 
verbelTert durch Ilahnel in Meifsen. 

Clavecin royal t erf. v. Joh. Gottl. Wagner 
zu Dresden 1774. 

Um die Verbeflerung des Fliigels haben 
*Verdienfte Zarlitio t (Venedig 1648) was die 
Temperatur betrift; — Picc/tbeck> (London 
1740) durch Zuthun von Floten, Trompeten 
tind Pauken; — PFiclef jm Aiifpach, durch 
Federn von Meffing (1740); — die Gebriider 
Mich, und Joh. ff r agner zu Schmiedefeld, durch 
Hinzuthun eines Fortepiano und einer Flute; 
— Friderici zu Gehra (1770J durch Erfindung 
einer Bebung ; ~ Tdskin zu Paris (1768) durch 
Federn von Ochfenhaut; — Milchmeyer zu 
Mainz, (1780) durch 2.O0 Verunderungen : — 
Mlercia zu London , (1783) durch Nachahmung 
des lYompeten - und Paukentons. 

Der Doppelflvgel ift erf. von Hofmann. 
zu Gotha 1779. • 

Das Fortepiano. Den Rifs dazti erfand Chr. 
Gottfr. Schroter 1717, weichen Gottfr., Silber- 
mann zu Freiberg 1746 ausfiihrte. Taskin zu 
Paris that 1775 aufser mehrern Volikommen- 
heiten^ noch eine Transpofition hinzti. Die 
Englander haben dies Inftr. am mehrften vef- 
beflert. 

Das FoPtbiehMk in Geftalt eines Klaviers 
und von Friederici zu Gehi n, 1760 erfunden, 

•Yerbefferer der , Flote_ find C*uanz ,172,6 u. 
5<2) durch eine zweite Klappe und den Ein- 
fchiebekopf ; ferner Gerh. Hoffmann zu Raften- 

theil uber ihn vollkommen bcftaiigen. Scin Bafa 
hat viel Annimli, feine; Tiefe i/t iiclier und i'm- 
pofaiu; aber er knarrt und prahlt keincn Aua;en- 
Blick damii-, wie manche and ere, die niclit viel 
inelir kunncn, als ilrre auswendig gelernteaTone 
knarrcnd in den Ovkus iunab rolJtn. 

Red. 



\ berg 1727.-— Joh. Taeet zu London 1970 und 
Tromlitz zu Leipzig 1770. (Ein gewifler Braun 

Mrat fich hier auf einer Flote mit 7 Klappen ho- 
ren lailen, wodurch . das tiefe c und cis, und 
deutlicher f und as etc. gehdrt wefden. Xhm 
felbft aber fchien das Iniir. intiaitabei zu i yn 9 
und deshalb • hatte ein luftiger Kopf den Ein- 
fall : Es komnit mir vor, ats wenn jemand an 
einem gewilTen Orte fieben Kncpfc hat; sc ift 
daruin doch nicht mehr drin.) 

(Die Fortfatxung kttnfdg ", 

Bei dem Pater Gregor Mahler , Benedik* 
tiner zum heiligen Kreuze' in Donanwerth, find 
zu haben s JParbiturregehi in einem kiirzen Ails* 
zuge fiir Anf iiuger. Nebft. einem Anhange, 
wie man in alle Tone gehen konne. (Man 
hat zu wiinfchen, dafs diefes Werkchen in dit 
Buch - und Mufikladen kammen" moge.) 



Die Beforgnifs, als wenn 'die franz5fifxb.e 
Nation den Hal's gegen die ungiiickliche , nun., 
mehr aufgeopferte Koni^in auch auf die Werke 
Glucks iibertragen wiirde, den fie befonders 
emporgehoben hat, hurt Jmn aiif, da feine 
Opern , die feit Jahren nicht gehort . wurdengj 
wiederuni gegeben werden. Unlangft wurde 
in der Academie de Mufwjue feine Iphigeniw 
en Aulide vorgeftellt. ; * 

Das Geriicht verbreitet fich allgemein, daf9 
der trotz aller Schreierey gegen feine Verdientte 
Miit aliem JRecht beriihinte Abt Pogler gefior- 
ben fey. Dies bedaif aber noch JBeftatigting. 

Adreffe. 

Alle wahre Fremiti e der Mufik und BefOrtierer 
gemeiiunitziger ^vvecke , fie mogen Mufiker yon Pro- 
fe/rion ' l'cyn "oiler 'nicht, erfuche ich einmal wieder, 
diefe Zviiung mit Beitragei:, am lieblien mit hifto- 
rifchen Nachrichten von-Werken und Kunftlern ih- 
rer Bekannifcliaft, mid der iieuelffiii ^orfaile, die 
Mimk betrefFend , tlialigcr zu beehren, ais bislier 
mitiuiter gefchehen ill. ' ;5t 

6 Red, 

Nqthige Erkldfung. 

If antigen fcliriftlichen NaclnichrenMt fol£«$v|iebt 
es in manclien ' kief neren Stadten gar traurfge von- 
certanfubrer; . um dieferwillcn alio und gar hiclu 
aus andiuweitiger Urfacli W del- Auflatz (/fi.Sli) fei- 
nen Plaiz gefunden, welches gleich mit gefagt wild, 
um Mifsvefftandniffen vorzubengen. 

Mozarts Opeverte* der Schaufpieldirektor t WOVOn 

die^erito« 'Exempl. gleich vergrifFen w«ren, id 

• in der N. B. Mufiih. wieder fur 1 Htlil. 6 Gv. 

mi haben. 



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An Gott , *} von Bernhard Wejfcly. 

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Feierlich f nicht xu laiigfam. 




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bauet, audi mich hat del - ne Hand ge -roaehi,du haft meiii Schick- fai ti-ber- 



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fchauet. Auch 



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PreU dir, der mich ana Licht geftelltg 
Urn hier in rorbeftimmten Tagen, 
25um Bau der grofsen Geifter Welt 

JDm Meine wirkfam beixutiagea. 

■ '■■" 2% 

Lafa ftreng und tteu in meiner Pflicht 
, Ui#« grofse Qlflfik mich. nie rergeffen # 
Mich felbft mit Eigealiebe nicht. 
Mil Ta^clfucht nicht andre meffea. 



Gieb, dafs ich Bruder bruderlick 
Mit, reiner heifser Lieb umfaffe. 
Bein Beifpiel, Herr! belehre mich, 
Dafs ick felbft meinen Feind nicht had*. 

Gieb mir ei» laftsrfreiea Herz» 
Terntinft und Mafsigung in Frende, 
Im Ungltick Troft — Geduid im Schmers 
Und Muth, ir*nn ich rom Leben &beid«. 



KMMNE 



*) Aut dea Freimaurer-Melodiee* tob Jbn&rofch und Bd'ksim. 



"AM 



BERLINISC11E 

USIKALISCHE 



~j 



DJAEl UND VIERZIGSTES 



STUCK. 



Den $ten November iy<)^. 



Ucber das Klatfchen in ConcerVen. 
Ein Wort in Sclierz mid Ei'ii'ft. • 

¥7 in fchlechter Sanger ink fchwacher Stimme 
JL.J mul wenig Athem ft ) fang einft in Paris 
in eincm offentlichen grofsen Concerte eine 
lange fchweie Bravouraiie. Das ganze Public 
kum fehnte fich nadi ('em Ende und gab fcine 
Unnihe auf alleriei Weife zu erkennen. Nur 
Eine Stimme rief . uberjaut da .Capo ! -- Der 
Sanger 9 dadurch getrofiet und aufgemuntertv 
aiSachte fofort feinen geziemenden Revcrenz. 
und hub feine Arie„ trots allem. Tobcn, nocli 1 
einmal an. Als fie zum zweitemnale zu Ende 
war und das Publikmu von neuem pfiff unci' 
zifchte, rief diel'elbe Stimme wieder ganz cniH. 
haft und entfchloilcn da Capo ! ' «=• Da aber 
aim die Verfammlung durchaus' nicht mehr 
zugab, dafs der elende Sanger ? 'der Tchoh fei~ 
xen Schnabei zu einer neuen Reprife wcizte 9 
vsum drittenmal anfangen durfte, und man 
die Uxfach von dem fafcalen da Capo .-wiilen 
woIUe., rief jene Stimme: Eh v parbleu! je 
voulois J-'aire crtiver cette canaille. (1th wolfte 
die C kxepiren fehcn.) 

. Das ift cine erbauliche Gefchichteg wie 
jnan iieht 9 die aber bios auf eihem unfchuU 
digen Mifsverftande bexuht. In Jieffen derglei*. 
chen Mifsverftand giebts noch alle Tage. °So 
wie jener. arme Schelm von Sanger das da 
Cap.it ibin feiber zu Gunften erklarte iind gar 
niches Arges dabei hatte, .eben fo erldaren iich. 
audi noch jetzt viel Sanger und Sangerinneri 
das Randeklatfchen,, womit man in £on.cert» 
verfaimnlungen fo' freigebig ift, als ganz g'e~ 
$jemenden Ausdruck dea B.ei falls iibcr;, ihre 
ysrerthen Bemulmngen ? und'wiffen und bedes}- 
{ten die geheunr Urfach 'day on., die : nick Ml 

'•"> Man kann audi mix. "<£ri£x . ftai&en Stinmie unci 
vielem Atheiri em fddoAb* Singer feyn , wcl= 
dies dein geneipten Lifer .^heiifcu'ls, clci- Voll» 
ftiiiidigkeit wegcu, inlijiun-t *> n-im muiv. 



ten dabei obwaltet 5 ©ben fo wenig, ah mm,- 
cher GjUnpel aue einer gewiffen ehr«vurdiges!i 
Gelellichaft , die audi zu Zeiten in die Hande 
klatfchen foil 9 an dpn-Ejstragrund 'davon den.o 
ken .mag. Soviel koMimt auf den StandpunkK 
an p . ana -weichem man . il'm, , Dingo diefei- Weife 
betrachtet ! 

Und doqh-: laffen .fl«jh..:yiele Fa'Ue gederio, 
ken , unter welchen dao Klaffchen in Concer« 
ten.ftatfc. {ind.en , kann 3 . die gar nicht in Am 
Schreibtafel der Virtuofext zu ilehen pflegea., 
Wir -wollen.iie 2^,ft?utz, .und Fronmien niche, 
alk'in des jungen glut's unter ihnen p fopdejifffi 
^uch zur B.ehejfzlgung- nianchev Veteranen heif° 
fetzen., ■ Ii)enR ■ ,es 4ikM alle Wege Ibfer gue f ,v 
dafs man, lich-Qinawder ver%he». , , 

■ Wm itmmnen Sm moh\ s - mtehm , wertfiesii- 
Virtuofen unci Viytuofinncn p ' zur folgenden 
Reilie.bofer Griinde P welche Mannofauite unci 
weiohe Damenshande in Conseyten. unit GewaM, 
an einander imihon kp?mQn% 

Einmal kanns gefcliehen t , .unci, clao ware 
sioch ein .zieml^ch iHifdiuldiger. Grund, a.uo 
blofser GewohnhcU und a.134 GaJiMdes Schick,,, 
lic/ictt 9 we'd inan nach jeder voiiendeten I?ieeo p 
lie -mag befchaif'en gewefen und vorgetragen 
worden feyn, wie fte will p alles nmhw: dm 
Manover ^nachen. fjeht. Mara machf eo sn.»t, 
wi0 mail!, einfi ,lMfc mmint v wie .mmi muC 
g^ihnt, wmm!>mmMm. ga ; nzo GefeiifcbaiJ; gah« 
nen liehfc. Man will audi wohl nichfc clurfifn, 
eine JJntierlafsun^Qfttnde, fioh auozcichnen und. 
nicht den ¥e;rdaclit do?, geftvengen Krktikvm 
auf fu^^ laden p der allemal bei den we.«chea 
Seelen in" hofem Rufe zu ftehen pilegt. Ufan 
weifg 9 wie ea.dejrw weiland Euripides {tinfa alo 
ct* mr.emem S.cbaufpielo %u • Abdera 5 , wo allco 
iiber fcin eigenea Stiick p da.g .ev erbarmlip|n 
.yerhunzft fand 9 hoch. auf ]ubilirte 9 niebt mil 
Idatfchtcjji; fo-odejrn. viehnchr fein.cn .MifsmjAtk 
durch baifsande Aniu-irkungen 7.n erke.nnojtt 
gab. Die Ab&milem w^.cen jIwa .hot-no.he an 

Uu 



i7$ 



,frii = siie wnA Berne gekommewj wad. hatten Aide 
urn den nothwendigen Zufammenhang ge» 
Tbracht<, der ihm immer nocli .lieber, feyn 
mufste 9 als cler Zufammenhang xwifchen fei« 
Bern Stuck and tier Ausfuhrung davon./ -,So 
as'g geh.es mm freilioh. be! tins nicht her 5 zu°. 
mal in Berlin , wo kein einziger Abderit mit 
aller Mi'ihe zu finden ift; allem man weifs zu 
tebeirij und Idatfcht alfo mity fobald ciner, wie 
der Tronunelichlager an der Fronte, feme 
Hjinde zu ri'diren begiimf. ' •« 

"'Das Scheme und -daa'-Hafsliche grenzt in 
Abficht feiner Wirkung auf das G.e ninth niiher 
asleinandisn: ? ah inancher zu glauben fclieinfc. 
Man ift i\ber da9 Extrafchlechte, fiber das, 
was ganz u^A gar mifslrngt, zuweilen eben fo 
vergniigt, ah iiber das' Extr-agute. Ueber eine 
gewilfe Linie hmaiia, fo' hort alle Vergleichung 
aiif. Eine fchone Stelle aifo durchaus veikehrtj 
mit falfchem, Au9druck, in unrichtigchh Tempo 
■rdrgetragen , ' fo dais in'an' Ale wahren - Gedan- 
lien- kaum noch 5, wie' eine Folie 9 durchfchim° 
ahem fieht ; eine grofae fchwierige Bravour°> 
arie, die eirie grofse Sangerin -erfordert, von 
eirier ungeiibten Stimme' der Schiilerin gefim^ 
gen, die weder Fertigkeir, noch Kraft rind Ge— 
fehmack hat und wo in deh -J*aifagen eiu Tow 
feb'ei? den andern herpursselt • und ' die Stellen' 
fich f einander erdrucken ;' eiiid'feicUnfcliaftliche 
Scene , '"die Strike ; und tfreien Awadruck ' urid 
©in durchaus leichtes Spiel der Tone und Woite 
erfordert s mit Angft und in der ungluxklit.' 
elien Lage der bereits verfagendert Mafcui' voif 
getragen; alles das htitin <wOlrl 'am- EnAe ein 
jfla'ndeklatfchen btfwlrkeny; aber die Bedentung 
davbn ill eberi fo Verfdh'i ! edeh' , j' als die -Grande 
ctezu verfchieden -'fnid^ ' ilj — " ■■••■' ' 

<- : '' Maris . kahn alfo 'wiedermix klatfchen vor 
Frei/de iiber den vmgekehrten Fall ; ■ aus Vcr<»- 
iYpeiJlithg fiber nmhkalifche Miferen; ana 'IS'lib-* 
kid und Scheming , um den Sanger und Spit'= 
ler hicht zi} beleidigen, w^nn ■'der ! ihm' von 
lahge her -gewohiite ■ i ri$d''$e»-d!erite ! ; Beifal<l eini 
itkal 'auMeibt; v ' , 1 '';; n - < " : '- : ' v ' ii '- { '' - :Li - 
i "' * s ' Sd '- , kayiin ? 'ebenfalls dds : -Vetgiit'ig^h -iibek- Rr<= 
Idjiing tioni Uebely fib&r 'Belreiu.ng ton' der 
Ang/l 3 '*die snan bei der Ausfiihru/jg, infon- 
H'evbeit libher und 'ini'fslicher Stellen' , b«i hals= 
b'rechenden Cadenzen fiihUo^Iauf die Hande 
■^Irke'n ' und Hiehr uns felb'er j a1s ' deiix ' Sanger 
WiiA Spieler gel ten. . ...•*. . • t ■■-. s. . ;■ ■■ 
Und wie ; mancher andere Grswid sM'ig fonft 
'ti6ch mitwlrkenj, der gar niche fj'ir' die» Zu'frife. 
Vlenheit mit der Mufik'und fiir'die Vo^zilglicha 
'keif des -Saugera und Spielers bew«ifti Mmj. 



kann eine Vorliebe, eine freundfcliaftlkhe An= 
hanglichkeit fur cine folche Perlbn haben, fei<= 
nqm , Nachbar oc'ier feiner Nachbarin (lurch 
Theilnehmhng gefallig feyn wollen, und der° 
jgleichen raehr. 

Lafsen Sie 9 meine Herren, Mntev den 
Sti'ililen der Dairen und in den Gangen der 
Concertfale! Lafseit Sie eine Sangerin jung a 
ein bischen hiibfch und artig feyn ; wie bald 
und gem werden Sie darauf los klatfchen und 
fchon den whziemlichlien L-aonen erregeiij, 
weirn nodi zur Ha'lfte der jugendliche Schwacho 
ling von Triller ihr in der Kehle erlahmt. ~= 
Oder, w'enn'Sie's nicht iibel nehmen \vollen 9 
meine fclionen verliebfcen Dainen! lafsen Sie 
einen eleganten holdfeligen Jangling fo dafte= 
hen und auf die Ohren und Augen zugleich 
wirken ; nicht wahr, und vvenn er audi eben 
nicht in grader Linie voni Apoll abftammfce 
und nur fo eben in fliefer grofsen Viertelffcundc 
leicllich hingabe, was er mit dem Sch weifs von 
vielen Wochen fich ernrbeitete, werden Sie 
nicht Alles ganz vortreflich findeii und einera 
Drang zunj Klatfchen in Ihren zartexi Handen 
i'uhleii? 

So 'ift' daa .mit dem nffentliohen Beifak 
und dar'iun ift er wenig . oder nichts werth. 
Und weim auch laiiter Zufriedenheit dabei ziusa 
Grimde .liegt, fo ift doch'das lange nicht ge« 
niigj um ei'nenr Sanger und Spieler , der eine 
waljre Id-ee von Kiuift hat, fonderlicb \ieii 
werth 'zu feyn. Der Haufe weifs felten 9 was 
fir will, und verfteht zu wenig von deiu ? was 
zur'Sache" gehfirt. 

, Aber wenn auch das nicht ware und'Ein° 
ficht und Ueberzengung mehr als g;evv(")hjdich 
gei'chi'eht, zu allerhand Austiruck des Beifalla 
leiteten 9 fo kann auch hierbei noch ' ein we.= 
fentlicher Mifsverltand feyn. Man kajm bios 
aufmuubt'vn und Beifall erlt noch auf Recite 
iiuug und HoIVmng einer befi'em Zukunft eio' 
theilen vvoilen. Dicier Fall ift mit tier h;iu<=, 
figlte, aber eben dai'uin auch fur manches 
jhnge Talent dei- gefahvliclifte. Rlanclies junge 
Geiiie ' Wil'd ' d'ur'Ch das' viele Lobpreifen unci 
Bravorufen, durch das ewige Mandcgeklatft he 9 
das ihm allemal in gleichem Grade ertheili; 
wirdj in Grund verdorben und auf dem Wi.-?e 
zur VollkonimenheiC, di?r rauh und muhfana 
1^9' apfgehajte'n. Diefen kann man nicht oft 
tmd eiiVltliclx gbnug ' znrufen , dafs hierbei ein 
leidiger nnd gefalirlicher Mifsverftand obwal^ 
tet s und.dai^'.fie hehnii'it an den.zweidcntio 
gen lanten Beifall der Menge 'keliren , fnuitrn 
vielm.cJn' Werth auf das lieifullsivon des II 'd„ 



fen und Kunftverfcdiidjgen legen inogen, 'das 
zwar nur fellen uhd ' trOcken ertHeilt wild, 
imtl woran gewohnlich noch ein ftrenges Wort 
der Lehr und, Ermahnun'g zum Beiferwerden 
hangt, das aber allein zu wahrem Ziele fi'ihrt. 
A fapientibus laudari valet,, zu deutfch, 
Sas Lob des Verftaniiigen ift allein etwas we'rtk. 
Diefen Denkfpruch foil ten alle jimgere Kimftler 
und Genies fich zur Hauptdevife ilires Kiinft- 
lerlebens machen, und fie mit grofsen Buch- 
ftatapi iiber ihr Mufiium fchreiben, — fails fie 
eins haben! A 

Judifche mufikal. Gefellfchaft in Neuwied. 

Als ich noch vor einem paar Jahren in 
Neuwied am Rhein lebte, hatte ich Gelegen- 
feeit, eine judifche Familie kennen zu lenient 
me etwa alis einem Dutzend mannlicheh Perfo- ; 
nen b«fteh|, und wo von jeder ein lnftrument 
fpielt. To. dafs man mit ihnen din kleines Con- 
cert- allein befetzen kann. Sie. hatte das Privi- 
legium der mufikalifchen Aufwartwigen (eine 
vo?rafficlie Sache fur die Kuiift!) und das 
war, wievyohl ganz im Geifte dieler Leute, 
dennoch fehr Schade ,fiir die GefelUthaft: derm 
es Wfanden fich.dartriiter emige trefliche •JVlit- 
jglieder. So fplelte der eine Sohri Wolf die 
Violine in der That als .Virtuofe, mit einer 
fehr grofsen Fertigkelt nicht allein, foiuiera 
audi. mit vielem Gefchmack, achteui Vortrag 
untr Tttit-ftrfdi hmigeMi G«fufil und fthoriem 
vollen gediegenen Ton, dafs man davonge- 
ru.hr t .ward und den genieinen Schacherjuden 
dariiber vergafs , der , nut vielem Genie be- 
eabt , -jaber felbft ohne fanderliches Jntereife 
Fur die Kurifl, nur mit TOiien wie mit Rlei- 
dern handelte. Der jimgere fVolf> fein Bru- 
der, hatte es audi fchon fehr weit gebracht 
xmd < wah*fcheinlieh excellirt auohrty- Ijetrt auf 
der Violine. ,^ 

,MiX diefer jiidifchen Gefellfchaft, worun- 
ter noch em paar find ,mit dem narrifch^iij 
Nanien GumpH und Sclnumpel , die s auch v ih- 
ren Mann. fteh.en und mit Hiilfe fammtlicher 
iflufikue^bhatier nndLiebhabermiieri' fur Inftru- 
niente und Gefang aits 'der Stadt, fuhrte ich 
einmal, auf nah,ere VeranlaiTung derverehrungs* 
wurdjjgen, , ; jetzt ve^wittweten Furjtin , eine 
von mir com p. Kirchenmufik in der neuen 
fchonen Itltlienfchen Kirche mit recht vielem 
und gliickhchem Erfolg auf, dirigirte das Con- 
cert im Schlofse und die Theatermufik bei der 
Boflaiinlciien Schaufpielergeielllchaft'r'weTcKer 
der Hof itets beiiuwohnen. pflegte , und hatte 



» 7 i 

das Vergnugen Opern und Concerte mit fo 
gemifchtcr Gefellfchaft nicht fchlecht exekutirt 
zu linden. Die Dem. Willi. Dor. JBojffamt, 
em. junges talentvolles und liebenswiirdiges 
Madchen und eine vortrefliche Schaufpielerin, 
fang ihre Rollen nicht allein , fondern auch 
grofsere, fiir fie von mir gefetzte Bravourarien, 
fehr glucklich, und ihr Name mag daher hier 
mit erwahnt feyn. 

Auferjiehwig rind Hinrichjntng. 

Der feelig entfchlafne Abel von Rdlle ift* 
neulich im Fliefsifchen Concerte zu Berlin 
wieder aufgeweckt worden, urn noch einmal 
eines iangfamen und jammerlichen Todes zu 
Iterben. Verewigter rauher Cain! der du ra- 
fcher bei deiner Unthat %\x Werke gingft, nimm 
das uns Berlinern nicht, ubel; wir haben un- 
fere eigene Fa^on! 

Gefchichte der iiblichjlen mufikal. Inftrumente. 

Die vbrziiglichfteTA deutfchen Arbeiter von 
Fortepiano's find Kupphr in Niimberg, der 
welch e mit zwei Refonanzboden verfertigt; 
Lender ; Schiedmayer zu Erlangen, deffen ln- 
ftrum. fehr lleilsig und elegant gearbeitet find, 
eine leife Taitatur, einen Diskant wie Flotenton 
und einen Bafs wie --ein Fagott haben, der vora 
Piaiiiliimo bis zum aufser^en FortiJDfimo ge« 
trieben vverden kahn. (Kofteri^'O Liror.) Schir* 
met- in Sondershanfen , geft. 1790 gab ihnen 
Ziige und machte auch engl. Fortepianos. — • 
Schriial und Spath in Rcgensburg ; find auch 
durch Tangenten-Fliigel ohne Kiele beriihmt. 
— Joh. yJmlr. Stein ia Augsburg, unfit'eiug; der 

frol'sLc von alien, verband clas Fortepiano mit detta 
lujtel 7.11 lam men, doch I'o, dafs jedes luAr. ffcine 
eigene Saiteii mid feine Bodcn fiir fich hat. Er er- 
fdnd auch die MtloJtiktii. $99. (Japeein org/tnife, und 
ein vis a vis oder pojipeliltigel. Auch hat er eine 
giofse Orgcl iu Aiigslmrk gebalit. Seine F. '¥.' g6» 
horen zu den voiticfliclil!eii: r fpwohl was den Ton, 
als was.dw Touciie b^lrift; — Das, P. f. yon Ho- 
lier in Dresden,' das er Clavecin royal gcMBiiMt hat, 
ili in Form eines Klaviers mit 6 Veriinderungen, 
•\velclw; {lurch 5 Pe^ajnitte p regiert weideu und ge- 
ben, aufsev dem Ton de.v gewiilmlichen gedampften 
Laute , 'noch die Tone eines r bekieltew Fliigch, einer 
Harje und eines PwtalQm, (Das Stack zu 38 bis 
36 Dukaten.) Wilhelmi in Cartel, der auch fchSne 
Klaviere verfcitisft, intrcht >'?. F. in engiifcher Ma- 
nier (au no Tillr.), und beflere Fl'ugcl, als die 
feinigen, follen weder.in England, Holland noch 
Deuifchland angetroffen we id an, — Both* in Berlin, 
wohnhaft im gelben Haufc in der breiten Strafse 
(Keli*e '4&. St. d. Z.) EJelmann, jetzt in Swafrbnrg. 

(Die Fortfotzung folgt.) 



t.'fi 




Winterlied eines fclxwabifchen Bauern, von G. C. Groshtim. 

— *S 

Aus L,eibeskrdften, 



_ . •" S~ _. mm 




Ma-del, Wt Winter, der woliig - te Schnee,weif 8 wic dciu Bufen, decktTbal 



.er uuc 







H6h. Horchl W ie der Nordmndum,Hau S leinner-yfeiftI Heckfn und Baume find liebliclx be 




SI 



4f~- 



Madel, "lift Winter, die Baclie find Ei$; 
Ditcher der landlichen Htttten find weifs; 
Ehrwurdig-grau urid im filbemen Flor 
Ihrscht fich der ftattliche Kjrchthurm aerror. 



Madel, '« ift Winter, macha Stttblein fein vrarm, 
Seat dich aum Ofen, und niram miclt in Aim; 
liieblich una kofend, wie rofigten May 
F^Iut un» die Xaebe den Winter roibej. 



' Drehft da. mit Fingern fo reinlioK. ,wie Wacfa 
Seideue Fadlein von filbernem FJachs, 
SbndttT ich die Ageln dir fchakernd vom Schtux 
Maclic die Nachte mit Mihrlein dir jkunt, ! ' 

,Mad«l, *s^ft. Winter, .Oj'warll' du fph'on me*a? 
flchlapft' ich hu blaliende Bettlein hinein, 
Kalim'-dichyH'erxihtiigeft'&tSbcliatt^'-in^AnBf.' :■ -» 

Trotste deiu Wintei-j denn laibe xamsht warn, w 

' !: -< ' ;■ •'"■ ■• - ■-•■ ■■.■-.- ' .■■; -;.vi :( jS ., r 
•'■•"' •'■'■■ = Schuhart. ,. 



■•-. ■ i 



BEIILINISCHE 



MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

VIER UND VIERZIGSTES STUCK. 



Den iGttn November 17$$. 



Ulujlkaujjuhrungcii in Berlin. 

Das hiefige Nationalthcatcr hat am Qten d. 
M. die Iiiickknnft Sr. Majeftafc des Konigs 
f lurch cmen » llegbrifchen Prolog: das Opfer 
der Treuoy gefviert, welcher cincm neuen 
Scbaufpiele von Ifland , der Pormuud, voran- 
ging, das einiger hiibfchen Scenen ungeachtetj 
lehr langweilig ill, und dem man die Eilfer- 
tigkeit anfieht, mit welcher der' uiu das deutl 
Tche Drama fonft fo verdiente Dichter jetzt 
arbeiten mag. 

Das 1 lyrH'che Vorfpiel indeiTen, vom Thea- 
terdichter, Urn. Ilcrldots, das aus ChfJferij ac- 
compagnirten Recftativen, einer brillanten Arie 
und aus einzelnen Zwifchengelangen befteht, 
die in die Chore verwebt find, imd das eine 
O^ferfcene iin offenen Tempel des Janus vor- 
ftellt, wo zuletzt fein Genius fich auf 'einer 
Wolke nied«rlufst, uin dem verfammelten 
Volke den Konig und mit ihm den Friedeii zu 
verkiinden, that infonderheit von Seitex. der 
Mufik eine grofse und voftrefliche Wirkmig. 
Hr. Mufikdir. // '«?£</•, als Komponifi: deflelben, 
hat durch diefe i'eine eriie Theatsrcompofition 
in Berlin, die er in wenig Tagen zu Stande 
gebracht und die auf Kenner wie auf das grii- 
iisere Publikum gleiche Senfation gemacht hat, 
eine ungezwdfelte Probe feines muiikalifchen 
Genies , f einer gl&cklichen Kunftbildung ~ die 
er der Manheimer Sehule, dem nahern und 
vieljahrigen Untenichte Fogiers und am mei- 
ften foinem eigenen fruchtbarcn Studium alter 
und neuer Meifterwerke, infonderheit Glucks, 
verdankt — zugleich aber auch einen Beweis 
von Erfahrung in dem , was auf dem Theater 
effektuirt gegeben, ohne welche bekanntlich alles 
Studium der Kunftregeln nicht viel hilft. 

Vorziiglich hervoriirebend 1ft der erfte feier- 

liche Chor: Erwacht ihr heiVgen Chore , «r- 

fctiallb von Jssnus Gottert*i$hm. Er ift in grofsem 

Stil gearbeitet, und «ben fo fchiin ausgefiihrt, als 

angelegt. Der Charaktei d«ffelben hat viel edle 



gleichformige Haltung. Die Modulation ift daria 
kraftig und unterhaltend , der Bafs eriift und 
gut durchgefuhrt vom Anfang Ws zu Ende, und 
die Inftruinentaibegleitung mit guter Wahl an* 
geordnet. Da diefer Chor von zahlreichen 
Sttmmen und dem Orchefter befondera gne 
ausgefiihrt ward, fo mufste sr altardings die 
chrfurchts voile Stille, welche in Gegenwart de» 
Monarchen, nach erfolgtem allgemeinem Volks- 
jubel, wo mit Er begriifst ward, herrfchte, noch 
mehr erhohen und bedeutender machen. — 
Auch der kleine Zwifdienchor nach dem Don- 
ner : Well mis ! der Tempel bricht, war frappant, 
unci es zeugt von wahrer Einficht des KomponU 
|ten,dafs er ilm nicht langer ausgedehnt hat, well 
die Situation des erftannten Volks, nach den 
Gefetzen der menfchlichen 5eele, keine lange- 
Dauer vertragt. # 

Doch einzeine Stellen weiter auszuheben, 
die von dem reifenden Geifte des Koinponi- 
flen zeugen konnten, der nicht in der erfteri 
Begein.erung hinrchreibt, \va9 ihm einfallt, 
fondern fich zugleich in den ganzen Zweck 
feines Sujets, in den Text und wie er in alien 
Theilen behandelt feyn mufs, hindndenkt und 
hineinjbudirt , wiird-j uberfliifsig feyn, da man 
das Urtheil nicht mit fichtbaren Pioben bele- 
gen konnte. Genug, 11m auf einen jungern 
Kiinftler auch aufserhalb Berlin aufmerkfam 

femacht zix haben , der , bei zunehmendem 
leifse und mehrerer Veranlaffung zur Arbeit, 
dem deutfehen Theater dereinft hofFentlicIi 
vorziigliche Ehre machen wird. 

Wenn Anzeiger diefes fieh nodi die An- 
merkung erlaubt, dafs er nach Mafsgabe feines 
Gefiihls und feiher Einficht den Schlufschor^ 
trotz feines flieisenden gearbeiteten Baffes, den- 
noch beiTer im | als | Takt behandelt glaubt, 
weil alsdann die Verfe fich beffer cadenziren. 
rind der Jubel vom Wilden mehr auf die ed- 
lere Freude im Tempel fich lenken wiirde: fo 
foil das weder als Tadel auzu/ehen feyn. noch 



*74- 



folchen KunftgenoiTen zur Frende Gelegenheit 
geben, die nur das vortreflich und untadelich 
linden, was fie felbft in hdchfteigener Perfon 
WerJ-'ertigen. ' ' ' • 

Uebrigens hat Berlin- der Theaterdirektion 
und namentlich dem verdienftvollen Hrn. Pro- 
fejlbr Rugel fur die tha'tige Sorgfalt felir zu 
danken , niit welcher die Mufik beim Natio- 
naltheater jetzt allmalig in die Hohe gebracht 
wird. 



Iin Concert der Mufikliebhaber ward, zu- 
fallig ini.Augenblick der Ankunft des Ronigs, 
des ddr Ki'irze der Zeit wegen ausdriicklich dazii 
gewahlte bekannte Te Ueum von Grauu, das 
aber feiner dauernden KunftbefdiaJfenhciit und 
jfeiner Popularity t des Gelanges wegen inniier- 
dar in Ehren bleiben wird, rceht gut auoge- 
fuhrt. *) 

' Ifeber den jetzigen Zuftand der Mufik 
in Halle. 

Ntir fdhr feftert habe ich, wahrend meihefc 
zweijalnigen Anfenthaltes in Halle, irgend eine 
oiTentliche Mufik verlauirit; mithin karin icli 
Ihnen aixsfuhrliche unci zm v erJ.aTsige Nachriclit 
davon geben. ' Wollen Sie von dielef Rich* 
ttcht in Hirer mufikalifchen Zeitttilg etnen be- 
iiebigeti Geb ran'ch machen , fo habe ich rrichts 
dagegen. Audi hafte ich fur die Wahrheit 
uieiner Relation. .*.-*' , - 

Der • Kirclicnrnnjili , die bios in der Faften- 
zeit einige Woclieri hiridurch ansfallt, gebi'ihrt 
billig der Vorzug; ich rede dalier von dieler 
zuerft. Jeden S6im tag wird gewuhnlich in ei- 
rier der drei lritherifchen Sradtkirchen Vor- 
und NachiirittagV Mufik aufgefuhrt. ^ Anfser- 
dem hat die Mafktkirche an ailen Felttagen 
Mu/ik', 1 Itnd'; nodi "gdWilFe" dtidere'' Vorredite, 
die niir aber nicht genau bckar.nt find. Wich- 
tiger fit iiVr inijCh der "Umftand, da is 'in dieler 
kirdae die MuHk voir ' deiii Herrn Direktor 
Zurk belbrgt wird. Er ticheint dabei zur 

$hre der- hajlifGh^n Litmgie fel es gefagt! — 

*) Nad^nieinem GcFiihlc Sdiade, dafs the feltfame 

*>*-'■ Brffiarie $aln»m fac pap alum licli drain bdindet. 

ir Co kiiufllioli audi der, linifonc Satz tier Jnii.ru- 

,- m< jnciue.die r St^jn^c tr%tj, fo kliugt die Ark- <!odi 

, ,. .^ ear, .l/ulii* her- a , n 4 "iiiaclir. eine iuitui<>;eiiebirc W ir- 

V* n, ^/| Jo' "9*$ J Hi J* » 'Ji'di fioh ffiJHtj wciiii lie 

- ; ' u vorlyei tit,-' "FA i/l' mir inm:<;r <-orgekcuumcii , als 

• wenn das-iCdiv/crffUJige AJtty niit d«r. : IdclitiiH'si- 

, gen Jugcjid Jiiiicii ReiJicii tanaie und ciwci den 

.anderii ziun bi'Ecu JiUttc, Wildies ciu driittr 

"ernlihaftef Maiiu ij» dvt Siiigflininje zu /ieucru 

' 1'ucht. ■ -■" »■ • •- ..•■■'• 



wenig oder gar nicht eingefchrankt zu feyri; 
denn nicht immer hat der Text zn den Mufi- 
ken nahere Beziehung auf das Evangeliuni. 
Dies mufs jeder, der die, grofstentheils trocke- 
nen und unmulikalifchen, v Verfe zu den foge- 
nannten Iahrgangen nur einigerniafsen kennt, 
von ganzeniHerzen billigen. Denn audi in dem, 
gewuhnlich hochft elenden, Texte fcheint niir 
ein Grund zu liegen , warum die Kircheniuu- 
fik fo wenig gefchatzt, und oft fogar verachtet 
wird. Wer kann z. B. die'folgende Arie, die 
in einem bekannten Jahrgange en thai ten ift, 
und nodi jetzt gefungen wird, ohne Wider- 
wiilen oiler Mitleid lefen? 

„IIiv Siiiulcr, waft euch folbft niit Stcinen; 
„Dem Ilciknd aber w^fft niit Weiacn. 
„Eiu treiizerknirfolites iftrze fiir. 
„vVird diefer fich verbergeud weidien, 
„Mi!fs cudi da 1'odt-s Nanbr eiTddeichen : 
„Denn l-'irtfteniifs bedeckt cucb fchicr. V. A. 
Oder wie foil durch das nachftchende Recitaliv 
(aus etiieui andern bekannten Jahrgange,) die 
Erbauung befordert werden? 

,,Dafs diefes Flcifdi ziun Cdites Leben 

„KeiR nutzo fey, 

„fJi\A woilt*' os audi nach folchem ftreben; 

„Dies bringt mis die Evf.iJnung bey. 

„J)ejui redvn wir diefs, was wir wiJIen , 

„So werden wir, duich Gut tea Geifi gelebrt, 

„Gar bald gelteiien niullcn, 

„IJafs memand fonft gen Himmcl f.ibrt, 

„Als ibsi von felbigeui berntedcr kummen, 

„Und das id Guttes liebfler Solm , 

„Der iiiifer I'lcifdi drum aiincuummen. 

„IIieraus ergiebt Jich febou : 

„So lan^e Chvilius' iiicht in tins ^ebobren, 

„So lange bleiben wir ini Fall vcrlobren, 

Jedoch ■ ich konnne , nach riiefer kleinen 
Exturiion , wieder zur Hauptfache ! Eine aus- 
geluchtere Satnuilung von Kirclieniliicken, als 
lie Herr Mufikd. 2'urh belitzt, wird man fchwer- 
lich bei einem Privatmanne antreffen. Ich 
nenne, um Sie von ineiner Behauptung zu 
iiberz€ugen, bios die KompOiii/ien, von wel- 
chen feit zwei Jahren veilchiettene Stiicke ge- 
geben woriien find, nehmlich: sJgvicola, C. 
F. jE. liuc/iy G. licudiit G'f-muif Gruner, llatu 
del, Ilajpiy Hitler , Hinutul y Houuiitis , Kirn- 
bcrget'j Fergohjiy Reichurdt , Molle, Ru/i, 
Sarti 9 Schttlz, Schwati<mbc;g r Titrk > £.. ff-olf 
u. v. a. Aulser nielueien vortrefiichen Kir- 
chenlttieken hat Kerr Mufikd. Turk einige 
Chorale geichrieben, die auf niich wenigftens 
aulserordenilieh wirkten. Ich retime hierzu 



*•?■> 



hauptfiichlich die Lieder: Ach hlcib viit deiner 
G i lade etc. Jefus meine Zuverjicht etc. Straf 
mich nicht in dcuian Zuru etc. uml — der 
durcligangig inseifterhaften Beaibeitung w?gen 
— vorziiglich: T-Fenn Chriftus fcine Kircfte 
Jc/iittzt etc. Nach einem l'i'irzern . oder la'n- 
gern Ritornelle tieten nehmlich die Singftini- 
iiien .mid Pofaunen in it deiu fimpeln Choral- 
gelange cin, wahrend deffen die Iuftrmuentc 
ein gewill'es, dc-m lnhalte entlprechendes,- The- 
ina drtrchfiihren. Wenn dock Herr Mnhkd. 
Turk einige diefer Lieder dnrch den Druck be- 
kannt inachen wolke! '*) Eine giiriftige Auf- 
nahnie fleri'elben konnte or ficli inn fo viel 
inehr veriprechen, da der Vorrath an guten 
deutfchen Ai beiten. fur die Kirche verhiiltnifs- 
mi'fs'g immer noch kiein ift. Aber Sic wif- 
fen fcbon, und baben oft fclbft dariiber ge- 
klagt, dais H. T. in diefeiu Stiicke, fei es nun 
aus Schiichternhcit oder aus Eigenfinn, ein 
wenig zuriickhaltend ill, und nicht leicbt zur 
Bekanntniachung feiner Kirchenliucke zu iiber- 
reden teyn dnrfte. « — 

Die Ausfiihrurig der Mufik war bisher in 
tier Marktkirciie, was die lnftrumente betrift, 
iueiftens recht brav, und fogar better, ais in 
B * * (wenn Berlin? da an lehr wahr!) Die 
Stadtmuftker, welche pflichtmafsig fpielen 'jutitf. 
fen, find grofstentheils fehr gut; aber freilich 
zu gehorigor Befetzung einer KJrchenuiuiik-zti 
fchwach. Diefen Mangel erfetzen jedoch die 
hier Studirenden ; denn mehrcre derlelben neb- 
men faft jedesnial thatigen Antheil an der Kir- 
chenmufik. Gewifs eine feln- iobenswiudige, 
und diefen Ji'mglingen in' a!ler Abficht zur Eh re 
gereichende Handlung! Dai's aber die Beglei- 
tung mifc der Orgei ungeniein viel zur Wir- 
Jtung des Ganzen bekragen kcinne, davun bin 
ich unter andern in dem Chore: jDu fiillft der 
Meere Braufeii **) fehr iebhaft uberzeugt wor- 
den. Das Crefcendo bei dan VVorten : Ob dei- 
ner fliinderzcichen ftuitneii etc. anf der Orgel 
nach und nach dutch mehrere und ftarkere 
Stiuimen ausgedriickt, wirkte machtig aaf 
mich. Als OrgeJfpieler fcheint zwar Herr Mu- 
fikd. Turk nicht glanzeu zu wollen; intlefs 
habe ich cloch tten Choral noch von nieman~ 
dem zvtfeckmafsiger und erbaulicher begleiten 
horen , als von ihm. Auch bin ich verfchie- 
denenial durch liieifterhaUe Vorfpiele und ex- 

*) In diefen Wiinfoh fiin.me' auch ich, der icU 
veif<;hic<tene feiner trefiicheii Cliorale noch von 
Halle her keime, voHkoinineii ein. lied. 

"** Am dcm voi tieffi then C5Ue« Plabfie. des Hirrn 
CapeUju, Rtkhardt 



temponirte Fugen fehr angenehm iiberrafcht 
\/ -iv'.^n. — 

"; v ie nun aber in disfer fubiunarifchen 
Welt uberbaupt nicjjts ganz vollkommen ift, 
fo ift dies aficirinsbefondere der Fall in Anfe- 
faung der hieligen Kirchennmfik. Ich bezweifle 
zwar die anciervveitige Gefchicklich?ieit des Hrn. 
Cantor Benuewitz im geringften nicht; allein 
als Mufiker fpielt er — utn mich recht gelinde 
auszudrucken — eine fehr unhedentcnde Rolle. 
In den Choren fchreit er nicht felten, und fo- 
gar bei Soioftellen, den Alt oder Discant in 
der Octave niit: in unbegleiteten Recitativen 
giebt er bisweilen zu jedem Viertel den Takt, 
uritl lchrankt dadurch den Sanger zur Unzeit 
ein; zu Anfang eines Tonllucks v^rfehlt er 
haulig die Bewegungj dagegen fchlagt er in 
der Mitte dellelben, obgleicli aHes in gehori- 
geni Gauge, und folglich das Taktgeben iiber^ 
fliifsig ift, aus alien Ilriiften nieder. Man luub 
nehinlich wiilen , dais Herr Mufikd. Tiirk zwar 
die Direction hat, iind das Tempo angiebt: 
weil er aber zugleich die Orgel fpielt, fo tak» 
tirt iibrigens tier Cantor. — 

(Die Foril'etziing kiiiiftig.) 

Gejchiehte der iiblichCien Iujirumente. 
(Forifetztuig.) 

In Berlin ift noch ein gefcaickter Verfer- 
tiger von engJ. Fortepian,os , nehmlich Hr. Ca- 
lix (vvoiinhatt auf deni Dohnhofsplatze) , der 
mehrere Jalire in England gearbeite.t hat. Die 
lidtruuieute find gana vortreflich «md verhalt- 
nifsmafsig nicht theuer#T 

Das Kiavier ift verbeffert von Lemrne zu 
Braunfchvveig 1770 durch gerade Fiihrung der. 
Taften, dnrcli geprefste Kefonanzboden und 
oviilrunde Formen. (Preils bis zu 12 Ld'or.) 
(Die beiien fiiu! noch von Friederici in Gehra, 
Gerlach in Hamburg, Gcfe in Halberftadt, Joh. 
Paul Kramer in Gottingen, die fehr da"uerhaft 
gearbeitet werden, einen fchoncn Ton und 
vorziigiich glanzende Biiife haben , (Preis v. 5 
bi 12 und 1/4. Ld'or.) — OberudorJ er , Schul- 
meifter in einem Dorfe unvveit Darmftadt; 
Frciifs in Braunfchvveig, dcll'en Inftr. Heifsig 
aber nach anderer Men fur geurbeitet find, die 
ihnen zwar einen fanften und angerielnnen,aber 
auch fchwachen Ton giebt. — Paul in Gotha; 
Silbcrmunii in Strafsburg, deffen Inftrumente 
fehr fellen ^eworden find 'und fehr theuer 

bcznhJt wciiien; Stein in Jlii.'^^hurg; Slraub* in iit;i> 
lin; f'oigt in- Hamburg. Auch tlie Cl.iviti'e von 
einem minder beiaiuHtii Jk-rJint'i" l-u<!;JiHdt ^cIkpiiii 
l'choii zu den beftuti, und di(d'«'t /leilio,;; Kiinfilri- 
fucht ilmcii uiiuut luehr V'">llkonuii:uJu i.i km £»:bm. 



176 




Schwermiithig. 



KJage, comp. von Gronland. 



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I! K^g==: 



Ihr ban - gen fchwarzen 

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bro-chtn, S J' g e - ti 



me% Jlerz'i 



III doch der jmatte Solummer 
Des letzten Sterns erblafsitl 
Entwicheh rair auf inimen.* 
Was liebend ich umfafst! 
Nock oft vyird auf unci aieder 
Das JLicht des Hixmnels g;ehn ; 
Ihr Augen folk iiicht wilder 
Dm Tag der Liebe felunl 



t*a 



T=a 



2 1 t^zzzzz — ~— ^ 



Willkommen* lalter Scuauer. 
Dn, Nachtgefl after, dn! 
Willkommen meiner Trauevi 
Im Grabe nur ift Huh. 
Die Tren' im Todtenkranze, 
Getr&ftet nod verfohnt , 
Xrhebt fich da zmr. Glanze 
Des Hinuncls* der fie kxoufc, 



BERLINISCHE 

M U S IK A LIS CHE ZEITUNG. 

FUNF UND VIERZIGSTES STUCK. 



Den n^/len November 1?$$. 



Hm. Kapellmcifter Namnann's Urtheil iiber 

JErwin und Elmire. 

(Brief vom litcu November *) 

ohlgeb. fiir das zugefchick- 
te Exemplar von Hrni. Kappell Meitter l\e\- 
ehardts tfOrtvefli Erwin und Klmire-, wie audi 
fur die Continuation der mufikalifcheu Zeitung, 
hierinit meineh verbindlichlt - und ergebenften 
Dank. Ich konune immer defer und tiefer in 
Dero Schuld etc. — Da es eben To unbillig 
wave zu verlangen, dafs Ein ein alles gefalle; 
als wie, dafs Allen alles gefallen folle was 
Einem gefallt; und aus noch ahdern Urfachen 
ich genugfam iiberzeugt bin wie fchwer es 
ift ein Werck griindlich, gehorig und unpar- 
theiircii zu recenfiren, lb hab* ich mich nie 
in offentliche Heceiifionen iiber audrcr Wercke 
©inlafsen wollen **) fo gerne ich audi anderen 
erlaube meine Armfeligkeiten, wenn He en der 
Miihe werth finden , zu recenfiren und criti- 
firen wie es beliebt, '.dime mich damm zu 
kumniern. Diefem xiach werden Dieielben 

' *V '|» -eJ!i fQ grofser Kflnftler , <bs fich nicht zur 

•■'•■ Bthinae gereuheh laflfen .wird, wean audi die 

t > Welt ^ein' gttnftigeil Urtllb'il 'hbe* einen 'audern 

grofsen Kuni'Uer — was nicht to Rans allgemein 

fcu Teyri Jfflegt ;**-' earfahrt, fo lube ich mhy' viel- 

leiclu »ach dera eigenen Wunfch des Urn. Ver- 

.» falters, dieiFieilieit aenommeu. den Bricfj eini- 

• -. . ii,fp kleine Nebenfacheri abgerechnet » wdrUich. 

. , und xdine einen iStsich ztt ii'udern, abdrtickeu eu 

.-.!•. Men* > .-...;,; .-■ ■ , .. Hed., 

, V) Wohl.walttl Aber der wtodige Hr. Ka-pellm. 

Neumann erlaube „zu fra gen: ob denn etwas dar- 

- ■;■ dm, Weil ei fchwer ift, nicht dennoch Lu. siem- 

.-, lieb glifc » usgef rtlir t werdc n . kdnne y ode*, o b, 

wenn alio Xunftler und Gelekrto fich denfelben 

!<vrundfatZ ( zu eigen nvehten r oder •vielmehr 

angftlich ihre Urifeeile fcuruckhielten'; <u irgend 

cine dffentliche Critik in Kilnften und Wiflen. 

. fchaften geWi wfirdc, die' denn dpch, troliz ih- 

;.,,«» mancherlei Unvcllkoinmenlieit , auchi fehr 

i , viel Gutes und JLehrrsichea liat? — Ich bitte 

t : , JUyrabe? roeia uranfifrgebliclies GlaubeM»belisniit. 

«*fo im 048*11 St.d. ,2. c»ch»uklen. ##4, 



giitigft verzeihn wenn ich' mit diefem Gc- 
IchaLte des recenfirens mich nicht befafse. Be* 
darf denn aber ai'.ch wohl ein Werck, das dea 
Nahmen eines JleichardLs tragt einer Recen* 
lion urn bekaunt und empfohlen zu werdenf 
ich meine nicht, denn die Arbeit lobt den 
Meiller. Diefe Arbeit unlers Reichardtf hal 
inir fehr! viel Vergniigen gewahrt, und ich 
ziehe diefes nath meinena Gefchm&ck) viele* 
feiner groisern Werke die ich kenne, vor. 
Es find herrliehe harmoiitlche Stelien, eino 
fchimer als die andere, darinnen, die ange- 
nehni uberrafeben und tie f gedacbt find ; gro- 
fer, ieidenfchal'tlicher und doch naturlicher 
Ausdruck des Textee; fiilse, fchrtne naive Me- 
loclieen etc. und man fieht durch das ganze 
Weick, dais es der wiurdige Herr Verfafser cost 
amore bearbeitef hat. Ich liab* es 1'chon etli. 
chemahl mit der Demoilelle Schmalz durchge* 
gangen und immer neue Schonheiten entdeckt. 
Ich mache mir's zur Pflicht diefes fchdne 
Kunft Product in, meinen Kreile bekannt su 
macJien, und wi'infchte wir batten hier ein 
deutfehes Theater um es ganz und vullftan- 
dig horen zu kdnnen! ^— Mit vorzitglichftw 
Hocbachtung etc. Namnann. 



Uetter den jctzigeii Zuflatzd der Mujik. 

in Untie, 

-. - , _(Fortfe«.vjung.), ' 

Das Sitigeckor ift ebent.dls eiend, oder 

tlqch fur die ziemlich grofsen Kirchen in Halle 

viel zu fchwich. Denken Sie fich in jeder 

Stimme Einen Sanger, der die Noten trifft, 

^anef aiifser diefelit ribch ' einen zweiten, der 

■gewohiilich ftunun dabei fteht: fo haben Sie 

,einen BegriiT von der Starke des Singeckorei 

in Halle, fo Wie es bei der Kirehenmufik zu- 

fegeri ill. Wenigftens habe' ich binnen zwey 
inren hie mehr, als ^ochft^us ,ao bis is Sing- 
fcHuler auf dexn iQhore gefchen. Was kann 
nun x* B. das Handelfob© Halieiisja mit fo 



»78 



wenigen Sangern In einer 'grofsen Kirche fu? 
Wirkung thun? *) Selbil bei den Choren, die 
gewolmlich den grofsern Theil der biefigen 
Kirchenmulik ausmachen , hort inah i* der 
Feme nur dje guf befetzten lnftruniente. Der 
5age na£h foil ^vbr einigen Jahren ,, als Herr 
Mulikd. lurk noch Cantor und Schulkollege 
war, das Singechor vortreflich, und ungleich 
ftarker gewefen leyn, als gegenwartig. Schade, 
dafs es eigentlich unter der Aufficht eines Rec- 
tors fteht, der zwar ein fehr guter Schuimahn 
feyn mag v aber vom Ckorwefen gewifs nur 
wenige Kenntniile hat. 

Jetzt noch eih paar Worte von der Kir- 
chenmufik in den iibrigen Kirchen! Zu St. 
Ulrich ift Herr BLithev Organift. In Riickficht 
feines hohen Alters* verdient er einige Scho- 
oling; ich erwahne alfo wei&er niehts von i Inn, 
als dafs er iiber alle Befchreibung elende Kir- 
dienlHicke giebt, die* fogar von elher konig- 
lichen Capfciie ausgefuhrt, hochii eknd blei- 
beh warden..- Ybttx Mlmher felbft kommt mit. 
feiner Orgelbegleitunggewdhnlkh ein Viertel,' 
eder bei gefch winder Bewegung wohl .einen 
halben Takt hinterher, und zieht in Freud 
und Leid i6j 8, 4, 2, Und 1 fufsige Regifter 
ziigleich. — -. .' : 't.'.\ 

In der Moritzkircbe find die Stiicke, im 
Ganzen genomnieri, weit belter j dagegen iiber- 
tat'bt Herr Org. Mcitishaufen die iibrigen Spie- 
ler und Siinger init feiner durchdringenden 
Grgel fo fehr, 'dafs man im Schiffe der Kirche 
von kemer Violine etc etwas hort. Selhft bei 
einer Befetzung, wie z. B. die 1784. bei Han- 
dels Gedachtnilsfeyer in London war, wiirden 
(tie fammtlichen Muiiker ihre aufserften Krafte 
anftrengen iiiiiifen, wenn fie bey dem Getofe 
der Orgel, von fich felbft. etwas horen w oil- 
men. Uebrigens driickt Herr Meinshaulen beim 
Choralfpielen Berg und Thai, Sonnenfchein 
und'Regen, flagel und Mifswachs aus.— 

In der Vorftadt Glaucha la 1st fich der Herr 
Cantor Schnell di« Mufik fehr angelegen feyn; 

. ,*) . Ift ;es niclit ssiiift Bej.immerri ',' dafs die Klagep 
1 \ iiiber die fceiitigen > Ichlecliten Singechore you 
*llen SeitiBii hev gleich ilavk erfclialleii? Ilider 
Geift unfers Wenig fiommen Zeiulievs, oder die 




der vergroTserie M ohijtand der Handwerksleute, 
. die ;iJne Kinder nicbt .mthr, zu Clioreu auhaltett, 
dai M Sduild o4eK W4* foiuH? Dies vordieiwe 
Wdftl cine Uitteifiic1i|ink '; *leim die geifilictie 
Miilik koWirtt rfadriicJi • lhuner mehr Lerunter, 
jveU 4,lt tl -o s^lui, ttoft.!*ir muht Withi i»n4e- 
- iiiiiii wcrdeu iouueu. ; . t ...,|.. ■ lied.-* - 



y f 



nur fehlt es dem guten Manne theils an Kraf* 
ten , theils an Lnterftiitzung. 

Auf deni fogenannten Neiunarkta find f 
bis fechs, znm Theil fehr gute, Muiiker, die 
aber leider nnter der Anfuhjnnig des ilerrn 
Cantor JDktmann bei cUr i Kirchantnuiik fpie- 
len. — Das ift alles gefagt, was fich fagen Ijifst. 
— In den TefonuArten Kirchen haba ich noch 
nienials Mufik gehcirt. Nachftens befchreibe 
ich Ihnen, wenn Sie es verlangen, nut glei- 
cher Frekniithigkeit unfre Konzertmiifdi, (Wo- 
zu ich den Sacbkundigen Hrn. Verf. im Na- 
men des muf. Publikunis angelegentlich anf- 
fordere. Red.) 

Ueber das Manheimer Orcheftsr. 
(Aus einem firiefe fortgefetzt I Jiehe 42. St. d. Z.) . 

Unfer Otchefter hatte lange einen unbe« 
ftrittenen Vorzug vor vielen andern Orcheftern 
Europ ens. RLii^ht allein die einzelnen Virtuo« 
len, deren jedes Inftrument feinen eigenen 
zahlte, fohdern auch die vortrefliche Schule 
des alten bertihinten Johann Stamitz, Vater 
der noch leben Karl *) und Anton Stamitz^ 
trug n zu diefem Vorzuge Tehr viei bei. Der 
noch lebende Concertmeiiter Franzl in Man- 
heiui, der Direktor Cannabich in Muyrchen, 
die beiden Toefchi und vieie ander beriihinte 
aiisiibende Kiiniller waren alle in diefer Schule 
gebildet, wuchfen zufanuxien anf, und fo ent- 
itand der g»«iclie pracife Vortrag, die feurig© 
feelenvolle Exekntion und die Gleichheit im 
Bogenftriche, worin das Manheimer Orchefte* 
alle iibrigen ubortraf, und woran as leider jetat 
vielen Orcheftern fehlt. . ,, 

Eben fo zeichneten fich die Kapellmeifter 
aus, die der Manheimer Kapelle vyrftatMten. 
Wer kennt nicht die Werk© eines Aufchels\ 

*) Sein Hauptinitrumcnt i& bek?antlich die Br»t- 

fdie und die Viole d'Ainour. Al» Inftriunental- 

kompomft aber lit er am bektnntcften ttnd be- 

hebteiien ucd noch jeut wird er far jede feiner 

;'... neuen ah unfeiH Berlin. Hof eingefchickte Kom- 

Eofitionen vom Konige feJir anfeJiiilich besahit. 
febrigeiis lebt er aufser wirklichen Dieiulen, 
Weil lhm iede Veibindung folcher Ait cuwider 
eu feyn fcbeint. Man. hat von ihm ganee haibo 
Dutzeude voa grofsen coiioertirenden und ee- 
Wdbnlicben Sinlbnien, Violin - und Bratfcbfn** 
concerts, Violinquartetten, Quttrtetten mit Fid- 
ten, . Clar. Hob. Hurnern cite, Fldt«nconcerte« 
, Violintrios und Duos ^tc. ' Von kitten weuigen 
Siugcompoliiiontu ift wolil der SelUaiskeit we- 
. gen jene grofse Petal- und Anjtruiruntalmufik 
,TOerkwto.ti^ A die er ».u Fanklurt i. M. mit 
Dekuratiouei- , kiuiitliclien ;£iictivlitt(h£e<t und 
figer mit Kanotien aufgehihrt ku. >>■ '^ £k. 



eines Grua (Vater des jetzigen Rapellai,. Gnja , ., 
in Mfinchen) eines Holzbaiikr (Schiller ties ai- 
ten wiirdigen Fttchs) mid eines Vogler ; MUn- : 
ner, die fich dui,ch ijue Kimft ausgebreiteten 
ftnhw, erworhen haben. Eine ffendling mid 
eiri ' R'aaf- im%. ebenfillls? %u bekannt* ,als dafs 
fie j^och Ex-warnming bedurften; ' : * .'■■*' " 
L ,, Ate der. .Cb^fiiHl: > Eakm* w ^ai^ast^de ' 

die Kapelle- getrennt ; ein Thsii Vlerfelben blieb 
m ManHeini, eiri' Thcil kam nach Mimcheri. ' 
Durchdh|fe Trennung verlor'ab^r diefe. fo vor- - 
ziigliche Jtap*elle \ r on ihrein alten Glanze. TDer 
Chm furft err&htete das Manheini«r National- 
theater ; das Qrcjieftey dcllelben lollte. als -eine 
Pflanzfrh;.j?c fein«r grofsern Kapelle angefehen 
werden; allein durch die Verfetzung der Refi- 
denz von Msnheim nach Munchen ward die- 
fer Plan vereitelt. 

indeifen find doch ncth jefcet in dem Or- 
chefter des Naiionaltheatera Kiinftler, die einer ' ; 
riihmlichen Erwalmimg wiirdig find. 2§ii4i'~ 
Fraiml , Direktor deilelben , kenni Deutfcldand * 
als grofsen Violiniften , deflen fclioner grofser 
Ton, welchen er ans feinem inftruntcnLe her- 
auszichet, wenig feiue* fleicben findefl mag.*) 

Der Corijepetitor ii| Hr^ Einjberger, ein ge- * 
lehrter grimdUcher KeiitrapUnktlft und Schialer 
von fogler, 

Der Violoncellift Hr. Peter Bitter ift niche 
nur Virtuofe auf hiineih lriftramenbj tfoiidem 
audi Ton fetzer, der fchon verfchh3dene> Saehen 
von feiner K,ompofition in Manheim hat auf.. 
fiihren laffeini Hr. Marconi ift ein vorttcfii- 
cher Contraviolonifi> ;-? , Hr< K) %.ax\ l \ ) /We7tdling 
und Hr. Heinrich hitter, beide brave Solo- 
fpieler, dirigiren abwecbfelnd das Orchfi^r. 

Bei dert' Bla^ihrtruiiienteh- *eich>ten fich 
befonders aus. Ml. ' Apjrfd* '.Mixkvi.qti ;-JR««e!|r Hr. 
Xiicola auf der Pbpe:' 1 Hr. Muter-. an? ,dem 
Klarineet,' und 1'Hir. Fop i^ii ttev jiingere Hr. 
Frimil auf dem Home. V r '■><■'< 

Tphigenie sn Tauride von Gluck 

Ift im Berl. L. Concert in •z'weien Abthel- 
lungen, nach einem fehr gliicklich : unterge- -i 
legten deutfehen Texte (von Hrn. Sander in 
Berlin) gageben worden, der dem Alxiuger- 
fchen in Ablicht des fliefsenden mufikol.' Ver^ 
fes nicht ailein, fondern auch, was die Haupt- 
fache ill, in Anfehung der genaueren Corre- 
fpondenz der Verfe, bis auf einzelne Silben 

*)Ein weitlaufdger uud beftimmter TJrtheil fiber 
ih«i babe ich an gebtn g^fucht im Atesj 8t. des 
nwftkal. WoclunbTatti. 



■70 

>/\>ga£, JV»lft xleai 'mufikalifchen Aixsdruck, bei 
Weitem vorzuziehen ift. 

,«* Allein man wird nach Anhorung fokher 

Verfuche, die ofter un<| leichter. yerui^lucken, 
als gliicken miiffen, jiieh* tind "iheir^inne, 

-d»fe G3yuckfdfte-Op©ra« in%velcjien- ein eigfine> 
Geift, v^ehl:, mid Tdiehrl eineiri Stil gefchf ©f 
bsa i»\ld , #r von ;de|n heudgen Narrenftil 
tmen'dlich abweicht, durchaus ein eigenefc Stu* 
diiiMi, fo wie eine. eigerithimiliche Darftellunij 
grforderrr, ^nd dafs, well fie allein fier dtzp 
grofie Theater |earteei^et ^ findj bei jedejr i?n* 
dern ; Behandiung aufser demfelben , ' febir ipej 

, urid;^ man mo^wbhlfa^ 
effenz von ihrem Wefen verloren gehen iniiftU 
Wer das nicht begreifen kann und auch von 

folchm Werken der Kunil \n$rfangen will, dafs 
fie ffch, wie der Cornelius Nepos exponireK 
laflen rBltettf dem ift nic%t w z« hel|en. Ma% 

- fiihlt rreilidi, bei qoncertau^uhrun^Bn ifvif 
beim Spiele d^JBartlffirlaiii CldtiejrX^| T ^ » 
fse und Einzige der Ghickfchen Mufik flurch| 
aber man fiililt auch, dafs das hur durftig cra»; 
yonirter Setetten ift, # und dafs es beffer ge» 
fliari w3re , dieten-grofsen Geift -wit *-&iifet 

: , Stelle %\x iaffen, den er felbft fekien Werke4 

' anwieM. - ■■■'. - - -■• -- ■•-— —•■•I ! 

Die grofse danifche Oper- und CanJinef' 
fiingerin, Mad. ! &erihelp<ni ift unlan|ft auch 
in Berlin gewefenj hat fich aber p,u$ in euiem 
Covicerte bei Ihs-w Msf-. der *»g. l^iinigni hd- 
ren Iaffen. Mh laJetT'ifartfr fchSiieri Stijume, 
ihrem gefdaiisck- uad ausdmckaVollen Nox» 
tragc » wekhen lie mit einer grofsen Fertigkeit 
verbindet, aile Gerechtigkeit wiederfahren. Sie 
hatte dasUnglftck, daft ihr ida-j» erftfttifl m ei- 
ner Arie einig^iTo«fli<Vfrfagteni | allein; ^ifre 
grofsmiithige Kpnigin, zu edel und zu Tehr 
Kennerin des Slcuohen; hSrte fie nbch eMmal 
und entliefs jie mit d«m fcbmeieheWwften 
Beifalle. 

,,, '.-:(■,■■ .-(■>• Ankundiguvg. 

Ick kaiidigft hicrmit das zwcito Heft mcinev #/»- 
fMetk 1 CMvimhder Mi, mit dcren Druck ioAetcb. 
der Anfoiig gera^olit wertlen foil. Nach dent (Wen 
Abfatze des crften Heftes und dem fchmeichelhaften 
Beifalle au.fobHefsen, der ihm geworden ift, wcrde 
ich auf eine rergvOfserte AiJzahl Subfcnbemen Oder 
Pvanum. rechnen kdnnen, und dieferhaib letze icl» 
den Subfcriptionspveis nur a»if M, Gr. und yerfpreclie 
nocb mehr, als vorher zu liefern. Collekteurs er. 
Julten.ilaj, 6te Exemplar frei. Man kann pranum. 
oder fnbfcrib. in der neuen Berl. Mujikhandl., wie 
auch in iedcr andem guten Mulikhandlung. 

C Sp»%ier, 



>8<* 



Die Rofenknofpe, comp. von C. Spatter. 



, Sufs und freun&Uch* 



•x. 



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■- r-+— — r^ -~-* J - +-" — ■ — E — I— — ■S--4-y^y-- l »,, -- ,| JL .>^_pZIy^ 



Oil fii - fs^jcKo-ne 116 - fe, du{ nijt Ltift betracht'ich dich — baity 







-H~. 



auf- ge'-blalitmitl nochhalbru, acli! la - clielft du' auf mich. 



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j'i ; uDu f4f«e, fchpnsRof?, dui 

Mif Luil bettaclu' ich dich -- * 
., . ffalb aufgebiilbt und tipcli ha^li' »u, ', 
■ ; • Ach! iachelft du auf ttikh. . , 

fi'»-> ; i-iV..-S'i.'.?f.'i*>!-.' (-.?;.;.. . ;;; ;;i: ,,. ;, , jY 

^ f f^lfeliy {glan>«ndi ! iieblich, fchOiili >■ 
i, -. .Die fchliiuen, WeiU fcluneicheW dir. 

•» 1! .^il*|«ii fie fanftet wshii. ;?.„; ; ; u .Li:.; 



. . Doch. tvtue ; audit i . waul . 6&ie nitkc « i 
Dich ihrea Schmeichelci'n! 
Dcr Tag iteigi auf; fein brennend LicUt 
WirS dcin Teuderben fey«. i ■ 

Im M<?rgcu, mqiner Lcbentioit j 
jBlfth* ichv den KnOfp«ri gleich ; ' 
Noch i/l mein Herz an Frohlichkcit* 
Und fiifseu Wiinfcheii reich, 



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W,^i:;v' 



>M-^. ■ '1 ':f: ; ,,fl , 
;IJ ';'.': ; : ; ■.,• ■-■•; i ,• 



Doch Offn' ich djcfes d^r JJegiev* 

"/,]'■■ S6 trift i^itoh ihre 6lai' t in ilir' li 
. ^IRtowelkt oin jtinges Her». < ,., 



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3SF 



BERLINISCHE 

MUSIKALISCHE ZEITUNG. 

SECIIS UND VIERZIGSTES STUCK. 



Den %ojlen November i"J$$. 



Mujicalifche Zvgvngel. 

Zu fageru hcrumftreifende virtuofirende Gei- 
ger unci Pfeifer *), bekommt -man im lieil. 
rom. Reidie fa ft aller Orten zu fehen und zu 
hiiren. Es ift, als wcnn die Charlatans von 
Norden und Siiden fidi das Wort gegcben hat- 
ten, die ehrlichen deutlchen Pfahlbiirger zum 
Beilen zu haben und fith von ihnen fiir ihre 
Narrenspoflen, die fie fiar unerhorte Kunft- 
fti'icke ausgeben , bezahlen zu laifen. Selten 
ill unter Tolchen Reifenden ein wahrer Kiinft- 
ler; weit ofter finds ganz inittelmafsige Men- 
fchen, die man an Out und Stelle eben fo gut 
und weit belief hat, und weit haufiger noch 
kommen dieSudler und Markllchreier daher, die 
warlidi, liatt dais he mit vothen Horen und 
abgefilberten feidnen Weften vor den Pulten. 
iui Auslande manovriren, heifer thaten, fie 
blieben zu Haufe und plianzten Kohl und Ru- 
ben. Miiflen fie denn doch fdialmeyen, fo 
mogten fie es in ihrem eigenen Revier thun. 

Pa ift' uns nun audi in Berlin ein folcher 
Kundmann, JP'cuzel Pvtrzizck , angeblich ein 
Kaileil- Konigl. Mufiku* aus Wien, aut' den 
Hals gekonnnen, der, urn. eines Bataillencon* 
certs willen, mit ganz unbefangenem Gefidite, 
das keinen Einfpruth erwartet, gar verlangte, 
man folle zu mehrerem Erfpriefs im Concert- 
f a le — etuc fVand cinfehlugen! — Sothane 
Wand fteht nun zwar nodi, aber die Bataille 
hat er riditig geliefert, der blutdiirftige Wen- 
zel. Fieilidi ohne l'onderliche Ehre, wie na- 
tivruch und mit Verluft nodi obendrein; denn 
im Concertrevier fteckten cine Menge Hoboi- 
ften und Tambours, und nui ein paar erlu- 
ftirte Zuhtirer. Allein was thut das emeni 
folchen VirtuofenV Er packt feine Bataille ganz 
erofthaft wieder auf, laist feinen Gehiilfen das 

*) Nadjftens wird etwas astir Notiz fttr relfende 
Virmofen c.tngerfickt werden, die Stettin zu be- 
feliten eedeiikc.a. 



Nachfehen, fetzt fich als blinder Paflfagler auf 
die Poft und fchimpft fich zum Thor hinaus. 

Mag dodi zur Ergotzung unfrer Lefer de* 
Anfchlagzettel hier abgedrudit itebn. Obea 
auf ift ein Adler zu fehen, der fo angftvoll 
zufammengekralit damzt, als wenn er etwas, 
das fich in Berlin fehr gut entbehresi lafst, zu- 
fiirderft verieihen wollte: 

Mit allcrgnadigfter liewilligung wird einem h«» 
lien Adel und dem verehrungswiirdigi'ten; Publ. 
bekanut gemacht, daft: Sonnabends 16 Oct* 1763. 
Wird Uiuerzeichneter iu dem Conceit -Saale der 
Stadt Paris Eiu grofses milttaJ.vifches Concert 
von. einem ganz befbndern Cfejchiuack und reinjier 
Be arbeit ling (a 1 lithl.) zu geben die Ehre ha- 
boa, bctitclt: die Bataille %ei Oppenheim , zur 
F.hru Sr. Kdn., Il^heit des Priiii;t;u I.udvv. von 
l'rcufleii 11 nd der fammtlichen KiinigL tVciif^. Av- 
«ieo. Uiel'ts giofse Concert wird *ui' vier Chore 
vorteilt, von eiuer grofjeu Ai.zahl Wlufici auf* 
gel'uhrt, we{ches kurzlich Wien und rrag mit 
allgenicinen BeiCall atifgenonimen, wie die aus- 
wiiitigeii Zeitungsblitttc'r 'angezeigt haben. Da 
derfclbe, ehe er Teine Heife iiach Berlin tnacJite, 
von der wahren Kunftkennthi fs des Ixicfigen hocli. 
geeliric/ten 1'ublikiims liber/.eugt war (jjehorfa- 
nicr Diener!), fo fclmieickcit er lick im vor- 
aus etc. 

Vorgcftellt wird: 1) eine' grofse Syrophc* 
nie, extra komponirt fur zwey ChOre'von lira. 
Bacli. 2) Die Miui'che und die grofse Kauoiiade 
auf 4 Cli.ire vorgeiicllt. 3) Die abgefandte Sta- 
J'ette dutch Tronipetcr , auf A ChOren vorge(lellt. 
4) Der Sturm und Allarm uurcli 4 Chore. 5) 
Die franzoiifehe Rctirade durgh 5 Chore. 6) Das 
Aechzen der Blcfl'irten, danu eiiien Abni*»'fck 
.durcU 3 Chiiren. 7) Da« grofse Iub«lfeft in 4 
ChOren. 0) Den Schlufs ruacht eine grofse Sym- 
phonic you Mozart, beftfbead aus alien 4 t;k#« 
ren AexJMuficis. 

JSeuerrichtetes Licbhpber concert in Stettin. 

(Brief vom lOtea November.) 

Auch hier exiftirt jefczt ein Lie^haftercon- 
e«it. Lange mnfsten wir eine Xolcfee -Unter- 
haltung entbehren, ttnd cinige Sahre her fcbieit 
der Gefchmatk aji Mufik fait ganz erftgrben. 

""" "Zz' ■•■■'■'■■ ' " • "* 



jfi2 



Im vergangenen Winter verfuchten einige Ge- 
fchaftsmanner, die auch Dilettanten in der 
M. find, durcb die Einrichtung eines Con- 
certs den Enthufiasmus fi'ir die Tbnkunft wie- 
der zn erwetken. \ Das Publ, war *■ dainit fehr 
zufrieden, weil es uberzengt wurde, dafs die- 
fes Untemehmen nicht — wie lekler! fo oft 
der Fall ift — eine Finanzfpekulation fei, und 
erwvunterte zur Erneurung diel'er Concerte. 
Zvuu Beweife dient, dafs die diesjahrige Sub- 
fcription in 6 Tagen vollzahlig war und meh- 
rere IntereJTenten zuriickgewiel'en werden mufs- 
ten, weil der Saal nur 400 Zuhorer fafst. 

Jetzt haben fich nun mit jenen anehrere 
Mufikfreunde in einen Klubb vereinigt, def- 
fen Zweek Erhaltimg des Gefchmacks an mid 
in der Mujik in Stettin iiberhaupt und Ver- 
vol!kommung des offend. Cone, insbefondere 
ift. Zu dem Ende half der Klub, der fich 
nach bel'oiadern Gefetzen fonnirt hat, alle »4- 
Tage (an dem Mittwoch, der zwifchen dem 
offentl. C. failt) ein Privatconcert t wobei keine 
Zuhorer find, theils zur Uebung der Dilettan- 
ten, theils zur vorlaujigen Probe fchwererer 
Stiicke, die in offend. C gegeben werden fol- 
len. Aufserdem find zu jedeiu Liebhaberconc. 
eine Generalprobe imd noch zu alien 10 Con- 
certeh zwei extraord. Sinfonieenproben bc- 
ftimmt, fo daf? z. B. jede Sinfonie drei - bis 
viermal probirt wird, ehe fie ins offentliche 
Concert kommt. Nur auf diefem Wege Uann 
ttiau nach raid nach zu der Pracifwu und dem 
Bnfcmble kouimen , welches fonft bei einem 
zuFanimengebrachten Grchefter, deil'en Mitglie- 
der nicht einerlei Fahigkeiten und Gefchmack 
haben, fo Ichwer zu eneichen ill. *) 

'*) Diefe wohluberdach.e Aijordnung, fo wie ubev- 

... M"pt die -gauze patriotifche Einrichtung des 

Concerts, gereicht deh Stettinern, aha naihent- 

Jich den Iferren Vor/tehern des Conceits, fo 

Wie fie mir fonft fohon beknniit find, dem Krie»j- 

rath Bielke, dem Senates Wuljtcn, dem Graten 

... v. Hack* und dem Prediger Trieft, in vieier 

Eiue. Stettin follte fich gewifs wundern miif- 

, Jen , wenn man ilim fagto , dafs in Berlin Mi 

Jccn^ emiiccs ordemliche Probe zu Conccrtcn zu 



•% • w°,.' — »<»««'i4iujc £if ^onccnen zi 
«ne hen Aeht, und doch ift es wahr. Die ei 
gentlichen MnfiKfr en gros kummmn fich feh 
leltcn urn das VVtfen der Kiutft, ,rm das En 



.Aemble bei Ansfuirmngen; veilafsert fich auf ihr 
bischeu Femgkeit \ remien, tmd 'mu-flen wohl 
?™l ¥&**?»■ th & l * ch «nd Hiindlich nach dem 
Ue^cn.U,rpdt, und d^ alfo nicht mit ga/izer Seclo 
wnd yon nianchem oft gar nicln probirt wird 
and i jeder frofc iit, wenn das fane« ernuig«|ie 
..... Probeftundlein ?u Ende M, wo denn mit uem 
. l^ockenfdilag die Geigen undPfdfcn niedergelefft 
Werden; fo kann m*u fich voriielien, wie groXse 



Unfer hiefiges Orcliefter befteht a us 56 In- 
ftrnmentiften, worunter i2 Violiniften und xo 
Bail'iften find. (Beinahe zuviel Bafs ! R.) Obli- 
gat Spieler giebt es fur alle Inftrumente , und 
mehrere tuchtige Ripienifteii. Unter den Blas- 
in/trumenten find befonders die Horner fehr, 
und die Fliiten, Fagotte und Clarinette ziem- 
iich gut befetzt. 

Um Uebereinftimmung und Genauigkeit 
in der Ausfi'ihrung zu bewirken, i r t ein be- 
fonderes Orchtftcrrcglemcnt angefertigt, vyorin 
Vorkhriften fiir das Einftimmen , fur die Dis- 
kretion beim Accoinpagnement etc. enHiaken 
find, deren Befolgung - ob fie gleich noch 
nicht Itieng ift — fehon jetzt das Concert fehr 
hebt, und kiinftig noch mehr heben wird. 
(Abermals eine vortrefliche Einrichtung! lied.) 

Anfiihrer 4ei Orchefters ift der Mulikdir. 
Haak (Bruder des beriihmten Violiniften) ein 
vortreflicher Clavierfpieler und fehr gefchick- 
ter Theoretiker. *) Er diright abern.it der 
Viohne, weil der Flugel nur eigentlich zu 
Singftucken gebraucht wird. Nur darm und 
wann giebt man dem Theil der Zuhorer, wel- 
dier den tingertanz vorziiglich liebt, ein Flii- 
gelc^ncert zum Beften. Das hier fonft irbiiche 
engl. Pianoforte hat fi.r einen grofsen vollen 

fiiek n Hr H 3rkC T^ V**™* S««ig; indefs 
Ipielt Hr. H. xuweilen Sanaten rfarauf. 

JVldirere Daiuen miteritiitzeii da's Cone 

nut ihrem Gelange, worunter fich eim»e theils 

durch erne gute Stimme, tlicils d Ilr ch Umfang 

der Tone und Fertigkek auszeichnen. An 

Sangern fehlt es bisher noch ganz, fo dafs nnn 

ohne Zuziehung der ( Uior feeler' keine cES-e 

auftuhren kann; da koftet denn deren Vorh*. 

reitung naturltcherweife viel Arbeit _ Znm 

Ankauf tier neueften und beften Sinfonien und 

Mufiken, aus den vorigen und jetz^ c „ Ze iten bei 
una gchen «,f,fl ea lln{ T wie $egr«„ Ut .t die KUc , " 
fmd die man fo ofters d^ifbe fahreu m„rf 
Ach! wie fehr ift doch die heuti'e Kiln I \ K I 
eine walire SchlenJerb^n, fo 3^1^™ 
pofition, als was die Ausfaiirung betrift J 

•\ r -n • Red. 

) fi lit aus einer gnten Schule nnd fein Lioh 
hnzsJtuJwn das, dcs Comrapunits. Schon W 
er nichrcre Concert,, Quartern, Sinf^ien etc 
gefchricben, aber, weil ihm das no»um«rZ V 
m annum f e hr am HeiBen liegt? m r P Za "* 
Chtvierconcert aus Es dm bJtui^l'tri" 1 
laflen DocJi nicht diefes C. S hi„ I S™* 
rahigkeitcn ganz zu Wnr-Vilcn, indtm V, d ? 

fchmack. umi die Krafte gcwohnliche, SpicW 
Ruckhcht zn nehmen. Ho&mlich wird ttSS 
mu geleiutRiu Arbeiten auftieten. . • y 



i85 



Chore .find fur diefen Winter allein 80 bis 100 
Rthlr. beftinmit. 

Und fo hatte* denn alfo anch Stettin gute 
Ausfitliteh lur feine Malik. Fieilich zeigen 
fich auch hier, me iiberall, die. Hauptfeinde 
geiUeinniVtziger * Anftaken y Vorurthcil , Trag- 
heit and Ilubfucht. Doch hat dies bisjetzt 
den Mutlrvder Unternehmer-mcht niederge- 
fclilagen, da fie nur ans numkal. Gemeingeift 
handeln. y. 



\ 



Zuolf Serenaten fur das Klavicr odor F. 

P. mit eiiu-r theils obligatm, thcils be~ 

glcitcnden Vwliu oder -Plate auch Brat- 

*. J c ^ e °d er Violoncell von Anton Hsinji. 

Guo^ne. Aiu'telu. (^i.B.M. il\thl lo-Gr.) 

Kleine Klimpereien fiir Wciber und wei- 
faifche Manner. 

Grande. Sonate pour trois Mains fur \m F. 
I P. oder Clav. camp, p.' J. GiiilL IIakss- 
'ZEit. fliga chez Hart knock. (16 Gr.) 
Der alte Hafsler, der in feinen allererften 
Sonaten fo fcfton efFektuirte, ift zwar hier eben 
nicht fo ganz zu /i«den, denn er thnt jetzt 
fchon xnehr galaxit^ allein aiigenehm unci better 



gearbeitet und mehr voll Harmonien als un- 
ziihlige andere Sonaten und Klavierftiicke s die 
jetzt herauskommen, ift diefe gewifs. 
,An die VolKcr y vQji PVxusigeb. und NaV* 
"manjst. JDresdcn'bei jfilfcher, (6 Gr.) 

Eine unbedeutehde Soharteke in- allein Be- 
tracht. Sicher ift das ein anderer Naumann 
und nicht der wiftdige bekannte Componift* 
der auf dem Titel fteht ; denn fo etwas ScMech- 
tes und Gefchmacklofes , das aus lauter unge- 
dach'tem Hind .ineinpfunderiem Geton befteht, 
und das fo componirt ift, ivie manjeden Tlior- 
zetiel hompo'niren kaim y kann nur das Ge« 
fchreibe;*eihes Anilngeis fey».;l '* ''\ 

, Ariqy. itnd Lieder , in Muf* gefetzt von J. 
It. -Q. MAcuiioLJDT , Orgauifh in :Ui¥ic4 
burg. (Gedruckt in Rinteln.) (1 I\thl.) 

. Gehoren imftreitig , ztt den feltenften, die 
je*zir Papiere gvbracht wurdeh; cteiin e$ fehlt 
ihnen nicht weriiger , . wf€* an. — ^Allem. Ij>a* 
mit man abey doch fgfiett kOnne, wie welt $ia 
Originalitat zuweilen geben konn£, fo fei hier 
einmal eine Stelle zur Kurzweil ausgehoben, 



deren unzahlige ahnliche vorkoiUinen. 
ift fo fch wer ein Chrift zu: 



n 



Es 



i-. 




"" "*' " A *<" - -■ -■'-. - 

Piano. *>.*■•"** ™ 

,_ n-l-ft " n.. 1 tl .1 11.. J "nr r.l. r. . S 



Pabll, .Probft und Abt und 'Bi-fchoi' tre-lcn 

(Der Bafs hat auf G fortgehende Achtel.) 



Driiber ftebt una: ern 



l — ..»««.* »«i»i jinfi. vrtifiJiaft ; aber wir 
wollen den fehen, der,,Herrn ~Machhoidt felbft 
ausgenomihen , clabei ernfthaft bleiben kann. 
Unrecht ifts auf alien Fall, dafs der Fabft nnd 
Trobft, wahrend Abt und Bifchof ihr Mafs er- 
jhalten, mit einein Achtelchen vorlieb nehmen 
fo*leUj ;, 

Abenderhfifindung znm Singen beim Clavier. 
In Mufik gtfet.it von Mozart. (Altona 
hei'UdcMianii wM'Gundermami.y (6 Gr.) 
Wen Stellen , wie diefe 



*-• 



-f- 



■« 



FHP--1 



1 ^s^.jzp 



— A- 



bo ■ entflielin des 



(rt2bfc 



^m 



Sttindcn 



Le-bens tcliOnftcn 

nicht in fciner Abendenipfindiing ftSren k5n- 
nen, der la be fich dran unci preife die Runft! 



Gefchi^Jite det 4 iihlichflen -mujikal. Iiifwumente* 

i (Ettitlctztmg.) '.'■■"._■ \ 

Das Pedal an tier Ilarje hat em Deutfcb'e^ 
Namen« Hochbrucker 1720 zu Donauwehrt ert? 
fuiulen, wodurch -dies InftruHient fehr -viel ge*. 
wonnen hat. Man fchreibt cUefe Erfmdung audi 
, eineni Anfpacherv J. JL Wetter 176 o % imd einem 
Organift Semtnler zuXating 1787 zu; allein difeps 
iit unrichtig. Koch andere Verueflei'Tuie;en haben in 
den iieitefi^iZeitenhinzugeUia n Cou/meG« nnd Kruvmp" 
holt zirl'aris, fit -vrekhett vorTiiiglicJi *in Pedal . lmr» 
Tone und Piawo ^ehtirtV. (Es ill eedoppch; durck das 
eine ofnet er /Fiiifenweifo gewifleXlap|Joii r wiid,ufrcU er 
den Ton nach und"ntc*1ji9T:timForl*9tl«t»Trnw«^ifoa 
laflen, ihn vcrlangenv und wellpufuiniige Bcwegun- 

feii heivorbringen jiann, 'Durch das andere Pedal vvev- 
en die fiavkei 11 Saiten mir. einem Stieif BttiWleder, 
die zaiTern mit pinem feidenen Bimd* bedeck*, mitbin 

wei-f 




eine grofse Harfeiii/tiii , febt jetzt in I<ondon, 



184- 



LarghettO. 



Ludw. Aemil. Kunieti, 






f — i-q — i 



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t— . it. 



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Sittfcfe: 



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§39 








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inttnn nfy ni'rti iil'in 



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- 1- BEn.Li.Nj&GMR ....:. ,',:'"'";;:';y' 

USIKALISCHM EEl*tJM0. 

• — ■;; ■■^IEB-ESP -UNB VIERZIGSTES STUCK. • • " «V> 



*?. 



/?£« /**« December ij$3. 



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m il** 



"***• 



.;'■'' * Uebcr dteMujili in Halle. 

'•' " (An <Uhi Red; der nmfikal. /kitung.) 

Sie SvonTchen (tin 4'4-ften Stiicke der feeil. 
inufikal. Zelttftig) rlie Fortfetzung des Auf- 
ratzcS iibcr die Mrifik ." iti HaUe zie. erhaiten; 




mgen 
zutbeiien. 

t , Seit mehreren Jahren iind linger der Di- 
rection des Herrn Mufikd. Tih-k jedenVVintei- 
lundurch, wenn ich Tii^ht irre,' zufamnien 
etwa zwanzig Coricerte gegcten wOrdeii. Den 
Preis (hide ich, nach VerJiaknils der Koftejn, 
Un4 inifc -ilenv I'rcLfB an verlcluedei!«n andern 
Chten wejg^MUeij, foiiin(«ej,lt lUiiitdig, dais .beide 
Entrepreneurs iiur fehr wenig clabei gewiTn^n 
J^mnen. Der Heir Secretair, Afeiwiiauif ift 
nehmiich zweiter Mitunternehnier des Con- 
'certes, und^eiurgt dabei, Nvie.es fcheint, yor- 
zuglich a lies* das, was dieOeconomie beBril't. 
( ' " Ob Heir Mufikd. Turk mehrbre yoi trefl/che 
jSt^cke fiir die Kii Uic oder ftir das Concert be- 
fitzi, das wiirde iih nur erft alsdann, wenn 
ich mich iiinger in Halle aufgehalten hiitte, 
ftilf^i^'e'rliifsigkcit: beftimmen v komien. So 
jyie^ ill indeffeu gewifs, t dafs fein Vorrath an 
$ttag4Wkcn . Fttr das Concert ebenfalla unge- 
mu^Uoh'grois. feyn mufs; Wenn iher em- 
^bln^Mi^lfedeje'des' Concsrtes gegen die Wahl 

ffl^yHa* $fa$K 1>ard ; diek, baW jijnes, 
ehuuwpndon sha,tte% |o . war, inir das gar nicht 
anerwartet- Berai welches verinUchte mufi- 
fcalJftJfee PnfeiilmtHi "nbethanpt ift vvolA hrii J . den 
lJnteriieiiii?iprn f hi jedeir Rikkfich't ziifrieden ? 
IJnd we* ; WiOi «J» .»«sb4^iiiJere , mi IJniverfita- 
*e» i wo fo ■: viete 1 junge Manner a«s verfchie- 
ftanten Gegenden wind y©n verfchiedenen* Ge- 
fchirtacke znfatfinifen k/ottimenj jedesiiial Allen 
zu Dank inacheri? Aiit kliiglten ift es wobl in 
folches* falie, fith je zuweilen audi nach dem 



grafsern Tlieile der ZnlaSrer xa bwjuemeai. 
Und dies thut Herr Munkd. T, fehr weishch. 
Denn- gawz gewifs -vfurde ; fonfl? das Concert. Am 
Halle nicht to viele Jab re hindurch Mntusge- 
fetzt zu Stande gekommen feyn, Genug alfo, 
dafs cksrch' wohl iiberlegte Abwechfelitng ein 
fo edtes Vergftujgen , als die Mtififc sewahet* 
befbrdert uhd unterhaiten wordeh i i& V»M 
der damit verbundenen Kinwirkung \v£ Mi& 
Bildung *les Gefckmackes , auf die Vierfeia*. 
rvmg der Sit ten u. d. gl. -vriU 1 icht niehtsi em, 
wahnen, weil diefe Gegenftinde |ii*r auXser 
liieinem Geititchtsptinkbe liegen ■*). ; Mir war eg 
au/Faliend^ binnen zwei Jahren nicbt eta elaQ 
^ig^Brai'na von <Iem verewiglen, imd> rum 
Me deutfche Singmufik uidheitig ifelifi verd£cnu>; 
tm f Holie zu horciK AUeih nacii gaiuiu^etM 
Erkuridigting wurde ich da von ^iberzougt, dalil 
es bishar .atis gewiffen U*tichen .^.vdie vieW 
Veicht kunftighin zum Theii wegfaUen dvirften 
-i- entweder gar nitht inSglich^ ©der doob 
nicht Afethfant war, em RollilcheS Smgj&iack ,i* 
geben. kh oin dahen in' dl^fem l^iaikte inw 
erft *eit kuraein • wieddi? rait Herrri I M dfikcb 
ffiirk ausgtjfohnt. Daft }ee aiber auch von £ei- 
nen eigenen Cantaten, deren er eine tietracht- 
Wche'Anzahi gefohrieben ha lien foil,* imGsiu 
certe nie, oder doch nur aufsorft feiten, ein^ 
auffiihrtj fckeint iwk eine ielur un^aitige Bo- 



it ■.( 



? # ) Man mufs es. don *n HaUe iStudkoBdcn eu^t 
1 ituhmo jiach^geu, 4# 4jlQJMii«S? ?f<|a ih«, 
}T c „ J /?«f g^sliiiltifclip Cpiiccit beftrchcu, eew6| 
UcU Ml Mn> aitig ilud /afcfWerManl fcttat 
Sa faiid ich es vreitigAens vdf eini|e*i Ji 
'•■■ bfei nuoijuem aweitcn Aufcutiuite is.IIailc, iw»4 
f?U?ft fchon ais^tuden^— • la G^tt^en, h% 

,^ h , ^ e? , ,Ul lwetea I A H poiicertcn uugewttM**?* 
yi41 be!«?W; der Orroeh Hir Cftfceu fferrftn ««« 
das GelciihaA«r deJr vdn-Geckitt abernlt 6ei«»,- 
f . * ten Danufn ttbertiubte febv : oft ^iillig die «»• 
J|k,. und gi»g fo. durcbtsMfifudcr weg>>»l* wex^n 
dpr Fi«r<?Id|iiC^i far eine »eue feneration zu 
Tage will. * _ ' JM. 

Aaa 



b86 



fcheitlenlieiEj wo mcht gaff eia iadelnswiircl'io 
ges Geziere zu feyn. Hers T. swag mux clie° 
leji Gedanken verzeihen. — - 

Wenn ich aufserdem iiber die? ElxirkMayig 
iies C-encQrtes ; r ">di,, .etv/aa. ,bernerken follt% 
was J}icfafc|-'Vpll%^3i»e|raei|:' S^difall'hat 9 fo ware 
ea dies ? dafs darin zu oft grol'se Singltucke ge=> 
fi-eben werden. Ich , befeheide imch. iedoeh 
gern ; dafs in Halle mcht Mufiker genug fmd s 
welche ink Concerten etc. auf einem odes 
dent andem Inftruinente offonj-lich auftreten 
liiiraieB,- ----Aush- ift-.v-erlialtaifsiaafsig der, foaiffc 
haufig befuchte , Saal jedesmai xiemlich leer s 
vienn- epsdfogenannfces Init-rtfmentaiconcert ge« 
gsban wird. Man fieht alfo \vohl', data Herr 
1S/-A. -gewsfler-mafsesm gsz-wungen- ifty faft in }e« 
eler Wo.eh.6 mat ds:a Sangem em Singftiick 
^iihfajii: 6inzui$ud£r<3»* — .Der neiigebaute Saal ? 
auf welcheiij-: &m\ Concert ge'halten. ' wir-d , ift 
Cch^OgvsindiiiB^g •■ungefahr drei bis vierhunderfc 
FerTonen' fallen. ,.Nur ein regehnaTtsigeres Or« 
elJeftei'Thatte ;aagebracht werden fo.Uen. Uebri- 
gesm.ziiinmt fieh.die MufUc in diefem Saale* 
feefonddi'S < in.-.eiiiiger :Entifernung"Vom Orche- 
flari, rechC gut. aus. 

•-> Nun .izur . Ausfiihrung , der, Mufik felbft! 
©afa die .Execiition- ■. dtrfelbeuj '.haqptfacblich 
was die Inllmmenie bet-rift, mcine Erwartung 
"foes .jwekemivfcbertraf ; inufs ich .zur . Steuer tier 
Wtahrheit-lagens, Selfou der , an fehr.gute Mu« 
fik--'gqwiihntej Herr Capelhneiitcr lieichardt s 
welcher > tli&iida^i , Welti er- etc. -ilaoi'te:, -war -jiiit 
der.' ' Ausfiihrung un^exnem zufrleden. Ea ift 
iiv.«ler -That zu bewnndeEU , wie Herr Muilkd». 
Turk die.?Sf:adtmuiiker and eiriige Dileteanten 
»*.w - szii. ; weldhwi alle. J-ahre . gewoknlich - niehrere 
der ; : ssi; : Halle ' Ihidierenden .Herren -men hinzu° 
koiinssen <— : dahin bringen kami, dafs be jiichl 
Biir tint Friicilion fpielen, fonriei?n auch f© 
aieijLlieh.. in den iedesuiaiigen Sinn der--Coiu« 
polition - eiiidiiiigeu. „Man jnufs (fagte miir 
eiri- . Frennd.) ..bei' ein-igen Proben zu'gegen ge^ 
wefeu feyn,, v.m lich dies erkliircn zu kunuen. 
Welch ■ tiin.'Ohr'iiafc' Hers- Tiirk'- etc. Ich felbft 
habi6 : ! zwar foie einer Probe beige wo lmt; aber 
cf$s nit^ft .' icb fdgen ; Wer ihn nicht fiir einesi 
loi'aiigiichfB Director anc*keiiiien wi|j & der 
Iwwsifg - -sn tived er> . -si kkt ,. .was. aigentlich-.-daais er» 
I'o'rderfc wird, odcr er h?.t riiedrige 'Abifichten 
.<j{abei<.' So yiel li\\t ' jed'pcl^ beka^Iit lit, |>iebt 
.mi\i.>, ci^jft.^i-jiiig ZU} jdalff ,'iHm' _ M^ilikd. -^Titrk. 
•uw\ die il-'^i.befferajig tldr h^jiige-Ji^Mulik- nn» 
be^wellek-e'V^eioseTiitt; babe. Ik-ii Fliigel fpielt 
>'r f^lber,' Unci z'war i:^i" -' rr-'f^jjehft^r D{scre» 
tioBj'das hcifst. Er klxwc^ ? ' wo. man iha 



n„ 



t t 



xiicht lioren ffiiagp '«<» i 'td t 'ui 

tung deiu lahalte rnp»fi.c»'»"M i/up f ~ 
Sanger .mitcrfbatzt ei z" s ts: f be. i<- t f 
cliiixh - cler Zuhorer aicbt gciton '« ? 
von inaneliRin Gpne^" 5 l tl re oiJ< r 
Sfufsbrauchte s unci pfl b at s\'c<-f L 
peggiren hoit man von »bui b ai ii*fi t odct 
doqli niche zpr Unzeit. . Bci %oiltJk.nd„n t r t,iK 
lern weifs er das Orclu?fler fait unvennerkE 
wieder in Ordnusig zu b'ringen. Wur emmalu 
siehmlich bei der fchand'erhaften Scene im Don 
Juan, wo der Geift erfcheint, wolke riies 9 alletr 
angewandten Mi'ihe ohngeachtetj, bei dem Ge^ 
raufeb. der. Inftrumenfce nicht fogleich gliicken. 
<— Dafs aber eheinals, als Herr T c fich dureh 
Umltdiide gendthigr fah, die Violine zu fpj& ? , 
ler> . Sie delfen Stelle beini Fiugel mifc al]ae» 
ineinen). Beifalle ver.treten haben p erfuhr icb 
erft in Halle von ineineni oben erwahiitea 
Freuude. Zugleich erinn^rte (ich dieter grofse 
Miifikkenner xioch mit Vergni'igen an Ihren 
edeln und hochft ausdrucksvollen'Gefang. Fafc 
kann ich es ihnen' niclit verzeihen 9 dafs Sie 
mii* Von diefem eheuialigeh Engagement aio 
etwas fagten. *) 

(Die I'ortfctaung liiinfiiij.) 

*) Ich nJime hier Geleo;eiiliL-it, meinein Frenndo 

I ink, ucr nur ;ils rfiii-ient mil Rash mid Tli.it 



an die Hand j;iii 



uifl . 



- - :s gv n .1 it en 1 1 U i i • ^ n ■, , o e 



, und IcliiiHiciiclliaUcni Zutr.uiun, nm wtlchcm 
%v inir de.u FIi^jl-1, iclbli ?.uv ik^deihti:^ , JU a p." 
dcllch'jr und B,u Jiifclui Oratoritn "uhtrJiuis ; ich 
circa etwas ii< liurn Takt 1'iil- lioJic.--'; u„J zl ^ 
fitHMiiciigiTi-izterc.: ft'lu/ikartt-n, tint- zic-mlioJic Ferl 
Ei^keit in dtr L'jktiue von I'amuux-n tmd ciiii^o 
•laherc Ik-kniiiurcliali mif der iiinern OeLonunuo 



jia 



des Conipoiiirgelchal'ts vcrdanl.c 



lie! 

a 



:.\\ 



dies (iffcjnt- 



iciio GeiiandiuCs iiau eisies forinlidieu DimJ-p 
niV.uftelien. ■ Hr. M.ilikd Turk ill «i„ O ~ v ol'sw 
inid ieuier 1 liooietikcr; feme «nz.ihli."- ( -u llmcv- 
haliunpn Vilicr, Kni.lt Jjabeai niir mdu- ,Ninr.«^ 
|cL.i-aclu, als das Siu.uuin der Jiuclier, uiul die 
•Eindri'ickc zin.rft !)tiiclui»;i iind befeftipt, vyelche 
snir-die iViiht- und 1'ongeleut.u Bekaiisui'dta'h. We 
den belti-n M„iiken der. cJit-Miftligen ^rof^en tiipyi'i.i 
sa Berliis and in Ilyinshevg, tiiid d'ic oliadcsn (n<, 
fclione Berliner Concert - und Kirclienijs^filvoii 
bci dem Aiuiit-il '^aben, wclcken ick als'San-ri" 
dra-aii iielimeii muiste. Das mnt. Fiiblxlntir, \vvl'b 
mir finmal ditfec Won, van mh Lelhli /«(fprn" 
cjien, jrcwoil)^!.,,,!^ .iU.Ji^siB.ifadiHtJi- ^/.Mijfs Y--r, 
lagt s wtil.niaiicbe nicke reclit bcgreil'cn au kifji.^ 
ivn. fclicin'c'n', vyie man eroisere iVlnkkek, P^v- 
titnrtin-'etc. foil '"befidlieileii knu-ien, ohnc 'fcibfe 
welclie b«3kaiiiiE:{;t>8 J iuidi.t'.su--J^ibcn, \vi«\voM. fe 
iiunier ni<«;ii'^: bloibt,. dafs niTrn jp, Vi/ ; olsI nack 
allerSei Vcrl'ucbc von der Avt Mljlt /rotuacht iia- 
pen koniu;, ohnc ix<i grade deni FubL ?,ur SeliaH 



Ausjiehben fi'ir die Mufik in Magdeburg. 
(Schreibcu vorn i8ieii- November.) 

Xch erinnere' mich , in emem Stiicke Hires.* 
imifik. Zeit. (im 8 ten} gelefen 2ir'iabe» 9 dais 
swan fich fiber, den.hieligen Verfall der Muiik 
i'eit Rollens Tode und fiber. unfere erbarmlio 
chen Singechore beklagte." Im Ganzen iit dies 
leider wahr genug und nocli jetzt nicbt viel 
Theffer; doch eroffnefi fich. gsgemvartig erne an- 
genchinere Ausficht ? -welche den hieligep. Mu.= 
likliebhabem gate Folgen erwarten laist. 

Es gereicbt nebmlich den Mitgliedern der 
Freimanrerloge zur Ebre » dafs ilj nfern Hvn. 
Organift JUuller erfucbt baben 9 das dicsiiibrige 
Winterconces't., auf ckun Logenfaale zu dirigi= 
.yen. Sie kennen diefen jungcn Mann ichoxij 
micht bios als iiberaus iertigen und gnmdlU 
cben ■Clavier- und OrgelfpieleiV der -—em ge= 
wifs hocbft feltner Fall — im galanten und 
gebundenen vStyle, fait gleiche Stark© beiitzfc, 
londern audi als einen Coinpoiiiften , der tbeils 
fcbon jetzt nnerwartet viel leiftetj, th'eils far 
die Zukunft nocli weit niehr veifpritbt. *) 

Dafs die Direction desLogenconcerteo {lurch 
„fbn i'ejjr viel gCwurmen babe,, Li I si- Jich .demo 
stadi ieidit. denkeii. Dies zeigt ifith in der Au3~ 
'wald der S'achen und der Attention und Accu- 
ratelfe der Spieler, die hier durdiaus einen 
Dirigcnteii haben miiileh-, "dem lie in keiuer 
Riidtficht ihi'e Achtnng verfagen konnen, weim 
ijstwas- ink ihntii anrufangen I'eyn foil. Der 
gute Erfolg feiner Ennidiltmgen iit audi gleich 
5i!i erft'en Concerfce auf jstehr als eine Art fiibk 
bar geworden. 

Hr. M. kann die gerechteften AnTpriiche 
a»f den D:ink> des Magdeburgfchen Publikusns 
jnachen,. theils d.cr unveikennbnren Mfihe w_e~ 
gen j die er ilch giebtp nldift mittehnais>ge 
Spieler, denfcn non phis ultra as bisber war-j 
eine Pleyellcbe Symphonic vom Orchefter her- 
abzudoiinern, zum Vortrage Mezarti.dl"<i* %•-- 
xfriir fahig zu inachen ; tbeils wegen. d6Y da» 
ssilfc' -verbundenen feltenen- Uri'eigennutzigkeitj 
da er nacli einer g*mz leicht znzniegenden Be° 
redlining ftatt einigen Vortheils offenbarew 
Schaden. von ,dem Concerts baben muls. 

*) Icb kemi? ihn uberdem auch Jiodi als braven 
Flotenblafcr, unJ der Hr. Einfendcr fagt es felbft 
in einer Sttile , die tin aitfgefuhrtes "Coutert be° 
trifi uiul die icb der JLaiige wegen inni w«il Jfio 
i'iir t'as criifserc Pnbl. weit wciii"er Interelle. als 



Viofienilich vnvii dleteo 
lieben Publico gnte Dienlte le^^i . ^ 
Vertrauen geiagtg.ini 'Puncte dec L '."> 
«;£was verfiimnt ills das — (icii -' 
cheaweiie hier voisi groi'sten Haiil' <■ • 
von der Ausnalnne) ™ bishes. ^ ie 
Wbift nnd einem Glasdien alt<n iV.bci>i- 
dca Vorzue; vor folchen 'Nebenfa 5 '' i <~ ' 



"esifchaften ; \u*b 



V orzug vor 
find Itiinfte und 
eingeraujnt hatj das befondcrs in '''^•th 
Muiik u:n beinah"5o_ Jabr auriick ill o^A -'v. 
uur Stunde Dittersdorflche Wallei'npp^u 
der Bubiie von Gn^kochen subeiclL r r \.'' 
juebr ais ■ Mozartfclie Kraffebruheii gofUi-i? c' 
dem zu Folae audi uniern Mbli-Ji 1 ^'> ^ - 
verkennen beliebfc 'hat. h,s who £o'^^ - c 
i'cliniack in der Mufik allmiihlidf A>luf" - l 
beriditigen, durchreiiende VirfcuoIVn mdu Hid 
mit Stbaden fpielen laffen — .vk d^c b^ l r v 
fait jedesmal gefchelm ift ■=— ns»t" b-^s, 'V (•>, 
legenheit .fiber die, gegen Hrn. \fn*tlt\ I . . 



mc^i. 



gene, grobe Ungercchtigkeit iicb 
vor /icb felbft febamen. 

Icb wiinfebe von Herzem , dais ctsfljillcj 
kcine pia dijideria blfiiben jridgen. ^ 



tzeueK 



fori 



K i, 



Ganz neue Verlagsartilwl cIgjj 
Miifikhuudluiige 

Somites pour le Forte- Piano pi"' 
ctiAiun\ Not ?. efc -2. (itv dr.) 

Wabre Sonaten s im aclxten Oebwi « f 

den Regeln den EixiheiT. gefchikbc i ? ^" <h 
Hauptfatze gut ausgefrihi-E und mh ch\.^ lf f ? 



den Enipfn.dungen !iu einem, angCi>fb"i ou 



( . 1 



tu u 



jfiir Ma^dtbiira iiabcn mogte, -vveggclgflbn babe 
welches DtrCclljc vep.eiJilich IJiiden wird, fulh< 
Jhm audi die zti-JticJi wc^^eJjliebene Dcklama- 
do« Jiber Mozart it was nalie geken. 



zei'i verbuii-lcn warden. Sic babe *t 
Xliarateerj gefallige Melodieenp a^uul 
Modulufcion und laden, ininier wif b (/ -,; * ^ " 
Spiel derfelben ein; find aucb nid'C " '( f 
- Overture/, delV opera Erenuo oi J. /f » 

cnAixnT aqgiuhato pel Chio. ova< 

(10 Gr.) ' " 

Dnrch diefcsn vom Verf. Idhft \f* 
'Clavierauszug iff '" cndUch dci Wtuiwn <. 
blikunis, diefe grofse,, erftaunlkk \A\1 Lim* 
erfebiitternde Oii.vei1.uFCo die i > Tki'nr 
licbeinal ft lion wiederhok woub o ?{ ? f 
nen zu- beiitzen, erfullfc woxdf'n. 

Audi find einfl alkrlicbft f > 
Aiiebba ausBrennus im Gl&m /"«« r "" ,f 
zu baben. 

Der Sticb dicier Sacnesi ii'i rlfbtfg und 
und von Hrr». Aleiizcl in Berlin, dor febon j.uch- 
rerel'robcn feiner UdtVlucklidikeit abgdegt \v.\\ 



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I'aixb'.r, 



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.Etwas Ittbhaft. 









Haher (in Konigsberg). 



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Un - for Gliick niacin Frtili - lick - keif, Sie ver-mag auf Er . den 



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Wind die See - gel 










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r ilzzzbdkzzfzJzzz: :=-te— --=7 -eF 1 *-*~S^4=S~^-3 
1 fcflgp — , --^~:jzzz;zp:zzz^:^™^ 

mor - gen en - den fei . ne Zeit die 



» J —in 1 1 ■■ mm 1 !■ mi l , 1 1 j^t— ■ — * " — w i ■ >mH« 

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!' Seht die {ungon Bltfraehen Itcha 
'"*' l *-- L -fn 1 dert FrubUtigsglanzcy 

Wklilt ei« Maddteu, jiuig nnd fchon, 
■ Sie zmn Hochztitkranzft , 
. , Bricht'i'et' Itofen fchonfte fich 
,v . Koth wij ikre Winger-— , 
Sclmell erniordet fie ein Stick 
Vex- rciboignea Schijmge. 



Dc;,k to gvaii7,cj Lnft tint? Lcid 
Ucbcr.Ul hienteden, 
GliicklicJi dtif, dtun FrO.Micli'vch 
Noch Kiirn Trod bff>»2ueden! 
I'Con.mt cm tJngliick ~ nnr geatacJ', 
Mis der t'ext empfjlilt-n; 
Fur/Liju'vion mid Bcttlerdach 



Sind ibr plcicb empfo.hlen. 



f^, 7$czhow>r 



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BEfiLINlBCHl 



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(H> /7~%. ^j) 



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ACHT UND ¥i: 



.Z1GSTES 









} em 14 ten ]L)e cumber ij$^ 



JEieie situjikalifclie l\vliquie mis den chrifdichea 
Ziciteii Frankreichs* 

Au&er den zuni Gebrauch in tier KJrche 
hefHmmten lateinilchen Advents » Weill- 
Siacht9 = und Neujahrsliedern 'hat ten cliexisala 
clie chriftlrcheu- Franidfen' cine Art geiftiicher 
'fF-olkslieder fiir then ■ diei'e Zeiten und Bege-i 
benheiten $ die itch aber dem Tone nach- von 
Sen iateisiiTcheri' ; ftehr'Unterfchie<Ieny' : andejn fie 
anit IchnackiiclaenE'lnRjiSert- und We»du,rige% 
£"0 wle foklie alter cfeiit genieinereh Haulm 
Mo'de ; 'zii feyn pflegsn.' vterwebfc wkren.^'Ofoi 
gleich diefe Liedcr (Noi-li) mch't in den Tenio 
peln 'gefujigen 'wnrdon, lo h5rte in an fie dock' 
gem anf der'Orgel (pielen , und die Liebhabesr 
Itahien aufi dev ■ libJien • Mello tmd tlen "^ Vas^era 
ttnfeiiffiefiefii n'ach Haufe ■ztm'ick,- 'votrn d«r Ore 
ganift nicht. ein paar davon'Freis gegeben faatte. 
Allein da diei'e Noela nichts l\eligioi*es enthieU 
ten 9 vielntehr die met lien und vielieichi aiie 9 
aiach der fovialen Geiltesltimnumg der Watson j 
init fourlesken Texten parodirfc warep «*■ 'und 
dafs lie etwas derbe und uriartige Parodieen 
liebt, fieht man nodi heu£iges Tages an < 'dem 
Efelsftreich zu Lion -^ lb -fan den lich dadurch 
natiirlich die Friefter und a'le gliiubige Sealen 
nicht wenig geargert und in ihrer Andacht ge° 
Itdrft, Das 'war wohl keih Wsmdei-p wenri die 
Noels fo waren , wie ein geivilfe.s Litkkhen p 
klas lint "tleri* ' Worten a. la 'V'cUim, da Noal-an* 
faftgt und - &in\m&ii ein ; attd&refr-'-'uia^ergelegi 
hatte§ welcb.es aiA.it deji Wbrten .anhuh: 

A la venug dts navcaux 
; Lcs .plus aros font les. plus bcauiE etc. 

Oder ' ein • MiAesm MoM ^ '. delTen, t 4nfangc° 
■tvo'ite'" ridr ■antiallem- ;fisid^ f}af. > Ssaa Sefewei^(jr= 
'Franzofifcliein EMatekt -pas'odlse. wflr !t r. , mm; :di« 
■ail slen konigl. HausWappen gehorigqn. IiisiidcH-t 
Schweiser lacherl&ch zw isiaclien 9 Mid wovow 
der Anfarae; iff ; ' ' ■'■■ ■■■■■'■ ■ > 



Poia clioiir E15011 Sir Panclie 
Chi chamais ci snanche etc., 

.. ., ■ Das all; 
Bo ib jo'urj, MoHficjar i'Aago^ 
QuL : jnni'ais 'ue snaatge -etc. 



WfiK, 



^i}-|f ( " f |^f;£p p . ..p,yie' b.ei. 



If [f 1 ca, u 



Opea'no. odeff KpuspdienTaailc .ywge<?llf 3 uc ' *t. ; u => 
benheit zu latyrilirehi, pflegte foiche* 5ns/ o 
inein in • der Melodle , dieCss /ocles y lion i\io ( j. 
an thun ., . und fo w<s»fter« Aufse; ffi^ick ijo 
CchalfeA%|it ;dcip Moels in Anfeliung dai WoiiOp 
•waren. ^ipige , noch ,da£U s?,p.t fo fpr&p/-Jjend?.iilH= 
gen M«ldd^een ; veifohen 9 , dafg m&n k&siea 
'SfM.% nothig hafcte 5 uhi iich.in Gedaekesx ira 
dae;i\@ : ich > toller -^ aiisgelal&jner 'Freude au v$r« 
letzon. Allein. cUefe ..leidiefortigG' Watidjip die 
ilets .gcv/ohnt. ge.wefcn. inijcjre facra prohmis p 
batte n;m ei;tnuil (He Noels, iU(\fe geiiliichera 
3cb,v«mke p . lieb .gewonnen und 'weder .Friefter 
noch Devoten. . verniQgte.n .diefclben '. von' ' de>: 
Orgel wegx^bannen und wega'ureufew.,' '_ 

, Man bat ,@irjie'gedriickte SammSnnf»'"clerfelo 
be" nnt«5r, dein, ( Titel Bible das JS?ools v itncl 
verfchied'ene .Organillen B z. B. la JBcgut? 9 Ami™ 
drluUy Gorisltv habe,n iblche nik, VeranderuHo 
gen /fiir . den FAvsgel und die Orgel druckesi 
lalfen., Das (hut, mum zwar.keine v<8randerim~ 
gen. von.; der Arfp ate mis Sebaltsan Bach nbav 
das de|i^fcke WeJlinacutsiied ; vom 'Mimmci hoch 
d/i < : fuynml ivk Jier P . mhpjGiibMh ImL Aber vreiU 
claer Qrfgell^oin.ipo^lft lafyt fich auclt |esnals ©rb^- 
fallen 3 diefetp , grofsen ICiinftiea: es pleicfe fchun 
zu wollesip 'oder ihm mm per Gpproxmmiio^ 
stem .Titickziigihmen'i Seiu wik-dager SoImd, tlmm™ 
niipl f|ilbfl 9 dor'aisf Veraniafswsiug eiraeif Isn .lahre 
i.^Si',' lich an 'Herlisi aufhakendoii Cvaffigtffi&Iiea 
P$aM,8 i9 ; doo franKdfjfehcn . Noel :' Ow /<;?« ?;#j?fr 



atssarlteitete p ' foafc ificli 5> 
_|i?[Mpf|:lfl;e' Ars aw diun. 



Vdr/inderungesn 
fokhaa auf die 



(Panons «n 
©bb 



i?/^ Emcq'VrII#u an 



sgniigfcj 

olme iich in athemlofe 



SQQ 



■fimgleicher Bewegimg 9 durch die Vergro.fserung 
wild Vemiinderung a f. w. zu vertiefen. Er 
•wollte aber auch veriHuthlicb nicl-iti ciileg »-yon- 
feinena Subjcrte fagen , was gefagt* SVerden; 
feoimi o ; , dr. '-higq 2iu ,jIer^al^fiti|pvorgep)in;> 
saeir -<v.c hab'cn ' "Vbeiiifc 5 %li£s-"#as' in feiiieiil 
Subjecte Iag ? in den vesborgeiiften Winkeln 
miszvifpajaen und die'Ituriit zu eiftiliopfen.' *) 
3ch wvmfchte wohl den Ki'mftl-er zu kennen, 
ater ficli getrauete, eine eiiizige'Verand'^rufig" 
snekr, als Seb. Back dargelegt ■■■hat, \h ' clerk- 
Gefchmack mid der Art deffelberi'j heraTB m 
linden. ^ . ( 

Das Original des von femriYiel verander-. 
ten franz. Noela,' von" TelrieV S^eiVeM ' Hand ge- 
ichrieben, wird iicli ' verteufchlich noch imter 
%)@n Papieren deljfe£'ben> ? feel'-iejinerj Eraa Wiit«=> 
we in Hamburg lindea^ B^id; .-iOSj 4 ift. ,gai wiin-' 
fcliewo. dafs . ,es emem Tonkenner. zu Theil 



ma 



w^da^ '.'Unftreiti^ill' ! elher&Bfchrjffc tla^bir Hrn. 
ifyi-ing' 'Ami '' altera cj ; diifeM "iijtifMialV Yeedraheft 
B^rlljia uhd gar'lVrgi'ajii < e», 1 ''eifr5gen'-Sa'wii«leir 
tiiiA 'ausfchlieMii!^6m"Ter^at : /B«Miyc7ii?r"Pi''o° 
du!|ite T in, die I^ajide |erathe;i. ' ©a • d^ffelbeii 
; auserle'lene ' inii/ika'l. - BibliodieU 



iahlnsiche' tind 

ohne ' .<Z welfel 1 f jecteiii 'disktetfin fcieliMber J,' ' t! ex- 
die "ihni " iiiiigeraiUten iVltifikali^h'iltl'iti'g w!e« 
cieVjan/die jfel^cirde Jiejfert 9 ' su Drohfte' (WiteEj 
lo'kahrs inarY 'Von! i'eiiieT GefSlligkeit ' hoSFeirtsi 
dafs er emem Tolchen mil Fergraigen erlati° 
Ben wird, eine Copie davott ''btx MdrnVdni.' — 

Uebri§ens ka'm v die ' Art , wosmf; ' die . f ran- 
zoMcbe. Org'elfpieief 4hre -Noels veri\ntienen 9 
vbllkbiiim&ci ' ink d er^eni^en ' uberein ,' mi t wel° 
©her u4$ : e prdteliiiiiliclie- Orgelfpieler '- die' IM= 
luclieh zu jfiren ' CboValen elnzmtcht'eri piiegen. 
Balcilietseii. -rte.-die Melodic 1 Im" Distort^' bald 
im.Balfe oder einer ' Mittelftiinnie 9 n ( iifc : - einer 



bvmdigen JBegleitung ' In 'den"ftntlei''n''Stimis.'tci , i 
n«rcn; baldbiidet^n fie em Dub^Trioj Qnar^ 
tea oder eine Fuge aus 'epiteiir Theile deiTel- 
hen n. f. .w. v ' '-N / At|irHcli/"-^riHlr ( fc.!b ( '''dob^l'''ei^es' 
sixelir . duixh ' iCtinftMifs . ; 'ei'n ! 'ah<lerer ; 'd WeM : ' ge- 
iu^'e iirfrndung imd ©eTchsiiack', 'ei'n -fritter 
inehr weg'en' 'feiner VoitMM'cliish EkekVifeib'sij'- : in-o 
dein 'ciie yereinigung' dlefer verfehiedeisEii El' 



»:MHIW i V 



') 'Ndcli ein Kuaflitftck«cliefei' Art.ift.icina.-.troindie" 
: ftm Mnsxiie in. .Nttrnberg /licji^us^lioi^neljc^An-If 




«!f:rs FeXt, (tlfe ga.«z-e Schanr ex'liebfc cii^ -Fjelclge- 
I'chrpi) woriii niir vicV'Talue Bafs find s "(3ie im= 

aser wiederketaciii •"-•■a ■ - ■« iJl ■<y-:un^ 



genfchaften miv wemgen zu Theil 'gcwordera 
leyn konnte, wie das iiberall fo ift. 

jMerk-vvtVidig ift es doch s dais ficb. toiter 
tien J fjr''anz6fiichen Noels? die ich vor inir liabe f , 

I'i oinsr r fie(iii.dety defanit feili in ^der lutheiTchen. 

; Kik'che ' gewolmlichen Liede von Gott will ich 
iiicht lafjcn s grade einerlei Melodie hat s und 

' x nih '"dert" Worten anfangt : Une vicrge pucelle, 

Haben nun tMs Franzofen diefe Melodic; von 

.den Deiitfcherij, oder diefe von jenea entiehnt? 

TIr. Cantor ituhnau in Berlin giebr. in feinem 

'" Chd/albuthe tTen ehemallgen Cahtoi" JB email** 
tins zu Freiburg bei Meifse 4 . fur den Verfall'er 
hi and: datirt die Coinpp/ition voin Jalire i-6so. 
Allein man fieht aus diefem Beifpiele^ wie 
%hr dergleichen Angaben zweil'elhai't bleiben. 

..('.- Sin toim ;,fer))iEdliches Compliment war 
e& .-unftreitig 9 aber < audi -licher weiter nichtSp 
daa tm\ beruhsnte ,franz P Oberfiapolhiieiftp' JLuU 
ly. cfeiii , >.L.almi$e- wogen .elnea .von sielbigeffii 
auf. die Worte or nous dibes. Marie eoiup. Ge° 
fanges "iiW-acbiO ! da ioa' ihn ver£j;her£e ? ; dais es 
aMe fcius Opewi; urn .diefen WcieS geljejxi ,v*rollte« 
Man; weifs woiil^.wie.daj) ^«<^pilelHit. £Ci P . w.sx-pii 
beriilmite IlojoApo.Biftpsa . fo feigebig in. fleMiisp 
thlgirn GdftandniiTe.n Ertd.und, ilirejArbciteiri ftiif 
hlofse .Affirafeligkeiten- ausg«bsn. Ich lief ere 
diefen bejuluuten Noels nacfe dGff.llieEilferung 
ansgefetzEj, diesiual als -Mufikftiicks, und als eU 
aen .umnafogsblichqn Beitrag, s« c!©a and.ejo 
Heliouien der chiiftlicheH Zeiten .1i l Vankreichs i> 
voifii'welcheisti wir.doch fehji v-/olIen s was €ii 
uns fiir Gefang« zn Ehren der Fejla ivml flct 
iibrigen .Gotaen des Tagss lieleni wircl., Man 
wird i'ibr|gt;n$ fi.udeiJ s . -dafs iiulem Ilaujii von 
©11161' kjtemras -SexAej nebmlich \on\ eing^fh',, 
/is ausii zweigcilr. d? wozu keine Bravourltiiujue 
"erfordeit ■. wlrd „■ Bikhts langlvfrer and- <lem-In- ? 
isalfc angeiaeffener , nach daiwaSiger Singartj ge-= 
fcbriebei-i.-werden konnte. ,,Noeb wil,l icli be- 
smerkosis-' l V 5 fo *^ e VioSBjvoj'fchlage a», clan meiU 
Item ,Sf,#lkn 'der Mek?die s nur kurz an- ctld 
Hauptsiote ■ angelcgR werdeji mii&m 9 wenn nmu 
&&n. Sism\>dcK lihqn C|@feiigweile imiiemi \vi\L 

Zur GefcJiichte tier uhlichften Znftrummte. 
(Nauek am /jtcn Dec.) 

In dem von Ew. rot kwczem. In Hires* 
•MirrciAeil'-sitP'il!'4! ^o xmfegefcheilecn -.VtesiBeicho 
•r>i^e dc» vu t ^n^,3kbc «? aicch iebc?»d.0Wi lOavia- 
; tuii* Lua^fca^ej^L n^ veffmi/lfe 4cfe.:oin ;paa,v 
; r^anieM? , d? j « ncl uoji «. Uitheite . teicteoror Ren. D 
'no , %/elche. ich damber ■fpvach^ auf eraen 
Plats in demfelben f>;hr gerephee Anfpmd*e 



8Q8' 



haben. Srunohcrg in Brandenburg nnd Za^ 
hcl in Tarigerviithde. Von diefeiti, befitze ich 
ielbft em lUavier, welches nicht nur ein dmchc 
weg gleich fchones Tonverhaltnils, einen'uh» 
'gemem kraftvollen fonoren Bafs und einen 
ubemua einfchmeichelndsn Diskant hat, fori- 
sWii auch-mit cleto fehr wefentlidieri'vehllelifKr 
langes' StLmsMungsdhuer ausgefteuert ill. Au£ 
eieiu WiSge von Tangermi'mde hieher ( 8 Mei=> 
len weit) ift keine Sake gerifleu, die Stim*. 
xnung hat wenig oder gar nicht gelitten , und 
ivisjetatj fek heinah drei Jahreii , liabe ith Ac/V 
he eikzige ejgentliche Stumming voxnehmen 
(jHWfeo. . . Hajbe Jahre gehen bin, olme dais idi 
auch aiur einer ehv'igen Saite na'chzuhelfen ntW 
?Mj>; hatte. Von eben diefcm Kimftlei kcnne 
ich ein Fortepiano $ welches in jeder Ri'ickficht 
law den Beften in- Deutfchland vevfertigten von 
meimr Bekatmtf chafe gehost. — Von • Gri'm<s° 
i^erg hab ich kwxlich viele f einer ahem mid 
aewcarn InKlmmente gefpielet, und ich kann 
^©rfichera , dafs, bejbnders [cine nmem ' Kla<° 
viere mib doppeltem ReJbua>'.A,huden alien For« 
derangen 9 welche ICennei, an ein gutes , IUa° 
'■vies, imchen 9 vollkommen . Geniige leiiien. 
Dabei haben lie die Hohe bis dreigeftr. g uiidp 
wenn es verlangfc wird, bis a 9 ein fehr ge~ 
fchinackvollcs Aeufsere, mid, gegen andere 
gute Infirmsiepte gereohnet, aufserft anafsige 
Prexfe. Sruneberg hat kiirzlich aucfa ein paar 
irefliche •- obglelcli tiiix kiein'e — - Orgeln, die 
c'ne fiiiv die, Gai-uifongemeine in Spdnduu^ die 
andere £fir -:die refbrajirte Gemeine in liran? 
klsnburg gebaijet. Did > Schnai-rwerke ;,in , der ' 
tetztern haben ungemein viel Toxiriindung' 9 
tmit die Flotenitimmen eine beinali Sitberman™ 
nifche tind ff-'agnerifche Lieblichkeit. Uebri- 
g-en3 fpielt fie iich vollkommen fo leicht, als 
cm gutes Fortepiano etc. 
■ - ■ - ■ JDer Hojfiskal Stengel, 

Qr of sere Getwertmufik in Berlin* 

Erwin und Elnure von Gothe und Rei» 
chardt, wovon der beqnem angelegte lilavier- 
auSMg* in der Nv Berl. • Mufikli. • ■ t'iir 2 3\thl. 
16 Gr. zu haben iff: s ward unlangft wieder hn 
Flietsifchen Concerts gegeben s und man konnte 
uiit der Ausfuhrung im Allgemeinen recht fehr 
sufrietlen feyn. 



%\\ laJTenj wad ea lollsn alleln 6,4 SoloblasliiHrti^ 
.mente von ilmen gehort wefden. -tiIieiiia!s P lag«- 
ten iie P wufste man nicht Vortheil ?m Kiehn i p ojra 
"franz. Genie 9 fondern ftichte KirBilIer bei Aen 
Dentfchen. Uiiter der Herrfchaft tier Freiheie 
mufs man nur bei tien Franzoi'en welche fm^ 
den'." (Das 'lit etwas Itarlt ; -die obige -Vs^ildiBo 
rung aber machfc iinferiB i dcusfchen Vaterfaxido 
Ehre.) i ■■ . • 



■; Es wird ; dfi?tt lileiigen iiiiifikaL PubL ge<= 
wifs angenehm feyn zu or fain/ems 9 dafs dexv Eiv-- 
finder des .Euphous? Hr. 'D. Chladiri a«8 WIi« 
te?iher^.-j .. fc.eben hie? ..pngek^pamen ift unci 
iich Donnerftag d. 19. d. M. im Mayggratlche-B 
Saale auf einem 9 von ihin nodi vollkojsiiiincj? 
geixiachv.en Iiiftrumente „ howxi laffen wird; 

AnliiinAlgmigett. 

Hr. Paftoi* F)?. Bf/,rehhard Mencken m Ronsicbui'g 
bei Hannover ktindxgt an: ZJetler f'-ir *ute Mvufcheu 
in den St und en des Frohfinns und der Schwermuth, 
Bis gegen Neujahi' wcrden 36 Cjg'J*= (JLd'or a 5 Rthl. 
piiiiiumerirt). Auf 7 bezahlte Ex. vi'ird dag Qt& t an? 
11 tlas 12 und i^te frei gegeben. 

- Hr. K.mrmerslmf. J. .*L. tColbe Lt'mc'lgt eine a'vyeito 
Saniml. Idiciiter Clavierveriindcrungeti after : Ach,_Go£° 
ics Peegon liber dirf! und Graziofo von Pleysl za. 
n f;,-. f,is gegen Neujahir an, vaitl giebt das 710 Bx* 



Die Mufiker der Parifer Nationalgarde ha» 
Tbea iai Convent den Ruhetag der drittea De° 
cade angefetzt 9 win ihre von ihnen zehn Mo» 
aatli lang gebildeten Eleven TVoben ablegen 



&I.CX0 



Folgencle Mufikalien aus dewx Hilfelmra 
fchen Veiiage iind zu beigel'etzten Preifen M 

der Pfo Berl. Muiikh. za haben D und Wnnem 
■Liebhabern, die'nichtSehwi«rig!ieifceH und f»:rofcO 

liunftini Satze. lieben ,''.; einpibJilen wei'dc-H. 

- D.vt'i Sonntcii fiir das CIav ©tier F. P.. :v*o«i C. W> 

Walter. > 16 Cf'I.*o 

SccIjs Ai-»en irn Auszuge furs Clavier von llomilms 
(ernJtliaiteii Inhalts irn alfcern Gefc'imackj fonXi 
brav.) . ' x6 Qr. 

. Clior.aus der Zzixbexiittev : DreSies Radclf-Aj s dyeliet 
each eti-.'ven Wlillier in YVAess. '*4^ s -'' 

- Supplement o J. . i»nd 2, clella Dama fol<liif:0 fl«, Ifflff^ 

manr. . • '?-° "Gv. 

Loffon-Lieder von J. Mic&. X-.«hz '(in ^cwoluiliclietc 

. Maurer-Wcifegqf.) :. . ' as <0:.\ 

Oden und LicJer fur Clavier and Harfe voss "Ifclfi- 

;-ofA. (der Kweck fiiv die Haxfe GMCsliuIjlifjE'das 

dnrin bellncilichc Bafswefon.) iP. Gs- 

Kleine Klavierllncke von Reifsiger* il 

Freutlenlied ans Cofa rara von Jiiartln. t\ "'^ 

Drei Sonateii i'iirs Clavier v. G. H. Kohler (fo fiiesw- 

' ' • • Jicli 2iiv Anfiinger.) » Ethl. 

Sonate fur das Clav- mis oblig. l/'iolinbegleit. von 

Gt-afur (gan?, lcicht.) IS Ciir. 

Andante con ift var. p. r.Jav. on P- I', dol Cavlo 
Hunt, (ebwifnilfl) io Gr. 



t$fif 



NoSi Francois jw ies paroles: Or tipus .ditefc, l^arie; '/£&• v )Ckande. 




■IP »■ I. !■ ' i t II I — . 1 1 L I I I » > I I U^Lm i i — M II II W l 4- ■*■ 

1 1 in ■ ;.■ m i —— " ■i vflffl ■ i •' i ii jrn i>. T« | , n— 



-jr—* — +'-r- i 1 — *- 

-4 I 'm i.l rr ii il . i 4 i n , L .j , 



* t v$"< • ' " » ~"4||*«~H- f.^ L.,.1 ,,. , ^ | t- „ — ---fair r' - • r : • T •T' r ' ' ' "^— m 



• i. 







l*l»Jl.l«ti 



ilri ■ ii- 



■ yr i P I J J^ J I "T 1 "'"1," "f yTT p^ ' *P I r j ii j iff urr ii n i r ■■ i ■iiii.p n i j iif i I i I -.^,',,. 1 ■ 




M tJ S I & A L I S C H fe Z E i T W M & 

^EUN tTND VIEKZXGSTES STUCK. 






J-» 



Btn xiftett i)ectmb*F l if§$. 



iii i n« 



.iiui iii 






Avis hit jmblic de Berlin. 

Um den merifcherifreundlichen Benuihungen 
eiriiger iibergelchaf tteen Leute zu begegnen, 
die ftets erne Wafarheit fiaben, qui eft de tcur 
fuqon, inufs ich erMSren, was left fonfl gevvifa 
gem unterltefse, dats der kleine WortkrUJg iui 
OperifiiauTe, <teii Jiiir, als Kritiker der bisheiigen 
Opemnttffik, der zufallige Oeinuthsiiuuand *ini- 
ger Herren auzbg, die Felge gehabt hat, dafs 
ich nidit ttflein die «h*envollue Genugthuung 
erhalten, fondem auch hohern Om in den 
kttmarifteh und fchmelchdhafteften Ansdrircken 
aufgefdrder* wordeh Bin, es art Beleht-xingeiij 
Zturechtweifnngen , Aufmuntermi^eu zutri Beji 
fermachcUt gliriljijUctian Tadet fit? dew dwell 
JRigvnUebe fevbktuleten fernerhin nicht fehlen 
zu laiten. Und dieter -hohen Aufttirderuiig, 
bei ^efc&ftr Hatlfei* Schutz "^%t ^eitttira*W!itIgii& 
geri feder Art zugefagt wordeh 'hT, werde ich 
aus alien Rraften, zum Beften der Kunft, nach- 
znftreben niich bemithen; ubrigens aber, von 
diefein und -jeneiu talirdhin fchlechterdings gar 1 
kelne Notiz htehr nehmen fend' feinen Nai«en ''.'• 
wie fehte Knnil nut tolligein Stillfchweigen 
iibergehn. JUet • Reducbeui-. 



, JDemuifelle Guerrtni in Berlin. 

Eine der vorzugUchften Virtuofinnen auf 
cfettl Fortef iane , «He Aufmerkfamkeit verdicnt, 
intd r vMehe als f6ichedeinitnurikal.Pitbt.bif- 
kahnt r.n machen, der Red; der hmftltal. Zei-i 
tm&jMh. Mttr #ffieht arireehnee. Sie hat fich 
im lioncerte fler Mufikltebhaber htir init einer 
eihzigen Senate vori Glemeuti, ohtte alle lie- 
gleltung , abet init fr allgeuteinem ttnd in der 
Einficht des Kefmers fowohl, ais in deal Ge- 
fiihl d& grdfeerdn 41 aniens gagriindeteiri Bei. 
fall h5reii> laffen, Jiit alle Antorderungeii der 
ailsubenden Kuhft: hochfte Prarifion, richti- 
geii gefchmackyoHeto^AtisdMlcki durchauo rei* 
ries Fertiges Spiel, genane und bis zu einein 
hohen SJrade genaue Darehfubning des ange- 



nommenen Zeitmafses Bis zur ietzteii Note etc. 
— fo iehr erfjiilt, dafs nichts zu wiinfchen 
itbrig »leibt. Eine fdlcfte Virtuofin, der nun 
dabei gar nichta^ ihres Gefchlechtes wegei!| 
nachzulshen nftthig htt ',- die aiit Wafii«# 
inanhliGhtor Energie eirt Kunftwdtk dapftelir 
und den Sinn dellelben ganz wieder zu g«^en' 
vermag und bei deren K:tnftau3iibung man gfr 
nicht snehif in Verfiichiing geritb, an die -4«- 
totgsliMe d'er mehrefteft weiWichen Bedrebutt^ 
gen zu denken, W&m lie fich auf Wifftnfcbaft 
oder Ktmft einlafseri, ift bochft ftlten. AfSgie- 
Dern^ ^rterr/rtdoeH'ffters dUs Berl. PubUkutii 
iriit ihreih fckonen Sjiiel erfreunl -J- -'"'- (! '■■"•• l v- 
Dem. G. ift fiUrigens ein* Fraiitdfm jbm? 
Geburt und Erziehung, hat Ms init: elhettl 1? 
paar Jahren in Paris gelebt und ift eine Ve*- 2 * 
wandt^ iron daixk vatttetllchen OtUUUr., Mm> 
JDuport dem jiihgern. 

Br. Bar, Mrtuofe mf dem Qarinett, ,-. ? 

ver^i^t ebeufa^s als ehi aufserordentliclier 
Matin ' an* feir em Inftrumente, dils '<*# %iilf 
S'cnWieWges %&t uiid fo felteii iur ' Vollkoai- 
nienlieit' grpraeJife Wh'd, einer bef6ndern riihm- 
lichen An^eige. Seine FertLgkeit iil ungeheues- 
grors , und wer Hrn. Bdr riickt geh5rt lufr § 
kann fich' nicht vorftellen, yfa vreit ! es damit * 
geht. Der Ton ift ebenftfe fchcWr imtf volt* 
aber <la er ein fehr kraftvofH^r Mann Ul un€ * 
eine faft tnrerfebopfliche Lung* IiabUn snuft; * 
r.ie than in fart .feftg gehattetten -"^mtim '**!&& 
den enornien PifTagen vrahirtlmmt, ,: di# ; 'ei* ; l«r 4 
eins fort olme alle Anftrengung und EinhaJr' 
zu fpielen fcheint, fb kann fteilith die h&chiW 
Schdnheit femes Spiels t-r^l in KlrcheR und 
grofseh Salen recht wahrgenommeh vrerden. 
In der Kunft de* Vortrags^ u^ *M Gefchnuiek 
hat er ebenlalfe attch ♦Sei "MttA^" au«& ift 
feine Goinpolltion Cnach dem ^ben dafeibft ge- 
horten Goncerte zu urtheilen , *#otffw das Ada- 
gio vorzuglich gearh<$t«t vrarj recht hrav. Hr* 
Ccc 



»Q4 



Tmifchy in Dlenfien Sr. Maj. der reg. Eoru» 
gin, ««er fehou dffcer als Virtuof** auf dem C!a- 
rmett erwahn*. word en. hafc und bebalfc fehi 
Elgentluimliches eben audi; fein feinis & em- 
pfim!up,|r| volley Spiel j.. feme NuaneixuneeB f\es 

ILs konnen mVbredei 1 ? Glikommenheite;n recht 
gait be* einander belleliesi, 

Uebrigens ill nodi anzumerken 9 daf? Kv. 
JS«> Mitglied der ■ Konigl. Kapelie- ift t ehsmal-s 
in Frankrsich urul Rufsiand in Bieriffcen "war 
B»€l xfiels. rleiXen geuiacht hat. ... ..... 

'Ueher (lie Mujik in Ilaile, 
(Fonfetziui^.) 

Bi-sKer fang die jiingere Demoifello $Vein~ 
meinn die erfteB Z)iscantrolJlen s ur,d grdlster^ 
tEeik recks ,'brav. Ihue Stimme °'.lk voll und 
y»K> •grpfse.m Umfange. £ie tragi diejenigen 
A"saeJa s die ihre lC.rafte nicht uberfteigen? :oach 
dein Sirnae ties CoBrponiften , raid audi wohl 
gefdimackvoli for..- Mit ihver Declamation in 
idea, .lieck^tiven, hat. xuaja,,., tffoenfaJ.ls Urfadie., 
fehu auMeden zu feyn. Da fie die einzige 
SaBgspin ift ? wekhe dem Publikum durch ih= 
Tfiji Gefa.Bg Vergniigen machtj, and in f of ein 
pJlen Dank.venUeafc: fo enfihaltfl ich mich, bier 
ai#ch eimen oder den andem Wunlcfc. in Ab- 
fififot auf ihr Sin-gen hinzazufiigen. — Die er- 
ftjwa Tenorparihieen fang Hers* Tit e Inter in ei- 
nf$..fshr guten Manier, fo lange er nehuilidi 
micht iiberhauffce Vevzierungen anbvachte. .Sella- 
ble, dafs feine Sthmnc - die ebedem vortroflich 
gewefea !'«ysv ■ foil , jetzt nicht rnehr ftark mid 
lui\\ genug iit ' 9 denn hi Anfehung des Vortr&» 
g@3' blelba: bei ihni wemg zu wunfehen ixbrig. 
Aucb , ; ha6 &i .wnter den hiefigeii Par.getn, wie 
?ns^ bald beix»erk-i_, bei weitsm die meillen 
Kfii}iifeKiirf..,ip /il d,^ / |^|\fik. — .lleiir PVeiumaiui? 
dea* Sohn des, oben gedadbt«i?, Mitunterneh.* 
.uiflJi'Sg gefies, ip, den, erften BafsroUen allgemein. 
SdJn.e, Siimme . Jft IiqII un« dvirchdringend ; da« 
'fo^i bal er fidi aber vor Uebertreibung derfeU 
>exj ,und .\s'f?r. zu .heher Intonation zu Iwiten. 
Bjefopders, gliicken ,ihs?i naive rjnd halb fcherz» 
foatte . Arion ; z. B» 3 9 Als ich nocb em kleiner 
l^&l^^gtfi.ff a^.talla,, — Em awei,ter Ball'ift P- 
T^ichfii- im Dtxi Juan das Orchcfter zu dem 
obc;i evwahnteij Fehler verleitcHe, folks , mau. 
Wis Jun)d.\i,(im ? K me wieder auftreten, obgleich 
ffizi^, 5tjj,?irive voll "nnd niannlich ift. - Die 
■flbrigen, Sanger,, iiieijftviis.CUbriften, laifen zwu 
Theil in; dpt_ Fotge nod} etwas erwarten, nnd 
yerdieneriy in llvck/icbt Hue* Lage 9 niebr Auf™ 
MAimterujiig ? $te oS'mtlidien TadeL 



Da 3 Ferfonalo balm OxcheLlcv lit zi'ernlidi 
Hark ; neiiiiilieb fiinf bis lieben bci der erifeit 
Violine, und fo % r erlialinifsiXiafois weiter. Bii« 
l.ig nenn* ich- hi^r laevxi die iiltete Dem. fVem^ 
maim , die fid'« dann uad . waim Kilt eineni 
ConfcerEe aftf dem Fiiigel hoifen lafst, ■ SSe ipidr 
diefes Inftruinent mit bewundernswurdiger Fer» 
tigkeit nnd Pratifiono ■ Fail me verungli'ickc 
ihr eine Pallage. Alles iQ; vund tm<\ denfclich. 
Nhk die Cadenzen- konnten zuwei?en kur'.'.c-r 
und ■ die Concise felbit ausgewa'l'-'ltei' feyn. — ~ 
Als /iufserft fertiger Violinfpielei ?.ddanet lidi 
Herr Scienter , ein liier Sfcudierennev , vor?i«g° 
lich aus. Solltc ex wiifc der Zeis fein t'euer 
ctvvas inrJsigen lernen, urid usehr ziirtlidie;* 
Au.sdrvsck, guten Vortrag xnui Gefang in fern 
Spiel bris)gc"a, fo kann er es alsdann kedi sw.it 
den evlten Geigem nnfrer Zek fcumdimeiic 
Dies allea gilt auch you feineln ClavieTipiclen=. 
— Hcrf Befjer 9 ein Mufikus, bar auf der Fiotev 
zwav nur mittchnafsiga Fertigkfcit r ab«r einen 
t^cilidien Ton nnd felsr gefi'uilvoHe.'). Vortrago 
Aufserdem verdienfc er, bei feines' Sicberhclt 
im Tacce , mit liecht ein«n Plar>: b«i der er» 
ften Violin. —° Iter Stadtsnunhnsj, Here 'ffaiisv 
leben, fpielt auf ixiebrsr.-n J.riftrumejiten fehr 
gelehmaekvoll. Befondars bat er mir in Kolo- 
iielkm auf der Violhie gefallen. ' I'.r fdidnt 
aber anfangs jedesuial iingewobiiiicb. fd)uch« 
tern zu li'yn, und bring fc zu haufiir, Tcmjio 
rubaio mh. •- JJei der /.vvoiten Violins ill Herr 
Hcifse ein rcchi: <niter Anfi"il»,r^r„ So audi 
lierr Jlu'ck bei acv Viole. Dicier Irat nodi, 
aulaerdem- di;s Verdieifft j, ein braver Sph-lcr auf 
dem Piano -Forte zu feyn , ob er gleich in 
Halle, fo viel >xh weifti, nodi nie oirsntlidb. 
fuielte. ~- Die obiigatcn SteJlen auf desa Vio« 
lonceH tragt Herr liZclz/'g recht nett vor. —> 
Den Fagolt bl.ift Herr Baniumii mit Ausdnick • 
nur find snehrere Tone i?uf ieinem Inlinunentc 
rnitht vbuig rein. 

Jetat nocb einige Bcmerkungcn iibev die 
Ausfuhmng ini allgesneinelii Das Forte und 
Piano wird zwar ziemlich genan beobacbtct; 
indefs ift docb. cJ : o Begleitung, befo.ndero wena 
Pailagen eintreten y nodi innner zu ftark. Z«= 
weilen hurt man % hauptfachlieh am andern 
Encie dee Saales, ogar den Contrabafs beinahe 
io ftark ¥ als ditt Singftinune oder ein obligates 
Inftrumcnt. Wenn ein fo kra'f tiger Spieler'fein 
Wefe.n z\\ arg treibt, ruft freilich Herr Mufikd. 
Turk ibm etwas lebhaft zu. Aber f-lite itenn 
audi nidit jeder felblt horen k')/,ii!en s wenn 



e)- allzii laiii win! ? 



)as Zeiuna;;!:-, wovon 



in A.ufehu«g der bcifeo* Oiler fob,k:di : cni Wiv.™ 



Rung eines Tonrtucks fo -nng'emeln Tie! ab° 
hangt, wird '• ,z\var gro&f cntbeila fogSeich zu 
Anf;,ng> eines Sa'txes richtig gefafst; alfeiw, ver- 
ichiederie Sprelov^ die sch fogar nan n en 'k.orm° 
fce, eilen alimiiblich fo fehr, clafs Heir T, ire 
anir mit grofser Muhe eiwhaiten harm. — In 
den letztern Concerten hat das imnngenehma 
Stimmen nach Endigung eines einzelnen Sti'i» 
ekes allerdings etwas nachgelaffen ; ganz niiter^ 
feleibt es aber doeh iuimer noch midit, 'io fehr 
audi bei einem folchen Falle dagegen geeifeit 
wird; Vor dem Anfang eines: Mufik mag die- 
fes, fiir die Zuhijrer aufsedt laftige, Stimmen 
da j wo man ke.ui befonderes StUnm/mimer 
hat j gewiffermafsen ein nothwendiges Uebel 
feyn; rmr fbllte man leijer fthmnen, und zu 
Haufe — praludiren. =— Bafs doch die letztere 
Unart an l'o viclen Orten herrlchend ift! An 
Erinnerungen hieri'iber fehlt es in Halle nicht, 
davon bin ich felbffc ^nigemal ein entfernter 
Zeuge gewefen. — 'Die Blasiiiftrumente kiinn- 
ten zum Theil heifer unci fchwacher gefpielt 
werden. Dies ifl abev nicht nur an mehreren 
Orten Deutfchlands, fondern fogar in Italien 
dcr Fall. Ujrad demioch fchreiben jetzt ver- 
fchiedetie Tohfetz'er niche felten zu eisier Arie 
fiir den Sopran oder Tenor . fiinf bis feche Paar 
Blasinfhumente !!•=»' : 

Vor einiger Zeit gab eijfi gewiffer Aetna*' 
yius bier in Halle, Heir .Pallas, ein emzelnes 
ofFeiitlidies Concerts worin feine Deuioifelle 
Tochter ■ fa-ngj, und auf denv Fliigel fpielte,- 
Sie zeigte, in Riickficht ihjes Altera, nnleug- 
bar nicht gemeine Anlage ,?.ur Mufik. Ujii:.. 
defto inehr ilt es zu bedaueiY/, dafs d'iefes jun~ 
ge Erauenaimmer , wie'es fcheint y ; fich bereits 
ein©* volbrfulete TonkunJUerinn zir leyrr di'rnkt. 
.=—■ Gewifs wiirde fie deremft anfserordentlich 
viel leifien? warm fie nodi zu rechter Zeit in 
gnte 'H.'inde katne. Aber zum Unglucfc wahnt 
ihr Vater, er babe ^jiofse Kenntniife in der 
Mufik , und lei alleiu der Mann dazn , feine 
Tocoter zur -Yirtuofiiin zu bilden» • Wie weifi 
doch der Eigendunkel -gehen' ' kajin ! Wahr~ 
fcheifilidi fiiMt .fich 'aber " Herr Pallas bei fe>-. 
nem Ki'inftlerwahtie gliitklich genug 5 und fo 
will ich denn auch nidit weiter iiber xlm ur= 
theilen. ^However dark the, habitation of ' t'fcs 
99 male to our eyes 9 yet the animal itfelf Jtnds 
n bhe apartment ■■ Jiifflciently- -light fome. " 

Fiir Virtuofei. ift Halle kein~ergiel>iger Ore. 
Sie kommen inmier nidit zur rechten Zeit. —■» 
Letztliin -vvaren Italiener liier. 9 die. fehr bra v.. 



fan gen. Here Mniikd. Turk eia'b lid 



tile hue 

mogliche Muhe, ging felbft, wie ich bald iriach<= 
-her erfidn-j, irdt ihnen zu cleiiij fiir Mulik en-« 



thufialtiichen ,, HeiTii Profellbr Kb er hard- s xvaa. 
empfahl fi@ nodi ' aufserdeai f ielen andern 
Manxiern •von Anfeheni a'ilein tier Erfolg ent« 
fpradi den Wimfchen derfelben kemesweges^ 
Hatte diefen Italienern nidifc der jefczige Hen? 
Pa'orector nntl Coafxftorialrath Niemeyor auf 
deni koniglieheii ,I J adagogio ein freies Oonceit 
beforgt — .welches aber woh! fo bald nicbx 
wiedev gefcliehert ■"■■mochte-t — - fo warden lie in 
Halle kaiini die KoRen erfun^en haben. ■=--* 
Bald darauf kasn eine Sangeriri mit vies.' odei: 
funfj zxim Theil noch unersc^-neix Kindem» 
Heir r l\ -empfahl fie- vtiiter aridera auch dem 
Herm Prorector Niemeyei-o Beide inta-relfiiiten. 
fich fehV ' thiiiig fiir lie. Dejnolm^eachteic xv;.h> 
ten h»i ungeffhr ds-eifsig Perfonen im Con°, 
corte seugegen. 'Die Anwefenden 2 mcUlen*-- 
theila hier ' Sttidierende, handeken indole^ fo 
edel, zu der yom Herm Mufikd. T. veranfbl- ; 
teten Collecte mit der grofsfcen Betfekwslli^-' 
keit,.und fehr reichlich b^v^utragen. Auch die 
Mufiker waren menfchenheundlich genug 9 H'utf 
Hire 'Bemuhung nur den Dank der geralirtett 
Mutter aBziih'ebiaien. <•--= 

Finden .Sie die, erhalfce^e I%clmch£en tic*. 
«/rentlJdren ^Bshsnntm&chimg wurdigv fo v/erde 
idi Ihnen in kurzein, auch iibes: verfcluedenQ 
andere Orte, x. B. iibes" IhmiburQ 9 Bi'eofIes» 8 
Pfag fete, tonfikalifche BeBierkungen m.fathwM®» 

Ab ! vorzugliche« Weihnacht9 ■= ode? 'Me?'i° 
jfihjrsgefdienk' ! ift 'm, '-'empfehlcn usid in &&: ffl» 
Merl. B'hijikhp eingebunden zu .haben ; 
Dotfei- ' iriiifikfiHFciJcr Bhmitinftraufa , \\\ cinor ■ h\\i 




^e>» - 1/ til ■ f _^^J C-(IH tl/f J ft-tsl 1 l.'l(U(-i} <*i.'lij}*,K 

Zeiter. Dei' rvo.is ift sfi G?:«- ^ .. 

Auch iff nocJr Acr'orft'e uiirt' hueita Blimifiiiftak'.lb/ 

jetlcrfiir 16 Gr. nvA ReichariUo .Woi*>.«acl).f.scr-n"'; 

til«iie I'fir :tn 'Gi'i 'Mi hahen. s 

A nth Jiiid nock' folgeivlc kouc Ycvlagaanikel 
r .;., zn% iiiibva : 

Reicli.irtlt 9 (J. F.) Senates pouv io Foitcpiano Wo 
J <:t II., "" . 18 Gi 1 ' 

tind die n»i tleffcK Opcr B»:enno von clcu".ft'lbe ; J &'lrs 
Clavier cingcvichtetG: f oli«bte Ouveviiive. i" Or. 

Cavatina : fou icoSj bo-M mi a ci.c. c A?.icSf ; >s Scnto 



anion' etc? 



Gr. 



i#f : 



Zxir Uebung der Unkea Hand v co. 

JVi??z iroypo vivace. 



mip. von C Spacer. 



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dcrkiud. 

(An* 'fiiirtfid' JIMelfc^tlfcs Htti. K,i|H'Ihtfeiftfei'' «m^a 
iii Dresden.) ..--.■ 




fagefti'shc^o T'cn 61^' Oca. ?Ji C^ L „ 
vieia Mnaus^cb:. AJ&Hm te^ c racL wv 

\ieis xiafj ^or f/jfw < Jt »f dw Sio^ p <\u c^ 

Ton lichen mu p cec 9 v/cas* dr j £i» vk. e'e* 3 



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lahre fdtoii a'uP feio'er kleiripn- Orgel fpielte'. S&fczt! 

fliJtifs : icSrSi ; e ssaie emfer; a'Wii'h&i Erfcheinutig' 
feekaxanfc apidieir, die -Sic nichfc wenSge? Wun«»- 
«t& ' Aehtiikf ^tlrfiV '"• 'Sle'HVi'iFeir; 'Viaf9 : 1'eli' lii <&& 
fellfckafjt ' 'der ; De'iiiblfelie 8- '":.*" z , des- ; Hm* •• 
SI ft a ««cl ; meiri'qi- daitin dioIch'Sornmer &imr 
kl'dne Ilelf e ' stacli Leipzig ; niachfce. ' Vori ;hier 
fjieng icla i'lbc^'DellM' -mid 1 -Worlitfc ', i«n die- 
dQf|ige.p' M«!rk'#'iird%!ieitfeil l in S^xpii^ MnA meU'- 
ti&H-ffitievitiftf 'flUn ! "Hrn. MijtfiKdf i'foyfy'lri' ilSKstt* 
£ii befiicheii,'. ( ^6ri delfen 'kleineih ! £'dchsj|ahogesi 
Hdlm 'ith ■ tere!t$ "in "Lbifiig 'Wun'iVerdmge ge^ 
liliii haitby wefelie mgihe' pmgterde 9 di&Kii* 
Itjiiafoeri iu' Teh'n %'nd;%ll»leii; ; 'Mil . fearin 9 regis; 
sftafchten* ? Sein. TalGxit ; z^r''Mttfite ; 'fAiM' ^ofzSj|r 
lidr fem-'irMfiltalifdiea Gehor fisM Ijewhiiciyms^ 
wHfrcligv' M«m Icanh z. 'Bv'£# 5/ /f tint! ihelitem- 
Tone' atif dem 'Klayie^^ slie vbrt 1 eina'ftder eufc*- 
ferntelien 9 . dispasra'teftert : InterValie zqfamilim 
anfchlagen ; er nennfc He 9 ohne hixizjifefi'esip 
prompt alii! zu'm'Eri&atinesi ziach • elitendet* heVj\ 
usfjd tliifes hat er fclspri iriTehi'eihviertfen Ikfe^': 
gdkoiiiit.- - 'Spin Va'ter '-ftfi'di eiriige r fclitvfevfe Dd|iL ■ 
p'elgiiile' auf ; deif r G®}ge''an , ' di6- ese i fogieich aaf 
dciik -'Klavifevo 'a^fdihi^.' ■' Wori'ibc^ iAva Tidi' 



p> 



'i£2 dicfJSj, uaf 



t!r fogar ( den "i'dirten Usi'ieWc'iiccl 6ine8 VicityL' 
torts bemerki: 9| %Vofoet r 4r all^rnal fagl*: &W' 'Ski 
^l 1 g-«r nicht d'd' 9 w'nrt au£"der See^ie J3p/5«: b wt/ 

if awl ahrflielte ' W6ife ■#IecIcs"lioU'« VjCmi dca 



*) S. 'raiif. •Md7iatSifdl«tft3-<&. 8s-.. vom /w^wffi^bp 



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S's ilo -Ice r^ndca v a/-,c r ^ s^^J ^i 
Arf^dfop ; o cVj- fV r - Sf 'JhlcwM ', 
BfycfjolQgaf'Oso unfc^ w.kc ■= 1 M j 
vdll VcH' , ru?^lorH 3 ,h> ^cfo [/ ic 

wio snr rM f*o,c3 daair Lv L' *» a \? 

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tin fie hwP. rmrJr.1? wtn t ti«o n rnsK!ni ? 
c»» ip iv file «v,j Ai>tv CLt,t t" .i f t ,Y 

Of wcnif\ri(jQ ^ml-inQ^ s r ^ or ^ ' ' t - 
ale di^rfff »? i £ ^ Pi^rusb Li/y a r L , tul i . 
i"! aber s^ /Oi,.m f''- ,^ p t |j v ^ , t >- 
«md J sidifJ^Uori c 1 Hi £cr Lm f K'i ' 

clon'vbih dio ^^oft t/e^Uv^A. id,^\, v 
$qAq y,r wWm 9 vie, frfr «Jko - t £c 1 /) t v r 

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ffeiwem ©efooi'fi, «Ms ev die isneleutlichilen imd 
MnbdHmmteften Laute, al8 die der Giocken, 
Glafds „ Tiommeln und deigL dam^ch p;eoau 
3*izug<?bejii wcifa tind nie daun feH» i lLi"k&fUA 
gar nf'S. i?ilei;, u vi' \ji 'o»*r -d ^Ifcb fy ell 
Mat ^ m mf ^; n - u , ie cJ ite^ii To'* angeUhl/ 
gen, fo kommt der Knabe herbeigefp? ungeu 
and eoiiigh? hhn. So h? a x? ^ % cl{ sv-fbi * c* 
eragexij wetra em Clavies veiftimmt ift, |a fo 
gar, wenn fida-«air-«me" ; iiei 1 beMexr gf eiehge^ 
ftireunten Saiten veizogea habj Cuum ^utu of 
E^ch* *>hr>r s fc5a f, gp n:5 , c:ii ^clfi»a»as. find. 

Man erzahite riur, d?fs ei als Knabe von 
v,? of e b" s \b }-ih ec ^ tlJrine &1priccn, gQCDtci-c. So 
in^p ey a B» siicht Ipielcn wolleu, werm os 
fr^r/^ 1 'vcihir^t fcn«»\'N Wcw Li OihrfcieOiwii' 
jrjjjKjr ? ,ha>to or p?chf das ih»<u vorgclegta, 
MfP'te^/jPi?* ow«??er- Stuck 9 £<k'* us ?wa einor 

*W,V>w» ye - v-'dic' tost ih» die gutt Ma^ 

«bi3\ ©■,| l ^;./,Gfi C f-3J C N l .fpi e ) 5r9 ^e Written*,* 'unJ. 
V^.r^tOiyerfrngi:. Izti RAn&'in'&et: Mejnurtgi' 

&-M^ angrh-Vij.aaG eho bei t«olcn EleW 

tfffotfr^f?>Tem Fiatfcr Lildu^ v jik&u i*b»*i« 
cIsiIjF/in.) d«, .'fcioTU 'jdafiw ,i.% oim Xiiid Wle 
c ; *»fl l P t £Ltrvisl.W'Ti' 'bbaufni zi» bd>u>d^rvv^ Q 

v t *3m (?#' v/oHcj feiawnilcn gljcA^i, vii/la Tfcgd 
!$»* M»» «" f-w*i(!U fj,*f3l;j6<^ JLa' taullbfu' 
@deir Garten heiinnlpj.<?ngo. - > v < » 

^f!JjWi3J]iWdn?RMbe lb fte^ilirj fo ^ata^ aus 

x^^lf^ f^alJia? '(wc/w f chf >4i & gluts! 5 *. M;$, '<fcA> 
£'%«*). >&ifl^*fjr?<frV IbifeCi.- SStcAL "iii>C« Lingo' gj- 
g^Pl^s^n^^leltij/ bci-Je tsa^o« fo^oW* (W dto 
swoi^ifrbo imd.r^ige Geif*d8bJMi'8ig ,> als dii* 
^T > <^ - nf»nfibal*')Wnte4a^li^->ihrer'Vil}iigL , » ! IarM« 2 N 
dis> aUf» "F3SCM3 h?ibl„j, »imd *'©Li"d6Aen 'dio, 
A^ltcftenifchojai i^ec" 5 * d:o yH^ftc^ !n"d'6« A'^ii' 
^Tj'^'^'W VluRh- aiikUkvctk ^ >gemd*^ 

dj-ft>ti»y "5,iF/l5t}M(t^J!oMs3fiL^ Hup 4hi&p. g»»„ 
ffjii \"'hLpngf\il'^ ( p l 'j ^!«wkdd"g0waf ( y 
Hcr/p /i?j3^" ? fc; Cvt'.. H'ffeei. ^^d %»b\ b A citeii. '-)■ 

c'flch , r'r q San^riiTKM ,'• $1 j«'«alE^« von -JhiW 

flnu ikii-fijn i-^i/- ^t f£V^JUJ<5Os0SVi.'6**JI/ 

r - IcJicn, ; {|rie aftA J^ 4% a-4* vollem llp^en fe r ,' 



aus. Nidifc weniger gereicbt es verfUiiedesien, 
Liebhciberiimen ?ur Ebr? (ante 1 '- ^velcben die 
ppiPO'fell 3 Btcnn.dx voi^nghcl ueg n in^n 
IcLvywcit i f j«.nittncn gcnmiit zu \vfi^eiA vfulj(,= 

. £Kv* t ) lib lie uh nit f ) si ^'fd,, d } iiTift 
° J'-niv. J. !)£-" jo riior •> CJ 1 o» r abi. di f 4a° 
lulmiHg Hues Lehieis die Piokten Said ( aufp 

.ti">»d »tV t 'f v ni le r, [ r ^ t hL hoffei^ Lffe-i u^n^s 
fui den Anlubiet und Lekxei rtiehi itafniain- 

; fes'ung tiwd Ujlterftiitzung ware 'J . . . . 

JS inunonu* 

Fur JItiu 0r°cmji K/rin iu SthmteJcbf > „ 
in S^hlejicf!, 
(\\ id"i ti.t. OIkicoj 'lfumaliatli 7olhui.) 
Jni"?jveiteu The tie f\) Brief c v h Cl a ,h[i 
Jien 9 vom Henn 0!>erumf?ftonahash ^.ollntr 
iff .folgppde j, menial f ob? ^/\*Mlfgir^ Fn u*)c! 
der) f* 0^1^ Kantoi iC/tf?/' ^ Sphn»edebc>( , I - 
tj^frcT>d/? ? ?unj,Th^fJ gins* i^ljcV «~»^ ,>^- 
g^i?/jde5e, ijfel^p pag, ?6«i 'jmH ^^i^jik! f vo 
den, f f J3a cben, dc* Voim^laf^oitc b'^» f ) r ^ 
9s fi'j«^3 ab ich 3K die lufb. r^i»h' !'??»•> /o ; >^r f 

yjiti^h. Fafi. jfiirgenda was- des Me? T>fo,s j \\ ; a?' ^^ 

,^J5Tjd p/kpnn|q a 4a^ji c 5 "^ ^cf^piAca ,"1? ^ it"? 11ft-. 
s ,le5 Hoj. Khpi 9 Jem'Beir Lho$i{>* ti >\of'hcl in 

^g^bubreptla J, ob gseht/ ,A,bo l ^rf df/ f r\ e ' f 




»pt°^ naj^,f5infjirber,Vci|pi>fh^j^>-6o< c <, unr jf, 

jspl^f ,\,nd ilio Geateifip >esn"»uf'% m^ < !}q 
,sv?,^ ieJteny n^d aafiMi'?^/ 7 , o habc^ 



«« 



Daf'* d«cf,e letBfcesn Befcjipld^tiw^n y»?c' ^i^ 
retbfweifungers ?war uianchcn 6 fidi lobf ^ t , 
^ hiqktcfytnkc'ftdqii Oi^^Br^ j,,^ {\^ r j„ p ^|j P j 
£9wi, r 3 ^Lb«- bQnarmtGri M F«n. 7^/ t ^ E ,^^ c „ . 

^SPsl^" 1 die^oHde.Alci-jiPi df»3 Pi^hi °^- ^ 
tVetpsfy^ven and ;,iiifichtsvoJ>PM h^ tc n?rbi 
i?T>>bpk?«,pt; jil ^ ub^: ?oug^ feyn. ^ cj„ *vw ?r r 
fo?b ( ^ % erich'^df^f nn'o 1 G^^genbpJj r.-fiab' 
?»-*{lO ,' »*f Veijiip^frt y/o^i/uvi Junior 'don /W~ 
F^fs f^notr, Jdcas% hefj.ficj Apsi?bi^\, ^ni u d -, 
t»*9Bia, ^K/lg"fi?bJ,.dejj* ;Vdeti^ ilJf «n r (< p 
ffr-j^do,^^ S«3br g^r'i '^v^^ia'i^jrs T J f - 
fo wenigcx lafsfc cs /ich vcisMuthcxi 9 dala tfiefeir 
Mn«a £ : xh , r " weit . voi"0dF«ji , .dais oi'r.bm dew 
HQQlchnrr: c'jc Gefcsgos ■•-kot: " ■Utzneit m<go~ 
brachbv Xuinftdeien 0(hr ■•gatikeltidti s 'Figuren P 



welche das Portfchreiten Set Meloiie. ?jerdun<= 
keln utul die Gemcine vemvirreu 9 einfrhalten 
lollte. Wenigftens habe ich diefs me walr.'gs^.- 
nonxmen. Ich ertbeilte vielmelur feinem ein= 
fachew €|ior?ilfpielei> ;.ueiaen-. g^iixen Beifal| 9 
yveil m ; mh j|lech£ . fo| liiiAjel 1 und^mit folche^". 
Wurde behanftefc ;perdc;s[i imttilep ^ wenxi:.iiie,|Ljf ai; 
If findungen _der ; rellgiolen Andacbc daduref be° 
fordert warden' JfbuVn. *~ " WauiSaff gefchictae'' 
©rgelfpieler konnen deshalb erwahnten Fehletf 
wohl nicht begehen. Wer $m' begidng^,- waire 
liei allsr 'GeTchickiiel^teit -docn-frmivGia* -AffeSiv. 
kiinftler, . der^.die Andacht wohl iloren,. abe?" 
sttchc befSrdern wurde. Und idl biii voilk'onl- 
•'men i'jbefzeugt 9 dafa mein wurdiger Freund 
Klein einen. folchen gaukelnden Figuranten, 
wpkhar fo ina Blaue hipem auf Gera the wohl 
ijneor cIcmj CJidral.-zu fantafiron gewohnt ift, 
IJalbft iur heiner: , gssfchlcktbu OrgQlfpielf-k ct~ 
lienneii wiiirde, well er fsoiiev dergleichen AV 
tfanzereien eljen fo abgeneigt. feyn jnufs', ais" 
ein jeder , '-' weidkr irgend,;niir einen gebilde- 
frsn - •Qefchmaek : >und riditigea Gefuhl 'befitft:, 
^ud-bsfoaders -<1©m. .wafcren 'oigenrfichen Z week 
In Erwagung.zie1it.'r~ Es%war mh deshalb bei." 
EYbiiclmpg,.. di.efeif ..Stelte. . jtatlifelbaft , wie de?f 
berulmite Verfafler diefer ftt^Schleiien inte- 
reflanten Briefe. auf ein fo irriges, imd, fiir 
©inen wirklich verdjenten Mufiker nachtheijio. 
ges, Urtheil , ; , hat ggleitiit ^eiden konpem'; bis': 
icli' nun- ■ endHch ' : erfohrd-, dafe£ ' fo "wie, afters' 
Meiy -Iti&iu gewejmfc* gewefen,- tfeinem einhei- 
ikifclieo. Dikttangen oder freinden 1 Ktsn{lvor»- 
wandr.cn die Begleitung. des Hauptliedea ? nach; 
de'm Prijl'iidio , zn ubertragen., audi juft zu der " 
Zeit $«rfelbe "Fall ficli eWsgiset l&t. Vielleicht 
^bffcrah'irte' dicier' 'RlifeiS'de feiperBemeflcung: 
bios von dieffeiy, tiiict , atf endarte ' vyeifceir nicht, ' 
iiiehi" auf den -Gefang^fondern lenktei feine Auf- 
merkfamkeit fogleicli^auf andere Gegenftande, 
wie es wohl manche Ileifende zu machen pflc° 
gen,, die in wenig Minuten.allea . feheja .in d. lu>» 
Fen wollenj am heraach darafaer abznfj..-eche3ti. 
Blefei" Voshll - foLlte nuvt ferjiei-hin- jeden gut en- 
Organiften "nicht fowohl auf fern eignes Spiel 
aufmerklam , als vielmehr auf das Ueb'jrtragen 
auf andere, aufseilt behutfam msdaen, um 
da'durch nicht _ felbft zu widrigen UrtheiW... 
iiber itch Anlaft au gefeeno ■— Anlserdem abey 
habe ich fchon iin erfhen Thgjle diefer Briefe 
zu bemerken gef'inde«, dafs erwahnter Ilei- 
fende , bei Gelegeuhfiit einer von demfelben in 
einer katholifchen Kivche auf dem Dolnn es 
Breslau angehorten, ob zwar nur fehr mittelo 
u&aCugen Mulik, gegen Jemand geaufsert 9 dafs 



Qi* fich iifesv die SK.srallielien EinwirknugSii ete? 
MnAk uberhaupt genoiBHieiip nichr ibnderllcfe 
■-vi©i verlpreclie, ■= Me-Modsr* 

(Die AntworE folgt kiinfeig.) 

£ ' j ' Jffy'F J&ffiik-miants 9 

mw Hsy Konigi I?.;^aOe 9 ^eKi onL d ^ . "c a 
v/iwdiger' Scliiiloir von deiw gn s cg i'spUil.l ci>{ 
d'eiii'" Violoncello , Hs-n, B'uporl , i^ntt J ^ ^1 

, eiii ■ Qchtisngawei'theg' Virluofp ?uf die foif) F*"» 
ftmmente -Mq Ai^mevkfamkek audi dec r;k6 
tsewh auswsjrfcigen Mislikal. Publilnnjiijc u h 
Spiel har. Feinheifcp Sichorhe'L v«i l ' '\u ,°( f 

'"■•fein Ton ill Yoll iiHid.grofaj fci^c Dc^L° t % f : it 
fehr anfehnlich; fein Vor&aghat ubeihaapS, Alio 
nautho Klavheit und Prfcifion<i was cliesai c»e3i« 
kendea. "iimt :' eBipSndenclen rZuhoreir allo:»tial 

. mehr werfcli ifij als traileg bloTs inechanifcli«fcL-' 
tlgi? uVid - nod>, fo; kun-'Hichcs $piel. UchcT'.^ m 

'.- beiiasfe • Hr, ' Ixanii^mmm dle p vir£uO)>en i«j &'h' 

"teii&' 9 EigenlchaK, eines 1 ' lleh&mwmuifci lie^ 
fch'cidc-nhek u mld : vdn - menfcMicheai PrCiWiid' 
lichkeifcy welche jede^ liunftleir vorfchoacit 
nnd . ficher achtungqweri* c r wnrhpp ih dc\ 
ftifere ''I'Votz 'tinii' "uus» pturfipw TVlh ( i\\ *» 
virt«ofirend_er Sanger* wnd fpicloE c ^o,fM \vf"'I 
keine einzig^ gr'cSae Kapelle Mangci tanou., 
diii-fte. ' ! 

Ein de?!^ Vei^lienffi gebuhvendes Woiff 9 
weldi<5a sliir ,MecL i?, Z. auf ^6if,iy!?"f(;i!i j^ f d|,j 
jnngft lir?'' II,. fids snit csnoaEi Sole M^Wni) 
zu- allgemci;iieiK!i BeifaU Itii UeblAflitncot^ sf 
hOresi lieia s _*hieir *Med«rieg<m ^u jnw?/i'' > ' ^ >h jht„ 



Atif <lcn ?i'f[ ^« JJiml v«)>i Bf i.haJti >\ ' 'fit 
G<?t/u , s Jl'uki welkin, <h. Oli,i unit h i » j. 8 
'ill «., l jjej Vi/lidl« j! I vilj Jjx ill I C\ , f ! 

Ic *tt»k /n>« f»« «it j HfX'in •'< niirfffut '11 ] t 
M> '( .„ fu«c.J Jl„» 1'W ", J'r r f ){.!>', P m , r j 

it1"t>iUi.iiioci]. Lfinitnto uinl in di> (if ' . 4 
fn.i, und Pi.umnifci.uiti.n ,imS V eiiaiigeia den sll.mi 
.Band , welcher dies belicbla Singl'pitl: Eric in mid 

i-llmi)' in t.ii< in voiHl;iw('jf n T'Livitraiiszuge enf,» 

RtkL- »6 G.v, jftc 



siifif, una vi/UfOnk (iti 

jtocli mn d<'« /">( Mt 






Itli kiiudie-? Iiicisiit dac ^„/^iit- Lfefi. Siicintfi' ih, ' 
Jachen Clavierlieifer an, nut d ftsi Djuc^- fo 'lcid> 
dcr AnfaJig gomatJif y/erdci fo) 1. Nacld dt'iii ffa.'! ot 
Ab£afy.e.,d.ys..t;i'ftei8 SK efi.es .nnd dcni futi.m,iJ' 'I ;.. ^< i» 
Beii'aile r \ kbiiuhon]^ '■ dev ihm g<jv.'O v '' ( >;i - (^{1 ...'dt - ' 
ich auf cine vexpi'd{W"ic;. Anaali. GukfuibwufL/; cj« 
Franum. vechnen luhirteHp nnd diinO'Ii^HB Hf/e ■*>'■-' 
den SubfcviptionspreiQ 11 ui- anf is, Gt» unil v«ifpi<-die 
noch mehr, als vorher zn lici'c.vn. CoJJehtottv; «)> 
haltcn ins Vte Exemplav frei. Man Annn planum. 
oder fubferib. in der neurit Bcrl. ]Viiifikhi%mllurig ? svic 
auch ir» jeder andesis guten MufiPihaJuUinig. 



ftW> 



u. 



Seliirfuclifg yon Johann Friedrich Reickardt.' 






tirrmr 






» FOfefet*---- : ^-*r-- i P : ^P :: 'f : - t:: 



fem Sell • nei^ 



3u /-Tses Bild, das njiv snk lei 

" ^ - ■ i ■■ ■ ■ ■■■ . I L .. J ii. ...I, i ^ ,,. .a^,,^^.: ,. p u .(^M4. BHW( R a c 

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9IESSSS3 



3882835552? 



BER.LINISCHE 

MUS IK A LIS CHE ZEITUNG. 

EIN UND FUNFZIGSTES STUCK. 



Den ften Januar f/$4. 



Vierftimmiger Canon, in der Unterquarte, 
Hrn. Carl Fafch zugeeignet von feinem Verehrer Fr. Pfllh. Marpurg, 

*) F As C ti 




Htt^'ir-nrg 




p^g^g^ l^f 



M ', ! ■»<< .. 



Vierftimmiger Canon, in der Oberquinte, von eben Demfelben. 

■*■■*' ■■■■-■"» i- 




.UiU 



Zweiftimnuger Canon, in dsr Unterterz, von eben Demfeiben, 
B AC H |. y J. ". ^ , ^ 

■J I | | | Ml || M I I ■ " ■ 



TT ^ t tt M .;. ■•;' . ' ■ ' " ' . 'I . ' * ' ^ ' ' . '" 





^^=TF pfe ^ 



•} 2*s»" Erklarung. £eint erfiea $ trltt die welt* Srimme in Csia* beim sweitettif di* 3*e wiener I* 
F ; beim drftten § die Ate Stirarae in £ ; und fo, nach Rfafsgaba 4er Ueb*if«b*tf&la«os b«n* sweiten 
Cation. Wonach itiftn feck slfe disk 2|wrfeslfatie e die* wie roaa fieht, cine* M**pprg wOidig find, 
fclfcft »u»feta5en troUei '' ' * '-"■•*■ t 



aaa 



tSnbworb des Mm. 



M. 



Zrollner< 



Herr Cantor imd Organift Klein zu Schmie° 
eleberg fchvieb mir fchon im Auguft d. v. J. 9 dal-b 
qv an dem Sonntage, wo von die Rede iftj zwar 
praludlrtg aber das Hauptlicd g wie es ofters ge° 
fchehe ? nicht felbft begleitet habe. Sein Brief 
war fo anftandig geichrr eben , dafs es mir dop= 
pelt leid that, von einem i'o braven Mamie 
stwas gefagt zu haben, was nur von feinem 
Stellvertreter gilt, und dafs ich feitdem eine 
icbriftliche Gelegenheit fuchte, ihm Gerechtig= 
kek widerfohre.Ti zu laffcn. In diefer l\uclc= 
Jficht ift es iiiir fehr lieb 9 dafs fein Frcund in 
dem vorigen Auffatze die Sache am- Sprach© 
Tbrlngt; imd wie das Publikum ihm einige 
Xncorrectheit nachfehen wird, fo verzeihe ich 
ihm aueh gern, dafs fein Unwille iiber die 
xmverdiente Krankung' femes Freti-ndes in der 
otwas bittern Bemerkung iiber die fiiichtige 
Beojjachtungsweife der iVeifenden. ub@rwall£. 
Wenn &v writ Herrn JOf/w felbH clamber Ruck- 
Iprache genommen foatte, fo wurde derfelbe 
aim.; wahricheinlich crinnert haben 9 dafs r^e/V 
Ben>erkm*g bei diefer Gelegenheic nicht ganz 
ami,, .rechten Orte Itehe; denn das Faktum, dafs 
die Bcgleitung. des Gefanges eines gefcliickten 
Organiiten nnwiirdig war, ift richtig imd wird 
scugeftanden; und. urn es wahrzunenmen , wa« 
yen wirklich nicht mehr Minuten, als der Ge° 
fang dauerte,' erforderlich. Dafs Hr. Klein un~ 
aaittelhar nach (Iem Fraludio. feinen Plats -ei» 
mux*. Fremden abgetreten habe s hatte ich mir 
freilich, als moghch den ken konnen ; aber wahr- 
icheinlich wiirde jeder andere an meiner Stella 
cben fo wenig, als ich auf diefe Vo&iusfetzung 
gef&U'en feyn; well iii der That' nuw- die Griin« 
de.j,...die' Herr Klein mir angiebt 9 die Ueber~ 
windnng begreiflich machen , womifc ein fo 
einfichtsvoller RimfUer fein Ohr unci die Wur- 
de des gottesdienftJichen Gefanges der Begierde 
eines Diieteanten j ■' Ach horen zu 1'aJTen 9 Frets 
geben; kann. 

Die AwJoerkung fibej? nieipe Aeufserang 
im ; iliem Th. S. 69 wird der Hr. : Verf. hoffenu 
lich von felbft wieder sitriickriehisien', wenn 
er beiin Wiederlefen deffen, was ich gefchrie- 
ben habe, inne wird, dafs ihm fein Gedache*. 
nifa 1 nicht treu . gewefen ift. Ich bin Hehnilick 
a. a. O. fo welt entfernt, derMufik iibdrhaupt 
genommen 9 • ihre Wirku'ng' auf daa Herz (oder 
T^ie der Ve"rf. fi'ch auadriickt; ihre moralifehe 
SinwirkMngJ Rbsufprechen, iimt\ iiber: die wah~ ■ 
m Mmi/i xihvoreheilhaft zU'lirtheilenj dafs ich ! 
geratle im Gegezithd! hehawpte s was ieiIcIj 6gi= 



fuM HiF die wahre M.unjl nnil Wovraffift gGo 
sneinfchaftlich, noch jetzt zu behaupten, ?.w!ho 
gen p , ; dafs die gewohidicheu Kirchetimufikem 
(von Halbkunftlern komponirt xmd von Togeo 
lohncrn oder ftiiisiperhafc'ten DiiettanteB aufgeo 
fiihrt) der liunll mid des Gottesdienlfres UH" 
wiirdig lind { i6 deswegen eben wiinfchte Ich 
fur die Kirc'henxsiufiken Gompojiiften , die m. 



die Natur der Empfindungen emdringen 



ten 9 ausiibende Tonkanltler, 



lernp 
die aiifser der Fer- 



tigkeat iii der ICehle unci in den Fineem aucl 



eine Seele haben 9 imd Zuhiirer , deren- -ver^ 
wohntes Ohr nicht an fchalen Figuren und al° 
berne?ii Klingklang tnehr Vergni'igen findet 9 
als an detti Einfachen, Mannlichen, Majeitati° 
fchen des achten Kirchenftyls. Ihui wo es 
daran fehlt, da verfpreche ich mir von dena 
Eindruclie, den. die Kirchenmuliken machen 9 - 
fiir die Erhebung des Herzens mifserffc wenig 
tmd im wahs© FroxsMwigkek durchaus mchtsl 

Zidllnet'e, 

Z ufa t Zo 

Wer ward in obigen Wunfch'deo vereho 
a'ungsw. Krn. 0„ C ft. Zolliwr nichfc mit ein- 
ilimtnen, und ihm d.??m %'ollkommen Hecht 
geben? Aber alles Wiinfchen , Erinnern unci 
j5elehren ill, zumal fur .eitle, eingebiMete Vir- 
tuofen umfonft, die felfcen genug Geijiescultur 
und dafiir deflomehr Vorurtheil und kiiulifche 
Rmpjindlichkeib befitzen? unt nicht jede' iJc° 
miihung, die Mufik auf ihre wahrc Wurde 2«o 
riickzufiihren und Mifsbrauchen eiiigagen zi& 
wirken p durchaus iibel zu verfiehen. Diefe 
fintl, wie die Erfahrung genugfam iehrt, fchlech» 
terdings mivevbefferlieh , unci follte ' audi ctea' 
ehrwiirdige Geifc eines Or aim aufftehen iind 
fiir die IVJifshandlung feisies gelchandeten heia. 
ligen V/erkes, als z. B. der Tod Jefu ift 9 ©©=> 
nugthuung fovdern. Eo ift und bleibt alfo 
wahr, dafs die -Kirchenmufik ninuueraiehr wei'o 
den und wirken wird 9 was lie feyn mid wia« 
ken foil 9 . fo lange. man ; fieh nicht 8 mte Ves> 
laugming aller eitlen Hebeuzwecke , in dew 
Geiil und- den '2weck !<|erfeiben Mneindeidity 
,imd ' hineinsiHpfihdet, wad iraitsier noch siielii' 
sim J ein felbft und der . kahlen Bewunderung 
des tmwiifeuden Haufen8 9 als urn der FJire 
des Herrtt unci iter Beforderung der Aruhxcht 
imd HeJigiofitat willen'"ESMifizirt. 

Hr. '£,' erlaube 9 dafs hier noch'eino i'refo 
fende Stelie aus feiner Zufehrift, bei welchee 
Unterseichneteif Ihm. ^ern feme- vollige Bei<> 
Simniung ertheill, hier abgedrucke Ilehe : ss Wel= 
g, a che ¥oit-&eite kaxia_ wofal die. ,Awteeh.fc fmh 



ss.3 



s> ? von den ICirchesisiwfiken verfpyechesa ? Memo 
sgEsfalM-iMfig. zwin&t iHJ<sh 9 siicht viol darawf zu 
S9 veclmen; deim- bis jetzfc habe- ich in kemov 
SP Iiircho , ein«? Jndqchi; ■, erweckonde M.ufak ge- • 
s^hiht* . Die Muliken —» von Handel s , .%. B„. 
n Iioiehm'dc 9 Graun v (!) die ich hb>t!£ 9 wu.Bo 
w den nieift lb ausgeji'ihrt , dafs der angefachte 
jjFunke einer grolsen Empfindung wieder plots~-. 
S jlich erlofch, und wenn ich das PubKkum 
^beobadiKete,, fo fah' ich g-uf dejn einen Tlieilo- 
& jdeir Gefichter La-ngeweile und auf dem andouiv 
sjbloa das Wohlbehagen , welches fUr auch fogl, 
99 ejner Janitfcharcnmufik wiirdcn gefuhlt ha«, 



s* 



ben. 



Wehe frcilich folchen vortreflichen. 1 



feei Iriirzorev Self; — In aufserGftlenfcltclies' Zu-= 
Jfammenkimffc hmen lafien.- Sodaani- ontfchei« 
del; der Klub- durcfo Bailotago .unit -% der Stim«. 
?;»8H fiir feme ilnnahane.- 

.D«j- JLiehlmftercmicorg. 'in SbcbUii-,- 



Trots Senates .pour, le . Gle/o.. , on , $",<,.< K pai\ : 
A, C. Mil lie r s omvre 5 9 a OjferibacJi\ 
eksz J", 'Andre. {In dev N. B. MunkliaadL' 
& nth*. 8 Gr.y 

Hr. Organiil 'Midler In Magdeburg Ifi cuirch 
feme vorigeri Sonat'en und iifori'gen KlaVievai*=. ; 
beiten bereiss- als iil&vie¥£owq)®mR vortheilhafs.' 




imt lo Icharfcm Bhcke nbcrfchaut, das Wefen j der Zeit; trageh ater ; cloc& ' iifcht ttehige- Spu- 
der .kunit nut fo_vi«Ier Innigkeit unifafsfc und, f re n des gruhtfftchem ICoMipbhiftea znLlch. Die 
inehr in Hmhchfc feines- hohen vorfchWebtin- | drilte ift: qearbeiteMr,, totsl . moisto" shksv ■ K«n- 
den Ideals der Kunft, afe urn dev ■ Tchaalen* vort- I nem lkbeWeynj, fie iS m . abwechfeladem 
ubergehenden Zuiriedenheit des Modefuehtigen * f , c i en nnd ge bundenem Style /gefchrieben. 

Erfnidung und Ausfiihrang' find glelcli gat ! . 



Kautens' #illen Fthrfcibt,. Erntuiltehiftg frt : idefi ? 
fain Genie und leine erwoibeaie liraft fur Fied« 
ler nnd Tonkrausler und fiir-'Verfainmlungexi' 
von Boo'tiern z\\ verfchwenden? Med, 



jNachricftt fur rci/hiule VirLxiofvn uaeh . 
StcUiit. 



S3 a 



Voll liefer EnipOndung und vorsliglicli biiav 
gea'rbeitet ift das 'sMkgio* ' Baa' eisrage'sr was it<ian 
Efjrn. M^ s-aiihen' i2Jogt& y ^wlirsj, etefc 'o.v £§a Sa^, 
chen fftv den 'grofsem Hdufen .weni'gev poM, 
£chriebe 3 imd dio.tTm-.wekQslBigeK 8ff£& ym^ 
n . r f , , , .. P - , „ iniedcy,. die ein« ■ I'eliE grofse Hand, fcvd'es^l' 

^ Die Lrfahning, dab ren^nde -Vnrttiofei* Auch die durchgehenden dxvomatifchea lVldtcn 

faft immer bei ihren Inehterr Konzetten &cha- |i B d bisweilen etWSs hare. • 

d«n htten t (welches jed^ph unfcnn Publiko* Von eben dfefeiA Kbmposiiften Ifl-]ir- ft 

aicht ganz zur Lalfgelegc VenletJ kann 9 . da @s ( * — ' ■- - ' 

eft durch Stumper uttd Gl^'ilatahe;hin£o^n^ 

gOn-imd--]iiistrauiftli gemac^t iff,. 1 ) hat imraii 

eifi6t' *ieuen Ekirichfcnng gwb^ght;. .Dgp Si'skidd 

Virtuofo erhalE aim Douceur von wenig£ten$ 

S2 bis 5/|. I\thi. , welches in g^ 2 aufserordent- 

lichen Ftiiien aus deiu IJeberfiiufa tier fion<=> 

zertkaile erhiiht werden kann. \ Dabei snachs 

er freilich kein grofses Gluck | aW er hat dock* 

§2 iltiil. .rMneii und' fichern'Gew^m, ,'jii-(;ht dig- 

gerimgften .Koften 9 darf keineB-.G.^g ,ihim,. alg 

den -zu* Melduzig.bei deju ; Mufekd^ektou iH-aak y j 



aiich ehij der Hei^ogin voh 'GurLaid idadkiE- 
fce8 ? . CojicertK^-HfUF do ■<Jla'®..,ou P., } l'l, fives Jc~ 
comp. do plus : fujlr- (phez. Hummel 3 FL) ,<sro 
fchien'ens, t _daa,-f^hjc awgenchui, fiiefsead, jxncl 
bsillantj. ujid date! eben, niche 'fcliwes six £pio'o 
len jICo- ' ' 



e 



??}^ra puddriites' 'd Moukci ' Jngloips, e 
plujimrs Inftr. ei<i: Comp'. par L."liein^ 
wal'd (dS'litliles^fmj'eri&t'Mhnfneii'Mlt 
(der E.faviGtaiihz\i$ da^d^'id -©ff.)- 

'Bieie'Mlein&TimtMdiQ'J'WvMio I/fci Gmm 



nnd kann airf 'das belts Accom^gn6tmm wchd | sueVaieMratto- Mtmmal 'bei Bolc§3iiihoifc. 1 * ! 2H' ) .¥sr., 

jaen ?i was hier, zu haben'^ift. ^ Indbl% verftehe ? mahl'ungen clce ■ IfeonpriRsoa. m?m! f ??K l-mlwlf, 

iian .' naturfeich«r'weife uriter einer '•'-',' Vana ' 'aus« I ^on PreufsefivrdiGfe-ia.hchQ^tl^pJKm.^od ib^' 

»«.iri, n .h.a rf3*.rrki/.i,ii/.i,i,«^ _ fo!^© s , dfe ? ron Geiuahlinnen zugeeignee hat," find 's 4 ech' : 



gezeicbiieten-, 'Gefchicklichkgi t 
nian bier nidib Jtndm^ weil ui»Cei' J?\blikum 
fein Geld nifcrlt'"ger'iie''imnufcz ^eggieb^. wars 
auch aur einelll'inigksis'^oH' eiriigeu ©i ! ifche*Bo 
Fiihrt daher ; def Frfenid^ keh'ten fchon fop\hrn 
ten Nainen, Fo naufs ex fich erJl vor deinM^o- 



artig und' jiwch ' 'auf. 'd'em 'lifeviOffe' ■ i imf:;zji'shm 9 
fo dal^ fio Fi^.Gffellfchal'teB- mid amii' ApiiU 
feHient fus Arjfpnges'.ai-Kid- gev/Ob.nltche' Mufik. 
liebhabepinaosi- -ew "GsaipfnhlGB'-findb Stick ■ iUnd 
Papier /ind fo felion^ yd© Mmm fm mm dicfw 



£06 



JD<sj Slid dor Behnfue'ht! °) . 

Sufses Bildj, daa may -unit leifcm Schrien^ 
Hesfa und Sinn lind Gcift und Auge ftllle ! 

Reine- Quelle memer JHUcn Un'aneu 
Nie ves-gefsney imraer nates Bild X 

jL'achelnd fchwebft du auf des Abendo bolder, 
Heugebohren uriterm Morgenhaiti , ' ■•••■•• ■ • ■• »'- 
Und. <niit Wonneglanz fftllt deine holds 
Gegemwarl felbft TraueyiantafeinJ 

. In dsi* Andacht hohem Sternenflugej, 
Schwebft du winkend ' me&fiem G.eifte vor! .. 
Weilft niit 'rail: -a-Hi .camften i AfcJiEiitrug"? a •. 
Mebelt troilend mir der Zukunft 'Flor. 

• Zeigit'mi'r Set Toilenduhg Soru:en-Aiioi? 9 
U«(J die Pallia dc-r "jecje Klage fchweigts' 
Stiit^eft Xa.nJfE. dao Snkcnde Ver'trauen „ 
Flttftedtj i • iyits.'ria iJ , hslA sit das-Ziql evxeiclul 

Widderfindeit , Iieifst des-SSieles Karon©! 
SJng'eti'e'riii't ''Sfiiiih/'waAdel'ri Einen PfiidJ 
Slelsj, C8"i'eift .dem 'himmelyollen Lohne 9 

Jed,@ jilille msgefehne Than ! 

. ■ Eera , getrenntp , .und docl& fur mich gebo.liscai 
DnMUss .Schickfal ? -da^-mein JLebesi Jenktl 
S'chnell'-"ei'kftnne » «nd fclineller aiocli &£xXohx.eii B 
Befsres Ich,' in' dao reialih ©eiil iicli (fenkt; 

Sail' IcIr dich, und fiihlte hoh'res X^.ebe® 
SchopEerilch, Skmdk jede ISeryo gliilxn ! , 

Horte dicli =-» empfand mi.t .tj^fem Bebsn 
Fsfie B'ande :una .^fammenziehni 

Xiidltf iund jtsjaft .mid yoine .See!e&i:wurd®.p 
idl'le' Freiide „ ,'lieitfc G©iftessub, B 
Mutl» fur jede , aucit' die fch^verile Bui*de e - 
JL^eiielte mir itanfo dein Auge ; au.' 

Kiegetotltes inriiges Veveineaj^ 
Sch»Wg te iHes^.an ''H«ra und Geifl -an Geift, 
Aehl ;ura ."McW iim dicli follt' ich nmht -jwei-nesi^ 
Bis des Lg'b#l|s Jiiutes,-, Jfedea teifst.?. : . •■ . . . 
• i ff'etnel dtt ^psxaagil ,-iffi? niche .3^.tten«eiij. .' 
8eoifen'*fc5!&ni»t£u;cht Besgj. riichfe Land .und ; M@oa*S 
Ewip* ' werfleit ^yir 'Utfta --wifflder ke-nnosio < ■ • ■ . . 

Bahgfta ■Hdra! ;, Wa8 ; tnau3Kft'dfa fo-felu-ff- '■-■•<■ 

■ *) Ein > fehti&es -Gedicht: von 'Srielrihe Brmi., gob. 

. f Munter p in CoppenhngeUp asi Welches ^ch-^das 

• . fehone in.iiige JLied von Relchardt (m\ voi'i 

l; 8tucke) fo gang' an(chm£egs 9 ' -ssnd das ■alfo wohl 

nocli a;icbgeWsferfi,Bii woi'don vesdieius. 



m mm - 



jgiifi-age p Me Orgel ietreffmiA 

' Man iiat h&lmnmlich zelfcher iM 
kfffblg' auf did Vek'vbllkoininiierung' cler €to¥ia<a 
Susinl'lrasneiite ■ vie! Fleifs und-Miifee verwesi<»- 
tkt,- warum vergiht man dea mRon cferielbe%. 
derOrgel? 2 war halse icfe niche cias hcii. roinl< 3 
Scho Reich durchwandert ? tun snich zu belel.i« 
sre!h: ob liie aftd da elri 'Ehrenmann einxnal 
einen Schritt we'iter gethan, ala Weiiirneiilerg 
Orgelprobe gefeau vorzeicb.net, Schriftliche 
Nachrichten jnu'lfeh documendren , 7ixts voiA- 
w-a? Alleiri", aii83 Sucbens ohngeachte£ , (md& 
ich : der^si' wejnige, o'der I 'vie. Meine kleine 
Fragen find daher kiirzlieh: 

, i) Ifts niclit moglich, die Stimmung der Hohiv 
werko in der Orgel beftandigeif zu jnachen? 

g) Welches ifi; die \vahre r'tmere Urfaclie des? 
'Veraxido'rlichkeiE? Dieaufsere, namlich ve^ 
.ah-derte Luft, ift bekannfc gen tig. 

'3) Wie erfeichtert man das Stiinssxen? °) 

.Hohrvyci'ke find in mebr ala einer Biickfiche 
eine wichtige Art Orgelftiinmen. Man verack° 
tet fie gewohnlicb blofs- deswegen 9 weil fie fo 
wandelbar find p iveil ihi- Sduimien fo vera'no 
derlichy dais fie'ofe Sonnfcags unbranebbar find D 
weap Mian fie fnur erft am Sonnabend dnrch=. 
■gsltiinnitp und fie alio fiir den Ojgaj.iften fo 



sui 



iih la 



in. 



oder„ wie die alte 



n vufrgelniannes" 
■fagteii., JSarrwerke find. Ich, und gewifs 
-aiiehrero Organiften jni£ niia*p wimicben wobi 
von eineiai desr Orgetftructiir ktmdigewi Mansi^ 
einige BeantwoKtujag der .drei Anfragesij icli 
vorsiiglicb, da ick n;'iclif£en9 -gtwas iibes* de,a 
Ctegelbau druckeirB hH'en ntoclito. Gern will ic-la 
cEefe.Gii'ljg dui'ph' Mlttheilu-ng Kleiner ldee% 
ErfalH-ungeaij, W&vfachQ etc, zvl mxviedeKsi &.che?« 



Esidea'.tJrA'emiciifiister hat eine'Harke S^TIccki'lago 
von aieuen Pawfey- Mniikalien, fo d&ib. ■ci < dam'ie' 
Iiandelt 9 ■vvip % llt •eigenem Verlag- Eo iit dammcr 
pebll ■ allesi ■aseues'ii 5/Vei'ken voji Clement i „ Haydiip 
l\$o?.art n fyleyHf PVranizky etc, eine grofsc 'Aiiza'hi 
rii^aakalifeheK; Kunftwerko von iteuetn Goi«»poi'iifi , ei:a 
Qiid-ialton'i «'■<« aWai . Theil in-Detitichland - noch tus« 
bekann?. .fint^' . . Pie Edkioaen find fchOn. Die 1'i'eife 
snflfaig. Sovivoisl JLiebfeabei' t als Mufikhindler, ^vel- 
clie von die feu MuJikalien Iicli etwas zu vefichaflen 
gedenkesi, erhalten diefelben Hilt itarkeiti Jlabat; den 
voAlfiaJMu'gosi Gatalo'gus davon erhalt man Q-natlo, 
. ■> • Hans GeorQ JSagelip 

. . ■.-. ::■ Muiikhandlor in Zurtich. 

■ f; )iWe3»n die beaden G-rftsii Fsngbii beasi6v/°i'tet finds, 
. fy failt die^o dsiteo voia feibit were. , . M. 



^ — -r^hc 



INHALTSANZEIGE 

DER MUs'ljKALISCHBN ZEITUNG, 
(Statt des .zwey und funfzigften Stucks.) 



Auffalze und Aphorismeit, meifi iiber prakti- 
' fche Gegeiijlande. *) 

Woher der Mangel an Effekt im Berlini- 
fclien Gpernhaufe? Seite 5. 9. 10. 

Seltfame Charakteriftik Seb. Backs, von Scftu- 
tart. iy w 

Etwas fiber das Orgelfpielen. 42. 43. 

Woher die abweichenden Gefchmacksurtheile? 

45. 
Ueber KiihiHer und Dilettanten. 57. 58. 

Ueber das Notenabfcbreiben. g<5. 

War ift gliicklicher, der limfikal. Laie, oder der' 
Kunftkenner nnd . Kritiker? 89-90.' 91.' 

Ift mufikal. Kritik iiberhaupt nothig? und was 



niitzt fie? 



93- 94- 95- 



Etwas iiber den Werth und Zweck der Fuge. 

97. 98- 
Ueber Gebrauch und Mifsbrauch der mufikal. 

Schluffel. 109. no. 

Zur Ehrenrettung Cramers, als Ueberf. unci 

Parodiften. 114. 

Etwas fiber den Charakter der Tonftucke, und 

vorztiglich iiber die Bswegnng. tif. ng. no. 
Anekdote von Kirnberger, als Nachtrag hierzu. 

iai. 122. 
Zur Vertheidigung Kirnbergers, von Zelter, mit 

Anin. v. Kerausgeber. 129. 130. 

Zum Kapitel mufikaUTcher Vorurtheile. 126. 127. 
Einige Worte Leffings und Mcndehfohus iiber 

Natur und Kunft. 123. 

Das Concert zu Scherau, 1 
Guftavs mufikal. Vorberei-V aus den Mumien 

tung zum Himmel, J gezogen. 37. 

Einige Urtheile und Winke fiber Mufik, von 

Schubart. , 141. 

Ueber die Vcrziehung eines Tonfufses im Pcr- 

golefifchen Stabat Mater, von Marpurg. 157. 

»58- 159- 
Winke und Regeln fi'ir Anffihrer der M. in 

Concerten, von Reichardt. 161. 162. 

Die heutige Laufbahn manches jungen Ton- 

kunftiers, von Schlimbach. • 165. 166. 

Ueber das Klatfchen in Concerten. 169 170. 
Mufikalifche Zugvogel (Wenzel Peterzek) 183. 

*) AHe unbezeichnetcii Auffatze, fo wio *He fol- 
che Rccenfiotteii, find vom Hcrausgeber , welches 
derfolbc, der zwav niclu ttblichen litterarifclieu 
Gewuhnheit, aber der fP'ahrheit und Elu4ich» 
keit geaikfs halt , bei der letaten Rechenfchaft *u 
4*t Fublikum, audit ungefagt su laflea> 



Ueber Noels; eine Reliquie aus dan chriftl. 

Zeiten Frankreichs. Seite 189. 190. 

Ueber ein neues niufikaiifcbes Wunderkind, 

von Naumatln. 197. 198. 

Fur Hrn. Org. Klein in Schmisdeberg. 197. 
Antwont des Hrn. O, C. R. Zollner, 202; mit 

einem Zufatz des H. fiber Kirchen mufik. 

Eingefandte Auffatze und gejammelte Nach- 
richten, die Gefchichte der ncuern Mufik 
BePreffend, 

In Deutfchland. 

Ueber das Berl. Kdnigl. Opern theater. 1. 5. 9, 
10. 39. Nationaltheater. 31. 59. ni. 162. 173. 
191. Alv.es Concert der Mufikliebhaber. 17. 
27. 43. 151. 156. 174. 179. 193. 199- D as 
Fliefsifche" Concert. 18- 27. 171. 191.. Kir- 
chenmuiik. 140. Singechdre. 53. 178- Ver- 
mifchte Nachrichten von Vorfallen und Per- 
fonen. 

Italiemfches Singfchanfpiel in PPien. 5*. 

DeutfcUcut Singfchaufpiel in ft 'ten. 141. 142. 

Italienifche Itteatermufik in Pf^len. 131. 134. 

135. 138- 141. H3. 

Ueber die deutfche Manheimer Oper. i<S6\ 

Ueber das Manheimer Grchefter. 178- 179. 

Theatermufik in Manheim. 66. 

Hamburger Kirchen - und Theatermufik. 71. 

Theatermufik in Frankfurt a, M. 70. 75. 79. 

Theatermufik in Konigsberg in Pr. 39. 40. 

Miinchner Mufik, 125. 163. 

Gegenwartiger Zuftand der Mufik in emigen 

• Gegemlen Schlejiens (Schweidnitz , PValden-' 

burg, Landshut, Hirfchberg, Schmiedeberg, 

Arnsdorf, im Gebirge, Sitberberg, Qlatx, 

Neifse") 65. 66. 69. 70. 73. 74. 

Theatermufik in Paffau. 67. 

Wohlthatige Anwendung der Kunft durch Di- 
lettanten in Graz. 58- 

Liebhaber- Theatermufik in Stuttgard. 163. 

Mufikal. Nachrichten von Munjler und Bonn. 

149. 150. 153- 

Das Sommertheater zu St. Nicola in Paffau. 163. 

Ueber den jetzigen Zuft. der Mufik tn Halle. 
174. 175. 177. 178 185. 1&6". 194. IPS 

Neues Liebhaberconc. in Stettin. 181. 182. 203. 

Theater in ff'cimar. 22- 31. 

Coricertauffuhrung in Erfurt* 99. 

Mufik in Hannover. 134. 

Flf 



ao6 



lAehhaberimxGk-in&romberg. Seite 80. 107. 1 14. 
Mufikanftalt in ' Schwe/nfurt. 60. 

Judifch-mufikal.-Geielirchaft in Nemvittl 171. 
Ausfiehten fur die Mufik in. Magdeburg. ,i87- 
Mufik in Deffaii. * ,0 

Gemeinniitzige mufikal. Anftalt in Nordlin- 

S en ' -6. 

Hillers Singechore in Leipzigi a , 

Hillers Zufchrift ati den Herausg. diefelben Sin- 
gechore betrefFend, nyt einem Zul'atz des 
Herausgebers. 2 o 

Frankreich. 
Paris. Opemtheater, 77. Neue Einrichmng 
derOper, 145 Romeo und Julie, 151. Thea- 
tre de la Republique, 2. Theatre italien^ 33. 
Theatre de la rue Feydeau, 14. Mozart auf 
dem Opemtheater in, Paris, 77. National- 
dekret, 111. 

. England, 

muefter Zuftand der Concert- und Theatermu- 
iik in London. gl . g2 . gJ . g5> 

. I tali en. 

Horn. Theaterrnufik, 49, 50. Kirchenmufik, 53. 
04. (ZuLatz uber Kirchenmufik v. H. 54. 55.) 

Spanien.' 
Ueber den fpanifchen Volksgefang, 138. Eine- 
prima Donna in Spanien, 7. 

Holland. 
Merkwiirdige judifche Schaufpielergefellfchaft in 
Amfterdamm. I4> 

Danemark. 
Mufikauffuhrungen in Coppenhagen. 22. 39. 

China. 
Etwas uber die chinefifche Mufik. 105. 106. 

Vermifchte hijhorifche Auffdtze und Nach- 
richten. 

Altbaierfcher Kapellbeftand. I , 

Etwas a us der mufikal. Vorz.eit< at. 

Aeltere Schaumburgfche Kapelle. aa. 

%m Lebensgefcfaichte des Kapellm. Kraufe in. 

^tockholinv . ,, 

Sarti, in Petersburg. 4 J; 

JXardini, in Italien. 85. 

Die Barnikowfche- Mufikalienfammlung in 
Lund 1 .. ( ~ t 

Eta fehramer ZuFallV die mufikal: Zeitung be- 
treffend, 78? neUl Beilage von Originalver- 
fen anlt Natea*: s 

Zui • methanifchen Kunjl. 

Verbeffert* Blasinflruiaente, infonderheit Fid- 
ten* Mm 

4. 5. 



Harmonika. Seite 3. 

InltrumentenbauKunlt. 6G. 

Saitemnftramente von Bachmann und Sohn. 

83. 

Erfindung de* Glaschord. aa. 

Seltfame Nachahmungen. 55. 

Der Violinfpieler, von Berg in Ludwigsluft, 

ein neues Automat. 70. 

Neue Flqtenuhr von Mollinger. 135. 

Neue Saitenbeziige fur Klav. u. F. P. v. Er- 

hard. . ' ' - 143, 

Bothers (in Berlin) Erfindung v, F. P. 166. 
Anfrage die Orgel betreffend. 304. 

Zur Gefchichte der itblichuen mufikaL Inftrn- 

mente. 167. 170 175. 190. 

Charakberijiiken und Auckdoten von Tonkiinft. 
lent und Firtuofen. 

Kirnberger, 121. 12a. 129 130. Maria Frans- 1 
ciska' Tddi, 413. 114. Ernft Wolf, 6. 
Signora Marchetti Fantozzi, « 10. Bern. 
Caudeille, 2. Dem. Schmalz, 6. Taufch, 
7. Kapellm. Righini,. 10; Lnfud, Mad. 
Jjufini, Dem. Amid, Bartoliui, Galleni, 
MuJJini, 14. Marian* Schititzler, Boasyiq. 
Sollier, Kirmair, 15. Seb. Bach, 17. We- 
ber„ 19. 17^. fPittJumer, a6. A. £. Mul- 
ler t 37. 4a. Cathar. Lang, 30. Scndnebeck, 
42. Pachierotti, Marcftkjini, Rubinetti, Vi~ 
tallatu, 50. Borroni, Biagino, Giufeppino, 
Loreuzino, Antonio^ Pelii, MajJ't, 54. yt tZc 
Mad. Lehmann, fVecker, Jdfchke, Knoblich 
Hevig, Oefer, 66. folke, Grafin v. Rohnl 
Jlovk, Stark, Gebatur, Kuhn, Klein, 69. 9o 
Walter, 79. Mad. Muraj, Bruni, PiottL 
81. Salomon, Bezozxi, Harington, Mad. 
Krumpholz, Rovedino, Hindmarfh, ga. Cra- 
wer in London, Giornowichi, Undley, Par. 
he, Holmes, Bitnondi, Jennewitz, Aldev, 
Clementi, Hullmandel, Kiilfner, Cramer, 
Hummel, Benin, % S . NarZini, Gluck, g6. 
Herzog Heinrich von Sachfen - Merfeburg 
■I63;. Kaufmann, Seidter, ^7. BiauehL 
III. Geor^ £e/«2a v 115. Heinichen und 
~ ^/^//Aff, I3 t. JEcA, lajj. Winter, 13- 
Mad. 7b«rfo/tf, Sign. Seffi, Mad. jBi/>7^J 
134. 135- Sign. Tefi,i 3s . Mavoli 9 U Benl 
nucci i#^ Salieri, t& Tofoni, ,43. B 0OT , 
»'*/' ^ ol f> *W *50- Steibek, 150: Mad. 
^fi^A, ^,, ©erne, ^6. /^W/, 171 y. 
Pi-anzJ, Bitter, Marconi, Wet&Uhg, , 7 o 
Mad, Berthelfen , 1 79. Dem. Guerrin, Bar. 
193. Dem. Weinmann, 194. Hdusmann, 
199. ' 



iifO'J 



Componirte 'und aiifgefuhrte Pfei'keii t!<#fr.vfr*fcj 

eenjirt^- charuktnrijht -otter vttur .ttukerKwt 

hnige&eigl werden. ■■\ ■' -,. : . ,,' .; Ui ; .. .ji lJl( f ,-y 

Die Oper Enea. von Righini. . Seite ii '''to.. 
Die Oper Protefdao ,.von ' 'Niiiitoafih,' !; * j' ? 
La PapelFe Jeanne, op. CohiJqije.' j " .' ^4'' 
Genevieve et Jean op. '■-'/■' •■'"■lt$) 

La Cifra oder das Kaftchen mit derCniffer Von 
Salieri f ... , ' ' • : " v i& 

Lobgelang ,, von Bu^efeh und* ScWii M u **) 
Volks'lLiedgens. '[';. ' '"■ ■ .';' ■■ '<\ v] " !,1 '*$.' 

V. Sonatea pour le Clav. p. t,, ^eille. . .£$.] 
IJayd'iLf fieben leifzje Worte Cliriiu. ' ^7. 

RIozarts Urue, Cantate von Burmann Vrind. 
Wdfolv., ,. ■',', ' ! ' 27. ! 

Die geplagten Ehtmanner yon Schack, 31, 
Stabat mater,, von JPergolefi. r yLr 

Stabat mater, von JpLodnuaid. ".,' .',.', 34.. 
Capsiceippur'le; CJav. p. A. C. Miiller. 34.: 
Lieder und andere Gelange etc. von [C. Spa r . 

'£/>/> , ; m-,;,- ■":'.■. . "34-: 3S*' 

Der Tod Jefu von Graun. 37. 

Der Tod Jefu. v.- Kreq/fe.r.- ,,. y .. , ,37-38 
Yerandet. furs Klayier ,von .Kolbe, ebend. , r .Vj 
Roinanze,. aus ; dem Doctor und Appth. von 
^ Stengel. -\ : ,.,, ■ ■■■ t , ;, v _ '"'" : ;./; ^^j 
.Fimf neue vierft. Kircliengefange iron Stengel, 
ebend. yV;.. : y, • ."«-■!. , ■; v. , f j 

Pelletier de St. Farge&U. , ;. 38« 

Hieronimtis Knitker von lOittersdorh. 42. 

Der Wunderengel, Operette von /e/ite/-,, ebend. 
' Die Singfchule, Operette von Batzko, ebend. 
Compofitionen fiir Gefang und Ckvier yon 

Hajslers vier ., Sajauijungeaj leicliter , Soriate"* 

ebend. .t, ■>::<•■,•.';*, ',-■., , -,, 'jt,. ;.,.';",• 

Romeo und Julie von G. Beua}&.i % l '/- i S9-l^6-\ 
Die Geifterbefchworung, Operet^ ^pn ;G«/--, 

tellieri: \ «<- - * .■ - ^. u . .,,'.,;, ■..•"*■ ,'',',■■* ^ , vvXh ' 
Zwolf Lieder beim Xlavier etc von Iidufiler. ^3. 
Sechs Gedichte von Matthiflbtt, v.ebendeu^. 63. 
I4ed«^^ln Muf. rg^L : ypn .^<^ebej^ Q '■,';/ 
Deutfche Gefange, nebft zwei Scnatinen von 

Saupe f ebend. 
Vierzehn Lieder fiirs Klavier von litrfchmami, 

ebend. ' --'•**—-, 

Der Spiegel ritter, von Kotzebue und Walter. 

79- 
Oberon, yp» Wrattitzky. « , ( f4:|, 

Kurzgefafste Gefchichte der Orgel 7on J^edo» 

de Celles , uberf. von. Vhllbeding.,: ! 74, i 

Die Heirath des Figaro r von Mozart. 77- 

Ariette p. le P. F. avec i5 Var. p. Charles 

Jonas. 78. 



KiiDigiTljeod^ra viQn JPaefigllp. , ■ %ite 7^ 
Uia 1 verftell te Liebhaberif i , y q«j ebendl r ; . 79. 
DJRiWeinlefe^Qpejr, v, 4tyen f jmd^^i^. .7&> 
Trois Son^ tfc\ \ jfr Clav. , O^eu vie ppftii. . T?. £,i vCi 

.iMolfo nor 



8A- 



T^ois Sonates etc. dito. ebend. v . , \ , 
ZjW<^f Gedicbte ypn MatthiiFon, und /tejffely.. 



A«ii vv.- it. iy „ 



-,•■', s .ohm w.- j». n „....i 1 1, ,- ii.y,** 1 

Zvveiter ^pf^ch . |i% a f|g«rirten Choralen und'.' 

Erfurts Dankopfer, von Hafder. .. ^9. 

Te Peiun , von %$gJiJ#-tU; t ebejjd. ? 1 , 
Caqilifr yon ■■■jfeieJ/M-iii'} ,(^^ Stuck!) f oi-.- iqs» 
Pplvxena vo«i Bwtud\ ii^cl ficftweizer. 106., 

Der Schifspinroij, ypn Rittersdorr, im filavier- 
,,aiiszuge v^S^gg^ftnue^ ; V' '., ,Jo£ 

Frohliche und gefiihlyolie Lioder,. vosi ebe?^ 
deuif. 106. 

Mii(&kkf.,P6t-pou*ri^ebfmii*:! r* :' , ( ...:.» 

TQw&K Va riat. ?iuri Kilavi *v. Iiatr&be. 1 ic^. 
Hyiiuie vtowVofs und Sthulzx V!. • , nov' 

Colma ^ von\Gothe und Zutnftaeg ^ ebend* : 
Sanmil. deutfcher Gedichte^ cpntp. von Grofs- 
heim. V v, i*5- 

Verfwch -eilier -Elententarlehre fur die Juglsnri 
am Klavier , yon Wv Hung. 1 1 ; • > t . * ■. , \%%. 

Freimiiui'ertifedei' hltt MeMlieen voi» AmbrofcK 

und Moiie'im, " , '" : i ->' 1 - '••-• : . V ■'■«••'.■' fga, 

Erwin und Eimire,, vonGo^he und Reichardt. 

"■' iV -'" ■ :! ,; ' ' ■ 125. 

,-, , .XNaumanna, Urtheil dariibpr. 176.) 

Septem Pfalmi poenitentiales, von Orlando 
Laffo. . ,.4 ,,-,-, .,, _...,,..-, ,., v ^ ,26.. 

Trois Quatuor% ;^e Pleyel, arrang. p. Lachhitt. 

l 39- 
Six Quatuors dkpj ebend. 

Doti^e no uvea ax Quatuors jd^ Tleyel, ebend. 

Da« Dettingfcbe Te Deuui yon Handel. 14^. 

Trois Son, p* , K QMv. .p, Kozelu^ch. 143, 

Ouvert. et Airs du Ballet ; de Pfychs, a*r. p. 

Corner, ebend; , V 
Six Duos concertanta ^uyr/fi, Flutes p. />/<- 

derJmgetn i43- 

Concerto pour le Clav. p. Herrmann. i^g. 

Six^Sonates — ' — p. Mezger f ebead. 
Komeo et Julie, par Steibelt* 151. 

Petite Airs ronnus varies p. DuJJtek. . 156. 
Six Romances, par Ferrari, ebend. 
Recueil tli fix Romances, p, Gremer-, ebend. 
Second Pot- Ppurri d'airs iwmus P. /^raiuHH, 
■"dtj&iA^ ;:";; ,:■■- -:-■'' V-iv n " ■ .-.■; 
Cfnquieme Pot- Poursri ou C/kpridff pour le Clav. 

p. Steibelt, ebend. 

Te Deum laudamus, von Sarti , ebend. 



io8~ 



■S-* 



m Feier des i8ten laiirhUttaertsy'Vi SchUn. 

kert und^iegfir. SoMttiedK f ■■■■•} >i iSMte 160. 
La villanella rapita^ ^&n<Xrftat<h/iii~ 163.' 

Die fcharie MuHemi y v'6n P'aijmk^ ebend. ' 
Das Opfer der Treue, Prolog von Herklots 

und ffeber. ■ •■•"■■'-■• -< v! <^ •- ■"' i-'.'.:i ■./ ,*»; 
Iphigenia in Tauris, v: Muck. • '^ • ifa 

2 wolf Serenaten, von Qrone. igo, 

Grande Sonate pour 3 Mains* p,. iffifiler, ebend. 
An die Volker, yonJWiellger vtn& Ndvrhawi, 

ebend. "■'■' ; v Ai * u ,/ . ■<.: .•• .hiu>\, .: .<.<•: > -i 

Arien und Lieder von 3tkdft6ldt. ■- ' ■<■ 185.' 
' Abendeinpfindurig, beiinCla^Vv'.i^b*^^ ebend. 1 
Senates pour le P.' '■)?■. 'pj.; Mlic/iard&i ' i87- 

Overtura dell' Op. Bferiho m^ichard^ tbencl. 
Cavatina e Arietta della metlef. Opi -*,> ebe*>d. 
Trois Son. p. le Clav. ou Pi F. y.A.,E:M(U^. 

« ' ' ■'■" i30 3' 

Concert pour le Chir.rpJ 4* <$• <Mdler t ©bend«i 

4 Quadrilles efc i£ Angloilesupi Remit>#ld t -ebend* 

Melodieen zu. Harturigs LwderfaliiMjlung , furi 

Schulen, Ueraus^ege.beaiV.,G, Spatter, < , , 

Marfcb zur Ankunft des Merkur, in der Oper/ 

Protefilao, von Ma#ituW&.r ii! ■< .>.: ; i i 
Das MSdclien, Lied yqfy Cftrl Spazier. 
Roiuance d'Eftettc p. Moviuii^cotxi^ '^ax '$«£-' 

eicK* *■ .-■:% :;.,-;, ' ..; ,.: -,.-. - ,•/,', ■• ■ ,■'.■ . •: 
Lied- aus Erwin und Elmire, von Job. Fiiedr. 

Reichardt. ' V. . 

Marl'ch aus dem Kaltchen init der Chiffer, von 
. Sqlieri. J , 

Nacntgefang f von Ludw. ^tmil. Kunzeh.y 
Tamtliick aus'^er 1 Oper GftnS|&adeyvdn Ret J 

chardt. 
An s den Friihling, y.-C; Spazier; ' -" "< s : '■■■'/ 
Der bldde Liebhaber , von Bernhnrd ff lijTdy. ' 
Oj)Urb&l\6t aus der Pper Etim , yV RigtUm. ■• 
Iloinance da Ftoriani ■ y* TYtrtfcier. i •>*■■■- 
Klavierftiick, Von Retthardt. 
Novemberlied, v. B. A. tVeVfr'M*. : - 
Abondgefang, Von Fr. LudWi ScUfob ^ • 

'' ~ . ' .'-■ : ; . -.>: . .%. 

'■':■- :: ''- ' ' ''-'"-•'■'■ ' ■ .'■■ :-.u, ! ;>'. /;)!>•.( ;:■•-, ji-. . > 



GefellfchattsHe^ , v. O. C. Zinh. 
Ah Minna, von Aug. Willi. Prachb, 
Uebungsftiick fiir die linke Hand, von Carl 

Lied, von Carl Spazier. 

Lie4, von Carl Friedr. Zelier; 

La primayera, Canzonetta di Metaftafio, comp. 

dal S;; Ihah<<fi.er< 
L'efiade, dito. 

lied eines Madchens et<;,, v. A. QurrUch. 
SeUnfucht der FreuMdfc^aft, v. G. C. Qvosheim: 
Romance de.Florian, p. TraJicicr. 
Lied, v: A; Willi. PrachtJ ' 
Canone a 4 voci, del Si Pdijicllo. 
Deutfches Weihelied, von C. Spazier. 
Lied ernes deutfchen Knaben , von ebend. 
Adelaide, vdh C Fr. Zelber. 
Biomance, par Trahcier. . 

Adagio ariolo , von D. G. iXtrkl t 
Ueber die GrdTse Gdttes, v. Fr. Wilh. /lii/r. 
Der* Abend , vori lieichardt. 
Zwei Contrapunktiften iux Unifonus, von C. 

Spazier. 
Lied aiis Erwin und Elmire^ von Reietiardt. 
Choeur, des Pretreffei, de riphig^nie en Tau- 
•^ndevp: 1 #/#<?£' >■ ■ ■. . 

Doppekelang aus der Hyuine von Thaarun 

vtmd^Aiiil. ■•>;], : -i'S'\ >-.;; 

Das Saitenfpiel, von Ntefe. 

Marlch aus iihrgers Laoriorej v.. Kunzcn. 

Franz. Gefang, comp. vijn yialllruin. 

An :''Gbtr, voii Bernh. PP'sffdy. 

Winterlied eines fchwabuclien Bauern, von 

Grofshetih. -.; • ; 

Rlage, von Oroidand. 
Die Kofenknospe, vV»n C. Spazier. 
Kiavierftiick , von Kunzeu. 
Lied; von Halter. - 
NoJJl Francois etc. par, Lalande. 
Klavieiltiick zur Uebung deriinken Hand, von 

C. Spazier. 
Sehnfttcht, von Reichardt. 
Drei Canons, aufFafch uh* Bach, ▼. Marpurg. 



■•■•-- ' e 



■»)'l«i \-<k 



v w» JBHCr. ^eillClll'llt tlllgelfillOn nviuw muui. «ut uuncuiCiUllg <HK|! iu^iumii i iiouauuiif V ui 

jedpr *u 4e«a hef»^gc(«uten P^reife^von' a Rtld, in dir ncueii jfeii. &IuJ5kh«n«ltuiig zu liabe«. 



■■ -:.j.-s'.) 



NACHTHAG 

2WEI UND FUNFZIGSTEN STUCK DER MUSIKAt/ISCHEN ZEITUNG- 



Clavierauszug von Mozarts Zaubetjlbte. 
Furs Clavier eingerichtet von Frie- 
drich Eunike, Cluirfurftl. CdUnifchem 
Hof- und Opernfanger. Geftoclfen und 
herausgegeben von 2V. Sitnrnrock, Chur- 
fiirftl. Colin. Hof- und Kammermufikus, 
(Bonn. 7 Fl.) 

Diefer vollftandige Clavierauszug von Mo- 
zarts letzter und befter Singmufik ift bis 
jetzt noch dcr befte und zweckmafsigfte, der 
Itee, zu Geficht gekommen ift, urid er niacht 
deii Eihfichten, dem Fleifse und Gefchmacke 
des Hrn. Eunike eben fo vielEhre, als der 
Veriaa; eines fo ftarkW und zugleicli fo gut 
und Tauber geftochenen Wer^s dem Ehthu- 
Jiasmus des Hrn. Herausgebers Ehre macht 
und ihm den Dank des l»ublikum<r zuficherc. 
Der Auszug ift verftandlich, fern von Ueber- 
ladung, ohrie dadurch leer und urigeniefsbar 
zu werden; es fehlt Nichts' an > der Hauptlache^ 
fowoht was deft Grundftoff, die Melbdie und 
Harmonic, ala was die Volte und Anordnung 
der Stimman nn& Aoo K^a^^^^At^nJ 1 aJZ 
InftrtrmentalbagMtiing BerriFt. * Da f muf atle 
Singftimmen in den Violinfchluflel g^bracht 
find, fo wird der Gebrauch* des^'Werkes am 
Klaviere dadurch fehr erleichtert werden. 

Meloclieen zu Hartungs Liedcr£^nu\ung_£um„ 
Gebrauch fiir Schulen und zur einfamen 
und gefellfchaftlichen Unterhaltung am 
Klavier. Herausgegeben von Car>l * Spd- 

(iSt Gr.) .-;■-.■'■■..■:''.. •, .' 

Diefe fehr zrveckmafsig; ejrig^ichtete tie- 
ftpfifomilurig . enthalt , h nndert flUedejr ' meift 
ton unfern beften Liedercomponiften , von 
•Meichardt, Spatter* Seidel, Emvzm\ Schil- 
ling, Schulz , KdlU) Giirrlich, (2. Beuda, Eh- 
renbergi IVitthauer, Mller ^Wejfely y ZcUer> 
Naumann und Andre,, Di^ gutgetroffene Wahl 
und die achte Sorgfalt zu beftmoglicher Er- 
reichung des vorgeletzten ruhmlichen Zwecks, 
zeugt von Gefchmack und Einficht , imd vem 
Eifer furs Gute. In dem fehr lefenswerthen ' 
Vorbericht fpricht der Herausgeber umftandli- 
cher von dem moralifchen gemeinniitzigen 
Zweck diefer Sammlung, von ihrer innena 



Einrichtung und dem richtigun Gebrauch der 
zum Theil drei - und vierftimmig geletzten 
Lieder. Er felbft hat 47 Melodieen dazu ge- 
liefert. 

Die allgenieihe Verbreituhg diefer Samm- 
lung, die bei dem geririgei^ Ifreife urn fo eher 
zu hoffen ift, ka'n'n fur 'dejii Gefang und fur 
das Wohl der fingejicieri : ^higend' von grofsem 
Njitzen fevn ? und daher foTrdert Rec. jeden 
Graven Singemeifter und'Sfchulwiahii, ja jeden 
Kinderfreund mit Zuver/jcht srnf, fie nach be- 
ftein Veriiiogen verbreiten iu helfen. 

. ',';'■ •"; ' - : ' li ; . • - :a ' j. f. 



.!.(. 



Noth etioas zur Gefcftteht»\jet%i«bender Itu 
11 JirumenCenrtfacher, : : 

. Garz a. d. Oder. 

Ew. etc. erlauben mir der Reihe der von 
Ihnen angefuhrten Inftrumentenmacher ein 
Paar «■— *■ * ' " ,- ^ r ™-^- 

gewifs 




in 



tenmacher und Orgelbauer, Seine Claviere 
find-zw^Kn^cht-difew^eften, und , er- fcheint auf 
diefe noch niche ; fonderliche Aufi?ierkfamke*t 

giwfiridet zu habeii ;< allein , feine Fortepianas, 
rescendos konmien unter denen mir bekann- 

- ten-den englifchen nacheebauten den Origina- 
!en am nachften. Ith fchatze vorziiglich ihn 

5 aj9 A Ctrgelbauer. Da ich ihn als folchen genau 
kenne, fo k-ann ich ihm zugleich das Lob ei- 

,.- nes unll -faHte es au. teimm Jcbaj^i Jein^ehr- 
lichert Arbeiters- beilegen. i. 'Jeder Sachkundige 

; Avird wiffen, daft 1 dies Viet fagr. -^ Herr -Voigt; 
C3ohn deq verftprljepbij Qrgel|iii^8^: ,<Jer dib 
Orgel in der Vveiland ^ Mane»kirqH«3i% :$tettin 
gebaut) wohnt in «J?artin f einein Darte des 
Hrn. ; von d. Often , otihwieJt ^thtvlBdt. Schade, 
dafs diefer Mann nieht aus rfeJ^;Dunk^l IreV- 
vorgezogen wircl. Ith kenne nur em ClavieY 
von ihm, welches aber hinreichend ift zum 
Beweifs, dafs er bei feinem Fleifs, feiner Ge- 

^fobieklicJikeit, feinem erfinderifchen Genitf, al- 
les was man von diefem Tnftrumente fordern 
kann,ln einer dem Kiinftler giuiftigem Lage 
leiften kdnnte und wurde. — — 

Schlimbach. 

GgS 



210 



JBefchreibung des Orgelbaus etc, Ein Huch 
. jur Organiften , Schvlmeiftcr , und Orts- 

vorgefetUe; von D» &*,$. v Offenbach bei 

Weil's unci Brede. 

Organiften und Schulnieifter konnen von 
ihreni gewohnlich geringen GehaJte fich kerne 
mufikal. Bibliotheken anfchaffer.j fie ,thun fchon 
genug, wenn fie das Nothwendigfte , was ihr 
Aiiit ziinachft angeht, arikaufen. Aus diefer 
Ruekfielijt •''tyf$ te .-i 1 i icn :M{ $W hjichftxinbiliig, ih- 
nen' Schnfteji :;^nzup^.uen ,' die fchon , nach 
Aaizeige ihjres i.^ijieljs "", '[far ihre Bedurfniife be- 
itinunt zu feyp M i^pnen, und dbch nichts we- 
niger find. AijgMemte i "Befclireibuiig des Or- 
- gelbaues wurde • yqn-> ef ri'em ' rvahmhaf ten Schdpi 
penftuhl der K-^i ti^tj .' beftens angeprifefen , und 
ihr Licht ,uhct ' j' tyitwug' ^angeriiiuht , 'dd ft? 
doch welter mchts J , ats eih (; ^haB9 vo"H : t)nrithi 
tigkeiten ift, aus dem fich gewifs kein des Or- 
gelbaus unktmd\ger ; bietehren kann. Pa,r I\aum 
diefes Blattes -erlanut \ keine anaf uhrliche, Beur- 
theilung: alio, nur einige Proben. Ish iiber- 

fehe foiche Kleinigkeiten, dafs der Verf. z.. 'B. 
el: der Beftimmung der befondem Th©ile de* 
Orgely Claviers und Pedal unterlzwei beJ[on* 
Aeri Rubriken bringt, als' wenn das P*$al kain 
Clavier warS; dafs - l etf Anhangewerk 'J&Ai' Stac- 
titreit ^Abftracten) unterfcheidet : jdjfjs ■* er den 
ftatipttWeiUif* a«^ /a^gal ^ t\*nJV*ntttBXi4JLJu&aeia 
befondern ^.bfchnitt ' beftininif *; ; fondera .bald 
hie, bald da einiges, ihaa'vielkkht^^nur anAerii 
nicht , veifftSndhcnfes bihwSrft: ! etc,' Nur einige 
Proben des in* Werkclien herrfchenden Lichts ! 



§, 8. heifst es: „Eine Windlade ift unter dm 
Regienverken einer Orgel das wefentlichfte 
Stufk.H f Wer in allerWelt hat je die .Wind- 
lade ein Regierwerk genannt? S. 4.5. „$perr- 
ventilf em &ag f der den Wind nach dem 
Spielen auslafsi. „Alfo ift der Evacuant ein 
SperrventH? S. 4.7. n Kbppel ift ein Zug, der 
das Manual mit dem Pedal verbiridet , To dafs 
die getrgtene Tafte des Pedals audi den nam- 
lichen T5n in den Manualregiftern horen lafst! ! 
— Jch dachte, wir batten hieran geimg! t)och 
noch etwas aus dent AnWnge iiber den Cho- 
ralgefang. „Gefreut (fagt der Verf.) hat es 
lnich, dafs viele unfrer neuen Lieder nach 
Melodien, gefetzt werden, die nur auf gewiffe 
fefttage, alfo des Jahrs einmal gefungen wer- 
den, , \yodurch die herrlichfte Melodien, z. B. 
Afif dUfen Tag bedtwken wir etc. der Ge-» 
aneinde unbekannt (! !) und iniiu«r ^»ea blei- 
bew." Ferner: „das Vorfpielen vor dem Qho,- 
ralgefang ift theils znr Usbwig des Organi- 
ften etc." Feraer und endlich: it den Choral- 
gefang mufs.der Qrganifi nntrvoilem Werk be- 
gleiten, aber dabei immer lebhafte Verande- 
ruiigeu im Spielen anbringen, '* D&b gefchieht 
^Ider! ohn unfer Gebet^ und der Hen D. L. 
C. wiirde diefe giildne Lehre wohl bei fich 
behalten haben, hatte er deg wprdigen Herrn 
JM. % Turks YMIjetunfte P^htfji; eines brga- 
fiUFe^ Torher ftudlert, ©Tit er auF deh Einfall 
jSekpmmen wiure, ^athsbedurftigen Organiften 
und Sckuimeiftem beizufpringen. 



.i: ■'':-: 



i I i li um I » l l .' 



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' if . ' f i' .aj ' 



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'^ ;i >'i^A^c;HRIfi^S. , . 



;Mit dierem JahrgaMg© wird die mujttkaL 2!eitupg, ro* 'der Katti rind in diefer <Fortn wenigften* ex 
fohloffea. Ans-©eolemKcia und I«i«b$ zu einer Kunft, die uur jmeine Nebenbefchaftigung auMuac1it,^mcfite 
ich das M»inige 4««u Jiei«umge^ 1, urn e*ne » ^ei^chrift, dfe.ein Vereinjysungspunkt fttr neuere mufikal. Er- 
fcheimwigen . , wo ^gRch jeAer Art, feVn fdllif itiid Whate, in Qiulg^ iSfngen un&Ja ertaUBiTTuieia 
der unBeg>efflicttftlVIan|el ^n thatiget Theilnehhmng v«h Seiten der Waffl^r vSi Proft/Rtm, And die tauiE 
Veit ilberhaWpt feOgfen alle ernfte Uftd hobere Beftrefaungen zum BeAen der J&mft, worin unfer hetttikes hiu- 
nkalifohea P-ubliSum verfunken »u fey* Cekeiiit, geben jsu wenig Enimftteruug* urn es fich um daiT«lbe ohne 
Jtfoith foueK ^rerden zif laifen. IJnd da d*> nun glnckjichetweire mit dero jaeraqsgeber der JFall nicltt zu 
feyn bra^cbt, fq ilberlafst, er ahch die Fortfetxiing einer folcheuZeitfclirift jfear gern einem jeden, dem una 
.du/opferuttgen bxA Brfuhriingen ^amtikotUi Art su thun M. - , 

"[■'"!.. ~' r '' '■'•■■'" >-W- '•■■--'-•'■■■" • ■-■■■■- -'■••-JEhr Jffermisgebtr. ••■•;- v >" 






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